Das Herz Der Zeit
Amy Blankenship






Das Herz der Zeit

Die SchÃ¼tzende Herzkristall-Serie Buch 1



Geschrieben von Amy Blankenship

Ãbersetzt von Martina Hillbrand



Copyright Â© 2009 Amy Blankenship

Englische Ausgabe VerÃ¶ffentlicht von TekTime

Alle Rechte vorbehalten.









Die Legende vom Herzen der Zeit

Die Welten kÃ¶nnen sich verÃ¤ndern... aber echte Legenden verblassen nie.

Dunkelheit und Licht haben seit Anbeginn der Zeit immer gegeneinander gekÃ¤mpft. Welten werden erschaffen und zerstÃ¶rt unter den FÃ¼Ãen ihrer SchÃ¶pfer, doch der fortwÃ¤hrende Bedarf an Gut und BÃ¶se wurde nie in Frage gestellt. Doch manchmal wird ein neues Element in die Mischung geworfen... die eine Sache, die beide Seiten haben wollen, aber nur eine haben kann.

Paradox in seiner Natur ist der BeschÃ¼tzende Herzkristall die eine Konstante, nach deren Besitz beide Seiten immer strebten. Der Kristall hat die Macht, das bekannte Universum zu erschaffen und zu zerstÃ¶ren, doch kann er im gleichen Atemzug auch jedes Leid und alle Zwietracht beenden. Manche meinen, der Kristall hÃ¤tte einen eigenen Willen... andere sagen, dass die GÃ¶tter hinter allem stecken.

Jedes Mal wenn der Kristall aufgetaucht ist, waren seine BeschÃ¼tzer immer bereit, ihn vor allen zu schÃ¼tzen, die ihn egoistisch verwenden wÃ¼rden. Die IdentitÃ¤t dieser BeschÃ¼tzer verÃ¤ndert sich nicht, und sie lieben mit derselben Grausamkeit unabhÃ¤ngig von der Welt oder der Zeit.

Ein MÃ¤dchen steht im Zentrum dieser uralten BeschÃ¼tzer und ist das Objekt ihrer Liebe. In sich besitzt sie die Macht des Kristalls selbst. Dies ist die TrÃ¤gerin des Kristalls und die Quelle seiner Macht. Die Linien verschwimmen oft und den Kristall zu beschÃ¼tzen wird langsam zu der Aufgabe, die Priesterin vor den anderen BeschÃ¼tzern zu schÃ¼tzen.

Dies ist der Wein, von dem das Herz der Dunkelheit trinkt. Es ist die MÃ¶glichkeit, die BeschÃ¼tzer des Kristalls schwach und angreifbar zu machen. Die Dunkelheit sehnt sich nach der Macht des Kristalls und auch nach dem MÃ¤dchen, wie ein Mann sich nach einer Frau sehnt.

In jeder einzelnen dieser Dimensionen und RealitÃ¤ten wirst du einen geheimen Garten finden, bekannt als das Herz der Zeit. Dort kniet eine Statue einer jungen, menschlichen Priesterin. Sie ist umgeben von einer uralten Magie, die ihren geheimen Schatz verborgen hÃ¤lt und ihn sicher aufbewahrt. Die HÃ¤nde der Jungfer sind ausgestreckt als warteten sie darauf, dass etwas Wertvolles hinein gelegt wÃ¼rde.

Die Legende besagt, dass sie darauf wartet, dass der mÃ¤chtige Stein, bekannt als der BeschÃ¼tzende Herzkristall, zu ihr zurÃ¼ckkommt.

Nur die BeschÃ¼tzer kennen die wahren Geheimnisse hinter der Statue und wie sie entstand. Bevor die fÃ¼nf BrÃ¼der ihre ersten AtemzÃ¼gen taten, hatten ihre Vorfahren, Tadamichi und sein Zwillingsbruder, Hyakuhei, das Herz der Zeit wÃ¤hrend seiner dunkelsten Geschichte bewacht. Jahrhunderte lang bewachten die Zwillinge das Siegel, das die Menschenwelt davon abhielt, sich dem Reich der DÃ¤monen zu Ã¶ffnen. Diese Aufgabe war heilig und die Leben der Menschen sowie der DÃ¤monen mussten vor der anderen geheim gehalten werden, um sicher zu sein.

Unerwarteter Weise drang wÃ¤hrend ihrer Herrschaft eine kleine Gruppe von Menschen wegen dem Kristall unabsichtlich in die Welt der DÃ¤monen ein. In einer Zeit der Unruhen hatte seine Macht zu einem Riss in dem Siegel gefÃ¼hrt, das die beiden Dimensionen voneinander trennte. Der AnfÃ¼hrer der Gruppe der Menschen und Tadamichi waren schnell VerbÃ¼ndete geworden und schlossen einen Pakt, dass der Riss in dem Siegel repariert werden sollte, damit die beiden Welten fÃ¼r alle Zeit voreinander verschlossen sein wÃ¼rden.

Aber in dieser Zeit hatten Hyakuhei und Tadamichi sich beide in die Tochter des AnfÃ¼hrers der Menschen verliebt.

Gegen den Willen von Hyakuhei hatten Tadamichi und der Vater des MÃ¤dchens den Riss geschlossen. Die StÃ¤rke des Siegels war um das Zehnfache erhÃ¶ht worden, wodurch das gefÃ¤hrliche Liebes-Dreieck fÃ¼r immer voneinander getrennt war. Hyakuheis Herz war gebrochen... Selbst sein eigener Blutsbruder, Tadamichi, hatte ihn betrogen, indem er sichergestellt hatte, dass er und die Priesterin auf ewig getrennt waren.

Liebe kann sich in die absurdesten Dinge verÃ¤ndern, wenn sie verloren ist. Hyakuheis gebrochenes Herz verwandelte sich in bÃ¶swilligen Ãrger und Eifersucht, wodurch ein Kampf zwischen den ZwillingsbrÃ¼dern ausgelÃ¶st wurde, der Tadamichis Leben beendete und ihre unsterblichen Seelen zerschnitt. Diese Splitter der Unsterblichkeit erschufen fÃ¼nf neue BeschÃ¼tzer, die die Bewachung des Siegels Ã¼bernahmen und es vor Hyakuhei beschÃ¼tzen mussten, der sich den DÃ¤monen im Reich des BÃ¶sen angeschlossen hatte.

Eingesperrt in der Dunkelheit, zu der er geworden war, hatte Hyakuhei alle Gedanken an den Schutz des Herzens der Zeit weggeworfen... stattdessen richtete er seine Energie darauf, das Siegel vÃ¶llig zu zerstÃ¶ren. Seine langen, nachtschwarzen Locken, die bis Ã¼ber seine Knie reichten und ein Gesicht, das nichts als VerfÃ¼hrung war, verbargen die wirkliche BÃ¶sartigkeit seiner engelsgleichen Erscheinung.

Als der Krieg zwischen den beiden MÃ¤chten von Licht und Dunkelheit beginnt, strahlt die geweihte Statue ein blendend helles, blaues Licht aus, das anzeigt, dass die junge Priesterin wieder geboren wurde und der Kristall auf der anderen Seite aufgetaucht ist.

Als die BeschÃ¼tzer zu ihr hingezogen werden, und ihre WÃ¤chter werden, beginnt der Kampf zwischen Gut und BÃ¶se erst wirklich. Daher das Eintauchen in eine andere Welt, wo Dunkelheit dominiert in dieser Welt des Lichts.

Dieses ist eines ihrer vielen epischen Abenteuer...


Kapitel 1 "Zerbrochene Erinnerungenâ



âKyoko!!!!!!"

Toyas wÃ¼tenden Schrei konnte man durch den umgebenden Wald hÃ¶ren. Als das GerÃ¤usch seines verzweifelten Rufes verklang, wurde alles totenstill wÃ¤hrend alle Augen warteten, Hyakuheis nÃ¤chste Handlung zu sehen.

Niemand hÃ¤tte es aufhalten kÃ¶nnen. Alles war zu schnell passiert, als dass jemand reagieren hÃ¤tte kÃ¶nnen. Was passiert war, hatte alle fÃ¼nf BeschÃ¼tzer vor Angst gelÃ¤hmt. Sie konnten nicht glauben, dass sie gemeinsam als die Bewacher des BeschÃ¼tzenden Herzkristalls gekommen waren, um Hyakuhei zu bekÃ¤mpfen... nur damit er dann gewann. Nur um die eine Person zu verlieren, die sie alle geliebt und beschÃ¼tzt hatten.

Dort, schwebend Ã¼ber dem Zentrum des Schlachtfelds... nahm ihr schlimmster Albtraum Gestalt an.










Hyakuhei hielt Kyoko fest bei sich wÃ¤hrend er hinunter in ihr entsetztes Gesicht sah. Die untere HÃ¤lfte ihres KÃ¶rpers hatte begonnen, mit dem seinen zu verschmelzen, genauso wie er es geplant hatte. Er versuchte langsam, sie und den BeschÃ¼tzenden Herzkristall in seinen KÃ¶rper und in die Leere in seiner Seele aufzufressen. Alle die zusahen, konnten die Verderbnis des Kristalls sehen, der mit Dunkelheit glÃ¼hte, die nur aus dem BÃ¶sen stammte.

Kyokos HÃ¤nde lagen auf Hyakuheis Brust, als sie verzweifelt versuchte, sich von ihm zu trennen, mit all ihrer Kraft probierte, sich von diesem BeschÃ¼tzer, der zu einem DÃ¤monen geworden war, zu befreien, nur um sich von ihm auslachen zu lassen.

Hyakuhei war nun in der Hochstimmung die ihm die Macht, die durch sein Fleisch und Blut strÃ¶mte, verlieh, und ihre schwachen Versuche, ihm zu entkommen, belustigten ihn auÃerordentlich. Sein langes, tiefschwarzes Haar schwamm um sie beide herum, als ob es lebendig wÃ¤re. Die seidigen Enden der nachtschwarzen Locken bahnten sich ihren Weg um Kyokos RÃ¼cken, wie eine Eisenkette, die half, ihren kleinen KÃ¶rper an ihn zu fesseln.

Kyoko fÃ¼hlte sich hilflos, als sie gegen den Zug ankÃ¤mpfte, der ihren KÃ¶rper mit dem seinen verschmelzen lieÃ. Sie wollte nicht in die kalte, dunkle Leere, die seine Seele war, fallen. Sie spÃ¼rte, wie alle DÃ¤monen dort warteten... auf sie warteten. Je weiter sie in seinen KÃ¶rper hinein gezogen wurde, umso kÃ¤lter wurde dieser Teil ihres KÃ¶rpers. Ihre Beine schmerzten, als wenn sich eine Eisschicht Ã¼ber ihrer Haut formte und eine Million Nadeln sie alle auf einmal stachen.

Sie wusste, wenn sie nicht schnell etwas machen wÃ¼rde, wÃ¤ren sie alle verloren. Sie konnte die fÃ¼nf BrÃ¼der sehen, die sie die letzten Jahre Ã¼ber beschÃ¼tzt hatten... wie sie dort standen und zusahen. Jeder von ihnen wollte ihr helfen, aber sie hatten Angst anzugreifen, solange sie als Schutzschild gehalten wurde.

Sie wollte nicht gegen diesen VerrÃ¤ter der BeschÃ¼tzer verlieren. Er war deren eigener Onkel... wieso hatte er sich vor so langer Zeit gegen seine Neffen gewendet? Kyokos smaragdgrÃ¼ne Augen kehrten wieder zurÃ¼ck um den Blick des Feindes in angstvollem Ãrger festzuhalten. Dies konnte nicht passieren... Nicht nach allem, was sie durchgemacht hatte. Es war alles ihre Schuld.

Ihre Augen stachen in Hyakuheis dunklen, ruhigen Blick. Sie hatten den Kristall in seine Welt gebracht und sie wÃ¼rde ihn wieder aus seiner Welt zurÃ¼ckholen, und wenn sie ihn mit in die HÃ¶lle nehmen musste.

Kyou stand gut fÃ¼nf Meter von ihr entfernt und zog in blinder Wut schnell sein Vernichtungsschwert 'Hakaisha'. Es gefiel ihm nicht, dass sein Onkel... sein Feind, die einzige menschliche Frau, die er je respektiert hatte, berÃ¼hrte. Sie sah so schrecklich zerbrechlich aus, in den Armen eines verrÃ¼ckten Mannes, und der Kampf wurde nun Unverdorbenheit gegen das BÃ¶se.

Der Herr des Reiches der BeschÃ¼tzer... Kyou, der Ã¤lteste der fÃ¼nf Geschwister, konnte nichts tun, ohne Kyoko dabei zu verletzen. Insgeheim wusste er, dass die Macht des Kristalls ihn nicht verletzen konnte, denn er hatte vor dieser Schlacht einen Zauber verwendet, um alle Zauber von ihm abzuhalten. Er war darauf vorbereitet gewesen, sollte Hyakuhei versuchen den BeschÃ¼tzenden Herzkristall gegen ihn zu verwenden.

Aber dies... hatte er nicht vorhergesehen. Er wollte nicht, dass Kyoko verletzt wurde... nie, nicht, solange er die Macht hatte, es zu verhindern.

Er wehrte sich nicht, als die dunklen, dÃ¤monischen Geister, die Hyakuhei geschickt hatte, aus dem Boden wuchsen, als wÃ¼rden sie aus irgendeinem verborgenen Albtraum hervorkommen und sich um seinen sterblichen KÃ¶rper wickelten, um ihn bewegungsunfÃ¤hig zu machen. Kyou blickte hinÃ¼ber zu Toya und sah die Wut, die in den silbernen Augen seines jÃ¼ngeren Bruders brannte.

Hyakuhei hatte Toya in einem Ansturm aus dÃ¤monischen Geistern eingewickelt und versuchte, ihn im Zaum zu halten, aber Toya kÃ¤mpfte noch immer energisch gegen sie an. Insgeheim war Kyou sogar dankbar fÃ¼r die Fesseln, die seinem Bruder umgelegt worden waren... denn ohne sie wÃ¼rde Toya bestimmt angreifen, ungeachtet aller Konsequenzen. Nur der Anblick von Kyoko in solcher Gefahr hatte Toya schon rasend gemacht.

Kyou konnte fÃ¼hlen, wie sich Toyas BeschÃ¼tzermacht mit jedem Herzschlag verstÃ¤rkte, ebenso wie seine eigenen KrÃ¤fte und die ihrer BrÃ¼der.

Nur drei Meter entfernt weiteten sich Kotaros eisblaue Augen unglÃ¤ubig. Er wollte nicht sehen, wie Kyoko Schmerzen zugefÃ¼gt wurden, aber er konnte nichts tun, um es zu verhindern. Beide seiner Arme waren blutÃ¼berstrÃ¶mt von der Schlacht und seine Beine waren in keinem besseren Zustand. Er war kraftlos jetzt auch nur anzugreifen, er kÃ¤mpfte schon um nur auf den Beinen zu bleiben und die Schmerzen auszustehen. Sein Geist war noch gelÃ¤hmt durch die Angst um die Frau, die er mehr liebte als alles.

âWage es nicht, ihr weh zu tun, oder ich werde dich bis in die HÃ¶lle jagen, Hyakuheiâ, fauchte Kotaro mit kratzender Stimme und zeigte seine scharfen Klauen wÃ¤hrend in seinen eisblauen Augen der Wunsch nach Vergeltung brannte. Selbst die Luft um ihn herum schien durch die RachegelÃ¼ste lebendig zu werden, als welkes Laub in seinem Umkreis durch seine mÃ¤chtigen Winde verblasen wurde.

Kamui war verÃ¤ngstigt, aber als er Kyoko sich in den Armen von Hyakuhei winden sah, brannte bei ihm eine Sicherung durch. VielfÃ¤rbiger Staub glitzerte in seinen wÃ¼tenden Augen. Ohne an die Folgen zu denken, rannte Kamui geradewegs auf Hyakuhei zu, seine Klauen ausgefahren, mit unglaublichem Mut, den die Liebe fÃ¼r seine Priesterin ihm verlieh, und alle sahen es.

Hyakuheis SchattendÃ¤monen warfen ihn zurÃ¼ck und schmetterten seinen KÃ¶rper in den harten Staub, sodass Laub und Zweige in alle Richtungen davon wirbelten.

Kaen, der den jÃ¼ngsten BeschÃ¼tzer in der Schlacht immer im Auge behielt, packte Kamui mit einem festen Griff und Feuer sprÃ¼hte aus seinem Bein, als er in Sicherheit sprang, Nachdem er den schlaffen Kamui auÃerhalb der Gefahrenzone auf den Boden gelegt hatte, drehte sich Kaen mit feurigen Augen um zu Hyakuhei und stand zwischen dem jÃ¼ngsten BeschÃ¼tzer und der Gefahr.

Suki war auf die Knie gesunken, sie hielt ihren Vater noch in ihren Armen. Sein KÃ¶rper war nun leblos und ihr Hass auf Hyakuhei brodelte in ihr fÃ¼r den Mord an Sennin. Ihr Blick wanderte nun auf Kyoko und sie wÃ¼nschte sich, dass sie ihre beste Freundin retten kÃ¶nnte, um ihr das Schicksal von diesem weisen, alten Mann zu ersparen.

Shinbe stand schÃ¼tzend vor Suki und deckte ihren KÃ¶rper vor Hyakuheis Blick ab. Der Wind von Kotaros Ãrger blies Shinbes dunkelblaues Haar in sein Gesicht... was seinen wissenden, violetten Augen einen verzauberten Ausdruck verlieh. Seine Sorge um Kyoko vertiefte sich, als er fÃ¼hlte, wie die Macht des Kristalls wuchs.

âNein...â, das Wort entkam ihm, als ob ihm plÃ¶tzlich die Luft weggeblieben wÃ¤re. Shinbe wusste, wenn Hyakuhei die gesamte Macht des BeschÃ¼tzenden Herzkristalls erhalten wÃ¼rde, dann wÃ¼rden beide Welten in ernsthafter Gefahr sein. Eine brÃ¼hend heiÃe TrÃ¤ne rann Ã¼ber seine Wange, als er sein Herz zerbrechen fÃ¼hlte, aufgrund der Gewissheit, dass er nichts tun konnte. â...Kyoko.â

Hyakuhei sah sich nach den Feinden um, die ihm so lange im Weg gestanden hatten... die Nachkommen seines eigenen Bruders. Er wusste, dass sie Angst hatten, ihn anzugreifen, weil er nun Kyoko als einen Schutzschild hielt und er spÃ¼rte, wie sich die Wut um ihn aufbaute.

Seine tiefschwarzen FlÃ¼gel breiteten sich aus und erschufen einen dunklen Hintergrund hinter sich, als er mit seinen ebenso schwarzen Augen die Frau in seinen Armen fixierte. âSie versuchen, dich zu schÃ¼tzen.â Er stellte es in einer ruhigen, beruhigenden Stimme fest, als ob sie sich nicht mitten in einer Schlacht befÃ¤nden, sondern nur von der TribÃ¼ne aus zusÃ¤hen.

Er konnte den heiligen BeschÃ¼tzenden Herzkristall fÃ¼hlen, der inmitten seiner nackten Brust noch sichtbar war. Ihre Liebe fÃ¼r die BeschÃ¼tzer, die kÃ¤mpften, um sie zu schÃ¼tzen, war das einzige, was noch verhinderte, dass der Kristall weiter in seinen KÃ¶rper sank und ihm die ersehnte Macht verlieh.

Die Unverdorbenheit dieser Liebe war ihre Kraft und sie versuchte sie dafÃ¼r zu verwenden, den Kristall von ihm weg zu ziehen... er konnte es fÃ¼hlen. Aber er konnte auch die Macht fÃ¼hlen, die schon durch seine Adern strÃ¶mte, und sie schmeckte nach mehr.

Seine Augen wurden einen Moment lang sanft, als er flÃ¼sterte, als wÃ¼rde er zu einer Liebhaberin sprechen: âEs ist nicht genug.â

Hyakuhei entschied, die Macht, die er schon von dem Kristall gewonnen hatte, gegen Kyoko zu verwenden, um das Band der Liebe, das die kleine Gruppe umschloss, zu zerstÃ¶ren. Er wusste, er musste sie aufhalten... denn schon ihre Macht alleine war ebenso stark wie der Kristall, den sie frÃ¼her in sich gehabt hatte. Derselbe Kristall, der ihm frÃ¼her ermÃ¶glicht hatte, zu lieben... nur um ihm diese Liebe dann grausam zu entreiÃen.

Er zog Kyokos Gesicht hoch zu sich und setzte einen sanften Kuss auf ihre unschuldigen Lippen. WÃ¤hrend er in ihre stÃ¼rmischen, smaragdgrÃ¼nen Augen starrte, betrat er mithilfe der Macht des BeschÃ¼tzenden Herzkristalls ihr Bewusstsein.

Hyakuhei suchte nach ihren Erinnerungen an die BeschÃ¼tzer, die sie so sehr liebte... er wÃ¼rde sie ihr wegnehmen. Wenn er die Erinnerungen von den Menschen, fÃ¼r die sie kÃ¤mpfte, stahl, dann wÃ¼rde er damit ihre Macht schwÃ¤chen und seine stÃ¤rken.

