Trotze Nicht Dem Herzen
Amy Blankenship






Trotze nicht dem Herzen

Die SchÃ¼tzende Herzkristall-Serie Buch 2



Geschrieben von Amy Blankenship

Ãbersetzt von Martina Hillbrand



Copyright Â© 2009 Amy Blankenship

Englische Ausgabe VerÃ¶ffentlicht von TekTime

Alle Rechte vorbehalten.


CONTENTS



Die Legende vom Herzen der Zeit

Kapitel 1 âGeheime Liebeâ

Kapitel 2 "Morgendliche Ãngste"

Kapitel 3 "Kuss der Eifersucht"

Kapitel 4 "Geh nicht"

Kapitel 5 "GefÃ¤hrliche Eifersucht"

Kapitel 6 "MissverstÃ¤ndnisse"

Kapitel 7 "Fragen"

Kapitel 8 âDie andere Seite der Medailleâ

Kapitel 9 âGefÃ¼hle nicht mehr verstecktâ

Kapitel 10 âLÃ¼gen der Wahrheitâ

Kapitel 11 "Liebe, Hass und Eifersucht"

Kapitel 12 âBrÃ¼cheâ

Kapitel 13 âUngewollte Wahrheitâ

Kapitel 14 âKÃ¼sse eines Regentagesâ

Kapitel 15 âVerzweifeltâ

Kapitel 16 âFlammen der Eifersuchtâ

Kapitel 17 âTrotze nicht dem Herzenâ

Kapitel 18 âBlitz und Donnerâ

Kapitel 19 "Immer am dunkelsten vor dem Gewitter"

Kapitel 20 âHerzschlÃ¤ge und Grausames LÃ¤chelnâ

Kapitel 21 "Verblendende Lust"

Kapitel 22 âWÃ¼tender Schreckenâ

Kapitel 23 âOpferâ

Kapitel 24 âWiedergeburt der Wutâ










Die Legende vom Herzen der Zeit

Die Welten kÃ¶nnen sich verÃ¤ndern... aber echte Legenden verblassen nie.

Dunkelheit und Licht haben seit Anbeginn der Zeit immer gegeneinander gekÃ¤mpft. Welten werden erschaffen und zerstÃ¶rt unter den FÃ¼Ãen ihrer SchÃ¶pfer, doch der fortwÃ¤hrende Bedarf an Gut und BÃ¶se wurde nie in Frage gestellt. Doch manchmal wird ein neues Element in die Mischung geworfen... die eine Sache, die beide Seiten haben wollen, aber nur eine haben kann.

Paradox in seiner Natur ist der BeschÃ¼tzende Herzkristall die eine Konstante, nach deren Besitz beide Seiten immer strebten. Der Kristall hat die Macht, das bekannte Universum zu erschaffen und zu zerstÃ¶ren, doch kann er im gleichen Atemzug auch jedes Leid und alle Zwietracht beenden. Manche meinen, der Kristall hÃ¤tte einen eigenen Willen... andere sagen, dass die GÃ¶tter hinter allem stecken.

Jedes Mal wenn der Kristall aufgetaucht ist, waren seine BeschÃ¼tzer immer bereit, ihn vor allen zu schÃ¼tzen, die ihn egoistisch verwenden wÃ¼rden. Die IdentitÃ¤t dieser BeschÃ¼tzer verÃ¤ndert sich nicht, und sie lieben mit derselben Grausamkeit unabhÃ¤ngig von der Welt oder der Zeit.

Ein MÃ¤dchen steht im Zentrum dieser uralten BeschÃ¼tzer und ist das Objekt ihrer Liebe. In sich besitzt sie die Macht des Kristalls selbst. Dies ist die TrÃ¤gerin des Kristalls und die Quelle seiner Macht. Die Linien verschwimmen oft und den Kristall zu beschÃ¼tzen wird langsam zu der Aufgabe, die Priesterin vor den anderen BeschÃ¼tzern zu schÃ¼tzen.

Dies ist der Wein, von dem das Herz der Dunkelheit trinkt. Es ist die MÃ¶glichkeit, die BeschÃ¼tzer des Kristalls schwach und angreifbar zu machen. Die Dunkelheit sehnt sich nach der Macht des Kristalls und auch nach dem MÃ¤dchen, wie ein Mann sich nach einer Frau sehnt.

In jeder einzelnen dieser Dimensionen und RealitÃ¤ten wirst du einen geheimen Garten finden, bekannt als das Herz der Zeit. Dort kniet eine Statue einer jungen, menschlichen Priesterin. Sie ist umgeben von einer uralten Magie, die ihren geheimen Schatz verborgen hÃ¤lt und ihn sicher aufbewahrt. Die HÃ¤nde der Jungfer sind ausgestreckt als warteten sie darauf, dass etwas Wertvolles hinein gelegt wÃ¼rde.

Die Legende besagt, dass sie darauf wartet, dass der mÃ¤chtige Stein, bekannt als der BeschÃ¼tzende Herzkristall, zu ihr zurÃ¼ckkommt.

Nur die BeschÃ¼tzer kennen die wahren Geheimnisse hinter der Statue und wie sie entstand. Bevor die fÃ¼nf BrÃ¼der ihre ersten AtemzÃ¼gen taten, hatten ihre Vorfahren, Tadamichi und sein Zwillingsbruder, Hyakuhei, das Herz der Zeit wÃ¤hrend seiner dunkelsten Geschichte bewacht. Jahrhunderte lang bewachten die Zwillinge das Siegel, das die Menschenwelt davon abhielt, sich dem Reich der DÃ¤monen zu Ã¶ffnen. Diese Aufgabe war heilig und die Leben der Menschen sowie der DÃ¤monen mussten vor der anderen geheim gehalten werden, um sicher zu sein.

Unerwarteter Weise drang wÃ¤hrend ihrer Herrschaft eine kleine Gruppe von Menschen wegen dem Kristall unabsichtlich in die Welt der DÃ¤monen ein. In einer Zeit der Unruhen hatte seine Macht zu einem Riss in dem Siegel gefÃ¼hrt, das die beiden Dimensionen voneinander trennte. Der AnfÃ¼hrer der Gruppe der Menschen und Tadamichi waren schnell VerbÃ¼ndete geworden und schlossen einen Pakt, dass der Riss in dem Siegel repariert werden sollte, damit die beiden Welten fÃ¼r alle Zeit voreinander verschlossen sein wÃ¼rden.

Aber in dieser Zeit hatten Hyakuhei und Tadamichi sich beide in die Tochter des AnfÃ¼hrers der Menschen verliebt.

Gegen den Willen von Hyakuhei hatten Tadamichi und der Vater des MÃ¤dchens den Riss geschlossen. Die StÃ¤rke des Siegels war um das Zehnfache erhÃ¶ht worden, wodurch das gefÃ¤hrliche Liebes-Dreieck fÃ¼r immer voneinander getrennt war. Hyakuheis Herz war gebrochen... Selbst sein eigener Blutsbruder, Tadamichi, hatte ihn betrogen, indem er sichergestellt hatte, dass er und die Priesterin auf ewig getrennt waren.

Liebe kann sich in die absurdesten Dinge verÃ¤ndern, wenn sie verloren ist. Hyakuheis gebrochenes Herz verwandelte sich in bÃ¶swilligen Ãrger und Eifersucht, wodurch ein Kampf zwischen den ZwillingsbrÃ¼dern ausgelÃ¶st wurde, der Tadamichis Leben beendete und ihre unsterblichen Seelen zerschnitt. Diese Splitter der Unsterblichkeit erschufen fÃ¼nf neue BeschÃ¼tzer, die die Bewachung des Siegels Ã¼bernahmen und es vor Hyakuhei beschÃ¼tzen mussten, der sich den DÃ¤monen im Reich des BÃ¶sen angeschlossen hatte.

Eingesperrt in der Dunkelheit, zu der er geworden war, hatte Hyakuhei alle Gedanken an den Schutz des Herzens der Zeit weggeworfen... stattdessen richtete er seine Energie darauf, das Siegel vÃ¶llig zu zerstÃ¶ren. Seine langen, nachtschwarzen Locken, die bis Ã¼ber seine Knie reichten und ein Gesicht, das nichts als VerfÃ¼hrung war, verbargen die wirkliche BÃ¶sartigkeit seiner engelsgleichen Erscheinung.

