Dunkle Flammen
Amy Blankenship


Blutsbundnis #6
Gerade als der Vampirkrieg eskaliert und zu einem ausgewachsenen Dämonenkrieg wird, findet Zachary sich mit der Verantwortung über eine hübsche Geisterbeschwörerin, die mit einem dunklen Moment seiner Vergangenheit in Verbindung steht. Er hatte zugesehen, wie ihre Mutter den schmalen Grat überschritt und geradewegs in die Arme eines Dämons spazierte. Es war seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Tiara nicht denselben leidenschaftlichen Weg wählte… es sei denn, sie tat es mit ihm. Nun, wo die Dämonen sich näherten, war das Allerletzte, womit er rechnete, dass Tiara mit ihnen verwandt war. Während Launen überkochen und Geheimnisse behalten werden, wird Eifersucht ein gefährliches Spiel. Jemand hätte sie warnen sollen, dass, wer mit dem Feuer spielt, sich auch verbrennen wird.









Table of Contents




Kapitel 1 (#ulink_69ff67ae-32a5-56fb-ae1b-aa126a49823c)

Kapitel 2 (#ulink_7c2184dd-634a-543f-b330-e64460ef208f)

Kapitel 3 (#ulink_5fad2985-2b75-5964-bf77-b75f4830288d)

Kapitel 4 (#ulink_20d2b3ac-7de8-52be-8e16-ac6bba16609e)

Kapitel 5 (#ulink_994f15f7-6981-59c6-bbee-5fb66ef60808)

Kapitel 6 (#ulink_3f81c0b6-11d5-50bf-82dc-825fdd2f458d)

Kapitel 7 (#litres_trial_promo)

Kapitel 8 (#litres_trial_promo)

Kapitel 9 (#litres_trial_promo)

Kapitel 10 (#litres_trial_promo)

Kapitel 11 (#litres_trial_promo)

Kapitel 12 (#litres_trial_promo)

Kapitel 13 (#litres_trial_promo)

Kapitel 14 (#litres_trial_promo)

Kapitel 15 (#litres_trial_promo)

Kapitel 16 (#litres_trial_promo)

Kapitel 17 (#litres_trial_promo)

Kapitel 18 (#litres_trial_promo)

Kapitel 19 (#litres_trial_promo)

Kapitel 20 (#litres_trial_promo)

Kapitel 21 (#litres_trial_promo)




Dunkle Flammen

BlutsbÃ¼ndnis-Serie Buch 6



Amy Blankenship, RK Melton

Translated by Martina Hillbrand (https://www.traduzionelibri.it/profilo_pubblico.asp?GUID=fed007dfaf061d98c1cfff6a25035574&caller=traduzioni)



Copyright Â© 2012 Amy Blankenship

Zweite Auflage herausgegeben von TekTime

Ins Deutsche Ã¼bersetzt von Martina Hillbrand

Alle Rechte vorbehalten.




Kapitel 1


Damon schritt durch die TÃ¼r seiner Luxuswohnung und stellte Alicia auf ihre FÃ¼Ãe. Er hatte kein Wort gesagt, seit sie das Night Light verlassen hatten, da er seiner Stimme und seinen Emotionen nicht ganz vertraute.

Die Stille zwischen ihnen war ohrenbetÃ¤ubend, aber Alicia hatte nicht den Mut, sie zu brechen. Als sie seine Hand auf ihrem RÃ¼cken fÃ¼hlte, wie er sie vor sich her ins Wohnzimmer schob, bekam sie eine ungefÃ¤hre Vorstellung davon, wie wÃ¼tend er wirklich war. Sie drehte sich schnell um, um ihn im Auge zu behalten und sah schweigend zu, wie er mit einer zornigen Bewegung seinen Mantel auszog und ihn quer durch den Raum schleuderte.

Das KleidungsstÃ¼ck landete auf der Lehne des Sofas, aber Damon hatte es schon wieder vergessen, wandte seine Aufmerksamkeit stattdessen der AusreiÃer-KÃ¼nstlerin zu, die seine Partnerin war.

âDamon, warte.â Alicia hatte das GefÃ¼hl, dass sie ihn anflehen musste, als sie sich zurÃ¼ckzog.

âWarten worauf?â, fragte Damon und legte seinen Kopf leicht zur Seite. Er verfolgte sie langsam, scheinbar ruhigen Schrittes. âDarauf, dass du wieder verschwindest, im ersten Moment, wo ich dir den RÃ¼cken zukehre? Du hast keine Ahnung davon, was sich in der Dunkelheit dort drauÃen noch versteckt. Es ist gefÃ¤hrlich.â

âIch habe mein ganzes Leben dort drauÃen gelebt. Ich bin nicht mehr wehrlosâ¦ du hast dafÃ¼r gesorgt, als du mich verwandelt hast.â Alicia schenkte ihm einen bÃ¶sen Blick, aber zog sich weiter zurÃ¼ck, ihr Selbstvertrauen wurde etwas erschÃ¼ttert, als sie seine Wut fÃ¼hlte. âEs ist ja nicht so, als ob ich vor dir weggelaufen wÃ¤re.â Sie schluckte, als er mit fliegenden Fingern sein Hemd aufzuknÃ¶pfen begann.

Damons Augen wurden schmal, betrachteten sie, als sie hinter das Sofa tratâ¦ als wÃ¼rde es ihn aufhalten kÃ¶nnen. âNun, wo habe ich das schon einmal gesehen?â, fragte er und seine Mundwinkel hoben sich leicht.

Alicia erbleichte, als sie das beÃ¤ngstigende LÃ¤cheln sah, das er ihr schenkte. âIch habe dich gebeten, mich zu ihm zu bringenâ, sagte sie zu ihrer Verteidigung.

âUnd ich erinnere mich genau daran, dass ich dir sagte, nein, noch nicht.â Die Muskeln in Damons Kiefer zeichneten sich deutlich ab, als er sich daran erinnerte, wie sie Micah umarmt hatte. Die Art, wie sie auseinander gesprungen waren, war genau der Grund, wieso er sie nirgendwo in der NÃ¤he des Werpumas haben wollte.

âMicah machte sich Sorgenâ¦ er liebt mich, Damon.â Alicia probierte es mit der ruhigen Methode, denn er lieÃ das Sofa zwischen ihnen stehenâ¦ im Moment. Sie blinzelte, als er plÃ¶tzlich neben ihr warâ¦ auf ihrer Seite des Sofas, und sanft mit seiner HandflÃ¤che Ã¼ber ihre Wange strich.

âUnd du meinst, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, mir das unter die Nase zu reiben?â, fragte Damon mit tÃ¤uschend leichtherziger Stimme.

Alicias Mund Ã¶ffnete sich fÃ¼r eine Entgegnung, aber er war plÃ¶tzlich weg. Sie wirbelte herum, als sie hÃ¶rte, wie die KÃ¼hlschranktÃ¼r zugeschlagen wurde, und sah, wie Damon sich etwas Blut in ein Glas goss. Sie runzelte die Stirn, denn sie wusste, dass er nicht verletzt warâ¦ also wieso trank er Blut?

Nachdem sie ein paar vorsichtige Schritte auf ihn zu gemacht hatte, war sie dann doch nicht mutig genug, die KÃ¼che zu betreten, sondern fragte von der TÃ¼r aus: âWieso trinkst du das?â

Sie beide zuckten zusammen, als das Glas in seiner Hand zerbrach.

Damon schloss seine Augen eine Sekunde lang und riss sie dann schnell wieder auf. âIch bin wÃ¼tend, wie du sicher bemerkt hast, und ich hoffte, dass mir dies die Kraft geben wÃ¼rde, es zurÃ¼ckzuhalten.â Er hob eine Augenbraue, als Alicia die Schnelligkeit, die sie ihm zu verdanken hatte, nutzte, um an ihm vorbei zum KÃ¼hlschrank zu rennen. Einen Moment spÃ¤ter stellte sie ein volles Glas in die Mikrowelle.

Alicia fÃ¼hlte ein Schaudern, als sie sich umdrehte und Damon sie am Schrank gefangen hielt. Er sagte nichtsâ¦ hielt sie einfach nur gefangen, wÃ¤hrend er seinen Kopf zu ihrem Hals senkteâ¦ sie nicht berÃ¼hrte.

âWas machst du?â, flÃ¼sterte sie heiser.

âMich testenâ, antwortete Damon, wÃ¤hrend er einatmete.

âWas testest du?â Sie lehnte ihren Kopf zurÃ¼ck, weg von der Hitze, die er in ihr erzeugte.

Damon drÃ¼ckte sich selbst ein wenig vom Schrank ab, um sie ansehen zu kÃ¶nnen, wÃ¤hrend er antwortete. âUm zu sehen, ob ich meinen Verstand behalten kann, wenn du nach einem anderen Mann riechst.â

Er fing schnell die Hand auf, die nach seinem Gesicht ausgeholt hatte, und riss sie nach vorne. âIch wÃ¼rde das nicht machen, wenn ich du wÃ¤reâ, warnte er. Er lieÃ ihr Handgelenk los, als die Mikrowelle piepte.

Alicia trat zur Seite, sodass er selbst das Glas herausholen konnte. Sie runzelte die Stirn. âEr ist mein Bruderâ¦ das sollte nicht zÃ¤hlen.â

âVielleicht wÃ¼rde es das auch nicht, wenn du ihm nicht gesagt hÃ¤ttest, dass ihr nicht wirklich Geschwister seid.â Das Glas zerbrach wieder in seiner Hand. âVerdammt, ich gebe auf!â, knurrte Damon angespannt, wÃ¤hrend er auf die rote FlÃ¼ssigkeit auf den Fliesen hinuntersah. Er ballte seine HÃ¤nde zu FÃ¤usten an seiner Seite und eilte an ihr vorbei ins Wohnzimmer.

Alicia rieb sich die SchlÃ¤fen, verstand endlich, wieso er, zumindest in seinem eifersÃ¼chtigen Kopf, dachte, dass er das Recht hatte, wÃ¼tend zu sein. Sie hatte nicht gewusst, dass er zugehÃ¶rt hatte, als sie Micah erzÃ¤hlt hatte, dass sie keine Geschwister waren. Sie hatte versucht, Micah aufzumunternâ¦ nicht Damon dazu zu bringen, ihr das ihr restliches Leben vorzuwerfen. Als sie ihren Kopf nach ihm umdrehte, konnte sie ihn vor den riesigen Fenstern stehen sehen.

Damon beobachtete ihr Spiegelbild im Glas, als sie sich ihm nÃ¤herte. Er konnte ein leises Grinsen nicht unterdrÃ¼cken, das seine Lippen verzog, als sie von hinten ihre Arme um ihn schlang. Sie war so klein, dass sie vollstÃ¤ndig hinter ihm verdeckt war. Er hielt eine ihrer HÃ¤nde und zog, bis sie vor ihm stand, mit ihrem RÃ¼cken an seine Brust gedrÃ¼ckt.

âWie lange wusstest du, dass er nicht dein Bruder ist?â, fragte er, wobei er den Blick ihres Spiegelbildes festhielt.

âNur ein paar Stunden bevor ich es Micah erzÃ¤hlte.â Sie schmiegte sich rÃ¼ckwÃ¤rts in die Sicherheit, die seine Arme ihr boten. âWir haben heute Nacht darÃ¼ber gesprochen.â Sie fÃ¼hlte, wie seine Arme sie fester drÃ¼ckten, und fÃ¼gte schnell hinzu: âWir drei sind die einzigen, die es wissenâ¦ abgesehen von Frau Tully, weil sie mich zur Welt geholt hat. Wir beide haben entschieden, dass wir nicht wollen, dass es sonst jemand erfÃ¤hrt.â

âWeise Entscheidungâ, meinte Damon.

Alicia biss sich auf ihre Unterlippe, fragte sich, wie sie es formulieren sollte, damit Damon sie verstand. âAber ich liebe ihn, weiÃt du. Er ist mein groÃer Bruder und wir standen uns schon immer nahe. Du musst mich ihn sehen lassen.â

âMuss ich das?â, fragte Damon neugierig.

Alicia schÃ¼ttelte ihren Kopf und drehte sich dann in seiner Umarmung um, damit sie ihn ansehen konnte. âHÃ¶r mir zuâ, sagte sie leise lÃ¤chelnd. âMicah hat den ersten Platz auf meiner Heldenliste gewonnen, als ich noch ein Kind war, weil er dem Rest meiner Familie nicht zugestimmt hat, als diese mich vor der Welt versteckte. Er kam mich stÃ¤ndig von der Schule abholen, um mich aus diesem GefÃ¤ngnis zu befreienâ¦ manchmal fÃ¼r ganze Wochen. Er schenkte mir die Freiheit, nach der ich mich sehnte.â

Damon vertraute sich selbst nicht genug, um etwas zu sagen, aber sie festzuhalten und die Liebe in ihren violetten Augen leuchten zu sehen, beruhigte seine Wut.

âUnd er ist ein sehr kluger Mann. Er sagte mir, dass ich eines Tages jemanden finden wÃ¼rde, der mir zeigen wÃ¼rde, was wahre Liebe ist.â Alicia hob ihre Hand und legte sie auf Damons Wange. âEr hatte rechtâ¦ nicht wahr? Du wirst mich nicht wegsperren, oder?â

Damon zog sie fest an sich, wickelte sie fest in die Stahlketten, die seine Arme waren, ein. Er starrte aus dem Fenster, von dem aus er Ã¼berblicken konnte, was schnell zu einem sehr gefÃ¤hrlichen Ort wurde. Er hatte seine Dachwohnung verwendet, um sich vor Michael zu versteckenâ¦ jetzt nutzte er sie, um Alicia vor allem zu verstecken, was sie verletzen kÃ¶nnte.

Die Wahrheit warâ¦ nach dem, was letzte Nacht geschehen war, war dieser Ort nicht mehr sicher genug, um etwas, das so wertvoll war, hier zu verstecken. Er wÃ¼rde einen Platz finden mÃ¼ssen, den sie ihr Eigen nennen konnten, und den er vor DÃ¤monen schÃ¼tzen konnte. AuÃerdemâ¦ er freute sich darauf, wieder neben Michael zu kÃ¤mpfen.

âAlso um dein Held zu sein, muss ich dich in einer gefÃ¤hrlichen Stadt voller DÃ¤monen aus den Augen lassen? Das ist unfairâ, tadelte Damon.

âWenn ich mich nicht davonschleichen mÃ¼sste, dann wÃ¼rdest du immer wissen, wo ich binâ, sagte Alicia, dann hielt sie ihren Atem kurz an, ehe sie fortfuhr: âIch will nicht, dass mich etwas an dir stÃ¶rtâ¦ ich liebe dich.â

Damon seufzte leise. âIch liebe dich auchâ¦ deshalb werde ich deiner Freiheit nur unter einigen Bedingungen zustimmen.â

âUnd was wÃ¤ren diese Bedingungen?â, fragte sie skeptisch.

Damon grinste. âIch werde dir beibringen, dich selbst zu schÃ¼tzen, wenn ich nicht da bin.â

âKampftraining?â Alicia konnte nicht verhindern, dass sie aufgeregt klang. âIch bin dabei.â

âDas solltest du, denn du kÃ¤mpfst richtig schlecht.â Als sie versuchte, ihn zu schlagen, nagelte Damon einfach ihre Arme an ihn und fegte mit dem Bein ihre FÃ¼Ãe unter ihr weg. Als er sie langsam auf den Boden legte, fÃ¼hlte er, wie sich in seiner Mitte etwas regte, als er sich Ã¼ber sie beugte.

âWas zu beweisen warâ, sagte er und starrte hinunter in ihre Augen.

Alicia knurrte zu ihm hoch und zeigte ihm theatralisch trotzig ihre ZÃ¤hne, was es fÃ¼r Damon nur noch schwieriger machte, sie nicht gleich hier zu nehmen.

âUnd es wird keine Geheimnisse mehr zwischen uns gebenâ, erklÃ¤rte Damon mit ernstem Blick.

Alicias Knurren verstummte, und sie schenkte ihm ein verlockendes LÃ¤cheln, wÃ¤hrend sie sich unter ihm wand. âIch will dich.â Ihre Stimme war VerfÃ¼hrung pur. Sie wartete, bis sein Griff sich lockerte und seine Lippen sich auf ihre senkten. Schnell rollte sich Alicia herum, wobei sie ihn mitnahm. Sie lieÃ sich schwer auf seinen Unterbauch fallen und grinste, als sie auf ihn hinunter starrte.

âWas zu beweisen warâ, imitierte sie ihn und rekelte sich noch einmal verfÃ¼hrerisch.

âMeinst du?â Damon hob sie beide vom Boden hoch und drÃ¼ckte sie gegen die Wand, ehe sie auch nur blinzeln konnte. Er drÃ¤ngte sein Bein zwischen ihre und schob es nach oben, bis sie auf seinem Oberschenkel ritt. Dann beugte er sich nach vor und saugte ihr sensibles OhrlÃ¤ppchen zwischen seine Lippen, wÃ¤hrend er flÃ¼sterte: âZu dem Spiel gehÃ¶ren zwei.â

Alicia fÃ¼hlte, wie sie innerlich schmolz und sie wiegte sich auf seinem Oberschenkel, wollte mehr. âMir gefÃ¤llt es, wie du mich trainierst.â

Damon knurrte Ã¼ber die erotische Welle, die diese Worte auslÃ¶sten, und presste seine Lippen auf ihre, als er sein Verlangen plÃ¶tzlich nicht mehr zurÃ¼ckhalten konnte. Er wÃ¼rde ihr geben, was sie brauchteâ¦ aber Freiheit stand nicht auf dieser Liste. Nachdem er auch nur einen Bruchteil von dem gesehen hatte, was aus jenem Spalt gekrochen war, wÃ¼rde er jede ihrer Bewegungen beschatten, auch wenn sie es nicht wusste. Wenn sie gedacht hatte, dass er vorher schon Ã¼berfÃ¼rsorglich warâ¦ dann hatte sie keine Ahnung.

Was Damon vor ihr verbarg, war seine eigene Angstâ¦ Angst, dass, wenn er sie aus den Augen lieÃ, er sie nie wiedersehen wÃ¼rde, lebend oder tot. Er hatte den Schmerz, eine Frau, die ihm etwas bedeutete, zu verlieren, schon einmal erfahren, aufgrund von seiner eigenen und Michaels Dummheit. Der Unterschied war, dass Alicia Damon nicht nur viel bedeuteteâ¦ er liebte sie aus tiefstem Herzen.

Er zog sich aus dem Kuss zurÃ¼ck und grinste, dann hob er sie hoch, als sie versuchte, seinen Lippen zu folgen. Er schritt entschlossen auf das Schlafzimmer zu, aber verlor seinen Schwung, als Alicias ZÃ¤hne Ã¼ber seine rechte Brustwarze kratzten und danach ihre warme Zunge darÃ¼ber strich. Ihre zarte Hand streichelte sanft Ã¼ber seine nackte Haut, lieÃ ihn sich nach mehr sehnen.

Als sie sah, dass er grÃ¼ndlich abgelenkt war, wand sich Alicia schnell aus seinen Armen und lieÃ vier dÃ¼nne Kratzer ihrer Klauen quer Ã¼ber seine Brust zurÃ¼ck. Sie waren nicht tief genug, um zu schmerzen, aber sie waren definitiv genug, um sicherzugehen, dass sie genau das bekam, wonach sie sich sehnteâ¦ wenn er sie fangen konnte.

Damon blinzelte, als Alicia plÃ¶tzlich verschwand und er hÃ¶rte, wie die SchlafzimmertÃ¼r sich leise schloss. Seine Augenbraue hob sich, als er auf seine Brust hinunter blickte und zusah, wie die dÃ¼nnen Kratzer verheilten und wieder verschwanden. Er schielte hinÃ¼ber zur SchlafzimmertÃ¼r und seine Augen wurden schmal, als er hoffte, dass sie diese sexuelle Kampftaktik nur an ihm anwenden wollteâ¦ und nicht am Feind.

Alicia hatte die TÃ¼r verschlossen und machte ein paar Schritte zurÃ¼ck, wartete darauf, das Damon sich aufbrach.

âHallo Liebling, hast du mich vermisst?â, flÃ¼sterte Damon in ihr Ohr.

Alicia kreischte Ã¼berrascht und drehte sich zu ihm um, wÃ¤hrend sie ein paar Schritte rÃ¼ckwÃ¤rts machte. Sie starrten einander einen Moment lang an, ehe Alicia Richtung BalkontÃ¼r floh. Damon grinste, als er sie problemlos einholte und seine Arme um ihre Taille schlang, im selben Moment, als sie ihre Hand nach dem TÃ¼rgriff ausstreckte.

Sie wehrte sich, zappelte an ihm in einem halbherzigen Versuch, ihm zu entkommen, und Damon versteifte sich voller Vorfreude. Seine kleine HÃ¶llenkatze wollte verfolgt und liebevoll dominiert werden, und das wÃ¼rde er ihr geben. Er zog sie zurÃ¼ck in seine Brust und grinste, als sie gerÃ¤uschvoll die Luft einsog, als eine Hand auf einer ihrer BrÃ¼ste landete.

âDas war eine sehr hÃ¼bsche Ablenkungâ, meinte Damon nachdenklich, wÃ¤hrend er sein Gesicht an ihren Hals schmiegte. Sanft biss er auf ihre Haut und streichelte ihre Brust, als sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte und stÃ¶hnte. âAber ich hoffe, dass ich der einzige bin, an dem du diesen Trick verwendest.â

Alicia konnte nur atemlos kichern. âKeine Sorge. Ich glaube nicht, dass die Brustwarzen eines DÃ¤mons so gut schmecken wie deine.â

Damon knurrte wÃ¤hrend er den Unterrand ihres T-Shirts packte und es mit einer schnellen Bewegung Ã¼ber ihren Kopf zog.

Alicias Humor flog aus dem Fenster, als Damons HÃ¤nde Ã¼ber ihre Seiten streiften, wÃ¤hrend er ihr T-Shirt Ã¼ber ihren Kopf zog. Sie schrie leise auf, als seine HÃ¤nde wieder zu ihren BrÃ¼sten zurÃ¼ckkehrten und Ã¼ber den Spitzenstoff auf ihren harten Brustwarzen rieben, und sie hob ihm ihre Brust entgegen, um den Druck zu erhÃ¶hen.

Nachdem sie seine Finger direkt auf ihrer Haut fÃ¼hlen wollte, hob sie ihre Hand, um den Haken ihres BHs zu lÃ¶sen. Damon packte ihre Handgelenke und legte sie um seinen Hals.

âLass deine HÃ¤nde daâ, befahl er heiser.

Alicia winselte wieder, als die Hitze seiner HÃ¤nde wieder zu ihrer Brust zurÃ¼ckkehrte, ehe sie langsam Ã¼ber ihren Bauch glitt. Sie stÃ¶hnte laut, als er eines ihrer Beine mit einer Hand hob, wÃ¤hrend die andere sanft Ã¼ber den Schritt ihrer Jeans strich. Er berÃ¼hrte sie kaum, aber das flÃ¼sternde GefÃ¼hl genÃ¼gte, und sie wÃ¤re fast schon gekommen. Ihre HÃ¼ften bewegten sich mit seiner Hand, flehten um mehr Druck.

Damon lieÃ ihr Bein plÃ¶tzlich los und Ã¶ffnete den Haken an ihrem BH, zog das KleidungsstÃ¼ck weg und warf es Ã¼ber seine Schulter. Alicias HÃ¤nde halfen ihm, sie ihrer Jeans zu entledigen und bald lagen sie vergessen irgendwo am Boden. Es dauerte nicht lange, ehe nichts mehr sie beide voneinander trennte und Alicia genoss das GefÃ¼hl seiner Haut auf ihrer.

