  . Im Meeresspiegel.   
 


         .        堖        ,    . Diese Welt ?berfiel mich von klein auf inzwei Sprachen inRussisch und Deutsch. Deshalb w?re es unm?glich mich innerhalb dieses Buches f?r nur eine Sprache zu entscheiden. Denn beide reflektieren einander wie zwei Spiegel, indenen die Welt unendlich erscheint.





  . Im Meeresspiegel

  



 



 ,2017



ISBN978-5-4490-1293-7

     Ridero







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Alles ist ein Mythos, denn einen Nicht-Mythos gibt es nicht, sowie es nichts au?erhalb des Mythos geben kann, da er allem zuvorkam und alles ein f?r alle mal kreierte.



Marina Cvetaeva





 


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302017




Oktoberrausch


Wenn Tannennadeln niederfliegen

Vergilbt und schw?chlich indenTag,

Entflieht mir all mein Wortgefieder

Und ich bleib stehn verzweigt und karg.

Die Sonne sprie?t vom Horizont

Ihr mildes Gold inrosa Fluten,

Und dieser Wind! Er flie?t und rollt

Durch alle H?hen, alle Mulden!

Und mein Ge?st kriegt G?nsehaut,

Ein Schauder rauscht durch Gras und Kraut,

Vergr?bt sich inmein Bl?tterhaupt,

Indas Rotgold, was noch geblieben!

Oh, faulig-s??er Nebelrausch!

So wie ich deinem Lispeln lausch,

Wird meine Rinde Flaum und Flausch,

Und all mein Laub sinkt nieder, nieder



17. Oktober2017




Ein Marmorkuss


Wenn diesen fein gemei?elt Lippen

Ich nur verstand zu widerstehen!

Und diesem Wind! Und diesen Klippen!

Und meinem marmorbleichemWeh

Nun bin ich blind und wohl gestimmt

Und sing insechs-stufigem Reim,

Und nehm mich hin so wie ichbin

Und dich indeinem besten Sein.

Und jede Weit ist ma?enfrei,

Und jede Stund ist zeitgel?st!

Wenn du mich kost, bin ich entbl??t

Und marmorbleich im Mondesschein.



15. Oktober2017




Herbstbarock


Ein Klang mit Glanz

InSpiegelweite

Es spielt das Gleis

Wie Geigensaite,

Sobald dieBahn

Hin?bergleitet.



Ein sanfterDuft

Von Mittelmeer

Zieht durch die Luft,

Die nebelschwer;

Vibriert, sobald

Ich sie durchquer.



InKronenh?h

Ein goldnerChor

Erklingt und schlingt

Am Geist empor

Und singt vonRuh,

Die ich verlor



13. Oktober2017




Bvlgaria. Nachtallee


Die Luft zerflie?t ingriechisch Lispeln

Und leuchtet auf im feuchten Laub,

Im atemnahen Zweiggeknister,

Der Nachtallee, die uns getraut.



Ein Nebel lief durch meine Lungen,

Als w?rs ein langes Schlangentier,

Es ist so tief inmich gedrungen,

Dass ich mir selbst verschlungen schien.



Verloren indem Lustgefl?ster,

Von einem zeitgel?stem Raum,

Ist es der Mythos, der mich k?sste,

Und mich verlie? im Wellenschaum.



8. Oktober2017




Bvlgaria


Ich schau indein und mein Ged?chtnis

Und lass den Drang zum Treibenlos.

Was ich nicht brauch, das nun verl?sst mich,

Und das, was bleibt, wird kahl und gro?

Es l?st sich los aus meinem Scho?.



Ein s??er Duft von Feigenfrucht,

Von Meeresdunst und Liebeslsust.

Es lebe hoch, die Lebenskunst,

Es flie?e darauf Apfelpunsch

Auf deinen und auf meinen Wunsch!