Als der Krieg zwischen den beiden MÃ¤chten von Licht und Dunkelheit beginnt, strahlt die geweihte Statue ein blendend helles, blaues Licht aus, das anzeigt, dass die junge Priesterin wieder geboren wurde und der Kristall auf der anderen Seite aufgetaucht ist.

Als die BeschÃ¼tzer zu ihr hingezogen werden, und ihre WÃ¤chter werden, beginnt der Kampf zwischen Gut und BÃ¶se erst wirklich. Daher das Eintauchen in eine andere Welt, wo Dunkelheit dominiert in dieser Welt des Lichts.



Dieses ist eines ihrer vielen epischen Abenteuer...










Kapitel 1 âGeheime Liebeâ



Hyakuhei stand da und starrte auf das Herz der Zeit, wissend, dass die Priesterin noch auf der anderen Seite war, in ihrer Welt. Sein nachtschwarzes Haar floss wie ein dunkler Schleier an seinem KÃ¶rper hinunter, als seine FlÃ¼gel sich weit Ã¶ffneten, wodurch ein Luftzug Ã¼ber dem weichen Gras entstand. Seine perfekten Lippen wÃ¶lbten sich leicht zu einem wissenden LÃ¤cheln. Ein dunkler Glanz entstand am Boden rund um den Schrein, wodurch dieser ein gespenstisches Aussehen erhielt.

Als wÃ¼rde er von einer unbekannten Macht gezogen, glitt er nÃ¤her zu der Jungfernstatue, die mit ihren ausgestreckten HÃ¤nden dastand, als wollte sie ihn um etwas bitten. Seine Augen wurden nur einen Moment lang weich, als er sich an die junge Priesterin erinnerte, deren Nachbildung die Statue war. Also meinten die BeschÃ¼tzer, dass sie ihre KrÃ¤fte vereinigen konnten, um sie von ihm fern zu halten?

Mit einer wÃ¼tenden Handbewegung, schien das glÃ¼hende Gras zu zischen, wÃ¤hrend es eine unheilvolle Aura ausstrahlte und dann den betrÃ¼gerischen Zauber tief in seinen BlÃ¤ttern versteckte.

*****

âVerdammt! Wo zur HÃ¶lle ist Kyoko? Sie hÃ¤tte schon vor Stunden zurÃ¼ck sein sollenâ, knurrte Toya zum zehnten Mal in den letzten dreiÃig Minuten. Er fuhr mit einer unruhigen Hand durch die silbernen StrÃ¤hnen, die sich durch sein dunkelschwarzes Haar zogen, wÃ¤hrend er durch das offene Fenster hinaus in die Richtung des Schreins sah. Als er seinen Kopf so von den anderen weg gedreht hatte, und niemand sein Gesicht sehen konnte, lieÃ er Sorge in seine goldenen Augen treten.

Suki schaute auf und lieÃ kurz von ihrem Bajonett ab, das sie poliert hatte, und zuckte mit einer Augenbraue. âToya, offensichtlich kommt Kyoko heute Nacht nicht mehr zurÃ¼ck. Es ist wohl etwas dazwischen gekommen, also gib es auf und lass uns in Ruhe.â Sie wandte sich an Kamui, der neben ihr saÃ: âMann, hÃ¶rt er denn nie auf zu jammern?â

Kamui lÃ¤chelte aber war klug genug, sein Kommentar fÃ¼r sich zu behalten. Seine sandgelben Augen verbargen die Wahrheit hinter Toyas Beschwerde. Nur weil er der jÃ¼ngste der BeschÃ¼tzer war, war er nicht naiv. In Menschenjahren war er alterslos, wie seine BrÃ¼der. Er wusste, dass Toya nur deshalb so tat, als wÃ¤re er wÃ¼tend, weil er die Tatsache, dass er sich Sorgen machte, verbergen wollte. Auch er begann, sich Sorgen zu machen. Es passte nicht zu Kyoko, dass sie sie warten lieÃ. Die violetten StrÃ¤hnen in Kamuis Haar glitzerten, als er sein Gesicht zum Fenster hob und den dunklen Himmel betrachtete.

âKyoko sollte besser am Morgen zurÃ¼ckkommen, oder ich schwÃ¶re, ich gehe in ihre Welt und hole sie hÃ¶chst persÃ¶nlich.â Toya ging weiter auf und ab. Er konnte es nicht ertragen, wenn Kyoko zu lange weg war. Es waren nun schon Tage, und er wurde mit jeder Minute wÃ¼tender... und besorgter.

âDummes MÃ¤dchen.â Er schloss seinen Mund schnell wieder, als Suki ihn mit warnend hochgehobener Augenbraue ansah.

Shinbes groÃe, stille Gestalt stand an der Wand gelehnt, wo er auch die letzte Stunde gestanden hatte. Sein blau-grauer Mantel zuckte ein wenig, als er eine nervÃ¶se Bewegung machte, die er verbergen wollte. Er hatte genug von Toyas Beschwerden darÃ¼ber, dass Kyoko zu spÃ¤t war. Seine violetten Augen schlossen sich als er versuchte, sich selbst davon abzuhalten, Toya zu sagen, dass er endlich die Schnauze halten sollte. Wissend, dass Toya wohl niemanden in Frieden lassen wÃ¼rde bis Kyoko zurÃ¼ckgekommen war, biss Shinbe sich auf die Zunge um zu verhindern, dass er die Laune seines Bruders nur noch verschlimmerte.

Der violette BeschÃ¼tzer versuchte wie immer, die Ruhe durch Meditation zu bewahren, wobei er den Lehren der MÃ¶nche folgte. Die Wahrheit war, dass seine Nerven in diesem Moment so bloÃ lagen, dass nicht einmal Meditation half. In diesem Moment wollte Shinbe Toya am liebsten erdrosseln und er hÃ¤tte dabei auch noch lachen kÃ¶nnen. Sein ruhiges Gesicht spannte sich an und er senkte seinen Kopf, sodass sein dunkelblaues Haar die Beweise verbarg.

Also Toya und die anderen begannen, sich zum Schlafen Gehen fertig zu machen, nahm Shinbe eine dicke Decke von dem Stapel in der Ecke ihres kleinen Unterschlupfes und ging weg um alleine zu sein. Er musste wirklich einfach weg von allen, besonders von Toya. Shinbe verbarg seine Eifersucht auf Toya und die Liebe, die Kyoko fÃ¼r seinen Bruder hatte, gut. Tag um Tag blieb er bei der Gruppe, nur um ihr nahe zu sein, sie zu beschÃ¼tzenâ¦ obwohl ihr Blick immer nur auf Toya ruhte.

Shinbe knirschte mit den ZÃ¤hnen, dass es wehtat. Er sollte wie seine anderen beiden BrÃ¼der, Kyou und Kotaro sein, und sich von der Gruppe entfernen, um Hyakuhei alleine zu bekÃ¤mpfen. Aber er wusste, dass er bei der Gruppe bleiben musste, um ihre Sicherheit zu gewÃ¤hrleisten. Er war einer ihrer BeschÃ¼tzer und sie brauchte ihn. Selbst Kyou und Kotaro beschÃ¼tzten sie aus der Ferne.

Ja, Shinbe wusste, dass er das Spiel gut spielte, und seine Zuneigung fÃ¼r Kyoko gut verbarg. Er hatte es schon so lange praktiziert, und sich dabei selbst an andere Frauen heran gemachtâ¦ besonders wenn Kyoko in HÃ¶rweite war oder zusah, sodass sie sein Geheimnis nie herausfinden wÃ¼rde. Sie meinten, dass er alle Frauen liebte, niemand wusste, dass sein Herz nur einer einzigen gehÃ¶rte: seiner Priesterin.

Normalerweise begrapschte er Suki in dem Wissen, dass sie ihn schlagen wÃ¼rde, und der Schmerz half ihm, seine Gedanken wieder auf den rechten Weg zu leiten. Er war so ein Feigling wenn es darum ging, Kyoko seine wahren GefÃ¼hle zu gestehen.

In letzter Zeit war es fÃ¼r ihn schlimmer geworden, schwieriger sich zu verstecken. Kyoko vertraute ihm, lÃ¤chelte ihn an. Sie sprach mit ihm, vertraute ihm oft ihre GefÃ¼hle an, wenn sie wieder einmal sauer war aufgrund von Toyas kindischen Aktionen. Das alles zerbrach sein Herz StÃ¼ck fÃ¼r StÃ¼ck.