Kyoko konnte nicht blinzeln. Sie fÃ¼hlte seine bÃ¶sartigen Klauen in ihrem Bewusstsein, die versuchten, ihre Erinnerungen zu zerstÃ¶ren und ihr den Sinn dieses Kampfes zu entreiÃen... versuchten, ihr ihre Liebe wegzunehmen. Ihre Freunde, jeden von ihnen, sie wÃ¼rde es nicht zulassen.

Kyoko fÃ¼hlte, wie ihre Kontrolle brach und sie nichts mehr hatte, was sie gegen ihn verwenden konnte, als nur genau die Sache, die er ihr wegnehmen und zerstÃ¶ren wollte. Ihre Augen glÃ¼hten nun vor nicht mehr unterdrÃ¼ckter Wut. Sie fasste mit ihren HÃ¤nden in seine seidigen pechschwarzen Locken und stieÃ seine Stirn hart gegen die ihre, zitternd unter einer Flutwelle der Macht.

Ihre Stimme durchbohrte die Stille auf dem Schlachtfeld als sie schrie: âSo sehr willst du sie. HIER!! Nimm sie!!!!â

Kyous goldene Augen glÃ¼hten intensiv als die Angst sich in ihn bohrte, wie die Klinge eines heiÃen Messers. Was hatte die Priesterin vor? Er wusste, dass etwas schrecklich falsch lief, und er fÃ¼hlte seine physischen KrÃ¤fte, die ihn riefen... die ihn dazu drÃ¤ngten, zuzuhÃ¶ren und zu sehen, bevor es zu spÃ¤t war! Er beschrÃ¤nkte diese Macht und drang in Kyokos Bewusstsein ein, um zu sehen, was passierte. Er wÃ¤re auf seine Knie gefallen, durch das, was er sah, wÃ¤ren die SchattendÃ¤monen nicht so fest um ihn gewickelt gewesen... dass sie ihn unbeweglich machten.

Die Bilder und GerÃ¤usche wÃ¼rden fÃ¼r immer in sein inneres Auge gebrannt sein und Kyou wusste irgendwie, dass er nie in der Lage sein wÃ¼rde, die GefÃ¼hle, die Ã¼ber ihn hinweg spÃ¼lten, abzuschÃ¼tteln. Denn er erkannte, als er in ihr Bewusstsein sah, dass Kyoko GefÃ¼hle der Liebe fÃ¼r ihn und seine BrÃ¼der gehegt hatte. Er konnte jede BerÃ¼hrung sehen, jede Empfindung fÃ¼hlen, wie sie ihn streichelte und jede verborgene TrÃ¤ne ihn zerbrechen fÃ¼hlen, so wie sie es erfahren haben musste.

Kyou war auch zutiefst erschÃ¼ttert als die Erkenntnis Ã¼ber ihn hereinfiel, dass Kyoko mehr Macht hatte, als je jemand gedacht hatte... Macht, derer sie sich selbst nicht bewusst war. Er konnte jede Erinnerung sehen und fÃ¼hlen, als sie von ihrem Bewusstsein in das von Hyakuhei Ã¼ber gingen als ob sie direkt in sein Herz fliegen wÃ¼rde, wo er sie fÃ¼r immer gefangen halten wÃ¼rde.

Jahre der Liebe, des Herzschmerzes, der Opfer... alle auf einmal Ã¼bergeben.

WÃ¼tende TrÃ¤nen liefen Ã¼ber Kyokos Wangen, als sie jede Erinnerung der Liebe und Freundschaft, Schmerzen und geheime GefÃ¼hle, die sie fÃ¼r alle, die mit ihr kÃ¤mpften, gehegt hatte, in Hyakuheis Bewusstsein schleuderte. Es war die einzige Waffe, die sie noch hatte.

Sofort wurde Hyakuheis Bosheit ins Wanken gebracht. Jeder fÃ¼hlte die Verschiebung der Macht, als das Blinken des Kristalls sich von einem dunklen Leuchten in ein blendendes, weiÃes Licht verwandelte und die Schatten-Erscheinungen, die Toya und Kyou festhielten sich in Luft auflÃ¶sten.

Kyoko sah zu, wie der Engel der Dunkelheit Ã¼berrascht wurde, sein perfektes, blasses Gesicht sich vor Schmerzen verzog.

Gerade als sie spÃ¼rte, wie sie weg sackte, streckte Kyoko ihre beiden kleinen HÃ¤nde nach dem Kristall aus und zog ihn aus seinem Fleisch heraus. Sie wusste, was getan werden musste, denn sie konnte schon fÃ¼hlen, dass ihr Geist den Kampf um die Erinnerungen, die sie nicht vergessen wollte, verlor. Kristallene TrÃ¤nen strÃ¶mten Ã¼ber ihre schon feuchten Wangen.

Sie hatte ihre Erinnerungen geopfert um sie alle zu retten. Schnell, bevor sie den Gedanken verlor, hielt sie den BeschÃ¼tzenden Herzkristall gegen ihre eigene Brust... parallel zu ihrem Herz.

Als sie sich umsah und erkannte, dass Toya und Kyou genau auf sie zu sprinteten, flÃ¼sterte sie: âVergesst mich nicht... bitte... findet mich.â

Das Letzte, was Kyoko noch erkennen konnte, als sich ihr Blickfeld einzuengen begann, war sowohl das Rufen ihres Namens und die Gestalten, die sie festhalten wollten. Eine mit flÃ¼ssig goldenen Augen und die andere mit geschmolzenen silbernen Augen... dann wurde ihre Welt schwarz.

Kyou konnte fÃ¼hlen wie Kyoko verblasste und er dachte, sie wÃ¼rde sterben. Er sprang gleichzeitig mit Toya in dem verzweifelten Versuch, sie zu erreichen, als alles sich verÃ¤nderte, als wÃ¤re ein Tropfen Wasser in sein Sichtfeld gefallen. Wellen krÃ¤uselten sich von Kyokos Herz ausgehend und sie verschwand einfach. Dann schrie Hyakuhei vor Wut als auch er verschwand.

Kyous Gedanken rasten, als der Schrei seines Bruders, der sich unter den seinen gemischt hatte, plÃ¶tzlich endete, als wÃ¤re das GerÃ¤usch mit einem Augenzwinkern abgeschnitten worden, und er wusste, dass auch Toya verschwunden war. Kyou landete elegant auf dem nun leeren Fleck, wo vor nur einer Sekunde sein Ziel gestanden hatte. Sein verÃ¤rgerter Blick schweifte hektisch umher, er wollte es nicht wahrhaben. Alle waren verschwunden.

Kyou fÃ¼hlte, wie das Adrenalin, das durch seine Adern pulsierte, sich mit seinem blauen BeschÃ¼tzerblut vermischte. Er hatte alles gesehen und gefÃ¼hlt. Er besaÃ nun alle ihre Erinnerungen. Kyoko hatte alles gegeben, was sie war, um sie zu retten, und im letzten Moment hatte er ihren Wunsch gehÃ¶rt. Sie wusste wahrscheinlich nicht einmal, was sie getan hatte... aber sie hatte alle mit sich mitgenommen, und nur ihn zurÃ¼ck gelassen.

Der Zauber, den er sich selbst aufgelegt hatte, um zu verhindern, dass der heilige Kristall gegen ihn verwendet wurde, hatte ihn davon abgehalten, dorthin zu gehen, wo die anderen nun waren. Mit nur ein paar geflÃ¼sterten Worten, hatte sie ihm alles genommen.

Sein KÃ¶rper stand aufrecht und stolz. Sein knielanges, silbernes Haar wallte um ihn und die weiÃe Seide seines Hemds zitterte im leichten Wind als wÃ¼rde er im Auge eines unsichtbaren Sturms stehen, der den Sturm, der in seinem gequÃ¤lten Herzen tobte, nach auÃen abbildete.

Seine Erscheinung war die eines Engels... kÃ¶niglich, mÃ¤chtig und perfekt, als er sich auf dem verlassenen Schlachtfeld umsah. Bis er eine Hand zu seiner Wange hob und die einsame, blutrote TrÃ¤ne auffing, die nicht einmal er aufhalten hatte kÃ¶nnen.

Kyous Sichtfeld erzitterte, als goldene Federn um ihn wirbelten, von FlÃ¼geln, die gewachsen waren, wodurch er von einem prÃ¤chtigen, goldenen Leuchten umgeben wurde, das zum ersten Mal in seinem zeitlosen Leben seine wahre IdentitÃ¤t offenbarte.

Die einzige Wunde, die die Schlacht hinterlassen hatte, war ein klaffender Schnitt in seinem Herzen... einem Herzen, von dem niemand gedacht hatte, dass er es besaÃ. Sein Blick streifte die Statue der Jungfer, die nur ein paar Meter von ihm entfernt stand, und er flÃ¼sterte: âKyoko, ich lasse dich nicht im Stich. Eine Entfernung von Ã¼ber tausend Jahren reicht nicht aus, um mich davon abzuhalten, dich wieder zu finden...â










Kapitel Zwei âDie Andere Seiteâ



Auf der anderen Seite des Herzens der Zeit, zwei Jahre spÃ¤ter... und Ã¼ber tausend Jahre in der Zukunft.

Der Brief war adressiert an den Hogo-Schrein. Opa Hogo sah den eleganten Umschlag an, den der Bote ihm gerade Ã¼bergeben hatte, wÃ¤hrend er ihn zurÃ¼ck zu dem Tisch trug, wo er gerade seinen Tee getrunken hatte. Bevor es an der TÃ¼r geklopft hatte, hatte er die Ruhe und Stille des meistens hyperaktiven Hauses genossen.

Alle anderen waren am Abend ausgegangen. Tama war mit Freunden in der Spielhalle in der Stadt und Kyoko war in die Bibliothek gegangen um zu lernen, wÃ¤hrend Frau Hogo zum Einkaufen los gezogen war.

Opa hob ein kleines Messer vom Tisch auf und schlitzte mit der scharfen Klinge sorgfÃ¤ltig den Gold-umrandeten Umschlag auf. Er griff hinein, zog einen beglaubigten Brief auf schwerem, Gold-umrandetem Papier hervor und begann, ihn zu lesen. Je mehr er las, umso grÃ¶Ãer wurden seine Augen. Es war ein Stipendium, ein komplettes Stipendium fÃ¼r eine sehr teure Uni in einem AuÃenbezirk am anderen Ende der Stadt.

âK.L. University.â Seine alte Stimme klang zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder Ã¼berrascht, als er las, dass alles zur GÃ¤nze bezahlt werden wÃ¼rde, auch die Kosten fÃ¼r das Studentenheim, wo sie untergebracht werden sollte. Der Brief war unterschrieben vom GrÃ¼nder der UniversitÃ¤t mit den Initialen K.L.

Opas gealtertes Gesicht erhellte sich mit dem strahlendsten LÃ¤cheln seit langer Zeit. Kyoko wÃ¼rde Ã¼berglÃ¼cklich sein. Er wusste, dass sie Angst gehabt hatte, dass sie dadurch, dass sie so viel von der Schule verpasst hatte, Ã¼berhaupt keinen Studienplatz bekommen wÃ¼rde, und nun wÃ¼rde sie auf eine UniversitÃ¤t gehen, die alle anderen in der Region Ã¼bertraf.

Er runzelte nachdenklich die Stirn... Es war die Uni wo es am schwersten war, hinein zu kommen, denn er kannte niemanden, der sich dort jemals mit Erfolg beworben hatte. Es wurde auch erzÃ¤hlt, dass sie nur sehr wenige Studenten hatte, aufgrund der extrem hohen Bewerbungsanforderungen. Wie hatte sie es geschafft, an einer Uni angenommen zu werden, wo sie sich nicht einmal beworben hatte?

Seine Gedanken wanderten zwei Jahre zurÃ¼ck in die Vergangenheit. Kyoko hatte eine Weile gebraucht, bevor sie sich wieder richtig eingelebt hatte, nachdem sie so vÃ¶llig desorientiert von dem Schreinhaus zurÃ¼ckgekommen war. Sie waren alle verwirrt gewesen, als sie plÃ¶tzlich zurÃ¼ckgekehrt war, denn sie hatte kaum Erinnerungen an die Zeit gehabt, in der sie weg gewesen war.

Die Hogo-Familie wusste ungefÃ¤hr, wo sie hingegangen war, denn sie war schon frÃ¼her durch das Zeitportal gegangen und wieder zurÃ¼ckgekommen... Kyoko war die einzige, die dadurch plÃ¶tzlich einen GedÃ¤chtnisverlust erlitten hatte.

Sie hatte sich nicht einmal an Toya erinnert. Aber fÃ¼r Opa war das in Ordnung, denn es war das Beste, wenn sie diesen BeschÃ¼tzer, der durch die Zeit reiste, einfach vergaÃ. Es war das Beste, wenn sie alles von der anderen Seite vergaÃ, und von den Gefahren, die sie brachte.

Seine Augen wurden einige Sekunden lang traurig. Ja, die Familie hatte beinahe alles gewusst, was passiert war, denn Kyoko war regelmÃ¤Ãig zwischen den Welten hin und her gegangen. Und wenn sie auf dieser Seite war, dann hatte sie ihnen alles erzÃ¤hlt, was gerade passiert war. Er hatte auch bemerkt, dass sie eine Menge Dinge, von denen sie nicht wollte, dass die Familie sie kannte, verschwiegen hatte. Dinge, die sie nun nie erfahren wÃ¼rden, denn Kyoko hatte diese Geheimnisse vergessen.

Selbst nachdem ihr jÃ¼ngerer Bruder, Tama, ihr viel von dem erzÃ¤hlt hatte, was er wusste; sie hatte nur ihren Kopf geschÃ¼ttelt und zu Boden geschaut. Sie erinnerte sich nur daran, in der anderen Welt alleine gewesen zu sein. Eine Welt voller Monster.

Opa biss sich auf die Lippen, als er nachdachte. Er wusste, dass alles gut gegangen war, denn Kyoko hatte gesagt, sie erinnerte sich daran, dass der SchÃ¼tzende Herzkristall wieder in sie zurÃ¼ckgekehrt war, und dass es vorbei war. Nach ein paar Wochen hatte sie sich wieder in ihre Schularbeiten vertieft und hatte ausgezeichnete Noten bekommen, und nun machte sich das bezahlt. Opa hÃ¶rte, wie sich die HaustÃ¼r Ã¶ffnete, und sein LÃ¤cheln wurde breiter.

Nachdem er den Brief gekÃ¼sst hatte, als wÃ¤re er ein heiliger GlÃ¼cksbringer, sah er seiner Enkelin zu, wie sie in die KÃ¼che kam... Kyoko wÃ¼rde sich so freuen.

Drei Wochen spÃ¤ter...

Goldene Augen beobachteten die Frau aus der Vergangenheit, als sie sich der Akademie nÃ¤herte. Er hatte sie gefunden und irgendwie wÃ¼rde er alles wieder in Ordnung bringen. Er fÃ¼hlte, wie sein menschlicher Schutzschild einen Moment lang verblasste, als seine Augen in flÃ¼ssigem Gold glÃ¤nzten, in der Erinnerung an alles, was an jenem beÃ¤ngstigenden Tag mitten auf dem tÃ¶dlichen Schlachtfeld passiert war.

Die Strahlen der Morgensonne, die durch das Fenster schien, warfen einen eigenartigen Schatten in der Form von FlÃ¼geln hinter ihn. Er hob seine Klauen-besetzte Hand und zog seine Augen zu Schlitzen zusammen, sein Blick wachsam, als seine Klauen sich wieder in seinen menschlichen Mantel zurÃ¼ckzogen.

Als er seine ruhelosen Augen wieder auf die Priesterin richtete, beruhigte er seine inneren MÃ¤chte. Es war Zeit, und mit der Reinheit von Kyoko fÃ¼hlte er auch, wie das BÃ¶se um ihn herum erwachte. Der noch nicht beendete Krieg wÃ¼rde bald beginnen. Dieses Mal... wÃ¼rde er nicht denselben Fehler machen.

Kyoko starrte hinauf zu dem riesigen GebÃ¤ude. FÃ¼r sie sah es beinahe wie ein gewaltiges Schloss aus einer unbekannten Vergangenheit aus. Sie lÃ¤chelte in sich hinein. Sie konnte es nicht verhindern. Sie war noch immer erfÃ¼llt von dem GlÃ¼ck seit sie von dem Stipendium erfahren hatte, und der Tatsache, dass sie nun tatsÃ¤chlich hier leben wÃ¼rde.

Sie drehte sich zu Tama um. Er war eine groÃe StÃ¼tze gewesen, hatte ihr mit ihren Taschen und dem Einzug geholfen. Kyoko war froh, dass sie ihre Mutter und ihren Opa dazu Ã¼berreden hatte kÃ¶nnen, dass sie zuhause blieben, und sich dort von ihr verabschiedeten. Nun fÃ¼hlte sie sich fast leichtsinnig durch diese riesige Freiheit, atmete tief durch und genoss sie.

âKyoko, wirst du hier den ganzen Tag stehen, oder wollen wir dein Zimmer suchen gehen?â, knurrte Tama, obwohl auch ihn der Anblick beeindruckte. Er sah Ã¼berrascht hoch zu dem gigantischen Torbogen, der zu den EingangstÃ¼ren fÃ¼hrte.

Kyoko hielt den Plan in ihrer Hand hoch und wies auf das gewaltige GebÃ¤ude, das an der rechten Seite der UniversitÃ¤t angebaut worden war. âDas mÃ¼sste das richtige GebÃ¤ude sein.â Sie drehte sich um und zwinkerte Tama zu. âDanke, dass du mir heute hilfst.â

Tama grinste ein wenig verlegen. âKlar doch, Kyoko, schlieÃlich werde ich dich so ja eine Weile los, das ist schon Belohnung genug.â Er duckte sich und rannte davon, wÃ¤hrend er vor Lachen kaum Luft bekam.

Kyoko machte sich auf um die Verfolgung aufzunehmen, aber blieb plÃ¶tzlich mitten im Schritt stehen, als sie Augen auf sich fÃ¼hlte.

Als ein Windhauch ihr kastanienbraunes Haar aus ihrem Gesicht blies, sah sie hoch zu dem GebÃ¤ude und fragte sich, welche Augen sie so streichelten, aber sie konnte niemanden sehen. Sie hatte in den vergangenen paar Jahren die FÃ¤higkeit entwickelt, komische Dinge wahrzunehmen, und sie hatte keinerlei Zweifel, dass jemand da war... und sie beobachtete. Es fÃ¼hlt sich an, als wÃ¼rde jemand sie berÃ¼hren.

Sie bildete sich ein, eine Bewegung in einem Fenster weit oben zu sehen, aber als sie genauer hinsah, war dort nur Leere. Kyoko seufzte innerlich als sie bemerkte, dass das komische GefÃ¼hl nun weg war. Sie biss sich leicht auf die Unterlippe und wartete, dass die EnttÃ¤uschung verging. SchlieÃlich gab sie auf und erreichte Tama gerade, als er durch die TÃ¼ren schritt. Sie beide erstarrten, als sie sich umsahen.

âDieser Ort ist fantastischâ, flÃ¼sterte Tama als er hinauf sah und sich dann ihr zuwandte und mit ernster Stimme hinzufÃ¼gte: âDu solltest den Plan wohl behalten... So wie ich dich kenne, wirst du dich hier verlaufen.â

Kyoko schien ihn nicht zu hÃ¶ren, so sehr waren ihre Augen beschÃ¤ftigt die Innenausstattung der Eingangshalle zu betrachten. Der Raum, in dem sie standen, war zumindest drei Stockwerke hoch, mit Treppen, die in Spiralen nach oben zu den anderen Etagen fÃ¼hrten. Auf einer Seite gab es eine riesige Bibliothek, wÃ¤hrend die andere Seite aussah wie der Freizeitbereich, und direkt in der Mitte war ein gigantischer Armleuchter, der von der hohen, gewÃ¶lbten Decke hing.

âJa, ich hoffe wirklich, dass der nicht herunter fÃ¤lltâ, bestÃ¤tigte sie der Luft mit einem Nicken.

Unten gab es einige Sofas und PolsterstÃ¼hle. Es waren schon Studenten auf und geschÃ¤ftig an der Arbeit, obwohl es sehr frÃ¼h am Morgen war. Sie hatte so frÃ¼h wie mÃ¶glich hier sein wollen, und nun war es 7:30 Uhr frÃ¼h. Sie sah schnell wieder auf das Papier um herauszufinden, wohin sie gehen sollte.

StÃ¶hnend sah sie Ã¼ber ihre Schulter auf Tama und deutete auf die Wendeltreppe vor ihnen. Sie hatten insgesamt vier Koffer, da Kyoko hier fest einziehen wÃ¼rde, und sie waren sehr schwer.

Tamas Gesichtsausdruck verdÃ¼sterte sich. âDu machst Scherze.â Er lieÃ den Griff des grÃ¶Ãten Koffers los, in dem Wissen, dass die RÃ¤der an dessen Unterseite ihm diesmal nicht helfen wÃ¼rden. âIch bin doch erst 12.â

Mit Ãberzeugung richtete sie sich hoch auf.