Ein Nebelwirbel steigeauf

Und nehme uns inseinen Lauf,

Inseinen hei?en Fl?sterhauch,

Wo ich nichts hab, was ich nicht brauch,

Wo jedes Sein ersteht zum Brauch.



8. Oktober2017







 

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22017




Mein kleiner Prinz


Mein Blick ertrinkt im Horizont,

Dort, wo die Sonne nun verschwindet.

Abger?umt und abgetr?umt

Scheint alles, was mich hier verbindet.



Mein Planet, bleib unversehrt

Von meinen gro?en Tr?umereien.

Ein Baobab, der dich verzehrt,

Soll nicht auf dir aus mir gedeihen.



Der Wind verst?rkt nur meineGier

Und l?sst die Nacht geschwind verblenden.

Mein Ithaka, ich greif nachdir,

Mit meinen Sonnenaufgangsh?nden.



5. August2017




Am Bahnsteig


Ich sitze tief auf einer Bank,

Am Bahnsteig zwischen Passagieren.

Ein Blitz, der durch den Himmel rankt,

Entspringt der Front, die dr?ngt und wankt,

Inder sich Licht und Zeit verlieren.



Es kommen Z?ge, fahrenab,

Es kraust und kreist der Menschenwimmel

Und ich sitz da und warteab,

Bis diese Wolken angelangt,

Bis Regenstr?me uns ertappt

Und feuchte Winde uns verschlingen.



Ich sitze still auf meinerBank

Und horche all den vieln Dingen.

Jetzt habe ich an dich gedacht.

Sitzt du wohl auch auf einerBank

Und l?sst dich aus dir selbst entspringen?



21. Juli2017




Mein Fremder


Es war ein Fremder, der heut Nacht

Mich auf die Lippen seelig k?sste.

Er hat mich still nachhaus gebracht,

Mich meinem Schlafe froh vermacht

Und wusste, dass der Morgen sacht

Mich sp?ter wieder wecken m?sste.



Es war ein Fremder sein Gesicht

Blieb mir im Schlummertief verborgen.

Ich wei? nur, dass sein Atem schlicht

Dem Atem eines Nachbarn glich

Ein Hauch von unersp?htem Licht

Blieb mir bis inden fr?hen Morgen.



Es ist mein Fremder von nunan.

Und kenn ich ihn auch nicht bei Namen.

Die Spur f?hrt bis zur Fensterbank,

Von dort aus zieht ein H?hendrang

Und sp?lt und spr?ht mit Sternentrank

Inhohe Stille hoher Gaben.



25. Juni2017




Vers libre

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Vers libre


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182017




Karsamstag


Was einmal stirbt ersteht nicht mehr.

Ein jeder Tod ist nunmal Ende.

Ich klopf an diese kahlen W?nde,

Es kr?uselt nur das Dachgesp?rr.



Mir fehlt die Stimm, der Atemgang,

Die Ruh indeiner fernen N?he.

Mal ists als ob ich was ersp?he,

Doch quietscht es nur die Fensterbank.



So sitz ich nun im dunklenLeer

Und kann nur meinem Atem lauschen.

Von drau?en dr?hnt das Glockenrauschen:

Vom Tod erstand wahrhaft der Herr!



15. April2017




VI Fastenwoche


Ein Grau auf Grau verbirgt denTag,

Die Luft ist rau, der Atemlau,

Und alles was im Schnee noch taut

Das winselt, nieselt, jammert, klagt.



Was wuchert, w?chst, verlangt und weint?

Was streckt und strammt der Welt entgegen?

Ein s??er Sog, ein Leid nach Pein,

Ein Schrei nach Schmerz des Lebens wegen!



Ein Ruf inRuh von Einsamkeit

Erklingt und prallt zur?ck entr?stet.

Zu z?h die Luft der M??igkeit,

Zu stumm, zu starr, zu wohlbekrustet.



3. April2017




IV Fastenwoche


Mein Herz ist leer,

Die Nase voll.

Statt Tr?nen quoll

Mir kochend Teer.