Shinbe achtete nicht auf den Weg, den er ging. Als er wieder hoch sah, seufzte er: er war im Garten des Jungfernschreins. Ohne es Ã¼berhaupt zu bemerken hatte er nÃ¤her bei ihr sein wollen. Kyoko wÃ¼rde so spÃ¤t nachts nicht durch das Zeitportal kommenâ¦ also wieso war er gekommen?

Er starrte auf den Jungfernschrein, seine violetten Augen leuchteten in der Reflexion des Mondes auf. Shinbe entschied, dass dieser Ort so sicher wie jeder andere warâ¦ in einer Welt voller DÃ¤monen zumindest.

Er breitete seine Decke auf dem weichen Gras aus und achtete nicht auf den gespenstischen Schein der Gegend. Unterbewusst dachte er, dass das Mondlicht fÃ¼r die Beleuchtung verantwortlich war. Er legte sich hin, schloss seine Augen und wartete, dass die TrÃ¤ume kommen wÃ¼rden, so wie immer. Sie suchten ihn heim, wollten von ihr, dass sie ihn sah, nicht als BeschÃ¼tzer oder VerbÃ¼ndeterâ¦ sondern als Mann.

*****

Kyoko stÃ¶hnte und widerstand der Versuchung, ihren Kopf gegen eine Steinmauer zu schlagen. Ihr Bewusstsein begann, in ihrem Kopf auszuflippen und sie war gerade aufgedreht genug, um mit ihm zu diskutieren. Sie hatte sich nicht mit Tasuki und seinen Freunden von der Uni betrinken wollen. Es war alles ein groÃer Fehler gewesen, und alles ihre Schuld. Sie war zu der Halloween-Party gegangen, wie sie versprochen hatte, wissend, dass sie niemals etwas trinken wÃ¼rde. NIE! Sie tat es nie.

Sie brummte vor sich hin und verdrehte die Augen. Wie hÃ¤tte sie wissen sollen, dass die riesige SchÃ¼ssel Obstsalat, die neben der Punsch-SchÃ¼ssel gestanden hatte, tagelang in Alkohol eingeweicht gewesen war? Sie hatte gedacht, es sollte wie Grapefruit schmecken und hatte eine Menge davon gegessen, bevor sie merkte, wie die Folgen des Alkohols sie Ã¼bermannten.

Kyoko stolperte Ã¼ber ihre eigenen FÃ¼Ãe aber fing sich schnell wieder, bevor sie Zeit hatte, zu fallen. âVerdammt!â, rief sie, wissend, dass niemand sie hÃ¶ren konnte. Nun kam sie zu spÃ¤t und sie wusste, dass sie eine Menge Probleme mit Toya bekommen wÃ¼rde. Wenn sie nur daran dachte, wie er sie anschreien wÃ¼rde, bekam sie schon Kopfschmerzen.

âWillkommen in der HÃ¶lleâ¦ Hausnummer einsâ, murmelte Kyoko zu sich selbst und trat nach einem Kieselstein.

Sie hoffte verzweifelt, dass Toya einfach bis zum Morgen warten wÃ¼rde, bevor er kam um sie zu holen. Oder noch besser, wartete, ob sie nicht bei Tagesanbruch doch kam. So betrunken, wie sie war, konnte sie kaum geradeaus sehen und so wollte sie nicht mit ihm streiten. Sie wollte auch nicht nach Hause gehen. Sie stÃ¶hnte vor Selbstmitleid. Ihre Mutter wÃ¼rde ihr eine Woche lang VortrÃ¤ge halten, wenn sie herausfand, dass sie betrunken war, auch wenn es ein Versehen gewesen war.

Kyoko bemÃ¼hte sich, so gut sie konnte, in einer geraden Linie zu gehen. Endlich erkannte sie den Jungfernschrein auf der Lichtung hinter ihrem Haus. Sie schloss ein Auge, damit sie ihren Blick besser auf die Jungfernstatue konzentrieren konnte und kicherte. Dann dachte sie: 'Oh Gott, jetzt weiÃ ich, dass ich betrunken bin.' Mit einem verwackelten Schulterzucken tat sie das einzige, was ihr in den Sinn kam.

Sie ging in das HÃ¤uschen und geradewegs auf die Jungfernstatue zu und lehnte sich gegen sie in der Hoffnung, dass sie sicher in der anderen Dimension ankommen wÃ¼rde, ehe sie bewusstlos wurde.

*****

Shinbe hatte wieder einmal einen sehr erotischen Traum von Kyoko, die sich unter ihm wand, seinen Namen immer und immer wieder rief, schrie, als er in sie stieÃ und in ihr Gesicht hinunter sah und alle Gedanken an Toya von ihr vertrieb.

PlÃ¶tzlich erwachte er mit einem Malâ¦ sein KÃ¶rper brach in SchweiÃ aus. Er atmete schnell, konnte sie immer noch unter ihm fÃ¼hlen, wie sie ihn sich lieben lieÃ und wie sie seine Liebe erwiderte. Ihre Schreie drÃ¶hnten noch in seinen Ohren. Sein Herz schlug noch so schnell, hÃ¤mmerte gegen seine Rippen, genauso wie er in sie gehÃ¤mmert hatte.

Shinbe setzte sich auf. Er ballte seine FÃ¤uste und hob sie, um sein Gesicht darin zu verbergen. UnfÃ¤hig ihn aufzuhalten, entkam ihm ein Schrei in der Stille, voller Schmerz und verborgener Wut Ã¼ber die Unfairness von allem. Alles, was er je gewollt hatte, war, sie zu lieben und dieser Wunsch begann langsam, ihn am lebendigen Leib zu verschlingen.

Als er einen Zweig brechen hÃ¶rte, lieÃ Shinbe schnell seine HÃ¤nde sinken. Seine violetten Augen untersuchten die Gegend und blieben auf Kyokos erschrockenen GesichtszÃ¼gen hÃ¤ngen. Seine Gedanken schienen sofort in Zeitlupe Ã¼ber zu wechseln.

'Nein, das konnte nicht seinâ¦ nicht jetzt, nicht hier.' Ihre Augen waren groÃ geworden, als sie seinen Schrei gehÃ¶rt hatte, und ihre Hand lag auf ihrem Mund. 'Neinâ¦ bitte geh weg', bettelte er in Gedanken. 'Du kannst nicht hier sein, nicht jetzt, es ist zu gefÃ¤hrlichâ¦ ich bin zu gefÃ¤hrlich.'

Shinbe sah zu wie sie ihre Hand von ihren Lippen sinken lieÃ, ein besorgter Ausdruck auf ihrem Gesicht. Dann sah er, wie sie schwankte, als sie auf ihn zukam. Er fragte sich, ob sie Ã¼berhaupt echt war, oder ob er noch trÃ¤umte.

Kyoko bemÃ¼hte sich immer noch, halbwegs gerade zu gehen, und sicher zu gehen, dass sie in die richtige Richtung zu der HÃ¼tte ging, als sie den fast unmenschlichen Schrei hÃ¶rte, der von irgendwo in ihrer NÃ¤he kam. Ihre Augen stellten mÃ¼hsam scharf, als sie versuchte, die Quelle des Lautes zu finden. Ihr Herz raste immer noch von dem Schrecken, den sie erlitten hatte. Dann erkannte sie Shinbe, der da auf einer Decke im Gras lag, ganz alleine. Der gespenstische Schrei war von ihm gekommen.

Sie wollte wissen, was los war. War jemand ermordet worden? Das musste es wohl sein, dass so ein Laut aus diesem immer ruhigen, gelassenen und freundlichen BeschÃ¼tzer kam. Sie versuchte, sich fest auf den Beinen zu halten, als sie auf ihn zu ging.

Shinbe stÃ¶hnte, als er zusah, wie Kyoko das dÃ¼mmste machte, was sie jemals getan hatte. Sie kam geradewegs auf ihn zu, kniete sich hin, streckte ihre Hand nach der seinen aus.

âShinbe, was ist los? Ist jemand verletzt?â

Er konnte die Angst in ihrer Stimme hÃ¶ren. Sie dachte, dass etwas passiert war. Er lachte beinahe Ã¼ber die Wahrheit in dieser Frage, aber unterlieÃ es dann doch. Sie kannte sein Geheimnis nicht. Er war noch sicher, konnte sein Herz noch vor ihr verstecken.

