Night Light
Amy Blankenship


Blutsbundnis #2
Kat Santos hatte den Besitzer des Night Light seit Jahren nicht mehr gesehen. Bis Quinn plötzlich beschließt, sie zu entführen und sie zu beschuldigen, ihm die Schuld für die Vampirmorde in die Schuhe schieben zu wollen. Als sie erkennen, dass der Feind mit ihnen spielt, vereinen die beiden Familien ihre Kräfte um die Vampire davon abzuhalten, ihre Stadt zu terrorisieren.

Quinn Wilder hat sie seit dem Tag, an dem sie geboren wurde, mit den hungrigen Augen eines Pumas beobachtet. Als sie eine Jugendliche wurde, führte die Versuchung, sie als seine Partnerin zu nehmen schnell zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und ihren überfürsorglichen Brüdern. Als ihre Väter einander im Kampf töteten, wurden die Banden zwischen den beiden Familien zerstört und sie wurde außer seiner Reichweite in Sicherheit gebracht. Während er sie aus der Entfernung beobachtet, findet Quinn heraus, dass der Vampirkrieg auch seine guten Seiten hat, wenn sie sich nicht davon fern hält.

Kat Santos hatte den Besitzer des Night Light jahrelang nicht gesehen. Bis Quinn sich plötzlich entschließt, sie als Geisel zu nehmen und ihr vorwirft, sie hätte ihm die Vampirmorde in die Schuhe schieben wollen. Als sie erkennen, dass der Feind mit ihnen spielt, vereinigen die beiden Familien ihre Kräfte, um die Vampire davon abzuhalten, ihre Stadt zu terrorisieren. Als der Krieg in der Unterwelt eskaliert, geraten auch die Flammen des Verlangens außer Kontrolle, als das, was als eine Geiselnahme begann, sich schnell in ein gefährliches Spiel der Verführung verwandelt.








Night Light

BlutsbÃ¼ndnis-Serie Buch 2



Amy Blankenship, RK Melton

Translated by Martina Hillbrand (https://www.traduzionelibri.it/profilo_pubblico.asp?GUID=fed007dfaf061d98c1cfff6a25035574&caller=traduzioni)



Copyright Â© 2012 Amy Blankenship

Deutsche Auflage herausgegeben von TekTime

Ãbersetzt ins Deutsche von Martina Hillbrand

Alle Rechte vorbehalten.




Kapitel 1


Quinn Wilder sah sich in Warrens BÃ¼ro um, war sich nicht sicher, ob es eine gute Sache war, herauszufinden, wer hinter den Morden steckte, oder nicht. Der GroÃteil des Schreiduells war vorbeiâ¦ oder zumindest hoffte er das. Er schielte hinÃ¼ber zu Kane, jetzt wo der Vampir dem Raum seinen RÃ¼cken zugewandt hatte. Kane hatte sich nicht die MÃ¼he gemacht, sich selbst zu verteidigenâ¦ Michael hatte das fÃ¼r ihn in die Hand genommen und gut gemacht.

Er hÃ¤tte auf den blonden Vampir wÃ¼tend sein sollen, und gleichzeitig hÃ¤tte er sich entschuldigen sollen, aber im Moment war alles, was er fÃ¼r Kane empfand eine merkwÃ¼rdige Angst und, als Raubtier, gefiel ihm das nicht.

Kane grinste als er aus dem Fenster starrte. Er sollte wirklich aufhÃ¶ren, die Gedanken von anderen Leuten zu lesen. Also die Jaguare und Pumas waren wieder zusammenâ¦ na und? Was erwarteten sie von ihm, dass er vor Freude tanzte? Nun, dumme Sache, er war dazu nicht in der Stimmung.

âDie seelenlosen Vampire sind mindestens zehnmal so viele wie wir. Wenn ich mich richtig erinnere, war Devon immer ein aggressiver KÃ¤mpfer. Vielleicht sollten wir ihn anrufen und ihn bitten, dass er zurÃ¼ckkommt und hilftâ, gab Steven seinen Pfeffer dazu. âSo schnell, wie die Vampirarmee wÃ¤chst, sinken unsere Chancen schnell ins Bodenlose. Wenn wir nicht eine eigene Armee aufstellen, dann kÃ¶nnen wir genauso gut einpacken und uns, verdammt noch mal, von hier verziehen.â

âWenn die Familien nicht schon seit so langer Zeit zerstritten wÃ¤ren, wÃ¼rdest du wissen, dass Devon im Moment damit beschÃ¤ftigt ist, seine zÃ¶gerliche Partnerin um den halben Globus zu verfolgenâ, antwortete Kat Steven, aber sie starrte mit zusammengezogenen Augenbrauen auf Quinn, als sie es sagte.

âDer Sarkasmus ist angekommenâ, grinste Steven. Sein groÃer Bruder hatte Kat fuchsteufelswild gemacht, indem er sie entfÃ¼hrt hatte. Er schielte hinÃ¼ber zu Quinn als er sich fragte, wieso sein Bruder nichts darÃ¼ber gesagt hatte, dass Dean ihnen mit den Vampiren beim Club half. Einen der Gefallenen Engel auf ihrer Seite zu haben, gab ihnen das Recht, damit anzugebenâ¦ es sollte nicht geheim gehalten werden.

Er hatte von dem anderen Gefallenen Engel gehÃ¶rt, der geholfen hatte, Devons Partnerin und ihre Freundin zurÃ¼ckzuholen, aber jetzt, wo der mit Devon und den beiden Frauen unterwegs war, war Dean der einzige Trumpf, den sie hatten. âIch bin auch dafÃ¼r, Devon zurÃ¼ck nach Hause zu rufen, in der Hoffnung, dass der andere Gefallene Engelâ¦ wie hieÃ er auch wieder?â

âKrissâ, informierte ihn Kat.

âWenn Kriss mit Devon zurÃ¼ckkommt, dann haben wir auch wieder deutlich bessere Chancen, denn wir haben schon einen der Gefallenen Engel, der bereit ist, uns zu helfenâ, beendete Steven sein Statement.

âUnd wie meinst du, dass wir sie zurÃ¼ckbekommen sollen?â, fragte Quinn und schielte hinÃ¼ber zu Warren. âDu weiÃt, wie die MÃ¤nner unserer Art reagieren, wenn wir eine Partnerin gefunden haben. Die einzige MÃ¶glichkeit, wie wir Devon zurÃ¼ckholen kÃ¶nnen, ist, wenn seine Partnerin mitkommt.â

âWie wÃ¤re es mit dieser Ideeâ¦ Sag ihm die Wahrheitâ, knurrte Kat und hielt Quinns Blick fest, als er sich umdrehte, um sie anzusehen. Sie hob eine Augenbraue und lÃ¤chelte dann zufrieden, als er seinen Blick von ihrem losriss.

Quinn zuckte innerlich vor ihrem Spott zurÃ¼ck, aber erwiderte nichts darauf.

Kane nahm eine Zigarette aus seiner Schachtel und zÃ¼ndete sie an. âIch muss zugeben, die junge Frau unter uns hat recht. Wenn du willst, dass die KÃ¤tzchen zurÃ¼ckkommen, musst du sie kÃ¶dern.â

âKlarâ, sagte Michael, versuchte, die Stimmung im Raum aufzuheitern. âIch stelle einfach eine Schale mit Milch vor die HintertÃ¼r und warte dort mit einem Schmetterlingsnetz.â

Kane und Kat grinsten beide, als sie sich bildlich vorstellten, wie Michael im Dunklen mit einem Schmetterlingsnetz dasaÃ und darauf wartete, dass ein ahnungsloses KÃ¤tzchen kam und an der Milchschale schlabberte.

âKriss muss zurÃ¼ckkommenâ, gestand Kat schlieÃlich. âIch habe ihn kÃ¤mpfen gesehen, und er geht ab wie eine Rakete. Aber wenn mich meine Menschenkenntnis nicht trÃ¼gt, dann wird er nicht ohne Tabby zurÃ¼ckkommen.â

âWie bringst du einen Gefallenen Engel dazu, seinen SchÃ¼tzling alleine zu lassen, und sich einer Kriegspartei anzuschlieÃen?â, fragte Steven.

âGar nichtâ, behauptete Michael. âDie Gefallenen Engel sind dÃ¼nn gesÃ¤t. Die einzigen beiden, die ich je getroffen habe, sind Dean und Kriss, und du willst dich mit keinem von beiden anlegen.â Er schielte hinÃ¼ber zu Quinn. âGibt es eine Chance, Dean dazu zu bringen, Kriss zu sagen, dass er seinen Urlaub abbrechen soll?â

Noch weitere Fragen wurden von der Jaguar-Seite des Raums aus gefragt, aber Kane fÃ¼hlte kalte Schauer auf seiner Haut, als er nicht mehr zuhÃ¶rte. Er wusste genau, von wem sie sprachen. Wenn Kriss zurÃ¼ckkommen wÃ¼rdeâ¦ wÃ¼rde Tabatha ihm folgen.

Alle auÃer Michael zuckten zusammen, als Kane sich plÃ¶tzlich umdrehte und ihnen sein Gesicht zuwandte.

âDer Krieg hat schon begonnen, also wenn ihr endlich fertig seid, euch zu kÃ¼ssen und zu versÃ¶hnen, kÃ¶nnt ihr euch vielleicht der Jagd anschlieÃen.â Er drÃ¼ckte das Fenster auf und sprang hinaus, ohne sich darÃ¼ber Gedanken zu machen, dass es im zweiten Stock war. Sein langer, schwarzer Mantel flatterte hinter ihm und sah beinahe aus wie dunkle FlÃ¼gel, ehe er auÃer Sichtweite absackte.

Als Kane verschwunden war, verdrehte Michael seine Augen Ã¼ber den dramatischen Abgang seines Freundes und streckte die Hand aus, um das Fenster zu schlieÃen. Alle anderen dachten, dass Kane am Boden gelandet war, aber er konnte ihn Ã¼ber ihnen fÃ¼hlen, am Dach. Das Treffen war tatsÃ¤chlich besser verlaufen, als Michael erwartet hatte.

Michael fragte sich, ob Kane Ã¼berhaupt klar geworden war, was er getan hatte, als er diesen Blutstein tief in Kanes Fleisch hineingedrÃ¼ckt hatte. Als er sein eigenes Handgelenk gebissen und Blut in Kanes Wunde tropfen hatte lassen, hatte er das mit zwei sehr guten GrÃ¼nden getan. Einmal um die Stichwunde schneller heilen zu lassen, aber der zweite Grund war rein egoistisch gewesen: Mit seinem Blut, das nun in Kanes Adern schwamm, konnte er jede Bewegung seines Freundes verfolgen.

Es ging ihm immer noch auf die Nerven, dass Kane eine ganze Weile in der Stadt gewesen war, und er nichts davon gewusst hatte. Er hatte nicht einmal nach ihm gesucht, weil er gedacht hatte, dass Kane tot war. Wenn er Kane ein wenig frÃ¼her gefunden hÃ¤tteâ¦ hÃ¤tte er vielleicht dieses Chaos aufhalten kÃ¶nnen, ehe es aus Kanes Kontrolle herauswuchs. Aber jetzt, wo er Kane sein Blut gegeben hatte, war es besser als ein Sender. Wenn Kane sich entschied, wegzulaufenâ¦ wÃ¼rde er nicht weit kommen.

âIch verstehe nicht, wieso Kane sich darÃ¼ber so aufregt, wenn er doch derjenige war, der die ganze Vampir-Explosion erst verursacht hatâ, sagte Nick von der TÃ¼r her, an die er sich lehnte. Es war ihm egal, dass Michael dabei war, aber sich auf Kane zu verlassen, war eine schlechte Idee. Der Mann schien nicht wirklich stabil zu sein.

âDu bist nur sauer, weil Kane beschlossen hat, nicht der Feind zu seinâ, stellte Warren fest, obwohl auch er nicht wirklich glÃ¼cklich mit Kane war. Aber er wÃ¼rde die Tatsache nicht zur Sprache bringen, dass Kane Quinn auch noch geholfen hatte, seine Schwester zu entfÃ¼hrenâ¦ nicht bevor er besser wusste, wie es um die mentale Gesundheit des wiederauferstandenen Vampirs tatsÃ¤chlich stand.

Michael begann, Kane zu verteidigen, aber es gab zu viele Zehen, auf die er treten kÃ¶nnte, und genug SchuldgefÃ¼hle, die sie umgaben. Er wusste, dass Kane noch immer etwas vor ihm versteckte, und er wollte unbedingt herausfinden, was es war, bevor es seinen Freund innerlich auffraÃ. Er wÃ¼nschte sich, dass Kane sich beeilen und endlich erkennen wÃ¼rde, dass er nicht mehr alleine war.

Auf der anderen Seite wusste Michael, dass Kane eine Erfahrung gemacht hatte, deren Schrecken er nie vÃ¶llig verstehen kÃ¶nnen wÃ¼rde. Wenn er in derselben Situation landen wÃ¼rde, wusste Michael nicht, ob er seinen Verstand behalten kÃ¶nnte. Kane war von einem seiner besten Freunde betrogen und zu einer ewigen GefÃ¤ngnisstrafe verurteilt worden, fast ohne Hoffnung auf ein Entkommen.

Seine Augen richteten sich auf das Fenster, als ihm klar wurde, dass er vÃ¶llig vergessen hatte, zu fragen: Wie, zum Teufel, war Kane aus dem Grab entkommen?

*****

Kane ging am Dach des Moon Dance auf und ab, seine HÃ¤nde an seinen Seiten ballten sich abwechselnd zu FÃ¤usten und entspannten sich wieder. Er konnte noch immer den Ausdruck auf Kriss' Gesicht sehen, als er ihn wie einen MÃ¼llsack durch die Lagerhalle geschleudert hatte. Er konnte die Gefallenen Engel nicht bekÃ¤mpfenâ¦ niemand hatte eine Chance gegen die Macht, die sie besaÃen.

Selbst wenn sie Kriss zur VerstÃ¤rkung riefen, und Tabatha mit ihm zurÃ¼ckkommen wÃ¼rde, wusste Kane, dass Kriss nicht vorhatte, sie zu teilen. Es geschah nicht oft, aber Kane wÃ¼rde den Blutstein, der in seinem KÃ¶rper begraben war, darauf verwetten, dass der Gefallene Engel in Tabatha verliebt war. Und wenn das stimmte, dann hatte Kane keine Chance, auch nur in die NÃ¤he seiner Seelenfreundin zu gelangen.

Er hatte seine Chance verspielt, und das schmerzte ihn hÃ¶llisch. Selbst wenn sie keinen Gefallenen Engel auf ihrer Schulter sitzen hÃ¤tte, wÃ¼rde Tabatha nun nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen. Was die anderen betraf: ihm war es egal, ob die Formwandler ihn mochten oder nicht. Es ging hier nicht um Beliebtheit.

âVielleicht ist es besser, wenn sie mich nicht mÃ¶genâ, flÃ¼sterte er, wÃ¤hrend sein Blick Ã¼ber die Stadt wanderte.

Kane nickte energisch mit dem Kopf und vergrub seine HÃ¤nde in seinen Taschen. Er wÃ¼rde lange genug bleiben, um die Stadt von dem Vampir-Chaos zu befreien, das er unabsichtlich ausgelÃ¶st hatte. Aber wenn das einmal erledigt war, wÃ¼rde er wieder alleine weiterziehen. Auf diese Weise, wÃ¼rde niemand da sein, der sich genug um ihn sorgte, um ihm zu folgen, wenn er sich entschied, abzuhauen.

Der Gedanke machte ihn zappelig.

*****

Trevor bog in Envys Einfahrt und schaltete den Motor ab. Er wollte dringend mit ihr reden und sehen, wie es ihr ging. Vielleicht hatte sie Zeit gehabt, darÃ¼ber nachzudenken, was er ihr gesagt hatteâ¦ schlieÃlich war es die Wahrheit gewesen.

Als er auf den Gegenstand auf dem Beifahrersitz seines Autos sah, grinste er, bevor er ihn ergriff. Er hatte mit den Jeans, die er Anfang der Woche von Chad 'geborgt' hatte, eine ganze Menge angestellt, und jetzt wollte er sie zurÃ¼ckgeben. Das war seine gute Tat fÃ¼r heute. Hoffentlich war noch niemand wegen seines Sinns fÃ¼r Humor in der HÃ¶lle gelandet.

Als er die Jeans auseinander faltete, betrachtete er den Schmutz und das schwarze MotorÃ¶l, das Ã¼berall darauf verschmiert war. Er lachte innerlich, als er wieder seine Handarbeit am Schritt sah. Trevor hatte eine spezielle Ausnahme gemacht und sich in seine Hundegestalt verwandelt, um den Schritt aufzureiÃen.

Hanna, die alte Katze von Frau Tully, die beschlossen hatte, bei ihm einzuziehen, war tatsÃ¤chlich nÃ¤her gekommen und hatte an den Jeans geschnuppert, bevor sie sich umgedreht hatte, ihren Schwanz hochgehoben und die Hosen besprÃ¼ht hatte, um den Hundegeruch, der daran hing, loszuwerden. Trevor dachte, dass er in seinem ganzen Leben noch nicht so sehr gelacht hatte.

âPerfektâ, flÃ¼sterte er.