Im Atem schwer

Und kreidebleich

Ich schnaub und schleich

Im Denkverkehr.



An dir entlang,

An mir vorbei,

InTr?umerei

Und L?genbann.



Mein Geist, entflamm

InBrust aus Holz!

Noch ein Schluck Stolz

Und sonst nichts mehr.



25. M?rz2017




III Fastenwoche


Mein Hirn durchtrillt ein mieser Puls.

Die Welt drumrum versumpft inDampf,

Ich wei?, wohin ich gehen muss,

Ich f?hl nicht, ob ich gehen kann.



Der Tag erschlafft auf meinen Knien

Und wird so bald nicht auferstehn.

Ich seh mich selbst vor?berziehn

Mit allen Tr?umen, ?ngsten, Wehn.



Was ?brig bleibt, ist Still und Leer.

Und Einsamkeit beginnt imBus.

Ich wei?, ich kann sie ?berquern,

Ich f?hl nicht, ob ichs schaffen muss.



19. M?rz2017




Wintersterben


Die ?ste spatzen Februar!,

Der Himmel spannt und spitzt im Grau,

Der Wind bekippt mit Kummerwahn

Am letzten Schluck erstickt man kaum

Doch etwas treibt mich ins Verderben,

Ein Duft von Sterben stiehlt die Luft,

Es ist der Sog nach neuem Werden,

Nach neuem Fall, nach neuer Kluft!



19. Februar2017




 


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252017




Mein Wissensgut ?ber die Gegens?tzlichkeit einer unbenannten Passion


Ich wei? so klar, dass nichts geschieht,

Dass nichts entstand und nichts verschwindet,

Ich wei?, ich h?tt michnie verliebt,

Michnie verloren,nie gewidmet;

Ich wei?, ich h?tt dichnie ersehnt,

Dichnie ersannt undnie erlitten;

Was mir bestimmt, das auch besteht

Ein status quo von guten Sitten;

Ich wei?, du seist nicht vieles mehr,

Als nur ein unversch?mtes Tr?umen,

Und ob ich dich, und wie begehr,

Wei? ich verstohlen dreist zu leugnen:

Ein Narrenspiel! Ein Kummergut!

Ein phantasiebefl?gelt Tr?nen!

Die Schuld daf?r mein Jugendblut,

Welch du auch wusstest zu erw?hnen;

Du seist mein Spuk, mein Sinnverlust,

Die blinde Suche nach Gemeinschaft;

Mit Jammersog und Leidensfrust

Wei? ich zu nagen, was mir Pein schafft!



Du siehst, ich sei besinnungsfroh,

Von ?bermenschlich Geistesk?hle.

Doch was ich wei?, ist ebenso,

Dass ich nichts wei? von dem Gef?hle.



24. Januar2017




Ritter Franz


Ich seh, wie dich mein Weilen stutzt

Mein s?mtlich M?delweiden;

Ach h?tte ich es dann gewusst,

Mein Auftritt w?r bescheiden.



Ich sehe dich zu Ritterross,

Mit Schwert und Schild ger?stet;

Ich wei? nicht, wie ich mich entschloss

Mit lustigem Gel?ste



Dein Seelengang ein Drachenkampf,

Die Stimme Leidenminne

Vor dir, der du dich mir entfacht,

Oh Ritter, halt ich inne.



21. Januar2017




 


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62017




Weihnachten


Indieser riesengro?en Welt,

Die flimmernd leer und sternberieselt,

Werd ich vertraut, werd ich gef?hrt

Mit Ihm, wie immer er auch hie?e.

Ich trete ein indiese Still,

Indieses schlummernde Ged?chtnis,

Und hab kein brauch und hab kein will

Nur klares sein als Sein Verm?chtnis.




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   ,     (https://www.litres.ru/irina-shterk/v-zvuke-zerkal-im-meeresspiegel-stihi-na-russkom-i-nemeckom/)  .

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