Ein weiterer Schwindelanfall traf Kyoko unvorbereitet und sie konnte ihr Gleichgewicht nicht halten, als sie neben ihm kniete. Sie lehnte sich unabsichtlich zu weit nach vorne und fiel genau in seinen SchoÃ. Sie unterdrÃ¼ckte ein Kichern als sie sich daran erinnerte, dass es ihm nicht gut ging und Ã¶ffnete ihre Augen wieder, versuchte sich zu konzentrieren. Dies alles fÃ¼hlte sich so sehr an wie ein Traum.

Kyoko erkannte plÃ¶tzlich, dass Shinbes Brust nackt war. Starke Muskeln spannten sich an, entspannten sich wieder und dehnten sich unter ihren HÃ¤nden. Sie hatte ihn noch nie oben ohne gesehen und war beeindruckt. Sie errÃ¶tete, wissend, dass sie nicht so Ã¼ber ihn denken sollte. Er war ihr BeschÃ¼tzer, ihr Freund.

Kyoko schÃ¼ttelte ihren Kopf in dem Versuch, wieder klar zu denken, aber das half der Sache nicht wirklich. Sie hob langsam ihren Blick zu seinen Augen. Er hatte sich keinen Zentimeter bewegt, hatte ihr immer noch nicht gesagt, was los war. Nun wÃ¼nschte sie sich, dass er es endlich sagen wÃ¼rde, denn sein Gesichtsausdruck begann ihr groÃe Sorgen zu bereiten.

Shinbes KÃ¶rper zitterte, als er versuchte, sich selbst davon abzuhalten, sie zu berÃ¼hren. Etwas, das stÃ¤rker war als er, schien ihn anzutreiben, von ihm zu verlangen, dass er seine HÃ¤nde ausstreckte und sich das nahm, was er noch dringender wollte als Luft. Er hÃ¤tte es geschafft, aber jetzt war sie hier in seinem SchoÃ, starrte in seine Augen. Augen von denen er wusste, dass sie voller Schmerz sein mussten, und sie wollte wissen, was los war.

Etwas war ganz eindeutig los mit ihm und er konnte nicht aufhalten, was schneller und schneller seiner Kontrolle entschwand.

âIch kann nicht mehrâ, seine Stimme klang zerrissen von der Kraft, die seine GefÃ¼hle so hoch kochen lieÃ. Mit diesen Worten versuchte er sie zu warnen, versuchte ihr zu sagen, dass sie weggehen sollte, zurÃ¼ck auf die andere Seite des Zeitportals, wo sie sicher sein wÃ¼rde. Nicht zurÃ¼ck zu kommen, ehe er sein Geheimnis wieder unter Kontrolle hatte, es wieder verstecken konnte. Alle seine Sinne schrien, dass etwas nicht in Ordnung war, aber seine Gedanken konnten den unertrÃ¤glichen Hunger nicht mehr kontrollieren.

Kyoko schnappte nach Luft als sie seine Worte hÃ¶rte, in denen so viel Schmerz durch klang und es machte sie traurig. Jeder verlieÃ sich darauf, dass er einen kÃ¼hlen Kopf bewahrte, der Leim, der die Gruppe zusammen hielt. Sogar sie selbst sah zu ihm hoch und liebte es, wenn er in ihrer NÃ¤he war, und sie seine Ruhe fÃ¼hlen konnte, seinen Humor und sein MitgefÃ¼hl. Aber jetzt war es umgekehrt. Er war derjenige, der Beruhigung brauchte.

Es musste von all dem KÃ¤mpfen gegen die DÃ¤monen kommenâ¦ Hyakuheiâ¦ sein Fluch. Oh Gott, sein Fluchâ¦ die rÃ¤umliche Leere, die ihm einen frÃ¼hen Tod besorgen wÃ¼rde. Die ultimative Macht, die Hyakuhei ihm gegeben hatte, in dem Wissen, dass sie ihn eines Tages zerstÃ¶ren wÃ¼rde. Sie hatte sie nicht vergessen. Sie versuchte nur so gut sie konnte nicht daran zu denken, aber sie wusste was passieren wÃ¼rde, wenn sie Hyakuhei nicht aufhalten wÃ¼rden.

Kyoko streckte eine Hand nach ihm aus, versuchte, ihn zu beruhigen, fÃ¼r ihn da zu sein. âEs ist in Ordnung Shinbe. Ich bin hier.â In dem Moment als ihre Hand sein Gesicht berÃ¼hrte, erwachte er zum Leben.

Alles logische Denken hatte aufgehÃ¶rt und Shinbes eiserne Kontrolle brach. Er ergriff ihre Schultern und rollte sich auf sie. Als er sich so Ã¼ber ihren KÃ¶rper legte, hatte er alles, was er jemals gewollt hatteâ¦ Kyoko. Ohne einen weiteren zusammenhÃ¤ngenden Gedanken senkten sich seine Lippen schnell und ergriffen Besitz von den ihren, verdrÃ¤ngten alles andere aus seinem Kopf. Er hatte dieses GefÃ¼hl viel zu lang unterdrÃ¼ckt.

Shinbe musste sich eingestehen, dass er schon vor einiger Zeit die Kontrolle Ã¼ber die Situation verloren hatte und nicht rechtzeitig weggelaufen war. Irgendwo, weit hinten in seinen Gedanken, erkannte er, dass sie irgendwie nach Alkohol schmeckte und auch so roch. Er kontrollierte sich selbst genug um sich einen Zentimeter von ihr hoch zu drÃ¼cken und starrte auf sie hinunter, versuchte herauszufinden, ob es wahr war. Er durchsuchte ihr Gesicht, ihre Augen und ihre gerÃ¶teten Wangen und fragte sich eifersÃ¼chtig, wer sie betrunken gemacht hatte.

Kyoko wusste, dass dies alles nicht wirklich passierte. Auf gar keinen Fall starrte sie hoch in die violetten Augen des sehr gut aussehenden Shinbe. Und auf keinen Fall starrte er auf sie hinunter als wÃ¼rde er sie wollen. Kyoko Ã¼berlegte sich selbst, dass sie wohl immer noch im Gras lag und ihr Kopf an der Jungfernstatue ruhte. Irgendwo in diesem Traum konnte sie sogar Hyakuhei hÃ¶ren, der sie auslachte.

Sie hÃ¤tte schwÃ¶ren kÃ¶nnen, dass sie sich daran erinnerte, an der Jungfernstatue herunter gerutscht und eingeschlafen zu sein. Wahrscheinlich war sie gerade weit weg und trÃ¤umte und ihr betrunkener Kopf sorgte dafÃ¼r, dass Shinbe bei ihr war, statt Toya.

Kyoko schÃ¼ttelte schwach ihre Kopf, fÃ¼hlte sich schwindlig und seufzte die Worte: âVerrÃ¼ckte TrÃ¤umeâ, als sie in die LusterfÃ¼llten Augen von Shinbe starrte. Ihre Lippen kitzelten noch von der Kraft des Kusses in ihrem Traum.

Shinbe senkte seine Lippen wieder auf die ihren. Er hatte genug gehÃ¶rt. Kyoko dachte, dass sie trÃ¤umte. Shinbe konnte nur hoffen, dass sie recht hatte. Aber wie dem auch war, er konnte nicht aufhÃ¶ren. Er konnte sich beim besten Willen nicht mehr zurÃ¼ckhalten und leckte Ã¼ber ihre Lippen. Sie Ã¶ffnete sie mit einem leisen Wimmernâ¦ ein GerÃ¤usch, das seine Lust nur noch steigerte, wenn das Ã¼berhaupt mÃ¶glich war.

Er brach in SchweiÃ aus, als er versuchte, sich zurÃ¼ckzuhalten, als sein BeschÃ¼tzerblut an die OberflÃ¤che trat. Er wollte langsam vorgehen, vertiefte den Kuss, drang in sie ein, gab und nahm mit der Hitze des Kusses. Er hatte sie schon immer so kÃ¼ssen wollen, seit jeher, so schien es.

Die Muskeln in seinen Armen waren angespannt, als er sich Ã¼ber ihr hielt, ihre Lippen und das, was dahinter lag liebkoste. Seine HÃ¤nde wurden ungeduldig und begannen, ihre Kleider aus dem Weg zu befÃ¶rdern. Nach nur ein paar kurzen Minuten lag sie unter ihm, vÃ¶llig nackt. Sie hatte sich nicht gewehrt, als er ihre Kleider entfernte. Wieso sollte sie auch? Es war ein Traumâ¦ nicht wahr?

