Moon Dance
Amy Blankenship


Blutsbundnis #1
Devon ist ein Werjaguar, ein wenig grob an den Kanten und einer der Besitzer von Moon Dance. Seine Welt kippt um ihre Achse, als er eine verführerische Füchsin mit rotem Haar erspäht, die in seinem Club tanzt, bewaffnet mit einem zynischen Herzen und einer Elektroschockpistole. Während ein Vampirkrieg um

Envys Leben war großartig. Großartiger Bruder, großartiger Freund und der beste Job, den sich eine Frau wünschen kann... Barfrau in den beliebtesten Clubs der Stadt. Zumindest war es großartig, bis sie einen Anruf von einem ihrem besten Freunde bekam, über ihren Freund, der auf der Tanzfläche im Moon Dance einen vertikalen Limbo tanzte. Ihre Entscheidung, ihn damit zu konfrontieren, setzt eine Kette von Vorfällen in Gang, die sie in eine gefährliche, paranormale Welt, die unter der Langeweile des täglichen Lebens verborgen liegt, einführen. Eine Welt, in der sich Menschen in Jaguare verwandeln können, lebensechte Vampire durch die Straßen wandern, und gefallene Engel unter uns gehen.

Devon ist ein Werjaguar, ein wenig grob an den Kanten und einer der Besitzer von Moon Dance. Seine Welt kippt um ihre Achse, als er eine verführerische Füchsin mit rotem Haar erspäht, die in seinem Club tanzt, bewaffnet mit einem zynischen Herzen und einer Elektroschockpistole. Während ein Vampirkrieg um sie tobt, schwört Devon, dass er diese Frau sein eigen machen wird... und bis zum Tode um sie kämpfen wird.









Table of Contents




Prolog (#ulink_4befa8eb-8ee1-578c-955f-abaf17c546d5)

Kapitel 1 (#ulink_b8a50ca9-fec9-56e4-b466-778b2e5b607a)

Kapitel 2 (#ulink_7817a935-53be-570e-afe6-c1b670108f79)

Kapitel 3 (#ulink_60e90018-ea84-5617-a8a4-f46611cd31f7)

Kapitel 4 (#litres_trial_promo)

Kapitel 5 (#litres_trial_promo)

Kapitel 6 (#litres_trial_promo)

Kapitel 7 (#litres_trial_promo)

Kapitel 8 (#litres_trial_promo)

Kapitel 9 (#litres_trial_promo)

Kapitel 10 (#litres_trial_promo)

Kapitel 11 (#litres_trial_promo)

Kapitel 12 (#litres_trial_promo)

Kapitel 13 (#litres_trial_promo)



âMoon Danceâ

BlutsbÃ¼ndnis-Serie Buch Eins



Amy Blankenship, RK Melton

Ãberarbeitet von Tracy Murray

Ãbersetzt ins Deutsche von Martina Hillbrand



Copyright Â© 2012 Amy Blankenship

Zweite Auflage herausgegeben von TekTime

Alle Rechte vorbehalten.





Prolog


Angeles National Forest ist das Zuhause von gefÃ¤hrlichen Pumas und importierten Jaguaren, die sich in dem riesigen Forst herumtreiben. Manchmal, in klaren NÃ¤chten, nehmen ihre Zahlen ein wenig zu, wenn die Wer-Tiere, oder Formwandler, wie sie im Volksmund bekannt sind, mit ihren entfernten Verwandten durch das ungezÃ¤hmte Land streifen. Es sind diese NÃ¤chte, wo die echten Tiere sich in ihren Bauen verstecken, wÃ¤hrend die Raubtiere aus der Stadt ihr Territorium lang genug belagern, um zu jagen, oder seltener, um KÃ¤mpfe auszutragen, die im Gebiet der Menschen nicht ausgefochten werden kÃ¶nnen.

Es gibt nichts Wilderes, als wenn diese Formwandler kÃ¤mpfen, und wenn einer von ihnen verletzt wird, dann werden sie fÃ¼r Menschen ebenso gefÃ¤hrlich wie fÃ¼r ihre tierischen Pendants. Um die Menschen, unter denen sie leben, zu schÃ¼tzen, werden Auseinandersetzungen zwischen Formwandlern wann immer mÃ¶glich auÃerhalb der Reichweite dieser Menschen ausgetragen, und der beste Ort dafÃ¼r ist tief in ihren ursprÃ¼nglichen JagdgrÃ¼nden.

Heute Nacht wurde der Forst gespenstisch still, als die beiden Besitzer des grÃ¶Ãten Nachtclubs der Stadt den Urwald betreten und sich ihrer Kleider entledigen, um die Bestien in ihrem Inneren freizulassen. Heute Nacht gingen sie auf Jagd nach dem Grab eines Vampirs, der sie beide zerstÃ¶ren kÃ¶nnte.

Tief im Wald, wo keine Menschen sie hÃ¶ren konnten, sprintete Malachi, der AnfÃ¼hrer eines kleinen Jaguar-Klans, durch die Dunkelheit auf seinen Gegner zuâ¦ einen Mann, dem er nie mehr vertrauen hÃ¤tte sollen als seinem besten Freund. Sein Ziel war ein anderer Formwandler, dieser mit Pumablut in seinen Adern, Nathaniel Wilderâ¦ sein GeschÃ¤ftspartner seit 30 Jahren.

Malachi brach durch den Wald und kam auf die Lichtung, wo er Nathaniel in menschlicher Gestalt auf ihn wartend vorfand. Als er ein paar Schritte vorwÃ¤rts machte, war es, als wÃ¼rde er in eine andere Gestalt gehen, als Malachi sich wieder in seine menschliche Form verwandelte. Sie beide waren tÃ¶dlich, egal in welche Gestalt sie sich verwandelten. Als Menschen waren sie beide athletisch mit Muskeln wie Stahl, die unter ihrer weichen Haut angespannt waren. Formwandler altern nur langsam, und so sahen beide MÃ¤nner aus wie Mitte dreiÃig, obwohl sie die fÃ¼nfzig schon weit hinter sich gelassen hatten.

Wenn dies ein Hollywood-Film gewesen wÃ¤re, hÃ¤tte es mehrere Minuten gebraucht, um dies grundlegend zu Ã¤ndern, aber es war die Wirklichkeit und es gab auf der Lichtung keine sabbernden Monster. Nacktheit hatte fÃ¼r einen Formwandler keine Bedeutung und der Mond leuchtete wie ein Scheinwerfer durch ein Loch in den Gewitterwolken Ã¼ber ihnen.

âEs braucht nicht so weit zu kommenâ, sagte Nathaniel wÃ¤hrend er hoch aufgerichtet dastand und versuchte, seinen Freund zur Vernunft zu bringen. âHÃ¶r mir zu! Es war vor dreiÃig Jahren, und die Dinge haben sich verÃ¤ndertâ¦ ich habe mich verÃ¤ndert.â

âLÃ¼gen von dreiÃig Jahren!â, donnerte Malachi, wobei seine Stimme Ã¼ber die ganze Lichtung schallte. Sein Blick wanderte zu dem Punkt, wo er Kane beerdigt hatte, und er fÃ¼hlte, wie das Stechen von Feuchtigkeit sich in seinen Augen sammelte. âWegen dir habe ich Kane im Dreck eingegrabenâ¦ wegen dir habe ich ihn dreiÃig Jahre lang im Stich gelassen.â

âIch kann nicht zulassen, dass du ihn ausgrÃ¤bst, Malachi! Du weiÃt, was geschehen wird, wenn du es machst.â Nathaniel beobachtete Malachi nervÃ¶s, wie dieser sehnsÃ¼chtig auf das Grab des Mannes, der einst sein bester Freund gewesen war, schielte. Er hatte es nie verstanden. Kane war ein Vampir und gefÃ¤hrlich.

Kane war auÃerdem eines der beiden Dinge gewesen, die einer Partnerschaft zwischen den Jaguaren und den Pumas im Weg gestanden hattenâ¦ Kane und Malachis schÃ¶ne, hinterlistige, fremdgehende Frau Carlotta. Nathaniel hatte sie zuerst geliebt. Er hatte nicht gewollt, dass es so kommen wÃ¼rde. Schlussendlich hatte Nathaniel das Problem in einem eifersÃ¼chtigen Wutausbruch gelÃ¶stâ¦ wobei er zwei Fliegen auf einen wilden Schlag tÃ¶tete.

âEr war mein bester Freund, und er hat mich nie betrogen! Du warst derjenige, der mir in den RÃ¼cken gefallen ist!â Malachi blinzelte die TrÃ¤nen seiner Wut weg, als er seine Hand hob und den Ohrring, den er trug, berÃ¼hrteâ¦ Kanes Ohrring. Was hatte er getan? Als er Kane gefunden hatte, wie er sich Ã¼ber seine tote Frau gebeugt hatte, hatte er verwirrt inne gehalten, bis Nathaniel bestÃ¤tigt hatte, dass Kane der MÃ¶rder war.

Sie war genau hier auf diesem Feld gestorben, also hatte er es fÃ¼r richtig gehalten, Kane an dieses Land zu bindenâ¦ in diesem Boden einzuschlieÃen. Er hatte sogar Kanes Zauberspruchbuch gestohlen und es zur Rache gegen ihn verwendet.

Ja, in einer Sache hatte Nathaniel recht. Die meisten Vampire waren bÃ¶se, aber es gab einige Ausnahmen, und Kane war eine davon gewesen. Aber nichts war schlimmer, als das, was er selbst getan hatte. Dieser Zauber konnte nur durch Kanes Seelenfreundin rÃ¼ckgÃ¤ngig gemacht werden.

Malachi hatte damals gedacht, dass das lustig war, denn Kane war alterslos gewesen, und hatte doch noch nie eine Seelenfreundin getroffen. In der Vergangenheit hatten er und Kane oft Scherze darÃ¼ber gemacht, dass so eine Frau nie geboren werden wÃ¼rde. In seinem Kopf blitzten Erinnerungen von Kanes LÃ¤cheln auf, als er gesagt hatte: 'Gott mÃ¼sste Sinn fÃ¼r Humor haben, um jemals eine Frau zu erschaffen, die sich mit mir und einigen meiner Angewohnheiten abgeben wÃ¼rde.'

âEr ist schon zu lange da untenâ, warnte Nathaniel. âMit dieser Art von Blutdurst und VerrÃ¼cktheit, von der er besessen istâ¦ wenn du Kane jetzt befreist, wird er uns nur tÃ¶ten.â

Malachis Kopf hob sich ruckartig und er starrte bÃ¶se auf Nathaniel. âEr wird nur mich umbringen mÃ¼ssen, denn du wirst schon tot sein.â

Nachdem die Drohung ausgesprochen war, nahmen beide MÃ¤nner wieder ihre tierische Gestalt an.

*****

Am Rande des Campingplatzes, der dem riesigen Wildtierpark am nÃ¤chsten war, saÃ Tabatha King, oder Tabby, wie sie alle zu nennen schienen, auf den Stufen des groÃen Wohnwagens ihrer Eltern und schaute hinauf in die Sterne, die durch die dicken Wolken blinzelten. Sie blies sich ihre Stirnfransen aus ihren Augen, froh darÃ¼ber, dass es endlich aufgehÃ¶rt hatte zu regnen.

Es war das erste Mal, dass sie Campen war, und das Allerletzte, was sie wollte, war, die ganze Zeit im Wohnmobil eingeschlossen zu sein. Sie war so aufgeregt gewesen, Ã¼ber den Ausflug, und sie hatte sich sogar noch mehr gefreut, als ihre Eltern erlaubt hatten, dass sie den kleinen Familienhund Scrappy mitbringen konnte. Es hatte lange gedauert, aber nach viel Bitten und Betteln, und nachdem sie versprochen hatte, sie wÃ¼rde sich um ihren kleinen besten Freund, einen kleinen Yorkshire Terrier-Welpen, kÃ¼mmern, hatte sie ihre zÃ¶gernden Eltern endlich Ã¼berzeugen kÃ¶nnen.

Scrappy war gerade damit beschÃ¤ftigt, die Dunkelheit zu verbellen, wobei er an seiner Leine zerrte und wartete, dass er die Schatten jagen durfte, die seine Aufmerksamkeit erregt hatten. Das kleine MÃ¤dchen schrie leise auf, als Scrappy sich plÃ¶tzlich von seiner Leine losriss und weglief. Sie stand von den Metallstufen auf, als der Welpe durch ein kleines Loch in dem Zaun, der den Campingplatz vom Wildtierpark trennte, kroch.

âScrappy, nein!â, rief Tabby und rannte hinter dem Hund her. Ihre Eltern hatten darauf vertraut, dass sie ihn nicht verlieren wÃ¼rde. Am Zaun stehenbleibend atmete sie unsicher ein, als sie hinaus in die Dunkelheit der BÃ¤ume blickte. âIch bin kein Feigling.â Sie biss entschlossen auf ihre Unterlippe, ehe sie auf ihre Knie sank, um die Ãffnung im Zaun zu inspizieren.

Mit nur wenigen Kratzern schaffte sie es, sich durch dasselbe Loch zu zwÃ¤ngen und rannte davon in den Wald, wobei sie dem GerÃ¤usch von entferntem Hundegebell folgte. âDu wirst mich noch in Schwierigkeiten bringenâ, flÃ¼sterte sie rau, dann begann sie, mit ihrer Zunge zu schnalzen, wissend, dass der Welpe oft auf dieses GerÃ¤usch reagierte.

âTabby, wo bist du?â

Hinter sich hÃ¶rte Tabatha ihre Mutter rufen, aber sie war mehr darauf konzentriert, ihren Hund zurÃ¼ck zum Campingplatz zu bringen. Scrappy war ihr Hund, und sie musste auf ihn Acht geben. Also, anstatt ihrer Mutter zu antworten oder nach dem Welpen zu rufen, schwieg sie und folgte dem GerÃ¤usch von Scrappys schrillem Gebell.

Es dauerte nicht lange, dann musste Tabatha kurz stehenbleiben, um wieder zu Atem zu kommen. Sie lehnte sich mit dem RÃ¼cken an einen Baum und stÃ¼tzte ihre HÃ¤nde auf ihre schmutzigen Knie, schwer atmend lauschte sie den GerÃ¤uschen des Waldes. Sie hatte schon immer einmal mitten im Wald stehen wollen, und einfach zuhÃ¶ren, so wie die Indianer das in Fernsehfilmen machten.

Die Regenwolken, die sich fÃ¼r kurze Zeit geÃ¶ffnet hatten, kamen wieder zurÃ¼ck und das helle Mondlicht verschwand plÃ¶tzlich. Ihre Augen weiteten sich, als sie erkannte, dass sie die Lichter des Campingplatzes nicht mehr sehen konnte.

Sie machte einen zÃ¶gerlichen Schritt nach vorne und blickte wild um sich, aber alles, was sie sehen konnte, waren Dunkelheit, kaum erkennbare BaumstÃ¤mme und noch dunklere Schatten. Sie winselte leise, als etwas in der Ferne hinter ihr knurrte. Sie entschied, dass ihr jene Richtung nicht gefiel und rannte in die entgegengesetzte Richtung, ohne sich noch einmal umzusehen.

Nach einiger Zeit, die ihr wie eine Ewigkeit erschien, hÃ¶rte sie Scrappy wieder bellen und lief in diese Richtung, hoffend, dass, was auch immer geknurrt hatte, sie nicht verfolgte. Sie hÃ¶rte ein weiteres Knurren, aber diesmal kam es von irgendwo vor ihr.

Indem sie ihre Fersen in den Boden stemmte, versuchte sie, stehenzubleiben, aber durch den Regen war der Waldboden bedeckt mit feuchtem Laub und Schlamm. Anstatt stehenzubleiben, rutschte sie sogar noch weiter zur Seite, ehe sie Ã¼ber eine kleine AnhÃ¶he hinunter kullerte.

Die Luft blieb ihr weg, als ihr KÃ¶rper einen Baum traf, der ihre Rutschpartie beendete. Das Erste, was ihr auffiel, nachdem sie wieder zu Atem gekommen war, war, dass Scrappy nicht mehr bellte. Sie hÃ¶rte wieder das Knurren und begann, den HÃ¼gel wieder hoch zu krabbeln, als sie ein leises Winseln hÃ¶rte. Sie drÃ¼ckte sich hoch auf ihre Knie, schielte Ã¼ber den Baumstamm und sah eine kleine Lichtung, auf die der Mond gerade herunter leuchtete.

Gleich dort, in der Mitte war Scrappy und winselte so, als wÃ¤re er gerade von dem Hund zu Hause, am Ende der StraÃe, verprÃ¼gelt worden. Der Welpe lag flach am Boden und krabbelte rÃ¼ckwÃ¤rts. Tabathas blaue Augen wurden groÃ, als sie sah wieso. Zwei Tiere kamen auf der Lichtung langsam aufeinander zu und Scrappy befand sich genau in der Mitte zwischen ihnen.

âDummkopfâ, zischte Tabby leise.