Er stieg aus dem Auto und nÃ¤herte sich der EingangstÃ¼r, schleuderte die Jeans ins GebÃ¼sch und musste schon wieder beinahe lachen, als sie von den Zweigen rutschten und in einem riesigen Ameisenhaufen landeten. Dies war unbezahlbar.

Nachdem er auf den Klingelknopf gedrÃ¼ckt hatte, schob er seine HÃ¤nde in seine Hosentaschen und wartete darauf, dass die TÃ¼r geÃ¶ffnet wurde. Als sie endlich nach innen schwang, setzte Trevor eine schuldbewusste Miene auf.

âHiâ, sagte er leise.

Chad seufzte und lehnte sich an den TÃ¼rrahmen. âSelbst hi, Fremder.â

âSieh her, ich weiÃ, ich habe Mist gebaut und ich mÃ¶chte mit Envy sprechenâ¦ oder es zumindest versuchen, wenn du versprichst, die Elektroschockpistole aus ihrer Reichweite zu haltenâ, erklÃ¤rte Trevor mit einem leisen LÃ¤cheln.

âDas wÃ¼rde ich, aber Envy ist nicht hierâ, antwortete Chad als er sich vom TÃ¼rrahmen weg drÃ¼ckte und sich aufrichtete. Jason hatte Trevors Namen in demselben Satz erwÃ¤hnt, wie das Wort Stalker, und er hoffte, dass Jason unrecht hatte. âSie hat sich ein wenig frei genommen und ist mit Tabatha und Kriss unterwegs. Ich weiÃ nicht genau, wann sie zurÃ¼ckkommen wird.â

Trevor atmete tief ein und nickte, als er erkannte, dass Envys Geruch nicht frisch im Haus war. Wenigstens log Chad nicht, als er sagte, dass sie nicht zu Hause war. âDann muss ich dich bitten, ihr einige Informationen zu geben.â

âWie zum Beispiel?â, fragte Chad und sah sehr ernst aus.

âSie muss sich von Devon Santos fernhalten. Er ist gefÃ¤hrlich und wird sie verletzenâ, erklÃ¤rte er in der Hoffnung, dass er Chad auf seine Seite holen konnte, wenn er auf seine brÃ¼derlichen Schutzinstinkte anspielte.

Chad runzelte die Stirn Ã¼ber Trevors Warnung und verschrÃ¤nkte die Arme vor seiner nackten Brust. âSo wie du, meinst du?â

Trevors selbstgefÃ¤llige Einstellung machte einen Sturzflug. âHe, was ich gemacht habe, war Teil meiner Arbeit. Ich wollte Envy nicht mit der Gefahr meines Jobs verletzen. Darum habe ich ihr nie gesagt, was ich beruflich mache.â

Er schaute weg und bohrte seine HÃ¤nde tiefer in seine Taschen, wissend, dass Chad keine Ahnung hatte. Er hoffte dringend, dass Envy nicht alles, was er ihr gesagt hatte, Chad erzÃ¤hlt hatte. Zivilisten brauchten nichts darÃ¼ber zu wissen, was nachts durch die StraÃen geisterteâ¦ besonders keine Polizisten.

âIch habe ihr in jener Nacht, wo ihr mich im Club gefunden habt, gesagt, dass ich als verdeckter Ermittler arbeite, aber ich glaube, sie glaubt mir nichtâ, fÃ¼gte er hinzu und beobachtete Chads Reaktion genau um einen Hinweis darauf zu bekommen, ob er mehr wusste, als er wissen sollte.

Chad seufzte: âSchau, ich weiÃ, du mochtest meine Schwester, aber sie ist Ã¼ber dich hinweg. Und ich glaube, du solltest das auch probieren. Ich sage es dir nicht nur als Arbeitskollege oder als Freund, ich sage es dir als jemand, der es selbst mitgemacht hat. Lass sie in Ruhe und lass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen. Deiner guten Absichten zum Trotz glaube ich, dass sie jetzt mit Devon zusammen ist.â

Trevor hob seinen Blick zu Chads Gesicht. âWas?â, fragte er drohend.

âSoweit ich weiÃ, ist sie mit Devon zusammenâ, wiederholte Chad emotionslos.

Trevor fÃ¼hlte, wie ein kalter Schauer Ã¼ber seinen RÃ¼cken lief, drehte sich um und stampfte ohne ein weiteres Wort weg von der TÃ¼r. Chad runzelte die Stirn, als er eine Katze durch die Windschutzscheibe von Trevors Auto sah, die sich auf das Armaturenbrett lehnte. Der andere Mann stieg eilig in sein Auto, lieÃ den Motor aufheulen und fuhr dann rÃ¼ckwÃ¤rts aus der Einfahrt.

âJasonâ, verkÃ¼ndete Chad der Luft, âdu hast dich hoffentlich geirrt, als du meintest, dass er ein Stalker ist.â

Chad wusste, dass Envy gemeinsam mit Devon die Stadt verlassen hatte, um mit Kriss und Tabatha auf einen kurzen Urlaub zu fahren. Nachdem Envy ihn schwÃ¶ren hatte lassen, es geheim zu halten, wÃ¼rde er Trevor das nicht sagen. Aber es war sowieso egal, denn es ging Trevor nichts mehr an, was Envy machte.

Chad schÃ¼ttelte seinen Kopf und drehte sich wieder um, um zurÃ¼ck ins Haus zu gehen, als er etwas Blaues aus dem Augenwinkel sah. Sein Gesicht leuchtete auf, als er seine Jeans sah, die dort am Boden lagen, und er lief hinÃ¼ber, um sie aufzuheben, und zog eine Grimasse Ã¼ber die Ameisen, die darauf herumkrabbelten.

Seine Freude verflog, als er die vielen Risse sah und seine Augen wurden so groÃ, dass sie fast aus seinem Gesicht fielen, als er sah, dass der Schritt vollstÃ¤ndig herausgerissen worden war.

Chad senkte die Jeans und starrte bÃ¶se die StraÃe hinunter. âHund, ich kriege dich.â




Kapitel 2


Kat war zum Fenster gegangen. Sie wollte so weit wie mÃ¶glich von Quinn entfernt sein. Sie verdrehte fast die Augen, als sie erkannte, dass ihre PositionsÃ¤nderung ihn mitten in ihr Sichtfeld gebracht hatte. Sie wÃ¼nschte sich, dass Envy hier wÃ¤re. Sie musste wirklich mit der anderen Frau redenâ¦ oder einfach irgendeiner anderen Frau. Es wÃ¤re schÃ¶n gewesen, ein wenig VerstÃ¤rkung zu haben, in dieser Testosteron-geladenen Unterhaltung.

Als sie sich im Zimmer umsah, erkannte sie, dass nicht alle der wichtigsten Mitglieder der Puma-Familie anwesend waren.

âWo sind Micah und Alicia?â, fragte Kat, denn sie meinte, dass sie auch dabei sein solltenâ¦ bei was immer dies hier war.

Quinn sah Warren mit einem Gesichtsausdruck an, von dem er hoffte, dass der Jaguar ihn lesen konnte, und hinter ihm stehen wÃ¼rde, als er sagte: âAlicia ist im Internat und wir wollen sie nicht in diesen Krieg hineinziehen. Es ist zu gefÃ¤hrlich fÃ¼r MÃ¤dchen.â

Kats Gesichtsausdruck wurde noch finsterer und sie sah aus, als wÃ¤re sie bereit, den Kopf der Puma-Familie in StÃ¼cke zu reiÃen.

âUnd Micah?â, fragte Warren, ehe Kat Zeit hatte, einen Streit Ã¼ber diese letzte Bemerkung vom Zaun zu brechen.

âNicht erreichbar.â Der Zorn in Quinns Stimme zog alle Augen neugierig auf ihn. âWir haben es mehrfach versucht, aber er nimmt sein Handy einfach nicht ab.â

Steven seufzte Ã¼ber Quinns DickkÃ¶pfigkeit und unterbrach: âMicah ist seit zwei Wochen verschwunden.â

âWas?â, fragte Warren plÃ¶tzlich wÃ¼tend. âWieso habt ihr uns nicht um Hilfe gebeten?â

âWegen dem dummen Tagebuchâ, spottete Kat. âOffensichtlich hatte er Angst, dass wir nicht damit umgehen kÃ¶nnen, was darin steht, weil wir so sensibel sind.â

Michael schÃ¼ttelte seinen Kopf, wissend, dass er wohl den Schiedsrichter spielen wÃ¼rde mÃ¼ssen, bis die beiden Familien ihre Streitigkeiten beigelegt hatten. âGut, also wÃ¤hrend wir uns um das Vampir-Problem kÃ¼mmern, werden wir auch die Augen nach Hinweisen auf Micahs Verschwinden offen halten.â

âDie Logik spricht dafÃ¼r, dass Micah irgendwann von selbst zurÃ¼ckkommt, wie immerâ, meinte Quinn schulterzuckend.

Kat starrte bÃ¶se aus dem Fenster, immer noch kochend vor Wut. Wie konnte Quinn es wagen, zu sagen, dass MÃ¤dchen nicht dabei sein sollten? Sie konnten Alicia aus der Sache heraushalten, wenn sie wollten, und sollten das vielleicht auch tun, denn sie war jÃ¼nger als alle anderen. Aber wenn sie es wagen sollten, zu versuchen, sie aufzuhalten, dann wÃ¼rden sie ihr blaues Wunder erleben. Das Problem war, dass sie sich jetzt auch noch Sorgen um Micah machte.

Quinn hÃ¤tte einfach alles andere ignorieren und sie anrufen sollen. Er wusste, dass sie geholfen hÃ¤tten, ungeachtet aller Streitigkeiten. Na und, dann hatten ihre VÃ¤ter einander umgebrachtâ¦ die SÃ¼nden der VÃ¤ter sollten nicht auf die Schultern der Kinder fallen.

Obwohl sie es nicht wusste, stimmte Warren Kat insgeheim zu. Quinn hÃ¤tte sie anrufen sollen, sobald Micah vermisst wurde. Er war sich der explosiven Streits, die die BrÃ¼der miteinander haben konnten, bewusst. Die Meinungsverschiedenheiten endeten normalerweise damit, dass Micah aus dem Zimmer stÃ¼rmte und mehrere Tage nicht mehr auftauchteâ¦ aber nicht Wochen.

Steven und Nick waren Ã¼ber die Jahre miteinander in Kontakt geblieben und Nick hatte ihn Ã¼ber die Puma-Familie auf dem Laufenden gehalten. Wenn Micah und Quinn sich stritten, sagte Micah normalerweise immer Steven Bescheid, wohin er ging, wenn er lÃ¤nger als einen Tag weg war. Dieses Mal hatte Micah keinem von ihnen eine Nachricht hinterlassen, was bedeutete, dass er nicht lange weg sein hatte wollen.

âNach dem gefÃ¤hrlichen Vampirnest, das Steven und ich in der Kirche gefunden haben, darf niemand heute Nacht alleine weggehen. Wir mÃ¼ssen Zweier-Teams bildenâ, sagte Quinn, um vom Thema abzulenken.

Steven hatte ein merkwÃ¼rdiges GefÃ¼hl, als das Bild des MÃ¤dchens, das er in jener Nacht gefunden und wieder verloren hatte, in seinem Kopf aufblitzte. âIch glaube, ich werde heute Nacht dorthin zurÃ¼ckgehen, um sicherzustellen, dass die Kirche noch sauber ist. Es kann sein, dass wir etwas Ã¼bersehen haben.â

âIch gehe mit Stevenâ, bot Nick an, der gerne Zeit mit seinem alten, Streiche spielenden Partner verbringen wollte.

Panik wollte Kat einen Augenblick lang Ã¼berkommen, als sie im Stillen abzÃ¤hlte. Michael wÃ¼rde zweifellos mit Kane gehen, und auÃerdem wollte sie sowieso nicht Kane als Partner, denn er war sehr instabil. Damit blieben Warren und Quinn.

âIch gehe mit Warrenâ, stellte Kat fest.

âNeinâ, korrigierte Warren. âWir brauchen jemanden, der im Club die Stellung hÃ¤lt.â

âNur weil ich eine Frau bin, heiÃt das nicht, dass ich nicht auch kÃ¤mpfen kannâ, warnte Kat und spazierte dann ruhig aus dem Zimmer.

Alle MÃ¤nner im Raum zogen ihre KÃ¶pfe zwischen die Schultern, als sie die TÃ¼r leise hinter sich schloss.

âVerdammtâ, flÃ¼sterte Nick. âIch wÃ¼nschte mir fast, sie hÃ¤tte die TÃ¼r zugeworfen.â

Steven und Quinn hatten Kat seit ein paar Jahren nicht gesehen, aber sie konnten sich gut an ihr Temperament erinnern. Eine TÃ¼r, die sich leise hinter einer wÃ¼tenden Kat schloss, war zehnmal schlimmer, als wenn sie sie krachend ins Schloss fallen lieÃ. Sie war wÃ¼tendâ¦ nein, sie war schon weit Ã¼ber das WÃ¼tend-Level hinaus. Sie war richtig sauer.

âIch werde Devon anrufen, und ihm erzÃ¤hlen, was passiertâ, erklÃ¤rte Warren und zog sein Handy aus seiner Hosentasche. Er wollte seinem Bruder das wirklich nicht antun, aber wenn er nicht schleunigst nach Hause kam, dann wÃ¼rde mÃ¶glicherweise nicht mehr viel von einem Zuhause Ã¼brig sein. WÃ¤hrend er eine eingespeicherte Nummer wÃ¤hlte, ging er zu einer anderen TÃ¼r, die in ein angrenzendes Schlafzimmer fÃ¼hrte.

Warren wartete, wÃ¤hrend das Telefon am anderen Ende der Leitung lange klingelte. SchlieÃlich hÃ¶rte er, wie jemand den Anruf annahm und einen leisen Fluch, der gleich darauf folgte.

âWas zum Teufel willst du?â, fragte Devon, der verschlafen, aber glÃ¼cklich klang.

Warren erzÃ¤hlte schnell, was seit der Abreise von Devon und Envy vor nicht einmal vierundzwanzig Stunden passiert war.

Devon seufzte. âVerdammt, ich verlasse die Stadt und alles geht den Bach hinunter.â

âIch gebe dir zwei Tage, dann musst du nach Hause kommenâ, sagte Warren. âDu musst uns in diesen zwei Tagen auch noch einen Gefallen tun.â

âWas noch?â, fragte Devon, und klang gleich viel wacher.

âDu musst Kriss fragen, ob er uns helfen wird. Sag ihm, dass Dean schon mit an Bord ist, aber wir werden ihn wohl auch brauchen. Wenn es sein muss, bringe Envy dazu, Tabatha zu Ã¼berzeugen, dass wir Kriss hier brauchen, denn soweit ich das verstanden habe, wird der Gefallene Engel mitkommen, wenn sie zurÃ¼ckkommt.â

âIch werde sehen, was ich tun kannâ, sagte Devon. âKriss ist komisch. Er hat so seine eigenen Gewohnheiten, wie du weiÃt.â

Warren nickte. âErinnert mich an jemand anders, den ich kenne.â

Devon kicherte. âGut, groÃer Bruder, aber ich kann nichts versprechen.â

âWir sehen uns in zwei Tagenâ, sagte Warren und legte auf.

*****

Quinn bemerkte Kat in einem der Ãberwachungsbildschirme an der Wand. Nachdem alle anderen darauf warteten, dass Warren sein TelefongesprÃ¤ch beendete, trat er nÃ¤her zu dem Monitor, so als langweilte er sich. Langeweile war bestimmt nicht das, was er fÃ¼hlte, wenn er Kat betrachtete.

Er hatte schon vor Jahren gedacht, dass sie schÃ¶n war, aber er hatte unterschÃ¤tzt, wozu sie werden wÃ¼rde. Ãber die Jahre hatte er Kat aus der Ferne beobachtet. Er hatte sogar Spione angestellt, um hier im Moon Dance zu arbeiten und ihm Bericht zu erstattenâ¦ obwohl die letzte Spionin zu einem der Mordopfer geworden war.

Er spannte sich an, als ein Mann geradewegs dorthin ging, wo Kat hinter der Bar stand, und nach ihrem Arm griff. Mit dem perfekten Winkel der Kamera, erkannte Quinn sofort, dass der Typ nicht besonders guter Laune war.

*****

Trevor ging schnellen Schrittes ins Moon Dance, konnte sich nicht wirklich entscheiden, ob er das Lokal in seine Einzelteile zerlegen wollte, oder seine Wut in ein paar Hektoliter Alkohol ertrÃ¤nken. Er hatte versucht, Envy zu kontaktieren, aber sie versteckte sich offensichtlich vor ihm. Tabatha und Kriss schienen ihre Anrufe ebenso wÃ¤hlerisch zu beantworten wie sie. Als er den alles-wissenden Bruder gefragt hatte, wo, zum Teufel, Envy war, hÃ¤tte er am liebsten Chads Kopf abgerissen, dafÃ¼r, dass er so vage blieb, was ihren Aufenthaltsort betraf.

Trevor erblickte Kat, die hinter derselben Bar ausschenkte, wo sie immer arbeitete. Er streckte die Hand aus und ergriff ihren Arm, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, aber der Blick, den sie ihm zuschoss, als sie ihren Kopf ruckartig herumdrehte, veranlasste ihn dazu, einen Schritt zurÃ¼ckzumachen und sich zu setzen.

