Beschmutztes Blut
Amy Blankenship


Blutsbundnis #7
Wenn man ein Abkommen mit einem Dämon trifft, dann stellt das eine Verbindung her, auch wenn man nicht weiß, dass die Person ein Dämon ist. Dies zu seinem Vorteil nutzend brach Zachary die heiligen Gesetze und bot Tiara vorsätzlich eine Abmachung an. Er würde ihr einziger Liebhaber sein, bis sie ihren wahren Partner fand… was er für immer verhindern wollte. Als die Abmachung in Kraft tritt, kommt seine dunkle Seite zum Vorschein, als Tiara von ihm wegrennt, in dem Glauben, dass sie nun auf der Abschuss-Liste der TEP steht, weil ihr Blut beschmutzt ist. Als er sie findet, wie sie sich in den Armen des Feindes versteckt, bekämpft Zachary Feuer mit Feuer.









Table of Contents




Kapitel 1 (#ulink_947e0a14-7105-51ed-bcd4-4cde6adbb093)

Kapitel 2 (#ulink_7013e362-5973-508f-92fd-33d75694052b)

Kapitel 3 (#ulink_1b92721d-e940-56c4-b6d2-79f568c6201c)

Kapitel 4 (#ulink_6470fa82-c3d5-59b8-9b22-545d82ef9364)

Kapitel 5 (#litres_trial_promo)

Kapitel 6 (#litres_trial_promo)

Kapitel 7 (#litres_trial_promo)

Kapitel 8 (#litres_trial_promo)

Kapitel 9 (#litres_trial_promo)

Kapitel 10 (#litres_trial_promo)

Kapitel 11 (#litres_trial_promo)

Kapitel 12 (#litres_trial_promo)

Kapitel 13 (#litres_trial_promo)

Kapitel 14 (#litres_trial_promo)

Kapitel 15 (#litres_trial_promo)

Kapitel 16 (#litres_trial_promo)

Kapitel 17 (#litres_trial_promo)




Beschmutztes Blut

BlutsbÃ¼ndnis-Serie Buch 7



Amy Blankenship, RK Melton

Translated by Martina Hillbrand (https://www.traduzionelibri.it/profilo_pubblico.asp?GUID=fed007dfaf061d98c1cfff6a25035574&caller=traduzioni)



Copyright Â© 2012 Amy Blankenship

Zweite Auflage herausgegeben von TekTime

Alle Rechte vorbehalten.




Kapitel 1


Craven spazierte durch die StraÃen der Stadt nachdem er Nachtfalke und Tiara schon voraus in die Festung geschickt hatte. Der Indianer hatte ihm den Namen des MÃ¤dchens verraten. Er fÃ¼hlte sich gerade berauscht durch ein paar AdrenalinschÃ¼beâ¦ wovon einer daher kam, dass er endlich das Kind hatte, das er sich immer gewÃ¼nscht hatte. Nachdem er wusste, dass sie noch lÃ¤nger nicht aufwachen wÃ¼rde, schob er den Drang, sie gleich zu sehen, von sich.

Er vertraute Nachtfalke, dass dieser sie nicht verletzen wÃ¼rdeâ¦ das hatte er deutlich in den Augen des Indianers gesehen und es machte ihn neugierig. Er hatte nach einem Grund gesucht, weshalb der Zombie, der zu einem Nachtwandler geworden war, sich dafÃ¼r entschieden hatte, bei ihm zu bleiben. Nun schien es, als hÃ¤tte Nachtfalke einfach auf etwas gewartetâ¦ oder auf jemanden.

Sie beide wollten die hÃ¼bsche, kleine GeisterbeschwÃ¶rerinâ¦ wenn auch aus unterschiedlichen GrÃ¼nden. Wenn sie ihrer Mutter auch nur ein wenig Ã¤hnlich sah, dann konnte Craven es Deth wirklich nicht verÃ¼beln, dass er mit so einer Menschenfrau ein Kind gezeugt hatte. Er konnte die Lebensenergie seines Bruders in dieser Welt nicht fÃ¼hlen und es verstÃ¶rte ihn, zu denken, dass dieser sein Kind einfach alleine zurÃ¼ckgelassen hatte.

Zu sehen, wie Nil unter den Angriffen seiner eigenen Kinder, die sich auf ihn gestÃ¼rzt hatten, gelitten hatte, hatte ihn Ã¤uÃerst zufrieden gestimmt. Er wÃ¤re schnell zu einem Problem geworden, wenn er nicht aufgehalten worden wÃ¤re. Nil war ein MeisterdÃ¤mon und hatte schon sehr viel Macht gewonnen, indem er sich den riesigen Friedhof unter den Nagel gerissen hatte. Auch ein DÃ¤mon niedrigerer Klasse konnte stÃ¶rend werden, wenn seine Armee so groÃe AusmaÃe erreichte.

Obwohl er Nil letztendlich nicht selbst getÃ¶tet hatte, hatte sich Craven an die DÃ¤monenkriege aus frÃ¼heren Zeiten erinnert gefÃ¼hlt, als er Nils Ende beobachtet hatte. Es hatte ihn mit einem Blutdurst erfÃ¼llt und mit der Begierde, um Vorherrschaft zu kÃ¤mpfen. Nur selten Ã¼bermannten ihn solch Ã¼berwÃ¤ltigende Emotionen, aber wenn es geschah, dann musste er etwas suchen, was er tÃ¶ten konnte.

Seine Zeit in dem Spalt war nur eine flÃ¼chtige Erinnerung. Die Zeit hatte ihn dort festgehaltenâ¦ etwa so wie eine Nacht im Tiefschlaf. Er hatte erst dann fÃ¼hlen kÃ¶nnen, dass Zeit vergangen war, als der Spalt sich geÃ¶ffnet hatte und er erwachte. Er konnte nur annehmen, dass es so Ã¤hnlich war, wie wenn Seelen aus dem Leben nach dem Tod gerissen wurdenâ¦ dieselbe Verwirrung hatte er gefÃ¼hlt.

Die Nacht war mittlerweile dem frÃ¼hen Morgen gewichen, aber anders als einige seiner Untertanenâ¦ war Craven nicht an die Nacht gebunden. Wenn er schon in der Laune war, wÃ¤re es ein guter Zeitvertreib, ein oder zwei schwÃ¤chere DÃ¤monen zu zerstÃ¶ren. Er konnte das Chaos, zu dem sie die Stadt machten, schon riechen.

Craven lehnte sich zurÃ¼ck an eine Hausmauer und lieÃ alles auf sich wirken. Dies war dieselbe Welt, in der er so lange gelebt hatte, ehe er in die Stille des Spalts verbannt worden war, aber jetzt war sie auf so viele verschiedene Arten anders. Dieses Zeitalter war viel hÃ¶her entwickeltâ¦ und doch wilder als das, woran er sich erinnerte. Die StraÃen, die den Erdboden versiegelten, wahrten so viele Geheimnisseâ¦ aber mit jeder Seele, die er berÃ¼hrteâ¦ wÃ¼rde er durch ihre Erinnerungen mehr Ã¼ber diese Zeit lernen.

Die Anzahl der Menschen hatte zugenommen, ebenso wie die Anzahl der Seelen, die zurÃ¼ckgeblieben waren, um die Stadt auf eigene Faust heimzusuchen. Er konnte sie fÃ¼hlen, in HÃ¤usern, KrankenhÃ¤usernâ¦ Ã¼berall. Er sah einem Stadtbus zu, der langsam vorbeifuhr, und bemerkte die Seele eines Mannes, der durch das Fenster auf ihn starrte.

War das der Grund, weshalb die FriedhÃ¶fe, die er erweckt hatte, so viel weniger Seelen hatten als GrÃ¤ber? Aus seiner Sicht erschien es fast so, als wÃ¤ren die Seelen dort geblieben, wo die KÃ¶rper gestorben waren, als wollten sie eine Existenz fortfÃ¼hren, die keine Bedeutung mehr hatte. Die meisten DÃ¤monen konnten Menschen nur dann benutzen, wenn sie noch am Leben warenâ¦ ihre KÃ¶rper in Besitz nehmen oder kontrollieren. Nachdem es mittlerweile so wenige GeisterbeschwÃ¶rer gab, wÃ¼rde seine Armee riesig sein, wenn sie einmal fertig war.

Durch die Zeit, die vergangen war, hatte er einen Vorteilâ¦ die Anzahl der Toten war nun ebenso groÃ, wie die Anzahl der Lebendenâ¦ wenn nicht noch grÃ¶Ãer. Craven war sich ziemlich sicher, dass, wenn die Toten alle gleichzeitig gerufen wurden, sie die Lebenden problemlos Ã¼berwÃ¤ltigen konnten.

Da er den Gedanken austesten wollte, lieÃ er seine Macht um sich ausschweifen, suchte nach denen, die keinen Meister hatten, der sie sein eigen nannte. Die Seelen, die er berÃ¼hrte, fÃ¼hlten sich umzingelt von DÃ¤monen, unfÃ¤hig, sich frei zu bewegen, und die meisten hatten zu viel Angst, als dass sie ihre Sicherheit aufgegeben hÃ¤tten.

Craven war ein Seelensammlerâ¦ ebenso wie Deth. Er benutzte die schwÃ¤cheren DÃ¤monen und jedes andere Nachtwesen, das er kontrollieren konnte, aber seine Blutlinie war besonders. Wenn er oder irgendeiner seiner Vorfahren einer Seele einen Weg nach Hause anbot, dann wurde ein Abkommen zwischen ihnen geschlossen.

Er konnte seinen KÃ¶rper als ein Medium nutzen, um die Seelen zurÃ¼ck in das Leben nach dem Tod zu schicken, aber wenn er je nach ihnen rief, um fÃ¼r ihn zu kÃ¤mpfen, dann waren sie durch das Abkommen dazu verpflichtet, zu tun, was er von ihnen verlangte. Indem er die Seelen der Toten erweckte, konnte Craven ihnen dann anbieten, sie unter dieser Bedingung wieder zurÃ¼ckzuschickenâ¦ dass sie ihm immer treu blieben, und ihm helfen wÃ¼rden, wenn er sie brauchte.

Wenn eine Seele durch ihn in das Leben nach dem Tod zurÃ¼ckkehrte, hinterlieÃ sie eine Spur von ihrer Machtâ¦ in ihm, sodass er mit jedem Transport stÃ¤rker wurde. Dasselbe wÃ¼rde fÃ¼r Tiara gelten und er wusste, dass Deth dieses Geheimnis nicht mit ihrer Mutter geteilt hatte. Wenn die NaivitÃ¤t des MÃ¤dchens als Anhaltspunkt gelten konnte, dann hatte sie nur von ihrer Mutter gelernt.

Die Geheimnisse, die Deth besaÃ, waren nicht geteilt worden und auch Craven wÃ¼rde Tiara diese Geheimnisse nicht verraten. Er wÃ¼rde die FÃ¤higkeit, Seelen in das nÃ¤chste Leben zu transportieren, nutzen und die GeisterbeschwÃ¶rerin wÃ¼rde glauben, dass er ihr halfâ¦ er wÃ¼rde ihre Zuneigung gewinnen, indem er scheinbar ihren âWunschâ, sie alle zu retten, verstand. Solch sterbliche Vorstellungen wurden von ihrer menschlichen Seite erzeugt.

Es war sinnlos, die Seelen, die er fÃ¼hlen konnte, frei bleiben zu lassen, sodass ein anderer, niedrigerer GeisterbeschwÃ¶rer wie Nil sich daran nÃ¤hren konnte. Indem er sie zu sich rief, brachte Craven still sein Angebot vor. Sein Angebot war diesesâ¦ es wÃ¼rde sie vor den anderen DÃ¤monen retten, wÃ¼rde ihr Zufluchtsort sein und ihr direkter Weg nach Hause, wenn sie der Abmachung zustimmten.

Eine nach der anderen traten die Seelen langsam aus ihren Versteckenâ¦ spazierten an den FuÃgÃ¤ngern vorbei, die ihren normalen morgendlichen AktivitÃ¤ten nachgingen. Einige Menschen konnten ihre NÃ¤he fÃ¼hlen und gingen schneller, wollten dem merkwÃ¼rdigen GefÃ¼hl entkommen. Diese Menschen hatten eine besondere Wahrnehmung, obwohl sie die Geister nicht sehen konnten, deren Energie sie fÃ¼hlten.

Seelen, die mutiger waren als andere, begannen, in ihn zu treten, sein Angebot anzunehmen und verschwanden aus der Existenz in dieser Dimension, wÃ¤hrend die schÃ¼chterneren mit genÃ¼gend Abstand zusahen. Cravens Lippen verzogen sich zu einem schwachen LÃ¤cheln, als er eine weitere Welle an Macht aussandte, um sie zu verfÃ¼hren. PlÃ¶tzlich bevÃ¶lkerten viel mehr freie Seelen die StraÃen, eilten mit wahnsinnigen Geschwindigkeiten auf ihn zu.

Craven blieb entspannt, lehnte ruhig an der Mauer des GebÃ¤udes, wÃ¤hrend die Seelen seinen KÃ¶rper Ã¼berschwemmten. Wenn jemand genauer hingesehen hÃ¤tte, hÃ¤tte er gesehen, wie sein weiches, silbernes Haar durch einen Wind, der nicht existierte, vor seinem Gesicht flatterte. Aber in seinem Inneren stieg seine Macht zu einem viel hÃ¶heren Niveau an, als mit den einfachen Seelen, mit denen er auf den FriedhÃ¶fen gespielt hatte.

Diese Seelen waren alt und hatten es satt, in dieser Welt zu seinâ¦ starke Seelen, die ihm einen Teil ihrer Macht Ã¼berlieÃen, als sie in die nÃ¤chste Dimension wechselten. Er wÃ¼rde diese Macht nutzen, um das zu beschÃ¼tzen, was Deth zurÃ¼ckgelassen hatte, damit er es finden wÃ¼rdeâ¦ ihre Blutlinie. Als die Flutwelle der Seelen endlich verebbte, machte er sich wieder daran, die Stadt weiter zu erkunden.

Ein boshaftes LÃ¤cheln Ã¼berschattete seine ZÃ¼ge, als er einige der DÃ¤monenjÃ¤ger von einer StraÃe zur nÃ¤chsten verfolgte. Er wollte beinahe lachen, als die JÃ¤ger ein Gebiet vÃ¶llig umgingen, um anderswo zu suchen, ohne sich je zu fragen, wieso sie es sich anders Ã¼berlegt hatten. Es war einer der Ã¤ltesten Zauber, den die DÃ¤monen schon seit dem dunklen Zeitalter gegen ihre Feinde benutztenâ¦ ein Abwehrzauber, der in einem unwillkommenen Gast ein GefÃ¼hl erzeugte, das ihn von einem Ort fernhielt.

Die JÃ¤ger waren entweder besonders schlau oder besonders dumm, was ihre Arbeit betraf. Andererseits schien es, dass die meisten der JÃ¤ger menschlich waren und keine besondere Wahrnehmung besaÃen, also war es vielleicht auch einfach nur ihr Unwissen.

Er blieb stehen und bewunderte den Kampfstil von einem, der ihn an Nachtfalke erinnerteâ¦ der Mensch hÃ¤tte ein Nachkomme des Indianers sein kÃ¶nnen. DÃ¤monenblut war wie Kriegsbemalung Ã¼ber sein Gesicht verschmiert und seine Magie war von hoher QualitÃ¤t. Diesen hier wÃ¼rde Craven sich merken mÃ¼ssen, nicht aus Angst, sondern aus Neugier.

Nachdem er sich bald langweilte, ging Craven zurÃ¼ck zu der Gegend, die die JÃ¤ger unbewusst gemieden hatten. Sie war durchtrÃ¤nkt mit Dunkelheit und bot dem Abschaum dieser Gesellschaft einen Zufluchtsort, wo sie sich verstecken konnten. In dieser Dunkelheit wartete eine Macht, nÃ¤hrte sich von dem Leben und gedieh weiter. Craven stand am Eingang, sah hinein, ehe er durch den Nebel trat, der vom Meer zu der selbst-tÃ¤uschenden Machtquelle gezogen war, die er entdeckt hatte.

Ja, selbst-tÃ¤uschend war das richtige Wort fÃ¼r diese Macht. Sie fÃ¼hlte sich sehr selbstsicher, hatte keine Zweifel daran, dass sie die Dunkelheit beherrschte, und Craven nÃ¤herte sich beinahe glÃ¼cklich. Er ging am Gehsteig entlang und saugte die Schmerzen und die Schreie in sich auf.

Die wenigen Frauen, die er sah, machten einen kleinen Bogen um ihn, schenkten ihm sehnsÃ¼chtige Blicke, aber hielten Abstandâ¦ fielen dabei beinahe von der Gehsteigkante oder drÃ¼ckten ihre RÃ¼cken fest in die Mauern der GebÃ¤ude.

Die MÃ¤nner waren nicht viel anders, nur dass ihre GesichtsausdrÃ¼cke nicht sehnsÃ¼chtig waren. Angst und Hass schien aus all ihren Poren zu flieÃen, als sie ihn ansahen. Er hatte schon lÃ¤ngst gelernt, dass sterbliche Frauen ihn als schÃ¶n ansahen und MÃ¤nner deshalb eifersÃ¼chtig waren. Craven fÃ¼hlte nichts fÃ¼r die Lebendenâ¦ GeisterbeschwÃ¶rer gaben sich selten mit Seelen ab, die noch an einem KÃ¶rper hefteten, der noch am Leben war.

Wie geschmacklos das auch war, Craven sah nun genauer hin, um die MeisterdÃ¤monen zu finden, die die Lebenden kontrollierten. Sie sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn ihre Armeen konnten in der Zukunft auch fÃ¼r sein eigenes Territorium eine Gefahr darstellen.

Als er zu einer Kreuzung kam stand Craven am Rand des Gehsteigs und beobachtete einen Moment lang die Ampeln. Ein tiefes Gurgeln, das durch die GerÃ¤uschkulisse des morgendlichen Verkehrs zu hÃ¶ren war, erregte seine Aufmerksamkeit und er drehte seinen Kopf in Richtung des GerÃ¤uschs. Seine Augen leuchteten vor Aufregung Ã¼ber den Kampf, der ihm bevorstand. Er folgte dem Laut eines Menschen, der vor Angst winselte, wissend, dass er ihn an sein Ziel fÃ¼hren wÃ¼rde.