Sie erkannte die Tiere von Bildern, die ihr Vater ihr gezeigt hatte, bevor sie auf Urlaub fuhren. Eines war ein Puma, und das andere erkannte sie vom Fernsehenâ¦ ein Jaguar. Sie liebte es, Tiersendungen zu sehen, und sie war nicht so empfindlich wie ihre Mutter, wenn die Tiere im Fernsehen einander angriffen. Aber das hier war andersâ¦ es war echt und es war etwas beÃ¤ngstigend.

Sie waren Katzen, die dich fressen konnten, und groÃe noch dazu. Die eleganten Tiere umkreisten einander, wÃ¤hrend sie tief in ihren Kehlen knurrten, ihre Augen glÃ¤nzten wie goldene Medaillons. Die tÃ¶dlichen GerÃ¤usche wurden vom leichten Wind zu Tabatha geweht, die mit nervÃ¶ser Ehrfurcht zusah.

âKomm schon, Scrappyâ, flÃ¼sterte sie, hoffend, dass die riesigen Katzen sie nicht hÃ¶ren wÃ¼rden. âKomm her bevor einer von ihnen auf dich tritt.â Sie wollte eigentlich 'dich frisst' sagen, aber sie wollte den armen Welpen nicht noch mehr verÃ¤ngstigen, als er es ohnehin schon war.

Die Katzen schrien plÃ¶tzlich, sodass Tabatha sich mit den HÃ¤nden die Ohren zuhielt, weil es so laut war und so beÃ¤ngstigend klang. Sie rannten mit atemberaubender Geschwindigkeit Ã¼ber die Lichtung, sodass Scrappy seinen Schwanz zwischen die Beine einzog und vor Angst kreischte.

Als sie den traumatisierten Welpen so sah, kletterte Tabatha Ã¼ber den Baum und rannte so schnell sie konnte zu Scrappy. Sie war Scrappy nÃ¤her als die Katzen und warf sich auf ihn, sodass sie seinen kleinen KÃ¶rper mit ihrem bedeckte, gerade als die beiden Tiere nach vorn sprangen, und in der Luft genau Ã¼ber ihr aufeinander prallten.

âBitte, verletzt meinen Hund nicht!â, schrie sie.

Sie schrie noch einmal auf, als scharfe Krallen ihren Arm zerkratzten, und weitere Krallen Ã¼ber ihren RÃ¼cken streiften. Die Katzen fielen mit einem markerschÃ¼tternden Krachen auf den Boden direkt hinter ihr, knurrten und schrien einander an. Sie blieb Ã¼ber Scrappy gekauert, der noch immer zitterte und leise winselte, wagte es nicht, sich nach den Tieren umzusehen, die nur einen Meter hinter ihr kÃ¤mpften.

Tabatha hatte Angst sich zu bewegen und hielt den Hund so fest sie konnte in ihren Armen. Ihre Augenlider waren aufeinander gepresst und sie begann Scrappy zuzuflÃ¼stern, dass er laufen und Hilfe holen sollte, wenn eine der Katzen auch sie erwischte. Etwas feuchtes Warmes platschte auf ihren RÃ¼cken, aber sie bewegte sich noch immer nicht. SchlieÃlich endete der Kampf und sie wagte es, Ã¼ber ihre Schulter zu schielen.

Sie begann zu zittern und zu weinen, als sie zwei MÃ¤nner hinter ihr liegen sah, Ã¼ber und Ã¼ber mit Blut verschmiert. Tabatha kam langsam auf ihre Knie hoch, Scrappy in ihren Armen, und begann sich rÃ¼ckwÃ¤rts von ihnen zu entfernen. Wo waren der Puma und der Jaguar hin? Hatten sie die MÃ¤nner angegriffen und waren dann weggerannt? Wieso hatten die MÃ¤nner keine Kleider an?

Nathaniel Ã¶ffnete plÃ¶tzlich seine Augen und fletschte sehr scharfe ZÃ¤hne in ihre Richtung.

Tabatha stolperte rÃ¼ckwÃ¤rts und wÃ¤re beinahe umgefallen, aber konnte gerade noch ihr Gleichgewicht wiederfinden. Scrappy kreischte wieder, als das Knurren des Mannes so klang, wie das eines Pumas, und riss sich aus Tabbys Armen los. Er rannte weg in den Wald, bellend vor Angst.

Malachi zuckte wÃ¤hrend Blut aus seiner Brust strÃ¶mte. Er Ã¶ffnete den Mund und knurrte ein Wort in die Richtung des kleinen MÃ¤dchens.

âLauf!â Seine Stimme verendete mit dem ohrenbetÃ¤ubenden Schrei eines Jaguars.

Tabatha lieÃ sich das nicht zweimal sagen. Sie drehte sich um und rannte von der Lichtung weg, ohne sich noch einmal umzusehen. Es war ihr egal, wohin sie ging, sie wollte nur weg von dem fÃ¼rchterlichen, blutverschmierten Mann.

*****

âDanke, und hier sind die Lokalnachrichten. Heute Abend hatte eine Familie Grund zum Feiern. Ihre Tochter, Tabatha, konnte endlich ziellos durch den Angeles National Forest wandernd gefunden werden, nachdem sie vor drei Tagen von einem Campingplatz nahe des Crystal Lake verschwunden war, um ihren Hund zu suchen. Scheinbar hatte sich der Hund von der Leine losgerissen und war in den Wald gerannt. Die SiebenjÃ¤hrige verfolgte den Hund mutig und konnte bis heute Vormittag nicht gefunden werden. Leider fehlt von dem Hund immer noch jede Spur. Laut offiziellen Angaben befindet sie sich im Bezirkskrankenhaus und erholt sich von ihrem Schock, da es scheint, dass sie den Angriff eines Pumas Ã¼berstanden hat. Die kleine Tabatha erzÃ¤hlte den Park-Rangern immer wieder von zwei verletzten MÃ¤nnern im Wald, aber eine grÃ¼ndliche Suche auf einer FlÃ¤che von fÃ¼nftausend Quadratkilometern blieb erfolglos. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.â




Kapitel 1


10 Jahre spÃ¤terâ¦

Laute Musik schallte rhythmisch aus dem Club, sein groÃes, violettes, Neon-beleuchtetes Reklameschild wechselte die Farben synchron mit dem Rhythmus. Das Licht warf einen gespenstischen Schein auf das GebÃ¤ude gegenÃ¼ber. Am Dach jenes GebÃ¤udes stand ein Mann mit kurzem, hellblondem Haar mit einem FuÃ an der Kante. Er beugte sich nach vorne, einen Ellbogen auf sein angewinkeltes Knie gestÃ¼tzt, wÃ¤hrend er eine Zigarette rauchte.

Kane Tripp senkte seinen Kopf leicht und fuhr mit der Hand durch die kurze Igelfrisur. Es hatte ihn geschmerzt, es abzuschneiden, er vermisste sein langes Haar noch immer. Er konnte sich noch an das seidige GefÃ¼hl erinnern, wenn es seinen UnterrÃ¼cken streichelte. Er hob die Zigarette zu seinen Lippen hoch und nahm einen tiefen Zug, wissend, dass er eine Menge Dinge vermisste, wie die Zigaretten, die er frÃ¼her geraucht hatte, bevor er lebendig begraben und wie tot zurÃ¼ckgelassen worden war.

Vor vierzig langen Jahren war er unvorbereitet auf Malachi, den AnfÃ¼hrer des Jaguar-Klans getroffen, und beschuldigt worden, die Partnerin des Formwandlers ermordet zu haben. Vor jener Nacht hatte Kane sich mit den Jaguaren gut verstanden, und ihr AnfÃ¼hrer war einer seiner besten Freunde gewesen. Kanes Lippen wurden schmal, als er daran dachte. Malachi hatte ihn angeklagt, Ã¼ber ihn gerichtet und das Urteil vollstreckt, alles in einem groÃen Wutausbruch.

Mit einem Zauber aus dem Buch, von dem Kane gedacht hatte, dass er es so sorgfÃ¤ltig versteckt gehabt hatte, hatte Malachi ihn mit einem Fluch gefesselt, der es ihm unmÃ¶glich machte, sich zu bewegen oder zu sprechenâ¦ ihn unfÃ¤hig machte, sich zu verteidigen. Dann hatte er Kanes Blutstein-Ohrring weggenommen, der es ihm ermÃ¶glichte, sich im Tageslicht zu bewegen. Die Blutsteine hatten einst dem ersten Vampir, Syn, gehÃ¶rt.

Kane hatte einmal gefragt, wie es einen ersten Vampir geben konnte, und die Antwort hatte ihn Ã¼berrascht.

Syn war alleine in diese Welt gekommen, verletzt und am Verhungern. Ein junger Mann hatte ihn gefunden, und da er schon fast verhungert war, hatte Syn sein Blut genommen. Der Vampir hatte schnell gelernt, dass die Menschen in dieser Welt sehr zerbrechliche Kreaturen waren, deren Seele sie verlassen wÃ¼rde, wenn er sein Blut teilte, in der Hoffnung auf diesem Planeten eine Familie zu grÃ¼nden. Aber wenn ihre Seelen einmal weg waren, waren sie fÃ¼r ihn nutzlos und wenig mehr als Monster.

WÃ¤hrend seines endlosen Lebens hatte Syn nur drei solche Menschen gefunden, die ihre Seele behalten hattenâ¦ seine Kinder geworden waren. Der einzige Unterschied war, dass, als sie erst einmal verwandelt worden waren, die Sonne sie verbrennen wÃ¼rdeâ¦ sodass sie, und ihre Monster-Geschwister, sich vor dem Tageslicht verstecken mussten. Auf Syns Planeten war das wegen dem Blutstein nie ein Problem gewesen.

Die breiten ArmbÃ¤nder, die Syn getragen hatte, waren von seiner Welt gekommen, und waren aus dem Blutstein gefertigt. Er schnitt drei StÃ¼cke der ArmbÃ¤nder ab und machte damit einen Ring, eine Halskette und einen einzelnen Ohrring. Kane hob wieder die Hand und berÃ¼hrte den Ohrring, den er trug.

WÃ¤hrend der Blutstein ihm ein halbwegs normales Leben ermÃ¶glicht hatteâ¦ war es Syns Zauberspruchbuch gewesen, das Kanes Niedergang bedeutet hatte. Syn hatte es seinem AuserwÃ¤hlten Ã¼berlassen, um weise verwendet zu werden, wÃ¤hrend er schlief. Darin fand sich der Zauber fÃ¼r den Fluch, mit dem seelenlose Kinder auÃer Gefecht gesetzt werden konnten, wenn sie zu einem zu groÃen Risiko fÃ¼r die Menschen wurden.

Als der Zauber ihm selbst auferlegt worden war, konnte Kane nur zusehen und mit dunklen, regungslosen Augen seinen einstigen Freund betrachten, wie er die schwarze Erde mit dem Spaten auf ihn warf. Das Letzte, was er gesehen hatte, war der Anblick des Sternenhimmels Ã¼ber dem Wald.

Die Dunkelheit hatte alles eingehÃ¼llt und es war so still gewesen. Der Fluch hielt ihn bewegungslos, aber er konnte Dinge fÃ¼hlen, die in der Erde Ã¼ber ihn krabbelten. Winzige, sterbliche Kreaturen, die es nicht wagten, sein untotes Fleisch zu fressen, aber unwissend an seiner Seele nagten.

Als die Zeit verging, war er sicher geworden, dass er verrÃ¼ckt geworden war, und dann hatte er begonnen, immer wieder GerÃ¤usche zu hÃ¶renâ¦ Stimmen. Er hatte sich darÃ¼ber in seinem GefÃ¤ngnis gefreut, und er hatte sich danach gesehnt, mehr zu hÃ¶ren. Manchmal hÃ¶rte er ganze Familien, andere Male hÃ¶rte er nur Erwachsene.

Manchmal hatte er versucht, sich gegen den Fluch zu wehren, nach Hilfe zu rufen oder auch einfach mit sich selbst zu reden. Der Zauber hielt ihn fest, machte ihn vÃ¶llig hilflos. Er kannte den Zauberâ¦ er hatte ihn an Monstern verwendet. Es war ein komplexes StÃ¼ck Magie, das des Blutes eines Geliebten bedurfte, um ihn zu befreien. Ein Liebeszauber, der so stark war, dass nur die Seelenfreundin des Opfers ihn brechen konnte.

An den seelenlosen Vampiren hatte es immer funktioniert, denn man musste eine Seele haben, um eine Seelenfreundin zu rufen. Er hatte den Zauber mehr als nur einmal verwendet, um die Welt von seinen dÃ¤monischen, mordenden Geschwistern zu befreien, die nur ihren Blutdurst kannten.

Kane lachte boshaft Ã¼ber die unvergessliche Erinnerung, zu wissen, dass er dem Schicksal ausgeliefert warâ¦ denn er hatte keine Seelenfreundin. Zumindest hatte er ein solches Wunder nie getroffen. Und wenn er eine hatte, dann war es unwahrscheinlich, dass sie einfach zufÃ¤llig Ã¼ber sein Grab stolperte, und dabei noch blutete. Malachi war am Boden zerstÃ¶rt gewesenâ¦ er hatte seine Frau so sehr geliebt, dass er wollte, dass Kane die Tiefe einer solchen Liebe kennenlernte, und sich danach sehnte.

Und wie er sich danach gesehnt hatte. Oft hatte er TrÃ¤nen vergossen, jeden Gott, der ihm zuhÃ¶ren wollte, angefleht, seine Seelenfreundin zu ihm zu bringen, damit er seine Freiheit wiedererlangen konnte. Wenn er wirklich die Frau seines Freundes ermordet hÃ¤tte, dann wÃ¤re es eine gerechte Strafe gewesen. Aber er hatte sich einer solchen Tat nicht schuldig gemacht.

Eines Nachts, lange nachdem er jede Hoffnung aufgegeben hatteâ¦ hatte er es gehÃ¶rt. Das eindeutige GerÃ¤usch von Malachis BrÃ¼llen unterbrach seinen wahnsinnigen inneren Monolog, begleitet von einem weiteren tierischen Wutgeschrei. Dann, zu seinem Schrecken, hatte er die Stimme eines kleinen MÃ¤dchens direkt Ã¼ber ihm gehÃ¶rt, die schrie, dass sie ihren Welpen nicht verletzen sollten.

Der Laut ihrer leisen, Ã¤ngstlichen Stimme hatte etwas in ihm berÃ¼hrt, sodass er sich danach sehnte, frei zu sein, damit er das MÃ¤dchen vor dem Monster der Nacht beschÃ¼tzen konnte.

'Malachi wird deinen Welpen nicht verletzen, Kleinesâ, hatte Kane in Gedanken geflÃ¼stert.

Und es war wahr. Malachi wÃ¼rde niemanden verletzen, auÃer wenn man ihm auf irgendeine Art ein schweres Leid antatâ¦ besonders nicht ein Kind. Mit dem Wissen, dass sein Freund irgendwo Ã¼ber ihm gewesen war, hatte Kane einen Funken Leben in sich zurÃ¼ckkehren gefÃ¼hlt. Er war wÃ¼tend geworden, als das MÃ¤dchen noch einmal geschrien hatte und er gehÃ¶rt hatte, wie etwas schwer am Boden gelandet war. Blutâ¦ er hatte frisch vergossenes Blut gerochen, das durch die weiche Erde auf ihn zu gesickert war.

Es war das SchÃ¶nste gewesen, was ihm je zugestoÃen war. Der Geruch war in seine Gedanken eingedrungen und hatte ihn beinahe noch mehr um den Verstand gebracht, da er gewusst hatte, dass er nicht danach greifen konnte. Er war so schwach gewesen dadurch, dass er so viel Zeit ohne auch nur einmal zu trinken verbracht hatteâ¦ verdurstend doch ohne je zu sterben. In jenem Moment hatte er gefÃ¼hlt, wie einer seiner Finger zuckte.

Kane hatte sich darauf konzentriert und alles, was noch von seinem Verstand Ã¼brig war, darauf gerichtet, sich zu bewegen. Er hatte gefÃ¼hlt, wie die Tage vergingen, urteilend nach der WÃ¤rme, die er vom Boden Ã¼ber ihm gefÃ¼hlt hatte. Der Geruch des Blutes hatte ihn inzwischen umgeben und hatte ihn vorwÃ¤rts getrieben. SchlieÃlich hatte er es geschafft, langsam seine Arme zu bewegen und mit dem langwierigen Prozess, sich selbst aus seinem eigenen Grab auszugraben, begonnen.

Weitere Tage waren vergangen, und als seine Hand endlich zur OberflÃ¤che durchgestoÃen war, hatte er buchstÃ¤blich FreudentrÃ¤nen vergossen. Nachdem er sich aus dem Dreck gezogen hatte, hatte Kane seine Augen geÃ¶ffnet und nach oben gestarrt, lachend wie ein Wahnsinniger, als er den schwarzen Himmel und die Sterne Ã¼ber sich erblickte. Als er wieder zurÃ¼ck zum Boden gesehen hatte, hatte er ein StÃ¼ck Stoff gesehen, auf dem kleine Bluttropfen eingetrocknet waren. Er hatte es hoch zu seiner Nase gehoben und genÃ¼sslich den Geruch des Blutes eingeatmet, das ihn befreit hatte.