âDer Sonderrabatt bei Elektroschockpistolen ist abgelaufen. Kann ich dir sonst etwas anbieten? Etwa eine lebenslange Mitgliedschaft in einem der anderen Clubs?â Kat zwinkerte unschuldig mit ihren Wimpern. Als sie ihm endlich in die Augen sah und die Qualen erkannte, die dort herumschwammen, zuckte sie die Schultern. âTut mir leid, mein eigentliches Ziel ist nicht erreichbar. Was darf's sein?â

Trevor rieb mit den Fingerspitzen seine SchlÃ¤fen. Er wÃ¼rde verflucht sein, wenn er je das andere Geschlecht verstehen lernen wÃ¼rde. Es war ja nicht so, als wÃ¼rden sie es einem einfach machen. âEin paar Antworten, wÃ¤ren schÃ¶n.â

âWie zum Beispiel?â, fragte Kat.

âWie, wo sich meine Freundin versteckt.â Eine Augenbraue hob sich leicht an, als er wartete.

âDeine Freundin? Hast du Envy so schnell ersetzt?â Kat grinste, als sein Blick tÃ¶dlich wurde. âAch, du meinst Envy.â

âMeinst du?â, entgegnete Trevor sarkastisch.

âAlles, was ich weiÃ, ist, dass deine Ex-Freundin und mein Bruder zu einer Art Hochzeitsreise aufgebrochen sind.â Kat zuckte die Schultern, wusste, dass dies der Wahrheit nÃ¤her kam, als Envy dachte.

âIch dachte, dass sie mit Tabatha und Kriss auf Urlaub ist?â Trevor fÃ¼hlte, wie sein Blutdruck gefÃ¤hrlich anstieg, als er sich fragte, ob Chad diesbezÃ¼glich gelogen hatte.

Kat schenkte ihm schnell einen Shot Heat ein, hoffte, dass der die Wut zÃ¤hmen konnte, die in seinen Augen flackerte. âDas ist sie auch. Tabby und Kriss sind mit ihnen gefahren.â Sie schob das Glas Ã¼ber die Theke und fÃ¼gte hinzu: âDer geht aufs Haus.â

Als sie zusah, wie er seinen Shot leerte, Ã¶ffneten sich ihre Lippen leicht, als sie bemerkte, wie das Licht Ã¼ber der Bar die unvergossenen TrÃ¤nen zeigte, die sich in seinen Augen sammeln wollten.

Verdammt! Sie bereute es sofort, sich so unfreundlich benommen zu haben. Sie wÃ¼nschte sich, dass Quinn dieselben GefÃ¼hle fÃ¼r sie gehabt hÃ¤tte. Es wÃ¤re schÃ¶n, wenn er irgendeine Emotion fÃ¼r sie zeigen kÃ¶nnte, oder darÃ¼ber, was er fÃ¼r sie gefÃ¼hlt hatte. Ja, sie wÃ¼rde sogar damit leben kÃ¶nnen, wenn Quinn sie einfach abservierte, wenn er wenigstens den Mut hÃ¤tte, es ihr ins Gesicht zu sagen.

Sie hob ihren Arm und legte sanft eine Hand auf Trevors Schulter, dann fiel ihr eine MÃ¶glichkeit ein, ihn abzulenken und gleichzeitig einen Jagdpartner zu bekommen.

Kat lÃ¤chelte, als die Idee in ihrem Kopf Form annahm. Er hatte sie in jener Nacht gerade heraus einen Jaguar genannt, also hatte er offensichtlich nicht darÃ¼ber gelogen, dass er ein Agent war, der Paranormales untersuchte. Wenn die Jungs eine Armee wollten, dann war es das Mindeste, was sie tun konnte, zu helfen, einen Rekruten zu findenâ¦ nicht wahr?

âWenn du mich jetzt entschuldigen wÃ¼rdest, ich werde mich zu einem guten Ziel fÃ¼r die Vampire machen, die die Leichen vor unserer TÃ¼r liegen gelassen haben.â Sie drehte sich um, um auf die andere Seite der Bar zu gehen, aber Trevor ergriff ihr Handgelenk so schnell, dass sie nicht sah, wie er sich bewegte. Sie hob nur eine Augenbraue und schaute auf die sie fesselnde Hand hinunter. âDu solltest mich vielleicht loslassen, es sei denn, du mÃ¶chtest mir helfen.â

âMeinst du es ernst?â, fragte Trevor.

Er hatte auch schon daran gedacht, dass es vielleicht Vampire waren, aus dem einfachen Grund, dass es dort scheinbar im Moment einen Baby Boom gabâ¦ oh, und die kleine Tatsache der halb zerstÃ¶rten AbdrÃ¼cke von FangzÃ¤hnen. Der Nachteil dabei war, dass er noch nie mit Vampiren zu tun gehabt hatteâ¦ nur im Training. Er brauchte einen Grund, so lange hierzubleiben, bis Envy wieder auftauchte, also wieso sollte er nicht mit der Schwester seines Mitbewerbers gemeinsame Sache machen?

Als Kat nickte und ihre Hand langsam wegzog, schÃ¼ttelte Trevor seinen Kopf, wusste, dass er dies bereuen wÃ¼rde. âKommen deine BrÃ¼der nicht mit dir?â

âSie gehen auch, aber in andere Richtungen.â Sie machte einen Schmollmund. âEs scheint, dass niemand mit einem MÃ¤dchen zusammenarbeiten wollte.â

Wie um ihre Aussage zu bekrÃ¤ftigen, wÃ¤hlten Steven und Nick genau diesen Augenblick, um nach unten zu kommen und gemeinsam auf die TÃ¼r zuzusteuern. Nick warf Kat einen langen, bÃ¶sen Blick zu, hoffte, dass sie die Nachricht verstand und tun wÃ¼rde, was Warren ihr aufgetragen hatteâ¦ hierbleiben, wo sie in Sicherheit war. Er fÃ¼hlte sich etwas beruhigt, als sie ihm ein kleines LÃ¤cheln schenkte, als hÃ¤tte sie ihm alles vergeben.

Mit einem Blick auf die TÃ¼r, die nach oben fÃ¼hrte, nickte Kat: âVerstehst du, heute Nacht schwÃ¤rmen wir in Zweier-Teams aus, abgesehen von der ungeraden Zahlâ¦ also mir.â Sie warf Trevor ein breites LÃ¤cheln zu, als wÃ¤re es ihr egal. âAber das ist schon in Ordnung, es macht mir nichts aus, alleine auf die Jagd zu gehen.â

Trevor grinste und verschrÃ¤nkte seine Arme auf der Theke. Er beugte sich ein StÃ¼ck nach vorne und bedeutete Kat, dasselbe zu tun. Dann flÃ¼sterte er zwei Worte.

âNicht alleineâ, sagte er und schÃ¼ttelte seinen Kopf.

Quinn und Warren blieben stehen, als sie in den Nachtclub hinunter kamen. Warren wusste, dass sie heute Nacht Ã¼berbesetzt waren, und die Bar problemlos laufen wÃ¼rde, aber das hielt ihn nicht davon ab, ein paar letzte Anweisungen zu geben.

WÃ¤hrend er das machte, starrte Quinn fast ein Loch in Trevor. Er hatte den Bildschirm nicht aus den Augen gelassen und gesehen, wie Trevor nach Kats Handgelenk gegriffen hatteâ¦ und den emotionalen Tanz, der daraufhin gefolgt war. Wie nahe stand Kat diesem Mann? So wie sie sich benahmen, schien es fast, als teilten sie ein Geheimnis, das die anderen nicht hÃ¶ren durften, und das nagte an seinen Nerven.

âWer ist der Mann bei Kat?â, fragte Quinn als Warren mit seinen FunksprÃ¼chen fertig war.

Warren drehte sich um, und sah Envys Ex-Freund. Er ging davon aus, dass Kat Trevor erklÃ¤rte, dass Envy nicht mehr zu haben war, und das war eine gute Idee, denn wenn Trevor nicht mehr wegen seiner verlorenen Liebe herkam, dann wÃ¼rde der paranormale Ermittler vielleicht woanders seine Nachforschungen anstellen.

âDas ist nur der ortsansÃ¤ssige Masochist, dem es SpaÃ macht, sich von hÃ¼bschen Frauen Elektroschocks verpassen zu lassen.â Warren grinste Ã¼ber seinen eigenen Scherz. Als Quinn nicht lÃ¤chelte, bereute er plÃ¶tzlich, dass er nicht Michael als Partner gewÃ¤hlt hatte. Er fragte sich, ob es zu spÃ¤t war, um noch einmal zu wechseln, aber dann verwarf er den Gedanken wieder. Quinn und Kane als Partner wÃ¤ren ein Desaster, das nur darauf wartete, zu passieren.

Trevor fÃ¼hlte, dass ihn jemand anstarrte und sah hinÃ¼ber zur TÃ¼r. Er konnte die Ãberraschung in seinem Gesicht kaum verbergen, als er Quinn Wilder mit Warren Santos sah. Wenn er nicht den Verdacht hÃ¤tte, den er nun hatte, dann wÃ¼rde Trevor glauben, dass die beiden in die Morde verwickelt waren, und ihre nÃ¤chsten Aktionen planten. Aber diese Schlussfolgerungen Ã¼berlieÃ er den Idioten des lokalen Polizeikommandos.

âWas macht der Besitzer des Night Light hier?â, fragte Trevor als er sich wieder zu Kat umwandte.

âWir alle versuchen, das Problem mit den Vampiren zu lÃ¶senâ, sagte Kat, als sie herausfordernd Quinns Blick festhielt. Oh ja, er sah ein wenig bestÃ¼rzt aus. Nur um ihre Theorie zu testen, beugte sie sich zu Trevor nach vor, als wÃ¼rde sie ihm sÃ¼Ãe Worte in die Ohren flÃ¼stern. âHast du irgendwelche Waffen, die wir nutzen kÃ¶nnen, um unsere Chancen zu erhÃ¶hen?â Sie zwinkerte, wissend, dass sie soeben einen Partner fÃ¼r diese Nacht gefunden hatte.

Trevor dachte einen Moment lang darÃ¼ber nach, listete in Gedanken all die Dinge auf, die er in seinem Kofferraum hatte.

âJa, ich habe ein paar Sachen in meinem Autoâ, gab Trevor zu. âWir mÃ¼ssten fÃ¼r noch ein paar Extras in meine Wohnung gehen.â

'Perfekt', dachte Kat innerlich.

WÃ¤hrend Warren und Quinn an der Bar vorbeikamen, wurde Warren noch einmal durch einen Funkspruch abgelenkt. Quinn stÃ¶rte die VerzÃ¶gerung nicht. Damit erhielt er einen Augenblick, um herauszufinden, was mit dem glÃ¼cklichen Paar an der Theke los war.

Kat sah Quinn kommen und ging schnell ein paar Schritte die Bar entlang, sodass Trevor nicht lauschen konnte, und Quinn die Tarnung nicht auffliegen lieÃ. WÃ¤hrend sie nach einer Flasche griff, drehte sie sich herum und sah Quinn, der zwischen ihr und der Bar stand.

âKann ich Ihnen helfen?â, fragte Kat mit einer sarkastisch gehobenen Augenbraue. âSie wissen schon, dass Kunden nicht hinter die Bar dÃ¼rfen, ja?â

Quinn machte einen Schritt auf sie zu, obwohl er ihr ohnehin schon sehr nahe stand. Indem er eine Hand neben ihrem Arm auf das Regal stÃ¼tzte, schloss er sie ein, wo sie stand. Als er sah, wie ihr Blick wieder zu dem Mann, mit dem sie gesprochen hatte, wanderteâ¦ knurrte Quinn: âLass dich heute Nacht nicht ablenken, Kat. Ich warne dich. Nur weil du nicht mit uns auf die Jagd gehst, bedeutet das nicht, dass nicht ein Vampir hier durch die TÃ¼r hereinspazieren kann.â

Kat seufzte, wusste, dass dies der Ã¤lteste Trick der Welt war. Lass jemanden glauben, dass er wichtig war, indem man ihm einen gefahrlosen, kleinen, unwichtigen Auftrag gab. âIch mache das schonâ, erklÃ¤rte sie ihm, wÃ¤hrend sie sich unter seinem Arm hindurch duckte und zurÃ¼ck zu Trevor ging. âUnd wenn ich etwas brauchte, habe ich schon jemanden gefunden, der mir helfen will.â Den letzten Satz sagte sie mit einer verfÃ¼hrerischen Note in ihrer Stimme. Diese war eine LÃ¼ge, aber Quinn hatte sie zornig gemacht.

Sie grinste innerlich, wissend, dass Quinn dachte, dass sie auf sexueller Ebene gemeint hatte, wÃ¤hrend Trevor wusste, dass sie die Vampirjagd der heutigen Nacht meinte. Warren wÃ¤hlte diesen Moment, um sein GesprÃ¤ch zu beenden und Quinn zu bedeuten, dass er fertig war, und gehen wollte.

Quinns Mund wurde schmal, als er hinter Kat trat und sich nach unten beugte, wobei seine Lippen beinahe ihr Ohr streiften. âIch wÃ¼nsche dir eine sichere Nacht.â Er sah zufrieden zu, wie die GÃ¤nsehaut sich Ã¼ber ihren Hals und ihre Schulter ausbreitete.

Kat ergriff die Theke als ihre Knie schwach wurden. Sie hielt sich dort fest und zuckte dann zusammen, als sie Michaels Stimme von direkt hinter ihr hÃ¶rte.

âSei vorsichtig, wie fest du die Katze am Schwanz ziehen willst, Lieblingâ, wies sie Michael hin, dann nickte er Trevor zu, bevor er ging um Kane am Dach zu treffen.

Trevor runzelte die Stirn Ã¼ber den Ã¼berraschten Ausdruck auf Kats Gesicht. âWar das nicht ein Vampir?â

âNein, das war ein Gentleman und er hilft uns, die wirklichen Monster auszuforschenâ, sagte Kat Ã¼berzeugt, als sie im Stillen hinzufÃ¼gte: 'und er ist der einzige, der nicht vehement dagegen war, dass ich heute Nacht auch losziehe.' âAber es scheint, dass wir in RÃ¼ckstand geraten. Bist du bereit?â

*****

Kane schritt am Dach auf und ab, rauchte eine Zigarette und warf ab und zu seine Arme in die Luft. Er wurde langsam zappelig wÃ¤hrend er darauf wartete, dass Michael auftauchte.

âJaguare und Pumasâ, grummelte er. âSie sind schlimmer als Hauskatzen. Jeder will die anderen dominieren. Ich wÃ¼rde mich noch lieber den Kojoten anschlieÃen, als mich damit abgeben.â

Michael kam Ã¼ber die Dachkante direkt hinter Kane und erwischte ihn in seiner aufgeregten Hasstirade. Er runzelte die Stirn, als Kane augenblicklich verstummte und seinen Blick abwandte, als er seine Anwesenheit bemerkte.

âVerdammt, Kane, werden wir darÃ¼ber reden, was dich stÃ¶rt, oder nicht?â, fragte Michael, wÃ¤hrend er den Abstand zwischen ihnen beiden Ã¼berbrÃ¼ckte.

âOder nichtâ, antwortete Kane.

âGut.â Michael wartete, wissend, dass Kane die Stille zwischen ihnen mehr hasste, als einen Streit. Er liebte es, wenn er recht hatte.

Kane ging hinÃ¼ber zum Rand des Dachs, um den Abstand zwischen ihnen wieder zu vergrÃ¶Ãern. Er hatte vergessen, wie Michael sich an ihn heranschleichen konnteâ¦ es war so lange her. âRaven schien ein wenig enttÃ¤uscht, dass seine Armee in der Lagerhalle nicht vollzÃ¤hlig warâ¦ einige seiner VerrÃ¼ckten fehlten. Ich schÃ¤tze, die Vampire, die unsere kleine Todesparty verpasst haben, brauchten eine Unterkunft fÃ¼r den Tag, also werde ich mir das ansehen.â

Michael sagte kein Wort, als Kane sich wieder vom Dach fallen lieÃ und am Gehsteig darunter landete. Gerade als er an die Dachkante trat, um sich ebenfalls fallen zu lassen, erregte etwas auf dem Dach auf der anderen StraÃenseite seine Aufmerksamkeit.

Michael riss seinen Blick herum, um dorthin zu sehen und erhaschte einen kurzen Blick auf einen Schatten, der gerade verschwand. Etwas an dem Schatten war ihm bekannt erschienen, aber er konnte es nicht genau sagen.

Hatte Kane einen Verfolger, oder war er selbst das Ziel? Er versuchte, das GefÃ¼hl im Augenblick zu unterdrÃ¼cken und schielte hinunter, lÃ¤chelte, wÃ¤hrend er fiel. Obwohl er Kane nicht mehr sehen konnte, und er den Weg zur Lagerhalle kannte, folgte er nicht seinem eigenen Weg, sondern lieÃ sich von seinem Blut in Kanes Adern leiten. Als er die Lagerhalle erreichte, konnte er die Schreie der Vampire hÃ¶ren, die Kane Ã¼berrascht hatte.