Sie zuckte zusammen, als sich die BalkontÃ¼r plÃ¶tzlich Ã¶ffnete und sie nach drauÃen in die kÃ¼hle Nachtluft getragen wurde. âDamon, was machst du?â, fragte sie scharf.

âDu wolltest doch nach drauÃen, oder nicht?â, fragte er leise, wÃ¤hrend er sie hochhob und sie auf das breite GelÃ¤nder setzte, das Gesicht ihm zugewandt.

Alicia hielt Damons Handgelenk fest, als sie den kÃ¼hlen Wind fÃ¼hlte, der Ã¼ber ihre Brustwarzen strich. âWas, wenn uns jemand sieht?â, fragte sie und sah sich zwischen den anderen GebÃ¤uden um, fÃ¼hlte sich ausgeliefert.

âDann hat er ein teures Fernglas und verdient es, zuzusehenâ, sagte Damon grinsend und lieÃ seinen Blick Ã¼ber ihren KÃ¶rper streichen. Er drehte seine Hand, sodass er nun Alicias Handgelenk umklammerte, dann hielt er auch ihre andere Hand fest, damit sie keine Angst zu haben brauchte, dass sie fallen kÃ¶nnte. âDann wollen wir ihm eine fantastische Show bieten.â

Damon beugte sich nach vor und saugte ihre Brustwarze in seinen Mund, wÃ¤hrend er sie nach hinten drÃ¼ckte. Er wurde schnell belohnt, als sie ihre Beine um seine HÃ¼fte schlang, um nicht zu fallen. WÃ¤hrend der denkende Teil ihres Gehirns wusste, dass er sie nie fallen lassen wÃ¼rde, war es nur natÃ¼rlich Angst davor zu haben.

Damon kÃ¼sste sich langsam einen Weg Ã¼ber ihren KÃ¶rper hinunter, wobei er mehrmals anhielt, um seinen Lieblingsstellen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Er drÃ¤ngte seine Schultern zwischen ihre Beine und starrte auf das Geschenk vor ihm. Als er seine Lippen an ihre feuchte Hitze drÃ¼ckte, wurde er mit einem summenden StÃ¶hnen der Lust belohnt.

Alicia warf ihren Kopf in den Nacken und schrie auf, als seine Zunge Ã¼ber sie strich. Sie kippte ihre HÃ¼fte nach vor, vergaÃ dabei, dass sie weit Ã¼ber den StraÃen der Stadt hing, und Ã¶ffnete ihre Beine nur noch weiter, um Damon einen besseren Zugang zu geben. Sein zufriedenes Knurren war mehr als genug, um sie beinahe die Kontrolle verlieren zu lassen.

Ein WindstoÃ fegte Ã¼ber sie, sodass ihr Haar um ihren Kopf schwamm und auch noch ihre Kopfhaut stimulierte. Es war beÃ¤ngstigend, berauschend und der Gedanke, dass jemand sie sehen kÃ¶nnte, nahm eine andere Wendungâ¦ erregte sie mehr als alles, was sie je gefÃ¼hlt hatte.

*****

Angelica und Zachary betraten das Schloss, fÃ¼hlten sich vÃ¶llig erschÃ¶pft. Ren hatte ihnen aufgetragen, nach Hause zu gehen und sich auszuruhen. TEP wÃ¼rde in Schichten arbeiten, um die entkommenen DÃ¤monen auszulÃ¶schen, damit niemand sich Ã¼beranstrengte. Keiner von ihnen hatte gehen wollen, aber sie wussten, dass Ren recht hatteâ¦ dies war nicht die Art Arbeit, bei der man einschlafen sollte. Es wÃ¼rde dir nicht den Job kostenâ¦ nur das Leben.

âEndlich wieder zu Hauseâ, gÃ¤hnte Angelica.

Die TEP-Mitglieder, die mit ihnen zurÃ¼ckgekommen waren, stimmten Angelica still zu, wÃ¤hrend sie sich im Schloss verteilten, um zu schlafen oder Essen aufzutreiben. Angelica entschied sich dafÃ¼r, zurÃ¼ck zum Labor zu gehen, um nach Jason zu sehen, nachdem sie ihn dort bewusstlos zurÃ¼ckgelassen hatte. Sie lÃ¤chelte, als sie sah, dass jemand ihn auf das Sofa gelegt hatte, das an der Wand stand.

âEr wird wohl noch eine Weile schlafenâ, sagte Zachary hinter ihr.

Sie fuhr mit den Fingern durch Jasons weiches, blondes Haar, als wÃ¤re er ein Kind. Menschen wie ihn zu retten, war fÃ¼r sie der vorrangige Grund gewesen, weshalb sie Ã¼berhaupt erst damit begonnen hatte, gegen DÃ¤monen zu kÃ¤mpfen. Sie wÃ¼nschte nur, dass er unangetastet bleiben hÃ¤tte kÃ¶nnen, anstatt herausfinden zu mÃ¼ssen, dass die Monster unter seinem Bett echt waren. Sie hatte schon als Kind gewusst, dass sie echt waren. Und wenn es nach ihr gingâ¦ war es nicht schÃ¶n, das zu wissen.

Ihre Lippen hoben sich zu einem dankbaren LÃ¤cheln, als sie sich an den Tod des DÃ¤mons erinnerte, der Jason zum Sterben markiert hatte. Sie musste zugeben, dass Syn ganz praktisch warâ¦ zu dumm, dass er auÃerdem geistig gestÃ¶rt war.

âGeh und versuch ein wenig zu schlafenâ, sagte Zachary leise. âWir haben eine Menge Arbeit vor uns und wir brauchen alle fit und ausgeruht.â

Angelica nickte und ging zu ihrem Schlafzimmer am anderen Ende des Ganges. Sie blicke von dem riesigen Bett an sich hinunter und entschied, dass eine Dusche nÃ¶tig sein wÃ¼rde, um den Gestank von DÃ¤monen von ihrem KÃ¶rper zu waschen.

Leise trat sie in ihr privates Badezimmer, drehte das heiÃe Wasser auf und entledigte sich ihrer Kleider, ehe sie im Spiegel nach Wunden an ihrem KÃ¶rper suchte. Keine zu finden, nach all den KÃ¤mpfen, in die sie in den letzten Stunden verwickelt worden war, Ã¼berraschte sie sehr. Wieder erschien das Bild von dem Mann, der sie die ganze Nacht beschattet hatte, um sie herauszufordernâ¦ Syn.

Jedes Mal, wenn einer der DÃ¤monen sie treffen hÃ¤tte kÃ¶nnenâ¦ war er dagewesen um einzuschreiten. Was sie am meisten verstÃ¶rte, war die Tatsache, dass immer, wenn sie ihn nicht gesehen hatteâ¦ sie sich dabei ertappt hatte, wie sie nach ihm suchte.

Sie drehte sich um und trat in den heiÃen Regen, wÃ¤hrend sie versuchte, den Mann, der beschlossen hatte, ihr Schild gegen die DÃ¤monen zu werden, aus ihrem Kopf zu verdrÃ¤ngen. Sie hatte schon vor langer Zeit gelernt, nur sich selbst zu vertrauen, damit sie nicht enttÃ¤uscht werden konnte. Sie wÃ¼rde diese Theorie nicht so schnell verwerfen.

Sie wusch ihren KÃ¶rper bis ihre Haut rosig leuchtete und machte sich dann an ihr Haar. Angelica konnte ein StÃ¶hnen nicht unterdrÃ¼cken, als ihre NÃ¤gel Ã¼ber ihren Skalp kratzten und sie schloss genÃ¼sslich ihre Augen. WÃ¤re sie aufmerksamer gewesen, hÃ¤tte sie den Schatten einer dunklen Gestalt gesehen, die direkt auf der anderen Seite der beschlagenen GlastÃ¼ren der Dusche stand.

Syn stand vÃ¶llig regungslos in dem dampfenden Badezimmer und beobachtete Angelica, die etwas so SelbstverstÃ¤ndliches machte und daraus Lust gewann. Es erinnerte ihn an die vielen Male, wo er ihr Haar gewaschen hatte und sie seine BerÃ¼hrung genossen hatte.

Er legte eine Hand auf das Glas, das sie trennte, fÃ¼hlte das BedÃ¼rfnis, sie zu berÃ¼hren, das in ihm immer grÃ¶Ãer wurde. FÃ¼r einen Sonnengott hatte das Konzept von Zeit nicht dieselbe Bedeutung wie fÃ¼r Menschen; daher war seine Rasse meistens sehr geduldigâ¦ aber selbst GÃ¶tter hatten ihre SchwÃ¤chen. Seine war innerhalb seiner Reichweite und sehr nackt.

Angelica spÃ¼rte plÃ¶tzlich eine heiÃe Flamme zwischen ihren Oberschenkeln und schloss ihre Augen, liebte das vertraute, aber doch seltene GefÃ¼hl. Schnell seifte sie wieder einen Lappen ein und strich damit Ã¼ber ihre BrÃ¼ste, die unter ihrer BerÃ¼hrung anschwollen.

Sie lieÃ den Lappen zu Boden fallen und gab Seife in ihre HÃ¤nde, mit denen sie dann ihre BrÃ¼ste massierte. Als sie ihre Finger einen nach dem anderen Ã¼ber ihre Brustwarzen streichen lieÃ, Ã¶ffneten sich ihre Lippen und ihr Atem ging schneller.

Syn beobachtete eine ihrer HÃ¤nde, die sich von ihrer Brust senkte und zwischen ihre Oberschenkel glitt, in dem Versuch, die Hitze, die er in ihr erzeugt hatte, ertrÃ¤glicher zu machen. Sein Blick wanderte langsam nach oben, wo sie auf ihre Unterlippe biss, um einen Aufschrei zu unterdrÃ¼cken, wÃ¤hrend sie scharf einatmete. Syn bewegte seine Hand liebevoll Ã¼ber das Glas und lÃ¤chelte gemein, als ihre Hand zwischen ihren Beinen die Bewegungen nachahmte.

Angelica lehnte sich zurÃ¼ck gegen das Glas der Dusche, als ihre Finger ihren Lieblingspunkt fanden und mit kreisenden Bewegungen darÃ¼berstrichen. Dies war wirklich nicht das erste Mal, dass sie dies machte, und es war schon eine Weile her, aber so gut hatte es sich noch nie angefÃ¼hlt.

Sie dachte wieder daran, dass sie eines Tages jemanden finden kÃ¶nnte, mit dem sie dies machen konnte, und Syns Bild blitzte vor ihrem inneren Auge auf. Die Erinnerung an seine dunklen Augen und sein langes, dunkles Haar lÃ¶ste die Spannung in ihrem Unterbauch explosionsartig und sie Ã¶ffnete ihren Mund zu einem stillen Schrei, als sie kam. Es kostete ihr alle Kraft, auf den Beinen zu bleiben, als sie fÃ¼hlte, wie heiÃe FlÃ¼ssigkeit Ã¼ber ihre Finger rann und ihr KÃ¶rper noch ein paar Mal lustvoll zuckte.

Nach mehreren Minuten drehte Angelica das Wasser ab und Syn verschwand in dem Moment, als sie die TÃ¼r zur Duschkabine Ã¶ffnete. Sie nahm ein Handtuch und wickelte es um sich, als sie ihr Spiegelbild erblickte. Es war aber nicht ihr KÃ¶rper, der ihre Aufmerksamkeit auf sich zogâ¦ es war der Handabdruck auf der beschlagenen GlastÃ¼r hinter ihr.

Sie wirbelte herum und runzelte die Stirn, dann hob sie ihre Hand, um sie in den Abdruck auf der TÃ¼r zu legen. Ihre Stirn legte sich in tiefe Furchen, als sie erkannte, dass der Abdruck viel grÃ¶Ãer war als ihre Hand. Dieser Ort war gegen das BÃ¶se abgeschirmtâ¦ zumindest hatte Storm ihnen das versichert. WÃ¼rde das nicht bedeuten, dass ihr Voyeur auf der Seite der Engel war?

Sie trat von der Dusche zurÃ¼ck, aber entschied, dass sie sich spÃ¤ter den Kopf darÃ¼ber zerbrechen wollte. Obwohl sie sich schon viel besser fÃ¼hlte, wÃ¼rde nur Schlaf helfen, ihre Akkus wieder aufzuladen.

Nachdem sie ihr Haar getrocknet und gebÃ¼rstet hatte, kehrte sie zurÃ¼ck ins Schlafzimmer und holte ihr schwarzes, Ã¼bergroÃes Nachthemd aus der Kommode, lÃ¤chelte Ã¼ber den Namen ihrer liebsten Rockband auf der Vorderseite. Zu diesem Rockkonzert zu gehen, war eines der wenigen normalen Dinge gewesen, die sie als Jugendliche gemacht hatte, und die Erinnerung daran hatte einen speziellen Platz in ihrem Herzen.

Sie zog es an und ging dann langsam zum Bett, grinste, als sie die Decke zurÃ¼ckzog und die Lampe ausschaltete. Mit der Hand suchte sie im Dunklen ihren i-Pod, drehte die LautstÃ¤rke leiser und lieÃ das Lied Evil Angel die Stille erfÃ¼llen. Nachdem sie sich tief in die weiche Matratze gekuschelt hatte, schloss sie ihre Augen und lieÃ sich in den Schlaf singen.

Syn trat aus den Schatten des Zimmers und nÃ¤herte sich dem Bett, wÃ¤hrend er dem Lied lauschte. Sie hatte gewusst, dass er da war und vertraute ihm genug, um nichts dagegen zu tun. Dies war ein weiteres Zeichen dafÃ¼r, dass ihre wahre Seele erwachte.

Er hatte ihre Bemerkung âendlich zu Hauseâ vorhin gehÃ¶rtâ¦ und seine Gedanken waren fast die gleichen wie Damons. Damon brauchte ein Zuhause fÃ¼r seine neue Partnerin Alicia, und Angelica wÃ¼rde dasselbe brauchen, wenn sie endlich wieder sein war. Kane und Tabathaâ¦ wieder dasselbe Dilemmaâ¦ die Frauen mussten Ã¼ber alles beschÃ¼tzt und geliebt werden.

âDamonâ, rief Syn in Gedanken, wÃ¤hrend er sich vom Bett abwandte und sich dem Fenster nÃ¤herte. âEs ist Zeit, ein neues Zuhause fÃ¼r unsere Familie zu suchenâ¦ die Familie beginnt zu wachsen.â Damons Nachdenken konnte er durch die geistige Verbindung fÃ¼hlen, ehe Syn spÃ¼rte, wie sein Sohn zu einem Entschluss kam.

âIch glaube, ich kenne da den perfekten Ortâ, antwortete Damon, wÃ¤hrend er Alicia noch ein StÃ¼ck nÃ¤her an sich zog. âIch werde mich morgen darum kÃ¼mmern.â

Syns KÃ¶rper schien sich in der sanften Brise, die durch das Fenster wehte, aufzulÃ¶sen, nur um dann am Dach wiederzuerscheinen. Er spazierte entlang der Festungsmauern, die den Innenhof des Schlosses umgaben, wobei er ab und zu stehenblieb, um in den Himmel hinauf oder auf das Meer hinunter zu sehen.

Als er eine alte, bekannte Aura hinter sich fÃ¼hlte, drehte Syn seinen Kopf, um Ã¼ber seine Schulter zu sehen.

âLange nicht gesehenâ, sagte Storm leise. âIch bin froh, dass du deine Seelenfreundin gefunden hast.â Er hatte gewusst, dass Syn kommen wÃ¼rde, um sie zu holen, darum hatte er Zachary vor all der Zeit aufgetragen, sie zu beschÃ¼tzen.

Syns Mundwinkel bogen sich etwas nach oben. âIch sehe, du hast neue Rekruten fÃ¼r deine Armee gefundenâ¦ sie sind ziemlich jung, oder?â

Storm zuckte die Schultern. âNicht jÃ¼nger als deine SÃ¶hne, als du ihnen die Ewigkeit schenktest.â

âWas willst du, Zeitreisender?â Sein Tonfall enthielt eine Warnung Ã¼ber seine Laune.

âDu warst dort. Du hast gesehen, was aus dem Spalt gekommen istâ, stellte Storm fest.

Syn schenkte ihm einen gelangweilten Blick. âMir sind deine unbedeutenden, kleinen Kriege egal.â

Storm kannte die Wahrheit hinter diesen Worten. Er hatte sie von Syns eigenen Lippen gehÃ¶rtâ¦ obwohl es in der Zeitachse des Sonnengottes noch nicht geschehen war. Syn wÃ¼rde ihm eines Tages erzÃ¤hlen, dass das letzte Mal, als er mit jemandem im Krieg gewesen warâ¦ er seinen eigenen Planeten zerstÃ¶rt hatte. Der einzige Grund, weshalb Syn dieses Geheimnis mit ihm geteilt hatte, war, weil sie beide GÃ¶tter waren. Aber im Momentâ¦ half es ihm, Syn besser zu verstehen.

âAngelica will die Menschen beschÃ¼tzen, weil sie als eine von ihnen aufgezogen wurdeâ¦ viele Male schon, obwohl sie sich nicht an ihre vergangenen Leben erinnert. Deine Kinder zeigen ebenfalls Schutzinstinkte fÃ¼r die Unschuldigenâ¦ und du auch, wie ich weiÃâ, flÃ¼sterte Storm ruhig. Die Tatsache, dass Syn nicht verschwunden war, bedeutete, dass er ihm zuhÃ¶ren wollte.

Syn korrigierte den Zeitreisenden nicht, noch fragte er, woher er seine Informationen hatte. Ein Zeitreisender konnte alle Resultate sehen, wenn er danach suchen wollte. Wenn Storm sich um die Zukunft sorgte, dann gab es einen Grund dafÃ¼r. âWas ist deine Prophezeiung?â

âDie Menschen suchen immer nach dem Garten Eden, doch sind sie so eingebildet, dass sie nicht bemerken, dass sie drinnen sind. Es war immer unsere Aufgabe, als ihre BeschÃ¼tzer, die Schlangen hinauszuwerfen. Die Menschen haben nicht die Macht, sich selbst zu schÃ¼tzen. Wenn wir ihnen nicht helfen, dann werden die DÃ¤monen diesen Ort in eine Stadt aus Blut verwandeln.â

âUnd es wird damit nicht aufhÃ¶renâ, schlussfolgerte Syn in einem weichen FlÃ¼sterton.

Storm wischte das Blut weg, das nun wie TrÃ¤nen aus seinen Augen tropfte. Der Grund, weshalb sein Kopf nicht explodierte, war, dass er mit einem anderen Gott sprach, der die Geheimnisse nicht teilen wÃ¼rde.

âEinige der DÃ¤monen, die aus diesem Riss zwischen den Dimensionen geklettert sind, haben diese Welt im Mittelalter beinahe zerstÃ¶rtâ¦ wir hÃ¤tten beinahe gegen sie verloren.â Storm lieÃ das Gewicht dieser Aussage zwischen ihnen hÃ¤ngen.

âIch erinnere michâ, sagte Syn.

âDann erinnerst du dich auch an diejenigen, die freiwillig in die Unterwelt gingen, um die Absperrung zu schÃ¼tzen und die DÃ¤monen davon abzuhalten, zurÃ¼ckzukehrenâ, erinnerte Storm ihn.

Syn nickte. âDie BrÃ¼derâ¦ wie kÃ¶nnte man sie vergessen.â

âSie sind nun in diese Welt zurÃ¼ckgekommen, als sie die flÃ¼chtenden DÃ¤monen verfolgten. Wieder haben die BrÃ¼der bereitwillig geschworen, zu helfen, diese Welt von der Gefahr der DÃ¤monen zu befreien. Du und ich, wir sind wahrscheinlich die einzigen Kreaturen, die es auf dieser Welt noch gibt, die ehrlich sagen kÃ¶nnen, dass unsere Macht etwa gleich groÃ ist wie ihre. WÃ¼rdest du dich abwenden und deine Macht aus egoistischen GrÃ¼nden verstecken?â

âIch kÃ¶nnte meine Familie nehmen und diesen Ort deinem Krieg Ã¼berlassenâ, warnte Syn.

âUnd ich kann dir einen Grund geben, zu bleibenâ, entgegnete Storm. âDu hast hier nun drei Kinder bei dirâ¦ aber du hast viele in Raum und Zeit verloren. Ich kann dir deine verlorenen Kinder anbieten.â

Syn drehte seinen Kopf, um den Zeitreisenden anzusehen, aber als er das Blut sah, das diese Unterhaltung hervorrief, schaute er schnell wieder weg. âSieh zu, dass du wieder zu KrÃ¤ften kommstâ¦ dann werden wir meine Kinder zurÃ¼ckholen.â

Storm lÃ¤chelte, als er von dem Dach verschwand.

*****

Ren betrat sein privates BÃ¼ro und lieÃ sich schwer auf den Stuhl an seinem Schreibtisch fallen. Es war eine lange Nacht gewesen und nur weil die Sonne in ein paar Minuten aufgehen wÃ¼rde, bedeutete das noch lÃ¤ngst nicht, dass sie vorbei war. Es gab nun eine andere Art von Dunkelheit.

Er hatte sich selbst versprochen, dass er alleine arbeiten wÃ¼rdeâ¦ den anderen TEP-Mitgliedern keine Aufmerksamkeit widmen wÃ¼rde. Aber als er sich umsah unter denen, die neben ihm kÃ¤mpften, konnte er fÃ¼hlen, wer schwach wurde, und wer die Kraft hatte, noch lÃ¤nger in der Schlacht zu bleiben.

Niemand widersprach ihm, als er begann, einige zurÃ¼ck zum Schloss zu schickenâ¦ einige sahen sogar dankbar aus. Er hatte Hunter aufgetragen, zu gehen und sich zu erholen, als dieser verletzt worden war. Der Indianer war dickkÃ¶pfig und hatte niemandem von seiner Wunde erzÃ¤hlt, aber Ren konnte das Blut riechen. Trevor war fast im Stehen in Ohnmacht gefallen. Gespenster konnten einem die Lebensenergie fÃ¼r eine Weile rauben.

Zum GlÃ¼ck war VerstÃ¤rkung in letzter Minute gekommen und Ren hatte sich zurÃ¼ckgezogen, musste das Toben der Schlacht aus seinem Kopf waschenâ¦ er konnte jedermanns Emotionen fÃ¼hlen, auch den Blutdurst der DÃ¤monen. Jetzt, wo er innerhalb der Mauern des Schlosses war, konzentrierte er sich auf die MÃ¤chte, die ihn umgaben, und lÃ¤chelte. Eine von ihnen war die Gabe, Emotionen zu unterdrÃ¼cken. Wenn er herausfinden konnte, wer es war, dann wÃ¼rde er ihm die Hand schÃ¼tteln.

Das brachte ihn zu einer weiteren Schlussfolgerungâ¦ nicht alle, die hier im Schloss waren, hatten eine TEP-Akte. Aber das war in Ordnung, er hatte auch keine.

Als er hoch zur Decke blickte, fÃ¼hlte er fÃ¼nf unterschiedliche Lebensenergien im dritten Stock. Er fragte sich, wer dort sein kÃ¶nnte, nachdem Storm ihm gesagt hatte, dass jenes Stockwerk abgesperrt war, und nicht betreten werden durfte. Ren hatte sich sogar die BauplÃ¤ne angesehen, um nach einer versteckten TÃ¼r zu suchen, aber nichts gefunden.

Er hatte auch nicht vor, seine Zeit damit zu verschwenden, jedes Buch aus dem Regal zu ziehen, oder an jede Wand zu klopfen, um sie zu finden. Versteckte TÃ¼ren blieben aus einem Grund versteckt. Wenn, wer auch immer dort oben war, alleine gelassen werden wollte, dann wÃ¼rde Ren diesen Wunsch respektieren.