Kyoko erschrak als eine mÃ¤nnliche Stimme hinter ihr fragte: âBist du FrÃ¤ulein Kyoko Hogo?â

Sie drehte sich sofort um und sagte: âJa.â

Ihre Augen wurden groÃ, als sie direkt in das Gesicht eines sehr gutaussehenden Mannes sah. Er hatte auffÃ¤llige, eisblaue Augen und langes, dunkles Haar, das zu einem Pferdeschwanz gebunden war. Als sie ihn ehrfÃ¼rchtig anstarrte, fÃ¼hlte sie einen merkwÃ¼rdigen Luftzug, der ihr Gesicht streichelte. Die Spitzen ihres weichen Haares kitzelten ihre Wangen, als die Brise sie erfasste.

Er schenkte ihr ein sehr charmantes LÃ¤cheln. Dann schnippte er zu ihrer Ãberraschung seine Finger und zwei MÃ¤nner erschienen fast wie aus dem Nichts, nahmen ihre Koffer und machten sich damit auf den Weg die Treppen hoch. Kyokos Augen wurden noch grÃ¶Ãer, als sie ihnen zusah, aber bevor sie etwas sagen konnte, hatte der andere Mann ihre Hand in die seine genommen und, indem er sie zu seinen Lippen fÃ¼hrte, gab er ihr einen hoheitlichen Kuss.

âMein Name ist Kotaro, und ich mÃ¶chte jemanden, der so schÃ¶n ist wie du, nicht etwas so Schweres tragen sehen. Nun, wenn Sie mir folgen mÃ¶chten, dann zeige ich dir dein Zimmer.â Mit ihrer Hand immer noch in der seinen, drehte Kotaro sich selbstbewusst um und begann, die Treppen zu erklimmen.

Die plÃ¶tzliche Hitze, die durch seine Finger strÃ¶mte und sich Ã¼ber seinen Arm auf seinen ganzen KÃ¶rper ausdehnte... erweckte sein BeschÃ¼tzerblut. Es war sein Geheimnis, das er bewahren musste. Kotaro drÃ¼ckte ihre Hand sanft, wissend, dass sie diejenige war, auf die er so geduldig gewartet hatte. Er hatte es in dem Moment gefÃ¼hlt, als sie den Raum betreten hatte.

Kyoko hob eine dÃ¼nne Augenbraue und sagte zu sich selbst: 'Ihr GÃ¶tter, schÃ¼tzt mich vor ritterlichen MÃ¤nnern. Wo bin ich hier nur gelandet?'

Sie drehte sich mit einem Schulterzucken zu Tama um, der mit offenem Mund dastand. Kyoko legte ihren Kopf schrÃ¤g und zwinkerte kurz. âTama, pass auf, du kÃ¶nntest eine Fliege verschlucken.â Dann, bevor er sich erholen konnte, drehte sie sich zurÃ¼ck und folgte der geschmeidigen Form des Mannes, den sie nur als Kotaro kannte.

Auf ihrer imaginÃ¤ren Kreidetafel, auf der sie insgeheim ihre und Tamas Punkte zÃ¤hlte, machte sie einen Strich fÃ¼r sich selbst. Sie hÃ¶rte, wie er hinter ihnen her schnaubte, als sie die Treppen hoch gingen und wusste, dass sie den Wettkampf nun gewinnen wÃ¼rde.

Sie passierten einen anderen Mann, der auf seinem Weg hinunter war, und als sie an ihm vorbei kamen, fÃ¼hlte sie, ohne dass er sie auch nur ansah, einen Blitz in ihrem Herzen und ihr blieb der Atem weg. Jedes GerÃ¤usch erlosch, als er beinahe in Zeitlupe vorÃ¼ber kam. Dann wurde alles wieder normal, wÃ¤hrend ihr Herz einen Schlag aussetzte und dann schneller schlug.

Ein GefÃ¼hl der Verunsicherung kroch Ã¼ber ihre Haut, als wÃ¼rde sie etwas vermissen... oder noch eher als hÃ¤tte sie etwas verloren und vermisste es schrecklich. In dem Versuch, die merkwÃ¼rdige Reaktion abzuschÃ¼tteln, drehte sie sich nicht einmal um, um zu sehen wer an ihr vorbei gegangen war. Sie dachte, dass es im Moment besser war, wenn sie es nicht wusste.

âNun, zumindest gibt es hier genug Jungs, denen du nachsabbern kannstâ, flÃ¼sterte Tama und lieÃ Kyoko innerlich knurren.

Oben an der Treppe angekommen, folgte sie Kotaro entlang eines langen Ganges mit vielen TÃ¼ren an beiden Seiten. Sie nahm an, dass dies die Studentenzimmer waren, aber er blieb vor keiner von ihnen stehen. Am Ende des Korridors gab es eine DoppeltÃ¼r auf der stand BETRETEN VERBOTEN. Sie war etwas verwirrt, als Kotaro und die beiden, die ihr GepÃ¤ck trugen, selbstbewusst durch sie durch gingen, als wÃ¼rden sie dorthin gehÃ¶ren, nur um dann wieder auf ein Treppenhaus zuzusteuern.

Tama schloss zu Kyoko auf und stichelte: âIch glaube, sie schicken dich in den Kerker.â

Kyoko grinste Ã¼ber ihre Schulter zu ihm: âWir gehen hinauf, du Dummkopf.â

âEin leeres, kaltes Zimmer in der Turmspitze dannâ, warf ihr Tama von hinten an den Kopf.

'Nun, zumindest werde ich fit bleiben', dachte sie, als sie das obere Ende von wieder einer eleganten Treppe erreichten, dann bogen sie in noch einen Korridor, aber dieser war wunderschÃ¶n. Es sah aus, als wÃ¤re selbst der Boden aus Marmor. Die TÃ¼ren waren weit voneinander entfernt. Es gab in diesem Gang nur drei Zimmer und sie machte sich im Stillen Sorgen, dass Kotaro vielleicht doch gar nicht wusste, wo er hin musste.

Kotaro ging zur letzten TÃ¼r, wissend, dass sie sehr speziell sein musste, denn nicht vielen Menschen war es Ã¼berhaupt gestattet, diesen Gang zu betreten und er wusste, dass dies das beste Zimmer am gesamten Campus war. Er blieb vor der TÃ¼r stehen und wartete auf sie und ihren jungen Freund.

Kotaro grinste, sie war nervÃ¶s. Er konnte es riechen. Er sah in ihre stÃ¼rmischen, smaragdgrÃ¼nen Augen und fÃ¼hlte schon, wie sein Herz aussetzen wollte, aber im Moment musste er tun, was ihm aufgetragen worden war.

Er streckte seine Hand mit der FlÃ¤che nach oben aus. âIch werde dich nun alleine lassen, aber wenn ich noch etwas fÃ¼r dich tun kann...â Er gab ihr den SchlÃ¼ssel zu ihrem Zimmer und schenkte ihr einen Blick, der sie errÃ¶ten lieÃ. Er verbeugte sich tatsÃ¤chlich galant und bedeutete den beiden MÃ¤nnern, ihm zu folgen.

Kyoko und Tama drehten sich beide um und sahen ihnen mit erhobenen Augenbrauen nach, bis sie auÃer Sichtweite waren, dann blickte Kyoko zurÃ¼ck auf die TÃ¼r und sog scharf die Luft ein. Hier, an der TÃ¼r, hing ein Namensschild mit dem Namen Kyoko Hogo in goldenen Lettern.

Tama tippte seiner Schwester auf die Schulter und kicherte: âWeiÃt du... so kÃ¶nntest du eine Fliege verschlucken.â

Kyoko verdrehte die Augen wÃ¤hrend sie in Gedanken den Punkt, den sie sich vorhin gegeben hatte, wieder lÃ¶schte. Sie sperrte die TÃ¼r mit dem SchlÃ¼ssel auf, Ã¶ffnete sie zaghaft und blickte vorsichtig hinein.

Tamas Augen wurden so groÃ wie Untertassen, als er sie vor sich herschob, um etwas zu sehen. âNicht wahr! Dieses Zimmer ist fast so groÃ wie unser ganzes Haus.â Seine ehrfÃ¼rchtige Stimme erzeugte ein Echo in der Stille. âDu kÃ¶nntest hier ernsthaft einen Tanzclub erÃ¶ffnen.â

âAlso gefÃ¤llt dir mein Kerker?â Kyoko fÃ¼gte den Punkt wieder hinzu, wo er hin gehÃ¶rte.

*****

Zwei Stunden spÃ¤ter, lange nachdem sie Tama gedankt und ihn nach Hause geschickt hatte, stand Kyoko im Badezimmer und ordnete ihre Sachen in die Regale ein. Sie blickte noch einmal zu der Badewanne hin, die groÃ genug fÃ¼r fÃ¼nf Menschen wÃ¤re.

StÃ¶hnend machte sie die Worte ihres kleinen Bruders nach: âNicht wahr!â

Sie konnte die Haare in ihrem Nacken zu Berge stehen fÃ¼hlen, als sie sich wieder einmal fragte, ob es nicht einen Fehler gegeben hatte. âJaâ, flÃ¼sterte sie vor sich hin. Jemand wÃ¼rde jeden Moment auftauchen und ihr sagen, dass sie wieder ausziehen musste. Sie wusste einfach, dass dies das falsche Zimmer sein musste.

Kyoko kam wieder aus dem Bad und sah sich im Schlafzimmer um. Das Bett war das grÃ¶Ãte, das sie jemals gesehen hatte, und war schon perfekt gemacht, inklusive flaumiger Steppdecke und allem. Das Zimmer war hÃ¼bsch mit weichen Lila-und BlautÃ¶nen, die den Wollteppich und das Bett bestimmten. Es gab hier und da tiefrote Farbtupfer und einen Schrank, der so groÃ war, dass man sich darin verlaufen konnte.

Sie ging in das Wohnzimmer, das ganz schwarz und golden war, ausgestattet mit allem, was sich ein Mensch nur wÃ¼nschen konnte. Sie hatte die KÃ¼che schon begutachtet. Sie war voll mit VorrÃ¤ten. Kyoko schÃ¼ttelte zum x-ten Mal ihren Kopf. âNicht wahr.â Sie kaute auf ihrer Unterlippe und fragte sich, was sie jetzt tun sollte. Es war Samstagmorgen und ihr Unterricht begann erst am Montag.

âNun, ich kann mich hier nicht den ganzen Tag versteckenâ, murmelte sie vor sich hin.

Mit dem GefÃ¼hl, wo herumzustÃ¶bern, wo sie nicht sein durfte, machte sich Kyoko auf den Weg zur TÃ¼r und streckte ihren Kopf hinaus in den Gang. Nachdem sie niemanden sehen konnte, trat sie auf den Korridor und schloss die TÃ¼r hinter sich, dann lief sie leise zurÃ¼ck zu den Treppen, die nach unten fÃ¼hrten.

Wieder hatte sie das GefÃ¼hl, dass sie beobachtet wurde, und es jagte ihr Schauer Ã¼ber den RÃ¼cken, aber sie blieb nicht stehen, hatte Angst, sich umzudrehen.

'Sie kann mich fÃ¼hlen', dachte Kyou innerlich. Vielleicht waren ihre MÃ¤chte nicht so tief vergraben, wie er befÃ¼rchtet hatte. Er hatte es sofort gewusst, als sie ihr Zimmer verlieÃ und er atmete den Geruch, der zurÃ¼ckblieb, ein... kostete ihn aus.

Die Erinnerung an ihren Geruch schien andere Erinnerungen aufzufrischen. âBald, Priesterin, werden wir deine MÃ¤chte wieder ausgraben. Du kannst sie verstecken wollen... aber nicht zu lang.â Er lehnte sich an die Wand des Korridors, seine goldenen Augen folgten ihr bis sie auÃer Sichtweite war.

*****

Kyoko konnte etwas leichter atmen, als sie wieder in der Eingangshalle stand. Sie erkannte, dass diese nun voll mit Leuten ihres Alters war, die dort hin und her liefen, standen und plauderten. Seufzend und indem sie das letzte Bisschen MerkwÃ¼rdigkeit von oben abschÃ¼ttelte, stand Kyoko da noch einige Sekunden gedankenverloren.

Sie hasste es, wenn ihre GefÃ¼hle sie so plÃ¶tzlich Ã¼bermannten. Manchmal wÃ¼nschte sie sich, dass sie diese Dinge Ã¼berhaupt nicht fÃ¼hlen kÃ¶nnte. Sie schob es zurÃ¼ck in ihren Hinterkopf, als sie sich im groÃen Parterre des GebÃ¤udes umsah. âIch brauche einen Schalter, um dies aus-und einzuschaltenâ, murmelte sie und dachte immer noch an die seltsamen Vibrationen, die sie eine Sekunde zuvor gefÃ¼hlt hatte.

Sie sah zu der Bibliothek und drehte sich dann schnell in die andere Richtung, nachdem sie entschied, dass sie erst diesen Bereich besser kennenlernen wollte. Sport zu treiben war schon immer ihre Angewohnheit gewesen, und sie wollte das beibehalten. In den letzten beiden Jahren hatte sie Kampfsportarten jeder Art betrieben und ihr gefiel die Bewegungsfreiheit, die sie ihrem geschmeidigeren KÃ¶rper verliehen.

Als sie durch die AufenthaltsrÃ¤ume ging, fielen ihr verschiedene Turnhallen auf. In eine der grÃ¶Ãeren Hallen konnte sie durch das Glas sehen. Sie konnte nicht widerstehen und blieb stehen, um einen Moment zuzusehen. Zwei Menschen kÃ¤mpften mit Schwertern. Als sie das Klingen von Metall auf Metall hÃ¶rte, hob sie eine Augenbraue. Sie nÃ¤herte sich der TÃ¼r der Halle, schaute hinein und lauschte.

âDu konzentrierst dich nicht, Suki.â Die Gestalt, die in Schwarz gekleidet war, sprach in einer stichelnden, mÃ¤nnlichen Stimme als er parierte, und der anderen Gestalt lachend auf das Hinterteil klatschte.

Kyoko konnte keines der beiden Gesichter erkennen, da sie Schutzmasken trugen.

âShinbe!â, kam eine sehr verÃ¤rgerte aber weibliche Stimme. Dann, ohne jede Warnung, schoss die Person vorwÃ¤rts und klopfte ihm auf den Kopf, na gut, schlug ihm eher auf den Kopf mit dem Fechtschwert, dann riss sie ihre Gesichtsmaske herunter.

Kyoko war Ã¼berrascht, als sie langes, braunes Haar auf den RÃ¼cken der Frau fallen sah, wÃ¤hrend sie auf den anderen zu marschierte und ihm mit einem Augenzwinkern hart mit dem Finger in die Brust stieÃ. âEs ist nicht einfach, ernsthaft zu kÃ¤mpfen, wenn du so ein Lustmolch bist.â

Shinbe nahm grinsend seinen Gesichtsschutz ab. In gespielter Kapitulation warf er beide HÃ¤nde in die Luft und machte zwei Schritte zurÃ¼ck. âEs tut mir leid, Suki, aber es war da... und du hast es nicht geschÃ¼tzt.â Als er ein kitzelndes GefÃ¼hl spÃ¼rte, das sich in Wellen Ã¼ber seine Haut ausbreitete, runzelte er die Stirn, dann richtete er seinen violetten Blick langsam auf die Frau, die in der TÃ¼r stand. âÃhm, es scheint, wir haben eine Besucherin.â

Kyoko sah zu, wie die Frau mit dem Namen Suki tatsÃ¤chlich errÃ¶tete und dann, wÃ¤hrend sie noch wÃ¼tend auf ihren Gegner starrte, sich von ihm weg drehte und mit einem breiten LÃ¤cheln auf sie zu kam.

âMÃ¤nnerâ, sagte sie und verdrehte dabei die Augen, bevor sie ihre Hand freundlich ausstreckte. âHallo, ich bin Suki, und diese armselige Andeutung eines Mannes ist Shinbe.â Sie zeigte mit dem Daumen auf den Mann, der, immer noch grinsend, zu ihnen kam.

âSukiâ, rief der junge Mann namens Shinbe aus. âDu brichst mein Herz.â Er verlieh seinem Ausruf Nachdruck, indem er beide HÃ¤nde vor die Brust schlug.

Suki runzelte die Stirn: âShinbe... wenn ich dich verletzen kÃ¶nnte, wÃ¼rde dein Gehirn mittlerweile aus deinen Augen tropfen nach all den SchlÃ¤gen, die du mich gezwungen hast, auszuteilen.â

Shinbe zwinkerte: âDu weiÃt, ich mag die derbe Liebe, mit der du mich verehrst.â

âIch wÃ¼rde dir derbe Liebe hier und jetzt zeigen, aber ich mÃ¶chte die Neue hier nicht verÃ¤ngstigenâ, gab Suki barsch zurÃ¼ck.

Kyoko mochte sie schon, und ergriff ihre Hand und schÃ¼ttelte sie fest. Sie lÃ¤chelte: âHallo, ich bin Kyoko Hogo, aber bitte nur Kyoko.â

Sie wandte sich zu dem Mann, der hinter Suki stand. âEs freut mich sehr, euch beide kennen zu lernen.â Es lag etwas in seinen Augen, das Kyokos Aufmerksamkeit beanspruchte. Sie waren von einer erstaunlich violetten Farbe und sehr atemberaubend. Sein Haar reichte ihm etwas Ã¼ber die Schultern und war sehr dunkel mit blauen StrÃ¤hnen. Er erinnerte sie irgendwie an einen SÃ¤nger von einer dieser Rockbands aus den 80ern.

Suki strahlte von einem Ohr zum anderen. âHe, ich habe von dir gehÃ¶rt. Ja, ich wusste, dass du heute kommen wÃ¼rdest. Ich wollte dich nachher suchen und dich herumfÃ¼hren.â Auf ihrem Gesicht erschien plÃ¶tzlich ein angespannter Ausdruck und sie drehte den Kopf zur Seite und starrte Shinbe bÃ¶se an: âIch wÃ¼rde das nicht tun, wenn ich du wÃ¤re.â

Kyoko senkte ihren Kopf um zu sehen, was geschah. Und siehe da... die Hand des Mannes war mitten auf dem Weg zu Sukis Hinterteil stehen geblieben und er grinste mit einem vertrÃ¤umten Blick.

Shinbe seufzte und lieÃ seine Hand fallen. âEines Tages werde ich herausfinden, wie du das weiÃt, selbst wenn du nicht hinsiehst.â

Suki stÃ¶hnte nur. âIch weiÃ es einfach, das genÃ¼gt!â Und mit einem freundlichen LÃ¤cheln zu Kyoko sagte sie: âKomm mit mir und ich ziehe mich schnell um.â Sie nahm Kyoko an der Hand und zog sie weg von der TÃ¼r.

Kyoko blickte noch einmal zurÃ¼ck zu Shinbe und sah ihn winken. 'Mit diesen beiden werde ich viel SpaÃ haben', dachte sie innerlich, als sie in die Frauenumkleidekabine gezogen wurde.

Suki wusste schon, dass sie Kyoko mochte, und irgendwie hatte sie das GefÃ¼hl, als wÃ¼rde sie sie schon kennen, ohne sie je getroffen zu haben. âKyoko, erzÃ¤hl mir ein wenig von dir, wÃ¤hrend ich mich umzieheâ, sagte sie und verschwand hinter der Trennwand.

Kyoko setzte sich auf eine Bank und fÃ¼hlte sich vÃ¶llig ungezwungen neben Suki. âNun, ich komme aus einem kleinen Dorf am anderen Ende der Stadt. Und aus irgendeinem Grund, vÃ¶llig unerwartet, erhielt ich einen Brief, in dem stand, dass ich hier ein Stipendium bekam.â Kyoko konnte Sukis âJa, das kommt vorâ, hÃ¶ren, also redete sie weiter. âIch weiÃ wirklich nicht, wie ich ein Stipendium bekommen habe, wofÃ¼r ich mich nicht einmal beworben habe.â

Suki konnte die Frage in der Aussage hÃ¶ren und streckte lÃ¤chelnd ihren Kopf um die Ecke. âMach dir keine Sorgen darÃ¼ber. Du bist genauso hierhergekommen, wie ich.â Sie verschwand wieder hinter der Wand als sie noch hinzufÃ¼gte: âIch habe mich hier auch nie beworben.â

Kyoko runzelte die Stirn: âAber wieso? Es muss einen Grund geben. Kennst du ihn?â

Suki kam wieder zurÃ¼ck, nun ganz umgezogen. Sie setzte sich hin um ihre Turnschuhe anzuziehen. âJa, ich habe es herausgefunden. Nun, einen Teil davon zumindest. Der Mann, der diese Uni besitzt, sucht Menschen mit...â, Suki zÃ¶gerte und legte ihren Kopf etwas zur Seite, â...einzigartigen FÃ¤higkeiten.â Sie zuckte die Schultern und fÃ¼gte hinzu: âDu wirst dich an einiges gewÃ¶hnen mÃ¼ssen, wenn du beginnst, die anderen, die hier leben, kennen zu lernen.â Sie grinste in dem Wissen, dass sie recht hatte.