Er hielt in der TÃ¼r inne und mithilfe seiner ausgezeichneten Augen sah er in die Dunkelheit des riesigen Raums. Kane hatte schon zwei Vampire, die ihn angriffen, und noch weitere schienen zu denken, dass es eine groÃartige Idee war, dass sie sich aufgeteilt hatten. Er trat in die Lagerhalle, zog die TÃ¼r hinter sich zu und wollte auf Kane zugehen, als dessen Stimme ertÃ¶nte.

âLass mich das machen. Sieh nur zu, dass niemand an dir vorbeikommtâ, sagte Kane ein wenig atemlos wÃ¤hrend er das Genick eines Vampirs umdrehte, der versuchte, seine Kehle herauszureiÃen. Er fuhr herum, als sich FangzÃ¤hne in seine Schulter bohrten, wodurch er seinen Griff um sein erstes Opfer verlor.

Beide von Michaels Augenbrauen verschwanden unter seinem struppigen Haar, aber er ging wieder zur TÃ¼r zurÃ¼ck. âGut, wenn du sicher bist.â Er verschrÃ¤nkte die Arme vor seiner Brust und lehnte sich mit dem RÃ¼cken gegen das Metall.

âNunâ¦ mir ist langweiligâ, sagte er nach kurzer Zeit und sah zu den seelenlosen Vampiren, die noch nicht kÃ¤mpften. âIch nehme an, keiner von euch will mir den Gefallen tun, davonzulaufen?â

Als Kane es schaffte, den ersten Vampir zu kÃ¶pfen, drehte sich einer, der daneben gestanden hatte, um, um das zu tun, was Michael vorgeschlagen hatte, aber Kanes Arm streckte sich aus und packte ihn an der Lederjacke, die er trug. âDas glaube ich nichtâ, knurrte er, wÃ¤hrend er den anderen in den Kampf verwickelte.

âHat dir deine Mutter nicht beigebracht zu teilen?â Michael lÃ¤chelte, als er beobachtete, wie Kane ordentlich hergenommen wurde. Er hatte das GefÃ¼hl, dass Kane im Moment die Schmerzen brauchte, um sich lebendig zu fÃ¼hlen. Er hatte keine Zweifel, dass Kane als letzter Vampir Ã¼brig bleiben wÃ¼rde, und das Ventil um seine Wut und seine Aggressionen freilassen zu kÃ¶nnen, kÃ¶nnte seinem Freund sogar helfen, sich wieder zu Ã¶ffnenâ¦ die beste Therapie.

âMeine Mutter war eine Diebinâ, antwortete Kane, wÃ¤hrend er hochsprang und beide seiner FÃ¼Ãe in die Brust eines Vampirs rammte, der wie verrÃ¼ckt auf ihn zu rannte. Der Vampir flog davon und Kane landete auf seinem RÃ¼cken. Mit einer schnellen Bewegung war er sofort wieder auf den Beinen. âSie teilte nicht.â

âWir beide wissen, dass deine Mutter keine Diebin warâ, warf Michael ein. âSie war eine wohl erzogene Dame.â

Kane wurde ins Gesicht geboxt und fiel nach hinten. Michael verfolgte die Bewegung mit den Augen, als Kane an ihm vorbei segelte und in genau die gleiche GerÃ¶llhalde flog, in die Kriss ihn schon geschleudert hatte. Er seufzte, als er sich ganz darÃ¼ber klar wurde, dass Kane langsam zu einem blutigen Schmutzfink wurde. Kane stÃ¼rzte sich wieder vorwÃ¤rts in den Kampf, zerriss die Mistkerle in StÃ¼cke, wie sie gerade kamen.

âBrauchst du schon Hilfe?â, fragte Michael, wobei er die GerÃ¤usche von brechenden Knochen und FÃ¼Ãen, die in immer grÃ¶Ãer werdende Blutlachen platschten, Ã¼bertÃ¶nen musste. Er lachte sogar, als Kane begann, einen von Syns ZaubersprÃ¼chen zu sprechen, aber in den Mund geboxt wurde, bevor er fertig war.

âNeinâ, knurrte Kane wÃ¤hrend er Blut in das Gesicht desjenigen spuckte, der ihn so fest getroffen hatte, dass er Sterne sah. Er ergriff ein StÃ¼ck Holz von einem Stuhl, der im Laufe des Kampfes zerbrochen war, und stieÃ es so fest in den Mund des Vampirs, dass es an der RÃ¼ckseite seines Halses wieder herauskam.

Michael verzog das Gesicht, aber mischte sich nicht ein. Er beobachtete alles genau, zÃ¤hlte drei Vampire, die besiegt waren, und vier, die noch fehlten. Kane war ein furchtloser KÃ¤mpfer, jetzt noch mehr als bevor er lebendig begraben worden war. Was Michael an eine der Fragen erinnerte, die er noch nicht gefragt hatte: wie hatte Kane den Fesslungszauber ohne das Blut seiner Seelenfreundin brechen kÃ¶nnen?

Weniger als zwanzig Minuten spÃ¤ter sank Kane auf seine Knie. Er schielte durch den roten Nebel seiner Sicht zu dem Platschen, das sich nÃ¤herte. Er wischte das Blut von seinem Mund und versuchte, sich selbst vom Boden hoch zu stemmen. Er lachte, als es nicht funktionierte, weil der Boden so rutschig war vor lauter Blut.

âUnd der Gewinner bekommt hundert Pflaster und eine entspannende Nacht in Michaels Haus.â Er beugte sich nach unten und schlang seinen Arm um Kanes Taille, um ihm aufzuhelfen. Sie beide schwankten, bevor sie ihr Gleichgewicht fanden.

âDu hast ein Haus?â, fragte Kane, der hoffte, dass er nicht ohnmÃ¤chtig werden wÃ¼rde, ehe er dort ankam, wenn er nur weiterredete. Er wusste, wo Michael wohnte, aber er wollte es nicht zugeben, denn das wÃ¼rde Michael nur daran erinnern, dass er sauer auf ihn sein sollte, weil er nicht auf Besuch gekommen war. Er war selbst auch nicht so besonders stolz darauf, aber er hatte das BedÃ¼rfnis gehabt, Abstand zu halten.

âJa, ich bin richtig erwachsen, mittlerweile. AuÃerdem sind SÃ¤rge so von gestern.â Innerlich zog er den Kopf ein, als ihm klar wurde, dass Kane diesen Witz nicht so lustig finden kÃ¶nnte. âDie Bude ist riesig. Es war frÃ¼her eine Art Viktorianisches Kunstmuseum, bis sie eine bessere Version davon in Beverly Hills gebaut haben. Vielleicht wÃ¼rde es sich mehr wie ein Zuhause anfÃ¼hlen, wen du bei mir einziehen wÃ¼rdest.â

âIch mÃ¶chte einen Welpenâ, erklÃ¤rte Kane vÃ¶llig zusammenhanglos wÃ¤hrend er sich auf die Routine konzentrierte, einen FuÃ vor den anderen zu setzen, die einen normalerweise davon abhÃ¤lt, umzufallen.

âDu willst was?â, fragte Michael.

âWenn wir zusammenziehen, dann darf ich einen Welpen aussuchen.â

Michael musste Ã¼ber seinen alten Freund grinsen. Es schien, dass Kanes Liebe fÃ¼r Hunde Ã¼ber die Jahrzehnte nicht verblasst war.




Kapitel 3


âAlso was ist mit Micah?â, fragte Nick Steven, als sie auf dem Parkplatz neben der Kirche zwischen zwei Bussen parkten.

âMicah und Quinn hatten ihren Ã¼blichen Streit darÃ¼ber, wer die Regeln aufstellt und Micah ging weg, um Dampf abzulassenâ, antwortete Steven, wÃ¤hrend er aus dem Auto stieg. Er dachte immer noch, dass es lustig war, dass alle Autos der Jaguareâ¦ erratenâ¦ Jaguare waren. âZum Teufel, sie haben voneinander kÃ¤mpfen gelernt, also ein kleiner Streit ist keine groÃe Sache.â

âWieso ist er dann nicht zurÃ¼ckgekommen?â, wies Nick auf die ungemÃ¼tliche Tatsache hin.

âDas ist die Frage, nicht wahr?â, seufzte Steven. âQuinn meint, dass Micah abgehauen ist, aber ich weiÃ es besser.â

âWieso bist du so sicher?â, fragte Nick neugierig.

âWeil Alicia erst zwei Wochen zu Hause war, ehe er verschwand. Micah hatte schon die Tage gezÃ¤hlt, bis er sie endlich nach Hause holen konnte. Selbst als Nathaniel noch am Leben war, war es Micah gewesen, der mehr wie ein Vater fÃ¼r sie war. Er wÃ¼rde nie einfach weggehen, jetzt, wo sie zu Hause ist.â Er zuckte die Schultern und fÃ¼gte hinzu: âOder wenn er sich schon entschlieÃen wÃ¼rde, die Familie zu verlassen, dann wÃ¼rde er sie wenigstens mitnehmen.â

Nick nickte und fragte sich, ob die Vampire fÃ¼r Micahs Verschwinden verantwortlich waren. Irgendwie klang dies nicht wirklich gut, also hoffte Nick fÃ¼r Micah, dass dieser einfach seine Fassung verloren und sie noch nicht wiedergefunden hatte. Er wÃ¼rde Alicia morgen noch weitere Fragen stellen.

Steven sah hoch zu der riesigen Kirche mit all ihren Verzierungen und Statuen. Die Tatsache, dass sie aus Rom importiert worden war, sprach BÃ¤nde Ã¼ber das Geld, das die sÃ¼ndhaften Menschen, die sie besuchten, haben mussten. Die besonders Reichen waren die, die am meisten SÃ¼nden begingen, darum war ihnen die Religion nach auÃen hin so wichtig.

Die Wahrheit war, dass dies der Ort war, wo der BÃ¼rgermeister der Stadt jeden Sonntag hinkam, um nach der Messe mit der Mafia HÃ¤nde zu schÃ¼tteln und Geld zu Ã¼bergeben. Also war die Frage, die er sich selbst stellteâ¦ wieso war das MÃ¤dchen mitten in der Nacht alleine hier gewesen?

Die Kirche war fast ganz dunkel, bis auf ein paar Fenster im zweiten Stock, die erleuchtet waren. Soweit er sich erinnern konnte, waren das wohl die BÃ¼ros. Er fragte sich, ob der Priester, den er in Sicherheit in dem Schrank zurÃ¼ckgelassen hatte, hier wohnte. Das war ihm bisher noch gar nicht in den Sinn gekommen. Die Christen waren ein hingebungsvolles VÃ¶lkchen, das musste er ihnen lassen.

Er hatte Nick schon erzÃ¤hlt, was in jener Nacht geschehen warâ¦ naja, zumindest das meiste davon. Auf gar keinen Fall wÃ¼rde er den Vorfall mit dem Kleid des Chorjungen erwÃ¤hnen. Steven schÃ¼ttelte den Kopf, zog an der EingangstÃ¼r und erwartete, dass sie verschlossen war, aber leider ging sie einfach auf.

âNicht besonders intelligent.â Nick runzelte die Stirn, als er das Messer mit Knochengriff aus seinem Ãrmel schÃ¼ttelte und das GebÃ¤ude betrat. âMan mÃ¶chte meinen, dass sie die TÃ¼ren absperren wÃ¼rden, nach dem, was hier geschehen ist.â

âVielleicht ist es wie in der Werbungâ¦ es ist immer offen.â Steven zuckte die Schultern, aber sah sich vorsichtig um, als er eintrat. âOder der alte Priester erwartet Besuch.â

âIch kann nur wiederholen: nicht sehr schlauâ, sagte Nick Ã¤rgerlich, wissend, dass sie nicht die einzigen paranormalen Kreaturen in dem GebÃ¤ude waren. âIch rieche Menschen im Obergeschoss, aber da ist noch etwas Anderes, und ich bezweifle, dass es kam, um eine Beichte abzulegen.â

âIch gehe rauf, um sicherzustellen, dass der Priester in Sicherheit ist. Wenn du Vampire findest, sei so klug und lass sie in Ruhe, bis wir VerstÃ¤rkung rufen.â Steven ging die Treppe hinauf und lieÃ Nick zurÃ¼ck, wo er selbst entscheiden musste.

Nick nickte und suchte nach dem Untergeschoss der Kirche. Meistens waren die schlimmeren Monster dortâ¦ je tiefer unten, umso besser gefiel es ihnen. Er machte sich nicht die MÃ¼he, sich zu verstecken, als er sich umsah, denn der Feind konnte in der Dunkelheit ebenso gut sehen, wie er.

Als er die TÃ¼r fand, auf der 'Keller' stand, Ã¶ffnete Nick sie und lief schnell die Treppen hinunter. Er rÃ¼mpfte seine Nase Ã¼ber den feuchten, abgestandenen Geruch und nieste. Er hatte Keller immer gehasst.

Steven machte dasselbe oben, Ã¶ffnete TÃ¼ren und schielte hinein, wenn er an einer vorbeikam. Als er Licht unter der TÃ¼r desselben BÃ¼ros wie in der letzten Nacht durchscheinen sah, klopfte er diesmal an. Er konnte den Geruch hinter der TÃ¼r riechen und wusste, dass der alte Mann alleine war.

âBist du das, Jewel?â, fragte die alte Stimme.

Steven machte schnell einen Schritt zurÃ¼ck, als die TÃ¼r sich schwungvoll Ã¶ffneteâ¦ er und der Priester standen einander Angesicht zu Angesicht gegenÃ¼ber. Das freundliche, alte Gesicht mit dem weichen Ausdruck verÃ¤nderte sich langsam, seine Augen wurden groÃ und der Mund Ã¶ffnete sich. Steven hob seine Hand, wusste, was als NÃ¤chstes kommen wÃ¼rde, und wurde nicht enttÃ¤uscht, als der Priester versuchte, ihm die TÃ¼r vor der Nase zuzuschlagen.

Indem er gegen die TÃ¼r drÃ¼ckte, betrat Steven den Raum und lieÃ zu, dass das Gewicht des alten Mannes die TÃ¼r hinter ihm schloss. Er wirbelte herum und ergriff die Waffe, die daraufhin erschien und warf sie quer durch das Zimmer, wurde langsam wÃ¼tend. âIch habe es Ihnen schon letztes Mal gesagt, ich bin kein Vampir.â

âIch wurde im Schrank wachâ, erinnerte der Priester, wÃ¤hrend er rÃ¼ckwÃ¤rtsging, bis er an seinen Schreibtisch stieÃ. Steven seufzte wÃ¤hrend er zusah, wie die HÃ¤nde des alten Mannes den Tisch absuchten, offensichtlich um eine weitere Waffe zu finden. âEr hob eine Augenbraue, als er sah, wie sich die Finger um einen Tacker klammerten.

âIch mÃ¶chte Sie nicht verletzenâ, erklÃ¤rte Steven. âAber wenn Sie den Tacker nicht loslassen, dann werden Sie wieder in dem Schrank aufwachen.â Er nickte dankbar, als der Mann das GerÃ¤t langsam loslieÃ und sich zu seiner vollen GrÃ¶Ãe aufrichtete, die nicht so beeindruckend war, verglichen mit Steven.

âIch habe das GefÃ¼hl, dass Sie nicht gekommen sind, um eine Beichte abzulegen.â Angst war noch immer hÃ¶rbar in der Stimme des alten Mannes.

âOh Vater, ich weiÃ, dass ich gesÃ¼ndigt habeâ, grinste Steven, aber als er sah, dass der Witz nicht ankam, ergriff er einen Stuhl und drehte ihn herum, wobei er den Schrecken Ã¼ber die schnelle Bewegung erkannte. Er unterlieÃ es, seine Augen zu verdrehen und setzte sich, die Stuhllehne zwischen den Beinen, die Arme auf der Lehne aufgestÃ¼tzt. âZÃ¤hlt es nicht, dass ich mit ein Grund dafÃ¼r bin, dass Sie noch am Leben sind? Wenn ich Sie nicht aus dem Weg befÃ¶rdert hÃ¤tte, wÃ¤ren Sie vielleicht nicht mehr auf der Seite der Engel.â

âWie haben Sieâ¦â Der Geistliche sah plÃ¶tzlich viel Ã¤lter aus, als er um den Tisch herum ging und sich schwer auf seinen Stuhl fallen lieÃ. âAls ich wieder zu mir kam, ging ich hinunter und fand Fremde, die aufrÃ¤umten. Dieses Chaosâ¦ ich habe mich versteckt. Sie waren so schnell und still bei der Sache. Konnten Sie das alles tun?â

âWÃ¼rden Sie mir glauben, wenn ich Ihnen sage, dass wir einen Engel auf unserer Seite hatten?â Als der Mann sein Kinn hob und ihm einen ernsten Blick zuwarf, fuhr Steven fort: âMein Freund und ich sind hier, um sicherzugehen, dass die Kirche noch sauber ist.â

âSie meinen, da sind noch mehr?â Der Priester rieb sich sein Gesicht.