Die Luft im Zimmer schlug Wellen und Ren schielte hinÃ¼ber zu Storm, der nun auf der Tischkante saÃ. Er starrte den Zeitreisenden bÃ¶se an, als er das Blut sah, das aus Storms Nase rann, und das dieser versuchte aufzuhalten.

âHast du schon wieder Geheimnisse ausgeplaudert?â, fragte Ren mit einem leichten Knurren in seiner Stimme.

Storm ignorierte den Blick und die Frage, sondern saÃ einfach nur da, bis seine Nase endlich aufhÃ¶rte zu bluten. Nachdem er das Taschentuch in den Papierkorb geworfen hatte, betrachtete er Ren mit einem wissenden Ausdruck auf seinem Gesicht, dann schielte er nachdenklich hoch zur Decke.

âDu fragst dich, wie sie dort rauf gekommen sind, nicht wahr?â, grinste er. âSie wollen nicht die EingangstÃ¼ren benutzen, wenn sie kommen und gehenâ¦ Fenster scheinen ihnen besser geeignet.â

âWer auch immer sie sind, du scheinst froh zu sein, dass sie hier sind.â Ren hob neugierig eine Augenbraue.

Storms Gesichtsausdruck wurde ernst. âUnterschÃ¤tze sie nichtâ¦ sie haben ihre GrÃ¼nde dafÃ¼r, so zu sein, wie sie sind. Wenn sie mit den TEP-Teams reden wollen, werden sie es tun.â

âAber sie sind nicht Teil des TEP.â Ren brauchte eine BestÃ¤tigung.

Storm schÃ¼ttelte seinen Kopf. âNein, sind sie nicht.â

âGut.â Ren zuckte die Schultern. âWER sind sie?â

âDie Legenden sagen, dass sie die ursprÃ¼nglichen Bewacher des Siegels zwischen den Welten waren. Bis heute Nacht waren sie in der Welt der DÃ¤monen, um zu verhindern, dass das Siegel von deren Seite geÃ¶ffnet wird.â

Ren nickte und lehnte sich in seinem Stuhl zurÃ¼ck, entschied, dass er die Fragestunde beenden wÃ¼rde, nachdem Storm sowieso schon kÃ¼rzlich seinen Schwur gebrochen hatte, dem zufolge er nicht Ã¼ber die Zukunft sprechen durfte. Seine Augen begannen zu brennen, weil er so lange nicht geschlafen hatte, aber es wÃ¼rde noch eine Weile dauern, ehe er zur Ruhe kommen konnte.




Kapitel 2


Zachary lehnte an dem GelÃ¤nder oben an der Treppe und sah hinunter auf die Haupthalle. Er hielt den Atem an, als er eines der jÃ¼ngsten und neuesten Mitglieder des TEP erblickteâ¦ Tiara. Sie war immer schon ein inoffizielles Mitglied des TEP gewesen, obwohl sie als Kind keine MÃ¤chte gehabt hatte und nie an irgendwelchen FÃ¤llen gearbeitet hatte.

Aufgrund der GeisterbeschwÃ¶rer-FÃ¤higkeiten ihrer Mutter, war Tiara ihr ganzes Leben lang mit dem TEP-Team herumgeschleppt worden.

Er hatte von einigen anderen gehÃ¶rt, dass es ein wenig so war, wie die verzogenen Kinder von MilitÃ¤r-Befehlshabernâ¦ nur besser beschÃ¼tzt. WÃ¤hrend die Eltern in den Krieg zogen, wurde das Kind an einem sicheren Ort aufbewahrtâ¦ meistens ein Hotelzimmer, das von der CIA bewacht wurde. Es gab da diese Sache, wenn man anders warâ¦ manchmal machte es das Leben viel schwieriger, wenn man einer der letzten seiner Art war. Es fÃ¼hrte hÃ¤ufig dazu, dass die stÃ¤rksten Instinkte zum Vorschein kamenâ¦ Ã¼berleben und die Nachfahren beschÃ¼tzen.

Alle TEP-Mitglieder hatten Feindeâ¦ es war einer der Nachteile davon, wenn man ein professioneller DÃ¤monenmÃ¶rder war. Diese Feinde hatten schon vor langer Zeit gelernt, dass die schnellste MÃ¶glichkeit, die Aufmerksamkeit eines Rivalen zu erlangen, war, dessen Kind zu stehlen. In diesem Fall wÃ¤re es ein DÃ¤mon, der das Kind eines TEP-Mitglieds stahl, das sich mit ihm angelegt hatte. Es war richtig unangenehm, diese Lektion lernen zu mÃ¼ssen, und dass Kinder abgeschieden gehalten wurden, war der Preis, den man dafÃ¼r bezahlen musste.

Soweit Zachary das mitbekommen hatte, war Tiara eines der am besten bewachten Kinder von allen gewesen. Selbst er hatte sie nur wenige Male gesehen und er hatte praktisch Ã¼berall Zugang.

Nun, das Fehlen jeglichen Kontakts konnte auch darauf zurÃ¼ckgefÃ¼hrt werden, dass er die letzten zehn Jahre lang alles getan hatte, um ihrer Mutter Myra aus dem Weg zu gehen. Aber Tiara hatte immer jemanden gehabt, der sie auf Schritt und Tritt verfolgte, besonders in den seltenen FÃ¤llen, wo sie sich dem Rest der Organisation zeigte.

Nach Myras Tod vor erst ein paar Wochen, hatte sich ihr Team auf andere Bereiche des TEP aufgeteilt, wie es Tradition war, wenn der AnfÃ¼hrer eines Teams starb. Das zu einer goldenen Regel zu machen, hatte Ablenkungen und Komplikationen deutlich verringertâ¦ zumindest sagte man das.

Er selbst war eher ein freier Mitarbeiter, eine Waffe zum Mieten, und er arbeitete am besten, wenn er alleine war. Angelica war die einzige Person, die er in seinem Leben regelmÃ¤Ãig begleitet hatte, denn sie durchschaute die Maske, die er trugâ¦ die Maske, die alle dazu brachte, zu glauben, dass er etwas wie ein Clown war.

Myras GeisterbeschwÃ¶rer-FÃ¤higkeiten waren in dem Moment, als sie starb, auf ihr einziges Kind Ã¼bergegangen. Tiara hatte die ZÃ¼gel in die Hand genommen und hatte sich, indem sie hier aufgetaucht war, zu einem permanenten Mitglied des TEP erklÃ¤rt. Er dachte, dass es ein wenig merkwÃ¼rdig war, dass sie so schnell Ã¼ber den Tod ihrer Mutter hinwegkamâ¦ man sollte meinen, dass sie noch trauerte.

Zachary hatte ihre Mutter im Geheimen mehrmals an der Arbeit gesehen. Er war damals noch ein Jugendlicher gewesen, ungefÃ¤hr sechzehn genau genommen. Er erinnerte sich noch immer daran, wie er das erste Mal beobachtet hatte, wie Myra einen Toten auferstehen hatte lassen. Sie hatte es getan, um den Aufenthaltsort des DÃ¤mons herauszufinden, der das Opfer getÃ¶tet hatte, dass sie wiederbelebt hatte. Zachary erschauderte, als er sich an jene Nacht erinnerteâ¦ sie hatte ihn mit Angst erfÃ¼llt und mit einer Sehnsucht nach dem Leben nach dem Tod. Noch immer hatte er AlbtrÃ¤ume davon.

Myra war die schÃ¶nste und geheimnisvollste Person gewesen, die er je getroffen hatte, und er fÃ¼hlte sich zu ihr hingezogenâ¦ so wie viele andere MÃ¤nner auch. Er hatte gesehen, wie andere MÃ¤nner darum bettelten, dass sie in ihr Team fÃ¼r die Nacht aufgenommen wurden, weil sie hofften, dass sie dabei mit ihr schlafen konnten.

Den GerÃ¼chten zufolge waren diejenigen, mit denen sie schlief, mehr als nur einfach Liebhaber oder One-Night-Standsâ¦ damit verbunden war auch eine tiefe Freundschaft, die dafÃ¼r sorgte, dass die Gruppe zusammenhielt, auch wenn sie gerade nicht im Einsatz waren. Es war fast unmÃ¶glich, in ihr Team zu kommen, denn MÃ¤nner verlieÃen sie nie freiwilligâ¦ nur im Leichensack.

Die TEP-Mitglieder mit Frauen oder Partnerinnen durften sie nie auf einer Mission begleiten und schon gar nicht ein festes Mitglied ihres Teams werden. Die Toten schienen sich ebenfalls um sie zu versammeln, als wÃ¼rden sie dem Gesang einer Sirene folgen. Leider waren auch DÃ¤monen anfÃ¤llig fÃ¼r den Gesang. Es war meist ein mÃ¤chtiger DÃ¤mon, der die Toten Ã¼berhaupt erst auferweckt hatte, und wenn seine Untergebenen zu ihren GrÃ¤bern zurÃ¼ckgerufen wurden, folgte der DÃ¤mon ihnen meist, um zu sehen, wer von ihm stahl. Das war der Grund, wieso Myra nie alleine auf FriedhÃ¶fe und in LeichenhÃ¤user gelassen wurde.

Das dritte Mal, wo Zachary als Teil ihres Teams ausgewÃ¤hlt worden war, war er zu spÃ¤t gekommen, weil er unterwegs durch einen Kampf mit einem anderen DÃ¤mon aufgehalten worden war. Als er in den Friedhof kam, hatte er etwas beobachtet, von dem er wusste, dass er es nicht sehen hÃ¤tte sollenâ¦ sogar aus der Entfernung.

Myra hatte den Friedhof eben wieder schlafen gelegt, als ihre GeisterbeschwÃ¶rung von einem sehr mÃ¤chtigen DÃ¤mon beantwortet wurde.

Die anderen TEP-Mitglieder, die anwesend waren, stÃ¼rzten plÃ¶tzlich zu Boden, durch eine unsichtbare Macht bewusstlos geschlagen. Zachary war noch jung gewesen, hatte erst wenige DÃ¤monen, deren ZerstÃ¶rung er sich rÃ¼hmen konnte, und versteckte sich schnell hinter einem Grabsteinâ¦ wusste nicht, was er sonst tun hÃ¤tte sollen. Die Macht, die der DÃ¤mon ausstrahlte, war etwas, was er noch nie zuvor gefÃ¼hlt hatte, und er wusste, dass es einer der wenigen MeisterdÃ¤monen sein musste, die noch auf der Erde wandelten.

Nachdem einige Augenblicke lang nichts geschehen war, sammelte er all seinen Mut und schielte um die Kante der Grabmarkierung.

Die Schatten vor Myra zitterten, fast so als wÃ¼rden sie voller Vorfreude atmen. In diesem Moment erschien ein groÃer, gutaussehender Mann mit langem, silbernen Haar, fast wie Myras, aus der Dunkelheit. Selbst Ã¼ber die Entfernung zwischen ihnen konnte Zachary erkennen, wie der DÃ¤mon Myra anstarrteâ¦ als wollte er sie vernaschen. Dann nÃ¤herte sich der DÃ¤mon der GeisterbeschwÃ¶rerin, die soeben seine Zombies und Geister zur Ruhe gesetzt hatte.

Die Panik, die durch Zachary schoss, lÃ¤hmte seine Gedanken, und vor unkontrollierter Wut sprang Feuer in seine HÃ¤nde. Er kam aus seinem Versteck und eilte verzweifelt los, um die Frau zu retten, die er beschÃ¼tzen sollte.

Zachary hatte nicht gewollt, dass der DÃ¤mon Myra verletzte, und hatte fest vor, sie zu retten, selbst wenn er den gesamten Friedhof abfackeln musste, um das zu erreichen. Aber der DÃ¤mon hatte andere PlÃ¤ne. Er drehte langsam seinen Kopf und der Blick aus seinen eindrucksvollen, silbernen Augen, traf den von Zachary.

Zu Zacharys Schrecken ging sein Feuer ausâ¦ und gleichzeitig verlor er die Kontrolle Ã¼ber seinen eigenen KÃ¶rper. Obwohl er mit aller Kraft dagegen ankÃ¤mpfte, fiel er trotzdem zu Boden und konnte sich nicht mehr bewegen oder sprechen. Das Erste, was ihm durch den Kopf ging, war, dass er noch bei Bewusstsein warâ¦ nicht so wie die anderen MÃ¤nner, die am Friedhof verstreut lagen, und er hatte eine perfekte Sicht darauf, was geschehen sollte.

Myra hatte zugelassen, dass der DÃ¤mon sie anfassteâ¦ schien es sogar zu genieÃen, denn sie lÃ¤chelte verfÃ¼hrerisch und legte eine Hand auf seine Brust. Sie hatte den DÃ¤mon sogar beim Namen gerufenâ¦ Deth.

Kleider wurden schnell entfernt und Zachary beobachtete, wie der DÃ¤mon Myras KÃ¶rper in Besitz nahm. Sie hatten sich mehrmals an dem Grabstein hinter ihnen geliebt, ehe der DÃ¤mon etwas in ihr Ohr flÃ¼sterte, sodass sie einen liebevollen Blick auf ihn richtete. Sie hatten sich noch einmal gekÃ¼sst, ehe der DÃ¤mon in der Nacht verschwand.

Zachary hatte zugesehen, als Myra langsam ihren Kopf zu ihm gedreht und ihn angesehen hatteâ¦ sie hatte die ganze Zeit gewusst, dass er zusah. Ohne ein Wort zu verlieren, hatte sie ihre Kleider aufgesammelt und sich angezogen, dann wartete sie, dass der Rest des Teams sein Bewusstsein wiedererlangte. Zachary hatte schon nach wenigen Minuten wieder die Kontrolle Ã¼ber seinen KÃ¶rper gewonnen und sich aufgesetzt, war aber geblieben wo er warâ¦ so weit von Myra entfernt, wie er nur konnte, ohne wegzugehen, und hatte sie still angestarrt.

Sie sah immer noch so wundervoll aus, sie lÃ¤chelte sogar noch. Er konnte es nicht verstehenâ¦ konnte nichts davon verstehen.

Als die anderen erwachten, hatten sie keine Erinnerung daran, was sie angegriffen hatte, und als sie gefragt wurde, hatte Myra einfach erklÃ¤rt, dass nun alles ruhig war, und der âAngriffâ nichts weiter gewesen war, als eine Nebenwirkung der Macht, die freigesetzt worden war, als die Toten in ihre GrÃ¤ber zurÃ¼ckkehrten.

Zachary erwÃ¤hnte gegenÃ¼ber keiner anderen Seele, was er in jener Nacht gesehen hatte. Aber nach diesem Vorfall war sein Vertrauen in Myra zerstÃ¶rt gewesen. Er hatte sogar regelmÃ¤Ãig um andere AuftrÃ¤ge gebeten, um nicht in ihre NÃ¤he gehen zu mÃ¼ssen.

Er hatte auch Untersuchungen Ã¼ber den DÃ¤mon angestellt, den sie in dem Friedhof getroffen hatte, und herausgefunden, dass er recht gehabt hatteâ¦ Deth war ein uralter DÃ¤mon. Der DÃ¤mon hÃ¤tte sie in jener Nacht umbringen kÃ¶nnen, alle, auch Myra, wenn er gewollt hÃ¤tte, denn er hatte schon in der Vergangenheit gemordetâ¦ viele ermordet.

Myra spielte offensichtlich auf beiden Seitenâ¦ und das war eine Grenze, die keiner von ihnen je gewagt hatte, zu Ã¼berschreiten. Er fand es ein wenig ironisch, dass ein DÃ¤mon ihr Ende bedeutet hatteâ¦ oder zumindest erzÃ¤hlte man das. Anscheinend hatte es schwerwiegende Folgen, wenn man diese Grenze Ã¼berschritt.

Zachary weigerte sich, die Trauer zu fÃ¼hlen, die nach ihrem Tod versuchte, Ã¼ber seine Brust zu kriechenâ¦ das Allerletzte, was das TEP brauchte, war ein VerrÃ¤ter unter ihnen.

WÃ¤hrend er sich mÃ¼hsam von der Vergangenheit losriss, beobachtete Zachary Tiara, wie sie durch die groÃe Halle ging, lauschte dem Klang der kleinen GlÃ¶ckchen um ihren KnÃ¶cheln und bewunderte, wie Ã¤hnlich sie ihrer Mutter sah. Sie hÃ¤tte die DoppelgÃ¤ngerin ihrer Mutter sein kÃ¶nnenâ¦ nur eine jÃ¼ngere Version. Sie wirkte wie ein Kind im KÃ¶rper einer Frau, vÃ¶llig unschuldig, was die Gewalt um sie herum betraf, und doch gleichzeitig sich ihrer sehr bewusst.

Sie besaÃ einen goldenen Teint, makellose Haut und die groÃen Augen eines unschuldigen Kindes. Diese Unschuld wurde irgendwie von ihren vollen, schmollenden Lippen verstÃ¶rt, die er gerne an seinen fÃ¼hlen wollte. Als er sie genauer betrachtete, wurde ihm klar, dass er falsch gelegen hatteâ¦ die SchÃ¶nheit ihrer Mutter verblasste im Vergleich zu Tiaras. Schon wenn er sie beobachtete, fÃ¼hlte er sich wie ein Stalker, aber anstatt wegzuschauen, sah er nur noch nÃ¤her hin.

Ihre Art, sich zu kleiden, lieÃ sie aussehen, als kÃ¤me sie direkt aus dem Wohnwagen einer Zigeuner-Sippe, die in der Zeit hÃ¤ngen geblieben war. Myra hatte sich auf dieselbe Art gekleidet. Er nahm an, dass es die Tradition der Linie der GeisterbeschwÃ¶rerinnen war.

Heute war ihr Top nicht viel mehr als ein schwarzes Tuch, das in ein Dreieck gefaltet und um ihre Brust gebunden war, sodass ihre Seiten und ihr RÃ¼cken nackt waren, wodurch ihre verfÃ¼hrerische, makellose Haut sichtbar war. Ihr Rock saÃ gefÃ¤hrlich tief um ihre HÃ¼ften, aber bedeckte sonst alles bis hinunter zu ihren KnÃ¶cheln.

TÃ¼ren Ã¶ffneten sich rundherum und Leute erschienen aus allen Ecken des Schlosses, durchquerten die Halle unter ihm, und er runzelte die Stirn Ã¼ber die Ablenkung. Zacharys Handy vibrierte und er nahm es heraus, um Storms SMS zu lesen.

âVersammlung in Rens BÃ¼ro, bring Jason.â

âWie, zum Teufel, soll ich das machen, mit Riechsalz?â, murmelte Zachary, wÃ¤hrend er sein Telefon wieder wegsteckte. Als er zum Krankenzimmer schielte, blinzelte er Ã¼berrascht, als die TÃ¼r sich Ã¶ffnete und Jason seinen Kopf in den Flur streckte.

Er hob eine Augenbraue und fragte sich, ob Storm den ganzen Tag damit verbrachte, zu erscheinen und wieder zu verschwinden, um dafÃ¼r zu sorgen, dass Dinge genau zur richtigen Zeit passierten. Schon alleine darÃ¼ber nachzudenken, wie lange ein Tag sich fÃ¼r einen Zeitreisenden dahinziehen konnte, rief bei ihm Kopfschmerzen hervor. Aber andererseits, wenn jemand etwas falsch machte, konnte Storm nicht jederzeit zurÃ¼ckgehen und es wieder in Ordnung bringen, wenn er wollte?

âFreut mich zu sehen, dass du wach bistâ, sagte Zachary grinsend. âIch hoffe, du hast ohne AlbtrÃ¤ume geschlafen?â

Jason verlieÃ das Zimmer und nÃ¤herte sich Zachary langsam. âJa, ich fÃ¼hle mich viel besser, jetzt wo die Sterbemarkierung weg ist.â Er sah hinunter auf die vielen Leute und fragte: âWas geht hier vor?â

Zachary legte einen Arm um Jasons Schultern und steuerte ihn auf die Treppen zu. âWillst du etwas richtig Tolles sehen?â

Jason zuckte die Schultern. âKlar, wieso nicht?â

âGutâ, grinste Zachary. âDeine Anwesenheit wurde von unserem Chef gewÃ¼nschtâ¦ deine allererste offizielle TEP-Versammlung.â

Jason hob eine Augenbraue. âAber ich bin kein Mitglied des TEP.â

Zachary lÃ¤chelte spitzbÃ¼bisch. âEntweder du schlieÃt dich uns an, oder du bekommst plÃ¶tzlich eine schwere Amnesie.â

Jason riss sich von Zachary los und sah ihn mit besorgtem Blick an. Dann hob er seine HÃ¤nde ergeben und nickte. âIch folge dir.â

Als Zachary lachte und Ã¼ber die Treppe nach unten lief, hatte Jason keine andere Wahl, als ihm zu folgenâ¦ obwohl er es in sicherer Entfernung tat.

*****

âIch habe etwas fÃ¼r dichâ, sagte Storm und zog einen kleinen USB-Stick aus seiner Brusttasche.

Ren nahm ihn entgegen und steckte ihn in den Computer. Er grinste, als er dieselbe Stadtkarte sah, die er erstellt hatteâ¦ nur dass diese viel aktueller war. Wo die ursprÃ¼ngliche Karte nur ein paar Farbflecken besessen hatte, die sich auf die zentralen MÃ¤chte, die wahrgenommen worden waren, konzentriert hatten, glich diese dem, was entstehen wÃ¼rde, wenn man einem Kind die Karte und ein paar Filzstifte gab. Verschiedene Farben leuchteten nun in jedem Zentimeter der Stadt, bis hinaus in die Slums, die Naturschutzgebiete und sogar die StrÃ¤ndeâ¦ sie waren schon Ã¼berall.

âWoher hast du das?â, fragte Ren voller Ehrfurcht und stand langsam von seinem Stuhl auf, um den riesigen Bildschirm an der Wand genauer betrachten zu kÃ¶nnen.

Storm betrachtete seine FingernÃ¤gel mit groÃem Interesse, als er antwortete: âVon dir.â

Ehe Ren etwas sagen konnte, gingen plÃ¶tzlich die TÃ¼ren des BÃ¼ros auf und einige der TEP-Mitglieder, die ins Schloss zurÃ¼ckgekommen waren, traten ein. Ren fÃ¼hlte die versammelte Macht im Raum und kÃ¤mpfte darum, seine eigene Macht unter Kontrolle zu bringen. Obwohl sein Gesicht nach auÃen Langeweile zeigte, war er innerlich fast panisch.

Als er die Macht fand, die er vorhin gefÃ¼hlt hatte, die andere GefÃ¼hle unterdrÃ¼cken konnte, klammerte er sich daran und seine Welt stabilisierte sich wieder. Er nickte Zachary zu, als dieser eintrat und sich zu ihm und Storm an den Schreibtisch gesellte.

Zachary lieÃ seinen Blick langsam Ã¼ber die Leute schweifen, wobei er die Stelle, wo Tiara stand, Ã¼bersprang, um sich zu beweisen, dass er es konnte. Es war schwieriger, als er gedacht hatte. Als sein Blick sich auf sie richtete, bemerkte er, dass sie zusammenzuckte und schnell von ihm weg und zu Storm schaute. Zachary runzelte die Stirn und verschrÃ¤nkte seine Arme vor der Brust, fragte sich, wieso sie so auf ihn reagierte.

Jason sah sich nach Angelica um und war enttÃ¤uscht, als er sie nicht unter all den exotisch aussehenden Leuten im Zimmer ausmachen konnte. PlÃ¶tzlich machte er einen Satz zurÃ¼ck, hÃ¤tte schwÃ¶ren kÃ¶nnen, dass er gerade miterlebt hatte, wie ein Typ sich ins Zimmer gebeamt hatte. Eben noch war der Platz neben ihm leer gewesenâ¦ und jetzt nicht mehr.