Als er einem kurzen Weg zwischen zwei GebÃ¤uden folgte, kam er zu einem Parkplatz, wo ein dichter Nebel herrschte, der zwischen den GebÃ¤uden gefangen zu sein schien. Menschen hatten sich in einem weiten Kreis um die Mitte des Parkplatzes versammelt und beobachteten eine Art Kampf, die dort stattfand.

Ein kurzer Blick schon sagte Craven, dass die Menschen von SchattendÃ¤monen besessen waren. Ihre Seelen waren noch intakt, aber die DÃ¤monen hatten die Kontrolle Ã¼bernommen. Wieder schÃ¼ttelte Craven innerlich den Kopf Ã¼ber die SchwÃ¤che der Menschen. Nachdem er sich einen Weg zwischen den besessenen Menschen gebahnt hatte, blieb Craven am Rande des inneren Kreises stehen und sah zu, wie ein SchattendÃ¤mon sich durch den Mund einer menschlichen Frau in sie drÃ¤ngte.

Die Frau trug eine Art kurzes Kleid und ihre Habseligkeiten lagen am Boden verstreut. Der DÃ¤mon war so weit in sie eingedrungen, dass nur noch das hintere Ende der schwarz glitzernden Wolke herausragte, das hin und her waberte. Craven hatte recht gehabt mit seiner Annahme, dass die SchattendÃ¤monen zusammenarbeiteten um Opfer zu findenâ¦ und so wie es aussah, wurden es immer mehr.

Er legte seinen Kopf fasziniert zur Seite, als der KÃ¶rper der Frau wild zu zucken begann. Als ihr Kampf gegen das Unausweichliche langsam endete, rollten ihre Augen zurÃ¼ck in ihren Kopf, sodass einen Moment lang nur noch das WeiÃe zu sehen war, ehe sie wieder normal erschienenâ¦ sie war vollstÃ¤ndig besessen.

Cravens Lippen verzogen sich zu einem wissenden LÃ¤cheln und er unterdrÃ¼ckte seine Macht vÃ¶llig, als er fÃ¼hlte, wie sich die wahre Gefahr schnell nÃ¤herte. Ein langer, glitzernder Schatten bog um die Hausecke, die im vollen Sonnenlicht stand. Es war wie er gedacht hatte. Dieser DÃ¤mon war ein Schattenmeisterâ¦ aber sogar Schatten hatten eine SchwÃ¤che, die er ausnutzen konnte.

Der Schatten zog sich Ã¼ber den Boden zu den FÃ¼Ãen der Frau, sodass er aussah wie eine ÃlpfÃ¼tze. Er schwappte kurz hin und her, ehe eine menschliche Gestalt sich daraus erhob. Der Schatten schien von der Gestalt zu tropfen, ehe sie sich schlieÃlich stabilisierte und einen groÃen, dunkelhÃ¤utigen Mann offenbarte. Sein Kopf war kahlgeschoren, auf seinem ganzen KÃ¶rper konnte Craven keine Haare sehen, abgesehen von einem Fu Manchu-Schnurrbart in seinem Gesicht.

Der Schattenmeister trat vor die Frau, sein knielanger, schwarzer Daschiki und seine Baumwollhosen flossen um seine Beine. Der Ausschnitt seines Daschiki war mit roten und goldenen Stickereien verziert, sodass er kaum noch Schmuck brauchte, aber ein groÃes, goldenes Medaillon hing an einer dÃ¼nnen Kette von seinem Hals und ein einzelner goldener Ohrring steckte in seinem linken Ohr.

Er sah auf die Frau hinunter und seine nachtschwarzen Augen wurden schmal. âWem gehÃ¶rst du?â, fragte der Schattenmeister mit einer tiefen Bariton-Stimme.

Der Mund der Frau Ã¶ffnete und schloss sich mehrmals, ehe ihre Stimme schlieÃlich doch mitarbeitete.

âIch gehÃ¶re Ihnenâ¦ Meisterâ, erklÃ¤rte sie mit einem Ton der Verwirrung.

âSehr gut, nun steh auf und diene mir.â

Die Frau kam langsam auf ihre Beine, ihre Bewegungen ruckartig, als wÃ¤re sie nicht an den KÃ¶rper gewÃ¶hnt, den sie bewohnte. Auf gewisse Weise war genau das der Fall. Wenn ein Mensch vollstÃ¤ndig besessen war, konnte der SchattendÃ¤mon in ihm anfangs noch nicht die grundlegenden kÃ¶rperlichen Funktionen kontrollieren.

âWas wÃ¼nschen Sie von mir, Herr?â, fragte die Frau, wobei ihre Stimme schon fast normal klang, aber immer noch ein wenig benommen.

Craven kicherte finster, denn ihm wurde das Vorspiel schon zu langweilig. Mit herablassender Stimme beantwortete er die Frage der Frau: âEr will, dass du gehst und ahnungslose MÃ¤nner suchst und sie herbringst, damit er sie besitzen kann und seine armselige Armee wÃ¤chst.â

Beide, die Frau und der DÃ¤mon, wandten ihre KÃ¶pfe in seine Richtung und sahen Craven an. Er legte seinen Kopf etwas zur Seite, als die besessenen Menschen sich auch langsam ihm zuwandten. Ihre Augen wurden plÃ¶tzlich vernebelt und verfÃ¤rbten sich innerhalb weniger Sekunden von matt grau zu einem dunklen Schwarz.

Der Schattenmeister sah ihn an wie ein StÃ¼ck leichter Beute und Craven unterdrÃ¼ckte den Drang, noch einmal zu lachen. Wie wenig sie wussten. Er wartete geduldig, als die Menschen langsam auf ihn zukamen. Als die erste Hand seine Schulter packte, warf Craven seinen Kopf in den Nacken und Ã¶ffnete seine Arme weit. Eine Flutwelle aus Seelen strÃ¶mte aus seinem KÃ¶rper und direkt in die Menschenâ¦ sie tauchten wieder aus den besessenen KÃ¶rpern auf, die SchattendÃ¤monen fest umklammert.

Craven hatte kein Mitleid mit den Menschen, die dem Schattenmeister zum Opfer gefallen warenâ¦ dass er sie von denjenigen befreite, die schlussendlich sein Territorium angreifen wÃ¼rden, war nur ein Nebeneffekt davon, dass er die SchattendÃ¤monen vertrieb. Ihm fiel auf, dass der Schattenmeister klug genug war, in seiner menschlichen Gestalt zu bleiben, wo die Seelen ihn nicht verletzen konnten.

âSehr beeindruckend, GeisterbeschwÃ¶rerâ, murmelte der Schattenmeister mit seinem starken Akzent. âAber du verzÃ¶gerst das Unausweichliche nur.â

Craven grinste. âSehr wahr, vielleicht sollte ich dich gleich umbringen, dann haben wir es hinter uns.â

Der Schattenmeister knurrte tief in seiner Brust und rannte auf Craven zu. Er drehte sich zur Seite, um einer Faust auszuweichen, dann zur anderen, um der zweiten auszuweichen.

âZu langsamâ, neckte Craven. Als der DÃ¤mon ein Bein in die Richtung von Cravens Kopf schwang, beugte sich Craven nach hinten, sodass der Angriff Ã¼ber ihn hinweg segelte. Mit dem Schwung lieÃ sich Craven auf seine HÃ¤nde fallen und schwang seine Beine hoch in das Kinn des Meisters.

Craven kam schwungvoll wieder auf die Beine, gerade als der Schattenmeister sein Gleichgewicht wiederfand. Eine dÃ¼nne Spur einer schwarzen FlÃ¼ssigkeit tropfte aus einem seiner Mundwinkel und beschmutzte die Vorderseite seines Daschikis.

âAlso kannst du blutenâ, spottete Craven. Es war nicht seine Schuld, dass der Schattenmeister Angst davor hatte, sich wieder in seine andere Form zu verwandeln. Er wÃ¼rde so oder so gegen diesen DÃ¤mon gewinnen.

Der Mann spuckte aus und starrte ihn mit zÃ¼gelloser Wut an. Er wusste, dass dieser GeisterbeschwÃ¶rer sein Territorium wollte und er weigerte sich, einfach aufzugeben. Er hielt sich an seine eigenen Regelnâ¦ ein DÃ¤mon, der nachgab, war ein DÃ¤mon, der verdiente, zu sterben.

âIch werde es dir nicht erlauben!â, knurrte der Schattenmeister und ging wieder auf ihn los. Nur diesmal duckte Craven sich nicht. Als der DÃ¤mon in seine Reichweite kam, schoss Cravens Faust nach vorne und vergrub sich in der Brust des DÃ¤mons.

Die beiden standen da und starrten einander an, der eine mit erschrockener Ãberraschung auf seinem Gesicht, der andere mit einem Ausdruck des Triumphs. Craven zog seine Faust aus der Brust des DÃ¤mons und trat einen Schritt zurÃ¼ck. Ein Loch aus schwarzer Leere war in der menschlichen Fassade zurÃ¼ckgeblieben, die der DÃ¤mon behaust hatte.

Ein menschlicher Schrei ertÃ¶nte von einer der Frauen, danach waren Schritte auf dem Asphalt zu hÃ¶ren. Die Menschen konnten den Schattenmeister nicht als das erkennen, was er wirklich war, ebenso wenig, wie sie Craven als einen DÃ¤mon ansehen konnten. Was sie sahen, waren zwei MÃ¤nner, die sich auf der StraÃe einen Faustkampf lieferten, wobei der eine ein Loch in die Brust des anderen boxte.

Craven grinste hÃ¶hnisch. âDu hast verloren.â

Der Schattenmeister stolperte ein paar Schritte rÃ¼ckwÃ¤rts und sah hinunter auf das Loch in seinem Brustkorb. Ein langes, tiefes Heulen erfÃ¼llte den Parkplatz und der DÃ¤mon sah gerade rechtzeitig hoch, um die erste Seele zu sehen, die in das Loch flog. Sein KÃ¶rper zuckte in einem absurden Winkel vorwÃ¤rts, ehe sich eine weitere Seele in ihn drÃ¤ngte. Weitere folgten, flogen in den menschlichen KÃ¶rper des DÃ¤mons, um die Dunkelheit in ihm anzugreifen.

Craven seufzte zufrieden, als die letzte Seele sich den Weg in das Innere bahnte. Der DÃ¤mon stand stocksteif, mit ausgestreckten Armen. Seine Haut begann zu zerreiÃen und schwarze RauchwÃ¶lkchen stiegen aus den Ãffnungen, gefolgt von einem weiÃen Licht.

Der DÃ¤mon drehte sich herum und versuchte wegzulaufen, aber seine Bewegungen waren steif und ungelenk, fast wie die eines Zombies, was Craven halbwegs amÃ¼sierte.

Der Meister warf seinen Kopf in den Nacken und schrie als sein KÃ¶rper von innen nach auÃen vollstÃ¤ndig zerriss. Der Schrei endete abrupt und eine dÃ¼nne, graue Wolke schwebte einen Moment Ã¼ber ihm, ehe sie sich in dem morgendlichen Nebel auflÃ¶ste und mit einem letzten, verachtenden Zischen verschwand.

Craven streckte seine Arme aus, als wollte er um eine Umarmung bitten. Die Seelen, die sich am Parkplatz verteilt hatten, wandten sich zu ihm und eilten zurÃ¼ck in seinen KÃ¶rper. Als die letzte Seele aus dieser Dimension verschwunden war, senkte Craven seine Arme und nÃ¤herte sich den Ãberresten der Kleidung, die der Schattenmeister getragen hatte.

Er bÃ¼ckte sich und hob das Medaillon auf, dann verlieÃ er den Parkplatz. Als er wieder auf die StraÃe trat, sah Craven sich um und sah, dass weitere Menschen hier herumlungerten.

In den Schatten, die die umgebenden GebÃ¤ude warfen, konnte er noch ein paar SchattendÃ¤monen erkennen, die dort noch wartetenâ¦ nutzlos, ohne einen Meister, dem sie folgen konnten. SchattendÃ¤monen stellten normalerweise keine groÃe Gefahr mehr dar, wenn ihr Meister einmal besiegt war, also kÃ¼mmerte es Craven nicht wirklich, wohin sie gingen. Als er das Medaillon hochhob und in dem schwachen Sonnenlicht betrachtete, das den Nebel langsam vertrieb, lÃ¤chelte er wieder.

âGuten Morgen!â, sagte er leise, ehe er das Azteken-Amulett in seine Hosentasche steckte und sich auf den Weg nach Hause machte. Vielleicht wÃ¼rde er noch SpaÃ haben, mit dem Medaillon, das der Schattenmeister getragen hatte.

Er flackerte so schnell durch die Stadt, dass er die Kreatur mit den silbernen FlÃ¼geln erst wahrnahm, als er schon lÃ¤ngst vorbei war. Craven verlangsamte seine Schritte und drehte seinen Kopf noch einmal nachdenklich in Richtung der Innenstadt. Nun, das war wirklich interessantâ¦ er hatte gedacht, dass alle weiblichen Gefallenen Engel bei ihrer Geburt aus dieser Welt weggeholt worden waren.

*****

Carley war dem Indianer gefolgt, der Tiara den ganzen Weg durch die Stadt getragen hatte, ehe sie schlieÃlich bei einer dunklen Villa in den HÃ¼geln am Stadtrand ankamen. Der Ort erschien ihr gespenstischâ¦ vielleicht aufgrund der Wasserspeier und DÃ¤monen, die Ã¼berall auf dem Anwesen herumliefen. Drinnen war es auch nicht viel besser.

Wieder einmal war sie froh darÃ¼ber, dass die meisten der Monster sie nicht sehen konnten. Und selbst wenn sie es kÃ¶nnten, wÃ¼rden sie ihr Dank Tiaras Zauber nichts antun kÃ¶nnen. Trotzdem zog sie den Kopf ein, als sie Schreie aus dem Keller kommen hÃ¶rteâ¦ zumindest hoffte sie, dass es ein Keller war und nicht der Erdboden.

WÃ¤hrend sie versuchte, die Schmerzensschreie zu ignorieren, eilte Carley hinter dem Indianer her, als dieser die Treppen zum zweiten Stock hinaufstieg. Wenn er Tiara in eine Art Folterkammer brachte, wÃ¼rde sie schnell handeln mÃ¼ssen. Als sie hinter ihm den Raum betrat, hielt Carley inne, um zu beobachten, wie der Mann einfach nur auf Tiara hinunter starrte.

Nachtfalke runzelte angestrengt die Stirn, wollte etwas fÃ¼hlenâ¦ zumindest einen Funken, als er auf das hÃ¼bsche MÃ¤dchen starrte. Sie hatte das erste Mal, als er sie getroffen hatte, einen Funken in ihm entzÃ¼ndet, aber es war so schnell gegangen, dass er sich nun fragte, ob es nur Einbildung gewesen war. Sein Blick wanderte zu dem Schmutz von dem Friedhof, der noch an ihrem Gesicht und ihrem KÃ¶rper klebte.

Carley wurde panisch, als der Indianer begann, Tiaras Kleidung zu entfernen.

âHÃ¶r auf!â, schrie sie und stellte sich zwischen die beiden, aber Nachtfalke griff durch sie durch, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. âVerdammt, wo ist ein Cowboy, wenn man einen braucht?â, jammerte Carley und winkte wild mit den Armen, um seine Aufmerksamkeit von Tiara auf sich zu lenken. SchlieÃlich gab sie auf, nachdem es sinnlos erschien.

Sie musste zurÃ¼ck zum TEP gehen und Jason und Guy erzÃ¤hlen, wo Tiara war, aber sie konnte sich nicht dazu Ã¼berwinden, zu gehen, ehe sie sichergestellt hatte, dass ihre Freundin noch am Leben sein wÃ¼rde, wenn sie kamen, um sie zu retten.

Nachtfalke stand auf und zog seine eigenen Kleider bis zu seinem Lendenschurz aus, ehe er die Frau wieder in seine Arme hob. Nachdem er sie ins Badezimmer getragen hatte, kletterte er in die groÃe Badewanne und kniete sich hin, wÃ¤hrend er geduldig wartete, dass sich das Becken mit warmem Wasser fÃ¼llte, damit er ihren Liebhaber von ihr waschen konnte. Ihm gefiel auch der Geruch des Spinnan-Meisters nicht, der noch an ihrer Haut hing.

WÃ¤hrend er seinen KÃ¶rper entspannte, lieÃ Nachtfalke seinen Geist abschweifen, wÃ¤hrend das heiÃe Wasser stieg. Er mochte keine GeisterbeschwÃ¶rer, weil sie ihn zu dem gemacht hatten, was er jetzt warâ¦ sogar auf dieses GefÃ¼hl musste er sich konzentrieren, ehe er ein wenig Ãrger aufkommen fÃ¼hlte. Diese GeisterbeschwÃ¶rerin war anders als die anderenâ¦ sie wollte nicht kontrollierenâ¦ sie wollte sie befreien.

Als er auf die Frau in seinen Armen hinuntersah, brauchte er sich nicht zu wundern, dass ihr KÃ¶rper keine Wirkung auf ihn hatte. Seine Seele war noch im Grab gefangen und damitâ¦ die meisten seiner GefÃ¼hle. Er hatte kein BedÃ¼rfnis geliebt oder gehasst zu werdenâ¦ oder selbst zu lieben.

Nachdem er das Shampoo vom Regal genommen hatte, massierte Nachtfalke es sanft in ihr langes, silbernes Haar und lieÃ ihre StrÃ¤hnen durch seine Finger gleiten. Nachdem er keinen Grund sah, sich zu beeilen, nahm er sich alle Zeit, als er sie wusch. Es war lange her, dass er zum letzten Mal jemanden berÃ¼hrt hatte, den er nicht verletzen wollte.

Als er mit ihrem Geruch zufrieden war, schwemmte er sie ab und lieÃ das Wasser aus der Wanne. Nachdem er zwei HandtÃ¼cher um sie und ihr Haar geschlungen hatte, trat er wieder ins Schlafzimmer und legte sie auf das Bett. Er hatte fÃ¼r sie getan, was er konnte. Nachdem das Wasser sie nicht geweckt hatte, wusste er, dass sie sehr tief schlief und wahrscheinlich noch lÃ¤nger nicht aufwachen wÃ¼rde. Ohne den richtigen Schutz wÃ¤re dieser Krieg ihr Ende.