âIch weiÃ, dass da noch mehr sind. Die Frage ist, wo sie sind.â Steven stand auf, wusste, dass er Nick schon zu lange allein gelassen hatte. Sein Freund war dafÃ¼r bekannt, furchtlos zu sein, und das machte ihn nervÃ¶s. âWir wollen nicht, dass sich die VorfÃ¤lle von jener Nacht wiederholen.â

Der Geistliche beÃ¤ugte ihn, als suchte er nach einer LÃ¼ge. SchlieÃlich seufzte der Ã¤ltere Mann und nickte. âGut, aus irgendeinem Grund glaube ich Ihnen. Manchmal sind die Wege des Herrn unergrÃ¼ndlich. Machen Sie, was Sie tun mÃ¼ssen.â

âHoffentlich finden wir dieses Mal keineâ¦ DÃ¤monen, und Sie kÃ¶nnen wach bleiben, wenn Sie versprechen, dass Sie hier drinnen bleiben.â Er erinnerte sich daran, was der Priester gesagt hatte, als er die TÃ¼r geÃ¶ffnet hatte. âErwarten Sie jemanden?â

âJa, sie hÃ¤tte eigentlich in jener Nacht kommen sollen, aberâ¦â er zeigte mit dem Daumen auf den Schrank. âSie rief mich vor einer Stunde an, um mir zu sagen, dass sie unterwegs ist.â

Steven fÃ¼hlte, wie sein Puls schlagartig anstieg. âIn der Nacht war hier ein MÃ¤dchen und ich muss mit ihr redenâ¦ blondes Haar, wunderschÃ¶n. Kennen Sie sie?â

âJewel?â, fragte der Priester. âKlar, ich soll sie verheiraten.â

âWas!â, sagte Steven etwas zu laut, dann knurrte er. âSeit wann heiraten alte Priester junge MÃ¤dchen?â

âSie sind ein ganz Schlauer.â Der Geistliche schÃ¼ttelte den Kopf, dann wurde er stur. âNicht mit mirâ¦ auÃerdem geht es Sie nichts an. Lassen Sie das Kind in Ruhe. Sie hat schon genug Probleme mit den Monstern, die sie schon kennt. Ziehen Sie sie bloÃ nicht in einen DÃ¤monenkrieg hinein.â

Steven runzelte die Stirn, ihm gefiel nicht, wie das klang. Er wÃ¼rde Geld darauf setzen, dass der Priester eigentlich Gangster, nicht Monster, sagen hÃ¤tte wollen. Er mochte beide Sorten nicht, da er sich mit seinen eigenen Gangstern schon herumschlagen musste. Sie besuchten gerne das Night Light, denn es war einer der luxuriÃ¶seren Clubs in der Stadt. Es hilft beim Entspannen, wenn das Ã¤rmere Klientel es sich nicht leisten kann, durch die TÃ¼ren zu kommen.

Er hatte sie Ã¼ber die Jahre langsam verjagt, und wann immer es ein Problem gab, war immer irgendetwas und sie verschwanden alle zusammen. Irische PÃ¶bel. Italienische PÃ¶bel. Russische PÃ¶bel. IRA-Mitglieder, Ex-KGB, Yakuza, und sogar gerÃ¼chteweise Mitglieder der fabelhaften Illuminatiâ¦ Steven war es alles egal. Sie waren alle aus demselben Holz geschnitzt, wenn man ihn fragte. Aber manchmal konnte es nicht schaden, ein paar auf der eigenen Seite zu haben.

âRufen Sie sie an und sagen Sie ihr, dass sie heute Nacht nicht herkommen soll.â Er rÃ¼ckte das Telefon nÃ¤her zu dem alten Mann und verschrÃ¤nkte seine Arme wÃ¤hrend er darauf wartete, dass der Priester tat, was ihm aufgetragen worden war.

Die Lippen des alten Mannes wurden schmal. Wenn er in ihrem Haus anrief und ihr Vater antwortete, wÃ¼rde Jewel groÃe Probleme bekommen und vielleicht mit dem Gesicht nach unten in irgendeiner SeitenstraÃe erscheinen. Die Tatsache, dass er ein Priester war, wÃ¼rde ihr dann vermutlich auch nicht helfen. âSie kommt nichtâ, sagte er zÃ¶gernd, dann wiederholte er mit festerer Stimme und einem Blick zur Uhr an der Wand: âSie wÃ¼rde schon hier sein, wenn sie kommen wÃ¼rde.â

Steven fÃ¼hlte die EnttÃ¤uschung darÃ¼ber, dass er sie nicht sehen wÃ¼rde, und die Befriedigung darÃ¼ber, dass sie in Sicherheit war, in seiner Brust aufeinander krachen. In dem Versuch, sich abzulenken, stand er auf und stellte den Stuhl wieder dorthin zurÃ¼ck, wo er ihn weggenommen hatte. âIch komme nachher wieder, um Ihnen zu sagen, was wir gemacht haben.â

âWarten Sie!â, rief der Priester, als Steven die TÃ¼r Ã¶ffnete. âWenn Sie sie sehen solltenâ¦â

âSchicke ich sie geradewegs zu Ihnenâ, versprach Steven und verlieÃ den Raum.

Steven schloss die TÃ¼r und schÃ¼ttelte den Kopf wÃ¤hrend er den Flur hinunterlief. Dieses Stockwerk war sauber, und er musste Nick wiederfinden, ehe etwas in die Luft flog. Als er nach unten kam, sah er sich um, aber konnte Nick nirgendwo sehen.

âIn Ordnung, wo, zur HÃ¶lle, steckst du?â, murmelte Steven und begann, TÃ¼ren zu Ã¶ffnen um dahinter nachzusehen.

Er fand die TÃ¼r in den Keller offen und hÃ¤tte sich selbst eine Ohrfeige verpassen kÃ¶nnen, als er Nicks Gedanken erkannte. âDunkle Orte, unter der Erdeâ¦ klar doch!â

Steven bemÃ¼hte sich, viel LÃ¤rm zu machen, als er die Treppen hinunterlief und seine Nase Ã¼ber die feuchte Hitze rÃ¼mpfte. âVerdammt, das stinkt hier.â

Er nÃ¤herte sich einer weiteren offenen TÃ¼r und trat durch. Nick stand vor dem Wasserboiler, dessen TÃ¼r weit offen stand, und stocherte mit einem Eisenstab im Feuer herum.

âEtwas gefunden?â, fragte Steven.

Zur Antwort zog Nick das Eisen aus dem Feuer, und die verbrannten Ãberreste eines SchÃ¤dels baumelten daran von der AugenhÃ¶hle. âIch glaube, wir kÃ¶nnen davon ausgehen, dass einige der Menschen, die auf der Liste der verschwunden Personen stehen, in nÃ¤chster Zukunft nicht wieder auftauchen werden.â

âIch denke, diese Kirche ist der zentrale Ort fÃ¼r jemanden von der lokalen Mafia, um ihren GeschÃ¤ften nachzugehenâ, erklÃ¤rte Steven.

âIn einer katholischen Kirche?â, fragte Nick scharf. âIst denn gar nichts mehr heilig?â

Steven zuckte die Schultern. âEs ist, wie man sagt: nichts ist sicher, auÃer der Tod und die Steuern.â

Nick lieÃ den SchÃ¤del zurÃ¼ck in den Boiler fallen und schloss die TÃ¼r. âOder in unserem Fall: Fell und KÃ¤tzchen.â

Die beiden MÃ¤nner schnaubten belustigt, ehe Steven wieder etwas ernster wurde. âOkay, wir mÃ¼ssen uns wirklich wieder auf unsere Arbeit konzentrieren.â

Sie trennten sich, beide suchten auf unterschiedlichen Seiten des groÃen Raums, bis Steven etwas hinter einer der riesigen MÃ¼lltonnen, die voller Holzpfosten waren, erkannte. âHe, Nick, hilf mir mal hier.â

Nick kam herbei und half Steven, die MÃ¼lltonne soweit zur Seite zu rÃ¼cken, bis sie eine bessere Sicht hatten, was nicht sehr weit war. Ein kleiner, enger Tunnel war in den Stein gegraben worden, und fÃ¼hrte geradewegs in den Boden. Es war stockdunkel und die beiden Katzen hatten MÃ¼he, etwas darin zu erkennen.

âWir sollten uns das wohl ansehenâ, meinte Nick und ging auf das Loch zu, um seinen schlanken KÃ¶rper durch die Ãffnung zu zwÃ¤ngen.

Steven streckte seine Hand aus, ergriff Nicks Arm und schÃ¼ttelte seinen Kopf. âNein, wir gehen zurÃ¼ck und erzÃ¤hlen Warren und Quinn, was wir gefunden haben. Ein Puma ist verschwunden, und meiner Meinung nach ist das ein Puma zu viel. Ich mÃ¶chte nicht auch noch einen Jaguar zu der Liste hinzufÃ¼gen.â

âOh Mann.â Nick lÃ¤chelte und schlang seine Arme fest um einen erschrockenen Steven. âDuâ¦â er lieÃ ein Ã¼bertriebenes Schniefen hÃ¶ren und fuhr mit zitternder Stimme fort: âDu magst uns wirklich.â

Steven schÃ¼ttelte Nick panisch ab und schleuderte dabei den Jaguar gegen die Wand. âIdiotâ, murmelte er, wÃ¤hrend Nick laut lachte. âLass uns hier verschwinden.â

Als sie oben an der Treppe angekommen waren, war Steven Ã¼berzeugt, dass Nick irgendwo unterwegs seinen Verstand verloren hatte. Die Kirche war totenstill und Steven sah nach der Treppe, die zu dem BÃ¼ro oben fÃ¼hrte, wo der Priester wartete.

âWarte kurz hierâ, sagte Steven. âIch muss mit dem Priester reden.â

Nick zuckte die Schultern und lehnte sich an eine der KirchenbÃ¤nke, wÃ¤hrend er wartete.

âHallo, Stevenâ, kam eine Stimme aus dem Nichts.

Nick zuckte zusammen und Steven schrie Ã¼berrascht auf, ehe er Ã¼ber seine eigenen FÃ¼Ãe stolperte und fiel. Nick blinzelte, als ein Mann mit dunklem Haar aus den Schatten trat und wie ein VerrÃ¼ckter auf Steven hinunter grinste.

âVerdammt, Dean!â, rief Steven, wÃ¤hrend er sich selbst von Boden hochdrÃ¼ckte. âHÃ¶r auf damit, zu versuchen, mich zu Tode zu erschrecken!â

Dean grinste, lehnte sich an eine der SÃ¤ulen neben den KirchenbÃ¤nken und verschrÃ¤nkte die Arme vor seiner Brust. âLeider ist das nicht so schwer.â

âFahr zur HÃ¶lle!â, knurrte Steven. âIch gehe und rede mit dem Priester. Ich bin gleich zurÃ¼ck.â

âGib ihm das Chorknabenkleid zurÃ¼ck, das du dir ausgeliehen hastâ, neckte Dean. âEs wÃ¤re unendlich schade, wenn ein armer Junge seine Kirchenkleidung nicht mehr finden kÃ¶nnte.â

Steven erstarrte, als Dean diese Worte sagte, und wirbelte herum, um dem Gefallenen Engel ins Gesicht zu sehen.

âChorkleid?â, fragte Nick und hob seine Augenbrauen fast bis zu seinem Haaransatz. âDu hast ein Chorkleid getragen?â

âIch habe mich verwandelt, es war ein Notfall. Ich musste dieses MÃ¤dchen davor bewahren, von diesem verdammten Vampir ausgesaugt zu werdenâ, verteidigte sich Steven.

âJaâ, sÃ¤uselte Dean. âDasselbe MÃ¤dchen, von dem du dir den Hintern versohlen lassen hast.â

âAls wÃ¼rdest du dir nie den Hintern versohlen lassenâ, entgegnete Steven scharf.

Dean hielt inne und dachte einen Moment nach. âNein, ich habe ihn mir nie versohlen lassen, aber er wurde getÃ¤tschelt.â

âArgh!â, brÃ¼llte Steven und warf seine Arme in die Luft, wÃ¤hrend er den Flur hinunterlief.

Nick sah hinÃ¼ber zu Dean: âIrgendeine Ahnung, wo er das Kleid versteck hat?â

âUnter seinem Bettâ, antwortete Dean.

Nick grinste. âPerfektes Bestechungsmaterial, danke.â

âKlar doch, ich sehe ihn gerne zappelnâ¦ das und er scheint zu denken, dass ich ihn stÃ¤ndig in den Hintern trete, oder so.â

âSadistâ, sagte Nick kichernd.

âIch bin ein Gefallener Engelâ, sagte Dean. âWir haben nicht viel zu unserer Unterhaltung.â

Steven nÃ¤herte sich der TÃ¼r des BÃ¼ros des Priesters und hob seine Hand um anzuklopfen, als er Stimmen von drinnen hÃ¶rte. Eine davon erkannte er als die des Priesters, die andere war eine Frauenstimme. Er senkte seine Hand und nÃ¤herte sein Ohr der TÃ¼r, sodass er lauschen konnte.

Jewel ging auf und ab und versuchte sich zu konzentrieren, aber es war schwierig. Das erste, was ihr in den Sinn gekommen war, nachdem sie das BÃ¼ro betreten hatte, war, wie sie von Vampiren angegriffen worden war und einen nackten Mann, oder Formwandlerâ¦ oder was auch immer er war, gesehen hatte. Sie hatte gerade die letzten fÃ¼nf Minuten damit verbracht, die Fragen des Priesters Ã¼ber jene Nacht zu beantworten, aber im Moment hatte sie viel grÃ¶Ãere Probleme.

âDu solltest dich nicht in der Nacht drauÃen herumschleichenâ, sagte der Priester. âEs ist gefÃ¤hrlich. Was, wenn dein Vater oder dein Verlobter dich erwischen?â

Jewel schritt geradewegs auf den Schreibtisch zu und klatschte mit der HandflÃ¤che darauf. âNein, sie sind diejenigen, die es gefÃ¤hrlich machenâ¦ aus meinem eigenen Fenster zu klettern und an den bewaffneten Wachen vorbeizuschleichen, die mich als Gefangene halten, und dann zu versuchen, wieder zurÃ¼ckzukommen, ohne geschnappt zu werden.â

âDein Vater versucht nur, dich zu beschÃ¼tzen.â Er versuchte, sie zu beruhigen, aber wusste, dass es wahr war, was sie sagte. Ihr Vater kam jede Woche hierher um zu beichtenâ¦ das Blut von seinen HÃ¤nden und seinem Gewissen zu waschen.

âNein, er versucht, mich dazu zu zwingen, seinen GeschÃ¤ftspartner zu heiraten, um seine Schulden zurÃ¼ckzuzahlen! Schulden, mit denen ich nichts zu tun habe. Gibt es denn keine Gesetze gegen Sklaverei in diesem Land?â

âAber als du und Anthony fÃ¼r unser GesprÃ¤ch hier hereinkamen, sagtest du, dass du ihn aus ganzem Herzen liebstâ, wies sie der Priester hin. âÃber solche Dinge solltest du nicht lÃ¼gen. Es ist eine SÃ¼nde in Gottes Augen.â

âNun, ja, die beiden WachmÃ¤nner, die hinter unseren StÃ¼hlen standenâ¦ erinnern Sie sich an sie? Der, der hinter mir stand, bohrte mir den Lauf seiner Pistole in den RÃ¼cken. Ich kÃ¶nnte nie einen egoistischen Barbaren wie Anthony, dem stÃ¤ndig die Hand auskommt, lieben. Er hat versprochen, mich und meinen Vater umzubringen, wenn wir die Hochzeit nicht vorantreiben. Und heute Abend, als ich versuchte, meinem Vater zu sagen, dass ich nichts mit Anthony zu tun haben will, hat er mich so fest geschlagen, dass ich jetzt weiÃ, wo die Sterne sind, denn ich konnte sie alle zÃ¤hlen.â

Sowohl Jewel wie auch der Priester erschraken, als die BÃ¼rotÃ¼r so schwungvoll aufgestoÃen wurde, dass sie gegen die Wand krachte und mehrere Bilder und ein vergoldetes Kreuz zu Boden fielen.

Steven stand in der TÃ¼r und starrte sie beide bÃ¶se an. Aber der dunkler werdende Bluterguss auf Jewels Wange lieÃ Steven rot sehen. âSie beide mÃ¼ssen mit mir kommen.â

Jewels Knie wurden schwach, als sie den mysteriÃ¶sen Mann noch am Leben sah. Sie hatte sich so oft vorgestellt, wie er von den Vampiren getÃ¶tet wurde, seit sie von ihm weggelaufen war. Mehrmals hatte sie es so sehr bereut, ihn alleingelassen zu haben, dass TrÃ¤nen in ihre Augen gestiegen waren. Jetzt, wo sie wieder ruhiger atmen konnte, wollte sie schreien.

Wie kam es, dass jedes Mal, wenn sie unter vier Augen mit dem Priester reden wollte, irgendein Notfall geschah? Sie hatte vor diesem Formwandler weniger Angst als vor ihrem Verlobten, der gerne mit Schusswaffen spielte, und solange sie keinen Feueralarm hÃ¶rte oder ein Gesicht mit FangzÃ¤hnen sah, wÃ¼rde sie nirgendwo hingehen.

âDiesmal nichtâ, erklÃ¤rte Jewel und verschrÃ¤nkte die Arme vor ihrer Brust.