Guys Blick suchte sofort Tiara und er versuchte, sich die beste MÃ¶glichkeit zu Ã¼berlegen, wie er sie von seinem Plan Ã¼berzeugen konnte. Er hatte gerade die letzten paar Stunden damit verbracht, sein und Carleys Zimmer auf den Kopf zu stellen, um den Zauber zu finden, fÃ¼r das, was er vorhatte.

WÃ¤hrend seiner Trauer-induzierten Wut hatte er sich daran erinnert, wie Carley in ihren âLeihgabenâ, wie sie die gestohlenen Schriftrollen nannte, darÃ¼ber gestolpert war. Die beiden hatten sich damals darÃ¼ber lustig gemacht, hatten gemeint, dass sie nie das BedÃ¼rfnis haben wÃ¼rden, Tote wieder zum Leben zu erwecken.

Der Zauber war ein sehr alter, der von einem antiken Text Ã¼bersetzt worden warâ¦ eine MÃ¶glichkeit, die Toten zurÃ¼ckzuholen. In diesem Fall aber, wÃ¼rde er nur den Geist an die menschliche Welt binden, wÃ¤hrend er auch der Geisterwelt verbunden blieb. Kurz gesagt: Carley wÃ¼rde ein Geist werden.

Guy wusste, dass es noch andere Magie gab, die es Carley erlauben wÃ¼rde, in ihren KÃ¶rper zurÃ¼ckzukehren, aber dafÃ¼r musste man die Macht der GeisterbeschwÃ¶rung haben. Tiara war die einzige, die ihm helfen konnte, Carley zurÃ¼ckzubringenâ¦ er wÃ¼rde Tiaras Macht brauchen, um die Seele seiner Schwester zurÃ¼ck in ihren KÃ¶rper zu holen.

Tiara fÃ¼hlte einen Blick auf ihr ruhen und sah hoch, wollte wissen, ob es Zachary war. Stattdessen erkannte sie, dass Guy sie sehnsÃ¼chtig anstarrte. Sie erwiderte seinen Blick ruhig, ahnend, was durch seinen Kopf ging. Sie hatte vom Tod seiner Schwester gehÃ¶rt und hoffte, dass sie ihm den Plan ausreden konnte. Ihre Mutter war mehrfach von Familienmitgliedern derer, die ihr Leben im Dienst verloren hatten, um Hilfe gebeten worden. Sie wÃ¼rde ihm eine Weile aus dem Weg gehen mÃ¼ssenâ¦ zumindest bis er sich beruhigte.

âSchÃ¶n, dass ihr alle kommen konntetâ, sagte Storm, nachdem die TÃ¼ren geschlossen worden waren. âIch habe gute und schlechte Nachrichten fÃ¼r euch.â Er nickte in Richtung der riesigen, projizierten Stadtkarte an der Wand. âDas ist die schlechte Nachricht.â Ein Murmeln war aus der Menge zu hÃ¶ren.

âWas ist die gute Nachricht?â, fragte Trevor misstrauisch von der TÃ¼r her, als er eintrat.

âDie gute Nachricht ist, dass die mÃ¤chtigsten DÃ¤monen klug sind. Sie sind gerade erst wieder in diese Welt zurÃ¼ckgekommen, und sie sind nicht dumm, also werden sie sich nicht gleich zeigen, indem sie sofort auf Rachefeldzug gehen.

âIn der Vergangenheit bevorzugten es die MeisterdÃ¤monen, Menschen zu kontrollierenâ¦ nicht sie zu tÃ¶ten. Sie werden sich erst einrichten und ein Territorium in Besitz nehmen. Meine Hoffnung ist, dass einige sich sogar gegenseitig umbringen werden, um ein Gebiet kontrollieren zu kÃ¶nnen, sodass das Spiel Ã¼berschaubarer wird.â

âWillst du damit sagen, dass sie alle hierbleiben werden, anstatt sich auch in andere Staaten zu verteilen?â, fragte jemand vom Fenster her. âWieso sollten sie das tun, wenn es viel intelligenter wÃ¤re, so schnell wie mÃ¶glich aus der heiÃen Zone zu verschwinden?â

âEs gibt etwas, das sie in dieser Gegend festhÃ¤lt.â Storm zeigte auf die Karte. âDie Region, die ihr hier seht und ungefÃ¤hr hundert Kilometer in alle Richtungen.â Er entschied sich dafÃ¼r, das Thema zu wechseln.

âWeitere gute Nachrichten: die ErdbebenaktivitÃ¤t und die plÃ¶tzlichen Wetterereignisse fÃ¼hren dazu, dass einige Menschen dieses Gebiet verlassen. Ich musste meine Beziehungen spielen lassen, aber ich konnte es so arrangieren, dass die Presse berichtet, dass die Erdbeben heute Nacht darauf hinweisen kÃ¶nnten, dass ein grÃ¶Ãeres Erdbeben folgen kÃ¶nnteâ¦ das âGroÃeâ, aus Ermangelung einer besseren Bezeichnung.

âAber wir alle wissen, dass dies nicht der Fall ist. Wir mÃ¶chten nicht zu viel Aufmerksamkeit auf LA ziehen, aber wenn wir auch nur zehn Prozent der menschlichen BevÃ¶lkerung dazu bringen kÃ¶nnen, die Stadt freiwillig zu verlassen, wird unsere Arbeit viel einfacher. Ich arbeite auch daran, die Wetterbeeinflussungs-Technologie dazu zu bringen, einen Orkan zu erzeugen und ihn eine Weile lang gefÃ¤hrlich nahe an der KÃ¼ste zu halten. Das kÃ¶nnte noch mehr Menschen aus der Stadt vertreiben.â

âAngstmacherei zum Quadratâ, bemerkte jemand.

Storm nickte. âWir mÃ¼ssen so viel von dem, wie nur irgendwie mÃ¶glich, vor den Menschen verborgen halten. Ihr alle mÃ¼sst besonders wachsam sein, wenn ihr jemanden mit einer Kamera seht. Diejenigen von euch, die Erinnerungen modifizieren kÃ¶nnen, werden Ãberstunden machen mÃ¼ssen, um den Schaden zu begrenzen. Alle Notrufe, die bei den Rettungsdiensten eingehen, werden ebenfalls Ã¼berwacht. Und seid vorsichtig. Es ist gefÃ¤hrlich da drauÃenâ¦ wir haben in dieser Nacht mehrere TEP-Mitglieder verlorenâ, sagte er leise und schielte hinÃ¼ber zu Guy.

Guy erwiderte Storms Blick fest, als wollte er ihm sagen, dass er gar nicht erst zu versuchen brauchte, ihn auf die Ersatzbank zu verbannen, mit der Ausrede, dass er seiner Trauer Zeit geben sollte. Was er wirklich brauchte, war Rache und dort hinaus zu den DÃ¤monen zu gehen, war die einzige MÃ¶glichkeit, wie er die bekommen konnte.

Zachary lehnte sich an den Schreibtisch und schob seine HÃ¤nde in seine Hosentaschen. âIch war dortâ¦ nicht alles, was heute Nacht aus diesem Spalt kam, war bÃ¶se.â

Storm nickte. âJa, das ist vielleicht das einzig Positive, was wir von diesem ganzen Chaos haben. Als Misery den Spalt geÃ¶ffnet hat, hat sie nicht nur DÃ¤monen freigelassen, sie hat dabei auch einige Gefallene Engel und ein paar andere befreit, die zum GlÃ¼ck auf unserer Seite sind.â

âWen zum Beispiel?â, fragte Trevor.

âZum Beispiel diejenigen, die die Versiegelung von der anderen Seite beschÃ¼tzt habenâ, sagte eine neue Stimme aus dem hinteren Teil des Raums.

Alle drehten ihre KÃ¶pfe in Richtung der Stimme. Ein junger Mann, der nicht einen Tag Ã¤lter als achtzehn aussah, stand an der Wand gelehnt, seine Arme vor der Brust verschrÃ¤nkt. Sein dunkles Haar wirkte zerzaust und so wie das Licht es manchmal traf, schien es einen violetten Farbton zu haben. Als er seine Augen Ã¶ffnete, tauchten dort Farben auf und verblassten wieder, sodass sie wie glitzernde Turmalinsteine aussahen, wodurch einige ihre Blicke abwenden mussten.

âWas bist du?â, fragte Ren, der Ã¼berrascht war, dass er absolut keine Macht von dem NeuankÃ¶mmling fÃ¼hlen konnte.

Der junge Mann grinste. âFÃ¼r die DÃ¤monenâ¦ bin ich das Schreckensgespenst.â

âDies ist einer unserer VerbÃ¼ndeten von der anderen Seiteâ, antwortete Storm. âKamui und seineâ¦ BrÃ¼der werden im dritten Stock wohnen.â

âIch dachte, dass der dritte Stock verschlossen istâ, widersprach Trevor. âWie kÃ¶nnen sie dort hochkommen?â

Der junge Mann schwebte einen guten Meter Ã¼ber dem Boden und winkte dem Formwandler zu.

âEin Kind, das fliegen kannâ¦ groÃartig.â Trevor schÃ¼ttelte abwehrend den Kopf. âDas wird eine groÃe Hilfe sein.â

Kamui grinste. âIch bin Ã¤lter als die ersten deiner Art. Wir wurden nicht gegen unseren Willen in die andere Welt verbanntâ¦ wir sind freiwillig gegangen, wussten genau, worauf wir uns einlieÃen. Und auf der anderen Seite gibt es mehr DÃ¤monen als hier. Wir haben unsere Seite beschÃ¼tzt, sodass die Versiegelung nicht zerstÃ¶rt werden konnteâ¦ wie ist es euch ergangen?â

Ren hob eine Augenbraue und entschied, dass er den Jungen schon mochte. Er musste hinter vorgehaltener Hand husten, um Trevor nicht laut auszulachen, aber er hÃ¤tte sich die MÃ¼he ersparen kÃ¶nnen, angesichts der Tatsache, dass einige der anderen ohne Mitleid lachten.

âDie meisten der DÃ¤monen haben sich nun in der ganzen Stadt verteilt und verstecken sichâ, bemerkte Zachary, der wollte, dass die Aufmerksamkeit wieder auf wichtigere Themen gerichtet wurde. âDiejenigen, bei denen die Gefahr, dass sie gesehen werden, oder Menschen angreifen am grÃ¶Ãten ist, sind die Gespenster, die gerufen wurden.â

âIch hasse diese Dingerâ, knurrte Trevor, der ein Schaudern nicht unterdrÃ¼cken konnte. âEs schmerzt hÃ¶llisch, wenn sie durch einen fliegen.â

Zachary nickte. âSie bevÃ¶lkern so ziemlich jeden Friedhof der Stadt und das ist wirklich gefÃ¤hrlich fÃ¼r die Menschen. Hunter kann sie tÃ¶ten, aber nur einen nach dem anderen.â Er hielt nachdenklich inne. âEigentlich ist tÃ¶ten auch nicht das richtige Wort.â

âIch wÃ¼rde sie gerne verprÃ¼geln, aber ich kann sie nicht berÃ¼hren, verdammtâ, jammerte Trevor.

âDu wÃ¤rst auch wÃ¼tend, wenn deine Ruhe von einem DÃ¤mon gestÃ¶rt werden wÃ¼rde, der dich zurÃ¼ckholen will, nur damit du ihm dienen kannstâ, erklÃ¤rte eine junge Frau mit langem, silbernen Haar. âSie drÃ¼cken nur ihre Wut ausâ¦ es ist nicht persÃ¶nlich gemeint.â

âTiara.â Storm erwÃ¤hnte ihren Namen fÃ¼r die Leute im Raum, die sie noch nicht kennengelernt hatten. âSchÃ¶n, dass du gekommen bist, und herzliches Beileid, wegen deiner Mutter.â

âDankeâ, antwortete Tiara, aber ihr Blick hing an Trevor fest. âDu ziehst sie auf dich, weil du die Leben von so vielen Tieren in dir hast.â Sie trat vor ihn und zog einen Dolch aus ihrem GÃ¼rtel, so schnell, dass Trevor zusammenzuckte. Sie lÃ¤chelte warmherzig. âHier, damit kannst du dich vor ihnen schÃ¼tzen.â

âWird er sie tÃ¶ten?â Trevor nahm den Dolch vorsichtig in die Hand und hielt ihn hoch, wÃ¤hrend er ihn betrachtete.

âSie sind schon totâ, sagte Tiara ruhig, als wÃ¼rde sie mit einem Kind reden. âDies ist ein Werkzeug zur Befreiungâ¦ nicht zum Morden.â

Trevor runzelte die Stirn aber gab den Dolch nicht zurÃ¼ck. Er wusste, wozu diese Dinge fÃ¤hig waren, und er wÃ¼rde jede Hilfe annehmen, die er bekommen konnte. âDanke.â Er schob ihn in seinen GÃ¼rtel und zog sein Hemd Ã¼ber den Griff.

âTiara, bist du sicher, dass du hierfÃ¼r bereit bist?â, fragte Storm, der sie nicht unter Druck setzen wollte, nachdem er wusste, dass es ihr erstes Mal sein wÃ¼rde. âVampire und Gespenster sind nicht die einzigen Dinge dort drauÃenâ¦ Zombies werden Ã¼berall gesichtet. Und dazu kommen noch die MeisterdÃ¤monen und Dinge, fÃ¼r die wir nicht einmal Namen habenâ¦ wir wissen nicht, was sich sonst noch dort drauÃen herumtreibt.â

âIch bin bereitâ, antwortete Tiara und hob ihr Kinn herausfordernd ein paar Zentimeter an. Sie musste bedenken, dass Storm dachte, dass sie ihre Macht erst durch den Tod ihrer Mutter bekommen hatte, was irgendwie auch stimmte. Sie hatte Myras Macht von dieser geerbt, aber sie hatte Geister schon sehen kÃ¶nnen, seit sie geboren worden war.

Zachary drÃ¼ckte sich verwirrt vom Schreibtisch ab, als ihm etwas dÃ¤mmerte. âWillst du sagen, dass dies das erste Mal sein wird, wo sie ihre Macht anwendet?â

âJa, das Geschenk der GeisterbeschwÃ¶rung kann nur weitergegeben werden, wenn die Mutter, die das Geschenk besitzt, stirbtâ¦ Tiara besitzt die Macht erst seit ein paar Wochenâ, erklÃ¤rte Storm.

Tiara sah Zachary in die Augenâ¦ diesmal ohne Angst. Wenn er ein Problem mit ihr hatte, dann wollte sie es lieber gleich zur Sprache bringen, anstatt es in der Luft hÃ¤ngen zu lassen. Wenn jemand mit dem Finger zeigen wollte, dann sollte er es lieber sofort tun.

âUnd du wirst sie dort ganz alleine hinausschicken?â Zachary gefiel die Idee plÃ¶tzlich nicht mehr. Ihre Mutter hatte die GeisterbeschwÃ¶rung jahrelang betrieben und hatte immer ein Team von KÃ¤mpfern um sich gehabt. Und, wie Storm gerade bestÃ¤tigt hatteâ¦ sie war trotzdem erst vor ein paar Wochen durch die HÃ¤nde eines DÃ¤mons gestorben.

âIch gehe mitâ, meinte Trevor lÃ¤chelnd, wÃ¤hrend er eine Hand auf den Griff des Dolchs legte. âSolange dieses Ding macht, was Tiara behauptet, kann ich gerne auf sie aufpassen.â

Zachary sah Trevor an, wÃ¤hrend er daran dachte, wie der Formwandler in letzter Zeit wegen Envy so aufgewÃ¼hlt gewesen war. Wenn es nach dem Feuerwerfer ging, dann war das keine gute Wahl.

âBis Tiara ihr eigenes Team wÃ¤hlt, wÃ¼rde ich vorschlagen, dass einstweilen Trevor und Zachary sie begleiten. Zachary wird die Teamleitung Ã¼bernehmen und er kann sich auch um die Menschen kÃ¼mmern, falls jemand beobachtet, wie sie die FriedhÃ¶fe wieder zur Ruhe bringt. Er kann einfach deren GedÃ¤chtnis verÃ¤ndernâ, erklÃ¤rte Storm.

Tiaras Augen wurden ein wenig grÃ¶Ãer, als sie hÃ¶rte, dass Zachary ihr Team leiten sollte. Myra hatte ihr vor langer Zeit erzÃ¤hlt, dass Zachary sie mit Deth gesehen hatteâ¦ dass er ihr Geheimnis all die Jahre gewahrt hatte. Myra hatte ihr Zachary in den letzten Jahren auch mehrmals gezeigt, aber dadurch war nur eine kindische Angst und Achtung vor dem Mann, der das Geheimnis ihrer Mutter kannte, in ihr gewachsen.

Zachary entspannte sich ein wenig, jetzt wo er wusste, dass Tiara in der kommenden Nacht nicht alleine drauÃen sein wÃ¼rde. Es Ã¼berraschte ihn, wie sehr es ihn erleichterte, zu wissen, dass er in der NÃ¤he sein wÃ¼rde, sollte ihr etwas zustoÃen.

âIch gehe mit ihnenâ, verkÃ¼ndete Guy.

Tiara fÃ¼hlte sich unwohl, denn sie kannte Guys echten Grund, wieso er mitkommen wollte. Ohne Guy anzusehen, wandte sie sich an Storm. âIch brauche im Moment nur drei fÃ¼r mein Team und einer davon darf keine MÃ¤chte besitzen.â

Guys Gesichtsausdruck verfinsterte sich, als Tiara es ablehnte, ihn in ihr Team aufzunehmenâ¦ sie log.

Zachary bemerkte den stummen Austausch zwischen den beiden und runzelte die Stirn. Er wusste nicht, aus welchen Grund Guy so dringend in ein neues Team wollteâ¦ aber andererseits war es ja auch nicht so, als kÃ¶nnten sie Sonderurlaub aufgrund eines Todesfalles nehmen. Wenn es dazu kÃ¤me, wÃ¼rde niemand noch zur Arbeit kommen.

Storm nickte, er verstand, dass Guy nicht gewollt war. âDann habe ich genau den richtigen Mann ohne MÃ¤chte fÃ¼r den Job.â

âWen?â, fragte Trevor argwÃ¶hnisch. Er mochte Guy und hatte seine Magie gesehen. Es war ein wenig enttÃ¤uschend, dass er sich nicht ihrem Team anschlieÃen wÃ¼rde.

âJason.â Storm zeigte mit der Hand auf den Mann, der sich im Hintergrund gehalten hatte.

âBestimmt nicht!â, rief Jason mit erschrockenem Gesichtsausdruck. âIch gehe nicht da raus um tote Dinge zu jagen. Wenn ihr mich fragtâ¦ ist es klÃ¼ger, davor wegzulaufen.â

Zachary zuckte die Schultern. âIn Ordnung, wie du willst. Aber du weiÃt, was die Alternative ist.â

Jason stolperte rÃ¼ckwÃ¤rts, wobei er in den jungen Mann mit violettem Haar stieÃ, als Zachary sich ihm nÃ¤herte, seine Hand in Richtung von Jasons Stirn ausgestreckt.

âOkay, okayâ, sagte Jason und hob beide HÃ¤nde, um Zachary abzuwehren. âIch werde gehen. Nimmâ¦ die Handâ¦ weg.â

Zachary grinste und legte seine Hand fest auf Jasons Schulter, tat so, als hÃ¤tte er das schon von Anfang an tun wollen. âIch wusste, dass du uns nicht im Stich lassen wÃ¼rdest.â

âFahr zur HÃ¶lleâ, knurrte Jason, sodass Kamui belustigt schnaubte.




Kapitel 3


âWir mÃ¼ssen bis zur Dunkelheit wartenâ, sagte Tiara, als sie aus dem Fenster sah, denn sie wollte Guys wÃ¼tender EnttÃ¤uschung und Zacharys AutoritÃ¤t Ã¼ber sie nicht ins Auge sehen. Sie war ohnehin schon nervÃ¶s genug.

âWieso warten?â, fragte Jason, dem die Idee nicht gefiel, nachts auf die Jagd nach DÃ¤monen oder Geistern, oder was auch immer es war, was das MÃ¤dchen haben wollte, zu gehen.

âGute Frageâ, sagte Trevor. âIch bin schon dafÃ¼r, diese Dinger zu jagen, aber in der Dunkelheit hinauszugehen, ist fast wie mit einer Leuchtreklame mit der Aufschrift âGratis Abendessenâ herumzulaufen.â

âWeil die Toten dann aufwachenâ, antwortete Tiara. âSie sind nun am schwÃ¤chsten, weil das Sonnenlicht gegen ihre Dunkelheit wirkt. Es ist ein wenig so wie die SchwÃ¤che, die du fÃ¼hlst, wenn du morgens aufwachst. FÃ¼r sie ist es dasselbe, nur dass sie nachtaktiv sind.â

Trevor grinste, als er an seine Morgenstunden mit Envy dachte. âIch bin am Morgen nicht schwach. Wer auch immer das behauptet hat, der hat da etwas verwechselt.â

âWas ist los, setzen deine Ex-Freundinnen wieder GerÃ¼chte in die Welt?â, fragte Zachary mit erhobener Augenbraue, sodass einige der Leute im Raum grinsten und Trevor ihn bÃ¶se anstarrte.

Es war gut zu hÃ¶ren, dass die meisten der TEP-Mitglieder ihren Sinn fÃ¼r Humor noch behalten hatte. âWas die anderen Teams betrifftâ, fuhr Storm fort, wÃ¤hrend er auf den riesigen Stadtplan schielte, âbin ich sicher, dass ihr etwas zu tun findet.â

Alle sahen einander an, jeder und jede wusste, was ihre Aufgaben waren. Die TÃ¼r ging auf und Kamui war der erste, der die Versammlung verlieÃ, wobei er sich nicht die MÃ¼he machte, die TÃ¼r hinter sich zu schlieÃen.

Es war das Zeichen, auf das die neugierigeren TEP-Mitglieder gewartet hatten, und sie eilten hinaus, um herauszufinden, wie der Neuling in den dritten Stock gelangte. Bald wurden Wetten darÃ¼ber abgeschlossen, welche MÃ¤chte Kamui wirklich hatte.

Storm kicherte, als er jemand knurren hÃ¶rte, als der neue Junge sich einfach in Luft auflÃ¶ste und Geld den Besitzer wechselte. Dem Knurren folgte wenig spÃ¤ter ein lautes, gedÃ¤mpftes Krachen von oben und Schreie, sodass alle TEP-Teams Richtung Decke schielten, als der Kronleuchter in der Eingangshalle zu schwanken begann.

âKAMUI, DU KLEINES MISTSTÃCK!â Die wÃ¼tende Stimme schallte laut durch das Schloss.

Die Aufmerksamkeit von allen war fest in Beschlag genommen, als Licht plÃ¶tzlich durch das Fenster an der Vorderseite fiel, das dem Sonnenlicht, schwere Konkurrenz machte. Die TEP-Leute rannten hinaus, gerade rechtzeitig, um zwei Lichtblitze zu sehen, die wirbelnd Ã¼ber ihnen flogen und sich dann Richtung Meer entfernten, ehe sie so langsam wurden, dass die Zuseher sie wirklich erkennen konnten.

Sie waren so schnell geflogen, dass ein lauter Donnerknall ertÃ¶nte, als sie die Schallmauer durchbrachen. Der junge Mann von der Versammlung flog tatsÃ¤chlich rÃ¼ckwÃ¤rts, seine Augen groÃ, wie vor Furcht, als er den nassen, wÃ¼tenden Mann mit silbernen FlÃ¼geln anstarrte, der ihn verfolgte.

âIch schwÃ¶re Toya, ich wollte nicht in die Dusche platzen, wÃ¤hrend du drinnen warst!â, versuchte Kamui die Wut seines Bruders zu dÃ¤mpfen.