Shinbes Atem setzte aus, als er auf sie hinunter starrte, genauso, wie sie in seinem Traum vor nur ein paar Minuten erschienen war. Sie war seine Priesterinâ¦ sein Geheimnisâ¦ seine Liebe. Er rieb seinen KÃ¶rper an ihrem, genoss das GefÃ¼hl ihrer seidigen Haut, das seinen Schmerz nur noch verstÃ¤rkte und das Verlangen danach, sie zu lieben.

'Es muss ein Traum sein', versuchte er sich selbst zu Ã¼berzeugen.

Er senkte seinen Kopf um ihren Nacken zu liebkosen, leckte und kÃ¼sste ihre Haut, schmeckte sie sanft aber krÃ¤ftig. Er zeigte ihr, wie sehr er sie liebte, als er sich entlang ihres KÃ¶rpers nach unten vor arbeitete. Dieses wÃ¼rde das einzige Mal sein, dass er alles von ihr sehen und schmecken wÃ¼rde. Eine beiÃende Hitze schoss durch ihn, als sie sich ihm entgegen drÃ¼ckte, stÃ¶hnte, als er ihre Brust in den Mund nahm, sie mit seiner Zunge leckte und ihren KÃ¶rper zum Leben erwachen lieÃ.

Noch mehr seiner WÃ¼nsche wurden wahr, als Shinbe KÃ¼sse auf ihren straffen Bauch setzte und sie unter ihm erbebte. Seine Muskeln spielten verrÃ¼ckt, als sie sich an ihn klammerte, versuchte, noch nÃ¤her zu kommen. Shinbe war dem Himmel so nahe, wie es nur ging, ihr KÃ¶rper, ihr gesamtes Sein umgab ihn. Zentimeter um Zentimeter robbte er sich wieder hoch und Ã¼ber sie.

Er legte sich zwischen ihre Beine und erzitterte vor Verlangen, als die Hitze ihrer Ãffnung den pochenden Kopf seiner MÃ¤nnlichkeit erwÃ¤rmte. Er wollte, dass sie ihn sah, wenn er in sie eindrang, selbst wenn es ein Traum war. Sein KÃ¶rper spannte sich an, umschlang ihren fest.

âÃffne deine Augenâ, flÃ¼sterte er. Seine Stimme war hypnotisierend, eine bewusste VerfÃ¼hrung, und in dem Moment, wo sie diese smaragdgrÃ¼nen Augen Ã¶ffnete, stieÃ er in sie, vergrub sich selbst bis zum Anschlag in ihrer Hitze, wollte ihr den Schmerz des ersten Mals ersparen. Ein erschrockener Schrei entkam seiner Kehle als er fÃ¼hlte, wie ihr JungfernhÃ¤utchen ihn einlieÃ.

Ihre Enge ergriff ihn fest in ihrer seidigen Hitze, zog ihn sogar noch tiefer hinein. Wenn er nicht seine sture Selbstkontrolle gehabt hÃ¤tte, wÃ¤re er geradewegs aus seiner Haut gefahren. Er biss die ZÃ¤hne zusammen als er versuchte, still zu halten. Sein Atem ging schwer als er zusah, wie sie ihren Kopf von einer Seite auf die andere warf und ihre Lippen sich lautlos Ã¶ffneten. Schnell ergriff er Besitz von ihren Lippen, ehe ein Schrei entkommen konnte.

Als er fÃ¼hlte, wie sie sich beruhigte, entlieÃ er sie aus seinem Kuss. Er gab seinem Verlangen nach und begann mit einem ersten langsamen, aber harten, tiefen StoÃ und wurde dafÃ¼r belohnt, als ihre HÃ¼ften sich ihm entgegen wÃ¶lbten, als ihre eigene Lust zu brennen begann. Er saugte ihr StÃ¶hnen der Lust in sich auf, genoss es als die kÃ¶stlichen Erinnerungen, von denen er wusste, dass es dazu werden wÃ¼rde. Er gab dem GefÃ¼hl von ihr, wie sie ihn in sich gefangen hielt, nach und lieÃ alle Hemmungen los. Er wollte sie mit allem was er hatte lieben, nichts zurÃ¼ckhalten.

Er verschrÃ¤nkte seine Finger mit den ihren und zog ihre HÃ¤nde Ã¼ber ihren Kopf, wo er sie auf der weichen Decke festhielt. Shinbe erhob sich Ã¼ber sie, sodass er ihren lusterfÃ¼llten Gesichtsausdruck beobachten konnte, als er einen Rhythmus begann, der sie beide schnell an den Rand trieb. Tiefes, schnelles Streicheln wurde zu harten, langsamen StÃ¶Ãen, ehe er kurz pausierte und sich gegen sie drÃ¼ckte, nur um sich dann schnell zurÃ¼ck zu ziehen und wieder in sie hinein zu fahren.

Shinbe konnte fÃ¼hlen, wie sie viele Male ihren HÃ¶hepunkt erreichte, als Zuckungen ihren KÃ¶rper heimsuchten. Er konnte sie fÃ¼hlen, als sie ihn noch fester an sich drÃ¼ckte. Sein ganzer KÃ¶rper glitzerte im Mondschein von der Kraft, die er brauchte, um seinen eigenen Erguss zurÃ¼ckzuhalten. Es zerfraÃ ihn, bis er schlieÃlich nicht lÃ¤nger konnte und, als er wusste, dass sie wieder einen HÃ¶hepunkt erreichte, ging er zu einer Geschwindigkeit Ã¼ber, die sie beide auf den Gipfel brachte.

Er gab einen letzten StoÃ ab, so tief, wie er konnte, hielt dort an und warf seinen Kopf zurÃ¼ck. Der Laut, der aus ihm entwich war weder menschlich noch unsterblich. Es war Schmerz und Lust, die Verschmelzung von beiden, als sein Samen in ihren KÃ¶rper schossâ¦ tief, heiÃ und kontinuierlich mit seinem Herzschlag.

Als die Welt wieder still stand, sah Shinbe auf Kyoko hinunter, gerade als ein lustvolles LÃ¤cheln Ã¼ber ihren von KÃ¼ssen geschwollenen Lippen erschien und ihre Augen sich langsam schlossen.

Schon mit dem GefÃ¼hl des Herzschmerzes darÃ¼ber, was er gerade getan hatte, senkte Shinbe seine Lippen noch einmal auf ihre und flÃ¼sterte ihnen die Wahrheit zu: âIch liebe dich.â

*****

Irgendwann spÃ¤ter, tief in der Nacht, wachte Shinbe auf und fand Kyoko angezogen aber schlafend, neben sich auf der Decke in dem schimmernden Gras.

Er wollte sie noch nicht aufwecken und seinen SÃ¼nden ins Gesicht sehen mÃ¼ssen, also trug er die schlafende Priesterin gemeinsam mit dem BÃ¼ndel, dass sie trug, ins Innere der HÃ¼tte, wo der Rest der Gruppe noch schlief.

Als er sie auf ihrem Ã¼blichen Platz zwischen der Wand und Suki untergebracht hatte, setzte er sich langsam an die gegenÃ¼ber liegende Wand, zog seine Knie an seine Brust und fÃ¼hlte sich glÃ¼cklicher und verÃ¤ngstigter als je zuvor in seinem Leben. Aber wenn er in den nÃ¤chsten paar Stunden sterben sollte, dann wÃ¼rde er glÃ¼cklich sterben.

Shinbe schloss seine Augen und fragte sich, was schlimmer sein wÃ¼rde: wenn Kyoko sich erinnerte, oder wenn sie es nicht tat. Er wusste, dass er nie eine andere lieben wÃ¼rde, denn man musste ein Herz haben, um lieben zu kÃ¶nnen, und er hatte kein Herz. Er hatte es schon weg gegeben. Kyoko hatte sein Herz getragen, seit dem Tag, wo er sie zum ersten Mal erblickt hatte.

Wenn er nicht am Morgen durch Toyas Dolch sterben wÃ¼rde, wusste er, er wÃ¼rde genau dort bleiben, wo er war, sie insgeheim lieben und hoffen, dass sie es nicht bemerken wÃ¼rde.