PlÃ¶tzlich stand Suki auf, warf einen Schuh gegen die TÃ¼r der Umkleidekabine und feixte triumphierend als sie das leise Fluchen von der anderen Seite hÃ¶rte. Sie holte ihren Schuh wieder und setzte sich wieder, um ihn anzuziehen. âAlso, welche einzigartige FÃ¤higkeit hast du?â

Kyokos Atem schien auszusetzen, als ihre Gedanken zu rasen begannen. Es war absolut unmÃ¶glich, dass jemand hier wissen konnte, dass sie eine Priesterin war. Sie sah Suki entschuldigend an und schaute schnell wieder weg, als sie antwortete: âKeine, von der ich wÃ¼sste.â

Suki hob eine Augenbraue aber zuckte die Schultern in dem Wissen, dass sie es frÃ¼her oder spÃ¤ter herausfinden wÃ¼rde. âKomm, lass uns gehen. Shinbe wird wahrscheinlich schon auf uns warten.â Sie Ã¶ffnete die TÃ¼r und tatsÃ¤chlich, Shinbe stand nah genug an der TÃ¼r, dass er sie belauschen hatte kÃ¶nnen. Er lÃ¤chelte sie unschuldig an, wÃ¤hrend er ein paar Schritte rÃ¼ckwÃ¤rts machte.

Suki schloss die TÃ¼r hinter sich und zeigte auf das TÃ¼rschild. âShinbe, kannst du nicht lesen? Hier steht Umkleideraum Frauen.â Sie schenkte ihm einen vielsagenden Blick.

Shinbe zuckte die Schultern: âJa, daher stand ich auch davor.â Er sprang schnell auÃer Reichweite, als sie mit der Hand nach ihm schlug. âSuki... Ich bin ein Mann... Ich brauche Zuneigung. Wie kÃ¶nnte ich diese besser bekommen, als dadurch, dass ich lerne, wie der weibliche Geist arbeitet?â

âDu kannst deine Nachforschungen in der Bibliothek betreibenâ, meinte Suki mit zusammengebissenen ZÃ¤hnen.

Shinbe grinste. âMeine liebste Suki, jedes Buch Ã¼ber den weiblichen Geist in der Bibliothek ist... leer.â

Suki lÃ¤chelte zurÃ¼ck: âDas kommt daher, dass alle diese BÃ¼cher in der Bibliothek von MÃ¤nnern geschrieben wurden.â

Mit einer hochgezogenen Augenbraue lehnte sich Shinbe zu ihr hin: âGenau. Ich habe vor, der erste zu sein, der eines schreibt, das fÃ¼r die von uns, die Testosteron besitzen, verstÃ¤ndlich ist.â

Suki warf Kyoko einen resignierenden Blick zu und sah dann auf ihre Uhr. âHe, bist du hungrig? Lass uns erst in die Mensa gehen und essen.â

Kyoko nickte. Sie war am Morgen zu nervÃ¶s gewesen, um zu essen, aber mit ihnen fÃ¼hlte sie sich richtig entspannt und nun war sie am Verhungern.

Shinbe bedeutete ihnen mit einer Handbewegung vor zu gehen: âLadies first.â Er schrie auf, als Suki ihm nun doch einen Klaps auf den Kopf gab.

âDiesmal war ich nicht zu langsam, nicht wahr... nun, geh vor.â Suki schenkte ihm einen beschuldigenden Blick. Als Shinbe sicher vor ihnen her ging, flÃ¼sterte sie Kyoko mit einem wissenden Grinsen ins Ohr: âVergiss nicht, ihn immer vor dir zu halten, es sei denn, du willst begrapscht werden.â

Kyoko konnte nicht verhindern, dass sie in lautes Lachen ausbrach und sie konnte sich nicht mehr einkriegen, bis sie in die Mensa kamen, die fÃ¼r sie mehr wie ein edler Speisesaal aussah. Ihre Augen wurden groÃ und sie blieb dichter bei Suki. âWeiÃt du, jedes Mal, wenn ich mich hier umdrehe, habe ich das GefÃ¼hl, am falschen Ort zu sein.â

Shinbe fÃ¼hrte sie zu einem Tisch weit hinten im Raum. Suki und Kyoko setzten sich auf eine Bank. WÃ¤hrend Shinbe sich gegenÃ¼ber setzte und aussah, als wÃ¤re er der unschuldigste Mann der Welt. âWeiÃt du, es gibt vieles, woran du dich hier gewÃ¶hnen musstâ, lÃ¤chelte er Kyoko zu und seine violetten Augen leuchteten auf. âIch bin schon seit einem Jahr hier, und kenne mich immer noch nicht aus.â

Suki zwickte Kyokos Arm. âEr kam auch so an wie du und ich. Eine offene Einladung.â Sie zuckte die Schultern, als wolle sie Kyoko sagen, dass sie es einfach annehmen und genieÃen sollte.

Kyoko lehnte sich mit einem verwirrten Blick nach vorne: âIch verstehe es nicht. Wieso wÃ¼rde jemand so etwas tun?â

Shinbe nickte, wissend, dass ihr jemand die Wahrheit erzÃ¤hlen musste. âIch habe bestimmte FÃ¤higkeiten und Suki auch.â Er zuckte die Schultern und zwinkerte ihr zu. âJeder mit einem Stipendium hier, hat das.â Er zÃ¶gerte und suchte nach dem richtigen Ausdruck. âWir alle haben eine bestimmte Begabung.â Er sah fragend zu Suki: âHast du es ihr schon gesagt?â

Suki schÃ¼ttelte kurz ihren Kopf und drehte sich dann zu Kyoko in dem plÃ¶tzlichen Wunsch, das Thema zu Ã¤ndern: âHe, willst du Hamburger und Pommes?â

Kyoko nickte und Suki stand auf, als wollte sie der Frage um die unerwarteten Stipendien ausweichen wollen. âBleib hier, ich komme gleich zurÃ¼ck, keine Sorge. FÃ¼r die, die Stipendien haben, ist das Essen gratis und sie bringen es sogar.â Suki ging, um die Bestellung aufzugeben und lieÃ sie alleine mit Shinbe.



Kapitel 3 "Toya Kennenlernen"



Shinbe beugte sich mit einem ernsten Ausdruck auf seinem Gesicht zu ihr, seine violetten Augen glÃ¼hten beinahe. âEs gibt hier einige normale Menschen, und dann gibt es die, die Stipendien haben, wie ich und Suki. Es gibt noch andere, die Stipendien haben, aber wir alle haben eine spezielle FÃ¤higkeit... wie eine Kraft, die normale Menschen nicht haben.â

âMeine ist Telekinese. Ich kann Objekte mithilfe meiner Gedanken bewegen.â âUnd Telepathie, was bedeutet, ich kann zu anderen mit meinen Gedanken sprechen.â Er sagte die Worte, ohne ein GerÃ¤usch von sich zu geben und wusste, dass sie ihn in ihrem Bewusstsein hÃ¶ren konnte.

Kyokos Lippen Ã¶ffneten sich, als sie sah, dass sich seine Lippen nicht bewegten, aber doch konnte sie seine Stimme in ihrem Kopf hÃ¶ren. Sie fÃ¼hlte sich plÃ¶tzlich warm und sicher, als gehÃ¶rte seine Stimme dorthin, oder... so. Ihr Gesichtsausdruck entspannte sich und ihre Augen wurden weich, als sie ihn ansahen.

Shinbe versuchte, sein Ã¼berraschtes Stirnrunzeln zu verbergen... als er sein Bewusstsein mit dem ihren vereinigt hatte, gerade eben... hatte er alle seine Kraft gebraucht, um die Verbindung wieder zu schlieÃen. Es war als wollte seine Macht von ihm, dass er bei ihr blieb. In dem Versuch, das GefÃ¼hl abzuschÃ¼tteln, fuhr er fort: âIch kann auch anderen Zauber auferlegen und ich komme aus einer langen Linie von MÃ¶nchen.â Er brach ab, als Kyoko in Lachen ausbrach.

Suki glitt zurÃ¼ck auf die Bank neben Kyoko und warf Ã¼bergangslos ein: âIch weiÃ, es ist schwer zu glauben, aber er kommt wirklich aus einer langen Linie von MÃ¶nchen.â Sie grinste, dann wurde ihr Blick wieder ernst. âUnd ich habe gesehen, wie er Dinge geworfen hat, ohne sie zu berÃ¼hren, und er ist fantastisch in allen Sorten von Kampfsport.â

âVielleicht sollten wir die liebe Kyoko Ã¼ber alle meine Talente aufklÃ¤renâ, meinte Shinbe anzÃ¼glich.

Suki drehte sich um und starrte Shinbe bÃ¶se an: âNein, ich werde ihr nicht erzÃ¤hlen, dass du DARIN gut bist!â Sie gab ihm einen Klaps auf den Kopf, nur aus Prinzip.

âAber er benimmt sich trotzdem so, als wÃ¤re er nur ein Mensch.â Eine sarkastische Stimme kam aus dem Nichts und Shinbe richtete sich auf und rutschte weg, um der Stimme Platz zu geben.

Kyoko sah auf und ihre Augen trafen tief goldene. Der Besitzer der Stimme sah besser aus, als alles, was sie je gesehen hatte. Lange, schwarze Haare mit silbernen StrÃ¤hnen fielen in einer langen MÃ¤hne von seinem Kopf. Seine sonnengebrÃ¤unte Haut schien mit einem gesunden Teint zu scheinen und sein KÃ¶rper war einfach kÃ¶stlich. Seine Augen aber, schienen sie festzuhalten, obwohl er sie nicht einmal direkt ansah.

Suki schnaubte und verschrÃ¤nkte ihre Arme vor ihrer Brust, wobei sie dem neu Hinzugekommenen einen verÃ¤rgerten Blick zuwarf. âSehr gut, dich haben wir jetzt gerade noch gebraucht, um sie zu verjagen.â

Shinbe grinste Suki zu und drehte sich dann zu Kyoko um vorzustellen: âDas ist Toya. Toya, das ist Kyoko. Es ist ihr erster Tag hier.â

Toya drehte den Kopf um Kyoko anzusehen, und aus irgendeinem Grund stÃ¶rte sie die Art, wie er sie ansah, als wÃ¼rde er sie abschÃ¤tzend taxieren. Kyoko zog die Augen zusammen, ihr erster Eindruck von ihm ging nach hinten los.

âAlso bist du die Priesterin?â, schnaubte Toya und drehte den Kopf als wolle er sie wegschicken, als er sich hinsetzte.

Kyokos Augen wurden groÃ und sie schnappte nach Luft. Niemand hier wusste, dass sie eine Priesterin war. TatsÃ¤chlich wussten das nur ihre nÃ¤chsten Familienmitglieder. âWoher zum Teufel, weiÃt du das?â schrie sie ihn an, plÃ¶tzlich stinksauer.

Toya zuckte zusammen und fÃ¼hlte sein Blut stechen. âVerdammt, schrei doch nicht wie eine VerrÃ¼ckte. Ich kann dich auch so hÃ¶renâ, brummelte er.

Suki und Shinbe kauerten sich beide unglÃ¼cklich in ihre StÃ¼hle als Kyoko und Toya sich gegenseitig mit Blicken zu erdolchen schienen.

Toyas Sinne begannen, eine Welle von Macht, die mit Kyokos Wut kam, wahrzunehmen und er spannte sich an, dachte, dass sie vielleicht doch ein wenig Macht in dem kleinen, sÃ¼Ãen KÃ¶rper hatte, aber er hÃ¤tte ihr das nie im Leben gesagt.

Schweigend nahm er ihre Erscheinung in sich auf. Ihr braunes Haar glÃ¤nzte in dem Licht um ihr hÃ¼bsches, herzfÃ¶rmiges Gesicht. Sie hatte lebhafte, smaragdgrÃ¼ne Augen, die ihn nun verÃ¤rgert ansahen, was sein Blut etwas erhitzte. Er mochte Frauen mit Mumm und sie war offensichtlich voll davon, aber aus irgendeinem Grund brachte es ihn auf die Palme. Was er nicht mochte, das war die Art, wie sie ihn anstarrte... das wÃ¼rde er schnell richten.

Er starrte sie noch fester an und versuchte sie, einzuschÃ¼chtern. âDu hast ein Stipendium bekommen, nicht wahr... und ER sagte, du bist eine PRIESTERIN!â, knurrte Toya in ihr Gesicht, wobei er bei jedem Wort nÃ¤her kam, bis seine Nase beinahe, die ihre berÃ¼hrte. Er Ã¼berkreuzte die Arme in seinen weiten Ãrmeln und schnaubte. âIch wette, du weiÃt nicht einmal, was ein DÃ¤mon istâ, brummte er, wobei er sich darÃ¼ber klar wurde, dass sie immer hÃ¼bscher wurde, und das Ã¤rgerte ihn.

Kyoko wich zurÃ¼ck, ihre Gereiztheit erreichte den Gipfel. Sie wusste, was DÃ¤monen waren. Sie hatte sie ihr ganzes Leben lang studiert, und wenn ihre Familie recht hatte, dann hatte sie auch einige getroffen... aber sie konnte sich nicht erinnern. Dennoch, ihr gefiel Toyas Arroganz nicht, also zog sie nur eine Augenbraue hoch als wÃ¼rde sie still fragen, ob er darauf wetten wollte.

Suki schien Kyoko zu Hilfe kommen zu wollen: âToya, kannst du dich nicht eine verdammte Minute lang normal benehmen? Sie ist gerade mal seit ein paar Stunden hier, und bevor du sie wegjagen kannst, mÃ¶chte ich sie Ã¼berzeugen, zu bleiben.â Sie sah richtig traurig aus bei dem Gedanken, Kyoko so schnell zu verlieren.

Toya hob verÃ¤rgert eine Augenbraue und schenkte Suki einen schnellen Blick. âNun, sie hat noch nicht einmal meine Frage beantwortet. Meinst du, sie kommt dagegen an?â und starrte wieder Kyoko an.

âIch komme gegen alles an, was du dir ausdenken kÃ¶nntest, mir in den Weg zu werfen, Arschlochâ, erklÃ¤rte Kyoko mit eiskalter Stimme.

Suki und Shinbe warfen einander einen Blick zu. Sie hatten nie jemanden auÃer sich selbst und den Besitzer der UniversitÃ¤t Toya so die Stirn bieten sehen, auÃer vielleicht Kotaro. Dann grinsten sie beide, wissend, dass sie dieses MÃ¤dchen namens Kyoko sicher mÃ¶gen wÃ¼rden.

Ein Kellner tauchte mit einem Tablett voll Essen am Tisch auf, und Kyokos Aufmerksamkeit wanderte von Toya auf ihn. Der Mann starrte Kyoko ein bisschen zu lange an, und ihre Sinne begannen zu prickeln, sie wusste, irgendetwas war seltsam. Sie sah hoch in die dunklen Augen, die nicht in das jugendliche Gesicht des jungen Mannes zu passen schienen.

Etwas an ihm zog Kyoko an... obwohl sie nicht sicher war, ob ihr das GefÃ¼hl wirklich gefiel. Sicher, er war hÃ¼bsch anzusehen, aber irgendetwas an ihm machte sie nervÃ¶s. Sie blinzelte und versuchte, sich von dem Zauber, den der junge Mann ohne es Ã¼berhaupt zu wollen ausstrahlte, zu befreien. Die Stimmung war endgÃ¼ltig zerstÃ¶rt, als sie ein leises Knurren neben sich hÃ¶rte.

Toya fÃ¼hlte KÃ¤lte Ã¼ber seine Haut krabbeln und knurrte den Mann an, was ihn scheinbar aus seiner Erstarrung weckte. Als die Augen des Jungen sich wieder auf Toyas richteten, schienen sie sich von pechschwarz in silbern-blau zu verwandeln, als er sich umdrehte und floh.

Kyoko sah Suki ErklÃ¤rung suchend an, aber Suki zuckte nur die Schultern und begann zu essen. Neben ihr hustete Shinbe hinter vorgehaltener Hand, als er versuchte, seinen gewÃ¶hnungsbedÃ¼rftigen Sinn fÃ¼r Humor zu verbergen, als er dem Mann zusah, wie er durch den Raum rannte. Kyoko fÃ¼hlte sehr seltsame Schwingungen von dem Mann 'Toya' ausgehen und wÃ¼rde nicht ruhen, bevor sie wusste, was das Problem war. Sie lehnte sich zurÃ¼ck und taxierte ihn einige Sekunden.

Sein langes Haar war ein seltsames Nachtschwarz, mit dicken silbernen StrÃ¤hnen, die es unbÃ¤ndig durchzogen, und seine Augen waren schÃ¶n... ER war schÃ¶n. 'Gedanklich notieren: schlag dich spÃ¤ter selbst, dafÃ¼r, dass du das dachtest.' Seine Augen waren brennender Goldstaub, kein Zweifel. Er wÃ¤re gut aussehend gewesen, wenn er ihr nicht diesen Blick geschenkt hÃ¤tte, den sie nun erhielt.

Suki seufzte. Sie musste mit Kyoko darÃ¼ber sprechen, dass sie Toya nicht zu wÃ¼tend machen sollte. Er hatte seine Grenzen, und es war nicht gut, sie zu Ã¼bertreten. Und es war nicht fair, dass Kyoko nicht wusste, dass sie einen BeschÃ¼tzer verÃ¤rgerte.

âIch habe herausgefunden, dass, wenn man mit Feuer spielt... man sich oft verbrenntâ, erklÃ¤rte Shinbe der Stille am Tisch und wurde von allen Seiten mit einem wÃ¼tenden Blick belohnt, bevor alle entschieden, ihn zu ignorieren.

Toya blickte noch einmal auf Kyoko. Also das war diejenige, auf die er aufpassen sollte? Kyou musste Scherze machen. Kyou hatte ihm gerade diesen Morgen davon erzÃ¤hlt, dass sie kommen wÃ¼rde, verbunden mit einer dringenden Warnung, dass er sie im Auge behalten sollte, und dafÃ¼r sorgen musste, dass sie zu jeder Zeit sicher war.

Er zog seine Augen zusammen und fragte sich nun, was mit dem Jungen, der am Tisch gestanden hatte, war. Die Art, wie er Kyoko angestarrt hatte, hatte ihn verÃ¤rgert. War die Priesterin wirklich in Gefahr? Wieso sollte Kyou so sehr daran interessiert sein, einen einfachen Menschen zu beschÃ¼tzen? Kyou behandelte niemanden mit Respekt, also was machte diesen Hauch eines MÃ¤dchens anders?

Manchmal hasste Toya die Tatsache, dass Kyou der Vormund war, der ihm zugeteilt war, aber er musste zugeben, dass er ihm viel dafÃ¼r schuldete, dass er ihn aufgenommen hatte. Er wusste auch, dass es immer einen guten Grund gab, wenn Kyou etwas tat, und schon allein das fÃ¼hrte dazu, dass er mehr Ã¼ber die Frau mit dem Namen Kyoko wissen wollte.

Shinbe, der die schneidende Spannung am Tisch brechen wollte, sah mit den grÃ¶Ãten HÃ¼ndchen-Augen zu Suki hinÃ¼ber. Wissend, dass er Kyoko mit seinen Streichen wieder zum Lachen bringen konnte, trug er dick auf.

âAlso Suki, du kommst heute Abend doch mit mir in den Club, ja? Es ist Samstagabend und ich wÃ¼rde ungern anstatt mit dir mit zwÃ¶lf vÃ¶llig Unbekannten tanzen.â Shinbes Augen wurden vertrÃ¤umt, als dachte er daran, mit einer Horde anderer Frauen zu tanzen, um seinen Punkt zu unterstreichen.

Suki warf ihm einen Blick zu und fragte sich, ob sie den dummen Ausdruck aus seinem Gesicht schlagen sollte. Dann wandte sie sich an Kyoko: âKyoko, ich brauche eine Anstandsdameâ, grinste sie. âDu wirst mit mir kommen, nicht wahr? Es ist zu gefÃ¤hrlich alleine zu gehen mit nur... ihm.â Sie warf Kyoko einen bittenden Blick zu.

Kyokos Mundwinkel zuckten als sie sah, dass Shinbe aus seinem vertrÃ¤umten Blick erwachte und ihr wieder zuzwinkerte. âSuki, ich komme sehr gerne mit euch. Dann kÃ¶nnen wir Shinbe gemeinsam unter Kontrolle bringen, wenn er durchdreht.â

Sie beiden warfen Shinbe einen ausdrucksstarken Blick zu und dieser grunzte. Kyoko konnte nicht verhindern, dass sie wieder in Lachen ausbrach. Sie mochte die beiden wirklich.

Toya beobachtete Kyoko aus dem Augenwinkel. Verdammt, sie war hÃ¼bsch, wenn sie so lachte. Er stÃ¶hnte innerlich. Woher, zur HÃ¶lle, kam das? Er sackte in seinem Stuhl zusammen, verÃ¤rgert Ã¼ber seine eigenen Gedanken. 'Verdammt!' Nun wÃ¼rde er heute Nacht in den Club gehen mÃ¼ssen, nur um auf sie aufzupassen. Sie lÃ¤chelte noch immer Ã¼ber Shinbe und Suki, als sie ihn wieder ansah.

Als sich ihre Blicke trafen, setzte sein Herzschlag kurz aus, und die Temperatur seines Blutes stieg um einige Grad. Toya erkannte, dass sie nun, wo sie glÃ¼cklich war, mehr Macht ausstrahlte, als gerade eben, als er sie verÃ¤rgert hatte. Er war zum ersten Mal seit langem nervÃ¶s.