Toyas langes, schwarzes Haar mit silbernen StrÃ¤hnen flatterte um ihn, als er Kamuis Bewegungen genau verfolgte und Kamui alle MÃ¼he hatte, auÃerhalb seiner Reichweite zu bleiben

âJa klar, du wolltest es nicht!â, schrie Toya, als er bemerkte, wie die Lippe seines Bruders schelmisch zuckte.

Trevor beobachtete, wie die beiden schwindelerregende Kurven Ã¼ber ihm flogen, und bemerkte dann eine dritte Person in seinem Augenwinkel. Als er zur Terrasse des dritten Stockwerks blickte, sah er einen Mann mit langem, silbernen Haar, der mit verschrÃ¤nkten Armen die beiden anderen bÃ¶se anstarrte.

âWer ist das?â, fragte Trevor neugierig.

âDer momentane Patriarchâ¦ sein Name ist Kyouâ, antwortete Storm, der ebenfalls nach drauÃen gekommen war, um sich das Kaspertheater anzusehen. âUnd die beiden, die das Theater auffÃ¼hren, sind Toya, der zweitÃ¤lteste und Kamui, der jÃ¼ngste.â Er hatte erwartet, dass die BrÃ¼der unter sich bleiben wÃ¼rdenâ¦ aber die BeschÃ¼tzer waren nie sehr berechenbar gewesen.

âSie sind verwandt?â, fragte Ren, der erkannte, dass die beruhigende Macht, die er in sich aufgesaugt hatte, von Kyou kam. Seine rechte Augenbraue hob sich, als er bemerkte, dass die Ruhe einen Moment lang schwÃ¤cher wurde, aber sich zum GlÃ¼ck schnell wieder stabilisierte.

âSie sind BrÃ¼der, fÃ¼nf um genau zu seinâ, antwortete Storm.

Der silberhaarige Mann, von dem Storm gesagt hatte, dass er der Ã¤lteste Bruder war, der Kyou hieÃ, sah mir tief gerunzelter Stirn hinunter auf die Menschen unter ihm, als wÃ¤ren die Leute, die sich am Gras versammelt hatten, verantwortlich fÃ¼r den Vorfall.

âUAHH!â, schrie jemand, als Toya Kamui in den Magen boxte, sodass der jÃ¼ngere Bruder rÃ¼ckwÃ¤rts durch die Luft flogâ¦ genau auf Kyou zu.

Kichern war zu hÃ¶ren, als Kamui geradewegs in Kyou krachte, sodass sie beide hinein ins GebÃ¤ude und auÃer Sichtweite verschwanden.

âJA!â, rief Toya und boxte seine Faust in die Luft, wÃ¤hrend er vor dem Balkon schwebte. âZwei Fliegen auf einen Schlag.â Mit einem Grinsen flog er durch die BalkontÃ¼ren hinein und alles wurde still.

âIch schÃ¤tze, es ist vorbeiâ, sagte Zachary schulterzuckend.

Storm grinste. âWartâs abâ¦â PlÃ¶tzlich explodierten zwei Fenster im dritten Stock, je eines auf jeder Seite des Schlosses, Toya schoss aus der einen Ãffnung und Kamui aus der anderen. Storm konnte nicht anders als laut zu lachen, denn er wusste, dass sie vor Kyous Zorn flohen.

âOkayâ, sagte Jason nach einem Moment. âWieso, zur HÃ¶lle, bin ich noch einmal an euch geraten?â

Trevor legte seine Hand schwer auf Jasons Schulter. âDu wÃ¼rdest ohne uns noch immer ein DÃ¤monen-KÃ¶der mit einem hÃ¼bschen Tattoo auf deinem KnÃ¶chel sein.â

âWenn ich heute Nacht auf einen Friedhof gehe, bedeutet das nicht, dass ich noch immer ein DÃ¤monen-KÃ¶der bin?â, fragte Jason, wobei es mehr eine Feststellung war, als eine Frage.

âJa, ich schÃ¤tze, das tut esâ, gab Trevor zu und lÃ¤chelte dann, als hÃ¤tte er gerade einen Wunsch erfÃ¼llt bekommen. âUnd denk nur darÃ¼ber nachâ¦ ich bin einer derjenigen, die dich beschÃ¼tzen.â

âOh, Hilfe!â, rief Jason mit groÃen Augen, dann runzelte er die Stirn. âDu bist nicht noch immer sauer, weil du Envy verloren hast, oder?â

Trevors LÃ¤cheln verblasste und er machte einen Schritt auf Jason zu, aber Storm trat zwischen die beiden. Trevor zuckte zusammen, als er plÃ¶tzlich am Parkplatz der Polizeistation stand.

âChad braucht ein wenig Hilfe, um diese Bude unter Kontrolle zu bringenâ, wies Storm Trevor an. âSei lieb zu den anderen Kindern.â

Storm lieÃ ihn dort und erschien wieder beim Schloss, wo Jason noch immer gerade dabei war, einen Schritt zurÃ¼ckzuweichen.

Jason blinzelte, als Trevor einfach verschwand und Storm ihn angrinste.

âWo ist Trevor hin?â, fragte Jason und sah sich um.

âEr hat vorerst Hausverbotâ, antwortete Storm zwinkernd.

Zachary richtete seinen Blick wieder hoch zu der Terrasse, dann auf das Fenster direkt darunter. Er konnte sehen, wie Angelica hinter dem Fenster stand und durch den Vorhang schielte. Sie grinste und Zachary wusste, dass sie mitbekommen hatte, was vorgefallen war. Sie sah zu ihm hinunter und winkte, ehe sie den Vorhang wieder zumachte.

Alle gingen wieder zurÃ¼ck ins Schloss, jetzt, wo die Vorstellung vorbei war. Tiara blieb stehen und folgte Zacharys Blick zu der hÃ¼bschen Frau am Fenster. Als sie eine merkwÃ¼rdige EnttÃ¤uschung fÃ¼hlte, versuchte sie sie abzuschÃ¼tteln, indem sie dafÃ¼r dankbar war, dass er nicht so gemein war, wie sie befÃ¼rchtet hatteâ¦ das konnte er nicht sein, wenn er so eine liebenswÃ¼rdig aussehende Freundin hatte. Nachdem sie noch nicht wieder hineingehen wollte, sah sie hinaus aufs Meer und folgte dann dem langen Weg, der zum Strand fÃ¼hrte.

Guys Blick heftete sich auf Tiara, denn er wollte mit ihr reden. Sie hatte ihm noch keine MÃ¶glichkeit gegeben, ihr von seiner Idee zu erzÃ¤hlen. Als er sah, wie sie sich von den anderen entfernte, witterte er seine Chance und folgte ihr mit etwas Abstand.

âIch habe eine Frageâ, sagte Zachary, als er seinen Blick von Angelicas Fenster auf Storm senkte.

âDu willst wissen, was mit Angelica istâ, erwiderte Storm, der gesehen hatte, wie er sie angestarrt hatte.

Zachary nickte. âWir haben sehr lange zusammengearbeitet und ich glaube, dass ich das Recht habe, zu erfahren, wieso wir hier nicht zusammenarbeiten werden. KÃ¶nnen wir Angelica nicht in Tiaras Team aufnehmen?â

âAngelicas MÃ¤chte werden anderswo gebraucht und sie hat einen neuen Partnerâ¦ ganz einfachâ, erklÃ¤rte Storm ernst.

Zacharys Augen wurden schmal. âWen, Syn? Der Typ macht mir Angst und Angelica ist auch nicht so begeistert von ihm.â

âEs ist so, wie es sein soll.â Storm sah direkt in Zacharys Augen. âWir haben fÃ¼r ihn auf sie aufgepasstâ¦ jetzt ist er hier.â

âSie ist meine beste Freundinâ, stellte Zachary fest, fÃ¼r den Fall, dass Storm diese Tatsache entgangen war.

âUnd du wirst wahrscheinlich fÃ¼r immer ihr bester Freund sein.â Storm lÃ¤chelte beruhigend. âAber Syn ist ihr Schicksal und dagegen kann man sich nicht wehren. Genau genommen wÃ¼rde ich dir empfehlen, es nicht einmal zu versuchen. Es kÃ¶nnte das Letzte sein, was du je machst.â

âBist du sicher?â, fragte Zachary nachdenklich.

âNatÃ¼rlich, das weiÃt du dochâ, antwortete Storm und legte eine Hand auf Zacharys Schulter. âWÃ¼rde es dir helfen, wenn ich dir sage, dass sie glÃ¼cklicher sein wird, als sie sich je ertrÃ¤umt hÃ¤tte?â

Zachary atmete tief ein und langsam wieder aus, als sich ein schweres Gewicht auf seiner Brust breitmachte. Es von Storm zu hÃ¶ren klang so endgÃ¼ltigâ¦ wahrscheinlich weil es das war. Er presste seine Lippen aufeinander, als er versuchte, seine GefÃ¼hle abzuschÃ¼tteln und Angelica loszulassen.

Indem er auf Tiara zeigte, die schon fast die Klippen erreicht hatte, wechselte Storm das Thema. âWeil du Angelica so gut beschÃ¼tzt hast, weiÃ ich, dass ich dir genug vertrauen kann, um Tiara nun deiner Obhut zu Ã¼berlassen.â

âWas meinst du damit?â, fragte Zachary mit gerunzelter Stirn, als er seinen Blick von Tiara losriss und ihn wieder auf Storm richtete. âDas ist nur fÃ¼r heute Nachtâ¦ nicht wahr?â

Storm schÃ¼ttelte mitleidslos seinen Kopf. âNein, es ist nicht nur fÃ¼r heute Nacht.â

âHabe ich dabei gar nichts zu sagen?â Zachary hob eine Augenbraue. Er hatte schon vor langer Zeit GeisterbeschwÃ¶rer von seiner Liste potentieller Partner gestrichen.

âTiara wird dich mehr brauchen, als Angelica es je getan hatâ, erklÃ¤rte Storm. âMyra hat sie gelehrt, MÃ¤chte zu verwenden, die das MÃ¤dchen noch nicht einmal hatte. Sie hat vielleicht die ZaubersprÃ¼che und Rituale gelernt, aber sie hat noch nicht gelernt, sie zu kontrollieren.â

âWie ein Menschenkind, das Zauberer spielt?â, fragte Zachary.

Storm nickte und hob gleichzeitig die Schultern. âUnd jetzt hat sie diese Macht erst seit ein paar Wochen. Soweit ich weiÃ, hat sie die GeisterbeschwÃ¶rung bisher noch nicht versucht. Erinnerst du dich noch, wie viele Feuer du unabsichtlich entzÃ¼ndet hast, als du lernen musstest, deine Macht zu kontrollieren? Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass du deine Mutter dazu gebracht hast, zu vergessen, wer du bist.â

âErinnere mich nicht daran.â Zachary fuhr mit einer Hand durch sein Haar und schielte zurÃ¼ck dorthin, wo Tiara gerade Ã¼ber die Treppen verschwand, die zum Strand hinunterfÃ¼hrten.

âHeute Nacht wird ihr erstes Mal sein und die Aufgabe, vor der sie steht, ist nicht nur ein Zombieâ¦ es ist eine Stadt voller Monster, die versuchen werden, die Toten zu erwecken, und zwar schneller als sie sie wieder zur Ruhe bringen kannâ, sagte Storm nachdrÃ¼cklich. âAlles, was sie von jetzt an machen wird, wird fÃ¼r sie das erste Mal sein.â

âBei ihrer Mutter sah das alles so einfach aus.â Zacharys Stimme war ein wenig grober, als er beabsichtigt hatte. Er versuchte, seinen Ãrger zu Ã¼berspielen, indem er schnell fragte: âWo ist ihr Vater?â

âEr starb bevor Tiara geboren wurdeâ, wiederholte Storm, was Myra immer gesagt hatte.

âWas du meinst ist, dass du keine Ahnung hast, wer Tiaras Vater ist, weil ihre Mutter mit so vielen MÃ¤nnern geschlafen hatâ, meinte Zachary nachdenklich, wÃ¤hrend er versuchte, die verstÃ¶renden Erinnerungen abzublocken, die in seine Gedanken schossen.

âDas ist eine Nebenwirkung der GeisterbeschwÃ¶rungâ, bestÃ¤tigte Storm.

Zachary runzelte verwirrt die Stirn. âWas meinst duâ¦ Nebenwirkung?â

âJe mehr ein GeisterbeschwÃ¶rer seine Macht nutzt, um die Toten zu kontrollieren, umso mehr sehnt sich seine Seele nach Leben, um zu verhindern, dass er von den Toten hinunter in die nÃ¤chste Dimension gezogen wirdâ, erklÃ¤rte Storm. âEs war nie Myras Schuld, dass sie sich nach Sex sehnte, nachdem sie ihre Macht benutzteâ¦ es ist eine unkontrollierbare Sehnsucht, die gestillt werden muss.â

âAlso darum hat Myra es getan?â, flÃ¼sterte Zachary. Wenn er ehrlich zu sich selbst warâ¦ war er Ã¼ber all diese Jahre in Myra verliebt gewesen. Aber zu sehen, wie sie mit dem Feind geschlafen hatte, hatte seine Verliebtheit in etwas verwandelt, was eher Abscheu glich.

âIch dachte, dass du das weiÃtâ, gab Storm zu, sein Gesichtsausdruck etwas erschrocken. âGeisterbeschwÃ¶rer sind mit gutem Grund sehr sexuelle Kreaturenâ¦ sie wollen leben.â

Zachary verzog das Gesicht. âUnd weil Myra nie einen Partner gewÃ¤hlt hat, hat sie stattdessen versucht, am Leben zu bleiben, indem sie mit jedem einen One-Night-Stand hatte.â

âSie hat erst versucht, gegen den Hunger zu kÃ¤mpfen, aber je lÃ¤nger sie sich zurÃ¼ckhieltâ¦ umso schwÃ¤cher wurde ihr KÃ¶rper. GeisterbeschwÃ¶rer haben sich immer von der Lebensenergie von Sex genÃ¤hrtâ¦ obwohl die meisten einen Partner gewÃ¤hlt habenâ, bestÃ¤tigte Storm.

âWieso hat Myra sich nicht einfach einen Liebhaber genommen?â, fragte Zachary, aber seine Aufmerksamkeit wurde von Guy abgelenkt, der Ã¼ber denselben Weg verschwand, den Tiara nur wenige Minuten zuvor genommen hatte. Der Mann hÃ¤tte ebenso gut ein T-Shirt mit der Aufschrift âStalkerâ tragen kÃ¶nnen.

âLass gut sein, wir sehen uns spÃ¤terâ, rief Zachary Ã¼ber seine Schulter, wÃ¤hrend er Richtung Meer lief.

Storm lÃ¤chelte zufriedenâ¦ Zachary war nie wirklich glÃ¼cklich, auÃer wenn er dafÃ¼r kÃ¤mpfte, jemand anders vor sich selbst zu schÃ¼tzen. Wenn Tiara ihrer Mutter auch nur halbwegs Ã¤hnelte, dann wÃ¼rde sie Zachary eine ganze Zeit lang Kopfschmerzen besorgen. Er drehte sich um, um wieder ins Schloss zu gehen, aber hielt inne, als er Ren durch die DoppeltÃ¼r wieder herauskommen sah.

Ren zog sein Handy heraus und las die SMS. Er grinste, ehe er um das Schloss herum zu der Seite ging, wo die riesige Garage war, doch hielt dann inne, als er etwas unter seinem Schuh knirschen hÃ¶rte. Den Blick auf den Boden gerichtet, erkannte Ren das einst schÃ¶ne Milchglas, das die oberen Fenster des Schlosses geziert hatte, das nun zerbrochen im Gras lag.

Er runzelte die Stirnâ¦ sie konnten doch kein Schloss mit zerbrochenen Fensterscheiben haben. Er hob seine Hand etwas und das Glas, das durch Kamuis und Toyas Flucht zerbrochen war, hob sich aus dem Gras und fÃ¼gte sich wie ein Puzzle aus tausend Teilen zusammen. WÃ¤hrend er seine Hand nach oben schob, beobachtete Ren, wie das glitzernde Glas durch die Luft flog und zurÃ¼ck an seinen Platz im dritten Stock glitt.

WÃ¤hrend er Ren folgte, hob Storm eine Augenbraue, als er einen Abschleppwagen aus der Einfahrt wegfahren sah, und fragte sich, ob der Fahrer die Flugshow vor wenigen Minuten gesehen hatte. Er lÃ¤chelte, als er erkannte, dass es Hunter war, der am Fahrersitz saÃ und hob eine Hand, als Hunter winkte.

Als er die Garage betrat, wurde Storms LÃ¤cheln noch breiter. Ren spazierte um Trevors Auto herum und betrachtete es mit kritischem Blick. Er bemerkte auch die high-tech Leiterplatte in Rens Hand.

Ren schielte hoch, als sich Storm nÃ¤herte und stellte fest, dass dieser lÃ¤chelte, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf das Auto richtete.

âWorÃ¼ber grinst du?â, fragte Ren.

âManchmal ist es schÃ¶n, nicht in die Zukunft sehen zu kÃ¶nnenâ, sagte Storm wahrheitsgemÃ¤Ã.

âWas heiÃt das?â, fragte Ren kritisch.

âEs bedeutet, dass, zumindest fÃ¼r den Momentâ¦ ich auf meiner eigenen Zeitachse geheâ, erklÃ¤rte Storm.

Ren nickte und beschloss, dass er nicht versuchen wollte, die Denksportaufgabe zu verarbeiten, wÃ¤hrend er mit seiner Hand Ã¼ber das Auto fuhr, als wollte er eine Verbindung mit ihm herstellen.

âWas hast du hiermit vor?â, fragte Storm mit Blick auf den Computer.

âIch werde Trevors Auto verbessernâ, antwortete Ren.

Storm lehnte sich an eines der anderen Autos. âIch werde anbeiÃen: wieso wirst du Trevors Auto verbessern?â

âWeil ich mich langweile.â Ren zuckte die Schultern, aber der Ausdruck auf seinem Gesicht zeigte, dass er seinen SpaÃ haben wÃ¼rde. âUnd weil ich ein Ventil fÃ¼r einige dieser MÃ¤chte brauche, ehe ich darin ertrinke.â

âDas muss ich sehenâ, sagte Storm lachend.

Ren grinste, als er die Leiterplatte auf die Windschutzscheibe legte und zwei Schritte zurÃ¼ck machte, sodass er der Motorhaube zugewandt stand. Er hob seine HÃ¤nde in Richtung des Autos und atmete tief ein. Die Scheinwerfer gingen plÃ¶tzlich an und DrÃ¤hte krochen unter der verbeulten Motorhaube hervor, hefteten sich an die Schaltplatte und zogen sie hinein.

Der KÃ¶rper begann zu knirschen und stÃ¶hnen, nahm eine andere Form an und eine andere Farbe erschien ausgehend von kleinen Flecken. Dellen verschwanden, als das Blech sich stromlinienfÃ¶rmig ausdehnte. Die Reifen reparierten sich selbst und fÃ¼llten sich mit Luft, wÃ¤hrend die Felgen sich einrichteten. Die Motorhaube klappte auf und Storm beobachtete, wie der Motor sich selbst wieder aufbauteâ¦ das alte Ãl langsam verschwand und die ursprÃ¼ngliche Chrom-Farbe wieder erschien.

Die schwarzen Farbflecken dehnten sich aus und bald Ã¼berzog ein hÃ¼bscher schwarzer Glanz das gesamte Auto. Die Fenster verdunkelten sich, sodass es fast unmÃ¶glich wurde, hineinzusehen und Storm pfiff leise, als er einmal darum herum ging. Es sah genauso aus, wie ein klassischer Mustang. Storm konnte ein Grinsen nicht unterdrÃ¼cken, als er Rens Namen in kleinen Chrom-Buchstaben am Heck sah, dort wo normal das Symbol einer bekannten Autofirma prangte.

âWenigstens bist du nicht eingebildetâ, lachte Storm.

Ren senkte schlieÃlich seine HÃ¤nde und lÃ¤chelte stolz Ã¼ber das neue, verbesserte Auto. âHier hast duâ¦ Evy.â

Storm sah Ren mit gehobener Augenbraue an. âEvy?â

Ren zuckte die Schultern. âStephen King hat Christine, dann kann ich Evy haben. AuÃerdem ist das der Name, der Envy am Ã¤hnlichsten ist, aber eben nicht derselbe.â

Storm konnte nur lachen. âDu bist so bÃ¶se.â

âDas hoffe ichâ, sagte eine sexy, weibliche Stimme.

Storm sah auf das Auto hinunter. âEs spricht?â

âNatÃ¼rlichâ, sagte Evy und die AutotÃ¼r ging langsam auf. âWillst du mich fahren?â

Storm schÃ¼ttelte seinen Kopf, denn er vertraute nur seiner eigenen Fortbewegungsweise. âEs tut mir leid, so schÃ¶n du auch bistâ¦ ich fÃ¼rchte, das kann ich nicht tun.â

Evy seufzte. âIn Ordnung, aber eines Tages wirst du auf meinem RÃ¼cksitz landen.â

Storm starrte Ren an. âSie ist ziemlichâ¦ kokett.â

Ren schob seine HÃ¤nde in seine Hosentaschen. âSprechende Autos sind sexy.â

âDanke, Renâ, schnurrte Evy.

âWas es so perfekt machtâ, fuhr Ren fort, âist, dass Evys Stimme exakt so klingt wie Envys.â

Storm presste seine Lippen aufeinander, um nicht laut zu lachen, und nickte energisch. Ren zeigte diese Seite seiner PersÃ¶nlichkeit nicht sehr oft, aber wenn er es tat, war es immer das Warten wert.

âEvyâ, sagte Ren.

âJa, Renâ, antwortete Evy.

âDu gehÃ¶rst Trevor, er ist dein Besitzer.â

Evy summte: âTrevor hat sich immer gut um mich gekÃ¼mmertâ¦ jetzt werde ich mich um ihn kÃ¼mmern.â

Storm Ã¶ffnete seinen Mund, um etwas zu sagenâ¦ irgendetwas, aber seine Augen begannen zu trÃ¤nen und seine Wangen schmerzten. Er schritt schnell zur nÃ¤chsten TÃ¼r, die zufÃ¤llig die TÃ¼r zu einem begehbaren Schrank war, und lachte laut, nachdem er sie hinter sich zugezogen hatte.

âGeht es dir gut, Storm?â, hÃ¶rte er Evy durch die geschlossene TÃ¼r.

âAlles bestensâ, brachte Storm heraus. âIch komme gleich zurÃ¼ck.â

Rens Lippen zuckten, wÃ¤hrend er und Evy darauf warteten, dass sein Chef seinen Verstand wiederfand.




Kapitel 4


Guy folgte Tiara die Treppen hinunter, die in einer Kombination aus menschlicher und Naturkraft aus den Klippen gearbeitet worden waren. Er folgte seinem Ziel leise hinunter zu dem abgeschiedenen Strand.

Tiaras Gestalt wurde auf dem Sand sichtbar und er blieb am FuÃe der Treppe kurz stehen, um ihren schlanken KÃ¶rper zu betrachten. Als seine FÃ¼Ãe schlieÃlich den Sand berÃ¼hrten, stand er voller Ehrfurcht vor dem Bild, das sie erzeugte. Mit ihrem langen, seidigen, weiÃen Haar und ihrer goldenen Hautâ¦ sah sie wie eine wunderschÃ¶ne Wassernymphe aus, die an den Strand gespÃ¼lt worden war, um MÃ¤nner in die Irre zu leiten.

Tiara stand direkt am Ufer und lieÃ das Wasser Ã¼ber ihre Sandalen spÃ¼len. Obwohl die kalte Dunkelheit sie rief, liebte sie das GefÃ¼hl der warmen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Als sie Ã¼ber das Meer hinaus starrte, konnte sie die Leben fÃ¼hlen, die das Wasser Ã¼ber die Jahrtausende genommen und nicht mehr zurÃ¼ckgegeben hatte.