âIch kann die Kirche nicht einfach alleine lassenâ, begann der alte Mann, aber Steven unterbrach ihn schnell.

Er machte ein paar entschlossene Schritte auf den Schreibtisch zu, wÃ¤hrend er sprach: âHaben Sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, und entschieden, ihre SchÃ¤fchen an die Vampire zu verfÃ¼ttern? Sind Sie es, der ihre KÃ¶rper im Keller verbrennt?â Als der Priester nur den Mund Ã¶ffnete, aber weiter nichts sagte, fuhr Steven fort: âOder sind es die SÃ¼nder, zu denen sie predigen, die in Ihrem Keller einen Massenmord begangen und einen Fluchttunnel gegraben haben?â

âOh Gottâ, sagte der alte Mann und schenkte Steven einen dÃ¼steren Blick. âWenn ich nun gehe, wann kann ich wieder zurÃ¼ckkommen?â

âGeben Sie mir Ihre Handynummer. Ich werde Sie in ein paar Stunden anrufen. Kommen Sie nicht zurÃ¼ck, bevor ich Ihnen nicht sage, dass die Luft rein ist.â Er seufzte, wusste, dass er gewonnen hatte, als der alte Mann begann, Schubladen seines Schreibtischs zu Ã¶ffnen, um Dinge zusammenzusuchen, die er fÃ¼r so wichtig erachtete, dass er sie mitnehmen wollte.

Jewel versuchte, ruhig zu bleiben. WÃ¤hrend sie sich Zentimeter fÃ¼r Zentimeter der noch offenen TÃ¼r nÃ¤herte. Freiheitâ¦ wie kam es, dass sie sich immer wieder in Situationen befand, wo sie vor verrÃ¼ckten MÃ¤nnern flÃ¼chten musste?

âBringe mich nicht dazu, dich zu jagenâ, zischte Steven, als er seinen Kopf herumriss und ihren Blick festhielt. âEr kann nach Hause gehenâ¦ du nicht.â

Jewels Lippen Ã¶ffneten sich leicht, als sie mitten in der Bewegung erstarrte. Wie konnte er es wagen, ihr einen Befehl zu erteilen? Sie knirschte mit den ZÃ¤hnen, als ihr klar wurde, dass sie ihm sowieso schon gehorcht hatte. Sie hob ihr Kinn trotzig ein paar Zentimeter und kam zu einem Entschluss. Sobald sie hier raus war, wÃ¼rde sie weglaufenâ¦ vor ihnen allen, auch vor ihrem Vater.

âWas haben Sie mit ihr vor?â, fragte der Priester ungehalten.

âIch werde tun, was Sie nicht tun kÃ¶nnenâ¦ sie in Sicherheit bringenâ, rief Steven, der keine Lust hatte, darÃ¼ber zu diskutieren. Der Bluterguss auf Jewels Wange hatte seine Nerven buchstÃ¤blich zerfetzt und er wollte eher in der HÃ¶lle schmoren, als sie zu dem Mann zurÃ¼ckzuschicken, der es getan hatte.

âIch brauche nicht noch einen BeschÃ¼tzer.â Jewel drehte sich um, aber hielt dann plÃ¶tzlich inne, als sie zwei gefÃ¤hrlich aussehende MÃ¤nner sah, die die TÃ¼r versperrten.

Dean hatte Stevens Aufregung bis hinunter zum Eingang gefÃ¼hlt und jetzt, wo er das MÃ¤dchen ansah, das sie hervorgerufen hatte, verstand er, wieso. Als er in ihre Seele blickte, erhaschte er einen kurzen Blick auf den so schwer zu fassenden Engel des Todes.

âDu tÃ¤uschst dich.â Er bewegte sich so schnell, dass sogar die beiden Formwandler im Zimmer es nicht sahen. âDu brauchst einen BeschÃ¼tzer.â

Jewel unterdrÃ¼ckte einen Schrei, als die HandflÃ¤che des Mannes sich auf ihre schmerzende Wange drÃ¼ckte und seine Augen die Farbe von Quecksilber annahmen. Die kalte Hand, die sich schon seit so langer Zeit mit ihren eisigen Fingern um ihr Herz geklammert hatte, schmolz. PlÃ¶tzlich erinnerte sie sich wieder an GefÃ¼hle, von denen sie vergessen hatte, dass sie existiertenâ¦ WÃ¤rme, Sicherheitâ¦ Liebe.

Der Priester lehnte sich an seinen Schreibtisch als der Schatten von FlÃ¼geln aus dem RÃ¼cken des Mannes erschien, hell aufleuchtete und dann verschwand.

âIch warte untenâ, erklÃ¤rte Dean als der Wind angeweht kam, um den Raum aufzufÃ¼llen, von dem er verschwunden war.

Steven wusste nicht, wieso Dean diesen Moment gewÃ¤hlt hatte, um seine Macht zu zeigen, aber er war froh, dass der Gefallene Engel es getan hatte. Jewels Wange war geheilt und der Priester sah aus, als hÃ¤tte er soeben seine Erleuchtung gefunden.

âWir mÃ¼ssen gehenâ¦ jetztâ, sagte Nick von der TÃ¼r her.

Steven ergriff Jewels Hand und ging mit ihr auf die TÃ¼r zu, war froh, dass der Schock fÃ¼r den Augenblick ihre Gegenwehr erlahmt hatte.

âWarten Sieâ, rief der Priester, woraufhin Steven und Nick stehenblieben, und zu ihm zurÃ¼cksahen. âWar dasâ¦?â Ihm fehlten die Worte, als er auf die Stelle zeigte, wo Dean vor wenigen Momenten gestanden hatte.

Steven lÃ¤chelte aufrichtig Ã¼ber die freudige Aufregung in den Augen des Priesters. âJaâ¦ war es.â

Der Geistliche lÃ¤chelte, als Steven und Nick mit Jewel das Zimmer verlieÃen. Er nickte einmal und kramte dann seine Werkzeuge zusammen. In seinem Kopf bereitete Gott die Erde auf Seine RÃ¼ckkehr vor.

Steven und Nick verlieÃen die Kirche, aber Steven zog an Jewels Arm, um sie zum Stehen zu bringen, sodass er nach oben zu dem Fenster des BÃ¼ros sehen konnte. Er seufzte erleichtert als er sah, wie das Licht ausging.

âEs scheint, dass der alte Knacker deinem Rat folgtâ, sagte Nick.

Steven schÃ¼ttelte den Kopf. âEher erkannte er Dean als das, was er ist, und hat eine Art religiÃ¶se Erfahrung. Er hat mir seine Telefonnummer gegeben, ich werde ihn anrufen, wenn die Luft rein ist.â

âIch glaube nicht, dass ein paar Stunden genÃ¼gen werdenâ, erklÃ¤rte Nick.

âEs ist so, wie es istâ, entgegnete Steven. âAber jetzt lass uns zurÃ¼ck in den Club gehen, damit wir Warren und Quinn unsere Neuigkeiten mitteilen kÃ¶nnen.â

Dean saÃ am Dach der Kathedrale und lÃ¤chelte auf das Trio hinunter, als sie die Kirche hinter sich lieÃen. Er hatte Steven geholfen, so viel er konnte, aber der Beruhigungszauber, dem er dem MÃ¤dchen auferlegt hatte, wÃ¼rde nicht ewig wirken. Er konnte fÃ¼hlen, wie die Dunkelheit unter dem GebÃ¤ude wuchs, als die Vampire begannen, aus ihrem Tunnel zu kriechen.

Anders als die von der letzten Nacht, waren diese von etwas beeinflusst, das noch dunkler, noch bÃ¶ser war, als alles, was Dean je getroffen hatte.

Dean runzelte die Stirn und fragte sich, wieso er es nicht gefÃ¼hlt hatte, als sie die erste Gruppe weggeputzt hatten, die sich hier eingenistet hatte. Diese Beeinflussung war sehr alt und sehr mÃ¤chtig. So plÃ¶tzlich wie er sie erkannt hatte, war die Dunkelheit wieder weg und nur die Anwesenheit der Vampire war zu spÃ¼ren.

Der Gefallene Engel betrat die Kirche noch einmal, um nach dem alten Mann zu sehen, und sicherzustellen, dass er lebend herauskam.




Kapitel 4


Trevor und Kat hatten den Vampir verfolgt, den sie auf halbem Weg durch die Stadt gefunden hatten.

âWas, zum Teufel, macht er?â, flÃ¼sterte Kat, der es langsam verdÃ¤chtig vorkam.

âEs scheint, als wollte er einkaufen gehenâ, antwortete Trevor, als der Vampir vor einem Schaufenster stehenblieb und auf die Auslage schaute.

Dieser Vampir war jung, kaum achtzehn, so wie er aussah. Er hatte glattes, schwarzes Haar und trug runde Brillen. Wenn er sein Haar zusammengebunden hÃ¤tte, hÃ¤tte er fast prÃ¤sentabel ausgesehen, abgesehen von seiner bleichen Haut.

Die beiden gingen schneller, als der Vampir sich plÃ¶tzlich von dem Fenster abwandte und wieder der StraÃe entlang spazierte. Obwohl die LÃ¤den alle geschlossen waren, waren um diese Nachtzeit noch viele Menschen auf den Gehsteigen unterwegs.

Sie hatten die Leiche des jÃ¼ngsten Opfers des Vampirs auf einem gut gepflegten Rasen liegend gefunden. Mit ihren Geruchssinnen hatten sie den Blutsauger einholen kÃ¶nnen, gerade als der Vampir den Rodeo Drive erreicht hatte. Von dort weg, hatte Trevor Kat ein wenig zurÃ¼ckhalten mÃ¼ssen, indem er ihr erklÃ¤rte, dass zu viele Menschen unterwegs waren, als dass sie einfach blind drauflos rennen kÃ¶nnten.

Und jetzt waren sie hier, verfolgten einen Vampir zu FuÃ, und keiner der beiden war in der Laune fÃ¼r Smalltalk. Kurz danach waren sie in einem Stadtbus, ohne Ã¼berhaupt darauf zu achten, welche Linie es war. SchlieÃlich hob der Vampir seine Hand um den Knopf zu drÃ¼cken und auszusteigen. Kat und Trevor fuhren noch eine Station weiter und stiegen dann selbst aus, ehe sie ihre Verfolgung wieder aufnahmen. Der Vampir marschierte weiter und Kat knurrte frustriert.

âIch frage mich langsam, ob der Vampir auf Drogen ist. Wir sind quasi im Kreis gelaufenâ, beschwerte sie sich. âWir sind nur ein paar HÃ¤userblocks vom Club entfernt.â

âUnd weg ist er!â, rief Trevor und rannte auf die SeitenstraÃe zu, wo der Vampir plÃ¶tzlich verschwunden war.

Trevors Turnschuhe quietschten leise, als er die SeitenstraÃe erreichte und vorsichtig hinein schielte. Kat stellte sich neben ihn und duckte sich ein bisschen, sodass sie unter ihm um die Ecke spÃ¤hen konnte.

âVerdammtâ, fluchte Trevor und zog seine Pistole.

âIch verstehe immer noch nicht, wieso du eine Pistole trÃ¤gstâ, sagte Kat, obwohl sie wusste, dass auch Nick eine trug. Es war nicht die Pistole, auf die sich Nick verlieÃâ¦ sondern die speziell gefertigten hÃ¶lzernen Kugeln, mit denen sie geladen war. âDiese Dinger sind nutzlos gegen Vampire.â

Trevor grinste. âDu vergisst, fÃ¼r wen ich arbeite. Diese Kugeln sind speziell gefertigt und explodieren, wenn sie auftreffen. Innen sind sie hohl und mit ein wenig SalzsÃ¤ure gefÃ¼llt. Das Zeug Ã¤tzt sich durch so ziemlich alles.â

âWieso zerfrisst es dann die Kugel nicht?â, fragte Kat, die insgeheim Informationen sammelte, mit denen sie Nick bestechen konnte.

âEine Innenschicht wird um das Loch in der Kugel aufgetragen, wenn sie ausgehÃ¶hlt wird, und die ist sÃ¤urebestÃ¤ndig. Ich habe ihren Namen vergessenâ, erklÃ¤rte Trevor. âAber es ist stark genug, sodass es durch die SÃ¤ure nicht weggeÃ¤tzt wird, aber zerbrechlich, sodass es bricht, wenn es irgendwo auftrifft.â

Kat richtete sich langsam auf. âSollen wir hineingehen?â

Trevor umklammerte seine Pistole fester und ging voraus, gefolgt von Kat, die in der Hand einen rasiermesserscharfen Dolch hielt, dankenswerter Weise zur VerfÃ¼gung gestellt von Trevor. Sie durchsuchten die ganze StraÃe, bis sie erkannten, dass der Vampir verschwunden war.

Trevor entspannte seine Haltung und senkte den Arm mit der Pistole. âEr ist weg!â

Kat lieÃ ein frustriertes Seufzen hÃ¶ren. âNun, nachdem wir schon hier sind, kÃ¶nnen wir auch zurÃ¼ck in den Club gehen.â

âWie sehr es mir auch gefallen hat, heute Nacht zwei von euch Idioten eine StadtfÃ¼hrung zu gebenâ, sagte eine Stimme hinter ihnen, âso muss ich doch darauf bestehen, dass ihr zum Abendessen bleibt.â

Kat und Trevor wirbelten herum und erstarrten dann, als sie den Vampir, den sie verfolgt hatten, zusammen mit weiteren fÃ¼nf sahen.

âDer Hurensohn wusste, dass wir ihn verfolgtenâ, knurrte Trevor, als er seine Waffe wieder hob und zielte.

Mit den WÃ¤nden an drei Seiten und den Vampiren vor ihnen, wusste Kat, dass sie und Trevor sich den Weg nach drauÃen wÃ¼rden erkÃ¤mpfen mÃ¼ssen. Sie ging tief in die Hocke, als die Vampire sich schnell nÃ¤herten. Einer mit leuchtend rotem Haar sprang in die Luft, hoffte, dass er sie von oben in Angriff nehmen kÃ¶nnte.

Kat drÃ¼ckte sich sofort aus der Hocke hoch und packte den Vampir mitten im Sprung. Ihre langen FingernÃ¤gel schienen wie Krallen, obwohl keine VerÃ¤nderung stattgefunden hatte. Sie stÃ¼rzten zu Boden, der Vampir unter ihr, mit dem RÃ¼cken voran.

Der Blutsauger umklammerte ihr rechtes Handgelenk so fest, dass sie fÃ¼hlte, wie die Knochen sich schmerzvoll aneinander rieben. Sie schluckte die Ãbelkeit, die mit dem Schmerz kam, hinunter und drehte ihr Handgelenk nach unten, wodurch sie den Dolch in den Unterarm des Vampirs trieb, um es ihm zurÃ¼ckzuzahlen. Als sie ihre Freiheit wiedererlangte, verlor Kat keine Zeit bevor sie ihre rechte Hand in die Brust des Monsters grub und sein Herz herausriss.

Trevor zielte und schoss auf den Vampir, den sie die ganze Nacht verfolgt hatten. Die Kugel traf den Vampir in der Kehle und einen Augenblick lang starrte er Trevor nur unglÃ¤ubig an, ehe er begann zu schreien und sich seinen eigenen Hals zerkratzte. Der Schrei riss abrupt ab, als die SÃ¤ure aus der Kugel den Kehlkopf des Vampirs erreichte.

Trevor sah nicht wirklich, was danach geschah, als er sofort von einem weiteren Vampir angegriffen wurde. Sein KÃ¶rper wurde gegen eine Mauer geschleudert, wo er zu Boden sank. Seine Pistole flog davon, wÃ¤hrend er versuchte, nicht die Sterne zu zÃ¤hlen, die vor seinen Augen tanzten. Der andere Vampir nÃ¤herte sich, als Trevor etwas an seinem Bein fÃ¼hlte. Als er hinunter sah, erkannte er den Kopf des Vampirs, den er erschossen hatte, und griff danach.

Er packte den verwÃ¼steten Kopf am Haar und warf das Objekt, an dem die SÃ¤ure noch immer fraÃ, auf den Blutsauger, der sich nÃ¤herte. Die Kreatur duckte sich und knurrte ihn an, bereit, anzugreifen. Etwas GlÃ¤nzendes zuckte durch sein Sichtfeld und Trevor sah einen langen Dolch aus seiner Brust ragen. Als er den Kopf drehte, erkannte er Kat, die dort stand und nach blutigem Gemetzel aussah.

âVorsicht!â, rief Trevor.

Kat hob ihren anderen Dolch und schrie auf als der Vampir ihre Hand ergriff und die Klinge in einem Bogen nach unten direkt in die Innenseite ihres Oberschenkels stieÃ. Der Schmerz allein gab ihr die Kraft, den Vampir von sich zu drÃ¼cken. Sie stolperte schnell rÃ¼ckwÃ¤rts, auf Trevor zu, und schaffte es dabei, den Dolch herauszuziehen. Warme FlÃ¼ssigkeit folgte schnell und bahnte sich einen Weg Ã¼ber ihr Bein hinunter.

Trevor wusste, dass etwas getan werden musste. Sie waren mittlerweile beide verletzt. Er konnte die Schmerzen in seinen Rippen und seiner Schulter fÃ¼hlen, wo er gegen die Wand geschleudert worden war, und hatte Schwierigkeiten zu atmen. WÃ¤hrend er zu Kat hochsah, die schÃ¼tzend vor ihm stand, dachte er nach, was sie tun sollten.