Kapitel 2 "Morgendliche Ãngste"



Shinbe schreckte aus dem Schlaf hoch, als er Toya schreien hÃ¶rte. Er fÃ¼hlte, wie sich alle Muskeln in seinem KÃ¶rper zusammenzogen bei dem Gedanken, dass er das Kebab unter Toyas Zwillingsdolchen werden wÃ¼rde. Morbide Faszination brachte ihn dazu, langsam seine violetten Augen zu Ã¶ffnen, um zu sehen, was vor sich ging.

âHalt's Maul!â, schrie Kyoko und warf ihre Hand in die Luft und lieÃ einen zÃ¤hmenden Zauberspruch los, dann ergriff sie sofort panisch ihren Kopf, als der Schmerz durch ihr Gehirn schoss.

âWofÃ¼r war das jetzt?â, knurrte Toya, als er vom Boden zu ihr hoch starrte.

âAuuâ, machte ihr Mund, als sie wieder zusammen zuckte. âPssstâ, fÃ¼gte sie hinzu, in der Hoffnung, dass er die Nachricht verstehen wÃ¼rde.

Shinbe seufzte, wissend, dass Kyoko wohl einen Kater hatte, und Toya machte die Sache nicht besser, wenn er so laut war. Er war froh, dass sie ihn ruhig stellen konnte, auch wenn er es komisch fand, dass der ZÃ¤hmungszauber nur an Toya funktionierte. Manchmal war er ein wenig neidisch darauf, dass sie Ã¼berhaupt einen Zauberspruch gegen Toya hatte. Es half auch nicht, dass Toya der einzige war, der zwischen den Zeiten hin und her springen und ihr in ihre Heimatwelt folgen konnte. So wie Shinbe das sah, brachte es die beiden einander nur noch nÃ¤her.

Er fragte sich stumm, ob sie sich an die letzte Nacht erinnern konnte, angesichts der Tatsache, wie betrunken sie gewesen war. Shinbe schloss seine Augen und fÃ¼hlte, wie sich sein Magen schmerzhaft verkrampfte, als Toya auf Kyoko losging, wÃ¼tend dafÃ¼r, dass sie den Zauberspruch verwendet hatte. Bisher erschien alles normal. Er dachte noch einmal an die Nacht und versuchte sich deutlich an alles zu erinnern. Er fand es komisch, dass selbst fÃ¼r ihn die vergangenen Stunden beinahe wie ein Traum erschienen.

Er erinnerte sich daran, dass er, gerade bevor er sie in die HÃ¼tte gebracht hatte, ihnen beiden einen schÃ¼tzenden Zauber auferlegt hatte, der jeden Geruch davon, dass sie einander geliebt hatten, verbarg, falls dieser bemerkbar gewesen wÃ¤re. Er Ã¶ffnete seine Augen wieder, in dem Wissen, dass es nichts half sich zu verstecken, sollte sie sich daran erinnern was vorgefallen war. Dann vergaÃ Shinbe zu atmen, als er zusah, wie Toya sich zu Kyoko beugte und an ihr schnÃ¼ffelte.

Toya rÃ¼mpfte die Nase: âKyoko, rieche ich da Alkohol auf dir?â Er setzte sich vor sie, als er ihr schmerzerfÃ¼lltes aber schuldbewusstes Seufzen hÃ¶rte. Ihre HÃ¤nde verdeckten noch immer ihr Gesicht. âWas zum Teufel, Kyoko? Hast du dich betrunken?â Toya konnte nicht verhindern, dass seine Stimme ein wenig zu laut wurde und schloss schnell seinen Mund, als sie ihre HÃ¤nde weg riss und ihm einen tÃ¶dlichen Blick schenkte.

âToya, es tut mir leid. Aber wenn du nicht sofort aus meinem Gesicht verschwindest, dann werde ich etwas tun, was wir beide, bereuen werden.â Kyokos Augen zogen sich zusammen. Sie hob ihre Hand als wollte sie wieder den ZÃ¤hmungszauber auf ihn werfen, wodurch Toya schnell vor ihr zurÃ¼ckwich, wÃ¼tend knurrend.

Shinbe konnte nicht anders, er musste darÃ¼ber grinsen, wie Kyoko Toya auf seinen Platz verwies. Er verbarg es hinter einem schnellen Husten. Manchmal konnten diese beiden soâ¦ unterhaltsam sein. Ein weiteres Husten zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Als er sich zur Seite beugte, um hinter Toya sehen zu kÃ¶nnen, erkannte er, dass Kamui dasselbe Problem damit hatte, sein Lachen zu verbergen.

'Verdammt, manchmal kann sie richtig, richtig beÃ¤ngstigend sein', dachte Toya, als er seine HÃ¤nde in seine weiten Ãrmel zog und sein Gesicht zur Seite drehte. âGut, du kannst es mir spÃ¤ter erzÃ¤hlen!â Er schielte aus dem Winkel seiner goldenen Augen zu ihr hinÃ¼ber, wissend, dass er das ein wenig zu laut gesagt hatte. Er sprang auf und ging zur TÃ¼r hinaus, wollte nicht in der NÃ¤he sein, wenn sie ihn wieder 'zÃ¤hmen' wollte. Er war nur froh, dass dieser dumme Zauber nicht lange anhielt, sonst wÃ¼rde ihm jetzt alles wehtun.

Suki hatte kein Wort gesagt, wÃ¤hrend sie Kyoko verwundert beobachtet hatte. Als Toya endlich weg war, krabbelte sie vorsichtig zu Kyoko hinÃ¼ber. Sie beugte sich hinunter und flÃ¼sterte: âKyoko, ich werde dir frisches Wasser holen, in Ordnung? Leg dich einfach wieder hin und ich komme gleich zurÃ¼ck.â Sie legte ihre Hand leicht auf Kyokos Schulter und schÃ¼ttelte den Kopf als sie sich fragte, wie ihre unschuldige Kyoko betrunken geworden war. Sie entschied, dass sie mit der Frage lieber warten wÃ¼rde, drehte sich um und ging weg um Wasser fÃ¼r ihre Freundin zu holen.

Kamui konnte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und grinste von Ohr zu Ohr. âKyoko, ich kann nicht glauben, dass du ausgegangen bist um dich zu betrinken, ohne mich einzuladen.â Sein Grinsen wurde nur noch breiter, als Kyoko ihm einen bÃ¶sen Blick zuwarf. Als er spÃ¼rte, dass Kaen drauÃen auf ihn wartete, ging er aus der HÃ¼tte hinaus, um sich zu seinem feurigen Freund zu gesellen.

Kyoko stÃ¶hnte als ihr Kopf drÃ¶hnte. Sie hÃ¤tte Suki bitten sollen, ihr zu helfen, ihren Rucksack zu durchsuchen. Sie wusste, sie hÃ¤tte dort etwas fÃ¼r den Schmerz und wenn sie es doch gleich finden kÃ¶nnte, wÃ¼rde sie wahrscheinlich die ganze Packung nehmen. Sie sah, wie ein Schatten Ã¼ber sie streifte, und als sie sich umwandte, sah sie Shinbes violette Augen auf sie gerichtet.

PlÃ¶tzlich rasten Bilder von ihm, wie er sie liebte, durch ihren Kopf. Es war ein Traum gewesenâ¦ richtig? Ein betrunkener Traum, jaâ¦ sie erinnerte sich nun wieder. Kater oder nicht, sie konnte nicht verhindern, dass sie daran dachte, und sie fÃ¼hlte, wie ihre Wangen errÃ¶teten. Sie war unendlich dankbar dafÃ¼r, dass es nicht eine seiner BeschÃ¼tzerkrÃ¤fte war, Gedanken zu lesen, nicht so wie Kyou.

âKyoko, ist alles in Ordnung? Kann ich etwas fÃ¼r dich tun?â Shinbe fÃ¼hlte sich schuldig dafÃ¼r, dass sie meinte, dass es ein Traum gewesen war, wie sie letzte Nacht gesagt hatte. Aber er musste wissen, ob sie sich an etwas erinnerte. Nach ihrem ErrÃ¶ten zu urteilen musste er davon ausgehen, dass sie es tat. Als sie schlieÃlich sprach, seufzte er erleichtert und klÃ¤glich. Irgendwo tief in ihm hatte er gehofft, sie wÃ¼rde sich erinnern und alles beenden.