Die meisten Menschen gingen in die nÃ¤chste Dimension Ã¼ber, wenn sie starbenâ¦ aber es gab immer welche, die dem Ruf nicht folgten. Sie legte ihren Kopf zur Seite und fragte sich, ob diese Geister mit den Fischen im Wasser schwammen und ob sie glÃ¼cklich waren.

Ein weiches LÃ¤cheln erschien auf ihrem Gesicht, als sie sich an die vielen Geschichten erinnerte, die sie im Laufe der Jahre von Menschen gehÃ¶rt hatte, die im Meer verschollen waren und jemanden bei sich im Wasser gesehen hatten. Diese Personen blieben dann so lange bei ihnen, bis Rettung kam. In keinem Fall war die zweite Person je gefunden worden und Tiara wusste, dass die andere Person der Geist eines lÃ¤ngst Verstorbenen war, der sich weigerte, sein Zuhause im Ozean zu verlassen.

Geister waren meistens sanftmÃ¼tige, flÃ¼sternde Wesen, die keine MÃ¤chte nach auÃen hatten. Sie musste es wissenâ¦ sie hatte als Kind mit ihnen gespielt. Ihre wahre Macht lag in ihrer Seeleâ¦ diese innere Macht war es, die auf die DÃ¤monen anziehend wirkte. Wenn sie einmal der Kontrolle eines DÃ¤mons unterlagen, dann wurden Geister zu Puppen, die machten, was ihre Meister von ihnen verlangtenâ¦ unschuldige Opfer in den Spielen, die die DÃ¤monen spielten.

Guys Schritte waren gerÃ¤uschlos, als er sich Tiara so weit nÃ¤herte, bis das Salzwasser die Sohlen seiner Schuhe umgab. Die Brise war noch warm, obwohl nur mehr wenige Wochen sie von Halloween trenntenâ¦ von der Nacht, in der sich Menschen als Monster verkleideten. Er wollte nicht einmal daran denken, was diese Nacht bringen wÃ¼rde.

âTiara.â Seine Stimme war kalt, denn er wusste, dass sie Storm angelogen hatte, was die Anzahl der Leute in ihrem Team betraf, nur damit sie sich von ihm fernhalten konnte. âWir mÃ¼ssen reden.â

Tiara war so sehr in Gedanken versunken gewesen, dass sie zusammenzuckte, als sie ihren Namen so nahe hÃ¶rte. Sie seufzte innerlich, denn sie wusste, dass sie Guys GefÃ¼hle verletzen wÃ¼rde, dann drehte sie sich um, um ihn anzusehen. Sie schluckte, als sie den Schmerz sah, der in seinen Augen glitzerte.

âGuy, es tut mir so leid.â Sie meinte jedes Wort.

Guy ballte seine FÃ¤uste an seinen Seiten. Sie sagte nein und sie beide wussten es. Er versuchte, den Gedanken, sie dazu zu zwingen, zu tun, was er wollte, wegzuschieben, aber er war sehr anhÃ¤nglichâ¦ verlockend.

âCarley war Teil des TEP und sie starb um ein anderes Leben zu rettenâ¦ meines. Sie verdient eine zweite Chanceâ, beharrte er, als hÃ¤tten sie schon eine stille Diskussion Ã¼ber das Thema gefÃ¼hrtâ¦ und irgendwie hatten sie das auch.

Tiara schÃ¼ttelte langsam ihren Kopf aber ihr Gesichtsausdruck war voller Mitleid. Ihre Stimme blieb ruhig und ernst, als sie versuchte, zu erklÃ¤ren, wieso sie seine Schwester nicht wiederbeleben konnte. âJemanden vom Tod zurÃ¼ckzuholen bedeutet, einen Zombie ohne Seele zu erzeugen. Sie kÃ¶nnen sprechen und sich bewegen, aber sie sind leerâ¦ nichts mehr als eine Schale in der ihre Seele frÃ¼her lebte. Meine Arbeit ist, Zombies von ihren SchÃ¶pfern zu befreienâ¦ nicht selbst welche zu erzeugen.â

âErzÃ¤hl mir nicht diesen Unsinn.â Guy verlor die schwache Kontrolle, unter der er seine Wut gehabt hatte. âDeine Mutter konnte Seelen kontrollieren und nun hast du diese Macht, also sag einfach Carley, dass sie zurÃ¼ck in ihren KÃ¶rper kommen soll. Wenn sie einmal hier ist, kannst du sie darin einsperren. Komm schon, es ist erst ein paar Stunden her. Ihr KÃ¶rper ist noch nicht einmal richtig kalt.â

âDu mÃ¶chtest sie an einen KÃ¶rper fesseln, in einer schlimmeren Verfassung, als er war, als sie ihn verlassen hat? WÃ¼rdest du das wirklich fÃ¼r deine Schwester wollen?â, fragte Tiara enttÃ¤uscht. âDu hast dir das nicht richtig Ã¼berlegt, Guy. Welches Leben wÃ¤re das fÃ¼r sie?â

Guy stand plÃ¶tzlich direkt vor ihr, packte ihr Handgelenk und riss sie vorwÃ¤rts, bis sie nur wenige Zentimeter getrennt waren. WÃ¤hrend er wÃ¼tend in Tiaras erschrockenes Gesicht hinunter starrte, knurrte er: âIch werde alles tun, um sie zurÃ¼ckzuholen. Ich habe mich bisher um sie gekÃ¼mmert und das werde ich wieder tun.â

âWenn du nicht mehr als nur einen Sonnenbrand willst, dann wÃ¼rde ich dir empfehlen, sie loszulassen.â Zacharys Stimme war nahe und sehr warnend.

Zachary hatte sich zurÃ¼ckgehalten und der Unterhaltung zwischen Tiara und Guy zugehÃ¶rt. Er wusste, dass Guy verletzt warâ¦ verdammt, alle wussten, was Carley dem groÃen Mann bedeutet hatte. Aber als Guy Tiara gewaltsam packte, konnte Zachary nicht mehr tatenlos zusehen. Sie war so klein und zerbrechlich verglichen mit ihm. Sie sah aus, als kÃ¶nnte er sie einfach zermatschen.

Guys Blick richtete sich auf Tiara, ignorierte Zacharys Drohung. Stattdessen starrte er weiterhin hinunter auf Tiaras leuchtende Augen, zu hell fÃ¼r einen normalen Menschen. Wieder drang der Gedanke, sie zu zwingen, das zu tun, was er von ihr wollte, in sein Unterbewusstsein. Was konnte er schon verlierenâ¦ er hatte schon alles verloren, wofÃ¼r er gelebt hatte.

âEr tut mir nicht weh.â Tiaras Stimme war ruhig, aber sie lieÃ Guy nicht aus dem Auge. Er tat ihr weh, aber was sie am meisten schmerzte, war der Anflug von Wahnsinn, der sich in Guys wÃ¼tenden Blick mischte. Er war nicht wirklich wÃ¼tend auf sieâ¦ er erfuhr die normalen GefÃ¼hle des Ãberlebnsschuld-Syndroms. Wenn es nach ihm ging, dann hÃ¤tte er anstelle von Carley sterben sollen.

âGuy, wenn du mich loslÃ¤sst, werde ich meine Macht verwenden, um Carley zu rufen. Dann kannst du deine Schwester fragen, was sie jetzt will.â Tiara wehrte sich nicht gegen ihn. Sie wollte, dass er ihr vertraute.

Zachary schÃ¼ttelte seinen Kopf und machte einen Schritt auf die beiden zu. âIch glaube nicht, dass das eine gute Idee istâ, meinte er finster. Er war sehr gut darin, Menschen zu lesen und auch wenn Tiara es verdammt gut versteckte, so konnte er doch erkennen, dass sie verÃ¤ngstigt war. âIch habe gesagt, lass sie los, Guy!â

âIch tue ihr nicht weh!â Guy schrie beinahe Ã¼ber seine Schulter.

Zachary knirschte mit den ZÃ¤hnen und versuchte mÃ¼hsam, sein eigenes, feuriges Temperament zu kontrollieren, das plÃ¶tzlich an die OberflÃ¤che kam. Er wusste, dass Guy trauerte, und es war offensichtlich, dass der Mann nicht besonders gut damit umging. Aber trotzdem wÃ¼rde er nicht zulassen, dass Guy seinen Frust an Tiara auslieÃ.

Ohne, dass er Ã¼berhaupt bemerkte, was er machte, wurde die Luft um Guy plÃ¶tzlich mehrere Grad wÃ¤rmer.

Guy lieÃ Tiaras Hand los und richtete seinen wÃ¼tenden Blick auf Zachary, als er in SchweiÃ ausbrach. âHalt dich hier heraus, verdammt.â

âOh, ich denke, dafÃ¼r ist es zu spÃ¤t.â Zacharys Lippen deuteten ein gefÃ¤hrliches LÃ¤cheln an.

Nachdem sie nicht der Grund sein wollte, wegen dem jemand verletzt wurde, streckte Tiara ihre Hand aus und berÃ¼hrte sanft Guys Arm, um seine Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen. âIch werde Carleys Seele rufenâ¦ nicht ihren KÃ¶rperâ, flÃ¼sterte sie. âUnd du kannst mit ihr sprechen.â Jetzt, wo sie seine volle Aufmerksamkeit hatte, hob sie ihre beiden HÃ¤nde und legte sie auf seine Wangen. âZuerst brauche ich etwas von dir.â

âIch gebe dir alles, was du willstâ, sagte Guy verzweifelt. âUnd wenn es geschafft istâ¦ wenn du mich brauchstâ¦â Er legte eine seiner HÃ¤nde Ã¼ber eine von ihren, drehte sein Gesicht dorthin und kÃ¼sste ihre HandflÃ¤che liebevoll, dann lieÃ er sich auf seine Knie sinken, damit er nicht so viel grÃ¶Ãer war als sie. ââ¦ werde ich fÃ¼r dich da sein.â

Zachary knurrte innerlich, denn er wusste genau, was Guy vorschlug, und es gefiel ihm gar nicht. Er wandte seinen verÃ¤rgerten Blick auf Tiaras Gesicht und fragte sich, was sie davon hielt, ihre GeisterbeschwÃ¶rer-GefÃ¤lligkeiten gegen Sex zu tauschen.

âDanke, Guy.â Ihre vollen, roten Lippen hoben sich zur Andeutung eines gÃ¼tigen LÃ¤chelns. âAber was ich von dir brauche, ist, dass du all die Liebe, die du fÃ¼r deine Schwester fÃ¼hlst, durch dich strÃ¶men lÃ¤sst. Ich kann sie dann verwenden, um ihre Seele zu rufen.â

Sogar von dort, wo Zachary stand, konnte er sehen, wie Guys Blick weich wurde, und sein Gesicht sich entspannte, aber er konnte sich selbst nicht davon abhalten, noch einen Schritt nach vorne zu machen, als Guy seine Arme um Tiaras HÃ¼fte schlang und sie an sich drÃ¼ckte, als er seine Augen schloss.

Tiara holte tief Luft und schloss ihre Augen, fÃ¼hlte die Ã¼berwÃ¤ltigende Liebe eines Bruders fÃ¼r seine kleine Schwester in der Art, wie er sich so fest an sie klammerte. Sie konnte sogar fÃ¼hlen, wie seine HÃ¤nde durch die Emotionen zitterten. Sie waren so rein und kamen direkt vom Herzen, dass sie sich danach sehnte, auch eine solche Liebe zu kennen.

Zachary beobachtete beeindruckt, wie Tiara zu verschwimmen schien und Carleys Aussehen sich mit ihrem vermischte. Carleys Seele klammerte sich an Tiaras KÃ¶rper und starrte verwirrt hinunter auf ihren Bruder. In nur wenigen Sekunden wurde Zacharys misstrauischer Gesichtsausdruck von einem ersetzt, den man nur als liebevoll bezeichnen konnte.

âGuyâ, sagte Carley leise.

Guys Augen Ã¶ffneten sich ruckartig und er hob schnell seinen Kopf, um seine Schwester anzusehen, die in seiner Umarmung stand.

âCarley.â Guys Stimme zitterte und TrÃ¤nen fielen aus seinen Augen. âWieso hast du das gemacht? Es hÃ¤tte doch mich treffen sollen.â

Carley lÃ¤chelte. âIch war an der Reihe, dich zu beschÃ¼tzen. Ich bereue es nicht, und ich wÃ¼rde es nicht rÃ¼ckgÃ¤ngig machen.â

Guy schÃ¼ttelte seinen Kopf, wollte es nicht wahrhaben. âIch brauchte keinen Schutzâ¦ was ich brauchte, war meine Schwester.â Er schlang seine Arme besitzergreifend fester um sie. âIch verspreche dir, dass ich dich diesmal nicht loslassen werde.â

âDu hast dich immer um mich gekÃ¼mmertâ, sagte Carley. âAber sieh mich jetzt an.â Sie drehte sich schwungvoll innerhalb seiner Arme, da es in Wirklichkeit Tiaras KÃ¶rper war, den er hieltâ¦ nicht ihrer. âIch kann wieder laufen. Wenn ich mÃ¶chteâ¦ kann ich sogar fliegen.â

âWir kÃ¶nnen es diesmal besser machen. Ich werde eine MÃ¶glichkeit finden, dich glÃ¼cklich zu machenâ, versprach er und bereitete sich innerlich darauf vor, dass sie ablehnte.

Carley seufzte leise und beugte sich hinunter, um einen sanften Kuss auf seine Wange zu setzen. âIch bin jetzt glÃ¼cklich, Guy. Das einzige, was ich mir wÃ¼nsche, ist, dass du einen Weg findest, um glÃ¼cklich zu seinâ¦ und, um Himmels Willen, such dir eine Freundin!â

Guy senkte seinen Kopf und saugte so viel Magie, wie er nur konnte, aus der Erde. âTiara kann dich zurÃ¼ckbringen, Carley. Willst du das nicht ebenso sehr wie ich?â

Carley hob ihre Hand und zerzauste sein Haar, so wie er es immer bei ihr gemacht hatte. âEs tut mir leid, Guy, aber neinâ¦ bitte, nimm mir das hier nicht weg.â

Guys Augen wurden groÃ, als er SchuldgefÃ¼hle spÃ¼rte, und sein verweinter Blick hob sich zum Gesicht seiner Schwester. âEs gibt eine MÃ¶glichkeit, wie wir beide bekommen kÃ¶nnen, was wir wollen.â

Gerade als sich die Lippen seiner Schwester verwirrt Ã¶ffneten, stieÃ Guy seine HandflÃ¤che fest in Tiaras Brust, wobei er schnell die Worte des Zauberspruchs flÃ¼sterte, den er vor einer Stunde auswendig gelernt hatte. Der Ausbruch der Macht schleuderte Tiara rÃ¼ckwÃ¤rts davon, sodass einen Augenblick lang ihr Schatten noch dort sichtbar war, ehe er verblasste, und nur noch das Bild von Carley zu sehen war, die vor ihm stand.

âWas hast du gemacht?â, flÃ¼sterte Carley.

Guy blinzelte, jetzt, wo sie auch ohne Tiaras Verbindung stabil war. Sie hatte ihm keine andere Wahl gelassen und er weigerte sich, sie wieder gehen zu lassen. Also hatte er die Entscheidung getroffen, ihren Geist an diese Welt zu binden.

Zachary sprang mit ausgestreckten Armen nach vorne und fing Tiara auf, ehe ihr Kopf den Sand des Strandes berÃ¼hren konnte. Schnell Ã¼berzeugte er sich, dass sie atmete und ihr Herz schlug, dann starrte er wÃ¼tend auf Guy und erkannte, dass der Zauberer noch immer den Ort anstarrte, wo Tiara eben gestanden hatte, als kÃ¶nne er Carley noch sehen.

Carley sah Ã¼ber ihre Schulter auf Tiara, dann missbilligend zurÃ¼ck auf ihren Bruder. âDas war gemeinâ¦ du hÃ¤ttest Tiara zumindest darauf hinweisen kÃ¶nnen, was du vorhattest.â

âIch werde mich bei ihr entschuldigenâ, sagte Guy lÃ¤chelnd und wischte ein paar TrÃ¤nen von seiner Wange. âJetzt, wo du die Verbindung zwischen den Welten beherrschst, brauchen wir kein Medium mehr fÃ¼r uns.â

Carley kicherte, denn sie wusste, dass der Zauber harmlos war, aber zumindest wÃ¼rde sie ihn jetzt besuchen kÃ¶nnen, auch wenn er und Tiara die einzigen waren, die sie sehen konnten. âVergiss bloÃ nicht, dass du nicht mit mir reden kannst, wenn Leute dabei sind. Sie werden glauben, dass du den Verstand verloren hast.â Als sie zum Schloss hoch schielte, wurde ihr klar, dass sie sogar Guys geheime Spionin sein kÃ¶nnte, wenn das TEP sie brauchte. Sie wÃ¼rde spÃ¤ter mit ihm darÃ¼ber reden.

âIch liebe dich, groÃer Bruder, aber ich glaube, du solltest dich bei Tiara entschuldigen, ehe Zachary dich rÃ¶stet.â Sie beugte sich hinunter und lieÃ ihre Lippen Ã¼ber Guys Stirn streichen, auch wenn sie wusste, dass er es nicht fÃ¼hlen konnte. âIch werde hier sein.â

Guy sah zu, wie Carley ihm ein strahlendes LÃ¤cheln schenkte, ehe ihr Bild verblasste, sodass nur mehr Zacharys wÃ¼tende Gestalt in seinem Blickfeld war.

âWas, zur HÃ¶lle, hast du ihr angetan?â, knurrte Zachary, wÃ¤hrend er Tiaras schlaffen KÃ¶rper an seine Brust drÃ¼ckte.

WÃ¤hrend er auf Tiaras entspanntes Gesicht hinuntersah, wischte er ein paar Haare weg, die der Wind Ã¼ber ihre Wange und Lippen blies. Er hielt sofort inne, als ihm mehrere Dinge gleichzeitig klar wurden. Ihre Haut war genauso weich, wie sie aussahâ¦ und ihr Haar auch.

Zachary erzitterte, als es von seinen Fingern fiel wie SeidenfÃ¤den. Sein Blick hielt an ihren vollen Lippen, verzaubert durch den Wunsch, sie zu kÃ¼ssen, sodass seine Brust sich zusammenzog. Ihre Unschuld machte sie so viel schÃ¶ner und verfÃ¼hrerischer, als er je gemeint hatte, dass ihre Mutter es warâ¦ dieses Wissen Ã¤ngstigte ihn auf eine Weise, die er nicht verstehen konnte.

Guy beobachtete die Emotionen, die Ã¼ber Zacharys Gesicht flimmerten, wÃ¤hrend der andere Mann Tiaras bewusstlose Gestalt hielt. Ein fester Knoten formte sich in seinem Magen, es gefiel ihm gar nicht, dass Zachary ihr so nahe warâ¦ er vergaÃ einfach, wer sie vor wenigen Augenblicken noch in seinen Armen gehalten hatte.

Nachdem er aus dem feuchten Sand aufgestanden war, nÃ¤herte sich Guy schnell den beiden und stand einen Moment lang Ã¼ber Zachary. Unbewusst ballte er seine HÃ¤nde zu FÃ¤usten, ehe er sich neben Tiara wieder auf die Knie sinken lieÃ und verliebt auf ihr weiches Gesicht hinuntersah.

âIch habe sie nicht verletztâ¦ ich schwÃ¶re es. Ich wÃ¼rde sie nie verletzenâ, sagte Guy mit tiefer Stimme, meinte jedes Wort. Er hob seine Hand und fuhr mit der RÃ¼ckseite seiner Finger Ã¼ber ihre weiche Wange, dann knurrte er beinahe, als Zacharys Arme sich fester um ihren KÃ¶rper schlossen, aber er konnte sich noch rechtzeitig zur Ordnung rufen. âSie hat mir das einzige Geschenk gegeben, das mir sonst niemand geben hÃ¤tte kÃ¶nnen und ich schulde ihr alles dafÃ¼râ, versuchte Guy es noch einmal.

âIch habe gefragt, was, zum Teufel, du getan hast, dass sie bewusstlos wurdeâ, fragte Zachary scharf und schob Guys Hand von Tiaras Wange weg, traute dem Zauberer nicht genug, um zuzulassen, dass er sie anfasste. Er hatte diesen Fehler schon einmal gemacht. âSie ist nicht wie wir, wenn es darum geht, ihren KÃ¶rper zu heilen. Sie ist ein Mensch, du Idiot, damit ist sie verletzlich.â

Guy lieÃ seine Hand sinken, konnte Zacharys FÃ¼rsorglichkeit verstehen, aber er entfernte sich nicht. âIch habe einen Zauber, den Carley und ich vor ein paar Jahren gefunden haben, mit der GeisterbeschwÃ¶rer-Macht, die Tiara ausstrahlte, als sie Carley erlaubte, ihren KÃ¶rper zu nutzen, kombiniert.â Er hob seine Hand wieder, aber Zachary schlug sie wieder weg.

âGeh wegâ, befahl Zachary.

âDurch sie kann ich Carley jetzt immer sehen, wenn ich willâ, fuhr Guy fort und ignorierte den Befehl. âTiara hat mir meine Schwester zurÃ¼ckgegebenâ¦ und daher werde ich fÃ¼r immer in ihrer Schuld stehen.â

âWenn Tiara nicht aufwacht und mir sagt, dass es ihr gut geht, werde ich dich auf direktem Weg zu deiner Schwester befÃ¶rdernâ, drohte Zachary, aber dann zuckte er zusammen, als weiche Finger Ã¼ber seine Lippen streiften.

Beide MÃ¤nner senkten ihren Blick ruckartig auf die kleine Frau, aber es waren Zacharys Augen, die Tiaras Blick suchte.

Zachary stockte der Atem, als er Tiaras echte Augenfarbe zum ersten Mal aus der NÃ¤he sah. Sie waren voller tanzender Flecken aus reinem Gold und GrÃ¼n, die sich in scheinbar zufÃ¤lligen Bahnen bewegten und ihn beinahe hypnotisierten und sie starrten mit ihrer verlockenden Unschuld direkt in seine.

âMir geht es gutâ, flÃ¼sterte Tiara, fÃ¼hlte, wie Zacharys Ã¼berwÃ¤ltigende FÃ¼rsorge sie wie in eine schÃ¼tzende Decke wickelte.

Sie wurde schnell von Zacharys Perfektion in ihren Bann gezogen. Nachdem sie den Mann, der ihre Gedanken im Laufe der Jahre so oft heimgesucht hatte, berÃ¼hren wollte, lieÃ sie ihre Finger noch einmal Ã¼ber seine Lippen streicheln, ehe sie Ã¼ber sein Kinn und seinen Hals fuhren. Als er scharf einatmete, wurde ihr bewusst, was sie machte.

Tiara zog schnell ihre Hand zurÃ¼ck und setzte sich auf, bemÃ¼hte sich, von seinem SchoÃ zu rutschen.

Zacharys Gehirn war in Streik getreten, als er fÃ¼hlte, wie ihre Finger einen Moment auf seinen Lippen ruhten, ehe sie Ã¼ber sein Kinn streiften. Er unterdrÃ¼ckte ein Zittern, als dieselben Finger seinen Hals streichelten und sich einen Weg zu seinem Nacken bahnten, wo die Haut so unglaublich sensibel war. Als Tiara sich zu bewegen begann, musste er sich dazu zwingen, sie loszulassen, sodass sie aufstehen konnte.