Das ErinnerungsstÃ¼ck an seine Retterin fest mit den Fingern umklammert, hatte er den Rest seines KÃ¶rpers aus dem Boden gewuchtet. Malachi und der Formwandler, der der wahre MÃ¶rder der Frau des Jaguars war, hatten tot wenige Meter von seinem Grab entfernt gelegen.

Als er an ihnen vorbei in den Wald hinein geschaut hatte, hatte er gewusst, dass das MÃ¤dchen lÃ¤ngst weg war, aber Kane war Ã¼berzeugt davon gewesen, dass das Kind seine Seelenfreundin war. Wer sonst hÃ¤tte den Fluch brechen kÃ¶nnen, den Malachi ihm auferlegt hatte?

Zu schwach um sich auf die Suche nach dem MÃ¤dchen zu machen, war Kane hinÃ¼ber zu Malachi gekrabbelt und hatte scheinbar die Wange des Mannes sanft gestreichelt. Als er sein Gesicht zu ihm herum gedreht hatte, hatte Kane vor Verwirrung zischend ausgeatmet. Malachi hatte seinen Blutstein-Ohrring getragen. Seinen Ohrring!

In einem Augenblick der Rage und mit einer Bewegung, die zu schnell war, um sie zu erkennen, war Kane aufgestanden, den Ohrring fest in der Hand. WÃ¤hrend er hinÃ¼ber geblickt hatte zu Nathaniel, dem Mann, der ihm seinen Mord in die Schuhe geschoben hatte, hatte Kane die Dunkelheit wie einen Mantel um sich gesammelt und war in der SchwÃ¤rze der Nacht verschwunden.

Kane atmete aus und sah zu, wie der Rauch durch die Luft schwebte, sich vor ihm aufspulte, ehe er vom leichten Wind verweht wurde. Er hatte die letzten zehn Jahre damit verbracht, von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent zu reisen und alles in Erfahrung zu bringen, was er in den dreiÃig Jahren seiner Gefangenschaft verpasst hatte.

Langsam hatte er seine Kraft wieder aufbauen kÃ¶nnen, angefangen mit einem kleinen Yorkshire Terrier-Welpen, den er in jenem Wald zusammengekauert in einem hohlen Baumstumpf gefunden hatte. Es war jemandes Haustier gewesen, und er hatte sich dafÃ¼r geschÃ¤mt, eine solche Sache zu machen, aber die Notwendigkeit, sich zu ernÃ¤hren, war zu dem Zeitpunkt stÃ¤rker gewesen als die Reue.

Erst nachdem er getrunken hatte, war ihm klar geworden, dass der Hund dem Kind gehÃ¶rte, das ihn befreit hatte. Nachdem er noch immer einen kleinen Lebensfunken in dem kleinen FellknÃ¤uel gefÃ¼hlt hatte, hatte er das DÃ¼mmste getan. Indem er sich selbst in sein Handgelenk biss, fÃ¶rderte er ein paar Bluttropfen zu Tage und lieÃ sie auf dessen rosa Zunge fallen, dann legte er den Welpen auf den Boden und fragte sich, was zum Teufel er eigentlich machte. Es konnte nie funktionierenâ¦ oder?

Sie hatte ihn zweimal gerettet, und wusste es nicht einmal. Die Erinnerung an ihre verÃ¤ngstigte Stimme konnte ihn aus dem tiefsten Schlaf reiÃen. Er wÃ¼nschte sich, dass er sie gesehen hÃ¤tteâ¦ Nur ein einziges Bild, das zu der Stimme gehÃ¶rte, die ihn verfolgte.

Er griff in seine Hosentasche und zog das kleine Halsband heraus, starrte auf die knochenfÃ¶rmige Marke, die daran hing. Er wusste den Namen der Familie, aber die Adresse darauf stimmte nicht mehrâ¦ schon seit Jahren. Als er endlich gelernt hatte, Computer zu verwenden, hatte er sie gesucht, aber die Eltern des MÃ¤dchens waren tot und das Haus war verkauft worden. Die Tochter, von der er sicher war, dass sie diejenige war, die ihn befreit hatte, war spurlos verschwunden.

Kane warf seine Zigarette neben seinen linken FuÃ und trat sie aus. Nachdem er nach Los Angeles zurÃ¼ckgekehrt war, war er sofort zu dem Club gegangen, den Malachi einst besessen und wo er gelebt hatte, nur um herauszufinden, dass er verkauft worden war, und seine Kinder umgezogen waren. Das neue Lokal war frÃ¼her nur eine verlassene Lagerhalle gewesen, aber die Jaguare hatten sie kÃ¼rzlich renoviert und in einen modernen Nachtclub umgebaut. Malachis Kinder leiteten den Betrieb jetzt.

Er schÃ¼ttelte den Kopf und fragte sich, wie Malachi sich selbst dazu bringen hatte kÃ¶nnen, noch einmal zu heiraten, denn er wusste, wie sehr Malachi seine erste Frau geliebt hatte. Sie war seine Seelenfreundin gewesen und obwohl Formwandler fÃ¼r ihre sexuellen GelÃ¼ste bekannt waren, war es beinahe unmÃ¶glich, dass sie eine andere lieben konnten, nachdem sie einmal ihre Seelenfreundin gefunden hatten.

Als Kane es nachgeforscht hatte, hatte er gesehen, dass Malachis neue Frau ihm vier Kinder geboren hatte, und dann bei der Geburt ihres jÃ¼ngsten Sohns, Nick, gestorben war.

Malachi war in der Nacht gestorben, als er von unter der Erde sein BrÃ¼llen gehÃ¶rt hatte, aber Kane fÃ¼hlte immer noch RachegelÃ¼ste, die an ihm nagten. Fast alle Vampire werden aus der Dunkelheit geboren, und vielleicht hatte Syn falsch gelegen, als er dachte, dass er so anders war als seine bÃ¶sen Geschwister. Vielleicht war durch dreiÃig Jahre lang den Verstand verlieren so viel Schaden angerichtet worden, dass er nun auch keine Ausnahme mehr war. Sein Geist war noch immer an dem dunklen Ort, wo Malachi ihn hingebracht hatte.

Was Kane betraf, waren es die Jaguare gewesen, die zuerst mit dem BlutvergieÃen begonnen hatten. Jetzt war er zurÃ¼ck, um ihnen den Gefallen zurÃ¼ckzuzahlenâ¦ der gesamten, verdammten Rasse der Formwandler, und beginnen wollte er mit Malachis Kindern. Oh, aber damit wÃ¼rde er nicht enden. Danach wÃ¼rden die Kinder von dem Formwandler kommen, der ihn falsch beschuldigt hatteâ¦ Nathaniel Wilder.

AnhÃ¤nger hinter sich zu versammeln, die ihm Blut lieferten, war nicht schwer gewesen. Kane war noch immer Ã¼berrascht Ã¼ber die ganze Untergrund-Gothic-Szene in der Innenstadt. Viele von ihnen trÃ¤umten nur davon, zu sein, was er warâ¦ ein echter Vampir anstelle eines Gothic MÃ¶chtegern.

Alles, was er tun hatte mÃ¼ssen, war, einen zu verwandeln und seinen seelenlosen Untertanen dann sich selbst zu Ã¼berlassen. Er hatte sich fÃ¼r den GefÃ¤hrlichsten der Gruppe entschiedenâ¦ denjenigen, der seine Seele scheinbar schon an die Dunkelheit verloren hatte. Raven, ein Gauner, der als Mensch schon fast psychopathisch gewesen warâ¦ ein AusgestoÃener der Gothic-Szene, der schon nach Blut lechzte, lange bevor er es wirklich brauchte.

Raven war die einzige Person, der Kane je von den Formwandlern, die ihm in den RÃ¼cken gefallen waren, ihm die Schuld fÃ¼r etwas in die Schuhe geschoben hatten, was er nicht getan hatte, und ihn dann lebendig begraben hatten, erzÃ¤hlt hatte. Er wusste nicht, wieso er es Raven erzÃ¤hlt hatteâ¦ aus Langeweile vielleicht.

Kane hatte den Gauner auf die Stadt losgelassen. Raven war schon, bevor er als Kind der Nacht wiedergeboren worden war, wÃ¼tend gewesen und nun hatte Kane ihm ein Ventil fÃ¼r diese Wut gegeben. Raven hatte es sich selbst zur Aufgabe gemacht, in Kanes Namen Rache zu Ã¼ben und der seelenlose Vampir nutzte seine neuen FÃ¤higkeiten in vollem AusmaÃ.

Er hatte sich nicht damit bemÃ¼ht, Raven davon abzubringen, denn es passte perfekt zu seinen PlÃ¤nen, wie er den Rest der Malachi-Familie stÃ¼rzen wollte. Wieso sollte er die Formwandler vor Raven schÃ¼tzen? Den einzigen Hinweis, dem er ihm hilfreich angeboten hatte, war, dass er keine Menschen tÃ¶ten musste, um sich zu ernÃ¤hren, dass er Ã¼berhaupt keinen Schaden anzurichten brauchte, wenn er es nicht wollte. Es war nicht seine Schuld, dass Raven sich entschieden hatte, trotzdem zu morden.

Das erste Mal, wo Raven einen Mord begangen hatte, war das einzige Mal gewesen, dass Kane eingeschritten war, um den Jungen abzufangen, ehe er den Toten mit den deutlichen Vampir-Spuren im Blickfeld von Menschen liegen lassen konnte. Seine Art geheim zu halten, war fÃ¼r ihn ein Teil seines Selbsterhaltungsinstinkts und er hatte vergessen, dieses Geheimnis mit Raven zu teilen. Kane hatte ihm gezeigt, wie man durch die Wunden, die die FangzÃ¤hne hinterlieÃen, schneiden konnte, um es mehr wie einen einfachen, sadistischen Mord aussehen zu lassen.

Raven hatte angefangen, seine Opfer in der NÃ¤he des Moon Dance zu hinterlassen, wo die Polizei sie finden sollte. Das war die perfekte Vorbereitung. Die meisten Vampire waren von sich aus bÃ¶se, also hatte Kane den GroÃteil seines untoten Lebens innerhalb der Reichweite von MÃ¶rdern zugebracht. Diesem Jungen zuzusehen, wie er tÃ¶tete, erschien ihm nur normal.

WÃ¤re Syn wach gewesen, um die Mordserie mitzuerleben, dann hÃ¤tte er die Welt von dem Unheil erlÃ¶st, indem er Raven getÃ¶tet oder in ein Grab gefesselt hÃ¤tte. Jetzt, wo Kane eine solche Bestrafung erlebt hatte, wÃ¼rde er eher den schnellen Tod wÃ¤hlen.

Bevor er verbannt worden war, war er mit einem anderen Vampir befreundet gewesenâ¦ Michael. Sie waren lÃ¤nger zusammen gewesen, als sie sich Ã¼berhaupt erinnern konnten, oder wollten. Sie beide hatten Blutsteine erhalten, da sie ihre Seelen behalten hattenâ¦ sie und Michaels Bruder Damon.

Michael war ein guter Mannâ¦ immer noch auf der Seite der Engel, wie sie meinten, obwohl er GerÃ¼chte davon gehÃ¶rt hatte, dass Damon eine dunkle Seite entwickelt hatte, und sie an seinem Bruder auslebte. Vielleicht wÃ¼rde er nachher noch bei Damon vorbeischauen und ihm Manieren beibringen, wenn er hier fertig war. Kane wunderte sich Ã¼ber die plÃ¶tzliche RivalitÃ¤t zwischen den BrÃ¼dern, denn Michael hatte seinen Bruder geliebtâ¦ aber die Dinge hatten es in sich, dass sie sich laufend verÃ¤nderten.

Kane wollte nicht, dass Michael von dem BÃ¶sen erfuhr, das das Grab in ihm zurÃ¼ckgelassen hatte. Er hatte in den letzten beiden Wochen einige Zeit damit verbracht, Michael aus der Ferne zu beobachten. Er wusste, dass Michael und der Ã¤lteste Sohn des Jaguars, Warren, nun Freunde warenâ¦ ebenso wie er und Malachi es einst gewesen waren.

Formwandler waren VerrÃ¤ter und Michael musste das erst selbst herausfinden. Indem er die Formwandler aus dem Weg rÃ¤umte, wÃ¼rde er Michael einen letzten Gefallen tunâ¦ um der alten Zeiten Willen.

Kane hob seine Hand und berÃ¼hrte den Ohrring, der den Blutstein enthielt, wissend, dass er ihn immer davon abgehalten hatte, Menschen zu tÃ¶ten. Wenn seine Seele wirklich bÃ¶se wÃ¤re, dann wÃ¼rde die Magie des Blutsteins bei ihm nicht funktionieren. Er hatte sich oft gefragt, wie Malachi diese einfache Tatsache Ã¼bersehen hatte kÃ¶nnenâ¦ der Beweis fÃ¼r seine Unschuld hatte direkt vor ihm gelegen.

Egalâ¦ Er hatte dreiÃig Jahre in seinem GefÃ¤ngnis verbracht, als Strafe fÃ¼r eine Tat, die er nicht begangen hatte. âDie Vergeltung wird die HÃ¶lle werden, Freunde.â

*****

âTelefonverkÃ¤ufer?â, fragte Chad, wÃ¤hrend er versuchte, sein Grinsen zu verbergen, als seine kleine Schwester den TelefonhÃ¶rer so schwungvoll auflegte, dass der Apparat von der Wand fiel. Er landete mit einem Krachen am Boden.

Envy trat nach dem Telefon und stellte sich vor, dass es der Kopf ihres Freundes war, bevor sie sich an ihren Bruder wandte. âSeid ihr alle solche Mistkerle, oder sind es nur die, mit denen ich ausgehe?â

Chad hob seine HÃ¤nde als wolle er sich ergeben. âMeiner Meinung nach sind Frauen ebenso schlimm. Aber jetzt beruhig dich und erzÃ¤hl deinem groÃen Bruder, was geschehen ist.â

Envy lehnte ihre Stirn an die kÃ¼hle Wand. Sie weigerte sich, auch nur eine TrÃ¤ne so weit hochsteigen zu lassen, dass sie ihrem Auge entkam. Sie liebte Trevor nicht genug, um um ihn zu weinen, und sie hatte es nun endgÃ¼ltig satt, dass alle Jungs auf die eine oder andere Art unzufriedenstellend waren. âJason hat gerade angerufen und will mit mir ausgehen. Er dachte, dass ich wieder Single bin, nachdem er Trevor in einem neuen Tanzclub gesehen hat. Er hat mit einem anderen MÃ¤dchen rumgemacht, sie auf der TanzflÃ¤che schon quasi vernascht.â

Chad schÃ¼ttelte seinen Kopf. Er wÃ¼rde kein Mitleid fÃ¼r Trevor haben, wenn seine Schwester ihn noch einmal in die Finger bekommen sollte. âAlso wie wÃ¤r's, wenn wir heute Nacht ausgehen?â Er hob eine Augenbraue, wollte das um nichts in der Welt verpassen.

Envy lÃ¤chelte, ihr gefiel die Idee. âGib mir zehn Minuten, um mich fertig zu machen.â

Chad nickte, setzte sich auf die Armlehne des Sofas und nahm die Fernbedienung um die Nachrichten anzusehen, aber er hÃ¶rte sowieso nicht zu. Er hatte ohnehin nicht gewollt, dass sie mit Trevor ausging. Er wusste, dass der Junge sich benahm wie ein weit gereister, reicher Vorzugs-Student, nur um alle von seinem wahren Ich abzulenken, aber das bedeutete nicht, dass es ihm gefiel, dass er Envy bezÃ¼glich seiner wahren IdentitÃ¤t belog. Wollte Trevor mit ihr schlafen, dann musste sie zumindest die Wahrheit darÃ¼ber wissen, mit wem sie da im Bett war.

Eine Beziehung mit einer LÃ¼ge zu beginnen, war nicht der beste Start. Wenn man lÃ¼gen wÃ¼rde, sollte man sich erst gar nicht darauf einlassen. Er hatte Trevor das letzte Mal, wo er ihn am Polizeirevier gesehen hatte, zur Rede gestellt, und dem verdeckten Ermittler gesagt, dass er Envy entweder die Wahrheit darÃ¼ber, was er machte, erzÃ¤hlen musste, oder sich von ihr fernhalten. Es war nicht seine Schuld, dass Trevor auf niemanden hÃ¶rte, auÃer auf sich selbst.

Es Ã¤rgerte ihn, zu denken, dass Trevor Envy vielleicht benutzen kÃ¶nnte, wÃ¤hrend er in der Club-Szene verdeckte Ermittlungen anstellte. Nachdem sie als Barkeeperin fÃ¼r viele Clubs arbeitete, bekam Trevor die MÃ¶glichkeit, in die GebÃ¤ude zu kommen, bevor die Lokale Ã¶ffneten, oder zu bleiben nachdem sie schlossen. Dort zu sein, wenn keine GÃ¤ste da waren, ermÃ¶glichte es Trevor viel besser herumzuschnÃ¼ffeln und Envy hatte keinen blassen Schimmer.