Kyoko schenkte ihm ein schwaches LÃ¤cheln. Verdammte TrÃ¤umeâ¦ Wieso musste sie ausgerechnet von ihm trÃ¤umen? Es war ohnehin schon schlimm genug, dass sie schon frÃ¼her so etwas von ihm getrÃ¤umt hatte, aber sie hatte noch nie von ihm getrÃ¤umt und war dann so nahe bei ihm erwacht, dass sie seine KÃ¶rperwÃ¤rme fÃ¼hlen konnte.

PlÃ¶tzlich lehnte sie sich zurÃ¼ck, weg aus seiner NÃ¤he, ihre smaragdgrÃ¼nen Augen waren groÃ. Da war etwas in der Art, wie er sie ansah, als wollte er geradewegs in ihre Seele sehen. Oder er machte sich dafÃ¼r bereit, sie zu begrapschenâ¦ bei Shinbe konnte man da nie so sicher sein. In Gedanken schÃ¼ttelte sie den Kopf. 'Nein, da willst du nicht hin, liebe Kyoko, nicht jetzt! Denk nach, was war die Frage?' âÃÃ¤hmâ¦â

âShinbe, wÃ¼rde es dir was ausmachen, in meiner Tasche nachzusehen und die Schachtel zu suchen, in der ich KrÃ¤uter aufbewahre?â Sie legte ihre HÃ¤nde wieder an ihren Kopf in dem Versuch, das Pochen zu beruhigen. 'Notiz fÃ¼r mich selbstâ¦ gehe nie, nie wieder auf eine Party mit Tasuki und seinen Kumpels von der Uni.'

Shinbe kramte in ihrer Tasche nach der KrÃ¤uterdose. Er zog die Schachtel heraus und gab sie ihr, wobei Kyoko unabsichtlich mit der Hand an seiner streifte, wodurch ein plÃ¶tzlicher Hitzeschub durch Shinbes KÃ¶rper schoss, der einen bestimmten Teil von ihm dazu brachte, sich zu versteifen.

'Oh, wie verletzlich sie jetzt gerade war, er kÃ¶nnte einfachâ¦ NEIN! Wie konnte er so etwas nur denken? Gottâ¦ sie hatten recht, als sie ihn pervers genannt hatten.'

In dem Versuch, sich schnell vor ihr zurÃ¼ck zu ziehen und eine sichere Distanz zwischen sie zu bringen, streifte er mit seinem Arm unabsichtlich Ã¼ber ihren Oberschenkel.

Kyoko verkrÃ¼mmte sich innerlich bei der BerÃ¼hrung. Wieso musste es gerade er sein, der ihr jetzt half? Wieso konnte Toya nicht noch hier sein und sie bÃ¶se anstarren und anschreien. 'Diese Lippen, diese Augen, ichâ¦ muss aufhÃ¶ren, ihn so anzustarren!' Sie wandte ihren Blick wieder der KrÃ¤uterdose zu, als sie durch den Inhalt kramte, auf der Suche nach dem Aspirin, das sie dort immer aufbewahrte. Als sie es fand, hob sie die kleinen Tabletten hoch.

Shinbe starrte sie gebannt an. Sie hatte noch nicht versucht, ihn zu kastrieren, also erinnerte sie sich offenbar nicht. 'Wieso erinnerte sie sich nicht?', seufzte er stumm.

Sie sah wieder zu ihm hoch, und ihre Blicke trafen einander, was sie einen Moment lang beinahe gehirntot machte. âWasser? Bitte? Du kannst dir nicht vorstellen, wie grÃ¤sslich die ohne schmecken.â

Shinbe geriet vÃ¶llig durcheinander, als er ihren Lippen zusah, wie sie die Worte formten. Sie waren einfach so einladendâ¦ er kÃ¶nnte einfachâ¦ er bÃ¼ckte sich hinunterâ¦ er sah auf das Aspirin, das sie in ihrer Hand hielt. Konzentriere dich.

âJa, sie sehen abscheulich ausâ, sagte er als er sie betrachtete, auch wenn er keine Ahnung hatte, was sie waren. Die TÃ¼r Ã¶ffnete sich plÃ¶tzlich und er riss schuldbewusst seinen Kopf herum und sah, wie Suki und Kamui mit einem Wasserkrug hereinkamen.

Suki beÃ¤ugte Shinbe unsicher. âWas hast du vor, BeschÃ¼tzer?â

Shinbe machte ein paar Schritte zurÃ¼ck und fragte sich, ob Suki vielleicht insgeheim dazu fÃ¤hig war, seine Gedanken zu lesen. Sie hatte eine unheimliche Gabe dafÃ¼r, immer zu wissen, wenn er sich ungezogen benahmâ¦ oder auch nur daran dachte.

âOh Suki, bitte gib mir etwas Wasser, schnell. Je schneller ich diese Medizin nehme, desto schneller geht es mir besserâ, warf Kyoko ein, die wusste, dass Shinbe nichts Falsches getan hatte.

'Kyoko zu Hilfe!' Shinbe behielt den Ruf fÃ¼r sich.

Suki goss ein wenig Wasser in ihren Becher und begann darÃ¼ber zu reden, wie Toya einen Wutanfall erlitten hatte, als sie gestern Nachmittag nicht zurÃ¼ckgekommen war.

Shinbe lehnte sich an die Wand und beobachtete Kyoko wÃ¤hrend er halb der Unterhaltung lauschte. ââ¦ wenn er mich noch einmal anschreien sollte, dachte ich, ich wÃ¼rdeâ¦â Nimm sie in deine Arme und kÃ¼ss sie, bis sie nicht mehr denken kann. ââ¦ er ist so ein arroganter Typâ¦â Ich will dich so sehr, Kyoko. ââ¦ und die Art wie er umgehtâ¦â Shinbe zappelte und fragte sich, wie lange er sein Geheimnis noch wahren kÃ¶nnen wÃ¼rde, jetzt, wo er sie genommen hatte. ââ¦ nicht wahr, Shinbe?â

'HÃ¤h? Hatte ihm jemand eine Frage gestellt?' Shinbe sah von Suki zu Kyoko als beide ihn erwartungsvoll anstarrten.

Nachdem er keine Ahnung hatte, worÃ¼ber sie gesprochen hatten, entschied er sich fÃ¼r ein einfaches Entkommen: âJa, klar. Ich denke, du hast absolut recht, Suki. Wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich muss mit Toya sprechen.â Und damit floh er zur TÃ¼r hinaus.

Suki und Kyoko sahen ihm nach, als er die TÃ¼re hinter sich schloss und beide Frauen kicherten.

Shinbe gelangte hinaus aus dem kleinen Verschlag und lehnte sich schnell vorwÃ¤rts gegen die Wand. Er drÃ¼ckte seine HÃ¤nde gegen das kÃ¼hle Holz zu beiden Seiten seines Kopfes und stieÃ dann seine Stirn gegen die Holzpfosten. Der Schmerz schien ihm immer zu helfen, seine Gedanken wieder auf den rechten Weg zu bringen. Nur an diesem Morgen dauerte es lÃ¤nger. Nach der letzten Nacht konnte er seine GefÃ¼hle nicht mehr unter seine Kontrolle bringen. Es war jetzt schlimmer, als es je gewesen war.

Er wollte Suki wirklich nicht begrapschen, damit sie ihn schlagen wÃ¼rde, es erschien ihm einfach falsch, das zu tun, nachdem er Kyokos KÃ¶rper berÃ¼hrt hatte. Er hatte Angst, dass er nie wieder eine andere als nur sie anfassen kÃ¶nnen wÃ¼rde, ohne seine eigene Hand abreiÃen zu wollen. Er hatte seine Partnerin gewÃ¤hlt und sie wusste es noch nicht einmal.

Toya stand nur wenige Meter entfernt, beobachtete seinen Bruder und fÃ¼hlte die Wellen von Schuld, die Ã¼ber ihn schwappten. Einer der Vorteile davon, ein BeschÃ¼tzer zu sein, war, dass man Dinge von denen, um einen herum, fÃ¼hlen konnte, etwa so wie ein LÃ¼gendetektor in Kyokos Welt.

Er wÃ¶lbte eine dunkle Augenbraue. âWas hast du getan, Suki wieder begrapscht?â Toya runzelte die Stirn als er sah, wie sein Bruder beim Klang seiner Stimme zusammen zuckte.