Nachtfalke lÃ¶ste das Handtuch aus ihrem Haar und hob sanft ihren OberkÃ¶rper auf, dann berÃ¼hrte er mit den Fingern die Verletzung an ihrem Hinterkopf. Er hatte sie entdeckt, als er ihr Haar gewaschen hatte. In seinem ersten Leben war er eine Art Heiler gewesenâ¦ ein Schamaneâ¦ also wusste er, dass diese Verletzung nicht lebensgefÃ¤hrlich war.

Er lieÃ seinen Geist tief in sie greifen, wollte wissen, ob es einen anderen Grund gab, weshalb sie schlafen wollteâ¦ diese Welt eine Weile verlassen wollte. Er hatte die Verbindung, die sie mit ihm auf dem kleineren Friedhof hergestellt hatte, nie unterbrochen und so konnte er das geistige Band nun nutzen. In der Vergangenheit hatte es sich immer wie ein WÃ¼rgegriff angefÃ¼hlt, wenn ein GeisterbeschwÃ¶rer nach seinem Geist gegriffen hatte. Aber ihre Verbindung war mehr wie HÃ¤nde halten.

Selbst in ihrem Schlaf konnte er fÃ¼hlen, wie das Verlangen in ihr brannteâ¦ in der Seite, die nicht von Cravens Blutlinie war. Sie verbarg es tief in ihrâ¦ beantwortete den Ruf nicht. Das Verlangen kÃ¶nnte ihr helfen, ihre natÃ¼rlichen HeilungskrÃ¤fte zu beschleunigen. Dies war etwas, was er nicht fÃ¼r sie tun konnteâ¦ die Energie, die sie brauchte, kam von der Seele, und im Momentâ¦ hatte er keine. Es war nur gut, dass sie im Moment schlief, auch wenn sie damit langsamer heilen wÃ¼rde.

Nachtfalke strich mit seinen FingerrÃ¼cken Ã¼ber ihre weiche Wange, wo Nil sie geschlagen und einen Bluterguss hinterlassen hatte. Craven hatte gesagt, dass das Streicheln eines Liebhabers sie heilen konnte. Musste man eine Seele haben, um zu lieben? Vermutlich, denn er hatte dieses GefÃ¼hl nicht mehr verspÃ¼rt, seit er vor mehreren Jahrzehnten wirklich gestorben war. Er musste sich sehr anstrengen, um Ã¼berhaupt ein GefÃ¼hl zu verspÃ¼ren, abgesehen von Taubheit.

Nachdem er sie sanft wieder auf das Kissen gelegt hatte, richtete Nachtfalke sich auf und schielte Ã¼ber seine Schulter auf die Seele, die ihn verfolgt hatte, seit er zum Haus zurÃ¼ckgekommen war.

âDu gehÃ¶rst ihrâ¦ nicht wahr?â

Carley zuckte Ã¼berrascht zusammen, denn ihr war nicht klar gewesen, dass der Indianer sie die ganze Zeit Ã¼ber wahrgenommen hatte. Sie richtete ihren Blick scharf auf ihn. Er hatte sie einfach ignoriert, wÃ¤hrend sie geschrien und gewinkt hatteâ¦ dieser Idiot. Ihre GesichtszÃ¼ge wurden weicherâ¦ sie hatte nach einer Weile mit dem Schreien aufgehÃ¶rt, nachdem sie gesehen hatte, wie er sich so rÃ¼hrend um Tiara kÃ¼mmerte.

Langsam nÃ¤herte sie sich und schwebte neben Tiara, so als wÃ¼rde sie auf der Bettkante sitzen. Es machte keinen Sinn, sich vor ihm zu versteckenâ¦ er kÃ¶nnte ihr ja doch nichts antun, selbst wenn er es wollteâ¦ was sie bezweifelte.

âMan kÃ¶nnte meinen, dass ich ihr gehÃ¶reâ¦ aber das tue ich nichtâ, antwortete Carley ehrlich, wÃ¤hrend sie ihre Hand nach Tiaras langem Haar ausstreckte und sich vorstellte, wie es sich anfÃ¼hlen wÃ¼rde, wenn sie noch am Leben wÃ¤re. Sie war noch nicht lange genug tot, um das GefÃ¼hl einer BerÃ¼hrung vergessen zu haben.

âWieso bist du ihr dann gefolgt?â, fragte er.

Carley sah zu ihm hoch und hob herausfordernd ihr Kinn. âSie ist meine Freundinâ¦ ich will wissen, dass sie in Sicherheit ist.â

Nachtfalke nickte, respektierte die Antwort. âUnd Cravens Magie hat keinen Einfluss auf dich, selbst nicht hier innerhalb dieser WÃ¤nde?â

Es schien, als wÃ¤re die Frage dem Indianer wichtig, also schÃ¼ttelte Carley ihren Kopf, wÃ¤hrend sie auf ihre Freundin schielte. âDurch Tiara kann GeisterbeschwÃ¶rung mich nicht mehr verletzen oder kontrollieren. DafÃ¼r bin ich ihr zutiefst dankbar, also bitte tu ihr nichts an.â

Nachtfalke fÃ¼hlte, wie seine Brust voller Hoffnung anschwoll. Das GefÃ¼hl verschwand schnell wieder, aber es war genug gewesen, um ihn auf den Geschmack zu bringen. Das war alles, was er sich je gewÃ¼nscht hatteâ¦ nie wieder von einem DÃ¤mon gerufen zu werden.

âWir haben nicht vor, ihr etwas anzutun. Es war ihr Wunsch, mit uns zu kommen, und wir fÃ¼hlen uns dadurch geehrt. Wenn du mir nicht glaubst, dann kannst du bleiben, bis sie aufwacht, und sie selbst fragen.â Er sagte nur die Wahrheitâ¦ die eine Eigenschaft, die er von seinem Leben mitgenommen hatte.

âAber wer hat sie verletzt?â, fragte Carley, die wusste, dass es nicht der Mann gewesen war, der neben ihr stand, aber die schnell heilenden BlutergÃ¼sse auf Tiara waren eindeutige Anzeichen fÃ¼r bÃ¶se Absichten.

âDer DÃ¤mon, gegen den sie am Friedhof kÃ¤mpfte, hat es getan. Craven hat sie vor ihm gerettetâ, antwortete Nachtfalke, wÃ¤hrend er zum Fenster trat und sich dort auf einen Stuhl setzte, wo die Sonne ihn erreichen konnte. Dies war einer der wenigen RÃ¤ume in dem Haus, wo die Fenster nicht schwarz gestrichen waren. Nachtfalke versuchte, sich daran zu erinnern, ob er je das Sonnenlicht genossen hatte, oder nichtâ¦ er nahm an, dass er es getan hatte.

Carley runzelte die Stirn, als er sein Gesicht dem Fenster zuwandte, wie um zu zeigen, dass er das Interesse an ihr und der Unterhaltung verloren hatte. âUnd Craven war der DÃ¤mon, der mit dir war? WÃ¤re das dann auch derselbe, der das Haus mit so vielen Monstern bevÃ¶lkert hat? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Tiara das gutheiÃen wÃ¼rde.â

Sie streckte ihre Hand aus und legte sie auf die von Tiara, auch wenn sie geradewegs durch ihren KÃ¶rper griff. âUnd wieso sollte sie uns verlassenâ¦ ihre Freunde, um bei einem DÃ¤mon zu bleiben?â

âSie und Craven sind blutsverwandt. Du wÃ¼rdest Craven ihren Onkel nennen, aber in Cravens Augen ist das Kind seines Bruders ebenso sein eigenes Kind. Darum wird er sie nicht verletzen. Sie ist keine Gefangene hier und sie wird nicht gezwungen werden, zu bleiben. Wenn sie wieder gesund istâ¦ wenn sie sich entscheidet, zu gehen, dann werde ich als ihr BeschÃ¼tzer mit ihr gehen.â

âWieso solltest du das tun?â, fragte Carley. Es war Craven, der mit ihr verwandt warâ¦ nicht der Indianer. âHat Craven es dir aufgetragen?â

âNein, Craven hat keine Kontrolle mehr Ã¼ber michâ, antwortete er, ohne sie anzusehen. âIch bin ein Nachtwandler und sie ist die einzige, die mir meine Seele zurÃ¼ckgeben kann.â

Carleys Unterkiefer sackte ein StÃ¼ck hinunterâ¦ ein Nachwandler? Nun, das war wirklich mÃ¤chtige Magie. Sie dachte wieder an die Mythen und Legenden, die sie gelesen hatte, und selbst diese alten Schriften erwÃ¤hnten sie kaum.

Soweit sie sich erinnern konnte, entstand ein Nachtwandler aus einem Menschen, der wÃ¤hrend seines menschlichen Lebens von mystischen MÃ¤chten besessen war, und der nach seinem Tod von einem mÃ¤chtigen Zauberer wiedererweckt wurde, wie ein Zombie. Aber das war nur der erste Schritt auf dem Weg zu einem vollstÃ¤ndig entwickelten Nachtwandler.

Anders als die meisten Zombies konnten sie ihre eigene Macht nutzen, um ihren Geist und ihr Herz wiederzuerlangen. Man sagte, dass sie seelenlos waren, aber sie konnte sich nicht daran erinnern, welche MÃ¤chte ein Nachtwandler besaÃ, oder ob es Ã¼berhaupt eine Grenze gab, was seine FÃ¤higkeiten betraf.

Ihr Blick ging nachdenklich in die Ferne, als sie sich nicht daran erinnern konnte, dass sie je etwas darÃ¼ber gelesen hatte, dass ein Nachtwandler seine Seele wiedererlangte. War das Ã¼berhaupt mÃ¶glich?

âIst deine Seele nicht im nÃ¤chsten Leben?â, fragte Carley neugierig.

âNein, sie ist an mein Grab gebundenâ, antwortete Nachtfalke und verschwand in der Geisterwelt.

Carley verschlug es die Sprache. An das Grab gebunden? Sie erschauderte bei dem Gedanken, an den Erdboden gefesselt zu sein, anstatt frei, so wie sie jetzt war. Als sie ihren Blick zum Boden senkte, bemerkte sie, dass Nachtfalkes Gestalt vielleicht verschwunden war, aber sie konnte ihn noch immer im Zimmer fÃ¼hlen.

WÃ¤hrend sie wieder Tiara betrachtete, entschied Carley, dass sie ihn nicht weiter mit Fragen lÃ¶chern wollteâ¦ gÃ¶nnte ihm die Ruhe, um die er still gebeten hatte.




Kapitel 2


Mitten in dem Chaos auf dem Hollywood Friedhof sah Michael hinunter auf die toten Spinnan zu seinen FÃ¼Ãen, wÃ¤hrend er sich seine HÃ¤nde an seinem Mantel abwischte.

âDas war lustigâ, murmelte er. Er schielte gerade rechtzeitig hoch, um zu sehen, wie Kane den Kopf eines anderen DÃ¤mons abriss und ihn Ã¼ber seine Schulter warf. Michael machte schnell einen Schritt zur Seite, um dem fliegenden Kopf auszuweichen und starrte wÃ¼tend auf Kanes RÃ¼cken.

âEntschuldigung!â, rief Michael. âIch habe den Kampf Ã¼berstanden, ohne schmutzig zu werdenâ¦ und ich wÃ¼rde das gerne so beibehalten.â

Kane grinste ihn Ã¼ber seine Schulter an. âDu bist schnell genug, um auszuweichen, wenn etwas auf dich geworfen wird.â

Tabatha seufzte, denn die Anzahl ekelhafter Dinge, die sie heute gesehen hatte, genÃ¼gte fÃ¼r ihr ganzes Leben. Und jetzt erschien es, als wÃ¼rden die Jungs einfach damit spielen. âWenn ich es nicht besser wÃ¼sste, Kane, wÃ¼rde ich schwÃ¶ren, dass es dir viel zu viel SpaÃ macht, diese Dinger umzubringen.â

âNun, ich habe noch nie gehÃ¶rtâ¦â Er hielt plÃ¶tzlich inne und dachte einen Moment lang nach, dann sah er sich zwischen den toten DÃ¤monen um und richtete seinen Blick schlieÃlich wieder auf Tabatha. âDu hast Recht, ich habe SpaÃ.â Er zuckte mitleidslos seine Schultern.

âErinnerst du dich daran, was du mit uns und einer Kamera wolltest?â, fragte Tabatha mit verfÃ¼hrerischer Stimme.

Kane lieÃ den kopflosen DÃ¤mon zu Boden fallen und lieÃ seinen Blick vielsagend Ã¼ber den KÃ¶rper seiner Partnerin wandern. âJaâ¦ ich erinnere mich.â

âKeine Kameraâ, knurrte Tabatha und drehte sich um, um wegzugehen.

Michael lachte Ã¼ber den Ã¼berrumpelten Blick auf Kanes Gesicht, bevor der blonde Vampir seiner Partnerin nachlief.

âWarteâ, rief Kane. âIch nehme es zurÃ¼ckâ¦ es macht mir Ã¼berhaupt keinen SpaÃ.â Er schwieg lange genug, um seine Hand durch einen Krabbler zu boxen, der neben ihm rannte. âSie nervenâ¦ verstehst du?â

Angelica hob eine Augenbraue, aber insgeheim wollte sie lachen. Sie unterdrÃ¼ckte den Drang und musterte Syn mit einem neugierigen Blick. âDeine SÃ¶hne sindâ¦ interessant.â

âSie mÃ¼ssen erst erwachsen werdenâ, erklÃ¤rte Syn mit ernstem Gesicht. âDasâ¦ und sie brauchen ihre Mutter.â

Michael warf Syn einen pikierten Blick zu, denn er hatte die Bemerkung gehÃ¶rt. âIch bin schon erwachsen, danke schÃ¶n.â Nach dieser Feststellung stampfte er davon wie ein Kind, das einen Wutanfall hatte, und murmelte vor sich hin. Im Vorbeigehen trat Michael nach dem Kopf, den Kane auf ihn geworfen hatte, sodass dieser wieder durch die Luft flog. Er landete in einer kleinen Baumgruppe, gefolgt von einem lauten Schrei.

âWer, zur HÃ¶lle, wirft hier mit DÃ¤monenkÃ¶pfen?â ertÃ¶nte Jasons wÃ¼tende Stimme.

Michael erstarrte einen Moment lang, zog den Kopf ein und beschloss, Leine zu ziehen. âIch werde nachsehen, was Kane treibtâ, erklÃ¤rte Michael, wÃ¤hrend er an Syn und Angelica vorbei weg von den BÃ¤umen rannte.

âKein Kommentarâ, sagte Syn verschwÃ¶rerisch, sodass Angelica den Kopf abwandte, um ihr Grinsen zu verbergen.

*****

âHabt ihr das gesehen?â, kam Nicks Stimme von hinter der Gruft. âIch habe gerade einen Kopf vorbeifliegen gesehen.â

UngefÃ¤hr zu dieser Zeit stolperte ein Krabbler hinter einer Ecke hervor, der versuchte, dem Tod zu entrinnen. Es war irgendwie lustig, ein Monster mit einem verÃ¤ngstigten Gesichtsausdruck zu sehen.

âJa Nick, ich habe ihn gesehenâ, antwortete Kriss, als er um dieselbe Ecke bog.

Nick schoss auf die Beine des Krabblers, sein Gesichtsausdruck leicht sadistisch. âKomm schon, zeig uns, ob du tanzen kannst.â

âNick, hÃ¶r auf, mit dem verdammten Ding zu spielenâ; knurrte Steven und verdrehte dann die Augen, als ihm klar wurde, dass er ein Monster verteidigte.

Jewel trat nÃ¤her an den Krabbler und schoss mit ihrem Gewehr den Kopf von seinen Schultern, ehe sie Nick ein sÃ¼Ães LÃ¤cheln schenkte: âIch glaube, dein Tanzpartner ist gerade gestorben.â

âHe-ee!â, jammerte Nick. âDer gehÃ¶rte mir.â

âGenau genommen gehÃ¶rte er mirâ, sagte Kriss, seine Arme vor der Brust verschrÃ¤nkt. âVor wem, meinst du, rannte er weg?â

âZu viele JÃ¤ger und nicht mehr genug Beuteâ, sagte Dean, als er aus dem Schatten eines nahen Baumes trat.

âZumindest ist Nick den Arm losgewordenâ, murmelte Steven und lieÃ seinen KÃ¶rper sichtbar erschaudern, als er hinzufÃ¼gte: âIgitt.â

Kriss verzog das Gesicht. âErwÃ¤hne den Armâ¦ NIE wieder.â

âWieso?â, fragte Jewel, die den Scherz nicht verstand.

Nick grinste. âNun, ichâ¦â

Kriss wandte sich zu ihm um und knurrte: âSag noch ein Wort und ich schenke dir hÃ¶chstpersÃ¶nlich einen Ausflug zum Heiligen Josef, ohne RÃ¼ckfahrt.â

Dean grinste. âFordere ihn nicht heraus, KÃ¤tzchenâ¦ er sieht wÃ¼tend genug aus, um ernst zu machen.â

Kriss sah hinÃ¼ber zu Dean und seine Augenbrauen hoben sich bis zu seinem Haaransatz, als er das Verlangen in Deans Augen leuchten sah. Er konnte nicht andersâ¦ sein Blick glitt tiefer Ã¼ber Deans KÃ¶rper und seine Wangen errÃ¶teten leicht, als er schnell wieder wegsah.

Jewel lÃ¤chelte, denn sie hatte erkannt, woran die beiden MÃ¤nner dachten. Steven und Nick andererseits, hatten keine Ahnung.

Deans Augen wurden einen Ton dunkler, als er Krissâ Reaktion auf ihn sah. Er trat hinter den anderen Gefallenen Engel, schlang einen Arm um Krissâ HÃ¼fte und legte seine Lippen an dessen sensibles Ohr. âIch glaube, ihr kommt jetzt alleine klar.â Er lÃ¤chelte, als Kriss leicht zitterte, wo sein warmer Atem Ã¼ber ihn strich.

Die drei anderen blinzelten, als die beiden Gefallenen Engel sich einfach in Luft auflÃ¶sten.

âWie machen sie das?â, fragte Steven leise.

âIch weiÃ es nichtâ, antwortete Nick, wÃ¤hrend er versuchte, das Bild davon, wie Dean Kriss so festgehalten hatte, zu verdrÃ¤ngen.

Schritte auf der anderen Seite lieÃen sie hochsehen, als Quinn und Kat hinter der Gruft zum Vorschein kamen.