Chad weigerte sich, verdeckt zu arbeiten, auch wenn das Spezialeinheiten-Team schon seit einer ganzen Weile versuchte, ihn dazu zu verleiten. Bisher war er aber noch nicht weiter gegangen, als dass er ihr Lieblings-Mann war, wenn sie jemanden rufen mussten, um TÃ¼ren einzutreten und Leute festzunehmen. Und das war fÃ¼r ihn prima. Er wollte viel lieber den Hintern eines Schurken versohlen, als sich herumzuschleichen, durch Papier zu wÃ¼hlen und zu quatschen und zu versuchen, bei jemandem Dreck am Stecken zu finden.

Nun, ihr Freund Jason, andererseits, wÃ¤re viel besser fÃ¼r eine Beziehung mit Envy geeignet. Sie war mit Jason zur Schule gegangen, aber genau dort lag das Problem. Jason war wÃ¤hrend der letzten Schuljahre immer in sie verliebt gewesen und hatte so viel Zeit bei ihnen zu Hause verbracht, dass Envy ihn wie einen Bruder ansahâ¦ nicht wie einen Mann.

Jason wurde direkt nach der Schule ein Ranger im Angeles National Forest und arbeitete seither dort. Envy verbrachte immer noch gerne Zeit mit Jason. Dadurch sah sie auch ihre beste Freundin Tabatha Ã¶fter, nachdem Tabatha auch in Jasons Abteilung als Park-Rangerin arbeitete.

Chad stand vom Sofa auf und wartete vor Envys SchlafzimmertÃ¼r. Sie wohnten seit vier Jahren zusammen, seit ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren, und sie kamen ausgezeichnet miteinander aus. Er war ein Polizist und sie stand bei mehreren Nachtclubs in der Stadt auf der Abrufliste als Barfrau.

Der einzige Grund, weshalb er ihr nie sagte, dass sie sich doch einen ârichtigenâ Job besorgen sollte, war, dass sie in den meisten NÃ¤chten mehr Geld verdiente als er. Das machte die Sache nur noch besser, denn wenn die Miete fÃ¤llig wurde, bezahlte sie meistens Envy, wÃ¤hrend er alles Andere bezahlte.

âWelcher Club?â, fragte er durch die TÃ¼r.

âDer Neue, er heiÃt Moon Dance.â Envy zog einen Teil ihres langen, knallroten Haars hoch in einen Pferdeschwanz und lieÃ den Rest in einer langen MÃ¤hne Ã¼ber ihren RÃ¼cken hÃ¤ngen. âIch kann mich auch gleich als Barfrau bewerben, wenn wir schon da sind.â

Chad runzelte die Stirn. âDas ist der drauÃen am Stadtrand, nicht?â Er ging zurÃ¼ck zu seinem Zimmer, ohne auf ihre Antwort zu warten. In letzter Zeit war die Gegend dort, an jenem Stadtrand ein wenig gefÃ¤hrlich geworden. Das Verschwinden mehrerer Leute zeigte die Gefahr am deutlichsten, aber zudem waren auch einige Leichen in der direkten Nachbarschaft des Clubs gefunden worden.

Bisher gab es nichts, womit sie eine klare Verbindung mit dem Moon Dance herstellen konnten, auÃer dass alle Opfer den Club besucht hatten. Es war vor allem das Zeitfenster, das Chad und viele andere Leute verdÃ¤chtig fanden. Es hatte sich die Frage gestellt, ob ein SerienmÃ¶rder sich in dem Lokal herumtrieb. Mehrere der letzten Opfer waren zuletzt in dem Club gesehen worden. Als Polizist konnte er die Wahrscheinlichkeit nicht Ã¼bersehen, dass es da einen Zusammenhang gab.

Nachdem seine Waffe und seine Polizeimarke schon im Auto waren, nahm Chad die kleine Elektroschockpistole und schob sie hinten in seinen Hosenbund. Bei all den bÃ¶sen Dingen, die dort vor sich gingen, wollte er einfach, dass Envy sie hatte, fÃ¼r den Fall, dass etwas passierte, wÃ¤hrend sie im Club waren.

Als er aus seinem Zimmer kam, sah er den Gang hinunter und hielt mitten im Schritt inne, als er seine Schwester erblickte. Ein schwarzer Lederrock, der zwei Handbreit Ã¼ber dem Knie endete, bedeckte ihre Oberschenkel begleitet von einem bauchfreien schwarzen SchnÃ¼r-Oberteil. Leder-Flecken waren nur dort, wo es zÃ¤hlteâ¦ genug um ihre BrÃ¼ste zu verstecken und ihren flachen Bauch und Nabel zu betonen.

Sie trug dazu ein Paar schwarze Lederstiefel, die bis Ã¼ber ihre Knie reichten, mit kleinen Kettchen um die KnÃ¶chel. Eine Halskette, die ihre Mutter ihr vor Jahren gegeben hatte, an der ein schÃ¶ner Amethyst-Quarz baumelte, zierte ihr DekolletÃ©. Der GroÃteil ihres roten Haares war in einen hohen Pferdeschwanz zusammengebunden, und der Rest fiel ihr Ã¼ber eine Schulter.

Ihr Make-Up war geschmackvoll mit ein wenig schwarzem Eyeliner und Lidschatten und einem dunklen Lippenstift. Sie sah aus wie eine Domina.

âWow, du dÃ¼rstest nach Blut, nicht wahr?â Chad hob eine Augenbraue und lieÃ seinen Blick noch einmal von Kopf bis FuÃ Ã¼ber sie gleiten. Er wollte schon fast das Ausgehen absagen und sie zur Sicherheit zurÃ¼ck in ihr Zimmer schicken.

âNun, ich habe mich entschieden.â Envy hob eine elegante Augenbraue. âNachdem ich mit Trevor fertig bin, werde ich mich amÃ¼sieren! Von heute an, weigere ich mich, mich auf einen Typen zu beschrÃ¤nken. Ich will nicht einen Freundâ¦ ich will VIELE! So macht es nichts aus, wenn einer von ihnen sich wie ein Arschloch benimmt, denn ich werde andere haben, die ihn liebend gerne verprÃ¼geln werden.â

âJa, ich erinnere mich noch daran, wie toll das in der Schule funktionierte.â Chad schÃ¼ttelte den Kopf, wissend, dass seine Schwester viel unschuldiger war, als sie vorgab zu sein. âNehmen wir mein Auto, falls die Zentrale anruft.â

âNur wenn ich mit den Blaulichtern spielen darfâ, grinste Envy, wissend, dass er sie lassen wÃ¼rde.

Chad seufzte und ging hinaus zum Auto. âDu bist schlimmer als ein Kind in einem Spielzeugladen, das alle Kuscheltiere, die GerÃ¤usche machen, drÃ¼cken will und jeden in den Wahnsinn treibt.â

âWas?â, lachte sie. âIch mag die Blaulichter. Die Leute machen Platz, wenn ich sie anschalte.â

âWie damals, als du es getan hast, weil der Kaffee alle war?â, fragte er. âDu weiÃt schon, dass das eine Verschwendung von Steuergeldern ist, nicht wahr?â

âWenn du nicht still bist, werde ich fahren. Dann wirst du dich um die roten Lichter und die Sirene kÃ¼mmern mÃ¼ssenâ, warnte sie mit einem scherzhaften Zwinkern.

Chad schwieg sofort, denn das letzte Mal, als das passiert war, war sie zu spÃ¤t zur Arbeit gekommen und er war zu krank gewesen, um zu fahren, also hatte er im Beifahrersitz fest geschlafen. Der Chef zog ihn noch immer damit auf.

*****

Envy drehte die Blaulichter einen HÃ¤userblock von dem Nachtclub entfernt ab und sah hoch in die Lichter, die Ã¼ber den wolkenbehangenen Himmel tanzten. Sie beobachtete wie das zweistÃ¶ckige GebÃ¤ude in Sicht kam.

Sie hatte in letzter Zeit so viel gearbeitet, dass sie noch gar nicht dazu gekommen war, den Moon Dance anzusehen, aber einige ihrer Kunden hatten davon geschwÃ¤rmt. Von auÃen sah er nicht so besonders aus. Er schien wie eine Backstein-Lagerhalle mit sehr wenigen Fenstern und einem groÃen, violetten, Neon-beleuchteten Schriftzug hoch oben an der Vorderseite.

Eine Menschenschlange zog sich Ã¼ber die HÃ¤lfte des riesigen Parkplatzes, alle waren herausgeputzt und unterhielten sich angeregt. Die Tatsache, dass es nach zehn Uhr abends noch eine Schlange gab, sagte ihr, dass hier zu arbeiten wohl sehr lukrativ sein wÃ¼rde.

âJa, ich werde mich definitiv bewerben.â Sie lÃ¤chelte voll Vorfreude.

âWenigstens ist die Schlange schon beinahe wegâ, sagte Chad sarkastisch, er hatte keine Lust zu warten bevor er zusah, wie Trevor eine gute Dosis seiner Schwester auf Adrenalin abbekam.

Er parkte ganz hinten im dunkelsten Teil des Parkplatzes gleich neben Trevors Auto. Ehe Envy die BeifahrertÃ¼r Ã¶ffnen konnte, ergriff Chad mit seiner Hand ihren Arm. âHier.â Er legte die kleine Elektroschockpistole in ihre Hand, dann, ohne ein einziges Wort darÃ¼ber zu verlieren, Ã¶ffnete er die FahrertÃ¼r und stieg aus.

Envy schloss mit einem dÃ¼nnen LÃ¤cheln ihre Finger um das GerÃ¤t. Ihr Bruder hatte sie Selbstverteidigung gelehrt, soweit, dass sie wahrscheinlich die meisten der Polizisten, mit denen er arbeitete, zu Boden ringen konnte, ohne dabei in SchweiÃ auszubrechen. Aber Chad hatte immer gesagt: 'Wieso kÃ¤mpfen, wenn du doch auch einfach nur einen Knopf drÃ¼cken kannst?'

Sie schob den Elektroschocker gemeinsam mit ihrem Ausweis in die kleine Tasche in ihrem Lederrock. Sie wÃ¼rde es Trevor schon zeigen. Sie wÃ¼rde mit dem grÃ¶Ãten VergnÃ¼gen den Knopf im Lift drÃ¼cken, um ihn in die HÃ¶lle zu schicken, nur um ihn da nun zu sehen. Niemand betrog unbestraft Envy Sexton.

Sie gingen Seite an Seite auf die Schlange zu und Envy freute sich besonders, als die Schlange begann, schnell kÃ¼rzer zu werden, und es nur ein paar Minuten dauerte, bevor sie drinnen waren.

Der TÃ¼rsteher trug eine Hose von Armani und eine dazu passende Anzugjacke. Das Hemd darunter war eng geschnitten und betonte seine trainierte Brust. Sein braunes Haar fiel in Wellen an beiden Seiten seines Gesichts hinunter. Ein paar Bartstoppeln befanden sich auf seinen Wangen und er hatte stechende, dunkle Augen, die in dem Neonlicht beinahe leuchteten.

Chad bezahlte und sie zeigten ihre Ausweise, ehe der Mann ihre HÃ¤nde stempelte und das rote Samtseil aushÃ¤ngte, um sie durchzulassen. Sie traten durch den Haupteingang und durch die kurze Eingangshalle zu einer SchiebetÃ¼r, die sich Ã¶ffnete als sie sich nÃ¤herten. Beide hielten sie inne, als sie den groÃen Raum betraten und mit groÃen Augen hinstarrten. Es war, als hÃ¤tten sie eine andere Dimension betreten.

So voll wie der Parkplatz gewesen war, sollte man meinen, dass drinnen ein GedrÃ¤nge von einer Wand zur anderen herrschte, aber das war nicht der Fall. Envys Lippen Ã¶ffneten sich leicht, als sie hinÃ¼ber ging zu dem riesigen Loch, das in der Mitte des Raums in den Boden geschnitten war.

Sie nÃ¤herte sich dem GelÃ¤nder und sah hinab auf die TanzflÃ¤che unter ihr. Zu beiden Seiten war ein Gang, der sich Ã¼ber das gesamte Parterre erstreckte, mit einer langen Bar, die von einem Ende zum anderen reichte. Die Bar sah aus wie Glas, das mit Sandstrahlen bearbeitet wurde, mit Neonlichtern, die in Wellen darÃ¼ber glitten.

Zwei Treppen fÃ¼hrten rechts und links von ihr hinunter und trafen sich in der Mitte, ehe sie die TanzflÃ¤che unter ihr erreichten. Die TanzflÃ¤che strahlte mit einem weichen Licht, gerade genug um die FÃ¼Ãe der Tanzenden in eine Art schwarzes Licht zu tauchen. Das alles trug noch mehr zu dem Lichtspiel bei, das durch die Diskokugeln Ã¼ber ihnen und die bunten Scheinwerfer, die Ã¼berallhin leuchteten, nur nicht direkt auf die Tanzenden, entstand.

So wie es eingerichtet war, konnte man von den TÃ¤nzern nur die FÃ¼Ãe und Unterschenkel sehen, und der Rest ihrer KÃ¶rper lag im Schatten.

Envy lehnte sich Ã¼ber das GelÃ¤nder, um zu sehen, ob es unten noch eine weitere Bar gab, aber da war nichts auÃer der TanzflÃ¤che. Sie erinnerte sie irgendwie an eine Grube. Wenn man einmal die Treppen hinuntergelaufen war, war man der Dunkelheit ausgeliefert, die den Tanzenden ihre PrivatsphÃ¤re bot.

âSind es drei Stockwerke?â, fragte sie, wÃ¤hrend sie zu der massiven Decke Ã¼ber ihnen hochstarrte. Wenn man das Untergeschoss mitzÃ¤hlte, wÃ¤re das der dritte Stock und sie fragte sich, ob er ein Teil des Clubs war, oder ob das Betreten verboten war.

Rufe und Pfiffe erregten ihre Aufmerksamkeit und sie wandte ihren Blick wieder hinunter zur TanzflÃ¤che. UnglÃ¤ubig starrte sie hin als ein eisblauer Scheinwerfer sich auf einen KÃ¤fig in der Mitte der Grube richtete. Sie wurde sofort von dem Mann hinter den Gittern in seinen Bann gezogen.

Chads Blick blieb auch an dem KÃ¤fig hÃ¤ngen. Er sah aus wie eine kleine GefÃ¤ngniszelle. Drinnen waren ein Mann und eine Frau, und sie umkreisten einander. Selbst aus dieser Entfernung konnte er die Hitze ihrer Bewegungen fÃ¼hlen. Seine FingerknÃ¶chel verfÃ¤rbten sich weiÃ, als er das GelÃ¤nder fester umklammerte, als der Mann im KÃ¤fig seine Tanzpartnerin gegen die GitterstÃ¤be drÃ¼ckte, und sie sich gleich unter seinen Arm hindurch duckte, als er versuchte, sie mit seinem KÃ¶rper festzunageln.

Der Mann wirbelte herum und ergriff ihr Handgelenk und zog sie zurÃ¼ck, sodass ihr KÃ¶rper fest an den seinen gedrÃ¼ckt wurde, dann begleitete er ihre HÃ¤nde zu den GitterstÃ¤ben vor ihr. Er lieÃ sie sich an den StÃ¤ben festhalten und rieb sich dann selbst an ihrem fast nackten KÃ¶rper, bis sie ihren Kopf rÃ¼ckwÃ¤rts in seine Brust warf, als wÃ¼rde sie es genieÃen.

Es war irgendwie animalisch, fast wie eine Art primitiver Paarungstanz. Chad und Envy wurden von der VorfÃ¼hrung gefesselt, wobei beide unterschiedlich getroffen wurden.

Chad sah noch ein paar Minuten schweigend zu, als sich die beiden Partner in der Mitte mit einem Sprung voneinander entfernten, nur damit der Mann sie in einer anderen Position festhalten konnte. Durch die Hitze ihrer Bewegungen wurden seine Jeans plÃ¶tzlich eng, als die HÃ¼ften des Mannes nach oben gegen den Hintern der Frau stieÃen. Frustriert wandte Chad seinen Blick ab und zwang sich dazu, die Dekoration an den oberen WÃ¤nden zu betrachten, die er aus seinem Blickwinkel sehen konnte.

Es waren vor allem blinkende Lichter mit schwarzen Dauerlichtern neben riesigen Malereien von schlanken KÃ¶rpern von Jaguaren, einige die kÃ¤mpften und einige Einzeltiere auf der Jagd. Die tÃ¶dlichen Tiere schienen beinahe lebendig. Die regungslosen Malereien schienen sich durch die Lichter zu bewegen, sodass der Eindruck entstand, dass die Tiere lebten und zusahen.

Er musste zugeben, dass die Ausstattung einmalig war, und sie funktionierte. Sein Blick folgte der Bewegung der Lichter Ã¼ber die WÃ¤nde und er bemerkte, dass Ketten zwischen den Bildern hingen, einige mit HalsbÃ¤ndern mit Stacheln und schwarzen Lederpeitschen.