Er musste sich in etwas verwandeln, was groÃ und stark genug war, um die Gegner zu besiegen und zu Ã¼berleben. Der Nachteil war, wenn er sich verwandelte, dann wÃ¼rde er Kat seine wahre IdentitÃ¤t verraten. Seine Gattung war aufgrund ihrer Vielfalt nie gut mit anderen Formwandlern ausgekommen. Sie konnten sich in alle Klans einschleichen und spurlos verschwinden, manchmal jahrzehntelang. Sie waren perfekte Waffen im Krieg.

Jedes Tier, das er wÃ¤hlte, wÃ¼rde immer noch zehnmal stÃ¤rker sein, als das echte Tier. Auch in seiner menschlichen Gestalt traf das zu, aber bisher hatte es ihnen nicht viel geholfen. Aber wenn er sich nicht verwandelte, wÃ¼rden sie bald blutleer sein.

PlÃ¶tzlich lieÃ Kat ihre Waffe fallen und lieÃ ihren OberkÃ¶rper nach vorne sinken. Aufgrund ihrer Verletzungen war die Verwandlung einige Sekunden langsamer als normal. Ihr KÃ¶rper verÃ¤nderte sich, bis sie auf allen Vieren lief. Die Kleider fielen von ihr ab und ein hÃ¼bscher, dunkelgelber Fellmantel mit schwarzen Flecken ersetzte sie.

Einer der verbleibenden Vampire griff an und Kat stieg hoch auf ihre Hinterbeine, hielt ihn mit einer Art Judogriff ab. Ihre Klauen senkten sich in die Schultern der Kreatur und sie zeigte ihre langen ZÃ¤hne. Ohne noch einmal darÃ¼ber nachzudenken, wÃ¤hlte Trevor diesen Moment, um sich zu verwandeln.

Die beiden verbliebenen Vampire zischten wÃ¼tend, als der Mensch, auf den sie zustÃ¼rmten, sich in einen BraunbÃ¤ren verwandelte. Trevor schlug mit einer riesigen Pratze nach dem, der ihm am nÃ¤chsten war, und riss die obere HÃ¤lfte des KÃ¶rpers einfach ab, sodass die Beine leblos zu Boden fielen. Wissend, dass der Vampir nicht tot war, spazierte Trevor auf ihn zu und zermalmte seinen Kopf zwischen seinen krÃ¤ftigen Kiefern.

Er richtete sich auf, um Kat zu helfen, als die letzten beiden Vampire ihn mit all ihrer Kraft angriffen. Trevor stolperte ein paar Schritte zurÃ¼ck, ehe er laut brÃ¼llte, und einen von sich riss und die StraÃe hinunter schleuderte. Er brÃ¼llte noch einmal, als der andere seine ZÃ¤hne in sein Schulterblatt rammte. Er hÃ¶rte Kats Jaguarschrei und fÃ¼hlte, wie die Ziegelmauer in seine SchlÃ¤fe krachte, bevor er durch die Wucht des Aufpralls zu Boden fiel.

*****

Quinn und Warren hatten die gesamte Umgebung im Umkreis von mehr als fÃ¼nf Kilometer um den Club abgesucht.

âNichts los hierâ, stellte Quinn fest, und versuchte, seinen Frust abzuschÃ¼tteln. Etwas war nicht so, wie es sein sollteâ¦ er fÃ¼hlte es in der Luft.

Warren hÃ¶rte die Anspannung in Quinns Stimme. âNach dem Kampf in der Lagerhalle wundert mich das nicht.â Sein Handy biepte und beide MÃ¤nner zuckten zusammen, wodurch ihnen erst klar wurde, wie angespannt sie waren. Er zog das Telefon aus seiner Hosentasche.

âHalloâ, sagte Warren in das Handy und nickte dann nach ein paar Sekunden. âGut, wir sehen uns das an.â Er legte auf und schob das Telefon zurÃ¼ck in seine Tasche. âDas war Nick. Offenbar haben sie einen Tunnel unter der Kirche gefunden.â

âWir sollten gehen und uns das ansehenâ, meinte Quinn, und versuchte, die Tatsache zu ignorieren, dass seine Haut voller Adrenalin kribbelte und er keine Ahnung hatte, woher das kam.

Der unverkennbare Schrei eines Jaguars durchbrach die stille Nacht und beide MÃ¤nner erstarrten mitten im Schritt. Sie drehten ihre KÃ¶pfe in die Richtung des GerÃ¤uschs, ehe sie einander ansahen.

âKat!â, riefen sie beide gleichzeitig.

Warren zog sofort sein Handy aus einer Hosentasche und gab es in eine elastische Tasche an seinem KnÃ¶chel.

Ohne noch weiter zu zÃ¶gern hatten sich beide MÃ¤nner wenige Sekunden spÃ¤ter verwandelt und rannten mit HÃ¶chstgeschwindigkeit die StraÃe hinunter. Menschen schrien und rannten, um den riesigen Katzen auszuweichen, und es entstand ein ziemliches GedrÃ¤nge. Quinn lief voraus und rannte auf die StraÃe, sodass ein Auto scharf bremsen musste. Das Auto hinter diesem krachte in das vordere und es gab eine Kettenreaktion. Warren sprang auf die Motorhaube des ersten Autos und schielte hinein, um sicher zu gehen, dass die Menschen drinnen nicht schwer verletzt waren, bevor er Quinn Ã¼ber die StraÃe verfolgte.

Der Fahrer des Autos war vÃ¶llig im Schock darÃ¼ber, was gerade geschehen war, als er nach seinem Handy griff.

*****

Jason war zu Tode gelangweilt. Die letzten paar Tage war wirklich nichts passiert, und jetzt, wo auch noch Tabby und Envy nicht in der Stadt waren, wurde er langsam verrÃ¼ckt.

Als das Telefon klingelte fuhr er beinahe aus der Haut vor Schreck und griff schnell nach dem HÃ¶rer.

âRangerstationâ, sagte Jason mit lahmer Stimme.

âJaâ, antwortete eine zittrige Stimme. âIch mÃ¶chte etwas UngewÃ¶hnliches berichten.â

Jason seufzte innerlich und griff nach Papier und Bleistift. âIn Ordnung, erzÃ¤hlen Sie mir, was Sie gesehen habenâ

âDas VerrÃ¼ckteste, was ich je gesehen habeâ, sagte der Mann atemlos. âIch habe gerade einen Puma und einen Jaguar frei mitten durch die Stadt rennen gesehen. Ich machte eine Vollbremsung, als der Puma direkt vor mir auf die StraÃe rannte und der Jaguar sprang auf meine Motorhaube, sah mich an und rannte dann hinter dem Puma her.â

âEs ist wohl wieder ein GefangenschaftsflÃ¼chtling aus dem Zooâ, sagte Jason, obwohl das eine LÃ¼ge war, erzÃ¤hlten sie das der Ãffentlichkeit, um die Tatsache zu verbergen, dass die Stadt in letzter Zeit voller gefÃ¤hrlicher, wilder Tiere war.

âNeinâ, rief der Mann. âDer Jaguar hatte ein Handy um seinen KnÃ¶chel gebunden.â

Jason sah hoch zu Jacob Savage, dem anderen Ranger, der mit ihm im BÃ¼ro saÃ.

âAlso Sie behaupten, dass der Jaguar ein Handy um sein Bein geschnÃ¼rt hatte?â, fragte Jason.

Jacob verschluckte sich an seinem Kaffee und stellte die Tasse schnell hin, wÃ¤hrend er sich die Nase putzte, was bedeutete, dass ein Teil der FlÃ¼ssigkeit wohl dort gelandet war.

âGenau so war es!â, kreischte der Mann laut genug, sodass auch Jacob es hÃ¶ren konnte.

Jason nickte: âIn Ordnung, beruhigen Sie sich. Sie sagten, dass er davongelaufen ist, also sind sie nicht in Gefahr. Vielen Dank fÃ¼r den Anruf, wir werden uns die Sache ansehen.â

Jason legte schnell den HÃ¶rer zurÃ¼ck und starrte das Telefon einen Moment lang an, als hÃ¤tte er Angst, dass das GerÃ¤t hochspringen und ihn auffressen wÃ¼rde.

âAlso dannâ, brachte Jacob hervor, als er aufgehÃ¶rt hatte zu husten.

*****

Warren holte Quinn schlieÃlich ein, gerade als sie sich einer Seitengasse nÃ¤herten, wo Kats Geruch am stÃ¤rksten war. Als sie um die Ecke bogen, kamen sie gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Kat einem Vampir die Kehle herausriss und ein riesiger BÃ¤r seine langen Krallen durch die Brust eines weiteren stieÃ. Die BÃ¤renklaue kam aus dem RÃ¼cken des Vampirs wieder heraus und zerplatzte das blutige Herz der Kreatur wie einen Luftballon.

Kat blinzelte, als ihr klar wurde, dass wÃ¤hrend des Kampfs irgendwieâ¦ die Vampire mehr geworden waren. Sie hatte kaum Zeit Luft zu holen, bevor sie von einem weiteren verbleibenden Vampir angegriffen wurde. Sie lieÃ einen Urschrei hÃ¶ren, als sich die scharfen ZÃ¤hne in ihre Seite bohrten. Ihre Klauen krallten sich in den RÃ¼cken des Vampirs und sie versuchte, ihn abzuschÃ¼tteln. PlÃ¶tzlich war das Gewicht, das sich an ihre Seite geklammert hatte, weg und sie fiel, war durch den Schmerz, den Blutverlust und die ErmÃ¼dung ohnmÃ¤chtig geworden.

Quinn sah, wie der Vampir Kat angriff und fÃ¼hlte, wie die Wut sich in seiner Brust zusammenbraute. Er rannte die Gasse entlang und kÃ¼mmerte sich nicht darum, ob Warren bei ihm war, oder nicht. Mit Wucht riss er den Vampir zu Boden und knurrte bÃ¶sartig bevor er mit seinen scharfen ZÃ¤hnen seinen Hals in StÃ¼cke riss. Er konnte fÃ¼hlen, wie sich Krallen panisch in ihn bohrten, aber es kÃ¼mmerte ihn nicht, und er zerstÃ¼ckelte den KÃ¶rper noch mehr. Als er den Kopf zur Seite geschleudert hatte, drehte er sich zu Kat um und knurrte.

Trevor hatte mit dem letzten Vampir kurzen Prozess gemacht, ihn zerrissen, bis nichts mehr von ihm Ã¼brig war, als ein kopfloser KÃ¶rper ohne GliedmaÃen. Er sah hoch, als er Kat schreien hÃ¶rte, dann sah er einen Puma auf den Vampir springen, der sie angegriffen hatte. Als sie sich wieder in ihre menschliche Gestalt verwandelte, lief Trevor hinÃ¼ber zu ihrem nackten, bewusstlosen KÃ¶rper und kauerte sich Ã¼ber sie, um sie vor einem weiteren Angriff zu schÃ¼tzen.

Ein tiefes Knurren erregte seine Aufmerksamkeit und er traf den Blick eines sehr bÃ¶sen Pumas, der auf ihn zu schritt, mit der eindeutigen Absicht, ihn zu tÃ¶tenâ¦ Quinn Wilder.

Durch den Kampf war Trevor mÃ¼de und seine Reflexe langsam. Er konnte Quinn nicht abwehren und die ganze Wucht seines Angriffs traf ihn in seiner Seite. Trevor wurde zum zweiten Mal in dieser Nacht Ã¼ber die StraÃe und in die Ziegelmauer geschleudert.

Trevor knurrte und konnte ganze zwei Sekunden auf seinen Hinterbeinen stehen, ehe er zu Boden stÃ¼rzte. Quinn nÃ¤herte sich und er wollte sich nicht vor dem Puma verwandeln, aber er wusste, dass er es musste. Kat wÃ¼rde es ihm irgendwann sowieso erzÃ¤hlenâ¦ also was hatte er zu verlieren? UnfÃ¤hig seine Wunden durch das Fell zu sehen, verwandelte er sich langsam wieder zurÃ¼ck und versuchte noch einmal, sich auf die Beine zu stellen.

Quinn hielt inne, als er den menschlichen Mann von der Bar sahâ¦ Warren hatte ihn Trevor genannt. Er zischte, als sein Geruchssinn ihm sagte, dass Trevor kein normaler Formwandler warâ¦ zumindest nicht von einer Sorte, die ihm schon einmal begegnet war. Nicht zu wissen, womit er es zu tun hatte, machte seine Laune nicht gerade besser.

Er machte einen weiteren Schritt nach vorn, aber Warren versperrte ihm die Sicht und kam auf Trevor zu, wÃ¤hrend er sich wieder in einen Menschen verwandelte. Als Trevor schwankte, ergriff Warren ihn am Arm und legte ihn um seine Schulter. Er sah keinen Grund, wieso er Quinn einen Mann verprÃ¼geln lassen sollte, der schon k.o. war.

Trevor sah zu Warren hoch und grinste, als ihm ihre Lage klar wurde. âSchÃ¶ne Bescherung, jetzt sind wir alle nacktâ, murmelte er bevor er plÃ¶tzlich bewusstlos wurde.

Warren schÃ¼ttelte seinen Kopf aber konnte ein Grinsen nicht unterdrÃ¼cken, denn Trevor hatte einen guten Punkt angesprochen. Es war in Situationen wie diesen, dass er froh war, dass er sein Handy hatte, nachdem er es auf diese Weise bei sich behielt. Er lehnte Trevor vorsichtig gegen die Wand und wollte gerade nach dem Telefon greifen, als er hÃ¶rte, wie Quinn zu knurren begann.

Quinn hatte sich verwandelt und betrachtete nun Kats bewusstlosen KÃ¶rper. Ihre Kleider waren wenige Meter weit entfernt, aber durch die Transformation zerrissen und nicht tragbar. Quinn entschied, sich darÃ¼ber spÃ¤ter den Kopf zu zerbrechen und suchte nach Wunden, hielt inne, als er sah, dass Blut noch immer aus ihrem Oberschenkel tropfte.

Er bewegte ihr Bein gerade soweit, dass er erkennen konnte, woher das Blut kam und erstarrte, als er eine Paarungsmarke sah. Das Knurren entkam seiner Kehle ehe er es aufhalten konnte. Jemand hatte sich mit Kat gepaart, sie markiert und dann verlassen.

Quinn fÃ¼hlte, wie sich Eifersucht in ihm aufbaute und er beugte sich nach vor um an ihrer Haut zu riechen um zu sehen, ob der Geruch noch da war. Das machte ihn nur noch wÃ¼tenderâ¦ sie roch nicht nach einem anderen Mann, sie roch wunderbar.

Als er zu dem Mann blickte, vor dem Warren sich nun gebÃ¼ckt hatte, fragte sich Quinn, ob der blonde BÃ¤renverwandler ihr die Paarungsmarke verpasst hatte.

Warren zog sein Handy heraus und entschied sich, Quinns kleinen Wutanfall vorerst zu ignorieren. Kat brauchte Hilfe und er wÃ¼rde Quinn nicht erzÃ¤hlen, von wem die Paarungsmarke stammte. Sollte er es doch selbst schmerzvoll herausfinden.

âFrau Tully?â, fragte Warren lÃ¤chelnd. âMir geht es sehr gut. Ich wollte nur fragen, ob Sie vielleicht zum Moon Dance kommen kÃ¶nnten. Meine Schwester und ihr Freund, Trevor, wurden verletzt und sie brauchen medizinische Hilfe, die nur Sie ihnen geben kÃ¶nnen.â

Warren war einen Moment lang still, dann nickte er. âVielen Dank, Frau Tully.â

âIch wusste nicht, dass du Tully kennstâ, sagte Quinn leise. Er hatte Tully nicht lange nachdem sich die Familien getrennt hatten, getroffen.

Warren grinste wÃ¤hrend er eine weitere Nummer wÃ¤hlte. Meinte Quinn, dass er der einzige war, der spionieren durfte? âNick kriegt Ã¶fter Ãrger, als ich zÃ¤hlen kann. Frau Tully ist stÃ¤ndig damit beschÃ¤ftigt, ihn zu flicken und ihre TÃ¼r ist immer offen, wenn wir ein Versteck brauchen.â

âEs wundert mich, dass wir uns noch nie Ã¼ber den Weg gelaufen sindâ, entgegnete Quinn, dem das ein wenig verdÃ¤chtig erschien.

âNick, wir sind in einer Sackgasse zehn HÃ¤userblocks vom Club entfernt und wir brauchen ein Taxi. Bring Kleidung fÃ¼r drei MÃ¤nner und deine Schwester und den Hummer.â Warren unterbrach die Verbindung ohne auf eine Antwort von Nick zu warten und wandte seine Aufmerksamkeit wieder Trevor zu.

âIst er derjenige, der Kat die Paarungsmarke gegeben hat?â, wollte Quinn wissen.

âDas, mein Freund, steht mir nicht zu, zu erzÃ¤hlenâ, sagte Warren kryptisch.