âNun, dann sind wir schon fast alleâ, sagte Nick. âVon mir aus kÃ¶nnen wir den Rest dieser Sauerei dem TEP Ã¼berlassen.â

âDann fehlen nur noch Envy und Devonâ, sagte Steven.

Jewel schaute sich um. âIch frage mich, wo sie stecken.â

âDas letzte Mal, wo ich sie gesehen habe, waren sie zusammen mit Envys Bruder und unserem bewaffneten LieblingskuschelbÃ¤ren. Ich bin sicher, einer von ihnen kann sie nach Hause fahrenâ, erklÃ¤rte Nick. âAlso wer bei mir mitfÃ¤hrt, der Zug fÃ¤hrt nun ab.â

âWollen wir?â, fragte Quinn Kat, wÃ¤hrend er einen Arm um ihre HÃ¼fte legte. âWird aber auch Zeitâ, antwortete Kat lÃ¤chelnd. Sie hatten heute Nacht fantastisch zusammengearbeitet, aber nach all dem KÃ¤mpfen war sie nun in der Laune fÃ¼r andere Dinge.

Steven legte seinen Arm um Jewels Schultern und steuerte sie auf den Haupteingang des Friedhofs zu.

Nick verdrehte die Augen. Er fÃ¼hlte sich langsam wie ein fÃ¼nftes Rad am Wagen.

In einer anderen Gegend des Friedhofs wanderten die vier Leute, von denen die Rede gewesen war, zwischen den GrÃ¤bern umher und zerstÃ¶rten einen DÃ¤mon nach dem anderen. Trevor hatte sein Handy mit der Schulter an sein Ohr geklemmt und gab den Leuten, die er in der Umgebung verteilt hatte, Anweisungen.

âJa, wir werden ein paar StraÃensperren brauchen, um die Menschen vom Hollywood-Friedhof fernzuhalten. Stellen Sie sicher, dass auch alle SeitenstraÃen abgedeckt sind.â Trevor schwieg eine Minute, wÃ¤hrend der Polizist am anderen Ende der Leitung sprach.

âSo schnell wie mÃ¶glichâ, antwortete Trevor. âEs ist schon bald neunâ¦ die Sperren mÃ¼ssen in zehn, fÃ¼nfzehn Minuten stehen. Schaulustige sind schon aufgetaucht, aber zum GlÃ¼ck haben wir Leute vor Ort, die sie aufgehalten haben. Das Problem ist, dass sie keine Polizisten sind, also gibt es riesige Tumulte. Wir kÃ¶nnen einfach nicht zulassen, dass jemand den Tatort verÃ¤ndertâ¦ wenn Sie wissen, was ich meineâ¦ Vandalen und Brandstifterâ¦ ungefÃ¤hr drei Tageâ¦ Nein, wenn irgendetwas versuchen sollte, hier abzuhauen, denke ich nicht, dass es Ã¼ber die StraÃen fliehen wird.â

Trevor rieb sich mit der Hand die Stirn. âHÃ¶ren Sie, wenn Sie etwas sehen, was Sie noch nie zuvor gesehen habenâ¦ erschieÃen Sie es einfach.â Er steckte das Telefon weg und seufzte schwer. âIch hasse es, wenn ich alles ausbuchstabieren muss.â

âDu kannst buchstabieren?â, fragte Chad mit groÃen Augen.

Devon grunzte vor Lachen und Envy grinste.

âNeinâ, antwortete Envy schnell, denn sie fÃ¼hlte sich ein wenig Ã¼berdreht. âAber er kann so tun als ob, indem er langsam spricht.â

âLass mich ratenâ, unterbrach Chad. âEr buchstabiert âStraÃeâ so wie es klingt?â

Envy nickte. âJa, Schâ¦ tâ¦ râ¦ aâ¦ sâ¦ e.â

Chad stolperte fast vor Lachen, wÃ¤hrend Trevor neben ihm schmollte.

âWollt ihr vielleicht mal Punkt machen?â, knurrte Trevor.

âAch ja, und Beistriche kennt er auch nicht, nur Punkteâ, erklÃ¤rte Envy wichtigtuerisch, sodass die beiden Geschwister wie verrÃ¼ckt zu kichern begannen.

Envy lÃ¤chelte ihren Bruder an, wÃ¤hrend sie sich an all die Male erinnerte, als sie als Kinder Probleme bekommen hatten, weil sie LachanfÃ¤lle gehabt hatten, und einfach nicht mehr aufhÃ¶ren konnten. Wenn sie es sich recht Ã¼berlegte, war das meistens passiert, als sie schlafen gehen hÃ¤tten sollen. Sie betrachtete Chad genauer. Ja, seine Augen waren sehr glasig.

Devon achtete kaum auf ihre SpÃ¶tteleien. Er hatte Warren in der Ferne erblickt, als dieser einen DÃ¤mon zerlegte, und kÃ¤mpfte gegen den Drang, sich zu verwandeln, damit er zu ihm rennen konnte.

Envy fiel Devons Blick auf und sie erkannte seine Gedanken an der Art, wie seine Augen ihre Farbe verÃ¤ndert hatten. Als sie den anderen Jaguar betrachtete, dÃ¤mmerte es ihr, dass es wohl ein natÃ¼rlicher Instinkt fÃ¼r ihn war, sich zu verwandeln. Er hatte wohl nur wegen ihr seine menschliche Gestalt behalten, und das war irgendwie unfair ihm gegenÃ¼ber.

âWieso gehst du nicht, um ihm zu helfen?â, fragte sie, wÃ¤hrend sie ihre Hand auf seinen Oberarm legte. âIch komme schon klar.â

Devon richtete seinen Blick wieder auf sie. âWie wirst du nach Hause kommen?â

âIch nehme sie mit zu mirâ, schlug Chad vor, dem die Idee gut gefiel. Die Wohnung war so leer, seit sie ausgezogen war. âIch habe sowieso genug fÃ¼r heute. Du kannst spÃ¤ter vorbeikommen und sie abholen, wenn du hier fertig bist.â Dann fÃ¼gte er schnell hinzu: âAber lass dir Zeit, denn wir haben ein Menge Schlaf nachzuholen.â

Devon wollte gerade widersprechen, aber dann betrachtete er die beiden Geschwister genauer und erkannte zum ersten Mal, dass sie so mÃ¼de waren, dass sie fast schon wie auf Drogen erschienen. Er fÃ¼hlte sich schuldig dafÃ¼r, dass er es nicht schon frÃ¼her bemerkt hatte. Menschen brauchten doppelt so viel Schlaf wie Formwandlerâ¦ wenn nicht mehr.

âOkayâ, gab Devon nach und gab Envy einen langen Kuss. âIch werde dich spÃ¤ter abholenâ¦ schlaf dich aus.â

Envy nickte und sah zu, wie Devon seine Kleider auszog und sich in einen Jaguar verwandelte. Er lief Ã¼ber den Friedhof hinter Warren her und sie bewunderte, wie elegant er in all seinen Gestalten aussah.

âKÃ¶nnen wir jetzt los?â, fragte Trevor mit finsterer Stimme, denn es gefiel ihm gar nicht, wie Envy Devon nachsah.

Envy und Chad nickten.

âGute Ideeâ, sagte Chad. âIch wÃ¼rde nur ungern ein leichtes Ziel fÃ¼r einen doofen Krabbler sein, nur weil ich mich im Friedhof hingelegt habe, um ein Nickerchen zu machen. Ich habe die letzten beiden Tage Ã¼berhaupt nicht geschlafen.â

Die drei machten sich auf den Weg zum Eingang des Friedhofs, wobei sie unterwegs noch ein paar Krabbler zur Strecke brachten. Als sie endlich bei Trevors Auto ankamen, blieb Chad einen Augenblick lang mit offenem Mund stehen, dann erschien ein sadistisches Grinsen auf seinem Gesicht.

âWo ist dein altes Auto?â, fragte Envy, als Trevor sich der neuen, schwarzen SchÃ¶nheit nÃ¤herte. âNicht, dass dieses nicht fantastisch aussieht.â

Trevor erstarrte plÃ¶tzlich, als er sich an die Zusatzausstattung, die er Ren zu verdanken hatte, erinnerte. Oh ScheiÃe! Er fÃ¼hlte plÃ¶tzlich den Drang, so schnell er konnte wegzulaufen.

âTrevorâ, sagte Evy aufgeregt in Envys gestohlener Stimme. âIch bin so froh, dass es dir gut geht. Ich habe alle aufgeschrieben, die durch den Eingang gekommen und gegangen sind, und habe den GroÃteil deines Berichts fÃ¼r das TEP-System schon geschrieben.â

Jegliche Farbe wich aus Trevors Gesicht, als er zu Envy hinÃ¼ber schielte und den unglÃ¤ubigen Ausdruck auf ihrem Gesicht sah.

âTrevor.â Envy ahmte die Sorge nach, die sie in der Stimme des Autos gehÃ¶rt hatteâ¦ ihrer Stimme. âGibt es da etwas, was du den anderen Kindern erzÃ¤hlen willst?â

âOh, wer ist das?â, fragte Evy. âIch habe sie noch nie gesehen und sie ist nicht in der TEP-Datenbank. Soll ich sie hinzufÃ¼gen?â

Wenn Trevor es nicht besser gewusst hÃ¤tte, hÃ¤tte er schwÃ¶ren kÃ¶nnen, dass Evys Stimme gerade ein wenig zu sÃ¼Ã war, um ehrlich zu sein.

âEvy, das ist meine Schwester, Envyâ, stellte Chad sie vor. âSie ist ein Mensch und kein Teil des TEP. Kannst du uns nach Hause fahren?â

Die AutotÃ¼ren Ã¶ffneten sich und sie stiegen ein, wobei Trevor und Chad vorne Platz nahmen und Envy auf der Hinterbank.

âWann hast du sprechen gelernt?â, fragte Envy, wÃ¤hrend sie Trevor Ã¼ber den RÃ¼ckspiegel einen bitterbÃ¶sen Blick zuwarf. Wenn Blicke tÃ¶ten kÃ¶nnten, wÃ¼rde ein toter Mann nun fahren.

âErst vor Kurzemâ, sagte Evy kurz angebundenâ¦ dann plÃ¶tzlich fÃ¼gte sie hinzu: âWage es bloÃ nicht, mir Trevor wegzunehmen.â

Chads Augenbrauen hoben sich bis zu seinem Haaransatz und er begann so wild zu lachen, dass sein Bauch zu schmerzen begann.

âOh, mach dir deswegen keine Sorgenâ, sagte Envy mit dem gemeinsten Grinsen auf Trevors Spiegelbild gerichtet. âIch habe nicht vor, ihn dir wegzunehmen. Ich denke, ihr beide seid das perfekte Paar.â

Evy jubelte aufgeregt und die AutotÃ¼ren schlossen sich selbststÃ¤ndig. âWo wohnen du und Chad?â Dieses Mal war die Stimme frÃ¶hlich.

âIch fahreâ, sagte Trevor, der sich nur wÃ¼nschte, dass die Erde sich Ã¶ffnete, damit er es einfach schnell hinter sich bringen konnte. âDu kannst dich inzwischen mit Envy bekannt machen.â

âJaâ, sagte Envy, wÃ¤hrend Trevor den Motor startete. âBitte erzÃ¤hl mir alles von dir und den tollen Dingen, die du mit Trevor gemacht hast.â

Chad lag vor Lachen schon fast am Boden und hÃ¶rte nicht mehr auf, bis sie vor dem Wohnhaus standen. Sobald Evys Motor abgeschaltet war, kletterte Chad aus dem Auto und lief in die Wohnung, wissend, dass Envy noch ein paar Minuten brauchen wÃ¼rde. Verdammt, seine Wangen schmerzten. Was es nur noch lustiger machte, war die kleine Tatsache, dass es diesmal gar nicht Trevors Schuld war.

âEvyâ, fragte Envy mit sÃ¼Ãer Stimme. âWÃ¼rde es dich stÃ¶ren, wenn Trevor mich zur TÃ¼r bringt? Ich habe heute Nacht viel zu viele Monster gesehen, als dass ich noch einmal alleine nach drauÃen willâ¦ und wie es scheint, hat mein groÃer Bruder mich sitzen lassen.â

Trevor zog den Kopf ein, denn er wusste, was ihm bevorstand und Evy half auch nicht wirklich. Dies war eindeutig nicht seine Nacht.

âDas ist eine gute Idee, Trevor, pass gut auf, dass meiner neuen Freundin nichts zustÃ¶Ãt. Ich werde inzwischen den TEP-Bericht fÃ¼r dich fertig machen.â Das Armaturenbrett begann zu leuchten und verwandelte sich in einen Computer-Bildschirm, als Evy sich an die Arbeit machte, wÃ¤hrend sie leise vor sich hin summte. Sie hatte beschlossen, dass, nachdem Envy Chads Schwester war, und offensichtlich DÃ¤monen zerstÃ¶rte, sie ihre eigene Akte in der Datenbank des TEP verdiente. Im Geheimen machte sie mit ihrer versteckten Kamera schnell ein Foto von der Frau.

Trevor seufzte und gÃ¶nnte sich einen Augenblick des Selbstmitleids, ehe er langsam aus dem Auto stieg. Nun, er hatte ein paar Minuten alleine mit Envy gewollt und nun sah es sehr danach aus, dass er sie bekommen wÃ¼rde. Er war immer dafÃ¼r, die positive Seite an allem zu sehen, nur die positive Seite sah langsam nicht mehr so einladend aus.

SchlieÃlich kamen sie an der TÃ¼r an und Trevor schielte zurÃ¼ck zu Evy, wobei er erkannte, dass ein riesiger Baum nun zwischen ihnen stand. Envy wÃ¤hlte diesen Moment, um sich ihm zuzuwenden, und ihn wÃ¼tend anzufunkeln. Sie hatte sich die ganze Fahrt Ã¼ber Ã¼berlegt, was sie sagen wollte. So fest bohrte sie ihren Finger in Trevors Brust, dass dieser sicher war, dass dort ein Loch sein wÃ¼rde, wenn sie hier fertig waren.

âHÃ¤tte das ein Scherz sein sollen? Es war nÃ¤mlich nicht sehr witzigâ, zischte Envy leise, da sie nicht wusste, wie gut das Mikrofon des verdammten Autos war.

âOh ja, es ist ein Scherzâ, knurrte Trevor zurÃ¼ck. âAber er sollte mich quÃ¤lenâ¦ nicht dich. Ich hatte es ernsthaft vergessen, bis wir wieder zurÃ¼ck beim Auto warenâ, erklÃ¤rte Trevor, wÃ¤hrend er mit der Hand durch sein Haar fuhr. âEs tut mir leid, dass du das sehen musstest.â

Die Ehrlichkeit, die sie in seinen Augen sehen konnte, nahm den Wind direkt aus den Segeln von Envys Standpauke. Er sagte die Wahrheitâ¦ hoffte sie. âWieso sollte jemand dir so etwas antun?â

Trevors blau-silberne Augen verdunkelten sich ein klein wenig, als er auf seine Seelenfreundin hinunter starrte. âWeil jeder auf der Welt weiÃ, dass ich dich liebe und du mich hasst. Sie meinen es ist lustig. Was meinst du, wieso Chad sich vor Lachen nicht mehr einkriegen konnte?â

âTrevor.â Envy fÃ¼hlte, wie ihre Brust sich bei seinen Worten schmerzhaft verkrampfte. âDas ist nicht wahrâ, berichtigte sie ihn leise. âIch kÃ¶nnte dich nie hassen.â

âIch weiÃ.â Er schenkte ihr ein schwaches LÃ¤cheln, aber es verschwand gleich wieder und seine Augenbrauen zogen sich zusammen. âEs ist mir sehr bewusst, dass du uns beide liebst. Devon weiÃ es auch.â

Envys Augen wurden groÃ und sie machte schnell einen Schritt rÃ¼ckwÃ¤rts. Ihr KopfschÃ¼tteln war kaum sichtbar, als sie flÃ¼sterte: âWieso glaubst du das?â

âWir sind Formwandler, Envyâ¦ wir kÃ¶nnen es riechenâ, sagte Trevor nachdrÃ¼cklich, wÃ¤hrend er einen Schritt vorwÃ¤rts machte, um den Abstand zwischen ihnen wieder zu verringern. âSag mir nicht, dass du mich nicht willst, wenn ich weiÃ, dass du es tust. Du liebst mich ebenso sehr wie ihn, weil du zwei Seelenfreunde hast.â Er schluckte schwer, nachdem er es endlich laut ausgesprochen hatte.

Envy schwieg und starrte ihn reglos an, wie ein Reh, das von Autoscheinwerfern erfasst worden war. Sie wusste nicht, wie sie ihm antworten sollte, denn die Wahrheit warâ¦ Trevor hatte immer noch diese Wirkung auf sie. Sie hatte sich dazu gezwungen, die Anziehungskraft, die er auf sie ausÃ¼bte, zu ignorieren, weil sie Devon gewÃ¤hlt hatte.

âSag mir, dass du mich nicht liebstâ, flÃ¼sterte Trevor, wÃ¤hrend er sich so weit nach vorne beugte, dass ihre Lippen einander beinahe berÃ¼hrten.

Envy musste diesmal schlucken. Sie wollte es verleugnen, aber sie hasste es, angelogen zu werdenâ¦ daher konnte sie selbst kaum lÃ¼gen. Sie liebte ihn immer nochâ¦ aber es war falsch zwei Menschen gleichzeitig zu lieben.

âIch liebe Devonâ, hauchte sie an seinen Lippen, wÃ¤hrend sie sich selbst dafÃ¼r verdammte, dass sie ihn wieder verletzte.

âSehr klugâ¦ auszuweichenâ, sagte Trevor nach einem Moment und richtete sich ein klein wenig auf, sodass er tief in ihre Augen sehen konnte. âDenn wenn du mich anlÃ¼gstâ¦ kann ich es riechen.â

Envy machte einen Schritt zurÃ¼ck, wÃ¤hrend Trevors Gesicht Ã¼ber ihr hing und sie nichts Anderes sehen lieÃ, obwohl er sich entfernt hatte. Sie griff hinter sich und versuchte, mit ihrer Hand den TÃ¼rknauf zu finden. Sie wollte nicht Ã¼ber dies alles nachdenkenâ¦ es brach nur ihr Herz.