Er schielte wieder zurÃ¼ck in die Richtung des KÃ¤figs, und wollte sich gerade auf die Suche nach Jason machen, als er Trevor auf der TanzflÃ¤che in der NÃ¤he eines der Scheinwerfer erkannte. Der Idiot war zwischen zwei MÃ¤dchen eingezwÃ¤ngt und sah aus, als vergnÃ¼gte er sich kÃ¶stlich. Nach einem kurzen Seitenblick auf Envy wusste Chad, dass er kein Wort zu sagen brauchte, als er bemerkte, dass sie geradewegs auf das Trio starrte.

Envy legte ihren Kopf schrÃ¤g und versuchte, Trevor zu betrachten, als wÃ¼rde sie ihn nicht kennen. Und dann fragte sie sich, wieso sie Ã¼berhaupt je mit ihm ausgegangen war.

Sie musste zugeben, dass er fÃ¼r die Augen schon etwas hergab. Verdammt gutaussehend wÃ¤re die beste Bezeichnung. Er sah aus wie eine Art Kalifornischer Surfer mit seinem wehenden, blonden Haar, goldenem Teint und grau-blauen Augen. Er war zum AnbeiÃen und sie hatte viel SpaÃ mit ihm gehabt.

Aber wenn man sein gutes Aussehen wegnahm, dann gab es nicht wirklich viel, das ein MÃ¤dchen anziehen kÃ¶nnte. Alles, was Ã¼brig blieb, war ein verzogener Angeber-Student mit einem silbernen LÃ¶ffel im Mund. Wenn er dagewesen war, war er sehr aufmerksam gewesen, aber er war auch einfach so verschwunden, manchmal tagelang.

Das Einzige, was sie sonst noch positiv Ã¼ber ihn sagen konnte, war, dass er ziemlich heiÃ in seiner Unterhose war, und er ihr einige der besten Momente ihres Lebens geschenkt hatte.

Und sie hatte ernsthaft gedacht, dass er sie wirklich mochteâ¦ mehr als nur mochte. Das zeigte, wie viel, zum Teufel, sie Ã¼ber MÃ¤nner wusste. Um die Wahrheit zu sagen, hatte sie es einfach satt gehabt, alleine zu seinâ¦ aber das war doch noch lange kein Grund, um mit einem Mann auszugehen.

Sie seufzte sehnsÃ¼chtig, als sie zusah, wie er den Po des MÃ¤dchens, das sich an ihn drÃ¼ckte, umklammerte und erkannte, dass sie keinerlei Eifersucht fÃ¼hlte. Wenn sie wirklich in ihn verliebt gewesen wÃ¤re, wÃ¼rde sie dann jetzt nicht richtig wÃ¼tend sein, statt nur leicht verletzt? Was sie am meisten stÃ¶rte, war, dass er gelogen hatte, als er gesagt hatte, dass er nur sie wollte.

Jason hatte von seinem Barhocker nahe der TÃ¼r Ausschau nach Envy gehalten. Er hatte gewusst, dass sie kommen wÃ¼rde, und war nicht Ã¼berrascht, Chad bei ihr zu sehen. Nachdem er ihnen ein paar Minuten gegeben hatte, um sich umzusehen, grinste er zufrieden, als er sah, wie sich Envys Schultern anspannten, und er wusste, dass sie ihren Freund mit einer anderen auf der TanzflÃ¤che gesehen hatte.

Er hatte in den letzten Monaten versucht, seine Eifersucht zu verbergen, und er wollte sie nicht verletzen, aber wenn es das war, was es brauchte, um sie von Trevor loszureiÃen, dann war es nur zu ihrem Besten.

Jason lÃ¤chelte, als er sich wieder an Kat, die hÃ¼bsche Barfrau wandte, mit der er gequatscht hatte: âIch habe dir gesagt, dass sie kommen werden.â Er nickte in die Richtung von Envy und Chad.

Er war schon seit Ã¼ber einer Stunde hier, aber nachdem er gesehen hatte, wie Trevor Envy betrog, war er nicht in der Stimmung gewesen, um sich in Gesellschaft zu begeben. Er hatte sich gelangweilt und mit Kat zu plaudern begonnen, um sich die Zeit zu vertreiben. Er hatte ihr sogar von Envys Freund, der sie betrog, erzÃ¤hlt.

âAlso das sind dein bester Freund und seine Schwester?â Kat betrachtete die beiden, aber ihr Interesse galt dem Polizisten. Wenn Jason ihr nicht erzÃ¤hlt hÃ¤tte, dass Chad ein Bulle war, hÃ¤tte sie es nie erraten. Er war heiÃ wie die HÃ¶lle.

Er war etwa 1,85 groÃ mit leicht gebrÃ¤unter Haut und braunem Haar mit goldenen StrÃ¤hnen. Es war ein wenig lÃ¤nger als der Ã¼bliche Polizisten-Haarschnitt und sah aus, als hÃ¤tte der Wind den GroÃteil auf eine Seite geblasen, was ihm ein etwas wildes Auftreten verlieh. Sie bemerkte, dass sie ihn mit Quinn verglich, und blinzelte, als sie sich dabei ertappte, dass sie es schon wieder tat. Sie schielte wieder zurÃ¼ck auf Jason, wusste, dass sie beide Ã¼ber ihre alten Flammen hinwegkommen mussten, sonst wÃ¼rden sie sich stÃ¤ndig verbrennen.

âEr sieht nicht wie ein Bulle ausâ, sagte Kat wÃ¤hrend sie Chad betrachtete und sich fragte, ob er eine Freundin hatte. Jason hatte darÃ¼ber nichts erwÃ¤hnt.

âNun ja.â Jason schmollte beinahe, als er bemerkte, wie sie Chad anstarrte. Er schÃ¼ttelte den Kopf. âIch bin gleich zurÃ¼ck.â

Er trank seine Limonade aus und rutschte von seinem Barhocker um zu seinen Freunden hinÃ¼berzugehen. Nachdem er sich weit genug genÃ¤hert hatte, legte er seine Hand auf Envys Schulter. Er senkte seine Lippen auf die HÃ¶he ihres Ohrs und flÃ¼sterte: âWillst du tanzen?â

Envy lÃ¤chelte ohne sich umzudrehen. âOh ja, und wie!â, rief sie und lief dann Ã¼ber die nÃ¤chste Treppe hinunter, lieÃ Jason einfach neben Chad stehen, seine Hand noch immer auf einer eingebildeten Schulter liegend. Er blinzelte, als er Chad lachen hÃ¶rte.

âVerdammtâ, seufzte Jason und sah ihr nach.

Chad klopfte Jason mitleidig auf die Schulter wÃ¤hrend er ihn zurÃ¼ck zur Bar begleitete und sich gegen die Theke lehnte. âLass dich davon nicht aus der Ruhe bringen. Ich glaube, Envy hat im Moment nur eines im Kopf, und das beinhaltet Rache.â

Er schielte hinÃ¼ber zu dem MÃ¤dchen hinter der Bar und einen Moment lang vergaÃ er, dass Jason Ã¼berhaupt da war. Sie war Ã¼berwÃ¤ltigend mit ihrem bronzenen Teint und ihrem sehr langen, dunklen Haar, das sich Ã¼ber ihre Schulter hinab bis zu ihren HÃ¼ften schlÃ¤ngelte. Ihre Augen waren genau das Gegenteil: hellblau mit einem sehr groÃen schwarzen Ring um die hellere Farbe.

Es waren ihre vollen Lippen, die seinen Blick auf sich zogen als er sagte: âNur ein Soda bitte.â

âTrinkst du heute nichts?â, fragte Jason und versuchte, seinen Freund nicht bÃ¶se anzustarren, als Chads Augen immer noch an Kat hÃ¤ngenblieben, als er antwortete. Wieso mussten alle MÃ¤dchen auf Polizisten stehen?

âNein, ich habe das GefÃ¼hl, dass ich besser nÃ¼chtern bleiben sollte. Ich mag Trevor nicht so gerne, also habe ich Envy meinen Elektroschocker gegeben, um damit zu spielen.â Chad riss seinen Blick lang genug von der Frau los, um Jason ein kurzes Grinsen zuzuwerfen. âUnd ich bin mit dem Dienstwagen gefahren.â Er wusste, dass Jason zwischen den Zeilen lesen wÃ¼rde.

Jason drÃ¼ckte sich von der Theke ab, verzieh seinem Freund plÃ¶tzlich, dass er so magnetisch auf Frauen wirkte. âZum Teufel, dann will ich nichts verpassen!â Er ging zurÃ¼ck zum GelÃ¤nder, Chads Lachen folgte ihm.

âNun, damit habe ich heute Nacht schon zwei Leute glÃ¼cklich gemacht.â Chad zwinkerte Kat zu, wissend, dass sie zugehÃ¶rt hatte, und bezahlte dann sein GetrÃ¤nk. Er sollte besser gehen und Envy im Auge behalten, um zu sehen, was sie vorhatte.

Kat nickte, als Chad ihr eine Zwanzig-Dollar-Note zusteckte und ihr sagte, dass sie den Rest behalten sollte, ehe er ging, um sich neben Jason zu stellen. Diese beiden MÃ¤nner konnten fÃ¼r die Hormone einer Frau eine Gefahr darstellen. Jason hatte langes, sandbraunes Haar und das Gesicht und den KÃ¶rper eines Rettungsschwimmer-Models.

Sie hatte bemerkt, wie die meisten Frauen, die an ihm vorbeigingen, versuchten, seine Aufmerksamkeit zu erregen. Jason schien keine von ihnen zu bemerken, schien vÃ¶llig in seinen eigenen Gedanken verloren zu seinâ¦ bis er begonnen hatte, ihr von seinen besten Freunden zu erzÃ¤hlen, von Chad und dem MÃ¤dchen, von denen beide so Ã¼berfÃ¼rsorglich sprachen.

Sie vermisste das, dass jemand anders als ihre BrÃ¼der sich um sie sorgten. Sie blinzelte langsam und verdrÃ¤ngte das Bild von Quinn aus ihrem Kopf, konzentrierte sich lieber auf das Problem vor ihren Augen.

Es war die Bemerkung Ã¼ber die Elektroschockpistole, die ihr geholfen hatte, die Gedanken an Quinn beiseite zu schieben. Kat beschloss, ihre BrÃ¼der vor dem Unterhaltungsprogramm zu warnen, das bald beginnen wÃ¼rde. Sie hatten in letzter Zeit schon genug Probleme gehabt, als sie versuchen mussten, mit der Mordserie, die den Club umgab, fertig zu werden. Das Allerletzte, was sie brauchen konnten, war noch mehr negative Aufmerksamkeit.

Chad beugte sich ein wenig Ã¼ber das GelÃ¤nder und hielt Ausschau nach Envy. Zum GlÃ¼ck waren die TÃ¤nzer im KÃ¤fig noch da, und die zugehÃ¶rigen Scheinwerfer, sodass es einfacher war, sie zu finden. Als er ein leises StÃ¶hnen von Jason hÃ¶rte, folgte er Jasons Blick bis er sie sah, wie sie zwischen mehreren MÃ¤nnern tanzte, nahe dem Schein des Lichts am KÃ¤fig. Er runzelte die Stirn und fragte sich, was sie vorhatte.

âWenigstens schaut sie in Richtung Trevor. Danke Ã¼brigens, fÃ¼r den Anrufâ, sagte er mit ernster Stimme. âIch habe darauf gewartet, dass etwas Derartiges geschieht.â

Jason zuckte die Schultern. âIch habe es nicht fÃ¼r mich getan, sondern fÃ¼r sie. Sie verdient etwas Besseres als ihn.â Er versuchte zu lÃ¤cheln wÃ¤hrend er sie beobachtete, wissend, dass sie nun single sein wÃ¼rde. Aber der Anblick von all den anderen MÃ¤nnern, die ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollten, fÃ¼hrte dazu, dass sein LÃ¤cheln ein wenig traurig aussah.




Kapitel 2


Envy fÃ¼hlte, wie Hitze sie wie eine zweite Haut umgab, als sie die Treppen hinunterging. Sie versuchte, ihre angespannten Muskeln zu entspannen und betrat die TanzflÃ¤che. Sie machte mehrere Schritte in Trevors Richtung und fÃ¼hlte sich schnell wie in einer SchlammflÃ¤che aus Sex, als Fingerspitzen ihre nackte Haut berÃ¼hrten, und unbekannte KÃ¶rper sich an ihrem rieben.

Die TanzflÃ¤che war dunkler als in anderen Clubs, die sie besucht hatte, oder wo sie gearbeitet hatte, und sie musste zugeben, dass die PrivatsphÃ¤re, die dadurch entstand, angenehm war. Es waren nicht wirklich einzelne Paare, die tanzten, sondern mehr eine durchmischte Gruppe warmer KÃ¶rper. Als sie sich langsam der Stimmung des Clubs hingeben konnte, hob sie ihre HÃ¤nde und lieÃ in der Dunkelheit ihre eigenen Fingerspitzen Ã¼ber andere Fremde streichen. Der Adrenalinschub, der dadurch entstand, pochte im Rhythmus der anregenden Musik durch sie.

Nachdem sie sich nicht gerade auf ihre Auseinandersetzung mit Trevor freute, nahm sie sich einen Augenblick um ihre Augen zu schlieÃen und sich einfach mit der Musik zu bewegen, die nur als der Gesang der Leidenschaft beschrieben werden konnte.

Als sie fÃ¼hlte, wie die flÃ¼chtigen Bewegungen dreister wurden, Ã¶ffnete Envy ihre Augen und sah direkt auf mehrere mÃ¤nnliche BrustkÃ¶rbe, einige davon zeigten durch ihre aufgeknÃ¶pften Hemden viel Haut, andere waren in so eng anliegenden Stoff gehÃ¼llt, dass sie mindestens ebenso verfÃ¼hrerisch wirkten. Sie wagte es nicht, in deren Gesichter zu sehen, weil sie Angst hatte, ihre Blicke zu treffen.

Ein wenig aufgedreht begann sie, sich rÃ¼ckwÃ¤rts von den MÃ¤nnern zu entfernen und es stÃ¶rte sie nicht, als diese ihr in einem verfÃ¼hrerischen Tanz folgten. Als sie das kalte Metall des TanzkÃ¤figs in ihrem RÃ¼cken fÃ¼hlte, hob sie langsam ihren Blick zu der kleinen Plattform. Sie traf den Blick des Mannes in dem KÃ¤fig, wÃ¤hrend dieser das MÃ¤dchen, das bei ihm war, in eine unterwÃ¼rfige Position auf die Knie zwang.

Der ganze Raum schien zu verblassen, als er ihren Blick festhielt. So wie er sie ansah, hatte Envy das GefÃ¼hl, dass sie diejenige war, die sich ihm unterwarf. Er hatte eisblaue Augen mit einem sehr breiten, schwarzen Ring um seine Iris. Sie konnte sich nicht erinnern, je derart auffÃ¤llige und durchdringende Augen gesehen zu haben. Sie hÃ¤tte stundenlang in sie starren kÃ¶nnen, und wÃ¼rde immer noch mehr wollen, und das machte ihr Angst.

Seine Augen erzeugten in ihr den Eindruck, dass er wusste, wie sie nackt aussah. So wie sein Blick Ã¼ber ihren KÃ¶rper wanderte und an bestimmten Stellen anhieltâ¦ meinte sie fast, dass seine HÃ¤nde sie an diesen Stellen berÃ¼hrten. Der Drang, sich selbst gegen die EisenstÃ¤be zu werfen und ihn anzuflehen, ihre Hand zu nehmen, war fast zu stark um zu widerstehen.

Indem sie ihren Blick von dem Anblick, der sie besessen machte, losriss, versuchte Envy sich daran zu erinnern, dass sie die TanzflÃ¤che jederzeit verlassen konnte, wenn sie wollte.

Trevor hatte keinen SpaÃ, obwohl er versuchte, sich von der Musik und dem Tanz treiben zu lassen und so gut er konnte normal zu agieren. Aber heiÃe MÃ¤dchen und Tanzen waren nicht die wahren GrÃ¼nde, weshalb er hier war. Sein Blick klebte fest an dem Mann im KÃ¤fig, denn dieser war sein eigentliches Ziel.

Der Name des Mannes war Devon Santos und er war der Letzte, der mit Kelly Foster, dem 20-jÃ¤hrigen MÃ¤dchen, das letzte Woche in einer nahe gelegenen Seitengasse gefunden wurde, gesehen worden war. Sie war mit Devon in demselben KÃ¤fig gewesen, in der letzten Nacht ihres Lebens.

Bis jetzt hatte er herausgefunden, dass das Mordopfer gerade bei einem Club in der Gegend, der Night Light hieÃ, gekÃ¼ndigt hatte. Sie hatte nur fÃ¼r eine Nacht im Moon Dance gearbeitetâ¦ die Nacht, in der sie starb. Ihr Tod war nicht der einzige Mordfall, in dem er ermittelte, aber durch sie hatte sich eine Spur ergeben. Wer auch immer sich ihrer Leiche entledigt hatte, hatte das mit Bedacht in der NÃ¤he der Pumas und der Jaguare getan, als wÃ¤re sie ein Geschenk.