In dem Moment, als sie sich aus Zacharys Armen befreit hatte, hatte Tiara kaum Zeit, auf ihren schwachen Beinen zu schwanken, ehe Guy sie in seine Umarmung zog. Sie errÃ¶tete, als sie fÃ¼hlte, wie jeder Zentimeter seines KÃ¶rpers sich an ihren drÃ¼ckte.

Sie konnte fÃ¼hlen, wie die kleine Flamme des Verlangens, das entstanden war, als sie in Zacharys SchoÃ gelegen hatte, nun heller brannte. Von einem Mann gehalten zu werden, war etwas Neues fÃ¼r sie, denn auÃer ihrer Mutter war nie jemand so nahe an sie herangelassen worden.

âIch kann Carley jetzt sehenâ, rief Guy und hob sie hÃ¶her, bis ihre FÃ¼Ãe fast einen halben Meter Ã¼ber dem Boden hingen. âDanke.â

Guy war glÃ¼cklich, dass er seine Schwester zurÃ¼ckhatte, aber das GefÃ¼hl der Sehnsucht nach dieser kleinen Frau wuchs wieder in ihm. Der Drang, mehr zu tun, als sie einfach nur festzuhalten, war fast Ã¼berwÃ¤ltigend. Als Tiara ein wenig zappelte, starrte er mit hungrigen Augen auf sie hinunter. âIch habe dir nicht wehgetan, oder?â

Tiara sah zu dem groÃen Mann hoch, der sie festhielt und legte ihre HÃ¤nde auf seine breiten Schultern. Er war auÃer sich vor GlÃ¼ckâ¦ das konnte sie sehen und fÃ¼hlen. Sie hatte seine Magie gefÃ¼hlt, in dem Moment, als sie sie getroffen hatteâ¦ die Macht, die Guy in sich beherbergte, war unglaublich groÃ. Es war ein Fehler gewesen, ihn abzuweisen, als er angeboten hatte, sich ihrem Team anzuschlieÃen.

âDu hast mir nicht wehgetanâ, sagte sie leise, auch wenn es eine LÃ¼ge war.

Er hatte sie nicht verletzen wollen und das wusste sie. Ihre Mutter hatte ihr mehr als nur einmal eingeblÃ¤ut, dass sie ihr Team sorgfÃ¤ltig auswÃ¤hlen musste, und sie hatte nicht von Partnern fÃ¼rs Bett gesprochen. Auch wenn Guy nicht um Erlaubnis gefragt hatte, ehe er seine Macht mit der ihren verbÃ¼ndet hatte, die Tatsache, dass er dem Geist seiner Schwester gegenÃ¼bergestanden hatte, genÃ¼gte fÃ¼r sie, um ihm zu vergeben.

âIch will dichâ, Tiara lehnte ihren Kopf zurÃ¼ck und hob ihre Fingerspitzen zu seinen Lippen, als er seinen Kopf nach vorne senkte, âin meinem Team haben.â

Guy fÃ¼hlte eine kurze Welle der EnttÃ¤uschung durch sich spÃ¼len, als sie ihren Satz beendete, und kÃ¼sste stattdessen ihre Fingerspitzen. âDu kannst alles von mir haben, was du willstâ, flÃ¼sterte er verfÃ¼hrerisch.

Tiara fÃ¼hlte, wie Hitze durch ihre Mitte zuckte, passend zu dem Blick in seinen Augen. Dies war eine weitere Warnung, die ihre Mutter ihr mitgegeben hatte, und Tiara wusste, dass sie sie nicht ignorieren konnte. Bald wÃ¼rde sie mehr als nur Teammitglieder wÃ¤hlen mÃ¼ssen, wenn sie Ã¼berleben wollte. Ihr Leben hing buchstÃ¤blich davon ab, dass sie einen Sex-Partner fand, der ihr Lebensenergie schenkte, wenn der Ruf der Dunkelheit fÃ¼r sie zu stark wurde.

So wie es im Moment aussah, sollte es nicht allzu schwierig werden, sicherzustellen, dass jemand fÃ¼r diesen Zweck in ihrer NÃ¤he war.

In Zacharys Magen brannte ein Feuer und seine KÃ¶rpertemperatur war ein paar Grad angestiegen. Er fÃ¼hlte sich, als wÃ¼rde er plÃ¶tzlich in Flammen aufgehen, als Guy seinen Kopf senkte, um Tiara zu kÃ¼ssen. Das GefÃ¼hl verflog wieder, als sie erklÃ¤rte, was sie von Guy wollte, und Zachary musste gegen den Drang ankÃ¤mpfen, den Ã¼berheblichen Mann triumphierend anzugrinsen.

Als Guy sie nicht sofort loslieÃ, beschloss Zachary schlieÃlich, dass er es verdammt satt hatte, nur ein Zuschauer zu sein. Er richtete sich auf und machte einen Schritt nach vorne, um ihre verstÃ¶rende IntimitÃ¤t aufzubrechen.

âGutâ, knurrte Zachary. âDu hast bewiesen, dass du es verdienst, im Team zu seinâ¦ zumindest in Tiaras Augen. Aber dank dem, was du gemacht hast, ist Tiara geschwÃ¤cht und muss sich ausruhen, damit sie dem gewachsen ist, was heute Nacht auf uns zukommt.â

Guy schenkte Zachary einen bitterbÃ¶sen Blick, wollte ihm sagen, dass er das Maul halten sollte, aber hielt sich gerade noch zurÃ¼ck. Er wusste nicht so genau, wie die Beziehung zwischen Tiara und Zachary aussah, und er nahm an, dass er es auch nicht so genau wissen wollte.

âEr hat recht, ich bin etwas erschÃ¶pftâ, sagte Tiara und sah in Guys Augen, wollte, dass er sie hinunterlieÃ. Sie fÃ¼hlte sich wie ein Kind in seinen Armenâ¦ klein und hilflos.

âGute Ideeâ, stimmte Guy zu und hob eine Augenbraue in die Richtung der steilen Treppen, die Ã¼ber die Klippen nach oben fÃ¼hrten. âDu solltest dich ausruhen.â

Zu Zacharys Leidwesen senkte Guy einen Arm unter Tiaras Knie und trug sie vor sich Ã¼ber den schmalen Pfad zum Schloss. Er fing einen kurzen Blick von ihr auf, als sie ihren Kopf drehte, um zu sehen, ob er ihnen folgte.

Innerlich knurrend folgte Zachary, obwohl er sich nicht so sehr darÃ¼ber im Klaren war, wieso er sich Ã¼berhaupt Ã¤rgerte. Es stÃ¶rte ihn absolut nicht, dass er nicht derjenige war, der Tiara trugâ¦ obwohl er Guy genau im Auge behielt, um sicherzugehen, dass seine HÃ¤nde an ordentlichen Stellen ihres KÃ¶rpers blieben. Nur weil Guy seine Macht mit der ihren verbunden hatte, war die GeisterbeschwÃ¶rerin so geschwÃ¤cht wordenâ¦ also konnte Guy sie auch selbst tragen.

Tiara lÃ¤chelte leise und lehnte ihren Kopf an Guys Hals. Sie nahm an, dass er seine Schwester oft auf diese Weise getragen hatte, und so lieÃ sie zu, dass er nun sie trug. Es half ihm wohl, die Leere, die Carleys Tod in seinem Herzen hinterlassen hatte, zu fÃ¼llen. Minuten spÃ¤ter fand sie sich selbst in ihrem Zimmer wieder.

Zachary lehnte im TÃ¼rstock, seine Arme vor der Brust verschrÃ¤nkt und sah zu, wie Guy Tiara vorsichtig auf die Matratze legte. âAlso, ich nehme an, wir sind nun zu viert im Team und nicht mehr zu dritt?â, fragte er.

Ehe Tiara das bestÃ¤tigen konnte, antwortete Guy fÃ¼r sie: âIhre Mutter hatte immer sechs Leute bei sich. Tiara hat gelogen, was die Anzahl betraf, weil sie mich nicht in der NÃ¤he haben wollte.â Er zwinkerte Tiara zu, sodass diese errÃ¶tete und sich aufsetzte.

Zachary runzelte die Stirn, als er sich fragte, wieso er nicht schon selbst darauf gekommen warâ¦ er war einige Male Teil von Myras Team gewesen. Irgendwie hatte seine Bekanntschaft mit Tiara seine Erinnerungen an ihre Mutter verblassen lassen. Er wÃ¼rde besser darauf achten mÃ¼ssen, was um ihn herum geschah.

Tiara fÃ¼hlte sich merkwÃ¼rdig, jetzt wo zwei MÃ¤nner in ihrem Zimmer warenâ¦ alleine mit ihr. Wenn sie zwischen den beiden wÃ¤hlen hÃ¤tte mÃ¼ssenâ¦ hÃ¤tte sie sich fÃ¼r Guy entschieden. Sie hatte Zachary mehrmals aus der Ferne gesehen, als sie noch jÃ¼nger gewesen war, wenn die TEP-Teams einander Ã¼ber den Weg gelaufen waren. Zachary hatte ihre Mutter immer so komisch angesehen, dass sie eine kindliche Angst vor ihm entwickelt hatte.

Wie auch immer sie die Dinge betrachtete, Zachary war wirklich ein Mann, den man fÃ¼rchten sollte, wenn sie es sich genauer Ã¼berlegte. Es gab so vieles von Zachary, was niemand wirklich wusste, auÃer Storm und vielleicht Ren. Selbst sein Profil in der TEP-Datenbank war wenig mehr als sein Name und seine derzeitige Mission. Alleine die Tatsache, dass Storm ihm eine der hÃ¶chsten Positionen eingerÃ¤umt hatte, sprach BÃ¤nde Ã¼ber seine Macht.

Sie hatte von anderen TEP-Mitgliedern Geschichten Ã¼ber Zachary gehÃ¶rt. Tiara hielt nicht besonders viel von Geschichten und GerÃ¼chten, aber sie genÃ¼gten, um ihre Angst vor ihm zu bestÃ¤tigen. Doch diese kindliche Angst war immer mit einer drÃ¤ngenden Neugier vermischt gewesen, die jetzt, wo sie ihn getroffen hatte, nur noch stÃ¤rker wurde.

Als sie hier angekommen war, hatte Storm ihr gesagt, dass Zachary ihr Team koordinieren wÃ¼rde. In der Versammlung unten war sie Ã¼berrascht gewesen, als Storm verkÃ¼ndet hatte, dass Zachary tatsÃ¤chlich ein Teil ihres Teams sein wÃ¼rde. Sie hatte gedacht, dass jemand, der so wichtig war wie Zachary, ihrem Team einfach sagen wÃ¼rde, wo sie hingehen und was sie tun solltenâ¦ nicht, dass er selbst mitkam.

Guy hob ihre Hand hoch und gab ihr einen schnellen Kuss, ehe er sie wieder loslieÃ. âDu musst dich ausruhen. Ich werde etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang zurÃ¼ckkommen.â

âBleib noch kurzâ, sagte Storm von hinter Zachary, woraufhin er zusammenzuckte. Zachary machte einen Schritt zur Seite, um Storm eintreten zu lassen.




Kapitel 5


âStormâ, begrÃ¼Ãte ihn Tiara, dann lÃ¤chelte sie ihn freundlich an, als er zu ihr kam und sich neben ihr auf das Bett setzte.

Storm blickte mit unleserlichem Gesichtsausdruck auf Guy. Er hatte gesehen, wie Guy Tiara mit derselben FÃ¼rsorge, die er fÃ¼r seine Schwester gezeigt hatte, Ã¼ber die Treppen hochgetragen hatte. âHabe ich etwas verpasst?â

Guy blieb ruhig, als Storm ihn direkt ansah. Er hatte einmal gesehen, wie der Zeitreisende in einem Wutausbruch einen Mann gepackt hatte, und dieser Mann war einfach verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Im Hinblick darauf, was Storm war, wollte Guy bestimmt nicht in der Steinzeit landen.

âIch werde Tiara als festes Mitglied ihres Teams beschÃ¼tzenâ, erklÃ¤rte Guy dem Zeitreisenden stoisch.

âAlso habe ich etwas verpasstâ, meinte Storm nachdenklich. Dies war neu fÃ¼r ihn und er begann es aufregend zu finden, Dinge auf die altmodische Art herauszufinden. Als Storm seinen Blick auf Zachary richtete, erkannte er den nicht so glÃ¼cklichen Ausdruck auf dessen Gesicht und seufzte innerlich. âZachary, mÃ¶chtest du mich aufklÃ¤ren?â

Tiaras Mund hatte sich geÃ¶ffnet, um Guy zu verteidigen, aber sie hielt inne, als Storms Blick fragend zu Zachary wanderte. Sie sah nun Zachary direkt an, fÃ¼hlte sich sicherer, das nun zu tun, wo seine Aufmerksamkeit nicht auf ihr lag.

Zacharys Blick traf Tiaras und er runzelte die Stirn, als sie sofort auf ihre HÃ¤nde hinuntersah. Wie kam es, dass sie sich mit dem Mann, der sie gerade bewusstlos geschlagen hatte, wohler fÃ¼hlte, als mit demjenigen, der ihr nichts getan hatte?

FÃ¼hlte sie sich von bÃ¶sen Jungs angezogen, ebenso wie ihre Mutter? WÃ¼rde sie sich in einen DÃ¤mon verlieben? Vielleicht hatte Storm damit recht gehabt, ihn fÃ¼r ihre Sicherheit verantwortlich zu machen. Es bestand eine gute Chance, dass sie Tiara mehr vor sich selbst als vor den DÃ¤monen, die herumliefen, beschÃ¼tzen mussten.

âGuy wollte seine Schwester zurÃ¼ck, also haben er und Tiara ihre MÃ¤chte vereinigt. Sie haben Carley nicht wiederbelebtâ¦ aber Guy kann jetzt den Geist seiner Schwester rufen und alle sind glÃ¼cklichâ, erzÃ¤hlte Zachary Storm sarkastisch und hob leicht die Schultern.

âIst das so.â Storm versuchte sein Grinsen zu verbergen, als er die offensichtlichen GefÃ¼hle, die Zachary hatte, und die er nicht besonders gut versteckte, erkannte. âUnd sie haben das ohne Nebenwirkungen gemacht?â

Zachary spieÃte Guy mit einem bÃ¶sen Blick auf, als er erklÃ¤rte: âKeineâ¦ wenn man davon absieht, dass der Zauber Tiara ungefÃ¤hr drei Meter zurÃ¼ckgeschleudert hat und sie fÃ¼r ein paar Minuten bewusstlos war.â

âSo etwas Ãhnliches habe ich mir schon gedacht, als ich den Bluterguss sah, der sich schon auf ihrer Brust und ihrer rechten Hand zeigtâ, sagte Storm und hob eine Augenbraue in Guys Richtung.

Zachary knurrte leise und schritt durch das Zimmer zu dem Bett, wo Tiara saÃ, denn er wollte die besagten BlutergÃ¼sse sehen.

Tiara nahm ein Zierkissen vom Bett und drÃ¼ckte es an sich, um den blauen Fleck zu verbergen, der Ã¼ber dem Tuch sichtbar war, das ihre BrÃ¼ste bedeckte. Sie sah Zachary blinzelnd an, als sie fÃ¼hlte, wie die Temperatur im Zimmer um mehrere Grade anstieg.

Storm betrachtete Guy neugierig. âEs ist faszinierend, dass du deine Macht mit der von Tiara verbinden kannst. Das kommt etwas unerwartet, aber kann in der Zukunft sehr praktisch werden. Aber du musst dir darÃ¼ber im Klaren sein, dass, obwohl sie sehr mÃ¤chtig ist, sie ein Mensch ist, und auch so heilt.â

âDas habe ich ihm schon gesagtâ, bemerkte Zachary mit einem bÃ¶sen Blick auf Guy. Es entging nicht seiner Aufmerksamkeit, wie Storm die MÃ¶glichkeit erwÃ¤hnte, dass Guys Macht kompatibel mit Tiaras GeisterbeschwÃ¶rung sein kÃ¶nnte. Er unterdrÃ¼ckte den Drang, wieder zu Knurren und verschrÃ¤nkte seine Arme vor seiner Brust, um zu verhindern, dass seine Faust irgendwo anders landeteâ¦ nÃ¤mlich in Guys Magen.

âUnd Guy wird die Warnung ernst nehmen.â Storm nicke zufrieden, auch wenn ihm klar war, dass Zachary nicht damit einverstanden war, dass er zulieÃ, dass Guy sich Tiaras Team anschloss. Zacharys Eifersucht war fÃ¼r ihn sehr offensichtlich. Er konnte nur hoffen, dass, wenn Zach einmal zum Vorschein kam, er diese unter Kontrolle bringen wÃ¼rde.

âIch werde sie beschÃ¼tzenâ, wiederholte Guy und erwiderte Zacharys bÃ¶sen Blick mit einem trotzigen von seiner Seite. âDas bin ich ihr schuldig fÃ¼r das, was sie fÃ¼r mich und Carley getan hat.â

Nachdem die Strafpredigt vorbei war, lÃ¤chelte Storm. âJetzt zeig uns diese Schwester.â

âCarley.â Guy musste sich zwingen, nicht seine Finger zu Ã¼berkreuzen, als er betete, dass der Zauber so funktionierte, wie er geplant hatte. Er seufzte dankbar, als seine Schwester plÃ¶tzlich zwischen ihm und Storm erschien. Sie trug ein spitzbÃ¼bisches LÃ¤cheln auf ihrem Gesicht, und er wusste, dass sie etwas im Schilde fÃ¼hrte.

âKannst du sie sehen?â, fragte Tiara Storm neugierig.

âNicht einmal einen Schattenâ, gestand Storm und rieb mit seinen Fingern nachdenklich Ã¼ber sein Kinn. âDies kÃ¶nnte fÃ¼r das TEP ein groÃer Vorteil sein.â

âWovon spricht er?â, fragte Carley laut, obwohl Guy und Tiara die einzigen waren, die sie hÃ¶ren konnten. âOh warteâ¦ schlaue KÃ¶pfe ticken gleich.â Sie lÃ¤chelte aufgeregt und sah Storm herausfordernd an. âKomm schonâ¦ sag es.â

âZachary, kannst du sie sehen?â, fragte Storm.

âNeinâ, bestÃ¤tigte Zachary.

âTiara, sag Storm, dass ich eine perfekte Spionin wÃ¤re.â Carley warf ihrem Bruder noch ein breites Grinsen zu, dann verzog sich ihr Mund zu einem Schmollen, als er die Stirn runzelte. âEs ist nicht so, als wÃ¤re es gefÃ¤hrlichâ¦ ich bin schon tot, Dummkopf.â

Tiara wiederholte Carleys Worte fÃ¼r Storm und Zacharyâ¦ auch den Dummkopf-Teil, der ihrem Bruder gegolten hatte, sodass die anderen MÃ¤nner im Raum kicherten. Ihr Selbstvertrauen stieg noch weiter an, jetzt wo sie den Beweis hatte, dass Guy eine groÃartige Wahl als Teammitglied war.

âCarley scheint glÃ¼cklichâ, bemerkte sie und lÃ¤chelte dem Geist zu, der nur wenige Meter vor ihr stand.

âIch wÃ¼rde liebend gerne noch weiterhin ein Teil des TEP sein!â Carley nickte energisch.

Als Guy ihre Worte fÃ¼r Storm wiederholte, schielte dieser hinÃ¼ber zu Zachary, der nur mit den Schultern zuckte, als wÃ¤re es ihm egal. Wenn er Zachary auch nur halbwegs richtig einschÃ¤tzen konnte, dann war es das wahrscheinlich auch.

âEs ist ja nicht so, als kÃ¶nnte sie mir auf die Nerven gehenâ¦ ich werde nicht einmal wissen, dass sie da ist.â Zachary lehnte sich rÃ¼ckwÃ¤rts an die Wand, Ã¼berlieÃ die Entscheidung Storm. Insgeheim dachte er, dass es eine groÃartige Idee war, denn dann hÃ¤tte Guy noch etwas auÃer Tiara, was er anbeten konnte. âSo lange sie nicht in Orten spioniert, wo sie nicht willkommen ist, wird es wohl in Ordnung sein.â

âEr wÃ¼rde es doch nicht wissenâ, murmelte Carley, sodass Tiara grinste und Guy sie anstarrte, als hÃ¤tte sie sich gerade in einen Marsmenschen verwandelt.

Da kam Storm noch auf eine andere Idee. âGuy, du und Carley, ihr kÃ¶nnt euch Ã¼berlegen, ob ihr einen Zauber finden kÃ¶nnt, den ihr an den anderen Teammitgliedern anwenden kÃ¶nnt.â

âWelche Art von Zauber brauchst du?â, fragte Guy und legte seinen Kopf schrÃ¤g.

âWir brauchen eine MÃ¶glichkeit, sodass auch die anderen Leute in diesem Team Carley sehen und mit ihr reden kÃ¶nnenâ, wies Storm ihn an.

Tiara fÃ¼hlte, wie sich die Muskeln in ihrem Magen verkrampften. Sie erinnerte sich daran, dass sie so einen Zauber gelernt hatteâ¦ nur so wie sie ihn gelernt hatte, hatte er nichts mit Magie zu tunâ¦ es wurde durch GeisterbeschwÃ¶rung erreicht.

Es war fÃ¼r ihre Mutter schwer gewesen, ihr Dinge beizubringen, die sie noch nicht einmal probieren konnte. Ihr Training war meistens nur Schauspielerei gewesen und Ã¼ber sexuelle Teile war nur gesprochen wordenâ¦ nicht wirklich nachgespielt, aus offensichtlichen GrÃ¼nden. Sie und ihre Mutter waren fÃ¼r die Trainings immer alleine gelassen worden und obwohl sie mit einigen der MÃ¤chte ihres Vaters geboren worden war, hatte Myra ihr verboten, sie zu verwenden, aus Angst, dass jemand es herausfinden kÃ¶nnte.

âEs gibt eine MÃ¶glichkeit, jemanden Geister sehen zu lassen, aber ich konnte es noch nie ausprobieren.â Tiara zog das Kissen ein wenig fester an sich, als sie erklÃ¤rte: âEs nennt sich der Atem des Sehens, aber die Person wird dadurch mehr als nur Carley sehen.â

âMeinst du, es wÃ¼rde es ihnen ermÃ¶glichen, alles zu sehen, was du sehen kannst?â, fragte Storm, dem bewusst war, dass das schwer zu verdauen war. Als Tiara nickte, rieb Storm sich die HÃ¤nde. âNun, das gefÃ¤llt mir. Es wÃ¤re ausgezeichnet, wenn deine Teammitglieder alles wahrnehmen kÃ¶nnten, was um dich vorgeht. Meinst du nicht?â

Tiara versuchte, nicht den Kopf einzuziehen, aber tat es doch. âAlle?â

Als er eine leichte RÃ¶te auf ihre Wangen treten sah, begann Storm zu verstehen, wieso Tiara so zÃ¶gerlich war. GeisterbeschwÃ¶rer-Rituale hatten oft eine Form von Sex auf der Zutatenliste stehen.

âGuy, du und Carley, ihr kÃ¶nnt euch noch einen Zauber Ã¼berlegen, fÃ¼r die, die nur Carley sehen sollen. Ihr kÃ¶nnt heute Abend wieder zurÃ¼ckkommen und euch mit den anderen besprechen.â Storm nickte in Richtung der TÃ¼r.

âNatÃ¼rlich.â Guy drehte sich um, als er in Storms Stimme hÃ¶rte, dass er entlassen war, und verlieÃ das Schlafzimmer in der Meinung, dass Zachary ihm folgen wÃ¼rde. Er runzelte die Stirn, als der andere Mann regungslos an der Wand stehenblieb.