Kapitel 5


Nick hatte gerade erst Steven und Jewel beim Night Light abgeliefert, als er den Anruf erhielt. Jewel war sehr ruhig gewesen, seit Deans kurzem Auftritt in der Kirche, aber er erkannte, dass, was auch immer der Gefallene Engel getan hatte, um sie ruhig zu halten, langsam an Wirkung verlor. Je weiter sie sich von der Kirche entfernten, umso paranoider wurde sie. Er konnte sich die HÃ¶lle, durch die sein Freund gehen wÃ¼rde mÃ¼ssen, nur ausmalen.

WÃ¤hrend er Steven winkte, nahm Nick schnell sein Handy zwischen zwei Finger und verlor einen Moment beinahe seinen Halt, sodass es fast viel. SchlieÃlich hielt er es sicher und klappte es auf.

âSprichâ, knurrte er. Sein Gesichtsausdruck schmolz zu groÃer Sorge ehe er das Gaspedal bis zum Boden durchdrÃ¼ckte. Zum GlÃ¼ck hatte er sich dafÃ¼r entschieden, Steven und Jewel im Hummer zum Night Light zu fahren.

Er Ã¼berlegte kurz und seufzte erleichtert, als er sich daran erinnerte, dass Warren noch ein paar Ã¼brige Kleider im Auto hatte, von ihrem letzten Campingausflug. Niemand hatte sich die MÃ¼he gemacht, sie auszurÃ¤umen, und das ersparte Nick einen Weg. Zum GlÃ¼ck hatten Warren und Quinn ungefÃ¤hr die gleiche GrÃ¶Ãeâ¦ es gab nichts Schlimmeres, als zu versuchen, sich in Kleider zu zwÃ¤ngen, die zu eng waren.

Nachdem er die GPS-Funktion an seinem Handy angeschaltet hatte, bekam er Warrens genaue Position. WÃ¤hrend er um die nÃ¤chste Kurve bog, ohne das Tempo zu verringern, wurde ihm klar, dass es ihm nicht gefallen wÃ¼rde, was er zu sehen bekommen wÃ¼rde, wenn er dort ankam.

Dann kam ihm noch ein Gedanke, und Nick nahm sein Telefon um Devon anzurufen und ihn Ã¼ber die neuesten Entwicklungen aufzuklÃ¤ren. Devon hatte die Stadt zwar vielleicht freiwillig verlassen, aber er hatte Nick beauftragt, ihn mehrmals pro Tag anzurufen, und ihn auf dem Laufenden zu halten.

*****

Steven brachte Jewel in den Club und begleitete sie Ã¼ber die Treppe nach oben. Als sie in seinem Zimmer ankamen, schloss er die TÃ¼r, aber versperrte sie nicht. Er wollte nicht, dass sie sich gefangen fÃ¼hlte.

Jewel blinzelte und sah sich in dem Zimmer, in das sie gebracht worden war, um. Das Bett war ein groÃes Doppelbett mit einer dunkelgrÃ¼nen Tagesdecke darÃ¼ber. Einige Zierkissen lagen darauf und ausgerechnet ein Stofftierâ¦ ein Puma. Sie konnte ein LÃ¤cheln darÃ¼ber nicht unterdrÃ¼cken und ein nervÃ¶ses Kichern entkam ihr, bevor sie es aufhalten konnte.

Eine schwarze Kommode, mit einem groÃen Spiegel darÃ¼ber und einer kleinen Bambuspflanze in der Mitte, stand auf der einen Seite. Auf der anderen Seite waren zwei Sitzkissen, ein riesiger Flachbildschirm hing an der Wand und eine Spielkonsole mit einer Anzahl von Spielen, die unordentlich verstreut lagen, stand davor.

Jewel verstand nicht, wieso sie sich so ruhig fÃ¼hlte, aber die Ruhe begann zu verfliegen und wurde durch Angst verdrÃ¤ngt. Was, zum Teufel, bildete sie sich dabei ein, hier zu sein?

âWieso hast du mich hierher gebracht?â, fragte Jewel und drehte sich zu Steven um.

âWeil du hier in Sicherheit bistâ, antwortete Steven. âDu wirst nicht zu deinem Vater oder deinem Verlobten zurÃ¼ckgehen.â

Was von ihrer Ruhe noch Ã¼brig geblieben war, war schlagartig weg und Jewel schÃ¼ttelte wild ihren Kopf. âNein, ich muss zurÃ¼ck! Wenn ich es nicht tue, dann wird Anthony mich umbringen!â

âEr kann dich nicht umbringen, wenn er dich nicht findetâ, erklÃ¤rte Steven mit einer Stimme, die so kalt war, dass die WÃ¤rme aus dem Raum gesaugt wurde.

âUnd was ist mit Pfarrer Gordon?â, fragte Jewel, deren Stimme nun lauter wurde. âWenn sie zu ihm gehen, werden sie herausfinden, wo ich bin.â Jewel begann, nervÃ¶s auf und ab zu gehen. âPapa wird so wÃ¼tend sein und Anthonyâ¦ ich wage es nicht, mir auszudenken, was er tun wird.â

Steven sah vor seinem inneren Auge noch einmal den handgroÃen Bluterguss, den sie vorhin getragen hatte. âWieso, zum Teufel, willst du deinen Vater beschÃ¼tzen, wenn er dich offensichtlich nicht beschÃ¼tzt!â

âWer hat dir das Recht gegeben, dich darum zu kÃ¼mmern!?â, rief Jewel zurÃ¼ck, fÃ¼hlte sich nun, wo er sie anschrie, besser.

âWeiÃt du was? Gut.â Steven Ã¶ffnete die TÃ¼r seines Schlafzimmers. âHier ist der Weg nach drauÃen, geh zu deinem Verlobten zurÃ¼ck und zu einer Hochzeit, in die du gezwungen wirst, wegen Papas UnfÃ¤higkeit, sich um seine GeschÃ¤fte zu kÃ¼mmern. Kein echter Vater wÃ¼rde seine Kinder opfern, um Schulden, die er selbst verursacht hat, zurÃ¼ckzuzahlen.â

Jewel starrte auf die TÃ¼r und machte einen unsicheren Schritt nach vorne, ehe sie rÃ¼ckwÃ¤rts zum Bett ging und sich darauf sinken lieÃ. Sie schielte zu dem Wecker auf dem Nachttisch und wusste, es war sowieso zu spÃ¤t, um zurÃ¼ckzugehen. Zwei Uhr frÃ¼hâ¦ um diese Zeit wurden die Wachen ausgetauscht, und das war die einzige Zeit, wo sie zurÃ¼ckkommen konnte, ohne erwischt zu werden.

âUnd was mache ich jetzt?â, fragte Jewel und sah mit TrÃ¤nen in den Augen zu ihm hoch. âWo soll ich hingehen?â

Steven schloss die TÃ¼r und kniete sich vor ihr auf den Boden. âWie wÃ¤re es, wenn du damit anfÃ¤ngst, mir alles zu erzÃ¤hlen?â

âWas alles?â

Steven schenkte ihr ein kleines LÃ¤cheln. âWir kÃ¶nnen mit deinem Nachnamen anfangen.â

Jewel seufzte. âMein Nachname ist Scott und mein Vater ist der Manager eines Resorts meinesâ¦ Verlobten in Palm Springs. Oh Gott, das Wort hinterlÃ¤sst einen schlechten Geschmack in meinem Mund.â

Steven fÃ¼hlte, wie sich ein tonnenschweres Gewicht von seinen Schultern lÃ¶ste, als er wieder sah, wie sehr sie es hasste, zu einer Heirat mit diesem Mann gezwungen zu werdenâ¦ nicht, dass er das jetzt noch zulassen wÃ¼rde. âOkay, beruhige dich und mach langsam. Versuche, am Anfang anzufangenâ, schlug er vor.

Nach einmal tief Durchatmen begann Jewel ruhig zu sprechen, lieÃ es alles heraus. âIch war im Internat, als Papa irgendwelche Probleme in dem Resort bekam. Ein Regierungsbeamter hatte sich als anonymer Gast eingebucht und versuchte, all die Mafia-GeschÃ¤fte, die an dem Ort abgehandelt wurden, aufzudecken. Als Papa herausgefunden hat, wer der Mann warâ¦ wurde ihm aufgetragen, ihn umzubringen.â

Steven nickte. âUnd dann?â

âPapa hat zu lange gewartet, ihn umzubringenâ¦ der Agent hatte seinen Vorgesetzten schon alle Informationen weitergeleitet. Als sich der Agent nicht mehr meldete, oder wie das bei denen lÃ¤uft, schickte das FBI weitere Agenten und Papa wurde verhaftet. Anthony Valachi hat ihn aus dem GefÃ¤ngnis freigekauft, nachdem er etwas gemacht hat, vermutlich einen der oberen Beamten bestochen, und alle Anschuldigungen wurden fallen gelassen.â

âNun schuldet Papa seinem Chef etwas. Und nachdem er nicht wusste, wie er die Schuld sonst zurÃ¼ckbezahlen sollte, sagte mir Papa, als ich vom Internat zurÃ¼ckkam, dass ich mit Anthony verlobt war, und er war sogar noch glÃ¼cklich darÃ¼ber.â

Jewel atmete noch einmal schwer durch und wischte mit der Hand Ã¼ber ihre Augen. âIch will noch nicht heiratenâ¦ ich wollte noch etwas fÃ¼r mich selbst tun, studieren, arbeiten und vielleicht ein wenig reisen. Dieser Mann ist doppelt so alt wie ich. Jetzt bin ich seine Gefangene, ein Sklave fÃ¼r diesen Mistkerl und der Fehler meines Vaters.â

Steven nickte und kÃ¤mpfte gegen den Drang an, im Zimmer auf und ab zu schreiten. Als er verlor, stand er auf und begann hin und her zu gehen. âIch kann das in Ordnung bringenâ, erklÃ¤rte er selbstbewusst, aber schritt weiter auf und ab. Seine Gedanken Ã¼berschlugen sich.

âJa klarâ, meinte Jewel stirnrunzelnd. âDu und welche Armee?â Sie erinnerte sich plÃ¶tzlich an den Engel, den sie in der Kirche gesehen hatte, und hob hoffnungsvoll ihren Blick.

Steven erkannte den Namen als denselben Typen, mit dem Micah vor ein paar Wochen, kurz vor seinem Verschwinden, eine Auseinandersetzung gehabt hatte. Micah hatte den Mann aus dem Club hinausgeworfen, nachdem er ihm seine Faust direkt in sein Gesicht serviert hatte, wodurch der KlugscheiÃer geradewegs aus seinem Stuhl gefallen war. Steven fand es immer noch schwer, ein Lachen zu unterdrÃ¼cken, als er sich daran erinnerte.

Quinn, andererseits, hatte es nicht lustig gefunden. Vielleicht hatte Quinn gewusst, dass Anthony eine groÃe Nummer in der Mafia war, und hatte nur versucht, Micah zu beschÃ¼tzen. TatsÃ¤chlich war das an demselben Abend gewesen, wo Micah verschwunden war.

Er warf Jewel einen Blick zu, als er an ihr vorbeiging. Sie hatte rechtâ¦ Anthony Valachi war doppelt so alt wie sie und ein egoistisches Arschloch. Nicht um alles in der Welt wÃ¼rde er sie auch nur in die NÃ¤he dieses Mannes oder ihres gewalttÃ¤tigen Vaters lassenâ¦ Vaterâ¦ der Priester der Kirche. Nun, dieser Typ schuldete ihm einen Gefallen und mit etwas Hilfe von Deanâ¦ wÃ¼rde er alles zurÃ¼ckbezahlen.

Er klappte sein Handy auf, tippte eine Nummer ein und lÃ¤chelte, als sein GesprÃ¤chspartner abhob. âDean, bist du noch in der Kirche? Gut, hol den Priester zurÃ¼ck und warte dort auf mich.â Er beendete den Anruf und kam auf Jewel zu. Er lieÃ sich wieder vor ihr auf die Knie fallen, nahm ihre HÃ¤nde in seine und strich mit seinen Daumen sanft Ã¼ber ihre weiche Haut.

âWie weit bist du bereit, zu gehen?â, fragte er ruhig, wÃ¤hrend sein Blick ihr Gesicht untersuchte.

âEs muss mehr sein, als nur weglaufen.â Jewel gefiel es nicht, wie leise ihre Stimme klang. Sie wollte nicht, dass ihre Angst so offensichtlich war. Sie biss sich auf ihre Lippe als sie sich fragte, was Steven vorhatte.

âWenn wir dies richtig hinkriegen, dann brauchst du nicht weiter wegzulaufen, als bis hierher.â

âWas meinst du?â Jewel wollte ihre HÃ¤nde wegziehen, aber er hielt sie fest.

âIch denke, dass du nicht zweimal heiraten kannst.â Steven zog seinen Kopf ein, als sie so ruckartig wegzuckte, dass ihre HÃ¤nde wieder frei waren. Er stand vom Boden auf und starrte auf sie hinunter, als sie rÃ¼ckwÃ¤rts Ã¼ber das Bett davonkrabbelte, um sich von ihm zu entfernen.

âHÃ¶r zuâ¦â, begann er.

âNein!â Jewel schrie beinahe, als sie auf der anderen Seite der Matratze vom Bett kletterte, sich ein wenig besser fÃ¼hlte, jetzt, wo sie einen sicheren Abstand zwischen sie gebracht hatte. Ihr Gesicht begann zu brennen, als ihr klar wurde, dass das Bett auch noch bildlich im Weg stand, wenn sie dieser VerrÃ¼cktheit zustimmte.

Sie riss ihren Blick von dem Bett los. âIch wollte gar nicht heiraten! Wieso sollte ich dann dich heiraten?â

Stevens Augen wurden schmal, als er beleidigt wurde, aber er wÃ¼rde nicht zulassen, dass sie aufgrund seines Stolzes starb. Wenn er sie zu Tode Ã¤ngstigen musste, dann wÃ¤re es das wert. AuÃerdemâ¦ im Moment war sie die einzige Spur, die er in Richtung Micah hatte. Stevens Lippen deuteten ein hinterhÃ¤ltiges LÃ¤cheln an, jetzt, wo er erfolgreich noch einen weiteren Grund gefunden hatte, zu tun, was er tun wÃ¼rde.

âWieso du mich heiraten solltest? Weil, wenn du vor meiner und deiner Familie vortÃ¤uschen kannst, dass die Heirat echt istâ¦ dann wird sie im Schlafzimmer nur auf Papier bestehen. Und die Armee, die du haben wolltest: vergiss nicht, ich bin kein Mensch und meine Familie und Freunde auch nicht. Also wenn dein verdorbener Ex versucht, dich zu holenâ¦ werden wir ihn erwarten.â

âWieso solltest du das tun?â Jewel schÃ¼ttelte ihren Kopf. âUnd was meinst du mit vortÃ¤uschen?â

Steven streckte die Hand aus und zeigte auf das Bett zwischen ihnen. âUm deine erste Frage zu beantworten: ich habe einen Bruder, der seit zwei Wochen verschwunden ist, und die letzte Person, mit der er gesehen wurde, abgesehen von seiner Familie, war dein Verlobter und es war keine freundliche Unterhaltung. Also welche bessere MÃ¶glichkeit habe ich, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, als indem ich an seiner Kette rÃ¼ttle?â

âUnd was die zweite Frage betrifft: damit das auch funktioniert, mÃ¼ssen alle denken, dass wir einander lieben und vorhaben, zusammenzubleiben. Aber wenn wir alleine sind, dann schlÃ¤fst du auf deiner Seite des Bettes und ich auf meiner. Ich will meine Freiheit auch nicht aufgeben. Wenn du diesesâ¦ Theater spielen kannst, kann ich es auch.â

Jewel entspannte sich ein wenig, als sie verstand, was er meinte. âNiemand sonst wird die Wahrheit kennen?â

âNur unser Schutzengelâ¦ Dean.â Steven grinste, als ihre Finger sich zu der Wange hoben, die Dean so theatralisch geheilt hatte.

âUnd wenn Anthony keine Gefahr mehr darstellt?â, murmelte sie.

âDann wird unser guter Freund, der Pfarrer, uns unsere Annullierung aushÃ¤ndigen, und wir werden wieder getrennte Wege gehen. Aber erst muss er uns verheiraten, und um ihn dazu zu bringen, das zu tunâ¦ muss er Ã¼berzeugt sein, dass wir einander lieben und zwar auch kÃ¶rperlich.â Als sie ihm einen angeekelten Blick zuwarf, zuckte er die Schultern. âEr ist ein Priester und darf nicht lÃ¼gen, also werden wir ihm das LÃ¼gen abnehmen mÃ¼ssen. Wenn es vorbei ist, kÃ¶nnen wir ihm die Wahrheit sagen.â

âAber es wird keine kÃ¶rperliche Liebe in unserer Ehe gebenâ, stellte Jewel mit einem stechenden Blick klar.

âIch kann mich zurÃ¼ckhalten, wenn du es kannst.â Sein Blick war ebenso scharf wie ihrer, wusste, dass er soeben seine erste Schlacht gewonnen hatte. Jetzt musste er nur beten, dass er sich wirklich zurÃ¼ckhalten konnte, denn im Augenblick brauchte er jedes Gramm seiner Willenskraft, nur um nicht Ã¼ber das Bett zu springen und sie zu nehmen, bevor Anthony Valachi noch einmal die Chance dazu bekam.




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