Devon war Teilinhaber des Clubs, gemeinsam mit seinen beiden BrÃ¼dern, Nick und Warren, und ihrer einzigen Schwester, Kat. Es gab GerÃ¼chte, denen zufolge die beiden Clubs in einen kalten Krieg verwickelt waren, und dass die beiden Familien, seit beide VÃ¤ter vor zehn Jahren verschwunden waren, eigentlich Rivalen waren.

Trevors Augen wurden schmal, denn er kannte den wahren Grund, weshalb es den Zwist zwischen den beiden Clubs gab. Dieses waren keine normalen Clubs; ihre EigentÃ¼mer und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer waren Formwandler. Der Club, in dem Kelly gearbeitet hatte, wurde von Werpumas geleitet. Sie hatte dort gekÃ¼ndigt, und war am nÃ¤chsten Tag hierhergekommen um fÃ¼r die Werjaguare zu arbeiten, nur um am nÃ¤chsten Tag als Leiche aufzutauchen. Das waren zu viele ZufÃ¤lle um sie zu ignorieren.

Wenn die Menschen wÃ¼ssten, dass Formwandler unter ihnen lebten, dann wÃ¼rde Panik ausbrechenâ¦ aber sie waren schon lange Zeit ein Teil der Gesellschaft, ohne dass das Geheimnis bekannt geworden war. Solange sie sich an die Gesetze der Menschen hielten, gab es keinen Grund, eine Massenpanik zu riskieren, indem man sie bekannt machte. Die menschliche MentalitÃ¤t wÃ¼rde wieder ins Mittelalter zurÃ¼ckkehren, wenn das je geschehen sollte.

Die Taktik, die man fÃ¼r die Schwarzen Operationen in der Abteilung fÃ¼r Paranormales des CIA anwendete, war dieselbe, mit der man auch mit UFOs und Sichtungen von AuÃerirdischen umging: lÃ¼gen, verstecken und vertuschen. Es gab dort drauÃen noch viel schlimmere Dinge als Formwandler, die sich ausgezeichnet in die menschliche Gesellschaft einfÃ¼gtenâ¦ andere, gefÃ¤hrlichere Kreaturen, aus denen Menschen nur schlechte Horrorfilme machten, und einige, von denen die Menschen noch Ã¼berhaupt keinen blassen Schimmer hatten.

Aber wenn Menschen verschwanden oder starben, schwÃ¤rmte sein Team aus, um herauszufinden, was vor sich ging.

Als er sah, dass Devon die Frau im KÃ¤fig verlieÃ, um sich den GitterstÃ¤ben zu nÃ¤hern und auf jemanden hinunter zu starren, wandte Trevor seinen Blick dorthin. Er fÃ¼hlte, wie sein Blutdruck sofort um ein paar Grad zunahm, als er Envy sah, wie sie sich mit dem RÃ¼cken gegen den KÃ¤fig lehnte, wÃ¤hrend sie umgeben wurde von einer schrumpfenden Masse MÃ¤nner.

Was, zum Teufel, machte sie hier? Ohne zu zÃ¶gern lieÃ er seine Tanzpartnerinnen stehen und drÃ¤ngte sich durch die Menge zu ihr.

Devon knurrte tief in seiner Kehle, als das MÃ¤dchen, das seine Aufmerksamkeit erregt hatte, ihre HÃ¤nde hob und sich an die GitterstÃ¤be hinter sich klammerte. Er konnte riechen, dass sie lÃ¤ufig war, sie roch stÃ¤rker als alle anderen im ganzen Club und der Geruch zog ihn an. Er legte seine HÃ¤nde auf ihre und lieÃ zwischen den Eisenstangen seine Finger verfÃ¼hrerisch Ã¼ber ihre Arme gleiten.

Gerade als Envy zu dem erotischen TÃ¤nzer hochsehen wollte, ergriff jemand einen ihrer Arme und riss ihn vom KÃ¤fig los. Ihr Mund Ã¶ffnete sich leicht, als sie sah, wer es war. Sie hatte Trevor vÃ¶llig vergessen! Die verfÃ¼hrerische Stimmung verflog sofort und sie wurde wieder wÃ¼tend, als sie sich daran erinnerte, wieso sie Ã¼berhaupt erst zum Moon Dance gekommen warâ¦ Rache.

âWas, zum Teufel, machst du hier?â, fragte Trevor ein wenig zu barsch, wÃ¤hrend er versuchte, sie vom KÃ¤fig und Devons gefÃ¤hrlichen Armen wegzuziehen. Wenn der Jaguar der MÃ¶rder war, dann bedeutete die Art, wie er Envy betrachtete, dass sie sein nÃ¤chstes Ziel war.

Envy hielt sich mit ihrer anderen Hand am KÃ¤fig fest, einfach weil ihr die Art, wie Trevor mit ihr umging, nicht gefiel. Er benahm sich, als hÃ¤tte sie etwas Verbotenes getan, und nicht er. Mit ihrem sÃ¼Ãesten LÃ¤cheln erklÃ¤rte sie ihm: âIch bin gekommen um zu tanzenâ¦ ebenso wie du.â

Trevors Lippen wurden dÃ¼nn, er wusste, dass sie gesehen hatte, wie er mit den anderen Frauen getanzt hatte, aber was sie nicht verstand war, dass er diese nur als Tarnung verwendete. Sie bedeuteten ihm nicht einmal genug, um sie nach ihren Namen zu fragen. Er und Envy starrten mehrere HerzschlÃ¤ge lang bÃ¶se in die Augen des jeweils anderen, bevor er seufzte.

Er beugte sich nahe zu ihrem Ohr hinunter und flÃ¼sterte: âIch kann es erklÃ¤ren.â Er hatte ihr nicht erzÃ¤hlen wollen, wer er wirklich war, weil er Angst hatte, dass sie, ebenso wie der Volltrottel, ihr Bruder Chad, denken wÃ¼rde, dass er sie nur verwendete, um Zugang zu den Lokalen zu erhalten, wo sie arbeitete.

âKomm schon.â Er versuchte sie noch einmal von Devons hitzigem Blick wegzuziehen. Er schielte noch einmal zu Devon hoch und wenn Blicke tÃ¶ten kÃ¶nnten, dann wÃ¤re er nun ein Blutfleck am Boden. Er erwiderte den Blick, dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf seine Freundin.

Envy schÃ¼ttelte ihren Kopf. Sie konnte sich vorstellen, dass er eine ErklÃ¤rung parat hatte. âIch bin hergekommen um zu tanzen. Ich kann mit diesen netten Jungs tanzen, oder du kannst deinen Arsch hochkriegen und mit uns tanzen.â Sie hob eine elegante Augenbraue, als wollte sie sagen, dass es ihr egal war, wie er sich entschied.

Trevor drehte langsam seinen Kopf und starrte Ã¼ber die Schulter wÃ¼tend auf die geilen MÃ¤nner, die sich immer noch in der NÃ¤he aufhielten um zu sehen, ob sie eine Chance haben wÃ¼rden. âZieht Leine!â, sagte er ihnen mit tÃ¶dlicher Stimme und kam dann nÃ¤her zu Envy. Wenn sie tanzen wollte, dann wÃ¼rde sie mit ihm tanzen, verdammt.

Envy zeigte ihm einen Schmollmund aber insgeheim fragte sie sich, wieso er sich so eifersÃ¼chtig benahm, wenn er doch gerade noch so erotisch mit zwei anderen Frauen getanzt hatte. âDas macht keinen SpaÃ mit dir.â Endlich lieÃ sie das Gitter los und strich mit ihren HÃ¤nden Ã¼ber ihren KÃ¶rper, wobei sie kaltblÃ¼tig den Elektroschocker aus ihrer Tasche zog, dann streichelte sie mit ihren HÃ¤nden Ã¼ber seine Rippen.

Devon richtete sich hoch auf und starrte hinunter auf die kleine Rothaarige, die mehr als nur seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Ihm gefiel der Geruch des Typen nicht, der sie sich unter den Nagel reiÃen wollte. Er roch nach altem Schwarzpulver und das bedeutete, dass er irgendwo an sich eine Waffe versteckt hatte. Er hob seine Hand und Ã¶ffnete die KÃ¤figtÃ¼r wÃ¤hrend er seiner Tanzpartnerin sagte, dass sie eine Pause machen sollte.

Devon hob einen Finger zu seinem Ohr und hÃ¶rte zu, wie sein Bruder ihn durch das fast unsichtbare FunkgerÃ¤t informierte, dass das MÃ¤dchen bei seinem KÃ¤fig eine Elektroschockpistole hatte, und sie an einem Mann verwenden wollte. Er sah Ã¼ber die TanzflÃ¤che hinÃ¼ber zu dem schwarzen Licht, das die Stufen beleuchtete und erblickte Nick, der dort stand, bereit einzuschreiten, wenn es notwendig wurde.

Im Funk hatte er Warrens Stimme gehÃ¶rt, also nahm Devon an, dass sein Ã¤ltester Bruder durch eine der Infrarotkameras, die unter dem GelÃ¤nder Ã¼ber ihm hingen, zusah.

Als er seinen Blick wieder nach unten richtete und die kleinen HÃ¤nde sah, die nun Ã¼ber den KÃ¶rper des Typen glitten, fÃ¼hlte Devon einen plÃ¶tzlichen Drang, dem anderen den Kopf abzureiÃen. Zumindest bis er etwas silbern aufblitzen sah, als ihre Hand nach unten in Richtung seiner HÃ¼fte glitt. Seine Lippen lieÃen einen leichten Anflug eines LÃ¤chelns vermuten und er entschied, noch nicht einzugreifen.

âLass mich das regelnâ, flÃ¼sterte Devon in sein FunkgerÃ¤t.

Chad und Jason grinsten einander an, wissend, dass das Schauspiel gleich beginnen wÃ¼rde, und liefen dann zu den Treppen, die auf die TanzflÃ¤che hinunter fÃ¼hrten.

Trevor wurde plÃ¶tzlich klar, dass Envy ihm auch nicht gesagt hatte, dass sie herkommen wÃ¼rde, also wieso fÃ¼hlte er sich so schuldig? âIch habe gefragt, was du hier machstâ, wiederholte er und dieses Mal war seine Stimme ruhig wÃ¤hrend er seinen KÃ¶rper an dem ihren rieb. Das war ein Fehler, er konnte beinahe nicht mehr denken, als der GroÃteil seines Blutes in seine Hosen schoss und er zum ersten Mal, seit er den Club betreten hatte, eine Erektion bekam.

Envy drÃ¼ckte ihren KÃ¶rper verfÃ¼hrerisch an den seinen, sodass sie sich dann schnell von ihm abstoÃen konnte. âIch bin gekommen, um dir etwas zu gebenâ, antwortete sie und brachte all die hitzige Lust der TanzflÃ¤che um sie in ihre Augen, um ihn abzulenken.

âIch hoffe es passt zu dem, was ich fÃ¼r dich habeâ, stÃ¶hnte Trevor, als er ihre Hand zwischen seinen Beinen fÃ¼hlte.

âLass es uns herausfindenâ, zischte Envy als sie den Elektroschocker gegen seine pulsierende Erektion drÃ¼ckte und drÃ¼ckte sich dann schnell von ihm weg, gerade als er zuckte und lautlos auf seine Knie sank. âUps!â Envy grinste und schob die Elektroschockpistole schnell zurÃ¼ck in ihre Tasche bevor sie sich umdrehte, um in die andere Richtung zu flÃ¼chten. Das Allerletzte, was sie wollte, war noch immer dort zu warten, wenn Trevor wieder genug Kraft hatte, um aufzustehen.

Als Envy sich ihren Weg Ã¼ber die dunkle TanzflÃ¤che bahnte, ergriff sie jemand fest am Arm. Nachdem sie dachte, dass es ihr Bruder war, sah sie nicht einmal hoch sondern folgte dem Mann vertrauensvoll. In dem Moment, als sie endlich doch kurz hochblickte, wurde eine kleine TÃ¼r geÃ¶ffnet und sie wurde durchgeschoben.

Envy hatte kaum die Zeit sich umzudrehen, bevor die TÃ¼r hinter ihr geschlossen wurde, und ein SchlÃ¼ssel sich im Schloss drehte. Ein schwaches Licht wurde angeschaltet und sie erkannte Fernsehbildschirme und den Mann, der im KÃ¤fig gewesen war. Sie Ã¶ffnete ihren Mund um etwas zu sagen, aber er lieÃ sie gar nicht zu Wort kommen.

âIch dachte, es ist besser, wenn du dein Kunstwerk in Sicherheit hier im BÃ¼ro betrachtestâ, grinste Devon und zeigte auf einen der Bildschirme.

Envy schielte hinÃ¼ber zu dem Bildschirm und erwartete, dass der Anblick von Trevor, der seine HÃ¤nde zwischen seine Beine hielt, sie zum Lachen bringen wÃ¼rdeâ¦ aber stattdessen hatte sie Mitleid mit ihm. Sie hatte das GefÃ¼hl, dass ihr Herz ein paar Zentimeter tiefer gesackt war. Als sie ihn mit so schmerzverzerrtem Gesicht sah, war sie plÃ¶tzlich froh, dass die Ãberwachungskamera keinen Ton hatte, denn sie wollte bestimmt nicht hÃ¶ren, was er sagte.

Sie beobachtete schweigend wie Chad und Jason aus der Menge auftauchten und ihm halfen aufzustehen. Sie konnte nicht erkennen, was gesagt wurde, aber als Trevor Chad mit mehr Kraft von sich weg drÃ¼ckte, als er so kurz nach einem Elektroschock haben sollte, richtete ihr Blick sich sofort auf die TÃ¼r, bereit hinaus zu rennen, bevor jemand verletzt wurde.

Als sie sah, wie der TÃ¤nzer warnend seinen Kopf schÃ¼ttelte, wÃ¤hrend er dort zwischen ihr und der TÃ¼r stand, schaute Envy wieder zurÃ¼ck auf den Bildschirm und war verwundert als sie sah, dass es Jason war, der Trevor festhielt, wÃ¤hrend Chad ihm Handschellen anlegte.

Mittlerweile mehr als nur verÃ¤rgert Ã¼ber sich selbst dafÃ¼r, dass sie sich so kindisch benommen hatte, machte sie sich auf den Weg zur TÃ¼r um Chad zu sagen, dass er Trevor gehen lassen sollte. Wieder ergriff die Hand ihren Arm. Sie starrte bÃ¶se auf seine Finger hinunter, weigerte sich, ihm in die Augen zu sehen, wo es doch offensichtlich ihre Schuld gewesen war, dass sie das angefangen hatte. Die SchuldgefÃ¼hle erhÃ¶hten ihren Zorn nur noch und so fand sie neuen Mut.

âNachdem du mich gesehen hast, wie ich den Typen geschockt habe, meinst du, das ist eine gute Idee?â Sie riss endlich ihren Blick hoch, sah in seine Augen und versuchte, durch die Wirkung davon nicht zu vergessen, zu atmen. Jetzt, wo sie einander so nahe waren, waren seine Augen sogar noch beeindruckender als vorhin hinter dem Gitter des KÃ¤figs.

âWer auch immer diese MÃ¤nner sind, du solltest sie ihn vielleicht aus dem Club schaffen lassen, bevor du zurÃ¼ckgehst, um zu tanzenâ, warnte Devon wieder und beobachtete die Flamme, die in ihre Augen schoss. Er konnte beinahe sehen, wie ihr Fell sich aufstellte durch den Drang, dem Mann zu Hilfe zu kommen, den sie gerade verletzt hatteâ¦ nicht dass er vorhatte, sie gehen zu lassen. âWie heiÃt du?â

âWieso?â Envy riss ihren Arm los. âDamit du den Besitzern sagen kannst, dass sie mir Hausverbot erteilen sollen?â

âUnwahrscheinlich.â Devon knurrte finster als er daran dachte. âAber vielleicht solltest du die Pistole die restliche Nacht in deiner Tasche behalten.â Er sah wie sie zurÃ¼ck zum Bildschirm schielte, um zu sehen, dass ihr Opfer weg war.

'Verdammt', seufzte Envy innerlich als sie sich mit dem RÃ¼cken an die TÃ¼r lehnte und das Vibrieren der Musik durch das Holz fÃ¼hlte. Sie biss sich auf die Unterlippe, wusste, dass sie zu weit gegangen war. Sie erinnerte sich an den anderen Grund, weshalb sie heute Nacht ins Moon Dance gekommen war und fragte sich, ob es ein guter Moment war, um einen Job zu fragen. Wieso sollte sie es nicht einfach versuchen? Sie zuckte gedanklich die Schultern. âWeiÃt du, ob sie hier offene Stellen haben?â

Devon konnte das langsame LÃ¤cheln, das sich Ã¼ber seine Lippen ausbreitete, nicht aufhalten. Was wÃ¼rde er darum geben, sie fÃ¼r kurze Zeit in diesen KÃ¤fig zu bekommen, sodass er versuchen konnte, das Feuer in ihr zu zÃ¤hmen. âTanzt du?â, fragte er hoffnungsvoll.