SchlieÃlich ertasteten ihre Finger den metallenen Knauf und sie Ã¶ffnete die TÃ¼r. Schnell trat sie durch den Spalt und wollte die TÃ¼r gerade wieder schlieÃen, als Trevors Hand sie aufhielt.

âDu weiÃt, dass ich recht habeâ, flÃ¼sterte Trevor. âDu kannst es auch fÃ¼hlen.â

Envy fÃ¼hlte Schmetterlinge, die wie wahnsinnig in ihrem Bauch umher flatterten, und warf die TÃ¼r schnell vor Trevors Gesicht zu. Nachdem sie den Riegel vorgeschoben hatte, drehte sie sich um und lehnte ihren RÃ¼cken gegen das Holz, wÃ¤hrend sie wartete, um zu hÃ¶ren, wie Trevor das Auto startete und wegfuhr. Aus irgendeinem Grund fÃ¼hlte es sich so an, als wÃ¼rde er direkt hinter ihr stehen und darauf warten, durch die TÃ¼r zu greifen und sie in seine Arme zu schlieÃen.

Trevor legte seine HandflÃ¤chen auf den TÃ¼rrahmen, denn er fÃ¼hlte sie noch immer in der NÃ¤heâ¦ lehnte sich von der anderen Seite an das Holz, das sie trennte. Er konnte durch die dicke TÃ¼r hÃ¶ren, wie ihr Herz raste, und atmete tief ein, um seine Nerven zu beruhigen. Seine Instinkte drÃ¤ngten ihn dazu, durch die TÃ¼r zu brechen und sich zurÃ¼ckzunehmen, was ihm gehÃ¶rteâ¦ aber er wÃ¼rde lieber in der HÃ¶lle schmoren, als ihr einen Grund zu geben, ihn nicht mehr zu lieben.

Er runzelte schlieÃlich die Stirn, nachdem er nicht hÃ¶rte, wie sie sich von der TÃ¼r entfernte. Indem er den Kopf nach vorne beugte, lehnte er seine Stirn an das kalte Holz und seufzte.

âEnvyâ, flÃ¼sterte er. âIch liebe dich.â

Dann hÃ¶rte er sie doch flÃ¼chten.

*****

Jason setzte sich auf eine Steinbank, die vor einer der grÃ¶Ãeren Gruften stand, um wieder zu Atem zu kommen. Er hatte in den letzten drei Minuten keine Begegnung mit einem Monster gehabt, und das war fÃ¼r heute Nacht bisher ein Rekord.

In der Hoffnung, dass dieser sich irgendwie wieder anschalten wÃ¼rde, berÃ¼hrte er den Ring. Sein Magen war voller Knoten, weil er nicht wusste, wo Tiara war, und ob es ihr gut ging. Er senkte seinen Kopf und schalt sich innerlich wieder einmal dafÃ¼r, dass er es nicht geschafft hatte, sie aus dem Mausoleum zu bringen. Was fÃ¼r ein BeschÃ¼tzer war er? Sie hatte sogar einen DÃ¤mon um Hilfe bitten mÃ¼ssen.

âDu solltest dich vielleicht umdrehenâ, sagte eine Stimme plÃ¶tzlich aus der Stille um ihn.

Jasons Blick hob sich blitzschnell und er erkannte einen Mann mit langem, dunklen Haar, der nur wenige Meter vor ihm stand. Er blinzelte, als ihm endlich klar wurde, was der Mann gesagt hatte.

Die Haare in seinem Nacken stellten sich auf und Jason schoss ein paar Schritte vorwÃ¤rts, ehe er sich um hundertachtzig Grad drehte, um zu sehen, was hinter ihm war. Vier Krabbler starrten ihn aus einer Entfernung von nur zwei Metern an, ihre lippenlosen MÃ¼nder geÃ¶ffnet, sodass ihre scharfen ZÃ¤hne sichtbar wurden.

âOh kommt schon!â, rief Jason, als er fÃ¼hlte, wie die Wut in ihm wieder aufkochte. Er hatte es satt, diese Dinger zu bekÃ¤mpfen. âHabt ihr Vollidioten es immer noch nicht verstanden? Wenn ihr in einem Friedhof lebt, dann solltet ihr tot sein.â

Angelica grinste, nachdem sie zu Syn aufgeschlossen und Jasons Gejammer gehÃ¶rt hatte. âHe, Jason, willst du etwas Cooles sehen?â, fragte sie, nachdem sie neben ihn getreten war, wÃ¤hrend sie ihre HÃ¤nde vor sich ausstreckte. Sie Ã¶ffnete ihren Mund und flÃ¼sterte einen Zauber, der die Gegner implodieren lassen sollte. Zu ihrem Entsetzen rannten die Krabbler plÃ¶tzlich davon und verschwanden in der Dunkelheit.

âTollâ, sagte Jason, der dachte, dass es der Zauber gewesen war.

âVerdammt, wenn du endlich damit aufhÃ¶ren wÃ¼rdest, sie zu Tode zu erschrecken, dann hÃ¤tte ich heute Nacht vielleicht auch noch ein paar umbringen kÃ¶nnenâ, fauchte Angelica, als sie sich umdrehte, und erkannte, dass Syn direkt hinter ihr stand. âDu bist wie ein MÃ¼ckenspray gegen DÃ¤monen.â

Jason grinste, als ihm klar wurde, worÃ¼ber sie sich beschwerte. âDÃ¤monenscheucheâ, murmelte er, aber machte dann schnell den Mund zu, als Angelicas bÃ¶ser Blick sich auf ihn richtete. âIch meineâ¦ richtig. Du hast absolut recht.â Im Zweifelsfall immer den Frauen zustimmen.

Syn lachte leise. âIch habe nichts Anderes getan, als zu dir zu kommen, meine Liebe. Ich kann nichts dafÃ¼r, wenn die Spinnan Angst vor mir haben. Vielleicht sind sie einfach Feiglinge. Sollen wir gehen und mutigere Monster suchen?â Er wurde damit belohnt, dass Angelica ihre Augen verdrehte und lÃ¤chelte. Sie kamen einander recht schnell nÃ¤her.

Jasons Schultern sackten ab, als ihm klar wurde, dass dies der Mann war, vor dem er gewarnt worden war, als er begonnen hatte, Fragen Ã¼ber die schÃ¶ne Angelica zu stellen. Nachdem er beschlossen hatte, dass dieser Weg hoffnungslos war, seufzte er und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Ring.

âDieses doofe Ding ist nutzlosâ¦ das verdammte GPS-System ist kaputt, oder so wasâ, knurrte er und versuchte, den Ring von seinem Finger zu ziehen. Nach einem Augenblick gab er es wieder auf, als er fÃ¼hlte, wie sein Fingergelenk fast ausgerenkt wurde. Er starrte das SchmuckstÃ¼ck einen Moment lang an und legte seinen Kopf zur Seite. Vielleicht war es nur gut, dass er es nicht abnehmen konnte, denn wenn er es kÃ¶nnteâ¦ wÃ¼rde er es wahrscheinlich einfach nach den verdammten Krabblern werfen.

âWie soll ich Tiara beschÃ¼tzen, wenn ich nicht weiÃ, wo, zur HÃ¶lle, sie steckt?â, schimpfte er mit dem Ring. âEs ist gerade nicht der richtige Zeitpunkt, um ein Nickerchen zu machen, verdammt.â

âKann ich ihn sehen?â, bat Angelica und streckte ihre Hand so aus, dass Jason seine in ihre legen konnte. Sie erkannte den Ring aus den Erinnerungen, die Zachary mit ihr geteilt hatte, und wollte gerne wissen, welche Macht er besaÃ.

Jason konnte nicht verhindern, dass er Angelica mit groÃen Dackelaugen ansah. Sie hielt seine Hand sanft fest und betrachtete den Ring mit kritischem Blick. Die Weichheit ihrer Haut fÃ¼hlte sich angenehm an seiner anâ¦ aber er zuckte zusammen, als Syn beschloss, dass dies ein guter Zeitpunkt war, um zu lachen.

Er schielte hoch und sah Syn aus dem Augenwinkel. Dieses Lachen war einfach ein klein wenig zu gespenstisch gewesen. Seine Begegnung mit Kane in der letzten Nacht hatte ihn verÃ¤ngstigt, aber dieser Typâ¦ er war wahrscheinlich derjenige, den Satan selbst unter seinem Bett oder im Schrank suchte, ehe er es wagte, sich schlafen zu legen.

Syn beobachtete geduldig, wie Angelica ihre andere HandflÃ¤che ein paar Zentimeter Ã¼ber den Ring hielt. Als er sah, wie sie vor Konzentration auf ihre Unterlippe biss, konnte er sich nicht lÃ¤nger zurÃ¼ckhalten. Er streckte seine Hand aus und legte sie auf ihre, wonach er langsam seine Finger mit ihren verschrÃ¤nkte. Dann senkte er seinen Kopf neben den ihren, sodass seine Wange Ã¼ber ihr weiches Haar strich, wÃ¤hrend er seinen anderen Arm um sie legte, sodass er sie sanft an sich drÃ¼cken konnte.

Angelica blinzelte, als sie plÃ¶tzlich fÃ¼hlte, wonach sie gesucht hatte. âDas ist geschummeltâ, flÃ¼sterte sie, aber durchsuchte schnell die Aura des Rings, wo sie nun schon so tief in sie vorgedrungen war. Sie fÃ¼hlte zwei Pfade, die dorthin fÃ¼hrtenâ¦ einen hellen und einen dunklen. Aus morbider Neugier folgte sie dem dunklen, um zu sehen, wohin er fÃ¼hrte.

âDas genÃ¼gtâ, sagte Syn leise und zog ihre Hand weg von der Macht des Rings. âEr ist nicht nur verbunden mit dem MÃ¤dchen, sondern auch mit dem Geist des DÃ¤mons. Wir mÃ¼ssen vorsichtig sein, damit wir ihn nicht unabsichtlich rufen.â

Angelica schluckte und nickte, denn sie wusste, dass er recht hatte. Sie hatte sie gefÃ¼hlt, die Macht des DÃ¤mons in dem Ring. Sie lieÃ ihr Haar nach vorne fallen, sodass es ihre Augen verbarg, als sie auf ihrer beiden HÃ¤nde starrte, die noch verschrÃ¤nkt waren. Es war gleichzeitig intim und sexuell, so eine kleine Geste, wodurch sich in ihrem Kopf alles drehte.

âEr lebt noch?â Jason biss die ZÃ¤hne aufeinander und streckte seine Hand von sich weg, als er sich vorstellte, wie ein DÃ¤mon direkt aus dem Ring schoss. Wenn das, was Nil Ã¼ber Deth gesagt hatte, wahr war, dann war dieser ein DÃ¤mon, von dem er wirklich nicht wollte, dass er einfach aus dem Ring hervorstieg wie ein Flaschengeist. âAls ob ich gerade noch einen Grund gebraucht hÃ¤tte, um diesen Ring loswerden zu wollen.â

âDas MÃ¤dchen ist bewusstlosâ, erklÃ¤rte Syn ihm, aber seine Augen wurden schmal, denn die Aura des Rings gefiel ihm nicht. Er hatte gefÃ¼hlt, wie der DÃ¤mon sich umgedreht hatte, um ihn anzusehen, ehe er die Verbindung unterbrochen hatte, bevor das Bild stabil geworden war. Wenn diese Kreatur zur Erde zurÃ¼ckkehrte, dann wollte er sich nicht ausmalen, welche Finsternis er noch mit sich mitbringen wÃ¼rde.

âBewusstlos? Das ist ja nur noch ein Grund mehr, sie zu suchenâ, sagte Jason und vergaÃ dabei seine Angst vor dem Ring wieder. âWir haben keine Ahnung, in welchen Problemen sie vielleicht steckt. Jetzt, wo sie weg ist, und Zachary auÃer Gefechtâ¦â

âAuÃer Gefecht? Was sagst du da?â, fragte Angelica scharf, als ihr Temperament mit ihr durchging, sodass sie ihre Hand aus der von Syn riss.

âIch dachte, du weiÃt es.â Jason runzelte die Stirn. âIch dachte, mittlerweile wissen es schon alle im TEP.â

âWas wissen?â, fragte Angelica frustriert.

âZachary hat durchgedreht, als dieser DÃ¤mon mit Tiara abgehauen ist, und hat das Nest, aus dem all diese Dinger kamen, in die Luft fliegen lassen. Der DÃ¤mon, der sie alle erschaffen hat, wurde auch zerstÃ¶rt, aber Zachary ist direkt nach der Explosion in dem Feuer zusammengebrochen.â

Als er den Schrecken auf ihrem Gesicht sah, fuhr Jason schnell fort: âEs ist alles in Ordnung, Ren hat ihn dort herausgeholt und weggebrachtâ¦ wir haben ihn seither nicht mehr gesehen. Storm weiÃ wahrscheinlich, wo er ist, denn er war auch da, als es geschah.â

âUnd Tiara wurde von einem DÃ¤mon entfÃ¼hrt?â Angelica fÃ¼hlte, wie ihr Herz zu rasen begann. Kein Wunder, dass Zachary durchgedreht hatte.

âNaja, nicht ganzâ, gab Jason zu. âEs ist ein wenig schwierig zu erklÃ¤ren. Aber der Punkt ist, sie ist bewusstlos, seit sie mit dem anderen DÃ¤mon weg ist, und bis dieses Ding wieder funktioniert, weiÃ ich nicht einmal, ob sie sonst in Ordnung ist, und schon gar nicht, wo ich suchen soll.â Er schlug mit seiner anderen Hand frustriert auf den Ring, als er versuchte, ihn mit Gewalt wieder zum Funktionieren zu bringen.

Ohne ein weiteres Wort rannte Angelica Richtung Eingang des Friedhofs, wÃ¤hrend sie sich innerlich einen ordentlichen Tritt in den Hintern fÃ¼r ihre SelbstsÃ¼chtigkeit verpasste. Sie war so beschÃ¤ftigt mit Syn und den Monstern gewesen, dass sie nicht da gewesen war, um Zachary zu helfenâ¦ das eine Mal, wo er sie gebraucht hÃ¤tte.

TrÃ¤nen verschleierten ihren Blick und sie wischte sie wÃ¼tend weg, nur um dann geradewegs in eine Ziegelmauer mit dem Namen Syn zu laufen. Seine Arme schlossen sich um sie, um sie festzuhalten, bevor sie fiel, aber sie begann sich gegen ihn zu wehren, ehe sie es sich anders Ã¼berlegen konnte. Sie hÃ¤mmerte mit ihren kleinen FÃ¤usten auf seine Brust, wissend, dass es nichts helfen wÃ¼rde, aber ihr Instinkt sagte ihr, dass sie alles aus dem Weg rÃ¤umen musste, was sie davon abhalten kÃ¶nnte, zu ihrem besten Freund zu gelangen.

âLass mich losâ, zischte Angelica, die viel wÃ¼tender auf sich selbst war, als auf ihn. Dies war genau der Grund, weshalb sie niemanden zu tief in ihr Leben treten lassen wollte. Sie hatte Zacharys Freundschaft gewÃ¤hlt, weil er stark war, und ihr wohl keinen Grund zu weinen geben wÃ¼rde. Wenn er in seinem eigenen Feuer bewusstlos geworden warâ¦ dann stimmte etwas ganz und gar nicht mit ihm.

Syn hielt mit eisernem Griff ihre Handgelenke fest und zog sie fest an sich, wÃ¤hrend er knurrte: âIch werde dir noch etwas Anderes zeigen, was wir gemeinsam machen kÃ¶nnen.â Er drÃ¼ckte seine Lippen fest auf ihre, in dem Versuch, das eifersÃ¼chtige Verlangen zu beruhigen, das in ihm hochkroch.

Angelica hielt inne und ihre Augen wurden groÃ, als sich seine Lippen auf ihre senkten. Sie fÃ¼hlte, wie ihre Knie schwach wurden, als Syn langsam ihre Unterlippe zwischen seine saugte. Die Bewegung war so langsam und sexuell, dass sie beinahe ihre Oberschenkel in Brand setzte. Der Drang, den Kuss zu erwidern traf sie schwer.

Noch ehe sie dem BedÃ¼rfnis nachgeben konnte, beendete er den Kuss und wieder einmal starrte sie hoch in seine dunklen, violetten Augen. In ihrem halb berauschten Zustand brauchte sie einen Moment, ehe ihr klar wurde, dass da jetzt eine Wand hinter ihm war, und sie keinen Wind mehr auf ihrer Haut fÃ¼hlen konnte.

Syn wartete darauf, dass seine Partnerin wieder von der Ekstase, in die er sie versetzt hatte, herunterkam, ehe er ihr Handgelenk loslieÃ. Er hÃ¤tte sie nicht kÃ¼ssen mÃ¼ssen, um sie zu teleportieren, aber wenn sie glaubte, dass er es mussteâ¦ wÃ¼rde er diesen Irrglauben nicht aufklÃ¤ren.

Angelica wirbelte Ã¼berrascht herum, als sie sich in Storms BÃ¼ro wiederfand. Ihr Blick wanderte schnell durch das Zimmer, ehe er sich auf Zachary richtete. Er war von einer durchsichtigen Wand umgebenâ¦ lag auf einem Bett aus seinen eigenen Flammen, genauso wie Jason es beschrieben hatte. Ein leises Schluchzen entkam ihr, als sie ihn in so einem Zustand sehen musste.

Ihre Schritte waren langsam, als sie sich der Barriere um ihn nÃ¤herte. Sie hatte noch nie so dunkle Flammen von ihm kommen gesehen und sie wusste, dass es kein gutes Zeichen sein konnte.

âWas ist los?â, flÃ¼sterte sie, wÃ¤hrend sie sich fragte, ob Zachary sie hÃ¶ren konnte.

Als sie beide HandflÃ¤chen auf die Wand legte, konnte sie sehen, wie ein Strom aus etwas, das wie glitzerndes Wasser aussah, zwischen ihren Fingern nach unten floss und wieder verschwand, ehe es am Boden auftraf. Der Schild verfÃ¤rbte sich elektrisch blau um ihre HÃ¤nde und sie drÃ¼ckte dagegenâ¦ um zu sehen, wie stark er war.

âZachary, Ã¶ffne deine Augen. Bitteâ¦ nur damit ich weiÃ, dass du in Ordnung bist.â Angelica fÃ¼hlte, wie ihre Hoffnung mit jeder Sekunde, in der er nicht antwortete, schnell in den Keller sank.

