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Makk

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H. Clauren
Makk

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Der alte Graf stampfte mit dem Fuße, betheuerte, daß das nun die letzten Schulden wären, die er für seinen Sohn, den Herrn Gesandtschafts-Rath in Paris, bezahle, unterzeichnete den Wechsel und händigte ihn dem Secretair zur weitern Besorgung ein; dieser aber zitterte an Händen und Beinen, denn so entrüstet hatte er seinen lieben alten Herrn lange nicht gesehen.

Die Stadt der Welt, sagte begütigend der ehrliche Lippert: hat ein theures Pflaster; die Ambassadeure der andern hohen Potentaten mögen daselbst sich wohl durch manchen luxuriösen Aufwand auszeichnen; unser junger Herr wollen nicht zurück bleiben, meinen vielleicht, daß sie der Ehre unsers Hofes dergleichen kleine Opfer schuldig —

Mein Herr Sohn ist ein Narr, brummte der Graf. Unser Allerhöchster Herr ist ein Muster von Ordnung und weiser Sparsamkeit; wollen dem der Herr Sohn Ehre machen, so nehmen Sie sich ihn zum Exempel. Wäre es des Monarchen Absicht, daß die Beamten, seine Gesandten im Auslande, viel Aufwand machen sollten, und wäre die Kunst, Geld auszugeben, sein Maßstab, ihre Brauchbarkeit zu beurtheilen, so würde er ihnen höhere Gehalte aussetzen; das Schuldenmachen in fremdem Lande entwürdiget das Gesandtschaft-Personale und die Nation, die es zu vertreten das Glück hat. Ferdinand macht seinem Hofe, seinem Vaterlande, mir und sich die meiste Ehre, wenn er ein rechtlicher, vernünftiger Mann bleibt, der nicht mehr ausgibt als er auszugeben hat, und seinen guten Namen wie ein Heiligthum bewahrt. So weit Sie auch hinauf in die Reihe unserer Altvordern zurückgehen mögen, Sie werden keinen Ulmenhorst finden, der, wie Herr Ferdinand, bei Juden und Christen sein Ehrenwort so leichtsinnig verpfändet und dann andern Leuten überlassen hätte, es mit schwerem Gelde wieder einzulösen. Also  schreiben Sie ihm, Lippert, daß dieß das Allerletztemal sey, daß ich für ihn bezahle, und schreiben Sie es ihm recht derb und verständlich; denn, weiß der Himmel, wenn ich ein halb Dutzend solcher theuren Herren Söhne hätte, ich liefe in drei Jahren zum Lande hinaus.

Nun, von unserm lieben Herrn Grafen Gotthold haben wir dergleichen nicht zu befürchten, erwiederte der alte Geheimschreiber: der hat bis jetzt doch immer kaum die Hälfte von dem gebraucht, was Ew. Erlaucht ihm ausgesetzt.

Lippert, versetzte der Graf und wendete sich seitwärts, daß der Secretair nicht das Gemeinmenschliche, die Vaterfreude, gewahren solle, die ihm in der Brust aufwallte: ich freue mich doch auf den Gotthold.

Wir alle freuen uns auf ihn, versetzte Lippert mit herzlichem Tone. Er wird neue Lust und neues Leben in das Haus bringen, und daß er in Ew. Erlaucht Wünsche, die Verwaltung sämmtlicher Güter zu übernehmen, eingegangen, gibt uns die angenehme Hoffnung, daß wir ihn hier in unserer Mitte behalten werden.

Lippert, hob der Graf vertraulich an: Sie sind ein alter treuer Diener, und Sie meinen es mit dem Gotthold gut; ich habe einen Plan, der sein Wohl bezweckt, und den Sie mit ausführen helfen sollen.

Der alte Sekretair schwieg und horchte.

Der Gotthold muß sich nun nach einer Frau umsehen, fuhr der Graf, zu Lippert gewendet, mit gedämpfter Stimme fort. Ich habe mehrere auf dem Rohre. Eine – wenn Gotthold die wählte – wenn Sie ihn dahin vermögen könnten —! Er hört auf Sie – ich kann mit ihm von so etwas nicht reden; das schickt sich nicht; aber Sie wissen, welche ich meine.

Lippert wußte es nicht; er sann auf verschiedene ebenbürtige heirathfähige Schönen der Umgegend, aber er wagte nicht, sie zu nennen.