Envys Augen wurden groÃ als sie sich daran erinnerte, wie sie ihn in dem KÃ¤fig beobachtete hatte, und ihre Oberschenkel begannen zu brennenâ¦ aber leider auch ihre Wangen. âNeinâ, flÃ¼sterte sie ein wenig zu heiser. âNicht zum Tanzen. Ich arbeite als Barfrau in einigen der anderen Clubs in der Gegend und ich wollte mich bewerben, wenn ich schon hier bin.â

âSchadeâ, grinste Devon als er auf einen Schreibtisch zuging und eine Schublade Ã¶ffnete. Er zog einen Bewerbungsbogen heraus und gab ihn ihr. Sie hatte ihm immer noch nicht ihren Namen gesagt, aber wenn sie die Bewerbung ausfÃ¼llte, wÃ¼rde er alle Informationen haben, die er brauchte. AuÃerdem wollte er sichergehen, dass sie nicht im Night Light gearbeitet hatte.

Er hatte es satt, dass sie Leute herÃ¼ber schickten, um hier herumzuschnÃ¼ffeln. Quinn war derjenige gewesen, der die Freundschaft zwischen den Pumas und den Jaguaren beendet hatte, also sollten die Pumas sie, zum Teufel noch mal, auch in Ruhe lassen, wenn man ihn fragte.

Jemand von Night Light hatte die letzte Person, die sie angestellt hatten, hergeschickt und jetzt, wo sie ermordet worden war, suchten die Pumas Antworten im Moon Danceâ¦ ebenso wie die Polizei. So wie das Schicksal spielte, hatte sie in der einzigen Nacht, wo sie hier gearbeitet hatte, darum gebeten, mit ihm im KÃ¤fig tanzen zu dÃ¼rfen.

Devon zog den Stuhl von unter dem Tisch hervor, wusste, dass die beste MÃ¶glichkeit, sie dazu zu bringen, dass sie lÃ¤nger blieb, war, ihr zu geben, was sie wollte. âDu kannst es jetzt gleich ausfÃ¼llen. Vielleicht hast du am Ende der Nacht einen neuen Job.â

Envy setzte sich, aber runzelte dann die Stirn und sah wieder zu dem Bildschirm hoch. âMeinst du, der Besitzer hat gesehen, wie ich Trevor geschockt habe?â Sie biss sich auf ihre Unterlippe und stellte sich vor, wie es ausgesehen haben musste. âIch wÃ¼nschte wirklich, dass ich es nicht getan hÃ¤tte.â

Devon lehnte sich Ã¼ber dir RÃ¼ckenlehne ihres Stuhls als wÃ¼rde er mit ihr auf den Bildschirm sehen. Seine Lippen nahe an ihrer Ohrmuschel fragte er: âWenn der Besitzer es gesehen hÃ¤tte und dich darÃ¼ber befragen sollte, was wÃ¼rdest du ihm sagen?â Er atmete langsam ein als ihr Geruch ihn umgab und sein Blut sich erwÃ¤rmte.

Envy begann, ihren Kopf zu drehen, um zu ihm hochzusehen, aber hielt dann inne. Die GefÃ¼hle, die seine NÃ¤he bei ihr auslÃ¶sten, breiteten sich Ã¼ber ihre Schulter und die Seite ihres Halses aus. âIch war einfach nur gemeinâ, hauchte sie als sie fÃ¼hlte, wie Hitze sich in ihrer Mitte sammelte. Dieser Mann war eine Gefahr fÃ¼r ihre Sinne. Sie wusste nicht, ob sie sich umdrehen und ihn kÃ¼ssen, oder ob sie wegrennen sollte.

Devons Mundwinkel deuteten ein LÃ¤cheln an, aber er verlieÃ seine Position nicht. âAlso gehst du einfach rum und teilst ohne guten Grund Elektroschocks an MÃ¤nner aus?â Er konnte riechen, wie ihre Erregung stieg und das machte seine Hosen unbequem eng.

âNein.â Envy war froh Ã¼ber die Ablenkung, griff nach einer FÃ¼llfeder in dem kleinen Glas vor sich und begann, die Bewerbung auszufÃ¼llen. âNur an diejenigen, die es wirklich verdienenâ, antwortete sie, sie wollte nicht darÃ¼ber reden.

Devon richtete sich wieder auf und kÃ¤mpfte gegen den Drang an, sie aus ihrem Stuhl hochzureiÃen und sie ihm zugewandt auf den Tisch zu setzen. TatsÃ¤chlich rieb er schon ihr seidiges Haar zwischen seinen Fingern, wo es Ã¼ber die RÃ¼ckenlehne des Stuhls hing.

Er schwieg wÃ¤hrend sie ihre Bewerbung ausfÃ¼llte und las Ã¼ber ihre Schulter mit, merkte sich jedes Wort. Envy Sexton, und die Puma-und Vampir-Clubs fehlten zum GlÃ¼ck in der langen Liste von Clubs, wo sie arbeitete. Er wusste, dass er mit ein paar Anrufen den GroÃteil ihrer Zeit freimachen konnte, wenn er den anderen Clubs sagte, dass sie sie nicht zum Arbeiten einteilen sollten. Er wollte diese kleine Wildkatze nicht teilen.

Envy fÃ¼llte die letzten Zeilen aus und wollte wieder aufstehen, aber Devon legte seine Hand auf ihre Schulter, um sie aufzuhalten. Er nahm ihr den Zettel schnell weg und ging zur TÃ¼r.

âBleib hier. Ich komme gleich mit einer Antwort zurÃ¼ck.â Devon streckte seine Hand nach dem TÃ¼rgriff aus, aber hielt kurz inne, als sie sprach.

âWie heiÃt du?â, fragte Envy wÃ¤hrend sie Ã¼berlegte, ob es nicht klÃ¼ger wÃ¤re, dem Besitzer die Bewerbung selbst zu geben. Vielleicht konnte sie dann auch gleich das VorstellungsgesprÃ¤ch hinter sich bringen.

âDevon Santosâ, antwortete er und verschwand dann durch die TÃ¼r ehe sie ihn aufhalten konnte.

Er hatte gewusst, dass Nick direkt vor der TÃ¼r wartete, weil er ihn gerochen hatte. Devon gab Nick den Zettel und erklÃ¤rte: âWir haben eine neue Barkeeperin.â Er wartete wÃ¤hrend Nick die Bewerbung betrachtete, wissend, dass sein Bruder auf dieselben Dinge achtete, die er selbst schon sichergestellt hatte.

Nick hatte einige Vampir-Groupies und einen Vampir die doch hereingekommen waren, vertrieben und es hatte ihm fÃ¼r den ganzen Tag die Stimmung verdorben. Er hasste Vampire und jeden Menschen, der dumm genug war, um sich mit ihnen anzufreunden. Nachdem er kein Anzeichen dafÃ¼r sah, dass das MÃ¤dchen mit ihnen zu tun hatte, und nachdem er die Erregung seines Bruders, die die Frau ausgelÃ¶st hatte, roch, entschied Nick, dass er Devon die Sache selbst regeln lassen wollte.

Er gab ihm schlieÃlich den Bewegungsbogen zurÃ¼ck. âSag ihr, dass sie ihre Elektroschockpistole zu Hause lassen soll.â Nick beÃ¤ugte seinen Bruder einen Augenblick lang, ehe er hinzufÃ¼gte: âKat sagte, dass der Typ, den sie geschockt hat, ihr Freund war, und der Typ, der ihn mit Handschellen abgefÃ¼hrt hat, ihr Bruder.â

âDieser Freund von ihr hatte eine Pistole. Ich konnte sie riechen.â Devon zuckte die Schultern wÃ¤hrend seine Augen schmal wurden. âVielleicht war er nicht so ein toller Freund.â

âDu solltest vorsichtig sein mit der.â Nick schÃ¼ttelte den Kopf als nur noch mehr Interesse in den Augen seines Bruders leuchtete. âWenn du sie willst, dann bist du verantwortlich dafÃ¼r, sie im Auge zu behalten, wenn sie hier ist.â Nick knirschte mit den ZÃ¤hnen als er den Hauch eines Vampirs roch. Ohne ein weiteres Wort ging er die Treppen nach oben und lieÃ Devon stehen.

Envy schaute sich nervÃ¶s um und sah einen Lift, der ihr vorhin noch nicht aufgefallen war. Sie hob eine elegante Augenbraue, als sie sah, dass daneben ein Ziffernblock war, anstatt eines einfachen Knopfes. Sie klopfte mit der FÃ¼llfeder auf den Schreibtisch und fragte sich, wie lange sie warten sollte. Sie musste noch herausfinden, ob Chad Trevor wirklich festgenommen, oder ihn nur aus dem Club geworfen hatte.

Sie besah sich den Schreibtisch und versuchte, den Gedanken einen Moment lang zu verdrÃ¤ngen. Sie war eine geborene Ermittlerin, ebenso wie ihr Bruder, obwohl Chad versuchte, die Tatsache zu verbergen. Die Wahrheit war, dass Chad einen groÃartigen Detektiv abgeben wÃ¼rde. Er erzÃ¤hlte allen, dass er nur ein PrÃ¼gel-Polizist war, aber das war weit entfernt von der Wahrheit. Er war der Leiter des Spezialeinheitskommandos.

SchlieÃlich sah sie hinunter auf den Zettel, den sie gedankenverloren in die Hand genommen hatte. Es war eine Rechnung einer Lagerbestellung. Ihr Blick glitt Ã¼ber das Papier und hielt am Adressfeld an. Sie klatschte das Papier wieder auf den Tisch. Devon Santosâ¦ verflucht sei er. Er war einer der verdammten Besitzer und hatte sie denken lassen, dass er nur ein TÃ¤nzer war.

In diesem Moment Ã¶ffnete sich die BÃ¼rotÃ¼r und Devon kam wieder zurÃ¼ck. âWann willst du anfangen?â

*****

Nick eilte Ã¼ber die TanzflÃ¤che und die Treppe hinauf, die zum Eingang fÃ¼hrte. Er drÃ¼ckte die TÃ¼r mit mehr Schwung auf als nÃ¶tig und starrte bÃ¶se auf den Mann, der versuchte, am TÃ¼rsteher vorbeizukommen. Nachdem die meisten TÃ¼rsteher Formwandler waren, konnten sie Vampire riechen, auch wenn sie an ihrem ÃuÃeren nicht als solche zu erkennen waren.

Der Modegeschmack der normalen Vampire in der Stadt schien stark angelehnt an die Gothic-Szene. In den letzten Monaten hatten allerdings etwa zehn mit AnzÃ¼gen oder normalen Ausgeh-Klamotten versucht, in den Club zu kommen. Daher verlieÃen sie sich nun mehr auf den Geruch als auf das Aussehen. Regel Nummer eins: keine Vampire durften ohne die Erlaubnis eines der Besitzer hinein.

âWas wollen Sie hier?â, fragte Nick und versuchte professionell zu klingen, da sie menschliche ZuhÃ¶rer hatten. Der Mann legte seinen Kopf zur Seite und lieÃ ein bÃ¶ses LÃ¤cheln sehen, durch das sich Nicks Magen verkrampfte.

âIch mÃ¶chte hineinâ, sagte Raven wÃ¤hrend seine Pupillen grÃ¶Ãer wurden und er die Macht anwendete, mit der er jeden, der fÃ¼r die Gedankenkontrolle der Vampire zugÃ¤nglich war, unterwarf.

Nick beÃ¤ugte ihn von oben bis unten. Der Mann hatte schwarzes Haar mit neonpink gefÃ¤rbten Enden, die ihm tief ins Gesicht hingen. Er war jung, wohl noch keine fÃ¼nfundzwanzig mit sehr blasser Haut und starkem Eyeliner um seine Augen. Seine Lippen trugen schwarzen Lippenstift und sogar seine FingernÃ¤gel waren schwarz lackiert.

âEs tut mir leid, Herrâ¦â Nick blieb ruhig stehen und beobachtete jede Bewegung des Vampirs. Egal wie groÃ oder wie alt, Vampire waren gefÃ¤hrlich und sollten nicht unterschÃ¤tzt werden.

âRaven, nennen Sie mich Ravenâ, antwortete der Mann und fragte sich, wie weit man einen Jaguar in die Ecke drÃ¤ngen konnte.

âEs tut mir leid, Raven, wir sind vollâ, erklÃ¤rte Nick wÃ¤hrend er mit seinen Fingern die kleine Pistole umklammerte, die tief in der Tasche seiner Lederjacke steckte. Sie hatte hohle Silber-Kugeln, die mit heiligem Wasser gefÃ¼llt waren. Sein Mundwinkel hob sich leicht zu einem sadistischen LÃ¤cheln als er die Holzklinge des Knochenmessers, das er an seinem Unterarm befestigt trug, fÃ¼hlte.

âWieso stehen diese Leute hier dann noch alle Schlange?â, fragte Raven, wÃ¤hrend er beobachtete, wie ein goldener Ton begann, die Iris des Jaguars zu verfÃ¤rben.

Nick lÃ¤chelte, aber es schien mehr als wÃ¼rde er mit den ZÃ¤hnen knirschen. âSie haben reserviert.â

Ravens Augen leuchteten in dem schwachen Licht einen Augenblick lang, als wÃ¼rden sie durch ein inneres Feuer Unheil verkÃ¼ndend glÃ¼hen. Nick kam die drei Stufen vom Eingang hinunter und stellte sich zwischen Raven und die Menschenmenge, dann beugte er sich vor zu Ravens Ohr.

âHau jetzt ab, Vampirâ, flÃ¼sterte er mit kalter Ruhe wÃ¤hrend er die Spitze des Messers gegen Ravens Rippen drÃ¼ckte, wo niemand es sehen konnte. âDu kommst hier nicht rein.â

Nick richtete sich wieder auf und verschrÃ¤nkte seine Arme vor sich, sodass es nur eine kurze Bewegung brauchte, um ihn schnell mit dem Dolch zu erstechen. âEs tut mir leid, Herr Raven. Ich wÃ¼nsche Ihnen noch einen schÃ¶nen Abend.â

Raven lÃ¤chelte wieder, dieses Mal beinahe freundlich. âOh, den werde ich haben.â

Er drehte sich von der TÃ¼r weg und begann, die StraÃe entlang wegzugehen, seine HÃ¤nde vergraben in den Taschen seiner schwarzen Jeans wÃ¤hrend er eine Unheil verkÃ¼ndende Melodie pfiff. Als der Jaguar sich zu ihm gebeugt hatte, um in sein Ohr zu flÃ¼stern, hatte Raven gesehen, wie sein Meister an ihnen vorbei in den Club geschlichen war. Er hatte Kane schon eine Weile nicht mehr gesehen. TatsÃ¤chlich war dies das erste Mal seit mehreren Wochen, obwohl er den Blick seines Herrn oft auf sich gefÃ¼hlt hatte.

Was Raven Ã¼berraschte, war, dass Kane freiwillig in die HÃ¶hle seiner Feinde gehen wollte. Der Meister hatte ihm die Geschichte davon erzÃ¤hlt, wie er vom AnfÃ¼hrer des Jaguar-Klans lebendig begraben worden war. Hatte sein Herr seine eigenen PlÃ¤ne?

âSie haben Sie fÃ¼r etwas verurteilt, was Sie nicht gemacht haben, mein Meister, aber dieses Mal werde ich dafÃ¼r sorgen, dass das Blut an ihren HÃ¤nden klebtâ, flÃ¼sterte Raven zu sich selbst ehe er in den Schatten verschwand. Er wusste, er wÃ¼rde nicht lange warten mÃ¼ssen. Er konnte noch immer das Blut seines letzten Opfers riechen, dessen Geruch mit dem leichten Wind auf den Moon Dance zugeweht wurde.

*****

Kat sah zu, wie Chad und Jason den unglÃ¼cklichen Freund aus dem Club befÃ¶rdertenâ¦ in Handschellen. Man sagte immer, dass Neugier der Katze Tod war, aber sie musste einfach herausfinden, was sie mit ihm vorhatten. Und wenn es nur war, um zu verhindern, dass sie die restliche Nacht darÃ¼ber rÃ¤tselte.

Sie ging durch eine der SeitentÃ¼ren hinaus und blieb im Schatten als sie ihnen folgte. Aufgrund ihrer scharfen Sinne brauchte sie nicht allzu nahe zu sein, um zu hÃ¶ren, was sie sagten.

Chad und Jason schlossen Trevor zwischen seinem und dem Polizeiauto ein, sodass der sitzen gelassene Freund nicht zurÃ¼ck in den Club und zu Envy gehen konnte. Chad nahm ihm die Handschellen ab, denn er wusste, dass er ihn nicht wirklich festnehmen konnte, wenn er keinen legitimen Grund hatteâ¦ auÃer wenn Trevor es darauf anlegen sollte.