Sein blondes Haar flatterte um sein Gesicht und die Flammen wiegten sanft seinen KÃ¶rper, sodass sie wusste, dass sie es waren, die ihn Ã¼ber dem Boden schweben lieÃen. Was sie am meisten Ã¤ngstigte, war die vÃ¶llig Reglosigkeitâ¦ sie konnte nicht einmal erkennen, ob er atmete.

âIst es ein Zauber, Zachary? Hat dir jemand das angetan? Ich kommeâ¦ halte einfach durch.â Sie schloss ihre Augen und begann in ihren Gedanken an dem Verschluss des Schutzschildes zu schrauben. Sie konnte dies schaffenâ¦ sie wÃ¼rde es schaffenâ¦ fÃ¼r Zachary.

Syn war schweigend hinter ihr gestanden, hatte ihr die Zweisamkeit mit ihrem Freund gegÃ¶nnt, die sie brauchte, aber er konnte ihren Herzschmerz keine Sekunde lÃ¤nger ertragen. Er trat hinter sie und legte seine HandflÃ¤chen Ã¼ber ihren auf den Schildâ¦ verstÃ¤rkte die Wand, anstatt ihr zu helfen, sie zu zerstÃ¶ren.

âWieso? Wieso hÃ¤ltst du mich auf?â, fragte Angelica, die es nicht verstand.

âWeil ich meine, dass dein Freund Zachary nicht sehr glÃ¼cklich sein wird, wenn er aufwacht und herausfindet, dass er dich mit seinem PhÃ¶nixfeuer verletzt hat. Er stirbt nichtâ¦ er ist dabei, sich selbst wiederzubeleben. Und so wie es aussieht, wird er diesmal all seine Macht mitbringen, wenn er wieder aufwacht.â

Angelica drehte dem Schild den RÃ¼cken zu, denn sie konnte das gespenstische Bild des brennenden Zachary nicht lÃ¤nger ertragen. Nachdem sie das BedÃ¼rfnis nach Sicherheit verspÃ¼rte, schlang sie ihre Arme um Syns Taille und versteckte ihr Gesicht an seiner warmen Brust.

Syn legte seine Arme um sie, schenkte ihr den Trost, den sie suchte. Er schielte Ã¼ber ihren Kopf zu Zachary und fragte sich insgeheim, was in diesem Leben aus ihr geworden wÃ¤re, wenn er sie nicht gefunden hÃ¤tte. WÃ¤re ihre Freundschaft mit Zachary zu etwas Intimeren geworden?

Er drÃ¼ckte sie fester an sich, vergrub sein Gesicht in ihrem dunklen Haar und beschloss, sich keine Gedanken mehr darÃ¼ber zu machen. Sie mochte den PhÃ¶nix sehr und dafÃ¼r war er dankbarâ¦ aber es war Zeit, dass seine Partnerin sich daran erinnerte, was wahre Liebe wirklich war.




Kapitel 3


Damon verschrÃ¤nkte seine Arme vor der Brust und lehnte sich mit dem RÃ¼cken an den Werkzeugschuppen, der FriedhofsgÃ¤rtner. In dieser Gegend gab es keine JÃ¤ger, weil sie ganz in der hinteren Ecke des riesigen Friedhofs und halbwegs abgeschieden waren. Es schien auch ein RÃ¼ckzugsort fÃ¼r viele der Spinnan, die bisher Ã¼berlebt hatten, zu sein, beinahe so, als wollten sie sich wieder sammeln und verstecken.

Er hatte versprochen, Alicia Kampftraining zu erlauben und so gesehenâ¦ war dies ein idealer Ort fÃ¼r sie, um zu trainierenâ¦ solange er vor Ort war und Schiedsrichter spielte. Diese Spinnan waren schwach im Vergleich zu den meisten Dingen, die sich im Moment in der Stadt herumtrieben, aber trotzdem lieÃ er nicht zu, dass Alicia mehr als einen auf einmal bekÃ¤mpfte.

Jedes Mal, wenn ein mutiger Spinnan versuchte, sie anzugreifen, wÃ¤hrend sie schon mit einem anderen kÃ¤mpfte, zerstÃ¶rte er ihn, ehe er nahe genug war, um sie von ihrem eigenen Kampf abzulenken. Die Monster, die Alicia zu nahe kamen, zu zerschmettern, erzeugte in ihm ein GefÃ¼hl der Genugtuung und Damon verbrachte so gesehen eine recht frÃ¶hliche Nacht. Sie schlug sich nicht schlechtâ¦ fÃ¼r eine AnfÃ¤ngerin.

Er hatte auch bemerkt, dass seit der Explosion vor ein paar Stunden deutlich weniger dieser Kreaturen ankamen, und hatte daraus geschlossen, dass jemand das Nest gefunden und zerstÃ¶rt hatte. Insgeheim hÃ¤tte er den DÃ¤mon, der diese gespenstischen Krabbler erzeugte, gern gesehen, aber er verdrÃ¤ngte den Wunsch. Er war wahrscheinlich sowieso genauso hÃ¤sslich wie seine SprÃ¶sslinge.

Als er Schritte und Stimmen hÃ¶rte, die von hinter den BÃ¤umen unten an dem kleinen HÃ¼gel, auf dem er stand, kamen, ging Damon um den Schuppen herum, um nachzusehen. Diese Seite des Friedhofs wurde von hohen, stÃ¤mmigen Kiefern von dem Wohngebiet daneben abgegrenzt.

Nachdem sie den WohnhÃ¤usern so nahe waren, fragte Damon sich, wieso in der Nacht scheinbar niemand etwas gehÃ¶rt hatte und gekommen war, um nachzusehen. Ein paar Mal hatte er gedacht, dass er das Schimmern eines Schutzschildes am Rand des Friedhofs gesehen hatte, aber er hatte es als Einbildung abgetan. Wenn tatsÃ¤chlich ein Schutzschild errichtet worden war, dann waren die DÃ¤monenjÃ¤ger vielleicht doch nicht so nutzlos, wie er gedacht hatte.

Er war schon fast bei den BÃ¤umen angelangt, als zwei MÃ¤nner dort erschienen, aber sie blieben schnell stehen, als sie ihn sahen. Nachdem er einen weiÃen Umriss durch die BÃ¤ume schimmern sehen konnte, nahm er an, dass es das BÃ¼rogebÃ¤ude der Friedhofsarbeiter war, und diese MÃ¤nner sich gerade an die Arbeit machen wollten.

Diese beiden waren bestimmt Ã¼ber keine der HauptstraÃen gekommenâ¦ sie waren alle abgesperrt. Zudem hatte Damon keine MotorgerÃ¤usche gehÃ¶rt, wodurch er davon ausgehen musste, dass die MÃ¤nner in der NÃ¤he wohnten und zu FuÃ zur Arbeit gekommen waren.

âGuten Morgenâ, sagte Damon, wÃ¤hrend er sich ihnen schnell nÃ¤herte, sodass er sie seiner Gedankenkontrolle unterwerfen konnte.

Die beiden MÃ¤nner sahen ihn kritisch an. In den letzten paar Tagen waren eine Menge merkwÃ¼rdiger Dinge auf dem Friedhof vorgefallen und so waren sie misstrauisch gegenÃ¼ber allem, was nach Problemen aussahâ¦ und der Typ, der da auf sie zukam, passte perfekt auf diese Beschreibung.

Der in dem weiÃen Muskelshirt unter seinem nicht zugeknÃ¶pften Uniformhemd sprach mit AutoritÃ¤t: âKÃ¶nnen wir Ihnen helfen? Besucher dÃ¼rfen sich nicht beim GerÃ¤teschuppen aufhalten.â

Damon nickte und konzentrierte den Blick aus seinen leuchtend violetten Augen auf sie, dann grinste er beinahe, als ihre GesichtsausdrÃ¼cke sich entspannten und ihre Blicke benebelt wurden. âEigentlich bin ich gekommen, um Ihnen zu helfen, indem ich Ihnen mitteile, dass Ihre Arbeit fÃ¼r heute schon erledigt ist. Ihr Chef hat Ihnen aufgetragen, dass sie zurÃ¼ck zum BÃ¼rogebÃ¤ude gehen und bis zum Ende Ihrer Schicht dort Kaffeepause machen sollen. Sie erinnern sich nicht daran, dass ich hier war und wenn jemand fragtâ¦ haben Sie den ganzen Tag hart gearbeitet.â

Der zweite Arbeiter, der sein Uniformhemd zugeknÃ¶pft hatte, wodurch er professioneller aussah, schielte hinÃ¼ber zu seinem Partner. âEs ist Zeit, dass wir diesen neuen Fernseher ausprobieren, der in der KaffeekÃ¼che steht.â

âJa, lass uns Jerry Springer ansehenâ, sagte Arbeiter Nummer zwei benommen.

Damon grinste und wartete, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Als die Menschen weg waren, drehte er sich um und machte sich wieder auf den Weg den HÃ¼gel hoch, als er einen beeindruckenden Misthaufen durch die Luft segeln sah. Als er wieder oben am HÃ¼gel angekommen war, und sah, wie es Alicia erging, verfinsterte sich sein Gesicht.

Sie kÃ¤mpfte mittlerweile nicht mehr gegen einenâ¦ sondern gegen drei Krabbler gleichzeitig und es sah aus, als hÃ¤tte sie ihre liebe MÃ¼he mit ihnen. Ein tiefes Knurren lieÃ seine Brust erzittern, als einer von ihnen Alicia mit einem markerschÃ¼tternden Krachen zu Boden schleuderte.

Alicia lag auf dem RÃ¼cken und starrte hoch. Alles war wie am SchnÃ¼rchen gelaufen, bis Spinnan Nummer zwei und drei beschlossen hatten, ihrem Partner zu helfen. Damon hatte ihr davor immer geholfen, und als die beiden anderen ungestÃ¶rt bis zu ihr gelangen konnten, sah sie sich nach ihm um.

Als sie ihn nirgendwo erblicken konnte, fÃ¼hlte sie sich gleichzeitig glÃ¼cklich und frustriert. GlÃ¼cklich, weil er ihr erlaubte, alleine zu kÃ¤mpfenâ¦ und frustriert darÃ¼ber, dass er nicht da war, um zu sehen, wie sie die drei zu Brei verarbeitete. Sie hob ihren Kopf vom Boden und wollte gerade wieder aufstehen, als de Spinnan plÃ¶tzlich erstarrten. Sie standen eine Sekunde einfach nur da, ehe sie wie Glas zersplitterten.

Alicia hob ihre Arme vor ihr Gesicht, um sich vor den Splittern zu schÃ¼tzen. Zum GlÃ¼ck waren alle Scherben in die andere Richtung geflogen. Als sie ihre Arme senkte, erkannte sie Damon, der vor ihr stand, ihre Unterschenkel zwischen seinen FÃ¼Ãen, und wÃ¼tend wie eh und je aussah. Sie zuckte zusammen, als er plÃ¶tzlich die Hand ausstreckte, um ihr aufzuhelfen.

âVerdammt, Damon, ich hÃ¤tte sie erledigen kÃ¶nnen, wenn du mich nur gelassen hÃ¤ttestâ, sagte sie, wÃ¤hrend sie nach seiner Hand griff.

Damon zog sie sanft wieder auf die Beine und drÃ¼ckte sie fest an seine Brust. Alicia wollte gerade widersprechen, als sie sah, wie angespannt sein Unterkiefer war, und wie seine violetten Augen schimmerten. Ihre Wut verflog sofort, als sie erkannte, dass sie ihn unabsichtlich geÃ¤ngstigt hatte.

âDie Regel war ein Monster auf einmalâ, knurrte Damon, der sich innerlich auf eine Diskussion vorbereitete, die er gewinnen wÃ¼rde. Er war Ã¼berrascht, als Alicia ihre HÃ¤nde um seinen Hinterkopf legte, ihre Finger in sein Haar krallte und ihn fÃ¼r einen umwerfenden Kuss nach unten zog.

Als sie sich schlieÃlich wieder voneinander lÃ¶sten, knurrte Damon wieder und drÃ¼ckte Alicia an den Schuppen, wo er vorhin gestanden hatte. Das Knurren hÃ¤tte fÃ¼r die meisten drohend geklungen, aber in Alicias Ohren war es hÃ¶llisch sexy.

âDas ist nicht erlaubtâ, erklÃ¤rte Damon leise.

Alicia blickte mit gespielter Unschuld in ihren Augen zu ihm hoch. âWas ist nicht erlaubt?â

Damon strich mit seiner Wange Ã¼ber die ihre und seine Lippen berÃ¼hrten kaum ihre Haut, ehe sie vor ihrem Ohr hielten. âEs ist nicht erlaubt, mich abzulenken.â

âAchâ, flÃ¼sterte Alicia verfÃ¼hrerisch. âDu meinst so zum Beispiel?â

Sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen und kÃ¼sste ihn wieder, aber diesmal schlangen sich ihre Zungen eng umeinander. Als Damon seinen Oberschenkel zwischen ihre drÃ¼ckte, Ã¶ffnete sie ihre Beine und drÃ¼ckte nach unten. Nachdem sie das GefÃ¼hl genoss, begann sie auf ihm hin und her zu wippen. Ihre Augen schlossen sich schnell, als Damon sein Bein hob und ihre FÃ¼Ãe den Boden verlieÃen.

âDas ist neuâ, presste Alicia zwischen zwei schweren AtemstÃ¶Ãen hervor, als sich ihre MÃ¼nder wieder trennten.

Damon grinste. âDu hast angefangen.â Sein LÃ¤cheln verschwand und seine Augen verdunkelten sich zu einem tiefen Amethyst-Violett. âJetzt werde ich es zu Ende bringen.â

Alicia konnte ein Winseln nicht unterdrÃ¼cken und schlang ihre Beine um seine Taille, rieb sich an der Erektion, die sie unter Damons Hosenstall fÃ¼hlen konnte.

Damon drÃ¼ckte sie grob an die Wand des Schuppens und zerriss ohne Mitleid ihr T-Shirt. Seine HÃ¤nde fanden ihre Brust und streichelten die verhÃ¤rteten Spitzen unter dem Spitzenstoff, ehe er ihre Jeans Ã¶ffnete.

Alicia senkte ihre Beine und lieÃ Damon langsam ihre Jeans Ã¼ber ihre Beine streifen. Sie schÃ¼ttelte den Stoff von ihren KnÃ¶cheln, ehe sie ihre Beine wieder um seine Taille wickelte. Damon grinste, wÃ¤hrend er seine eigene Hose Ã¶ffnete und seine MÃ¤nnlichkeit aus ihrem GefÃ¤ngnis befreite.

Nachdem er Alicia kurz hochgehoben hatte, atmete er zischend aus, als er seine HÃ¼ften nach oben kippte und gleichzeitig Alicia auf seine Erektion setzte. Alicia schrie auf und ihr Kopf traf die Holzbretter hinter ihr. Damon bewegte seine HÃ¼ften strafend schnell, sodass sie auf jeden Fall verstehen musste, was es bedeutete, ihn abzulenken.

Alicia Ã¶ffnete ihre Augen wieder und umklammerte Damons Schultern, zog ihn nÃ¤her an sich. Sein Kopf senkte sich und er zog eine Brustwarze tief in seinen Mund. Alicia atmete scharf ein, als sie ihn an ihrer Brust saugen fÃ¼hlte und drÃ¼ckte sich noch fester an ihn. So fest wie er in sie stieÃ fÃ¼hlte es sich an, als wÃ¼rde ihr KÃ¶rper bei jedem StoÃ neu verkrampfen.

Ein GerÃ¤usch hinter Damon lieÃ sie ihren Blick von Damon lÃ¶sen, und ihre Augen wurden groÃ, als sie einen Krabbler auf sie zukommen sah. Scheinbar meinte der DÃ¤mon, dass sie nun verletzlich waren, und wollte die Situation ausnÃ¼tzen.

âKrabbler auf zwÃ¶lf Uhrâ, flÃ¼sterte Alicia atemlos.

Sie beobachtete, wie die Kreatur unter Damons Macht zersplitterte und stÃ¶hnte laut, als er nur noch fester stieÃ. Er war wie besessenâ¦ grob, fest und schnell, fast schon schmerzhaft und sie konnte nicht genug bekommen.

âRechtsâ, warnte Alicia.

Ein weiterer Krabbler zerbarst in kleine StÃ¼cke und Damon hob seinen Kopf von ihrer Brust. Er nahm ihre Handgelenke in seine HÃ¤nde und drÃ¼ckte sie fest an die Wand hinter ihr, wÃ¤hrend er seine scharfen FangzÃ¤hne zeigte.

âKomm fÃ¼r michâ, knurrte er, als er fÃ¼hlte, wie Alicias weiche Muskeln sich im gleichen Rhythmus um ihn verkrampften, wie er in sie stieÃ.

Alicia ignorierte seinen Befehl und drehte ihren Kopf zur Seite, um ihm nicht in die Augen sehen zu mÃ¼ssen. Sie versuchte, so lange wie mÃ¶glich durchzuhalten, denn was auch immer andere Leute davon denken wolltenâ¦ Sex auf einem Friedhof war heiÃer als die HÃ¶lle. Die Tatsache, dass sie jederzeit von jemandem ertappt werden konnten, machte es nur noch besser.

âTu esâ, brummte Damons Stimme wild an ihrem Ohr.

Er selbst hatte sich kaum noch unter Kontrolle, aber wie sie, wollte er, dass es lÃ¤nger dauerte, und er wollte, dass sie gleichzeitig ihren HÃ¶hepunkt erreichten. Aber sie waren beide so erregt von dem Wissen, dass sie ertappt werden konnten, und gleichzeitig auch noch DÃ¤monen tÃ¶ten mussten, wÃ¤hrend sie es trieben, dass keiner von beiden noch lange durchhielt.

Alicia schrie auf und gab schlieÃlich nachâ¦ richtete ihren Blick wieder auf Damons hitzige Augen. Der Krampf in ihrem Bauch war so stark, dass sie dachte, dass sie brechen wÃ¼rde. Eine weitere Bewegung von hinter Damon lieÃ sie Ã¼ber seine Schulter sehen und sie schrie wieder auf.

âHinter dirâ, brachte sie atemlos hervor.

Damon grinste und griff mit seiner Macht nach dem angreifenden Krabbler. Im selben Moment, wie er zersplitterte, spannte sich Alicias KÃ¶rper fest um ihn und sie schrie ihren Orgasmus in den Himmel. Damon folgte ein paar schwere StÃ¶Ãe spÃ¤ter, fÃ¼llte sie mit seinem Samenâ¦ nahm wieder ihren KÃ¶rper und ihre Seele in Besitz.