Als Kyokos Lachen erstarb, drehte sie sich zu Suki: âHe, ich weiÃ nicht einmal, welche Kurse ich am Montag besuchen muss, oder wo ich Ã¼berhaupt hin muss. WeiÃt du, wo ich das herausfinden kann?â

Bevor Suki antworten konnte, beantwortete Toya die Frage wobei er sie genau beobachtete. âAlle Stipendiaten folgen demselben Lehrplan. Also du, Suki und Shinbe, gemeinsam mit all den anderen, werden dieselben Kurse besuchen. Den einzigen Kurs, den du alleine hast, hast du beim Besitzer.â Seine Stimme klang gelangweilt, als er sich in seinem Stuhl zurÃ¼cklehnte.

Kyoko runzelte die Stirn: âWelchen Kurs unterrichtet der Besitzer?â

Shinbe lieferte diesmal die Antwort, wobei seine violetten Augen geheimnisvoll aufleuchteten: âEs ist fÃ¼r jeden von uns etwas Anderes. Daher unterrichtet er uns separat. Er hilft uns mit unseren speziellen FÃ¤higkeiten.â Er lehnte sich nachdenklich zurÃ¼ck und fÃ¼gte dann mit einem Schmunzeln hinzu: âAlso du wÃ¼rdest wohl deine Priesterinnen-MÃ¤chte verstÃ¤rken.â

Kyokos Wut wuchs wieder und sie fragte sich, wie, um alles in der Welt, der Besitzer wissen hatte kÃ¶nnen, dass sie eine Priesterin war. Das Stipendium hatte das mit keinem Wort erwÃ¤hnt. Sie hatte die letzten beiden Jahre damit verbracht, genau die MÃ¤chte, fÃ¼r die ihr der Besitzer das Stipendium gegeben hatte, zu vergraben. Sie wollte so schnell wie mÃ¶glich, die HintergrÃ¼nde von allem erfahren.

An ihren Teller gewandt sagte Kyoko mit angespannter Stimme: âVielleicht gibt es hier einen Fehler. Gibt es eine MÃ¶glichkeit, dass ich jetzt mit dem Besitzer der Akademie sprechen kann?â

Toya zog seine Augenbrauen zusammen. Kyou hatte ihm gesagt, dass sie ihn vielleicht sehen wollte, und obwohl Kyou niemals jemanden auÃerhalb der Kurse sehen wollte, hatte er Toya aufgetragen, sie direkt zu ihm zu bringen, wenn sie irgendwelche Fragen hatte.

âWas ist los, hast du Angst?â, zog er sie auf und wurde belohnt, als ihre stÃ¼rmischen Augen ihre genervte Wut direkt in die seinen schossen. Also, dieses MÃ¤dchen dachte, dass sie mit ihm fertig werden wÃ¼rde. Nun, es kÃ¶nnte lustig werden, zuzusehen, wenn sie diesen Blick an Kyou ausprobierte. Er hatte die Furcht gesehen, die Kyou augenblicklich in jemandem erzeugen konnte, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben.

âIn Ordnung, ich werde dich zu ihm bringen, sobald du fertig bistâ, sagte Toya herausfordernd und fragte sich, ob sie anbeiÃen wÃ¼rde.

Kyokos Wut lieÃ ein wenig nach, als sie das hÃ¶rte. Indem sie ihren Teller zur Seite schob, nickte sie, bereit, die Herausforderung anzunehmen: âIch bin fertig wenn du es bist.â Sie wÃ¶lbte eine Augenbraue in seine Richtung.

âWozu die Eile?â Toya stand mit einem Feixen auf. âDu solltest vielleicht einen Deckel auf dieses Temperament geben, denn er wird es fÃ¼hlenâ, kicherte er in ihre Richtung und dachte, sie hatte keine Ahnung, wo sie so landen wÃ¼rde.

Kyoko zog ihre Augen zusammen, stand auf und mit einem Blick auf Suki und Shinbe meinte sie: âIch rede mit euch, wenn ich dort fertig bin, wenn ihr mich holt. Ich werde in meinem Zimmer sein und auf euch warten, dann kÃ¶nnen wir PlÃ¤ne fÃ¼r heute Abend machen.â Sie zwinkerte Suki zu und sah dann wieder Toya an worauf sie todernst hinzufÃ¼gte: âAlso, wenn ich mich entscheide, zu bleiben.â

Er drehte sich mit einem Schnauben von ihr weg und sie beobachtete seinen RÃ¼cken, wie er sich entfernte, dann winkte sie den anderen Ã¼ber die Schulter zu, als sie ihm folgte. Sie bemerkte schnell, dass andere Studenten vor Toya flohen, als er vorbeikam und war darÃ¼ber verwundert. 'Was war er? Der Schul-Tyrann?'

Kyoko wÃ¼rde ihm nicht die Genugtuung lassen, zu rennen, um mit ihm Schritt zu halten, also nahm sie sich Zeit als sie ging und fiel absichtlich zurÃ¼ck. Immer noch ein wenig verÃ¤rgert errÃ¶tete sie beinahe, als ihre Augen Ã¼ber Toyas Hinterende streiften. Sie beobachtete sein Haar, wie es Ã¼ber die SitzflÃ¤che seiner Hose strich und ihr einen Anblick auf die feste Rundung, die darunter lag, gÃ¶nnte, die sie noch mehr irritierte. Wut auslÃ¶send und sÃ¼Ã war einfach eine schreckliche Kombination.

In Gedanken schÃ¼ttelte sie ihren Kopf und folgte ihm, wobei sie ihren herumschweifenden Blick verdammte. âNur ein vÃ¶llig verblÃ¶deter Idiot kÃ¶nnte denken, dass jemand, den du nicht ausstehen kannst... sÃ¼Ã istâ, murmelte sie vor sich hin. âNervig... feindselig... und arrogant vielleicht... aber nie sÃ¼Ãâ, grinste sie und fÃ¼hlte sich besser.

Ein seltsames Bewusstsein kroch Ã¼ber ihren RÃ¼cken und ihre Augen schossen nach oben und trafen dunkle Augen, die in ihre stachen. Der Mann lehnte an der Wand am oberen Ende der Treppe und beobachtete sie. Er hatte schwarze Wellen von Haar, das Ã¼ber seine Schultern und seinen RÃ¼cken strÃ¶mte und seine nachtschwarzen Augen waren intensiv. Er war sehr attraktiv, aber sie fÃ¼hlte sich... bedroht.

Sie sah von ihm weg. 'Kyoko reiÃ dich zusammen. HÃ¶r auf damit, jeden, den du siehst, zu analysieren', sagte sie streng zu sich selbst, wÃ¤hrend sie versuchte, ihre grÃ¼nen Augen wieder nach oben auf ihn zu richten.

âHier ist das hÃ¼bscheste MÃ¤dchen am Campus.â

Kyoko fÃ¼hlte einen starken Arm, der sich um ihre Schultern legte, und drehte sich um, wobei sie die Stimme als die des Mannes erkannte, der ihr am Morgen ihr Zimmer gezeigt hatte. Sie fÃ¼hlte wieder, wie die Spitzen ihrer Haare ihr Gesicht kitzelten, als ein Luftzug aus dem Nichts ihre Wangen zu streicheln schien.

Sie schenkte ihm ein warmes LÃ¤cheln, aber gleichzeitig duckte sie sich und schÃ¼ttelte seinen Arm ab. âKotaro, wie schÃ¶n, dich wieder zu sehen. Danke fÃ¼r deine Hilfe heute Morgenâ, sagte Kyoko mit nervÃ¶ser Stimme und wÃ¼nschte sich, dass er sie nicht so vertraut behandeln wÃ¼rde. Sie fand, dass er nett war und alles, aber sie hatte nie gesagt, dass er seinen Arm um sie legen durfte.

Kotaro zeigte sich ungerÃ¼hrt, als er ihre Hand in die seine nahm: âKann ich dich sonst irgendwohin begleiten, Kyoko?â Er sah tief in ihre smaragdgrÃ¼nen Augen, wusste, dass er sie frÃ¼her schon einmal gesehen hatte... irgendwo. Und er hatte ein unbestimmtes GefÃ¼hl, dass er frÃ¼her einmal freudig in ihnen ertrunken war.

Kyoko sah die Treppe hinauf, und bemerkte, dass Toya stehen geblieben war und sich umgedreht hatte, und wieder verÃ¤rgert aussah. Sie hÃ¤tte geschworen, dass sie ihn knurren gehÃ¶rt hatte, zu ihr oder Kotaro, das wusste sie nicht.

Toya wusste nicht, was Kotaro vorhatte, aber ihm gefiel die Tatsache nicht, dass er so vertraut mit Kyoko umging. Ein tiefes Knurren kam aus seiner Brust, als er eine Warnung ausgab: âIch kann das schon alleine, Kotaro, es sei denn, du mÃ¶chtest sie zu Kyou bringen.â Er warf Kotaro einen harten Blick zu, wissend, dass Kotaro nicht zu Kyou ging, auÃer fÃ¼r seine Kurse, oder wenn er gerufen wurde.

Kotaro lieÃ Kyokos Hand los. âIch hoffe, es ist alles in Ordnung, Kyoko.â Er warf Toya einen bÃ¶sen Blick zu und drehte sich dann zu ihr zurÃ¼ck: âNimm dich bloÃ in Acht vor Gefrier-Feuer hier. Wenn er auÃer Kontrolle gerÃ¤t, dann kÃ¼mmere ich mich um ihn.â Kotaro schenkte Toya noch einen arroganten Blick, dann nickte er Kyoko zu und drehte sich um, um die Treppen wieder hinunter zu gehen.

Kyoko hÃ¶rte Toya schnauben und sie sah zu ihm hoch, als er sich umdrehte und den Gang hinunter marschierte, den gleichen Weg, den sie an diesem Morgen gegangen war.

Diesmal beeilte sie sich, um zu ihm aufzuschlieÃen gerade rechtzeitig um ihn durch die TÃ¼ren gehen zu sehen, auf denen BETRETEN VERBOTEN stand. Kyoko fragte sich, wohin sie gingen. Als sie seinem steifen RÃ¼cken folgte, kam ihr der Gedanke, dass er sie in ihr Zimmer zurÃ¼ck brachte. Als Toya tatsÃ¤chlich vor ihrer TÃ¼r stehen blieb, sich umdrehte und sie ansah, schenkte sie ihm einen verÃ¤rgerten Blick, bis er die Hand nach der TÃ¼r genau gegenÃ¼ber von ihrer ausstreckte, und anklopfte.

Kyoko stand unter Schock. Der Besitzer hatte sein Zimmer genau gegenÃ¼ber von ihr? Wieder kamen die Worte ihres Bruders zurÃ¼ck, um sie heimzusuchen. 'Nicht wahr!' Ohne auf eine Antwort zu warten, Ã¶ffnete Toya die TÃ¼r und schob sie vor sich durch.

Sofort drehte Kyoko sich zu ihm um. âIch weiÃ nicht, was dein verdammtes Problem ist, aber wÃ¼rdest du mich bitte nicht schubsenâ, sie wollte ihn wegschubsen, âoder auch nur anfassen. Ich habe dir nichts getan.â Das Haar in ihrem Nacken stand ihr wieder zu Berge, als sie bemerkte, dass Toya auf einen Punkt hinter ihr starrte.

Kyokos Schultern sanken. Nun hatte sie es getan. Musste sie immer so aufbrausen, ohne nachzudenken, wo sie war, oder wer zusehen kÃ¶nnte?

Toya sah, wie sich Kyoko anspannte und grinste, wobei er seine Augen auf das MÃ¤dchen senkte, das plÃ¶tzlich so klein erschien. âWolltest du nicht mit jemandem sprechen?â Als Kyoko sich nicht umdrehte, sah Toya wieder hoch zu Kyou und zog seine Augenbrauen zusammen, als er erkannte, dass Kyou im TÃ¼rrahmen des Wohnzimmers lehnte und wie in Trance auf Kyoko starrte.

'Was zur HÃ¶lle?' dachte Toya innerlich. Wieso sah Kyou sie an, als wÃ¤re sie ein Geist? Irgendwie wollte er die Eifersucht, die der Blick in ihm verursachte, nicht als solche klassifizieren. Es schickte ein mulmiges GefÃ¼hl durch seinen Magen und er wollte sich zwischen die beiden stellen und Kyoko vor Kyous Blick verdecken. Er wollte sie beschÃ¼tzen.

Kyou fehlten einen Moment lang die Worte, nachdem er Kyoko zum ersten Mal seit Ã¼ber tausend Jahren aus der NÃ¤he sah. Selbst in der Luft um sie summte die Kraft, an die er sich erinnerte... dieselbe unbestreitbare Kraft, die ihn frÃ¼her zu ihr hingezogen hatte, war nicht verschwunden.

Seine goldenen Augen sahen den BeschÃ¼tzer hinter ihr mit einer Art abgehobener GleichgÃ¼ltigkeit. âToya, geh.â Ein gefÃ¤hrlich drohender Unterton war in seiner Stimme zu hÃ¶ren.

Ein Knurren formierte sich hinten in Toyas Hals und seine FÃ¤uste ballten sich wÃ¼tend als irgendein GefÃ¼hl ihn zu Ã¼bermannen schien, das aus irgendeinem unbekannten Ort tief verborgen in seinen Erinnerungen hoch kam. Ohne ein weiteres Wort drehte sich Toya um und stÃ¼rmte zur TÃ¼r hinaus, wobei er sie hinter sich zuschlug.

Kyoko sah Toya weglaufen wÃ¤hrend ihre Gedanken sich in chaotischen Kreisen um sich selbst drehten. PlÃ¶tzlich fÃ¼hlte sie den Impuls, ihm nachzulaufen. Sie entschied sich, kein Feigling zu sein, hob ihr Kinn an und fand den Mut, sich endlich umzudrehen, nur um ihren Augen nicht zu trauen.

Anstelle eines Ã¤lteren Mannes in Anzug, den sie erwartet hatte, befand sie sich Angesicht zu Angesicht mit... Seine goldenen Augen brannten sich in ihre und gaben ihr das GefÃ¼hl, dass sie nicht mehr wegschauen konnte. Sein silbernes Haar fiel Ã¼ber seine Schultern und seinen perfekt geformten KÃ¶rper. Er war groÃ und gut aussehend, und sein kÃ¶niglicher KÃ¶rper und das Gesicht, das nur ein Geschenk des Himmels sein konnte, wurden umgeben von einer leicht arroganten Aura.

Kyoko schloss sofort ihre Augen. Was war nur mit ihr los? Sie war hierhergekommen, um Fragen zu stellen, nicht um zu sabbern. Als sie ihre Augen wieder Ã¶ffnete, war er ihr viel nÃ¤her. Sie machte sofort einen Schritt zurÃ¼ck vor der Hoheit und der Ãberlegenheit, die ihn umgaben aber dann fÃ¼hlte sie die massive TÃ¼r in ihrem RÃ¼cken... die sie gefangen hielt.

Ohne zu merken, was er machte, hatte Kyou begonnen, auf sie zu zu gehen. Aber als er merkte, dass sie vor ihm zurÃ¼ckwich, hob er eine elegante Augenbraue und deutete mit der Hand Richtung Sofa. âMÃ¶chten Sie sich nicht hinsetzen, FrÃ¤ulein Hogo?â Er wusste, dass sie Fragen fÃ¼r ihn hatte. Er wÃ¤re enttÃ¤uscht gewesen, wenn das nicht so gewesen wÃ¤re.

Kyoko schluckte nervÃ¶s aber hob ihr Kinn Ã¼berheblich, wÃ¤hrend sie sich vorsichtig Richtung Sofa bewegte, indem sie so viel Abstand wie mÃ¶glich zwischen ihnen beibehielt, in erster Instanz nur in der Hoffnung, dass ihr Gehirn dann wieder normal arbeiten wÃ¼rde. Innerlich lachte sie unsicher.

âDas erste, was ich wissen will ist: wieso denken Sie, dass ich eine Priesterin bin?â Sie sah argwÃ¶hnisch hoch zu ihm und drehte beinahe durch, als er sich neben sie auf das Sofa setzte, anstatt auf dem Stuhl auf der anderen Seite des Kaffeetischchens Platz zu nehmen. Kyoko rutschte weg und drehte sich um ihn anzusehen, wobei sie sich zwang, sich nicht noch weiter von ihm zu entfernen und ihre Angst zu zeigen.

'Also mÃ¶chte sie spielen', Ã¼berlegte Kyou ruhig aber ebenso schnell schÃ¼ttelte er den stÃ¶renden Gedanken wieder ab. âWieso denkst du, dass ich nicht wissen sollte, dass du eine Priesterin bist?â, gab er in einer unnatÃ¼rlich ruhigen Stimme zurÃ¼ck. Sie war im Vergleich zu ihm so klein, als er sich zu ihr hinÃ¼ber lehnte und in ihr herzfÃ¶rmiges Gesicht sah.

Kyoko betrachtete die Ebenen seines perfekten Gesichts in der Suche nach irgendeinem Anzeichen auf eine Emotion und war Ã¼berrascht, dass sie keines fand. Er war wie eine Skulptur der Perfektion und Ruhe und das irritierte sie am allermeisten.

âBeantworten Sie eine Frage immer mit einer Frage, Herr...?â, sie stammelte, da sie noch nicht einmal seinen Namen kannte.

Kyou lÃ¤chelte, aber nur innerlich, sodass sie es nicht sehen konnte. Nun, er konnte erkennen, dass sie noch genug Leben in sich hatte, und war darÃ¼ber nicht enttÃ¤uscht. Er wollte nur noch mehr sehen. âHerr Lord, aber du darfst mich Kyou nennen, es sei denn Lord gefÃ¤llt dir besser.â Er nagelte sie mit einem hitzigen Blick fest.

Kyoko erwiderte den hitzigen Blick: âWieso...bin... ich... hier?â Sie sagte die Worte langsam, als sprÃ¤che sie mit einem Kind. So, lass uns sehen, wie er hier heraus kommt. 'Herr Lord, von wegen', schnaubte Kyoko in sich hinein, ohne ihren Augenkontakt mit ihm zu unterbrechen.

Kyou hatte ihre Gedanken gelesen und seine goldenen Augen glÃ¼hten, als sie sich in ihre smaragdgrÃ¼nen bohrten. Er beugte sich noch ein wenig nÃ¤her zu ihr, wissend, dass er sie auf diese Art einschÃ¼chtern wÃ¼rde. Er konnte es riechen.

âDeine Priesterinnen-MÃ¤chte sind schwach und untrainiert, oder du wÃ¼rdest wissen, wieso ich weiÃ, dass du eine Priesterin bistâ, fauchte er fast und verlor seine Fassung nur fÃ¼r einen Moment, ehe seine ruhige Fassade wieder zurÃ¼ck auf ihren Platz rutschte. âIch werde dir Kampfkunst beibringen und dir helfen, das zu stÃ¤rken... was dir fehlt.â

FÃ¼r Kyoko klang das, was er zuletzt sagte, beinahe wie eine Beleidigung. Der kleine Hitzkopf, der sie war, lehnte sie sich vor bis ihr Gesicht fast das seine berÃ¼hrte, und der Sarkasmus triefte aus ihrer Stimme: âVielleicht verstecke ich meine wahre Macht nur, und wenn ich ein Ziel finde, das es verdient, kann ich sie freilassen.â Die Wut machte sie furchtlos, oder dumm, im Moment wusste sie nicht, welches von beiden.

Kyous Gesicht nÃ¤herte sich ihrem noch mehr, sodass sein heiÃer Atem ihre Lippen streichelte. Er flÃ¼sterte mit einer dunklen Stimme: âPriesterin.â



Kapitel 4 "Pass auf"



Kyoko schreckte vor ihm zurÃ¼ck, plÃ¶tzlich fÃ¼hlte sie Schwingungen von ihm ausgehen, die sie nicht fÃ¼hlen sollte. Etwas ging hier vor und sie hatte das GefÃ¼hl, dass sie die letzte war, die davon erfuhr.

âIch brauche Antwortenâ, flÃ¼sterte sie mit nervÃ¶ser Stimme und biss auf ihre Unterlippe in der Hoffnung, das kribbelnde GefÃ¼hl, das Kyou erzeugt hatte, zu vertreiben. Sie wÃ¼nschte sich fÃ¼r einen Moment, dass sie das atemberaubende Schaudern, das beschlossen hatte, im Schnellzugtempo durch ihr Nervensystem zu fahren, loswerden kÃ¶nnte.

Ihren Geruch einatmend, fÃ¼hlte Kyou sein Blut sofort kochen und lehnte sich zurÃ¼ck. Er hatte den kleinen KÃ¶rper der Frau erzittern gesehen, aber nicht vor Abscheu. Als er hinunter sah, wollte er beinahe grinsen, als er eine GÃ¤nsehaut auf ihren Armen erscheinen sah.

âWieso unterdrÃ¼ckst du deine Macht? Du musst dir deiner Umgebung bewusst werden, bevor sich die Vergangenheit wiederholtâ, erklÃ¤rte ihr die etwas arrogante Stimme.

Kyoko schluckte schwer. âWas meinen Sie damit?â Sie spannte sich an.