âIch wette, du hast ihr gesagt, dass ich hier bin!â, knurrte Trevor Jason an. âGlaube nicht, dass ich nicht merke, wie sehr du auf sie stehst. Du musstest einfach deine Nase wieder in Dinge stecken, die dich nichts angehen.â

Chad streckte schnell seinen Arm aus, als Jason einen warnenden Schritt nach vorn machte. âJason, ich Ã¼bernehme hier. Wieso gehst du nicht wieder nach drinnen und versuchst, Envy zu finden? Ich will nicht, dass sie rauskommt, bevor Trevor weg ist.â

âDu kannst mich nicht davon abhalten, wieder hineinzugehen. Ich bin im Dienst!â, zischte Trevor ohne nachzudenken.

âJa, wir haben gesehen, was fÃ¼r einen verdammten Dienst du machst.â Jasons HÃ¤nde ballten sich an seinen Seiten zu FÃ¤usten, aber ein eindringlicher Blick von Chad Ã¼berzeugte ihn, dass er besser wieder hineingehen sollte, sonst wÃ¼rde Trevor heute Nacht nicht der einzige in Handschellen sein. Er drehte sich verÃ¤rgert um und warf eine letzte Bemerkung fÃ¼r Trevor zurÃ¼ck Ã¼ber seine Schulter: âWir sind dann auf der TanzflÃ¤cheâ¦ eng umschlungen.â

Trevor schoss nach vor, aber Chad drÃ¼ckte ihn gewaltsam zurÃ¼ck gegen das Auto. Zu Chads Ãberraschung war Trevor viel stÃ¤rker als er aussah und es kostete ihn einige Anstrengung. âIch habe dich davor gewarnt, mit meiner Schwester etwas anzufangen, solange du ihr nicht sagst, wer du wirklich bist, und den wahren Grund, wieso du immer in den Clubs bist. Verdammt, Mann, Envy denkt, du bist nichts als ein reicher KlugscheiÃer. Wenn du sie beeindrucken wolltest, hÃ¤ttest du ihr die Wahrheit sagen sollen. Die einzigen Typen, die garantiert keine Chance bei ihr haben, sind LÃ¼gner. Besonders wenn sie sie anlÃ¼gen.â

Kat betrachtete Trevor genau. Was sollte das alles heiÃen?

âDu weiÃt genauso gut wie ich, dass, wenn ich ihr gesagt hÃ¤tte, dass ich als verdeckter Ermittler arbeite, sie immer denken wÃ¼rde, dass ich sie nur ausnutze, um mit ihr in die Clubs hinein zu kÃ¶nnenâ, donnerte Trevor wÃ¤hrend er sich wieder aufrichtete, aber nicht mehr versuchte, zurÃ¼ck in die Richtung des Eingangs zu gehen. Wenn er seine wahre Kraft benutzen wÃ¼rde, wÃ¤re Chad ein toter Mann und Trevor wÃ¤re um nichts besser als die Leute, die er verfolgte.

Das Wissen half, um ihn lange genug zu beruhigen, um die tierischen Instinkte in ihm zu zÃ¼geln, aber er konnte nicht verhindern, dass er noch immer verÃ¤rgert war. âSie hat mir einen verdammten Elektroschock verpasst!â

âDu hast es verdient, denn du bist ein niedertrÃ¤chtiger, fremdgehender Freund. He, das hat man davon, wenn man nicht die Wahrheit sagt. Du bist fÃ¼r heute Nacht fertig, auÃer du willst einen der anderen Clubs heimsuchen. AuÃerdem hat Envy die Elektroschockpistole immer nochâ, grinste Chad. âIch wÃ¼rde dir empfehlen, die restliche Nacht von ihr fernzubleibenâ¦ oder noch besser den Rest ihres Lebens, wenn ihr euch nicht aussprechen kÃ¶nnt.â

Trevor knirschte mit den ZÃ¤hnen aber sagte nichts mehr. Chad konnte ihm nicht befehlen, sich von Envy fernzuhalten, aber ihr Zeit zu geben, um sich zu beruhigen, war wohl ein guter Rat.

âGut, aber dasâ, er zeigte mit dem Finger auf den Club, âist kein sicherer Ort fÃ¼r deine Schwester, um da rumzuhÃ¤ngen, und das weiÃt du!â Er riss die TÃ¼r seines Autos auf und zwang damit Chad einen Schritt zurÃ¼ckzumachen, um nicht getroffen zu werden. Nachdem er die TÃ¼r fest hinter sich zugeschlagen hatte, dauerte es nur noch wenige Sekunden, ehe er mit quietschenden Reifen den Parkplatz verlieÃ.

Als Trevor weit genug entfernt war, sodass Chad seine RÃ¼cklichter nicht mehr sehen konnte, ergriff er sein Handy und wÃ¤hlte die Nummer von jemandem, der ihm noch einen Gefallen schuldete. Er verlieÃ beim nÃ¤chsten Laden die StraÃe und parkte hinter einem Lastwagen, sodass er nicht bemerkt werden wÃ¼rde.

Es stÃ¶rte ihn, sie dort zurÃ¼ckzulassen, nach dem, wie Devon sie angesehen hatte. Selbst wenn Devon kein MÃ¶rder war, dieser Blick verhieÃ nichts Gutes. Chad dachte, dass er ihm Vorschriften machen konnte, wenn es um Envy ging, ja? Mal sehen, wie er es findet, wenn er herausfindet, dass er der SchwÃ¤chere ist. Und dann wÃ¼rde er auch Jason gleich in seine Schranken verweisen, wenn er schon dabei war.

Kat zog sich weiter in den Schatten zurÃ¼ck als Chad sich umdrehte und in ihre Richtung blickte. Sie runzelte die Stirn, wusste, dass er sie unmÃ¶glich sehen konnteâ¦ er hatte nicht die Nachtsicht, die Formwandler hatten. Sie blies ihr Haar aus ihrem Gesicht und wartete, wÃ¤hrend er einfach nur in ihre Richtung starrte, dann seufzte sie, als er sich endlich umdrehte und zurÃ¼ck in den Club ging.

Also war Trevor ein verdeckter Ermittler und Chads Schwester wusste nichts davonâ¦ offensichtlich Jason auch nicht. Die grÃ¶Ãte Sache war, dass Trevor gesagt hatte, dass er dienstlich hier war. Kat knirschte mit den ZÃ¤hnen, wissend, dass es mit den Morden zu tun hatte. Sie musste Warren sagen, dass er sich beeilen musste damit, herauszufinden, wer die Blutspur hinterlieÃ, bevor sie beschuldigt wurden.

*****

Envy stand langsam auf und fragte sich, wieso Devon nicht einfach zugab, dass er der Besitzer war, und sie gleich selbst einstellen konnte. Sie hasste es, wenn Menschen sie belogen, aber sie kannte ihn nicht, und er war ihr nichts schuldig, als schluckte sie hinunter, was sie darÃ¼ber zu sagen hatte. Zu dumm, dass es nicht unten blieb.

âDas ging aber schnell.â Sie beobachtete ihn erwartungsvoll wÃ¤hrend sie die Arme vor ihrer Brust verschrÃ¤nkte.

âIch habe ein gutes Wort fÃ¼r dich eingelegt. Manchmal hÃ¶ren sie auf mich.â Devon beÃ¤ugte sie neugierig, als er roch, wie ihr Duft sich verÃ¤nderte. Sie war wÃ¼tend auf ihn. Das roch gut.

âVielleicht, weil du der Besitzer bist.â Envys LÃ¤cheln verschwand.

Also darum war sie wÃ¼tend. Es gefÃ¤llt ihr nicht, wenn sie das GefÃ¼hl hat, dass jemand etwas vor ihr versteckt. Das musste er sich merken. Devon senkte langsam seinen Kopf zu einer kleinen Verbeugung. âIch bin nur einer der Besitzer. Der Club gehÃ¶rt mir, meinen beiden BrÃ¼dern und meiner Schwester. Wir versuchen schon, die anderen zu fragen, wenn wir neue Leute einstellen.â

Envy schielte zu ihm hoch und schÃ¤mte sich plÃ¶tzlich. âEs tut mir leid, ich wollte nichtâ¦â Sie gab seufzend auf und lieÃ ihre Arme sinken.

âWenigstens blieb dein Elektroschocker in deiner Tascheâ, grinste Devon in der Hoffnung, ihre Stimmung aufzuheitern.

Envy errÃ¶tete und fÃ¼hlte den Drang, aus seiner Sicht zu verschwinden, bevor sie sich noch mehr zum Narren machte. âIch habe hauptsÃ¤chlich an den Nachmittagen gearbeitet und morgen habe ich frei, also wennâ¦â, informierte sie ihn nervÃ¶s, wÃ¤hrend sie ihren Blick halb auf die TÃ¼r gerichtet hatte und begann, sich in diese Richtung zu bewegen, bevor dies der kÃ¼rzeste Job der Geschichte wurde.

âAlso morgen Abend.â Devon Ã¶ffnete die TÃ¼r fÃ¼r sie, als sie sich zÃ¶gerlich darauf zu bewegte. âUm sieben.â

Er sah zu, wie sie die Flucht ergriff und er lieÃ sie gehen, denn er wusste, dass er sie fangen konnte, wenn sie zu weit weglief. Er schloss die BÃ¼rotÃ¼r und drehte sich zu dem Bildschirm um, um zu sehen, wie sie sich einen Weg entlang des Randes der TanzflÃ¤che auf die Treppen zu bahnte. Seine Augen wurden schmal als einer der MÃ¤nner von vorhin ihren Arm ergriff, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Devon machte sich auf den Weg zur TÃ¼r, aber Kat kam herein, ehe er Envys Verfolgung aufnehmen konnte.

âDas MÃ¤dchen mit der Elektroschockpistoleâ¦â, begann Kat, aber ein ernster Blick ihres Bruders brachte sie zum Schweigen.

âIhr Name ist Envy und du darfst sie morgen einweisen. Ich habe sie gerade als Barfrau angestellt.â Devon verschrÃ¤nkte seine Arme vor seiner Brust wÃ¤hrend er sich zurÃ¼ck an die Schreibtischplatte lehnte.

âZieh deine Krallen wieder ein.â Kat legte ihren Kopf schief als Devon auf den Bildschirm starrte und sich anspannte. Sie folgte seinem Blick und grinste als sie Jason und Envy in der Mitte des Monitors sah. âAch, hat sie heute Nacht nicht eine Menge Verehrer.â Sie wusste, dass das nicht so ganz stimmte, aber sie wollte sehen, wie Devon reagierte. Sie erhielt ihre Antwort, als das dÃ¼nne Plastik in der RÃ¼ckenlehne des BÃ¼rostuhls knackte, wo er es etwas zu fest umklammerte.

Devon warf Kat einen bÃ¶sen Blick zu. âWieso bist du in meinem BÃ¼ro?â

Kat lÃ¤chelte ihn nur an. Dies wÃ¼rde sehr lustig werden. Sie machte ein paar Schritte nach vorne und zeigte auf den Bildschirm. âDieser Mann, sein Name ist Jason Fox und ich habe eine ganze Weile mit ihm geplaudert, bevor seine beiden Freunde aufgetaucht sind.â

Devon hob eine Augenbraue wÃ¤hrend er seine Schwester ansah und wartete, dass sie auf den Punkt kam.

âJason war derjenige, der sie angerufen hat, damit sie in den Club kommen wÃ¼rde. TatsÃ¤chlich hat er sie gefragt, ob sie mit ihm ausgehen wollte.â Sie grinste, als das Plastik des Stuhls in Devons Hand ganz abbrach. âIch weiÃ nicht, was sie ihm gesagt hat, aber Jason sagte: 'Und wieso, zum Teufel, knutscht Trevor dann mit einer anderen auf der TanzflÃ¤che?'â

âAlso ist er der Grund, wieso sie gekommen istâ, meinte Devon ungeduldig und legte das StÃ¼ck Plastik auf den Schreibtisch. âIch bin sicher, du hast noch irgendwo eine Pointe.â

âJa, habe ich, aber es macht so viel SpaÃ, zuzusehen, wie du zappelst.â Kat beschloss, mit ihrer Geschichte fortzufahren, als er ihr seinen patentierten Fahr-zur-HÃ¶lle-Blick schenkte. Eines Tages musste sie unbedingt die Rechte fÃ¼r diesen Gesichtsausdruck kaufen. âAuf jeden Fall war es alles ein falsches Spiel, soweit ich gehÃ¶rt habe. Ihr Bruder hat ihr die Elektroschockpistole gegeben, wissend, dass sie wÃ¼tend genug war, sie an ihrem Freund zu benutzen, der sie betrogen hat, aber in Wahrheit hat Trevor sie gar nicht betrogen.â

âWas?â, knurrte Devon, es gefiel ihm nicht, wohin das fÃ¼hrte.

Kat verbrachte die nÃ¤chsten zehn Minuten damit, ihren Bruder Ã¼ber die schmutzigen, kleinen Geheimnisse eines jeden aufzuklÃ¤ren. Nur zu ihrem VergnÃ¼gen vergaÃ sie auch nicht zu erwÃ¤hnen, dass Jason schon jahrelang bis Ã¼ber beide Ohren in Envy verliebt war.




Kapitel 3


Jason zog Envy in seine Arme. âDu schuldest mir einen Tanz.â

Er war so froh, dass sie nicht die Art Mensch war, die den NachrichtenÃ¼berbringer erschieÃen wÃ¼rde. Wenn er nicht gewesen wÃ¤re, hÃ¤tte sie noch immer einen Freundâ¦ zugegeben, es wÃ¤re ein fremdgehender Freund, aber gut, das war der Grund, wieso er den Anruf Ã¼berhaupt erst getÃ¤tigt hatte. âTut mir leidâ, flÃ¼sterte er in ihr Ohr, wÃ¤hrend er sie fester an sich zog und begann, sich zu der Musik zu bewegen.

Envy verdrehte die Augen und lieÃ ihn ohne noch einmal darÃ¼ber nachzudenken davonkommen. âDir braucht nichts leid zu tun.â Sie lieÃ ihre Finger Ã¼ber seinen RÃ¼cken gleiten, wÃ¤hrend sie sich mit ihm bewegte. âIch bin wieder frei und ich habe dabei auch noch einen neuen Job bekommen.â

Sie lÃ¤chelte als sie sich wieder auf der TanzflÃ¤che umsah. âDieses Lokal ist ein wenig anders als die Clubs, in denen ich bisher gearbeitet habe, aber ich denke, es kann interessant werden.â

Jason sagte erst einmal gar nichts, als er fÃ¼hlte, wie das Leder, das ihre Brust verhÃ¼llte, Ã¼ber sein Hemd strich und wie sein bestes StÃ¼ck zum Leben erwachte. Er war froh, dass sie nicht wusste, was sie mit ihm machte, denn er hatte das GefÃ¼hl, dass sie aufhÃ¶ren wÃ¼rde, wenn sie es wÃ¼sste.

âWillst du Samstagvormittag klettern gehen?â Er lieÃ seine HÃ¤nde Ã¼ber ihre Seiten nach unten streichen und ergriff dann ihre HÃ¼ften.

âKlettern? Das klingt toll. Das letzte Mal, ist schon eine Weile her.â Envy nickte, dann wurden ihre Augen groÃ, als Jason sie nach vorne zog und sie mit etwas Langem, Hartem in BerÃ¼hrung kam, das sich gegen die weiche Haut ihres Bauches drÃ¼ckte. Sie schluckte schwer als sich ihr Blick ruckartig auf sein Gesicht richtete.

âWo ist Chad?â, fragte sie heiser, und wusste, dass sie es schon wieder getan hatte. Sie hatte es nicht gewollt. Jason war schon immer und immer noch einer ihrer besten Freunde. Das Allerletzte, was sie wollte, war, das zu verderben, indem sie mit ihm schlief. Sie mochte ihn zu sehr, um das zu tun.

âDas letzte Mal, wo ich ihn gesehen habe, war er gerade dabei, den MÃ¼ll raus zu tragen.â Jason seufzte, als sie sich von ihm los machte. Er legte seine Finger unter ihr Kinn und richtete ihr Gesicht hoch zu seinem. âTrevor verdient dich nicht.â

âChad hat ihn nicht wirklich festgenommen, oder?â, frage Envy wÃ¤hrend sie Jason an der Hand ergriff und ihn Richtung Treppen fÃ¼hrte. Sie wich dieser Unterhaltung schon seit Jahren aus, und sie wÃ¼rde sich jetzt nicht dazu hinreiÃen lassen.

âNein, ich glaube der Elektroschock war schon Strafe genugâ¦ das, und dich zu verlieren. Chad wollte nur sichergehen, dass er den Weg zu seinem Auto findetâ, grinste Jason. Oben an der Treppe sah er Chad an der Bar neben der TÃ¼r stehen und auf sie warten. Mit seiner Hand fest an Envys geklammert, fÃ¼hrte er sie in diese Richtung.

Die SchuldgefÃ¼hle erzeugten Schmerzen in Envys Brust. Sie war wirklich nicht vom Herzen eine gemeine Person und was sie Trevor angetan hatte, war richtig schlimm gewesen. Sie hatte die Rache nur einen Moment lang genossen und der Moment war nun vorbei. Sie richtete ihren Blick zu Boden, zu beschÃ¤mt um ihren Bruder auch nur anzusehen.




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