Sie blieben fest aneinander gedrÃ¼ckt stehen, atmeten schwer, wÃ¤hrend ihr Herzschlag sich langsam wieder beruhigte. Damon war so stolz auf seine kleine HÃ¶llenkatze, sie war ebenso bescheuert wie er, wenn es um Sex gingâ¦ und das machte es so verdammt heiÃ.

SchlieÃlich zog sich Damon ein wenig zurÃ¼ck und schenkte ihr ein weiches LÃ¤cheln. Sie beide stÃ¶hnten, als er sich aus ihr zog und sie ihre Beine von seiner HÃ¼fte lÃ¶ste. Als er sie von Kopf bis FuÃ betrachtete, musste er zugeben, dass sie einfach verdammt sexy aussah.

Ihr T-Shirt war aufgerissen und die Spitzen ihres BHs nach unten geschoben, sodass ihre nackten BrÃ¼ste in den ersten Sonnenstrahlen des Morgens glitzerten. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie keine Unterhose trugâ¦ und sie war auch nicht in ihren Jeans, die noch zusammengeknÃ¼llt am Boden lagen.

âWie erklÃ¤ren wir das T-Shirt?â, fragte Alicia, als sie an sich hinunter blickte.

âGar nichtâ, antwortete Damon grinsend.

*****

Warren und Devon umkreisten einen Krabbler, der sich ihnen in den Weg gestellt hatte. Er zischte sie wild an und schlug mit seinen langen Krallen nach ihnen. Nachdem sie einander einen kurzen Blick zugeworfen hatten, griffen beide Jaguare an. Devon packte mit seinem Maul einen der Arme, wÃ¤hrend Warren ein Hinterbein ergriff. Der Krabbler begann zu schreien, als sie beide in entgegengesetzte Richtungen an ihm zogen.

Mit einem krÃ¤ftigen Ruck riss Devon seinen Kopf plÃ¶tzlich nach links. Der Arm riss ab und Devon machte ein paar Schritte zurÃ¼ck, den herrenlosen Arm noch in seinem Maul. Warren lieÃ das Bein los und wich ein kleines StÃ¼ck zurÃ¼ck, als Devon seine scharfen ZÃ¤hne in den Nacken des DÃ¤mons stieÃ.

Warren setzte sich hin und begann, sein Fell zu lecken, als er das unverkennbare GerÃ¤usch von einem weiteren Krabbler direkt hinter einer kleinen Baumgruppe hÃ¶rte. Nachdem er sich nach dem Krabbler umsah, den Devon gerade erledigte, beschloss er, dass dieser in guten HÃ¤nden war, und ging weg, um nachzusehen.

Devon sah aus dem Augenwinkel, dass Warren wegging, und erledigte schnell den Krabbler, ehe er von ihm sprang. Nachdem er den Kopf fallen gelassen hatte, schÃ¼ttelte Devon sich selbst und drehte sich in die Richtung, in die Warren gegangen war. Sie hatten gemeinsam gekÃ¤mpft, seit sich Devon Warren angeschlossen hatte, und Devon war richtig auf den Geschmack gekommen.

Er war erst ein paar Meter gegangen, als ein weiterer Krabbler aus dem Baum direkt vor ihm zu Boden fiel. Ein tiefes Knurren entkam aus seiner Kehle und er zog seine Beine an, bereitete sich auf einen Angriff vor. Seine Katzenaugen wurden schmal, als er erkannte, dass dieser DÃ¤mon sehr aufgeregt erschien.

Sie starrten einander einen Moment lang in die Augen, ehe der Krabbler wie der Jaguar in die Knie ging. Devon knurrte und sprang auf seinen Gegner, wollte ihn schnell aus dem Weg rÃ¤umen. Der Krabbler sprang gleichzeitig und die beiden krachten mitten im Sprung aufeinander.

Devons Klauen schlugen nach dem Krabbler, aber verfehlten, auf der anderen Seite traf die Hand des Krabblers, die auf Devons Kopf gezielt hatte, genau. Der Krabbler landete unverletzt auf allen Vieren, wÃ¤hrend Devons bewusstloser KÃ¶rper mit einem dumpfen Schlag zu Boden stÃ¼rzte.

Der Krabbler zischte wild, krabbelte Ã¼ber den Jaguar und packte mit einer langen Hand eine von dessen Hinterpfoten. Indem er die riesige Katze in die entgegengesetzte Richtung von der, in die sein Partner weggegangen war, Ã¼ber den Friedhof zerrte, nÃ¤herte sich der Krabbler einer kleinen Gruft. Nachdem er die TÃ¼r geÃ¶ffnet hatte, schob der Krabbler den Jaguar hinein, ehe er sich wieder zurÃ¼ckzog und einen Moment auf das Tier hinunter starrte.

Sein Kopf legte sich zur Seite, als Ã¼berlegte er, wie er seine Beute am besten zerfleischen konnteâ¦ stattdessen verlieÃ er die Gruft einfach wieder. Die Kreatur kam wenig spÃ¤ter wieder zurÃ¼ck, wobei er zwei seiner toten BrÃ¼der hinter sich Ã¼ber das feuchte Gras schleifte. Nachdem er sie neben dem bewusstlosen Jaguar deponiert hatte, verlieÃ er die Gruft wieder und verschloss die TÃ¼r mit dem VorhÃ¤ngeschloss.

Ohne sich umzusehen, rannte der Krabbler mit HÃ¶chstgeschwindigkeit Ã¼ber den Friedhof, wobei er den DÃ¤monenjÃ¤gern, die Ã¼ber das Gebiet verteilt waren, sorgsam aus dem Weg ging. Als er eine kleine Seitengasse erreichte, blieb er stehen und schien wieder zu Atem kommen zu wollen, ehe sein KÃ¶rper sich zu verwandeln begann.

Innerhalb weniger Sekunden war der Krabbler verschwunden und stattdessen stand dort Trevor. Nachdem er seinen Nacken und seine Schultern gelockert hatte, bÃ¼ckte er sich, um seine Kleider, die er liegen gelassen hatte, wieder aufzuheben, ehe er wieder in Evys Sichtweite trat, scheinbar die Ruhe in Person. Er war zum Friedhof zurÃ¼ckgefahren und hatte dort geparkt, ehe er ihn wieder betreten hatte, nachdem er Evy erklÃ¤rt hatte, dass er sehen wollte, wie der Kampf lief. Nachdem er auÃerhalb der Sichtweite des Autos war, hatte er sich in einen Krabbler verwandelt, und seinen Plan umgesetzt. Nun brauchte er sich nur noch anzuziehen und die Mission, die er sich selbst aufgetragen hatte, zu Ende zu bringen.

Trevor fuhr nervÃ¶s mit seinen Fingern durch sein Haarâ¦ es gefiel ihm nicht, was er gerade getan hatte, aber er brachte trotzdem ein kleines LÃ¤cheln auf sein Gesicht. Als Evy die FahrertÃ¼r Ã¶ffnete, kam er schnell nÃ¤her. Trevor hielt inne, als er hÃ¶rte, wie sie beeindruckt pfiff.

WÃ¤hrend er an seinem nackten KÃ¶rper hinuntersah, fragte er sich, was Ren sich nur dabei gedacht hatte, als er Evy so eine menschliche PersÃ¶nlichkeit gegeben hatte. Es war bloÃ gut, dass das Auto nicht wusste, was er gerade gemacht hatteâ¦ sonst sÃ¤Ãe er tief in der ScheiÃe.

âSo ein wunderbares Exemplarâ, neckte Evys Stimme.

âSei stillâ, knurrte Trevor und zog sich schnell an. Er setzte sich hinter das Lenkrad, wusste, dass er nur wenige Stunden haben wÃ¼rde, ehe Devon wieder aufwachte. Er wÃ¼rde sich beeilen mÃ¼ssen, wenn er nicht auffliegen wollte.

Trevor schwieg, wÃ¤hrend er Evy zu einem abgelegenen Parkplatz fuhr und den Motor abstellte. Er saÃ ein paar Minuten mit geschlossenen Augen und fragte sich, ob er einen Fehler machte.

âIst alles in Ordnung, Trevor?â, fragte Evy leise.

âAlles bestens Evyâ, sagte Trevor. âDu musst mir einen riesengroÃen Gefallen tun. Ich habe einen geheimen Auftrag, den ich noch erledigen muss. Niemand im TEP darf davon erfahrenâ¦ es ist streng geheim.â Er zog den Kopf ein bei seiner nÃ¤chsten LÃ¼ge: âStorm will nicht, dass irgendwelche Berichte darÃ¼ber geschrieben werden, und du darfst niemandem etwas erzÃ¤hlen.â

Evy schwieg einen Moment. âWie lange wirst du brauchen?â, fragte sie.

âNur ein, zwei Stundenâ, antwortete Trevor. âEs wird nicht lange dauern.â

âPass auf dich auf!â, sagte Evy, dann schaltete sich die Beleuchtung des Armaturenbretts ab.

Trevor stieg aus dem Auto und ging die StraÃe entlang. Als er auÃerhalb von Evys Sichtweite war, verwandelte er sich wiederâ¦ dieses Mal in Devon Santos und rannte den restlichen Weg zu Chads Wohnung. Mit dem ReserveschlÃ¼ssel, von dem Envy vergessen hatte, dass er ihn noch hatte, Ã¶ffnete er die TÃ¼r und bahnte sich seinen Weg durch den stillen Flur.

Er wusste, dass Chad schlafen wÃ¼rde, und ging am Schlafzimmer seines Freundes vorbei zu Envys SchlafzimmertÃ¼r. Diese schob er leise auf und ging direkt zu Envys schlafender Gestalt. Seine Augenbrauen zogen sich traurig zusammen, als er den Geruch von Salz wahrnahm, der noch in der Luft hing. Es tat ihm leid, dass sie wegen ihm geweint hatte, aber er ging mit seiner Eifersucht um, so gut er nur konnte.

Vorhin am Friedhofâ¦ hatte er einen kurzen Augenblick darÃ¼ber nachgedacht, Devon umzubringen. Wenn Devon weg war, wÃ¼rde Envy sich in ihrer Trauer wieder ihm zuwenden? Er hatte den verfÃ¼hrerischen Gedanken verdrÃ¤ngt. Es hatte ihn Ã¼berrascht, wie schnell ein so bÃ¶ser Gedanke Ã¼berhaupt aufgetaucht war.

Er kÃ¶nnte Envy nie auf diese Art verletzen und es machte ihm Angst, dass er es auch nur in ErwÃ¤gung gezogen hatte. AuÃerdemâ¦ zuzusehen, wie sie um einen anderen Mann trauerte, wÃ¤re ebenso schlimm, wie zuzusehen, wie sie einen anderen Mann liebte. Und wie sehr es ihm auch das Herz brach, wusste Trevor doch, dass Envy sie beide liebte. Er hatte nicht gelogen, als er vor ein paar Stunden, diese Ã¤rgerliche, kleine Sache laut ausgesprochen hatte.

Mit leisen Bewegungen zog Trevor sich aus und krabbelte hinter ihr ins Bett. Wenn es das war, was es kostete, um ein paar Momente mit ihr alleine zu stehlenâ¦ dann weigerte er sich, sich darÃ¼ber Gedanken zu machen, wer sie glaubte, dass er war. Das Konzept, dass im Krieg und in der Liebe alles erlaubt war, hatte seine vollste Zustimmungâ¦ und im Augenblick hatte er das GefÃ¼hl, dass er mitten in beiden steckte.

Envy fÃ¼hlte, wie die Matratze hinter ihr absank und drehte sich sofort zu Devon um, schlang ihre Arme fest um ihn und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Ihr Kopf war die letzte Stunde voller Gedanken Ã¼ber Trevor gewesen, und sie schÃ¤mte sich dafÃ¼r.

Jetzt wo sie das TEP in Aktion gesehen hatte, war ihr klar, dass Trevor seine Geheimnisse vor ihr bewahrt hatte, weil er keine Wahl gehabt hatte. Es war herzlos von ihr gewesen, die Beziehung wegen etwas zu beenden, worÃ¼ber er keine Kontrolle hatteâ¦ sie hatte ihn sogar mit der Elektroschockpistole gequÃ¤lt deshalb. Wie hatte sie nur so gemein sein kÃ¶nnen?

Sein gebrochenes Herz war ihre Schuld und sie wÃ¼rde ihn dafÃ¼r nicht bestrafenâ¦ das einzige, was sie tun konnte, war, zu versuchen, seine Freundschaft zu gewinnen, und vielleicht wÃ¼rde sein Herz dann wieder heilen.

Sie rieb ihren Kopf an Devons Hand, wo er so liebevoll ihr Haar streichelte.

âDu bist zurÃ¼ckâ, flÃ¼sterte sie, wÃ¼nschte sich, dass das schwere Gewicht sich von ihrer Brust lÃ¶sen wÃ¼rde.

âWas ist geschehen, Envy?â, fragte er leise.

âNichtsâ, log Envy und lÃ¶ste sich ein kleines StÃ¼ck von Devon, sodass sie ihn anlÃ¤cheln konnte.

âWieso hast du dann geweint?â Er beobachtete, wie Envy ihn verwirrt ansah. Ehe sie die Zeit hatte, es zu leugnen, erinnerte er sie: âIch kann das Salz deiner TrÃ¤nen riechen. Du kannst deine GefÃ¼hle nicht vor mir verstecken.â Er musste wissen, ob sie spÃ¤ter Devon erzÃ¤hlen wÃ¼rde, was vorhin geschehen war.

Envys Augen wurden groÃ. Das war genau dasselbe, was Trevor ihr gesagt hatte. Wussten sie beide besser, was sie fÃ¼hlte, als sie selbst? Durch das Wissen, dass sie beide sie so gut lesen konnten, fÃ¼hlte sie sich ein wenig ausgeliefert.

Er fÃ¼hlte, wie sie sich anspannte, aber ehe er den Ausdruck auf ihrem Gesicht erkennen konnte, drÃ¼ckte sie ihre Wange wieder an seine Brust. âHat Trevor etwas getan, womit er dich zum Weinen gebracht hat, als er dich nach Hause gefahren hat? Weil wenn er etwas getan hat, dann schwÃ¶re ichâ¦â

Envy drÃ¼ckte sich schnell von ihm weg und starrte fast wÃ¼tend auf Devon. âNein, du hast mir versprochen, dass du Trevor nie verletzen wirst, egal was geschieht.â Ihr Herz hÃ¤mmerte wild in ihrer Brust, denn sie wollte die beiden wirklich nie wieder kÃ¤mpfen sehen. Wenn einer von ihnen verletzt wÃ¼rdeâ¦ wÃ¼rde sie den anderen hassen, egal wer es war. Das wusste sie jetzt.

Trevor vergaÃ fast zu atmen, als er sie beobachtete, wie sie ihn verteidigte. Sie hatte Devon versprechen lassen, dass er ihn niemals verletzen wÃ¼rdeâ¦ und Devon hatte es getan, aus demselben Grund, wie er Devon heute Nacht nicht umgebracht hatte.

âUnd was die TrÃ¤nen betrifftâ¦â Envy senkte ihre Stimme, als sie ihre Emotionen wieder unter Kontrolle bekam. âIch hatte einen Traum, dass eines dieser Monster im Friedhof dich Ã¼berwÃ¤ltigte, und ich weinte, als ich aufwachte.â Nunâ¦ das war auch die Wahrheit.

âEs war nur ein Traumâ, flÃ¼sterte er und drÃ¼ckte sie fest an sich. Trevor schloss seine Augen und fragte sich, ob die Verbindung, die sie mit ihm und Devon hatte, den sehr richtigen Traum hervorgerufen hatte. Nachdem er nicht darÃ¼ber nachdenken wollte, rollte er Envy auf ihren RÃ¼cken und starrte auf sie hinunter, ehe er seine Lippen auf ihre senkte.

Envy stÃ¶hnte leise und drÃ¼ckte ihre Brust an seine. Sie streckte ihre HÃ¤nde nach seinem Nacken aus, aber er packte ihre Handgelenke und drÃ¼ckte sie sanft in die Matratze.

Ihre MÃ¼nder trennten sich und Envy legte ihren Kopf in den Nacken, als Devons Lippen eine lange, quÃ¤lende Spur hinunter zu ihrem Hals und ihrer Schulter zog. Sie lÃ¤chelte Ã¼ber die GefÃ¼hle, die er hervorrief, und schlang ihre Beine um seine HÃ¼fte, um ihn an sich zu drÃ¼cken, bis sie Devons Erektion in sie drÃ¼cken fÃ¼hlte.

Trevor hielt inne und starrte auf sie hinunter, ehe er nach vorne stieÃ. Es war ihm egal, wie er aussahâ¦ dies war sein KÃ¶rper und dies war genau, wo er sein wollte. Auf seinen Ellbogen Ã¼ber sie gestÃ¼tzt liebte er sie wie ein besessener Mann, der in seinem eigenen Wahnsinn verloren gegangen war.

Envy biss auf ihre Unterlippe, um zu verhindern, dass sie laut schrie und ihren Bruder weckte. Sie packte Devon und versuchte, mit seinem Rhythmus mitzuhalten, aber fand schnell heraus, dass sie es heute Nacht einfach nicht schaffte. Sie konnte sich nur an ihm festklammern, als sie so oft kam, dass sie sich wie im Rausch fÃ¼hlte.

Trevor fiel schnell Ã¼ber ihre Lippen her, als sie vergaÃ, dass sie nicht alleine im Haus waren, aber er konnte noch nicht zulassen, dass sie ihre GefÃ¼hle wieder unter Kontrolle bekam. Er hielt sich selbst fest unter Kontrolle und gab demselben HochgefÃ¼hl nicht nach, ehe Ã¼ber eine Stunde vergangen war.

Er gÃ¶nnte sich ein paar Minuten, in denen er sie im Schlaf beobachtete, ehe er einen weichen Kuss auf ihren Lippen hinterlieÃ und aus dem Bett stieg.

*****

Warren wurde langsam echt unruhig. Er hatte den Friedhof eine Stunde lang nach Devons Geruch abgesucht. Als er vorhin seinen Bruder alleine gelassen hatte, war er davon ausgegangen, dass Devon direkt hinter ihm kommen wÃ¼rde, um ihm im Kampf zu helfen. Warren hatte drei weitere Krabbler aus dem Weg gerÃ¤umt, ehe ihm richtig klar geworden war, dass Devon nirgendwo zu sehen war.