âDu bist dir dessen bewusst, dass es in dieser UniversitÃ¤t Unsterbliche gibt, nicht wahr?â In seinen Augen glitzerte etwas, das Kyoko noch nie gesehen hatte, und seine Stimme war barsch, als wolle er sie bestrafen. âDÃ¤monen nÃ¤hern sich, wÃ¤hrend wir uns hier unterhalten.â

Kyokos Augen weiteten sich und zogen sich dann zusammen. Spielte er mit ihr? âWoraus wollen Sie schlieÃen, dass es hier BeschÃ¼tzer und DÃ¤monen gibt?â, fragte sie mit empÃ¶rtem Spott.

Blitzschnell ergriff Kyou sie an den Armen und riss sie hoch, sein Kopf beugte sich zu ihr hinunter, sodass sein Gesicht beinahe das ihre berÃ¼hrte. Er knurrte verÃ¤rgert: âPass auf!â

Kyoko blinzelte und konnte nicht glauben, was sie sah. Vor ihr stand nicht der, mit dem sie gerade eben noch gesprochen hatte. Sie schaute in unnatÃ¼rlich helle, verÃ¤rgerte, goldene Augen und darunter waren die weiÃesten kleinen FangzÃ¤hne zu sehen, und sie konnte die Klauen fÃ¼hlen, die sich in diesem Moment unwissentlich in ihren Arm bohrten.

Sein Haar hatte sich um das Doppelte verlÃ¤ngert und schien beinahe um ihn zu schweben als wÃ¼rde es auf Anerkennung warten. Mit einem erschrockenen Schrei riss Kyoko sich los und machte schnell einen Schritt zurÃ¼ck, nur um zu sehen, wie er einen bedrohenden Schritt nÃ¤her kam.

âSie sind ein BeschÃ¼tzer?â stotterte sie lahm.

âUnd du bist die Priesterin, die das schon wissen hÃ¤tte sollenâ, zischte er, wÃ¤hrend er sie noch anstarrte, wobei sein Ãrger schon verrauchte.

Sie drehte sich um, um aus der TÃ¼r hinaus zu rennen und schrie sofort auf, als sie fÃ¼hlte, wie sich starke Arme von hinten um sie schlossen.

Kyous KÃ¶rper spannte sich um sie an, als sie sich wehrte. Er hob sie vom Boden hoch, als sie mit den FÃ¼Ãen um sich trat, in dem Versuch, ihm zu entkommen. Nachdem er ihr genug Zeit gegeben hatte, um einzusehen, dass es hoffnungslos war, zu versuchen, sich zu befreien, nÃ¤herte er seine Lippen ihrem Ohr und flÃ¼sterte: âDu wirst so lange bleiben, bis du stark genug bist, dich aus diesen Armen zu befreien, Priesterin.â

Dann warf er sie in die Luft um sie dann auf das gut gepolsterte Sofa fallen zu lassen, wo sie mit einem leisen Aufprall landete. Nun, wo sie ihm wieder Angesicht zu Angesicht gegenÃ¼ber saÃ, schenkte Kyoko ihm einen bitterbÃ¶sen Schrei und blinzelte dann wieder, als seine Erscheinung sich wieder in den Mann verwandelte, zu dem sie vorhin gesprochen hatte.

Sie starrte ihn wÃ¼tend an und ballte eine Faust: âWas zur HÃ¶lle, geht hier vor?â

Kyou stand ruhig vor ihr, der einzige Unterschied zu vorhin war, dass seine Augen immer noch glÃ¼hten. âDu wirst hierbleiben.â Er beugte sich zu ihr hinunter: âDu wirst von mir lernen.â Er legte seine HÃ¤nde auf die RÃ¼ckenlehne des Sofas, sodass sie eingeschlossen war. âUnd dieses Mal wirst du ohne Opfer gewinnen.â Seine Nase berÃ¼hrte ihre beinahe, als er diese letzte Feststellung fauchte um seine Unzufriedenheit zu zeigen.

Kyoko lehnte sich im Sofa so weit zurÃ¼ck, wie es nur ging, und erwiderte seinen hitzigen Blick, aber sie fÃ¼hlte immer noch keine Bedrohung von ihm. Selbst wenn er kein Mensch war, er hatte keine Intention, sie zu verletzen. Sie runzelte die Stirn, als ihr klar wurde, was er gerade gesagt hatte.

âDieses Mal?â, fragte sie mit weicher Stimme, âWas meinen Sie... Dieses Mal?â

Kyou atmete tief ein: âDu hast vielleicht vergessen, aber ich nicht.â Ihr Geruch umgab ihn und er fÃ¼hlte den bekannten Schmerz um sein vergessenes Herz, aber sie musste die Wahrheit erfahren: âWir haben in der Vergangenheit gemeinsam gekÃ¤mpft, Priesterin, und die Zeit naht, wo wir es wieder tun werden mÃ¼ssen.â

Kyokos Augen wurden einen Moment lang weich. âWer sind Sie?â

âDein BeschÃ¼tzer, Kyoko, ich weiÃ, dass du es vergessen hast, denn du hast deine Erinnerungen von uns geopfert, um den SchÃ¼tzenden Herzkristall zurÃ¼ck in diese Welt zu bringen.â Sein Blick suchte den ihren und seine Stimme wurde zu einem leisen FlÃ¼stern: âDu musst mir vertrauen.â

Obwohl er gerade versucht hatte, sie zu verÃ¤ngstigen, befahl ihr alles in ihr, ihm zu vertrauen. âIch... vertraue dir.â Sobald sie die Worte geflÃ¼stert hatte, befand sie sich selbst wieder in seiner Umarmung. Erst spannte sie sich an, dann fÃ¼hlte sie die WÃ¤rme, die sie umgab, und Ã¼berlieÃ sich selbst der Umarmung, entspannte sich bei ihm in gelassener Verwirrung.

Kyou konnte nicht anders. Er hatte die Angst vor ihrer ZurÃ¼ckweisung viel zu lange mit sich herum getragen und als er diese Worte hÃ¶rte, verschwand das ganze Gewicht der Welt von seinen angespannten Schultern. Er presste sie an sich, umgab sich mit ihrem Geruch, als er sein Gesicht in ihrem Haar vergrub.

âBleib dieses Malâ, flÃ¼sterte er in einem Moment der SchwÃ¤che.

Kyoko konnte die Sanftheit in seinen Worten und in seinen Armen fÃ¼hlen, aber trotzdem, er hatte sie gerade vor ein paar Minuten zu Tode erschreckt und nun hielt er sie fest, als wÃ¤re sie seine Lebensretterin. Sie fÃ¼hlte sich gefangen zwischen der Angst vor ihm und dem Drang, mit ihrer Hand Ã¼ber seine weiche Wange zu streichen.

Sie war voller Fragen und murmelte in seine Brust: âIch mÃ¶chte mich an das erinnern, was du sagst, das ich vergessen habe. Was muss ich wissen?â

Kyou schloss seine goldenen Augen, er wollte noch nicht in die wirkliche Welt zurÃ¼ckkehren... sie war genau dort, wo sie hingehÃ¶rte... in seinen Armen. Mit einem Seufzen lieÃ er sie widerwillig los und setzte sich neben sie auf das Sofa.

WÃ¤hrend er mit einer Hand durch seine Ã¼berlangen Locken fuhr, holte Kyou tief Luft um seine tobenden Instinkte zu beruhigen. Um sein Verlangen zum Schweigen zu bringen, konzentrierte er sich auf die Wand vor ihm und begann, ihr zu erzÃ¤hlen, was er wollte, das sie wusste. Etwas erzÃ¤hlt zu bekommen war nicht dasselbe als sich daran zu erinnern.

âDu wirst helfen mÃ¼ssen. Alle Leute hier, die so angekommen sind wie du, mit den Stipendien, habe ich fÃ¼r dich versammelt. Sie erinnern sich nicht an dich und du erinnerst dich nicht an sie, aber sie haben damals mit dir gekÃ¤mpft und sie werden wieder mit dir kÃ¤mpfen, wenn die Zeit reif istâ, seine Stimme klang ein wenig vertrÃ¤umt als er von den Erinnerungen aus der Vergangenheit sprach.

Kyokos Augen wurden groÃ. âSuki und Shinbe?â, fragte sie und wunderte sich, wieso sie ihm so einfach glaubte.

Kyou nickte. âIch sehe, du hast sie schon getroffen. Ja, du standst ihnen sehr nahe, ebenso wie Toya, der dich wie kein anderer beschÃ¼tzte.â

âToya?â Sie hob eine fragende Augenbraue. âDu machst Scherze.â Und in Gedanken fÃ¼gte sie hinzu: 'Er mag mich nicht einmal.'

Kyou seufzte zÃ¶gernd: âToya ist in diesem Leben unverÃ¤ndert, er ist immer noch der unausstehliche, dickkÃ¶pfige Junge aus der Vergangenheit. Aber ja, er beschÃ¼tzte dich rachsÃ¼chtig und wÃ¤re fÃ¼r dich gestorben, wenn das nÃ¶tig gewesen wÃ¤re.â

Kyoko runzelte die Stirn: âEr erinnert sich nicht daran?â Sie hatte das GefÃ¼hl, dass er ihr die Wahrheit sagte, und es ergab Sinn, dass er wusste, dass sie einen Teil ihrer Erinnerung verloren hatte. Ihre Augen suchten die seinen, sie wollten das Wissen zurÃ¼ck.

Kyou schÃ¼ttelte leise seinen Kopf: âIch bin der einzige, der nicht mit dir zurÃ¼ckgekommen ist. Daher bin ich der einzige, der die Erinnerungen von dem, was passierte, in sich trÃ¤gt. Toya weiÃ nicht einmal, dass er mein Bruder ist.â

Kyoko holte bei dieser Offenbarung Luft: âBrÃ¼der? Was ist passiert, dass du der einzige bist, der sich erinnert?â Sie musste es wissen.

âDu hast im Kampf all deine Erinnerungen gegeben, um das BÃ¶se in unserer Welt zu zerstÃ¶ren und den SchÃ¼tzenden Herzkristall zu retten. Im gleichen Moment hast du dir auf den Kristall gewÃ¼nscht, alle wieder zu sehen. Du wolltest sie nicht verlieren. Als du in jenem Moment verschwandst, verschwanden auch alle anderen... inklusive des Feindes. Du hattest sie unbewusst hierher... mitgenommen.â

Er seufzte bedauernd. âIch hatte mir selbst einen Zauber auferlegt, der mich vor solchen WÃ¼nschen schÃ¼tzte.â Sein Blick verlor sich in der Ferne als er die Erinnerung wieder erlebte.

âDu hast alle mit dir mitgenommen, und wusstest es nicht einmal. Sie wurden alle hier, in deiner Zeit, wieder geboren und lieÃen mich alleine in der Vergangenheit zurÃ¼ck.â Sein Blick kam zurÃ¼ck in die Gegenwart und suchte den ihren. âNun, ich Ã¼berlebte und wartete auf dich. Als es an der Zeit war, versammelte ich alle, die mich verlassen hatten. Nun hast du den Kristall mit dir gebracht, und das BÃ¶se, das ihn will...â Seine Stimme wurde finster: â...das BÃ¶se hat die Suche nach dir schon aufgenommen und ich werde es nicht zulassen.â

Kyoko nickte, versuchte zu verstehen. âAlso jedem, der auf dieselbe Art hier ist, wie ich, kann ich vertrauen?â Er nickte und Kyoko fuhr fort: âWissen sie etwas hiervon?â

Kyou schÃ¼ttelte den Kopf: âSie werden eine Verbindung mit dir spÃ¼ren und sie wird zunehmen, aber sonst kenne ich die Zukunft nicht, nur die Vergangenheit. Sie werden dich beschÃ¼tzen, so wie sie es damals taten. DafÃ¼r wurden sie geboren... es ist der Sinn ihrer Existenz.â

Er sah schnell weg von ihren suchenden Augen, wissend, dass die Wahrheit seiner Worte auch auf ihn zutraf. âWir haben noch etwas Zeit, aber fÃ¼r jetzt mÃ¶chte ich, dass du aufhÃ¶rst, deine Priesterinnen-KrÃ¤fte zu verstecken, und dir deiner Umgebung bewusst wirst. Ich werde auf dich aufpassen und ich habe Toya gesagt, dass er dich ebenfalls im Auge behalten soll.â

Kyoko beobachtete ihn genau und versuchte sich in irgendeiner Weise an ihn zu erinnern. Er schien sie so gut zu kennen. Mit einem tiefen Blick in seine Augen flÃ¼sterte sie neugierig: âWie nahe standen wir uns?â

Ein Anflug von verborgener Liebe durchfuhr seine goldenen Augen bevor Kyou sich versteifte und von ihr weg rÃ¼ckte. Sein kÃ¼hles ÃuÃeres wieder zurÃ¼ck an seinem Platz, grummelte er mit einem kurzen Blick zur TÃ¼r und dann schnell wieder zu ihr: âWiederhole nicht, was ich dir gesagt habe, denn sie werden sich von selbst erinnern.â

Kyoko schrak hoch als von der TÃ¼r ein festes Klopfen zu hÃ¶ren war, bevor sich diese ohne Einladung Ã¶ffnete.

Toya hatte begonnen, sich um die Sicherheit der Frau zu sorgen und wollte unterbrechen, und sei es nur um sie vor der KÃ¤lte, von der er wusste, dass Kyou sie zustande brachte, zu schÃ¼tzen. Sein Blick fiel sofort auf sie als er eintrat.

âNun, ich sehe, sie hat ihr GesprÃ¤ch Ã¼berlebt.â Seine Iris blitzten silbern, immer noch mit dem GefÃ¼hl, dass etwas nicht stimmte. âWenn du mit Kyoko fertig bist, Suki wartet auf sie.â Toya richtete seine goldenen Augen auf Kyou, nicht wissend, dass silberne Flecken darin zu sehen waren.

Kyou schenkte Toya seinen Ã¼blichen, nichts sagenden Blick und nickte schweigend.

Kyoko sah Toya warmherzig an, denn nun, wo sie ihre Sinne gebrauchte, konnte sie fÃ¼hlen, dass er sich um sie gesorgt hatte, auch wenn er sich nicht so benahm.

'WÃ¤re fÃ¼r dich gestorben.' Kyous Worte suchten sie wieder heim.

Kyou beobachtete ihre Ungezwungenheit mit Toya und spÃ¼rte ein fernes, aber bekanntes Verlangen, das seinen Blick verdÃ¼sterte. Er erinnerte sich gut an dieses GefÃ¼hl, und seine Augen konzentrierten sich auf den silbernen BeschÃ¼tzer. WÃ¼rde sie immer eine spezielle Verbindung mit seinem Bruder haben, die sie nicht mit den anderen teilte?

Kyoko stand auf, nickte Kyou grÃ¼Ãend zu und schenkte ihm ein kurzes, geheimes LÃ¤cheln, das Toya nicht sehen konnte, dann drehte sie sich zu Toya und zeigte ihr sÃ¼Ãestes LÃ¤cheln. âKomm, wir wollen Suki nicht warten lassen.â Sie verlieÃ das Zimmer und lieÃ Toya mit einem warmen GefÃ¼hl darin zurÃ¼ck. Ein GefÃ¼hl, das nur ihr LÃ¤cheln hervorrufen konnte.

Er schÃ¼ttelte den Kopf in dem Versuch, die WÃ¤rme abzuschÃ¼tteln und sah dann finster zu Kyou als er merkte, dass dieser ihn scharf beobachtete. âWas?â, fragte Toya mit harter Stimme, wissend, dass er keine Antwort bekommen wÃ¼rde. Er entschied, dass es den Aufwand nicht wert war und so trat auch er durch die TÃ¼r und warf sie hinter sich zu. Er beeilte sich, Kyoko einzuholen.

Toya betrachtete Kyokos RÃ¼cken als sie eilig den Gang hinunter ging. Sie musste in Eile sein, von Kyou weg zu kommen. Er grinste in sich hinein und eilte, um zu ihr aufzuschlieÃen, was kein Problem war, angesichts der Tatsache, dass er ein BeschÃ¼tzer war. Seine Gedanken verfinsterten sich ein wenig, als er sich fragte, ob sie Ã¼berhaupt wusste, was er war. Er bezweifelte, dass sie es wusste, sonst hÃ¤tte sie ihn nicht so angelÃ¤chelt.

Oben an der Treppe wusste Kyoko, dass Toya zu ihr aufgeschlossen hatte, da sie ihn hinter sich fÃ¼hlen konnte. Ja, sie konnte seine mÃ¤chtige Aura spÃ¼ren, aber das GefÃ¼hl war ein wenig anders als bei Kyou. Sie schloss ihre Augen nur fÃ¼r eine Sekunde. WÃ¤hrend sie die Aura durchsuchte, entschied Kyoko dass, egal wie gemein er sich benahm, seine Aura tatsÃ¤chlich sehr warm war und ihr das GefÃ¼hl... neben vielen anderen Dingen... der Geborgenheit gab.

Sie hatte verstanden, dass Toya jÃ¼nger sein sollte als Kyou, aber sie konnte auch eine verborgene Macht in ihm wahrnehmen. Eine Macht, mit der, wenn er sie anzapfte, Toya seinen Bruder in nur einem Herzschlag Ã¼bertreffen konnte... obwohl sie bezweifelte, dass sich einer der beiden dessen bewusst war. Kyoko fand Gefallen an ihren Wahrnehmungen, nun, wo sie ihre Sinne wieder angeschaltet hatte.

âAlso...â, wandte sie sich ihm zu, â... wo sind Suki und Shinbe?â

Toya sah sie scharf mit zusammengezogenen Augen an, nun, wo ihm seine LÃ¼ge aufgetischt wurde. Wie zum Teufel, sollte er wissen, wo Suki und Shinbe waren? Er war nur zurÃ¼ckgekommen, um sie von Kyou weg zu holen.

âIch weiÃ es nichtâ, meinte er gelangweilt.

Kyoko runzelte die Stirn: âAber du sagtest...â

Toya unterbrach sie: âDu solltest mir danken dafÃ¼r, dass ich dich gerettet habeâ, erklÃ¤rte er und beugte sich vor zu ihr, als wollte er sie einschÃ¼chtern.

âGerettet wovor?â, knurrte ihm Kyoko ins Gesicht, der sein Benehmen gar nicht gefiel. Tsss, manchmal erschien er wirklich wie ein Arschloch.

âVor Kyouâ, knurrte Toya laut zurÃ¼ck in ihr Gesicht, FÃ¤uste geballt. Sie konnte ihn mit diesem hÃ¼bschen Mund wirklich in den Wahnsinn treiben. 'HÃ¼bscher Mund?' Wo zum Teufel kam das her? Er machte in seiner Verwirrung einen Ã¼berraschten Schritt zurÃ¼ck.

Sprachlos starrte Kyoko ihn einfach eine Minute lang ausdruckslos an. Dann, erst leise, aber bestÃ¤ndig lauter werdend, begann sie ihn auszulachen. âHast du?â, fragte sie, zwischen dem Lachen kaum zu Luft kommend. âWieso solltest du...â sie verstummte, verlangsamte ihr Lachen und blieb schlieÃlich bei einem breiten Grinsen stehen, obwohl ihre Augen immer noch Schalk widerspiegelten.

âDas war sehr lieb von dir. Ich wusste nicht, dass du dich um mich sorgstâ, sie rÃ¼mpfte ihre Nase in seine Richtung und bemÃ¼hte sich, ernst zu bleiben.

Toya starrte sie bÃ¶se an, er fÃ¼hlte, dass sie ihm einen Streich spielte. âAlso, hast du dich entschieden, trotzdem zu bleiben, 'Priesterin'?â, er spuckte das letzte Wort aus, als wÃ¼rde es in seinem Mund einen schlechten Geschmack hinterlassen.

Kyoko verlor ihr LÃ¤cheln und schob ihr Gesicht in das seine, wobei sie ihren Blick genau in seine goldenen Augen bohrte. âJa, habe ich, 'BeschÃ¼tzer'â, sie blinzelte ihm zum dann drehte sie sich um und rannte lachend die Treppen hinunter.

'JA!', rief Kyoko still und in Gedanken machte sie einen Strich auf ihrer Seite der Tafel: 'Kyoko eins... Toya null.'

Toyas Augen weiteten sich fÃ¼r einen Moment bevor er begriff, dass die kleine Hexe ihn reingelegt hatte. âVerdammt!â, zischte er und rannte ihr nach.

Kyoko war beinahe am FuÃe der Treppe angekommen, als ihre Priesterinnen-Sinne sie Ã¼berrumpelten. Sie fÃ¼hlte einen anderen BeschÃ¼tzer, auÃer Toya, und sah sich um. Die einzige Person, die nahe genug war, um dieses GefÃ¼hl zu verursachen, war ein Student, der unten an der Treppe stand und sie interessiert beobachtete.

Als sie ihn genauer ansah, wurde sie verzaubert von den violetten StrÃ¤hnen, die sich durch sein ungezÃ¤hmtes Haar zogen, und den schÃ¶nsten Augen. Als sie diese Augen betrachtete, hÃ¤tte sie schwÃ¶ren kÃ¶nnen... ein Glitzern jeder Farbe in den Iris erscheinen zu sehen.