Storm schwieg bis Guy und Carley weg waren. Was er mit Tiara besprechen musste, brauchte sonst niemand zu hÃ¶ren. Er schielte hinÃ¼ber zu Zachary und wartete darauf, dass auch er ging, aber als der andere Mann sich nicht rÃ¼hrte, seufzte Storm innerlich. Er nahm an, dass es zu erwarten gewesen war, dass Zachary blieb, nachdem er fÃ¼r das Team verantwortlich war.

Nachdem er sich wieder Tiara zugewandt hatte, hob Storm eine Hand und legte sie auf ihre nackte Schulter, wo er mit seinem Daumen liebevoll Ã¼ber ihre Haut streichelte. Als er bei seiner BerÃ¼hrung ein leichtes Zucken fÃ¼hlte, hatte Storm die Antwort auf seine unausgesprochene Frageâ¦ sie war noch nie von einem Mann angefasst worden, zumindest nicht auf die Art, wie dies es verlangte.

Sein Gesichtsausdruck zeigte sonst keine Regung, als er sanft lÃ¤chelte. âTiara, du brauchst nichts zu tun, was du nicht willst. Vergiss das nie. Aber wenn du dich dazu entscheiden solltest, zu versuchen, dieses Geschenk weiterzugeben, dann mÃ¶chte ich, dass Zachary derjenige ist, mit dem du den Atem des Sehens teilst.â

Zachary verhielt sich still, lehnte noch immer an der Wand. Er wollte sehen, wohin Storm mit diesem Hokuspokus wollte. Er hatte das GefÃ¼hl, dass dieser Zauber mehr als nur einen Spruch brauchte. Storm sprach in RÃ¤tseln, um etwas vor ihm zu verschweigen, und das gefiel Zachary gar nicht.

Tiaras Gedanken rasten. Sie wusste, dass sie sich in derselben Lage befand, in der Myra sich befunden hatte. Sie hatte nie ihre MÃ¤chte verwendet und sie war nie von einem Mann angefasst wordenâ¦ heute Nacht wÃ¼rde sie beides tun mÃ¼ssen, egal, ob sie bereit war, oder nicht. Tiara wÃ¼nschte sich plÃ¶tzlich, dass sie einfach nur einen Mann aus der Gruppe wÃ¤hlen kÃ¶nnteâ¦ sie wollte das, was ihre Mutter jetzt hatte.

âZachary kann und wird dich besser beschÃ¼tzen als alle anderen, selbst Guy.â Storm hielt Tiaras Blick fest, wollte, dass sie den kleinen Hinweis verstand, den er ihr gab. âSeine Hitze wird die KÃ¤lte zurÃ¼ckdrÃ¤ngen, also muss er es sein, mit dem du deine Gabe teilstâ¦ aber erst, wenn du bereit bist. Bis dahin kÃ¶nnen Carley und Guy vielleicht eine MÃ¶glichkeit finden, wie Carley mit dem ganzen Team kommunizieren kannâ, sagte Storm beruhigend.

âDas wÃ¼rde Carley gefallenâ, sagte Tiara, aber sie dachte darÃ¼ber nach, was Storm ihr gerade gesagt hatte. âSie freut sich riesig Ã¼ber das, was wir planen.â

Storm richtete seinen Blick auf Zachary, um sicherzugehen, dass er zumindest einen Teil dessen, was er Tiara sagte, verstand. âCarley wird eine groÃe Bereicherung sein, aber noch mehr, wenn das ganze Team sie sehen und mit ihr reden kann. Zum Beispiel, wenn jemand von der Gruppe getrennt und verletzt wird, dann kann Carley die Person finden und den anderen sagen, wo sie ist.â

Zachary hob eine Augenbraue, denn das klang tatsÃ¤chlich gut.

Tiara lieÃ das Kissen in ihren SchoÃ sinken und richtete sich ein wenig auf. âIch werde die GeisterbeschwÃ¶rung verwenden mÃ¼ssen, um den Zauber zu probieren.â Ihr Blick glitt hinÃ¼ber zu Zachary, aber wich ihm schnell wieder aus, als sie erkannte, dass seine gesamte Aufmerksamkeit auf ihr lag.

Sie konzentrierte sich wieder auf Storm und atmete tief ein. Es war Zeit, dass sie erwachsen wurde, und ihren Teil dazu beitrug, die Menschheit zu rettenâ¦ selbst wenn sie einen Teil von sich selbst dabei verlieren wÃ¼rde. Tiara senkte ihre Stimme, so dass es klang, wie das Geheimnis, das es auch war. âMyra sagte, dass ich den Atem des Sehens nur weitergeben kann, wenn ich unter der Kontrolle des Verlangens bin.â

Storms Augenbrauen zogen sich besorgt zusammen. âWie weit musst du dem Verlangen erliegen, um die Macht, das zu sehen, was wirklich da ist, zu teilen?â

Tiara wiederholte das, was ihre Mutter ihr gesagt hatte, wobei sie stark errÃ¶tete. âDie Person braucht nicht in mir zu sein, aber ich mussâ¦ einen HÃ¶hepunkt erreichen, um von seiner Lebensenergie zu trinken. Seine Lebensenergie ist ein Geschenk fÃ¼r mich und nur in diesem Austausch kann ich ein Geschenk zurÃ¼ckgeben. Dann kann ich den Atem des Sehens der GeisterbeschwÃ¶rer geben.â

Storm konnte fÃ¼hlen, wie Zachs Wut durch das Zimmer strahlte, und wusste, dass Zachary nicht mehr bei ihnen war. Der Schalter, der seinen PersÃ¶nlichkeitswandel auslÃ¶ste, war umgelegt worden. Es war an der Zeit, den Feuerball hier hinauszubefÃ¶rdern, ehe er losging und Tiara noch peinlicher berÃ¼hrt wurde. Sie war so tapfer, dass es schade wÃ¤re, noch weitere Stolpersteine vor sie zu legenâ¦ besonders wenn der Stolperstein so beÃ¤ngstigend war wie Zach.

âDu kannst Zachary vertrauen, dass er nicht zu weit gehen wird, wenn du bereit bist, das mit dem Atem zu versuchen. Aber jetzt musst du dich ausruhen. Es wird eine lange Nacht werden.â Er stand vom Bett auf, packte Zachary am Oberarm und zog den anderen Mann mit ihm zur TÃ¼r hinaus.

Sobald sie auÃer HÃ¶rweite waren, wandte sich Zach zu Storm um und fauchte ihn an: âMeinst du wirklich, dass es fair ist, von ihr zu verlangen, dass sie mit jedem im Team ins Bett geht, nur damit sie ihr verdammtes Sehen mit ihnen teilen kann?â

Storm hielt Zachs Arm ein wenig fester und plÃ¶tzlich standen sie alleine auf den Klippen. WÃ¤hrend Zach durch den schnellen Umgebungswechsel fast stolperte, versuchte Storm, ihn zur Vernunft zu bringen. âHalt mal die Luft an und denk nach, was Tiara gerade gesagt hat.â

âSie sagte gerade, dass sie einen Orgasmus erreichen muss, um das Sehen zu teilenâ, donnerte Zach und Feuer brach aus, aber erlosch sofort wieder, als er sich selbst unter dem kalten Meereswasser fand. Als er sich vom Boden abdrÃ¼ckte, erkannte er, dass er aufstehen konnte, und das Wasser ihm nur bis zur Schulter ging.

âVerdammt, Storm, hÃ¶r auf damit!â, schrie er.

Storm grinste, denn er war staubtrocken und stand am Strand, wÃ¤hrend er zusah, wie Dampf von Zacharys Haut aufstieg. âSollen wir das noch einmal versuchen, diesmal mit einem kÃ¼hleren Kopf auf deinen Schultern?â, fragte er, als Zachary durch das Wasser auf ihn zu watete. âTiara sagte, dass die Person nicht in ihr sein muss.â

âJa, den Teil habe ich gehÃ¶rtâ, sagte Zachary barsch, aber hob schnell eine Hand, um Storm zu zeigen, dass er nicht noch einmal untergetaucht werden musste. Er war eben erst aus dem Wasser gekommen und war fast trocken, dank seiner FÃ¤higkeit, die Temperatur um ihn herum zu erhÃ¶hen. Das Allerletzte, was er wollte, war, dass seine Kleider nach Meerwasser zu riechen begannen.

âFreut mich, dass du zugehÃ¶rt hast.â Storm grinste. âHast du den Teil verpasst, wo sie sagte, dass sie Befriedigung erreichen muss, um sich ernÃ¤hren zu kÃ¶nnen?â Zachary starrte ihn nur wÃ¼tend an, also fÃ¼hrte Storm weiter aus. âIch weiÃ nicht, ob ihr Ã¼berhaupt klar ist, was sie eigentlich gesagt hat, aber wenn diese Aussage stimmt, dann braucht sie Ã¼berhaupt nie mit jemandem zu schlafen, um sich zu nÃ¤hren. Sie braucht nur sexuelle Befriedigung, das wird sie am Leben halten.â

Zachary wurde still, wÃ¤hrend er darÃ¼ber nachdachte, seine Gedanken sich beinahe Ã¼berschlugen. Sie musste das tun, um die Erfahrung zu Ã¼berleben? War es das, weshalb Myra in jener Nacht mit dem DÃ¤mon Sex gehabt hatteâ¦ weil sie es musste? Nicht sehr wahrscheinlich, beschloss er insgeheim. Der DÃ¤mon in jener Nacht war kein Unbekannter gewesenâ¦ Myra hatte ihn gekannt.

âDer Gedanke, dass Tiara sich so ernÃ¤hren muss, wie Myra es getan hat, scheint dich zu stÃ¶renâ¦ aber du verstehst nicht richtig, dass sie sterben wÃ¼rde, wenn sie es nicht tÃ¤te. Also ich schlage dir eine Alternative vor: Gib ihr die Befriedigungâ¦ dann hÃ¶rst du auf. Wenn du es nicht tun willst, dann bin ich sicher, dass Guy mit der grÃ¶Ãten Freude diese Aufgabe Ã¼bernimmt.â

âIch werde es tunâ, fauchte Zachary, dann blinzelte er, als Storm einfach verschwand. Als der Sand unter seinen FÃ¼Ãen schmolz und zu Glas wurde, knurrte er und wirbelte herumâ¦ ging schnell zurÃ¼ck ins kalte Wasser. âIhr habt mich noch nicht einmal gefragt, ob ich einen verdammten Geist sehen will.â

Storm tauchte in Rens BÃ¼ro wieder auf, wÃ¤hrend er noch immer leise vor sich hin lachte.

âOh Gott, was hast du diesmal gemacht?â, fragte Ren von hinter seinem Schreibtisch.

Storm schÃ¼ttelte seinen Kopf Ã¼ber seinen eigenen verdrehten Sinn fÃ¼r Humor. âWenn wir klug sind, halten wir uns fÃ¼r die nÃ¤chsten paar Tage von Zach fernâ¦ oder Wochen. Das hÃ¤ngt ein bisschen davon ab, wie lange er es ertragen kann, sich selbst zu foltern. Und wir mÃ¼ssen alle warnen, in der nÃ¤chsten Stunde bloÃ nicht zum Strand zu gehen. So wie ich Zachary kenne, verwandelt er ihn wohl ungefÃ¤hr jetzt in eine Glasflasche.â

âHat dir jemals jemand gesagt, dass du eine richtig gemeine Seite hast?â Ren grinste, denn ihm war Storms Lachen viel lieber als die Gefahr einer blutenden Nase.

*****

Damon landete sanft vor dem Eingang des Night Light und stellte Alicia langsam ab, wÃ¤hrend er zÃ¶gernd ihre Lippen freilieÃ, die er gerade vernaschte.

Er hatte herausgefunden, dass Fliegen fÃ¼r Alicia ein Aphrodisiakum war und hatte beschlossen, dass Gehen ab jetzt bis in alle Ewigkeiten nicht mehr in Frage kam, wenn es nach ihm ging. Obwohl, jetzt wo sie hier waren, Ã¼berlegte er sich, wie klug es war, sie nun so erregt und heiÃ mit einem anderen Mann zurÃ¼ckzulassenâ¦ auch wenn sie den Mann Bruder nannte.

âDanke, dass du mich hergebracht hastâ, sagte Alicia mit einem glÃ¼cklichen LÃ¤cheln. Sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen und drÃ¼ckte ihre geschwollenen Lippen noch einmal auf seine, wissend, wie schwer es fÃ¼r ihn im Moment war, sie zu teilen.

âIch liebe dichâ, flÃ¼sterte sie, ehe sie sich wieder entfernen wollte. Sie kam nicht besonders weit.

Damon schenkte ihr einen finsteren, besitzergreifenden Blick und weigerte sich, sie loszulassen. Als sie mit einem verfÃ¼hrerischen Schmollmund zu ihm hochsah, drÃ¶hnte ein tiefes Knurren in seiner Brust, ehe er seine Lippen noch einmal auf ihre presste. Als seine Finger mit erotischer Sanftheit Ã¼ber seinen Nacken streiften, hob Damon seinen Kopf und holte zitternd Luft.

âWenn du so weitermachst, werde ich dich an einen abgeschiedeneren Ort bringen, um das zu beenden, was wir begonnen habenâ, warnte Damon.

Alicias Augen leuchteten auf. âBitte? Das Dach ist immer leer.â

Damon grinste. âKleine Hexeâ, murmelte er, wÃ¤hrend er sie umdrehte und sie mit einem liebevollen Klaps auf den Po zur TÃ¼r schob.

Es gefiel ihm nicht, sie mit Micah alleine zu lassen, aber er wollte lieber in der HÃ¶lle schmoren, als sie in die NÃ¤he der geilen WerwÃ¶lfe im Love Bites zu bringen. Er wollte mit ihnen einen Handel eingehen und das wÃ¼rde nicht funktionieren, wenn er damit beschÃ¤ftigt war, jeden Wolf umzubringen, der sie zu lange ansah.

Alicia bemerkte, dass Micah alle Lichter wieder montiert hatte und gerade in seine Arbeit vertieft war, als sie eintraten. Die meisten der Glasscherben waren weggefegt worden und die schwere AufhÃ¤ngung fÃ¼r die Beleuchtung war aus dem Weg gerÃ¤umt worden. Eine Werkbank war auf der TanzflÃ¤che aufgestellt worden und ein langes MetallstÃ¼ck lag darauf. Das laute Kreischen einer elektrischen SÃ¤ge drÃ¶hnte laut durch den Raum, sodass Alicia und Damon ihre KÃ¶pfe einzogen.

Damon lieÃ seinen genervten Blick entlang des Stromkabels bis zur Wand gleiten und ging ungerÃ¼hrt zur Steckdose. Er konnte doch nicht zulassen, dass der liebe Bruder arbeitete, wenn er auf seine kleine Schwester aufpassen sollte. Er zog den Stecker heraus und die SÃ¤ge verstummte, sodass Micah mit einem verÃ¤rgerten Ausdruck auf seinem Gesicht aufblickte.

Als Micah Alicia an der TÃ¼r stehen sah, zeigte sein Gesicht die Art LÃ¤cheln, die Damons Augen schmal werden lieÃ.

âHallo Schwesterherzâ, sagte Micah und stellte die SÃ¤ge ab. âWas bringt dich so schnell wieder zu mir? Bist du wieder vor deinem Mann weggelaufen?â

Ein RÃ¤uspern veranlasste ihn dazu, den Kopf zu drehen und Damon anzugrinsen. âIch schÃ¤tze, das beantwortet meine Frage.â

Damon knurrte, sodass Micah und Alica leise lachten.

âBeruhige dich, groÃer Mannâ, sagte Micah. âNachdem du Teil der Familie bist, ist es verpflichtend, dass du von allen zumindest einmal am Tag gehÃ¤nselt wirst.â

Alicia trat weiter in den Raum und sah sich aufmerksam um. âDu hast viel vorangebracht, seit ich letzte Nacht hier war.â

Micah zuckte die Schultern. âNichts Besseres zu tun. Quinn und Warren machen ihre Sache drÃ¼ben im Moon Dance und haben mir diese Bude Ã¼berlassen.â

âWie kann ich dir helfen?â, fragte Alicia.

âIhr seid gekommen, um mir zu helfen?â, antwortete Micah mit einer Frage.

âAlicia jaâ, korrigierte Damon. âIch werde sie eine Weile bei dir lassen, wÃ¤hrend ich mich um etwas kÃ¼mmere, das sofort erledigt werden muss.â

Alicia hob eine Augenbraue, denn sie hatte gedacht, dass Damon mit ihr hierbleiben wÃ¼rde. Ihre Augen wurden schmal, als ihr klar wurde, dass er schon von vornherein andere PlÃ¤ne gehabt hatte. âIch dachte, wir wollten keine Geheimnisse mehr voreinander habenâ, beschwerte sie sich.

Damon lÃ¤chelte leise und klopfte mit dem Zeigefinger sanft auf ihr Kinn. âEs ist eine Ãberraschungâ, sagte er. âIch kann meine neue Frau doch nicht Ã¼berraschen, wenn ich nicht ein oder zwei Geheimnisse haben kannâ¦ oder?â

Alicia verschrÃ¤nkte ihre Arme vor der Brust. âWas hast du vor?â, fragte sie scharf und schrie dann leise auf, als Damon plÃ¶tzlich hinter ihr stand und sie in einer festen Umarmung an ihn zog, ehe er seine Lippen zu ihrem sensiblen Ohr senkte.

âDu wirst es bald herausfinden. Also, willst du jetzt hierbleibenâ¦ oder zurÃ¼ck in unser Bett?â Damons Mundwinkel deuteten ein zufriedenes LÃ¤cheln an, als Alicia sich rÃ¼ckwÃ¤rts an ihn schmiegte und er ihre Erregung roch.

Micah hielt sich davon ab, die Augen zu verdrehen, aber wandte sich ab. Er wusste, dass sie einander liebten, aber der Instinkt, der sie aus Damons Armen reiÃen wollte, lernte langsam.

âIch bleibe hierâ, flÃ¼sterte Alicia und versuchte sich von Damon loszumachen, aber dieser hielt sie noch einen Augenblick lang in seinen stahlharten Armen gefangen. Alicia genoss das GefÃ¼hl und schlang ihre Arme um die seinen, als wollte sie ihn dort festhalten.

âIch Ã¼berlasse sie deiner Verantwortungâ, erklÃ¤rte Damon und sah Micah direkt in die Augen, zeigte ihm deutlich, wem sie wirklich gehÃ¶rte. âBeschÃ¼tze sie, bis ich zurÃ¼ckkomme.â Mit einer Hand auf Alicias Kinn drehte er ihr Gesicht, sodass er einen brandheiÃen Kuss dort hinterlassen konnte, ehe er den Club so schnell verlieÃ, dass die beiden anderen nur sahen, wie sich die TÃ¼ren Ã¶ffneten und dann wieder schlossen.

Als Micah sicher war, dass Damon weg war, schlug er mit seiner Faust auf die Theke. âBeschÃ¼tze sie, bis ich zurÃ¼ckkommeâ, wiederholte er mit feindseliger Stimme. âMan kÃ¶nnte meinen, dass ich noch nie jemanden beschÃ¼tzt habe.â

âAproposâ, sagte Alicia, von deren Gesicht die RÃ¶te, die Damon verursacht hatte, wieder verschwunden war. âIch muss ein sehr groÃes HÃ¼hnchen mit dir rupfen, lieber Bruder. Immer, wenn du gekommen bist, um mich vom Internat abzuholen, als ich noch in der Schule war, hast du mir gesagt, dass du mir kÃ¤mpfen lernst.â

Micah erstarrte und unterdrÃ¼ckte den Drang, einen Schritt zurÃ¼ck zu machen.

âDu hast immer nur so getan, nicht wahr?â, fragte sie bÃ¶se.

âNunâ, sagte Micah mit ergebenem Gesichtsausdruck. âIch habe nie gedacht, dass du so etwas lernen mÃ¼sstest. Ich wollte nur, dass du meinst, dass du kÃ¤mpfen lernst, aber in Wirklichkeit sollte es einfach nur SpaÃ machen.â

âDu wirst mir jetzt sofort das KÃ¤mpfen beibringenâ, sagte Alicia im Befehlston.

Micahs Augenbrauen schossen hoch bis zu seinem Haaransatz. âWie bitte?â

âDu hast schon richtig gehÃ¶rtâ, knurrte Alicia, denn sie wollte genauso hart auftreten wie die Jungs. âDu wirst es mir jetzt richtig beibringen, oder ich werde direkt durch diese TÃ¼r gehen und Damon erklÃ¤ren, dass du nicht gut genug auf mich aufpassen konntest.â

âDas wÃ¼rdest du nicht tunâ, flÃ¼sterte Micah.

Alicia grinste, denn sie wusste, sie hatte gerade gewonnen. âSchau zu!â

Micah seufzte und fuhr mit der Hand durch sein Haar. âOkay, okay. Ich werdeâ¦ dir das KÃ¤mpfen beibringen.â

Alicia hÃ¼pfte im Kreis. âJuhuu!â

Micah rieb sich mit der Hand Ã¼ber seine Augen und versuchte, die Tatsache zu vergessen, dass sie die kleine Schwester war, von der er nie gewollt hatte, dass sie je einen Grund zum KÃ¤mpfen haben wÃ¼rde. Sie war so sÃ¼Ã, wenn sie sich benahm wie eine FÃ¼nfjÃ¤hrige. Darum hatte er ihr nie wirklich KÃ¤mpfen gelehrtâ¦ wie sollte er mit etwas trainieren, das so sÃ¼Ã war?

âOkay, aber hÃ¶r auf, Ballerina zu spielen, sonst kann ich das einfach nichtâ, wies Micah sie an. âDas Erste, was du verstehen musst, ist, dass, wenn du gegen jemanden kÃ¤mpfst, dass du dich nicht darÃ¼ber freuen kannst.â

âIch muss wÃ¼tend auf mein Ziel seinâ, brummte Alicia. âVerstanden.â

âUnd das Zweite ist, dass du deinen Feind immer im Auge behalten musst.â

Alicia blinzelte und weg war erâ¦ wunderbar!





Kapitel 6


Michael spazierte langsam durch das groÃe Haus, das plÃ¶tzlich sehr leer geworden war, seit Kane verschollen war. Seine einzige Gesellschaft war nun Scrappy, der kam und ging, wie es ihm beliebte. Das kleine FellknÃ¤uel folgte ihm im Moment durch das Haus und wartete darauf, dass Michael sich irgendwo hinsetzte.

Als Michael es sich endlich am Sofa bequem machte, verlor Scrappy keine Zeit und sprang sofort auf seinen SchoÃ.

âAlso, was meinst du, Wollmaus?â, fragte Michael, der sich seit Jahren nicht so einsam gefÃ¼hlt hatte.

Scrappy sah mit so liebenswÃ¼rdigem Gesicht zu ihm hoch, dass Michael nur lachen konnte. Er vermisste auch Damonâ¦ obwohl er zugeben musste, dass er Alicia ein wenig mehr vermisste, als seinen Bruder.

UnfÃ¤hig, die Stille des Hauses noch lÃ¤nger zu ertragen, stand Michael auf, um seinen Mantel zu holen. Scrappy folgte ihm und sprang wie ein Gummiball um seine Beine. Als Michael die TÃ¼r Ã¶ffnete, rannte Scrappy vor ihm hinaus auf die Einfahrt und wartete unten an der StraÃe.

Michael schloss die TÃ¼r ab und lÃ¤chelte, als der Welpe neben ihm her lief. Er konnte die bÃ¶sartige Energie in der Luft fÃ¼hlen, aber ignorierte sie im Moment. Es war noch Tag und das alleine genÃ¼gte, um die gemeinsten Dinge dazu zu bringen, sich zu verstecken, bis die Dunkelheit der Nacht ihnen ihre Freiheit zurÃ¼ckgab. Scrappy blieb ab und zu stehen um etwas anzuknurren, ehe er wieder neben Michael her lief.




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