Er hatte sogar einen durchdringenden Katzenschrei hÃ¶ren lassen, die Art, wie Jaguare einander Ã¼ber ihren Standort verstÃ¤ndigten. Es hatte keinen Antwortschrei gegeben. Als er zu dem letzten Ort ging, wo er Devon gesehen hatte, fand Warren Spuren eines Kampfes, aber keinen Krabbler und keine Spur von Devon. Es dauerte noch eine Weile, aber als er endlich Devons Geruch fand, folgte er ihm bis zu einer alten Gruft.

Er nÃ¤herte sich dem GebÃ¤ude vorsichtig, schnÃ¼ffelte noch in der Umgebung, ehe er an der verschlossenen TÃ¼r kratzte. Er knurrte Ã¼ber das Schloss und zwei MÃ¶glichkeiten erschienen in seinem Kopf. Entweder war Devon dort eingesperrt worden, oder die TÃ¼r hatte sich im Kampf irgendwie von selbst geschlossen und verriegelt.

Nachdem er sich wieder in seine menschliche Gestalt verwandelt hatte, brach Warren die TÃ¼r auf und riss sie mit einem markerschÃ¼tternden Quietschen aus den Angeln. Seine Augen wurden groÃ, als er Devon mitten am Boden liegen sah, zwei Krabbler Ã¼bereinander gestapelt neben ihm.

Devons Augen Ã¶ffneten sich langsam, als die TÃ¼r aufgeschlagen wurde, aber er schloss sie schnell wieder, als das Morgenlicht eintrat und seine Netzhaut verbrannte. Er fÃ¼hlte sich, als hÃ¤tte er Kats gesamten Vorrat an Heat ausgetrunken und wÃ¤re dazu noch ordentlich verprÃ¼gelt worden.

âWas, zur HÃ¶lle, ist hier passiert?â, fragte Warren leise.

Devon knurrte tief in seiner Brust und verwandelte sich wieder in seine menschliche Gestalt. Mit einer Hand an seinem Kopf setzte er sich mit Warrens Hilfe langsam auf und sah sich um.

âDas Letzte, woran ich mich erinnere, war, dass ein weiterer Krabbler mich angegriffen hat, nachdem du weggegangen bistâ, antwortete Devon. âIch muss ihn hier eingeschlossen und umgebracht habenâ¦â Er schielte hinÃ¼ber zu den aufgestapelten Krabblern und runzelte die Stirn. ââ¦ sie umgebracht haben. Einer muss mich ziemlich gut am Kopf getroffen haben, ehe er selbst eingenickt ist.â

âIch glaube, du hast fÃ¼r heute genug gekÃ¤mpftâ, sagte Warren schlieÃlich. âWir beide brauchen ein wenig Schlaf.â

Devon nickte und lieÃ sich von Warren auf die Beine helfen. âGroÃartig, wir sind nacktâ, murmelte er.

âNenn uns einfach Flitzerâ, grinste Warren. âWollen wir langsam nach Hause spazieren und sehen, wie viele Frauen uns hinterher pfeifen, oder sollen wir ein Wettrennen zum Auto machen?â

âAuf dreiâ, antwortete Devon und hob eine Augenbraue.

Als sie beim Wagen ankamen, zogen sie beide die Reserveklamotten an, die sie dort immer fÃ¼r den Fall der FÃ¤lle lagerten.

âBring mich einfach zu Chads Wohnung. Envy ist dort, ich werde mich einfach zu ihr ins Bett legenâ, sagte Devon, als er sich im Beifahrersitz zurÃ¼cklehnte. âUnd tu mir einen Gefallen.â

Warren schielte zu ihm hinÃ¼ber, wÃ¤hrend er fuhr. âIch werde niemandem davon erzÃ¤hlen, damit Envy nichts davon erfÃ¤hrt.â

Devon lÃ¤chelte Ã¼ber die verblÃ¼ffende FÃ¤higkeit seines Bruders, immer zu wissen, was andere dachten. Manchmal wurden Dinge dadurch weniger peinlich.

âDankeâ, sagte Devon. âIch will wirklich nicht, dass sie sich Sorgen macht.â

Wenige Minuten spÃ¤ter hielt Warren vor Chads Wohnung und blickte hinÃ¼ber zu Devon. âGeh und schlaf dich aus, ruf mich einfach an, wenn ihr bereit seid, nach Hause zu kommen.â

Devon schÃ¼ttelte den Kopf. âMach dir keine Gedanken, entweder Chad fÃ¤hrt uns, oder ich rufe uns ein Taxi.â

Warren wartete, bis Devon die EingangstÃ¼r des Hauses hinter sich geschlossen hatte, ehe er wegfuhr. Er wollte Devon nichts davon erzÃ¤hlen, aber seinen Bruder so zu finden hatte die Warnlampen in seinem Kopf aufleuchten lassen. So wie die TÃ¼r von auÃen verriegelt gewesen war, wirkte es viel zu sehr geplant, sodass er sich fragte, ob nicht etwas oder jemand ihn dort absichtlich eingesperrt hatte.

KopfschÃ¼ttelnd entschied Warren, dass er im Moment nicht weiter darÃ¼ber nachdenken wollteâ¦ er war vÃ¶llig Ã¼bermÃ¼det.

Devon bewegte sich leise durch die Wohnung und Ã¶ffnete die TÃ¼r zu Envys Schlafzimmer. Er lÃ¤chelte Ã¼ber den Anblick ihres engelhaften Gesichts, das im Schlaf so entspannt war. Nachdem er seine Kleider ausgezogen hatte, stieg er hinter ihr ins Bett und rollte sich um sie zusammen, einen Arm um ihre HÃ¼fte geschlungen.

Sie kuschelte sich an ihn, ehe sie sich an seiner Brust wieder entspannte und ihr Kopf zurÃ¼ckfiel. Ihr Atem ging wieder langsam und tief, was Devon zeigte, dass sie tief schlief und er entspannte sich. Er beschloss, dass er sie diesmal schlafen lassen wÃ¼rde, anstatt sie aufzuwecken, um ihr zu sagen, dass er zurÃ¼ck warâ¦ er wÃ¼rde in Zukunft besser auf ihre Schlafgewohnheiten RÃ¼cksicht nehmen mÃ¼ssen.

*****

Der siebte Stock des Krankenhauses war friedlich und still. Es war eine lange und langweilige Schicht gewesen, und die Krankenschwestern drehten eine weitere Runde, um nach den verschiedenen Patienten zu sehen. Die leisen Rhythmen der Lebenserhaltungsmaschinen piepten gleichmÃ¤Ãig, wodurch eine gespenstische Hintergrundmusik in den dunklen GÃ¤ngen entstand.

âLange zehn Stunden, was?â, fragte der Wachmann eine der Schwestern auf der Station.

âUnd noch zweiâ, meinte die Krankenschwester mit einem LÃ¤cheln. âGehst du wieder zum Laden um Mittagessen zu holen?â

âJaâ, antwortete der Wachmann. âSoll ich dir etwas mitnehmen?â

Die Schwester nickte. âWir haben vorhin darÃ¼ber gesprochen. Ich werde alle fragen und dir eine Liste geben, bevor du gehst.â

Die Systeme, die die Patienten Ã¼berwachten, begannen plÃ¶tzlich zu blinken, und die Krankenschwester sprang auf. Blaue Lichter blinkten hier und dort, sodass die Frau nach dem Telefon am Schreibtisch griff.

âDoktor Gordon und Doktor Harris zur Station im siebten Stockâ, rief sie, ehe sie wieder auflegte und hinter ihrem Schreibtisch hervorstÃ¼rmte.

Weitere Krankenschwestern kamen von den kleineren Stationen an den anderen Seiten der gerÃ¤umigen Etage und jede versuchte, ein paar Zimmer abzudecken, sodass sie in kÃ¼rzerer Zeit nach mehr Patienten sehen konnten. Der Wachmann zog sein FunkgerÃ¤t hervor und rief die Hauptsicherheitswache. Es dauerte nicht lange, bis die beiden ChefÃ¤rzte mit einer kleinen Armee aus zehn weiteren Krankenpflegern ankamen, um zu helfen.

Panik und Chaos wuchsen bei den Angestellten, als die Patienten wie die Fliegen starben. Sie blieben bei den Leuten so lange es nur ging, ehe sie zum nÃ¤chsten weitergingen und sich gerade noch die Zeit nahmen, den Todeszeitpunkt fÃ¼r jeden aufzuschreiben.

WÃ¤hrend das Personal sich von Zimmer zu Zimmer den Gang entlang arbeitete, erkannten sie, dass, was auch immer dafÃ¼r verantwortlich war, dass die Patienten starben, sich der Intensivstation nÃ¤herte, die sich ebenfalls in diesem Stockwerk befand. Obwohl sie alle genau dasselbe dachten, sprach niemand den Gedanken laut ausâ¦ schlieÃlich war es nur Zufall.

Der Wachmann wartete am Lift, als die Polizei eintraf. Er war enttÃ¤uscht, als er nur zwei Polizisten sah, die auf seinen Notruf hin erschienen waren, aber es war besser als nichts. Nach dem Erdbeben vor einer knappen Woche und dazu noch all die Leute, die tot und zerstÃ¼ckelt auftauchten, konnte er verstehen, dass nicht so viele Polizeibeamte zur VerfÃ¼gung standen.

Schreie ertÃ¶nten weiter unten am Gang und die Polizisten zogen ihre Waffen und rannten los. Zwei Krankenschwestern segelten durch die Luft und trafen so fest auf der Wand auf, dass man die Knochen brechen hÃ¶ren konnte. Sie stÃ¼rzten zu Boden, wobei sie lange Blutspuren an der vorhin unbefleckten, weiÃen Wand hinterlieÃen.

âWas zum Teufel?â, flÃ¼sterte der Wachmann.

Die Polizisten umklammerten ihre Schusswaffen fest und nÃ¤herten sich langsam den KÃ¶rpern. Weitere Krankenpfleger begannen aus den TÃ¼ren zu fliegen, wÃ¤hrend andere versuchten, wegzurennen.

Der Wachmann starrte mit groÃen Augen auf die dunkle Gestalt, die aus dem letzten Zimmer vor dem Eingang zur Intensivstation erschien. Sie schien zu flimmern, war manchmal zu sehen und dann wieder nicht. Ihr Gesicht war unter dem zerrissenen, schwarzen Mantel nicht zu sehen, aber eine lange, scharfe Sense war deutlich in einer ihrer absurd langfingrigen HÃ¤nde zu erkennen.

Sie bewegte sich durch den Flur auf sie zu, packte Krankenschwestern und schleuderte sie durch die Luft wie Stoffpuppen. Die Polizisten erÃ¶ffneten das Feuer, wÃ¤hrend sie sich rÃ¼ckwÃ¤rts von dem Schreckensgespenst entfernten. Die Sense schwang in einem langen Bogen durch die Luft und schnitt einen der Polizisten entzwei. Blut spritzte durch den Gang, als der tote Polizist zu Boden sackte, aber die Kreatur nÃ¤herte sich seinem Kameraden, der noch immer auf die Erscheinung schoss.

Wieder spritzte Blut, diesmal in das Gesicht des Wachmanns, als der zweite Polizeibeamte zerteilt wurde. Am Rande registrierte er das Bling des Lifts, das anzeigte, dass jemand nach oben gekommen war, aber er war vor Angst erstarrt und konnte sich nicht bewegen.

Ein Mann erschien am Rande seines Sichtfeldesâ¦ jung, mit langem Mantel und dunklem Haar in Punk-Frisur. Er hob eine Hand in die Richtung der Kreatur und sie wurde durch den Gang zurÃ¼ckgeschleudert. Sie schrie, wÃ¤hrend sie mit ihrer Sense ihren Fall abstoppte und schien dem NeuankÃ¶mmling einen bitterbÃ¶sen Blick zuzuwerfen, ehe sie im Boden verschwand.

âSind Sie verletzt?â, fragte Ren den traumatisierten Mann.

Der Wachmann stÃ¼rzte plÃ¶tzlich bewusstlos zu Boden. Ren seufzte schwer und zog sein Handy heraus. Es war nur gut, dass dieses Krankenhaus in der NÃ¤he von einigen der Paranormalen der Stadt gelegen war, sonst hÃ¤tte er nicht die Macht gehabt, das Ding so zu verÃ¤ngstigen, dass es ihn nicht angriff.

âWir brauchen einen groÃen AufrÃ¤umtrupp und den besten DÃ¤monenaustreiber, der verfÃ¼gbar ist.â




Kapitel 4


Angelica schritt in Rens BÃ¼ro nervÃ¶s auf und ab, wobei sie versuchte, den Schutzschild im Auge zu behalten, wÃ¤hrend sie allen anderen, die in dem groÃen Raum zu tun hatten, aus dem Weg ging. Sie hÃ¤tte Storm schon fast den Kopf abgerissen, als dieser ihr erklÃ¤rt hatte, dass Zachary nicht schneller aufwachen wÃ¼rde, je lÃ¤nger sie ihn anstarrte.

Sie schielte hinÃ¼ber zu Syn, der noch immer an der Wand lehnte, und hob eine Augenbraue. Sie begann langsam zu denken, dass der Mann sich in eine Statue verwandeln kÃ¶nnte, wenn er es nur genug wollte. Er hatte sich schon seit Stunden nicht bewegt.

Vielleicht hatte Storm recht, denn die Decke fiel ihr langsam auf den Kopf und Zachary hatte noch nicht einmal gezuckt. Ihr Handy lÃ¤utete und das GerÃ¤usch riss sie unsanft aus ihren Gedanken.

Nachdem sie am Display sah, wer anrief, und dachte, dass Storm nur wissen wollte, wie es Zachary ging, nahm sie ab und sagte: âNein, Storm, er ist noch nicht aufgewacht.â

âRen braucht dich im Krankenhausâ, sagte Storm ernst. âEr hat etwas ziemlich ScheuÃliches getroffen und es irgendwo in dem GebÃ¤ude verloren.â

âUnd er braucht mich, um es zu suchenâ, schlussfolgerte Angelica, wÃ¤hrend sie noch ein letztes Mal hinÃ¼ber zu Zachary schielte, ehe sie sich umdrehte. âIch komme.â

Sie legte auf und schielte hinÃ¼ber zu Syn. âIch muss ins Krankenhaus.â Syn kam so schnell auf sie zu, dass sie die Bewegung fast nicht sah.

Syn schlang einen Arm um ihre Taille und lÃ¤chelte auf sie hinunter, ehe er sie fest an sich zog. Es war auch Zeit, dass sie das Krankenbett ihres Freundes verlieÃ.

Angelica blinzelte und plÃ¶tzlich standen sie vor dem Haupteingang des Krankenhauses. TEP-Mitglieder, die als Polizisten verkleidet waren, waren schon dabei, Besucher und Patienten aus dem GebÃ¤ude zu bringen. Es war bei weitem nicht so geordnet, wie es laut Protokoll sein sollte, aber wenn das Ding wirklich so scheuÃlich war, wie Storm sagte, dann konnte sie ihnen dafÃ¼r nicht wirklich einen Vorwurf machen.

âWo ist es?â, fragte Angelica jemanden aus dem TEP-Team.

âIch weiÃ es nicht, aber Ren ist im siebten Stock und versucht es zu findenâ, sagte der Mann, der sie erkannte.

Angelica und Syn traten in den Lift und fuhren in den siebten Stock. Als die TÃ¼ren sich Ã¶ffneten, bemerkte Angelica als erstes den Geruch von Blut. Ihre Augen wurden groÃ, als sie das AusmaÃ des Gemetzels sah.

Ren hatte die gesamte Umgebung abgesperrt und ein paar TEP-Leute gingen herum, um zu sehen, ob noch irgendjemand am Leben war. Das einzige, was sonst noch ungewÃ¶hnlich war, war der Wachmann, der zusammengekauert in einer Ecke hinter der Krankenschwesternstation saÃ. Er wiegte sich vor und zurÃ¼ck und murmelte etwas vom Sensenmann.

âWas ist geschehen?â, fragte Angelica.

Ren seufzte. âEs sah aus wie der Sensenmann, mit Sense und allem.â

âEin TodesdÃ¤monâ, meinte Angelica nachdenklich. âIch habe noch nie einen getroffen, aber ich habe gehÃ¶rt, dass sie richtig brutal sein kÃ¶nnen.â

âEr versank im Boden und verschwandâ, erklÃ¤rte Ren. âWir haben ihn seither nicht mehr auftreiben kÃ¶nnen.â

âEr ist noch hierâ, informierte sie Syn.

âIch weiÃâ¦ ich kann seine bÃ¶sartige Energie fÃ¼hlen, die wie eine verdammte Krankheit Ã¼ber meine Haut krabbeltâ, sagte Ren frustriert.

Angelica atmete tief ein und begann, sich einen mentalen Weg durch das Krankenhaus zu bahnen. Manchmal konnte sie der unsichtbaren Spur eines mÃ¤chtigen DÃ¤mons folgen, aber dieser DÃ¤mon war hier Ã¼berall gewesen, seine Spuren verliefen kreuz und quer durch das ganze GebÃ¤ude, sodass es schwierig wurde.

Rens Augenbrauen schossen hoch bis zu seinem Haaransatz, als er fÃ¼hlte, wie ihre Macht ihn berÃ¼hrte. âInteressantâ, sagte er, denn er hatte sie noch nie zuvor gefÃ¼hlt. Er konnte nur annehmen, dass ihre Macht immer schlief, wenn sie im Schloss waren, wo sie sie nicht brauchte. Ren schÃ¼ttelte seine Schultern kurz aus, denn er wusste, es war gerade nicht der richtige Augenblick, um neue MÃ¤chte auszuprobieren, und so machte er sich wieder an seine Arbeit.

Angelica entfernte sich von dem Massaker und ging zum Treppenhaus. Syn war direkt hinter ihr, als sie den hohen, schmalen Schacht betrat, und beobachtete sie einen Moment lang, wie sie sich umsah. Er fÃ¼hlte, wie das Blut in seinen Adern sich erhitzte, als seine sensiblen Ohren die GerÃ¤usche von weinenden Kindern wahrnahmenâ¦ sie flehten um Hilfe. Syns violette Augen richteten sich nach oben, als er die Laute mit seinem Blick verfolgte.




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