Toya stand nun hinter Kyoko. Als er ihr plÃ¶tzliches Stehenbleiben sah, erkannte er, dass sie Kamui anstarrte. 'Also kann sie die Unsterblichen nun erkennen', dachte Toya insgeheim. Er griff hinunter und packte ihren Arm: âKomm, ich werde euch vorstellen.â

Toya hatte seit dem Moment, wo er Kamui getroffen hatte, eine SchwÃ¤che fÃ¼r den Jungen. Alles, was er wirklich Ã¼ber ihn wusste, war, dass er keine Eltern hatte, und dass er bei Pflegeeltern aufgewachsen war, bis ihm Kyou den Platz hier angeboten hatte.

Kyoko lieÃ zu, dass sie von Toya halb gezogen, halb geschleift, die Treppe hinunter zu dem Fremden befÃ¶rdert wurde. Sie wusste, dass er auch unsterblich war, aber sie fÃ¼hlte auch eine Ã¼berwÃ¤ltigende GÃ¼te. Sie lieÃ ihre Sinne seine Aura erkunden und fand dort WÃ¤rme und... eine verborgene Unschuld, die nur ein Kind haben konnte.

âHallo Toya, wen hast du denn da?â Kamuis glitzernde Augen beobachteten sie fasziniert. Er hatte ein GefÃ¼hl, als hÃ¤tte er schon so lange auf sie gewartet... obwohl er keine Ahnung hatte, wer sie war. Es war, als hÃ¤tte er sie schrecklich vermisst. Er fÃ¼hlte sich, als kÃ¶nne er nun endlich wieder atmen und er atmete ein, um sich das zu beweisen, aber als er das tat, nahm er ihren Geruch war, und erkannte, dass er ihm bekannt zu sein schien.

An Toya gewandt fragte er: âWas hast du gemacht... hast du dir eine Freundin gefangen?â Kamui feixte, als seine Augen vor SpaÃ aufleuchteten.

âNatÃ¼rlich nichtâ, brummte Toya. âSie ist Ã¼berhaupt nicht mein Typ.â

âWoher willst du das wissen? Du hattest noch nie eine Freundin.â Kamui lachte laut Ã¼ber seinen eigenen Witz.

Kyoko versuchte, nicht zu kichern, aber als sie die Heiterkeit in Kamuis Augen gepaart mit dem finsteren Ausdruck in Toyas Gesicht sah, konnte sie es nicht verhindern.

âDas ist Kyokoâ, Toya wandte sich ihr zu, wobei er ihren Arm los lieÃ, als wÃ¼rde ihm dabei erst auffallen, dass er sie noch festhielt. âKyoko, das ist Kamui. Er ist auch mit einem Stipendium hier und wird in denselben Kursen sein, wie du.â

âJa, ich bin einer der Sozialschmarotzer hierâ, sagte Kamui mit einem ernsten Gesicht, was dazu fÃ¼hrte, dass Kyokos Lachen, das sie kaum mehr zurÃ¼ckhalten hatte kÃ¶nnen, nun endgÃ¼ltig ausbrach.

Sie drehte sich zu Kamui und streckte ihre Hand aus. Mit einem sehr freundlichen LÃ¤cheln, wobei sie das Geheimnis, dass, wenn er ein Stipendium hatte, sie wusste, dass er in der Vergangenheit ein Freund gewesen war, fÃ¼r sich behielt, sagte sie: âHallo Kamui, schÃ¶n dich kennen zu lernen. Wie lange bist du schon hier an der Uni?â

Kamui mochte die Frau sofort. âUngefÃ¤hr zwei Jahre. Und was macht Hitzkopf hier? Dich herum fÃ¼hren?â, er sah grinsend auf Toya, dann wieder zurÃ¼ck zu ihr, wobei sein LÃ¤cheln wÃ¤rmer wurde. Die schelmische Seite seiner PersÃ¶nlichkeit kam zum Vorschein, und er nahm Kyokos Hand in die seine. Mit einer leisen Verbeugung brachte er ihre weiche Hand zu seinen Lippen und setzte einen sanften Kuss auf ihre Finger.

Kamui musste beinahe lachen, als er den wÃ¼tenden Blick sah, den Toya ihm zuwarf. Nur ein Idiot konnte die offensichtliche Anziehung Ã¼bersehen, die die liebliche Kyoko auf den anderen Mann ausÃ¼bte.

Kyoko errÃ¶tete ein wenig und kicherte Ã¼ber den Begriff 'Hitzkopf'. Als sie Toya Kamui anstarren sah, grinste sie. âEigentlich waren wir gerade auf der Suche nach Shinbe und Suki. Hast du einen der beiden...â

Bevor Kyoko auch nur ausreden konnte, ergriff sie jemand am Arm und zog sie zwischen Toya und Kamui hervor. Nachdem sie ihren Kopf schnell drehte, fand sich Kyoko in das besorgte Gesicht von Suki sehen.

âWar alles in Ordnung, Kyoko? Du bleibst hier, nicht wahr?â, Suki klang Ã¤uÃerst bittend.

Kyoko nickte und hÃ¶rte plÃ¶tzlich wieder Kyous sanfte Stimme, die ihr zuflÃ¼sterte, dass sie bleiben sollte. âIch gehe nirgendwo hin.â Sie nickte Ã¼ber Sukis Schulter Shinbe zu und erkannte, dass er ebenso glÃ¼cklich mit ihrer Antwort war, wie Suki.

Toya hob eine Augenbraue als er Kyokos Worte hÃ¶rte. Er fragte sich, was genau Kyou ihr erzÃ¤hlt hatte, um sie so sehr zu Ã¼berzeugen. Sie benahm sich nun so anders, sie schien beinahe glÃ¼cklich zu sein. Normalerweise, wenn Kyou mit jemandem alleine sprach... war er danach stundenlang gereizt. Der Mann konnte sogar ihm ab und zu Angst einjagen.

Kyoko nahm Sukis Arm und zog sie zur Treppe: âDu musst mir helfen, etwas zu finden, was ich heute Abend anziehen kann, wenn wir tanzen gehen.â Die beiden Frauen gingen dicht nebeneinander die Treppen hoch, wÃ¤hrend sie plauderten. Sie benahmen sich, als wÃ¼rden sie sich schon ewig kennen.

Shinbe, Kamui und Toya sahen den beiden MÃ¤dchen nach. Shinbe fragte Toya mit besorgter Stimme: âWeiÃ sie, was hier wirklich vor sich geht?â

Toya beobachtete, wie sich Kyokos Lippen bewegten, wÃ¤hrend sie mit Suki redete. âJa, ich glaube schon.â Dann wandte er sich wieder zu ihnen zurÃ¼ck und wechselte das Thema: âKamui, kommst du heute Abend mit uns mit?â

Shinbe riss erstaunt die Augen auf. âToya? Kommst du ernsthaft mit zum Tanzen?â, seine Stimme klang schockiert. 'Das hÃ¶rt sich gar nicht nach Toya an', dachte er innerlich.

âHey, mir wurde aufgetragen, sie wie ein Adler im Auge zu behalten, also habe ich wohl keine Wahl, oder?â Toya tat so, als wÃ¤re er darÃ¼ber verÃ¤rgert, sodass die anderen glauben wÃ¼rden, dass er es gegen seinen Willen tat. Aber in Wirklichkeit wollte er sie plÃ¶tzlich wirklich nicht mehr aus den Augen lassen.

Sein Herzschlag pochte unter seiner Haut, als wolle er ihn dazu anweisen, sie um alles in der Welt zu beschÃ¼tzen, egal, ob ihm das aufgetragen worden war, oder nicht. Es war keine groÃe Hilfe, dass in seinen Gedanken nun Kyoko sich zu einem donnernden Rhythmus auf einer vollen TanzflÃ¤che bewegte. Seine BeschÃ¼tzerinstinkte bohrten sich an die OberflÃ¤che und er wollte beinahe, dass sie nicht ging.

Ein leises Knurren bahnte sich den Weg aus Toyas Kehle und er schÃ¼ttelte seinen Kopf, versuchte, den Gedanken an so viele Augen auf ihr zu vertreiben... Augen, die dort nicht hingehÃ¶rten.

âJa, hÃ¶rt sich gut an. Ich komme mitâ, meldete sich Kamui zu Wort. âWir mÃ¼ssen am Wochenende etwas tun, um uns von diesem Ort abzulenken.â Er fÃ¼hlte sich beinahe Ã¼bermÃ¼tig durch die Erleichterung, die das Wissen, dass Kyoko von nun an hier sein wÃ¼rde, ihm gab. âAuÃerdem mÃ¼ssen wir eine Freundin fÃ¼r Toya findenâ, bemerkte er unschuldig.

âWer sagt, dass ich eine Freundin brauche, du kleiner Dummkopf?â, brummte Toya, und gab Kamui einen Klaps auf den Kopf. âDu wÃ¼sstest noch nicht einmal, was eine Freundin ist, wenn sie dich in den Hintern beiÃen wÃ¼rde.â

Shinbe grinste: âIch glaube, ich bin der einzige hier, der weiÃ, was eine Freundin ist, aber ich kann euch zwei Jungfrauen zeigen, wenn ihr es ausprobieren wollt.â Er machte schnell einen Schritt zurÃ¼ck, als sich beide nach ihm umdrehten und ihm bitterbÃ¶se Blicke zuwarfen.

Schnell wechselte Shinbe das Thema, nickte und kam ein wenig nÃ¤her zu Toya. âKyou hat dir aufgetragen, Kyoko im Auge zu behalten?â Sein Blick wanderte in die Richtung, in die sie verschwunden war. âWeiÃt du... in letzter Zeit habe ich hier eine Verschiebung im Gleichgewicht bemerkt, als wÃ¼rde etwas bald passieren wollen. Das BÃ¶se kommt nÃ¤her. Ich frage mich, ob sie etwas damit zu tun hat.â Shinbes Instinkte hatten fast immer recht, und er machte sich Sorgen.

Toya hatte das auch gefÃ¼hlt, und er wollte Antworten. âNun, es gibt keine bessere Zeit als das Jetzt. Wieso gehe ich nicht einfach hoch und frage Eismann um die Wahrheit?â Er wusste, dass Kyou etwas versteckte und er wÃ¼rde herausfinden, was es war.

Bevor Shinbe in aufhalten konnte, war Toya schon am Weg die Treppen hinauf. Shinbe erschauderte: âIch hasse es, wenn sie im selben Raum sind. Ich habe es gesehen, es ist nicht schÃ¶n. Sie benehmen sich wie BrÃ¼der oder so.â Seine violetten Augen streiften die Sterne, als er Toya zwei Stufen auf einmal nehmend hoch laufen sah.

Kamui nickte, wissend, dass Kyou ihn manchmal zu Tode Ã¤ngstigte. âBesser er als ich. Wir sehen uns heute Abend.â Er ging weg und lieÃ Shinbe zurÃ¼ck, der immer noch die Treppen beobachtete.

Tief in Shinbes Geist, wo seine BeschÃ¼tzerkrÃ¤fte sich in seinem Selbst spiegelten, wunderte er sich Ã¼ber das vertraute GefÃ¼hl, das ihm die Priesterin, die soeben zu ihnen empor gestiegen war, gab. Er suchte tief in seiner Seele nach der Antwort, als er seine Augen schloss.

Als er seine violetten Augen wieder Ã¶ffnete, glitzerten sie voller Geheimnisse, die nur er wissen wÃ¼rde.








*****

Kyou machte sich darÃ¼ber Gedanken, wie er mit Kyoko umgehen sollte, nun dass er sie dort hatte, wo er sie wollte. Er wurde abrupt unterbrochen, durch ein Klopfen an der TÃ¼r. Er blinzelte einige Male und unterdrÃ¼ckte den Drang, seine goldenen Augen zu verdrehen, wissend, dass es nur Toya sein konnte. Kyou schenkte der TÃ¼r einen bÃ¶sen Blick, gerade als diese sich ohne Einladung Ã¶ffnete.

Toya marschierte geradewegs herein und suchte sofort nach seinem Ziel. Er sah Kyou zurÃ¼ckgelehnt auf dem Sofa. âWas zum Teufel geht mit Kyoko vor?â, kam er sofort zur Sache.

Kyous Augen richteten sich schnell auf Toya, aber sein Gesicht zeigte kein Interesse an der Frage.

Toya kannte Kyous Launen besser als jeder andere, und er wusste, er hÃ¤tte ihn nicht einmal angesehen, wenn er nicht schon einen wunden Punkt getroffen hÃ¤tte. Kyou zu lesen war seine Wissenschaft. Sogar ein Blinzeln hatte eine Bedeutung, wenn es von Kyou kam. Toya umrundete den Tisch um ihm gegenÃ¼ber auf einem gepolsterten Stuhl Platz zu nehmen.

âKomm schon, ich bin nicht dumm. Wenn du willst, dass ich sie beschÃ¼tze, musst du mir sagen, wieso. SchlieÃlich sind wir anderen auch alleine, wieso ist sie anders?â Er pfauchte, als wÃ¼rde ihn der Gedanke anwidern: âSie ist nur ein schwaches Menschen-MÃ¤dchen.â

Toya ergriff die Klauen-besetzte Hand, die sich plÃ¶tzlich um seine Kehle schloss und sah in das sehr wÃ¼tende Gesicht von Kyou.

âDu wirst tun, was ich dir sageâ, Kyous Stimme zitterte vor Zorn.

Toyas Augen zogen sich zusammen. Nun wusste, er dass etwas los war. âGutâ, zischte er, und wurde zur Belohnung frei gelassen. Er sah zu, wie Kyous Wut sofort verschwand, als er sich wieder auf den Platz ihm gegenÃ¼ber setzte, seine kalte Maske wieder zurÃ¼ck auf ihrem Platz erschien und alles verbarg, was dahinter war. Toya schÃ¼ttelte den Kopf. âDu musst mir sagen, wieso sie so wichtig ist, fÃ¼r 'dich'.â Er betonte das letzte Wort.

Kyou stimmte ihm halb zu. Er hatte Toya aufgezogen, seit dem Tag, an dem er geboren wurde. Er hatte gewusst, dass sein Bruder in der NÃ¤he war, in dem Moment, als dieser seinen ersten Atemzug getan hatte, und er hatte ihn seinen Eltern gestohlen, die ihn nicht verstanden hÃ¤tten. Mit seinen anderen Geschwistern war es dasselbe gewesen, aber er hatte sich entschieden, sie eine Weile aus einiger Ferne zu beobachten.

Er hatte gehofft, Toyas PersÃ¶nlichkeit irgendwie Ã¤ndern zu kÃ¶nnen, aber es schien, dass sie ihn bis in dieses Leben begleitete, egal, was Kyou versuchte, um das zu Ã¤ndern. Im Endeffekt war Toya immer noch Toya, egal welches Leben er lebte. Er hatte gedacht, dass das Treffen mit Kyoko vielleicht Erinnerungen an die Vergangenheit hervorrufen hÃ¤tte kÃ¶nnen, aber sein Bruder zeigte bisher keine Anzeichen dafÃ¼r. Nur Interesse. Kyous Augenbrauen runzelten sich bei dem Gedanken.

âDu fÃ¼hlst nichts fÃ¼r sie?â, fragte er in einem Ton, der Toya zum Winseln brachte.

âSollte ich das?â, schoss Toya zurÃ¼ck, wissend, dass er sehr wohl etwas fÃ¼r sie fÃ¼hlte, aber das nie zugeben wÃ¼rde. Er verschrÃ¤nkte die Arme vor sich und erschien verÃ¤rgert wie immer, sich nicht des Silbers bewusst, das in seinen goldenen Augen tanzte.

âJaâ, kam die leise Antwort.

âVerdammt! Was macht sie fÃ¼r uns so besonders?â Toya warf verzweifelt seine HÃ¤nde in die HÃ¶he.

Kyous Blick forderte seinen heraus: âSie ist diejenige, auf die wir gewartet haben.â

Toyas Augen wurden groÃ. Seit er sich erinnern konnte, hatte Kyou ihm immer gesagt, dass sie sich vorbereiten mussten, auf denjenigen, der den SchÃ¼tzenden Herzkristall in sich trug. Er wollte doch bestimmt nicht sagen... wieso sollte so ein mÃ¤chtiger Kristall in so einem schwachen MÃ¤dchen sein? Er hatte irgendeine Art von Krieger erwartet... nicht ein einfaches MÃ¤dchen.

âSie ist der Grund, weshalb du sie alle hier versammelt hast?â Seine Augenbrauen hoben sich fragend.

Kyou hatte immer davon abgesehen, Toya von seiner Vergangenheit zu erzÃ¤hlen, aber er hatte ihn vor seiner Zukunft gewarnt. âDu musst sie beschÃ¼tzen, koste es, was es wolle.â

Das Zimmer war still als Toyas Gedanken sich wie ein Wirbelwind im Kreis drehten. In letzter Zeit hatte er begonnen, eine Zunahme von dÃ¤monischen Schwingungen in der Gegend wahrzunehmen, als ob mehr von ihnen geboren werden wÃ¼rden und die Seite des BÃ¶sen stÃ¤rker wurde.

âAlso sie ist es. Was muss ich sonst noch wissen?â Er fÃ¼hlte sich beinahe erleichtert, mit dem Wissen, dass das der Grund war, wieso er so ein Interesse an Kyoko zeigte, aber in diesem Moment wollte er diese GefÃ¼hle, die Eifersucht verrieten, nicht weiter erkunden.

Kyou hatte die Wahrheit so lange versteckt, dass er sich nicht sicher war, ob er bereit war, die Erinnerungen zu teilen. Der Gedanke an Toyas NÃ¤he zu Kyoko in der Vergangenheit half auch nicht weiter. Vielleicht sollten manche Dinge besser vergessen werden. Die beiden waren manchmal unzertrennlich gewesen. âDu wurdest wieder geboren, um sie zu beschÃ¼tzen und ich habe Ã¼ber Tausend Jahre gelebt und auf sie gewartet. Vorerst... ist das alles, was du wissen musst.â

Toya schnaubte leise und lachte dann finster. âDas ist alles, was ich wissen muss, ja?â Er fuhr mit seinen Fingern durch sein langes Haar und fÃ¼hlte einen Ã¼berwÃ¤ltigenden Drang, sinen versteckten Zorn los zu lassen, dessen er sich nicht einmal bewusst war. âIst das der Grund, wieso du sie mit so hitzigen Augen ansiehst? Du sagst, wir standen uns nahe... bist du in Wirklichkeit eifersÃ¼chtig wegen etwas, das vor langer Zeit passiert ist, mit einem MÃ¤dchen, das dich wahrscheinlich nicht einmal von der Seite ansehen wÃ¼rde?â Toyas Augen blitzten... nun in geschmolzenem Silber.

Kyou fletschte Ã¼ber Toyas MutmaÃung beinahe die ZÃ¤hne. Es gab Momente, wo das WahrnehmungsvermÃ¶gen des Jungen fast unertrÃ¤glich wurde.

âÃbersteigere nicht meine Geduld, Toya. Kristall oder nicht, ich werde deine Anschuldigungen oder Verblendung eigener GrÃ¶Ãe nicht akzeptieren, wenn sie die Priesterin betreffen. Du wurdest auserwÃ¤hlt um sie zu beschÃ¼tzen... es ist mir egal, ob dir das gefÃ¤llt. Dein Temperament wirst du im Zaum halten, und du wirst davon absehen, dich an ihre Person heran zu machen. Ist das klar?â Sein Blick war nun tÃ¶dlich, als er sich auf seinen jÃ¼ngeren Bruder richtete.

Eiszapfen hÃ¤tten auf Kyous Worten wachsen kÃ¶nnen und Toya erkannte, dass die Unterhaltung beendet war, vorerst zumindest. Er stand auf und verlieÃ den Raum, ohne ein Wort und ohne sich noch einmal umzudrehen. Als er vor der Wohnung seines Bruders war, blieb er stehen und betrachtete Kyokos TÃ¼r. Er konnte sie in dem Zimmer vor sich fÃ¼hlen.

Er hob eine Hand um anzuklopfen, er wollte bei ihr sein, doch er wusste, dass er im Moment keinen Grund dazu hatte. Er steckte seine Hand tief in seine Hosentasche und drehte sich um, um den Korridor hinunter zu gehen.

WÃ¤re jemand anders im Gang gewesen, hÃ¤tte er einen schimmernden Umriss von silbernen FlÃ¼geln zu sehen bekommen, die auf Toyas RÃ¼cken erschienen, ehe sie wieder verschwanden, ohne dass der nun silber-Ã¤ugige BeschÃ¼tzer sie bemerkte.



Kapitel 5 "Geknurrte Warnungâ



Kyoko nahm ein Gummiband von ihrem Badzimmertischchen und band einen Teil ihres unbÃ¤ndigen, braunen Haares in einen Pferdeschwanz, der sich dann in einer kurzen oberen Schicht Ã¼ber die lÃ¤ngere untere Schicht, die offen Ã¼ber ihren RÃ¼cken floss, legte. Sie beugte sich nach vor, um ein kleines Bisschen Puder aufzutragen, stand dann auf und ging hinÃ¼ber zu dem mannshohen Spiegel, um ihr Aussehen zu begutachten. Suki hatte sie dazu Ã¼berredet, ihre Kleider zu tragen, und Kyoko fÃ¼hlte sich anders.

Das schwarze Minikleid wehte hinaus, als sie sich drehte, und zeigte gut geformte Beine, aufgrund des vielen Sports, den sie trieb. Das enge, pinke Oberteil hatte im RÃ¼cken schwarze Spitzen und vorne einen Spitzen-V-Ausschnitt, der beinahe bis zu ihren BrÃ¼sten ging. Kyoko schÃ¼ttelte den Kopf Ã¼ber die entblÃ¶Ãte Haut.

Sie fragte sich, ob Suki denn nicht genauso hinter Shinbe her war, wie er hinter ihr. Als sie ihre Ohrringe befestigte, fragte sie sich, wieso sie sich dazu Ã¼berreden hatte lassen, wie ein wildes MÃ¤dchen auszusehen. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als jemand zÃ¶gerlich an der TÃ¼r klopfte.

Mit einem Ohrring immer noch in der Hand, Ã¶ffnete sie die TÃ¼r und strahlte da sie sich sofort besser fÃ¼hlte, als sie sah, dass Suki noch wilder angezogen war, als sie. âOh Suki, du wirst sie heute alle umwerfenâ, sagte sie, als sie ihre Freundin von Kopf bis FuÃ betrachtete.

Suki trug schwarze Lederhosen und ein blaues, durchsichtiges Top mit langen, weiten Ãrmeln, das ihre Figur betonte. Kyoko schÃ¼ttelte den Kopf, als sie daran dachte, wie oft Shinbe heute Nacht eine Klatsche bekommen wÃ¼rde.

âDu fragst ja richtig darum, dass Shinbe dich begrapschtâ, meinte sie mit hochgezogenen Augenbrauen, ihre grÃ¼nen Augen strahlten vor FrÃ¶hlichkeit.

Suki betrachtete Kyoko und nickte zufrieden. âJa, ich habe so ein GefÃ¼hl, dass heute Nacht das letzte Mal fÃ¼r einige Zeit sein kÃ¶nnte. Ich habe von Shinbe das GerÃ¼cht gehÃ¶rt, dass wir ab Montag noch hÃ¤rter trainieren mÃ¼ssen als bisher.â Ihre Augen leuchteten: âAber fÃ¼r heute, lass uns SpaÃ haben. Dir wird dieser Club gefallen, wo wir hingehen. Er ist riesig, und die Band, die heute spielt, wird richtig Gas geben.â

Suki sah sich in Kyokos Zimmern um, wobei ihre Augen groÃ wurden. âWow! Ich war hier noch nieâ, ihr Blick fiel wieder zurÃ¼ck auf Kyoko. âNiemand auÃer Toya darf hier eigentlich hin. Ist dir das klar, nur er, du und Kyou sind in dieser Etage?â Sie hatte so viel Angst gehabt, hier hoch zu kommen, dass sie erst Toya um Erlaubnis gefragt hatte, bevor sie zu Kyokos Zimmern ging.

Kyoko wusste, Kyou musste sie in seiner und Toyas NÃ¤he gewollt haben, um besser auf sie aufpassen zu kÃ¶nnen. Sie erinnerte sich an alles, was er gesagt hatte, und wusste, dass er recht gehabt hatte, als er meinte, sie und Suki waren Freundinnen gewesen, denn aus irgendeinem Grund hatte sie das GefÃ¼hl, als kenne sie sie schon ewig.

Sie schluckte den Klumpen, der sich plÃ¶tzlich in ihrem Hals gebildet hatte, hinunter: âVielleicht waren alle anderen Zimmer schon besetzt, wer weiÃ.â Sie steuerte auf die TÃ¼r zu: âAber ich weiÃ, dass ich heute Abend SpaÃ haben will, denn du hast wohl recht, vielleicht ist es das letzte Mal fÃ¼r eine Weile.â

Die Hand am TÃ¼rgriff erstarrte sie und runzelte die Stirn: 'Jemand ist dort drauÃen.' Sie fÃ¼hlte, wie sich bei dieser Erkenntnis ein kalter Schauer Ã¼ber ihren RÃ¼cken wÃ¤lzte.

Kyoko Ã¶ffnete langsam die TÃ¼r und sah hinaus auf den Gang. Nachdem sie niemanden sehen konnte, Ã¶ffnete sie sie ganz und Suki folgte ihr hinaus. Sie drehte sich um, um die TÃ¼r hinter sich abzuschlieÃen und wirbelte dann sofort wieder herum, um Suki anzusehen, als sie ein Ã¼berraschtes âAarghâ von ihrer Freundin kommen hÃ¶rte. Da, in seiner TÃ¼r, stand Kyou und sah sie an... und er sah nicht glÃ¼cklich aus.

Kyou sah Kyoko nur kurz an und fÃ¼hlte, wie seine Wut wuchs. Er warf seine Augen auf Suki, Ãrger deutlich sichtbar auf seinem Gesicht.

âLass uns alleineâ, forderte er mit einer gefÃ¤hrlich kalten Stimme.

Suki schenkte Kyoko einen entschuldigenden Blick aber tat schnell wie ihr geheiÃen, wissend, dass es besser war, nicht zu zÃ¶gern. Sie wollte sich nicht schlecht stellen mit Kyou, und auÃerdem fÃ¼rchtete sie sich vor dem Mann. Seit sie ihn zum ersten Mal getroffen hatte, war sie sich dessen bewusst, dass er ein sehr mÃ¤chtiger Unsterblicher war, und dass man sich besser mit ihm gut stellen sollte. Sie war froh, dass er auf ihrer Seite war, und kein Feind.

Kyoko verschrÃ¤nkte ihre Arme vor sich, enttÃ¤uscht, als sie Suki weglaufen und verschwinden sah. Sie drehte sich zurÃ¼ck um zu erkennen, dass sie nun das Ziel von Kyous Aufmerksamkeit war, und in diesem Moment sah er nicht glÃ¼cklich aus. Sie hob eine Augenbraue und wartete. Als er einfach nur dastand und sie mit seinen verÃ¤rgerten, goldenen Augen durchbohrte, fÃ¼hlte sie, wie ihre Wut aufkochte. 'Verdammt seien er und seine stechenden Augen.'

âWas habe ich getan?â, fragte sie schlieÃlich, als sie aufgegeben hatte, zu warten, dass er es ihr von selbst sagte.

Kyou war verÃ¤rgert gewesen, als er Sukis Anwesenheit auf dieser Etage gefÃ¼hlt hatte. Dann, als er sie in diesem Aufzug das Zimmer verlassen gesehen hatte, wusste er, es war nicht klug, Kyoko so gehen zu lassen. Nicht nur war dann der Feind eine Gefahr fÃ¼r sie, sondern auch jeder BeschÃ¼tzer, DÃ¤mon, oder Mensch, der sich mit ihr paaren wollte. Kyou drehte schon bei dem Gedanken daran fast durch.

âNiemand auÃer dir und Toya soll jemals auf diese Etage kommen, ohne meine Erlaubnis, verstanden?â, seine Stimme klang als beschimpfte er sie.

Kyoko wollte aufbrausen aber erinnerte sich schnell daran, dass dies sein GebÃ¤ude war, und also er die Regeln machte. âEs tut mir leid, ich wusste das nichtâ, sagte sie ihm wahrheitsgemÃ¤Ã. Als sie fÃ¼hlte, wie ihre Wut verrauchte, begann sie vor sich mit ihren Fingern zu spielen. Sie begann zu zappeln, denn er sah um nichts frÃ¶hlicher aus, nun, dass sie sich entschuldigt hatte.

Kyou kam einen Schritt auf Kyoko zu. Als er auf sie hinunter sah, erkannte er, dass er beinahe in ihr T-Shirt sah. âIch wurde nicht darÃ¼ber informiert, dass du fÃ¼r heute Abend PlÃ¤ne hattest.â Er fÃ¼hlte, wie ihr GemÃ¼t sich bei diesen Worten verdÃ¼sterte und ihre Augen blitzten ein wenig heller, aber es war ihm egal. Wenn er sie beschÃ¼tzen sollte, dann musste er wissen, wo sie hin wollte. Er wusste, wie die MÃ¤dchen an der Uni sich benahmen, aber er konnte riechen, dass Kyoko noch unberÃ¼hrt war, anders als die anderen... unschuldig.

Kyoko kaute auf ihrer Unterlippe und fragte sich, ob sie ihn Ã¼ber jeden ihrer Schritte informieren musste. âIch wusste nicht, dass ich es dir sagen muss, wenn ich ausgeheâ, sie versuchte, mit ruhiger Stimme zu sprechen, aber sie wusste, dass sie sich gegen ihn behaupten musste, wenn sie noch ein wenig Freiheit haben wollte.

âIch gehe heute mit Suki und Shinbe ausâ, sagte sie mit fester Stimme, in der Hoffnung, dass er sie nicht davon abhalten wollte.

Kyou kam einen Schritt nÃ¤her, nur damit sie einen Schritt zurÃ¼ck wich, sodass sie nicht zu ihm hoch sehen musste. Er grinste innerlich, als er noch einen Schritt nach vorne ging. Sie stand buchstÃ¤blich mit dem RÃ¼cken an der Wand und er umgab sich mit ihrem Duft.

âIn diesem Aufzug?â, seine Stimme klang wÃ¼tend.

Kyokos Augen wurden groÃ, nun, dass er nur Zentimeter von ihr entfernt war und sie zu ihm hoch sehen musste. Er war so groÃ. Was hatte er gesagt? Ihre Augen fokussierten wieder. Aufzug...?

âWas ist das Problem damit?â Sie kauerte sich gegen die Wand, als er sein Gesicht zu ihr hinunter beugte. Sie konnte seinen warmen Atem in ihrem Nacken fÃ¼hlen.

âSuchst du nach einem Sex-Partner?â, flÃ¼sterte er gefÃ¤hrlich in ihr Ohr.

Kyoko hatte plÃ¶tzlich Angst vor dem BeschÃ¼tzer, der vor ihr stand. Die Worte, die er von sich gegeben hatte, hÃ¤tten sie unter normalen UmstÃ¤nden zornig gemacht, aber nun wollte sie nur einen schÃ¶nen, dunklen Winkel finden, in dem sie sich verkriechen konnte. Wenn eine Stecknadel gefallen wÃ¤re, es hÃ¤tte wie ein Donner in der Stille geklungen. Sie fuhr beinahe aus der Haut vor Schreck, als sie eine andere Stimme, so nahe, hÃ¶rte.

âKyoko, bist du fertig?â Toya lehnte an der Wand und sah ihnen zu. Er konnte Kyokos Angst aus fÃ¼nf Metern Entfernung riechen. Er schenkte Kyou einen bÃ¶sen Blick als er zusah, wie Kyoko sich unter dessen Arm duckte und schnell zu ihm lief.

Kyou richtete sich wieder auf und sah wieder vÃ¶llig gleichgÃ¼ltig aus, als er Toya zwischen ihn und Kyoko treten sah, sodass er sie vor seinem Blick schÃ¼tzte.

Nun, wo habe ich das frÃ¼her schon einmal gesehen, dachte er verÃ¤rgert, dann stellte er kalt fast: âWenn sie geht, dann bleibst du immer an ihrer Seite.â Die Muskeln in seinem Kiefer spannten sich an, als er seine ZÃ¤hne zusammen biss, es gefiel ihm gar nicht, dass Toya sie so sparsam bekleidet sah.

Toya wusste, dass Kyou es ernst meine, und der Blick in seinen Augen schickte ihm beinahe kalte Schauer Ã¼ber den RÃ¼cken. âDas weiÃ ich schonâ, schnappte er, dann drehte er sich um und nahm Kyokos Hand. âKommâ, bat er sanft.

Kyoko hatte nichts dagegen einzuwenden und es stÃ¶rte sie noch nicht einmal, dass Toya sie praktisch vor sich her fliegen lieÃ. 'Je schneller, desto besser', dachte sie. Im Moment wollte sie nichts lieber als sich zu beeilen, nun wo sie vÃ¶llig auÃer sich war, segelte sie beinahe die Treppen hinunter.

Toya lieÃ ihre Hand los, sobald er wusste, sie waren auÃerhalb von Kyous Sichtweite. Er sah zu, wie sie einen Zahn zulegte und runzelte die Stirn. Er hatte gehÃ¶rt, was Kyou zu ihr gesagt hatte. Nachdem er ein BeschÃ¼tzer war, funktionierte sein GehÃ¶r ausgezeichnet. Er war gekommen, um Kyoko zu suchen, als Suki die Treppen praktisch hinunter geflogen war und ihn dabei beinahe umgerannt hatte.

Es hatte ihn sehr verÃ¤rgert, als er die Worte gehÃ¶rt hatte, die Kyou in Kyokos Ohr geflÃ¼stert hatte und er fand es schwer, so zu tun als hÃ¤tte er sie nicht gehÃ¶rt. Er hatte nie daran gedacht, Kyou zu verletzen, aber... der Gedanke, dass Kyou solche Dinge zu Kyoko sagte, trieb ihn zur WeiÃglut. Sie hatte nichts getan, womit sie eine solche Behandlung verdiente.

Toya versuchte, das GefÃ¼hl, das er hatte, zu verdrÃ¤ngen, als sie sich mit den anderen trafen.

*****

Als sie das Lokal betraten, merkte Suki, dass Kyoko immer noch ungewÃ¶hnlich still war und fand schlieÃlich den Mut zu fragen: âWas wollte Kyou Ã¼berhaupt von dir?â

âNichts Bestimmtesâ, antwortete Kyoko, die nicht wirklich darÃ¼ber reden wollte, und dann, als ihr einfiel, was er noch gesagt hatte: âEr hat gesagt, dass von nun an, niemand auÃer mir und Toya diese Etage betreten darf.â Sie zuckte traurig die Schultern und bemerkte dann, dass Toya sie noch immer beobachtete.

Sie fragte sich, ob er gehÃ¶rt hatte, was Kyou gesagt hatte, dann errÃ¶tete sie und sah schnell wieder weg, sie wollte die Antwort auf diese Frage gar nicht wirklich wissen. Dies war wohl ihre letzte Nacht in Freiheit, also verwarf sie alle anderen Gedanken und sah sich um, sie wollte hier diese Nacht SpaÃ haben.

Sukis Augen wurden groÃ, als sie Arme fÃ¼hlte, die sich von hinten um sie schlossen, und sie gegen einen starken KÃ¶rper zogen. Als sie ihren Hals so verdrehte, dass sie sehen konnte, trafen ihre Augen auf violette.

Shinbe beugte seinen Kopf hinunter, liebkoste mit seinem Gesicht ihren Nacken und grinste. âKomm, tanz mit mirâ, forderte er mit verfÃ¼hrerischer Stimme.

âAber wir sind doch gerade erst hergekommenâ, versuchte Suki sich halbherzig los zu reiÃen.

âIch weiÃâ, Shinbe zwinkerte Kyoko zu. âIch will dich begrapschen, bevor es sonst jemand tun kann. Er lieÃ seine Hand verfÃ¼hrerisch Ã¼ber ihren Bauch gleiten, bevor er sie in seinen Armen drehte, sodass sie in sein Gesicht sah. Mit einem verschmitzten Blick zu Kyoko erklÃ¤rte er: âSie kommt vielleicht zurÃ¼ck.â

Suki nickte und versuchte, das Rot, das sich sofort Ã¼ber ihre Wangen ausbreitete, zu verstecken. Shinbe fÃ¼hrte sie weg zur TanzflÃ¤che und lieÃ Kyoko mit Toya alleine stehen.

Kyoko wusste, ihre Nerven hielten nicht viel mehr aus, und sie machte sich auf den Weg zur Bar in der Hoffnung, dass ein wenig Alkohol sie ein wenig lockerer machen wÃ¼rde. Sie sah nicht einmal zurÃ¼ck um zu sehen, ob Toya ihr folgte. Sie wusste, er hatte den Befehl bekommen, auf sie aufzupassen. Es war nicht so als wÃ¤ren sie auf einem Date. Er tat ihr beinahe leid.

Sie wandte sich an den Mann hinter der Bar und sagte mit einem Schulterzucken: âWas auch immer eure SpezialitÃ¤t ist.â Sie lÃ¤chelte und er nickte. Sie legte einen Zwanziger auf die Bar. Sie hatte keine Ahnung, was sie bestellen sollte, angesichts der Tatsache, dass dies das erste Mal war, dass sie Ã¼berhaupt in eine Bar ging. Sie gab vor, dass sie es schon tausendmal gemacht hatte, weil sie es schon so oft im Fernsehen und in Filmen gesehen hatte... sie hoffte nur, dass niemand ihre NervositÃ¤t bemerken wÃ¼rde.

Toya kam und stellte sich neben Kyoko nachdem er bemerkte, dass der Barmann sie beobachtete, wÃ¤hrend er ihr GetrÃ¤nk zubereitete. Er fing den Blick des Mannes auf und knurrte warnend, um ihn abzuwehren. Toya konnte mehr Augen als nur die des Barmanns auf Kyoko fÃ¼hlen, und das gefiel ihm nicht.

Kyoko drehte sich um, als ihr Drink fertig war, und versuchte, dem Barmann noch einmal zuzulÃ¤cheln, als sie sich bedankte, aber er wich ihrem Blick aus. 'Das ist komisch', dachte sie, aber als sie jemand anders ihren Namen sagen hÃ¶rte, schaute sie Ã¼ber ihre Schulter, und sah Kamui kommen. Sie lÃ¤chelte ihn an, dann nahm sie einen Schluck von ihrem Glas und wÃ¼rgte beinahe aufgrund des starken, brennenden Geschmacks.










Kamui beobachtete sie, als sie ihren Drink wieder auf die Bar stellte, wobei sie ihn beinahe verschÃ¼ttete. Er grinste als sie nach Luft schnappte. âDu musst aufpassen, Kyoko, die GetrÃ¤nke hier sind sehr stark.â Er warf dem Barmann einen bÃ¶sen Blick zu und lÃ¤chelte dann als sie offenbar wieder atmen konnte.

âJa, wirklichâ, keuchte Kyoko und wischte eine TrÃ¤ne aus ihrem Auge. âDieser Drink kann dich glatt umbringen, pfftâ, murrte sie blinzelnd.

Toya nickte Kamui zu, als gÃ¤be er ihm die Erlaubnis, mit Kyoko zu sprechen. Sein Blick wanderte durch den Raum und erkannte, dass BeschÃ¼tzer und Menschen nicht die einzigen Bewohner unter den zuckenden Lichtern des Clubs waren. Seine Lippen wurden schmal, als er die DÃ¤monen fÃ¼hlte, die sich in den Schatten verbargen.

Kamui beobachtete wie Kyoko lÃ¤chelte als sie Shinbe und Suki beim Tanzen zusah. Als die Lichter von rot zu grÃ¼n und dann blau wechselten... das elektrisch blaue Licht schien sie einen Moment zu umgeben, wodurch Kamuis Blick schwarz wurde, und ein anderes Bild tauchte vor seinen Augen auf.

Im Geiste sah er Kyoko, wie sie vor einem riesigen DÃ¤monen weglief. Als er die Umgebung absuchte, erkannte er, dass das Feld, auf dem sie war, zu einer sehr tiefen Felswand abfiel. Er schrie ihren Namen um sie zu warnen, aber dadurch, dass sie sich nach ihm umdrehte... sah sie die gefÃ¤hrliche Kante des Steilhangs nicht einmal, als sie den nÃ¤chsten, tÃ¶dlichen Schritt machte.

Kamui konnte das Adrenalin fÃ¼hlen, dass ihn durchstrÃ¶mte als seine FlÃ¼gel sich mit einem farbenfrohen Funkenregen aus seinem RÃ¼cken schÃ¤lten. Als er Ã¼ber den DÃ¤monen flog, schoss er einen wÃ¼tenden Lebensenergiestrahl, der den DÃ¤monen bei seinem Auftreffen zerplatzen lieÃ. Indem er seine FlÃ¼gel einzog, lieÃ er seinen KÃ¶rper an der Felswand hinunter tauchen, in einem Sturzflug um sie noch zu erreichen.

Gerade als sich der Boden ihr in alarmierender Geschwindigkeit nÃ¤herte, umfasste er Kyoko, lieÃ seine FlÃ¼gel sich wieder ausbreiten, und segelte sicher zu Boden. Als ihre smaragdgrÃ¼nen Augen die seinen trafen, fragte Kamui: âDu wolltest nur, dass ich dich rette... nicht wahr?â

Als er aus seiner leichten Trance erwachte, wusste er, es konnte nicht einfach nur ein Tagtraum gewesen sein... irgendwie, irgendwo, war dies wirklich passiert. Seine Augen konzentrierten sich auf sie und er wollte sie noch einmal in seinen Armen spÃ¼ren, genauso wie in dieser merkwÃ¼rdigen Erinnerung.

Kamui streckte die Hand aus und ergriff ihre: âKomm, Kyoko. Tanz mit mir.â In dem Moment, wo seine Hand die ihre berÃ¼hrte, fÃ¼hlte er, wie sein Herz mit einem unbekannten GefÃ¼hl anschwoll. Glitzernder Staub aller Farben sprang in seine leuchtenden Augen.

Sie nickte, ihr gefiel das Lied, das gerade gespielt wurde, und sie merkte schon, wie der Rhythmus sie dazu anregte, sich dazu zu bewegen. Sie steuerten direkt auf Suki und Shinbe auf der Ã¼berfÃ¼llten TanzflÃ¤che zu.




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