Shinbe zuckte erschrocken zusammen, wandte seine dunkelvioletten Augen Toya zu und drÃ¼ckte sich von der Wand ab und richtete sich auf. âNEIN! Ichâ¦ nun, weiÃt duâ¦â Shinbe runzelte die Stirn Ã¼ber sein eigenes Stottern. Er zwang sich schnell dazu, sich zu beruhigen und erlangte endlich wieder seine Fassung. âIch wollte nur hier drauÃen bleiben, damit ich keinen LÃ¤rm mache und Kyokos Kater belÃ¤stigeâ, sagte er mit einem weisen Unterton in seiner Stimme und in der Hoffnung, dass Toya den Ratschlag auch fÃ¼r sich befolgen wÃ¼rde.

Toya knurrte aus seiner Kehle: âIch will immer noch wissen, wie zum Teufel sie betrunken wurde. Ich denke, ich werde es gleich herausfinden.â Er wollte wÃ¼tend an ihm vorbei gehen, blieb aber stehen, als Shinbe die Hand ausstreckte und seinen Arm festhielt. Toya starrte bÃ¶se auf die gegnerische Hand hinunter und fragte sich, was sich sein Bruder einbildete.

Shinbe sah wie silberne Flecken in Toyas goldenen Augen erschienen und lieÃ seinen Arm schnell wieder los. Mit einer ruhigen Stimme versuchte er seinen Bruder zu Ã¼berreden: âWenn ich du wÃ¤re, wÃ¼rde ich das noch nicht tun, auÃer dir schmeckt der Boden.â Er verbarg sein Grinsen als er fÃ¼hlte, wie Toya sich an den ZÃ¤hmungszauber erinnerte.

Toya sah seinen Bruder nachdenklich an, bevor er sich von der TÃ¼r weg drehte und murmelte: âSie sollte es besser wissen, und gar nicht erst in so eine Verfassung geraten.â PlÃ¶tzlich zuckte er zusammen und hielt seinen Kopf, wo Suki ihn gerade mit ihrer DrachentÃ¶ter-Waffe getroffen hatte, als sie aus der TÃ¼r hinter ihm trat.

âAutsch, wofÃ¼r zum Teufel war das wieder?â, fragte Toya mit einem bitterbÃ¶sen Blick.

Suki stand nur da und schenkte ihm einen 'Du weiÃt wofÃ¼r'-Blick. âSei nicht so Ã¼berfÃ¼rsorglichâ, sagte sie scharf, wissend, dass er sie nie verletzen wÃ¼rde. âKyoko hat mir erzÃ¤hlt, was letzte Nach passiert ist.â

Shinbe fÃ¼hlte, wie sein Leben begann, vor seinen Augen vorbei zu flitzen. Er hÃ¶rte auf zu atmen und wartete darauf, dass Toya ihn ermordete.

Suki fuhr fort: âIhre Freunde, auf der anderen Seite des Herzens der Zeit, haben sie auf ein Treffen mitgenommen, wo es Alkohol gab.â Sie machte eine Pause, um das wirken zu lassen. âSie trank nichts. Stattdessen aÃ sie eine Menge FrÃ¼chte, nur um dann herauszufinden, dass diese in starkem Alkohol eingelegt gewesen waren.â Ihre Lippen zuckten: âAber dann war sie schon betrunken.â

Toya knurrte und drehte sich um, wollte hineingehen und sie fÃ¼r ihre Dummheit anschreien, aber wieder kassierte er einen schmerzhaften Schlag von Suki, der ihn anhalten lieÃ.

âLass sie in Ruhe, sie ist gerade wieder eingeschlafen. Und ich denke nicht, dass sie heute in der Verfassung ist, irgendwohin zu gehen. Also schlage ich vor, dass wir sie am besten hier lassen, damit sie sich ausruht. Wir kÃ¶nnen auch einen Tag lang ohne sie nach dem Kristall-Talisman suchen.â

Sie drehte sich um um Shinbe anzusehen und fragte sich, wieso er sich so komisch benahm. Normalerweise hÃ¤tte er bis zum Mittag schon mindestens zehnmal versucht, sie zu begrapschen. âShinbe, geht es dir gut?â Sie machte einen Schritt auf ihn zu und starrte hoch in sein blasses Gesicht, sah, dass seine Augen ein wenig zu sehr glÃ¤nzten.

Shinbe erwachte wieder zum Leben als er bemerkte, dass Suki so nahe an seinem Gesicht war. Schnell machte er einen Schritt zurÃ¼ck, dann dÃ¤mmerte es ihm, was sie gesagt hatte. Er seufzte leise und schÃ¼ttelte seinen Kopf: âWenn ich ehrlich bin, Suki, dann geht es mir auch nicht so gut.â Er brauchte es nicht einmal vorzutÃ¤uschen, denn so verwirrt wie er seit gestern Nacht war, hatte er wirklich das GefÃ¼hl, dass er seinen Verstand verlor.

Toya rÃ¼mpfte die Nase Ã¼ber seinen Bruder: âJa du siehst echt dreckig aus. Vielleicht sollten wir dich hier lassen, damit du auf Kyoko aufpasst.â Er sah den violetten BeschÃ¼tzer mit sehr strengem Blick an. âAber wenn du sie auch nur berÃ¼hrst, dann wird sie es mir sagen.â In dem Wissen, dass seine Warnung laut und deutlich zu hÃ¶ren gewesen war, wandte sich Toya wieder an Suki âMÃ¶chtest du Kamui holen, oder soll ich?â, fragte er, denn er hatte nicht wirklich Lust, ihre Waffe wieder auf seinem Kopf zu spÃ¼ren zu bekommen.

Suki zuckte die Schultern: âIch hole ihn. Duâ, sagte sie warnend und stieÃ einen Finger in seiner Brust, âbleibst hier drauÃen.â

Shinbe verschluckte sich an seinem Lachen und versuchte, nicht zu vergessen, dass er krank war. Wie hatte er das geschafft? Da er selbst ein BeschÃ¼tzer war, sollte Toya doch wissen, dass BeschÃ¼tzer nicht krank wurdenâ¦ zumindest hatte er nie einen gesehen, der krank war. Trotzdemâ¦ die Vorstellung, bei Kyoko zu bleiben, mit ihr den ganzen Tag alleine zu seinâ¦ nun, die Versuchung war einfach zu groÃ.

Shinbe sah zu, wie Toya LÃ¶cher in Sukis RÃ¼cken starrte, als sie wegging um Kamui zu holen, aber er blieb drauÃen. In nur ein paar Minuten kam Kaen zu ihnen und spÃ¤hte durch die TÃ¼r hinein zu Kyoko. Shinbe wusste, dass Kaen auf Kamui aufpassen wÃ¼rde, falls sie Probleme bekommen wÃ¼rden. Ein BeschÃ¼tzer fÃ¼r einen BeschÃ¼tzer, damit hatte er seinen Bruder oft aufgezogen.

Shinbe sah der Gruppe nach, bis sie auÃer Sichtweite waren. Er fÃ¼hlte, wie sein KÃ¶rper und Geist sich zum ersten Mal an diesem Morgen entspannten. Mit einem Seufzen drehte er sich um und ging zurÃ¼ck in die HÃ¼tte, wo Kyoko schlief.

Kyoko regte sich in ihrem Halbschlaf, ihre Gedanken wanderten zurÃ¼ck zur letzten Nacht. ZurÃ¼ck zu der Party, dem Versuch, so viel wie mÃ¶glich von der wenigen Zeit, die sie in ihrer Welt hatte, mit Tasuki zu verbringen. Sie vermisste ihn wirklich, weil diese Welt so viel von ihrer Zeit beanspruchte. Sie hatte sich so sehr auf ihn konzentriert, dass sie nicht einmal bemerkt hatte, dass all die FrÃ¼chte verdorben waren, ehe es zu spÃ¤t war. Sie schmollte und fragte sich, ob Tasuki es die ganze Zeit Ã¼ber gewusst hatte.

Sie erinnerte sich nicht wirklich daran, wie sie zurÃ¼ck zu der Jungfernstatue gekommen war, oder auch zurÃ¼ck zur HÃ¼tte, wenn sie genau war. Aber sie erinnerte sich an Teile des Traums, den sie gehabt hatteâ¦ Shinbe. Kyoko driftete zwischen Wachen und Schlafen, ihre Gedanken gingen weiter, als wÃ¤re es ihnen egal, ob sie wach war oder schlief.

Sie hatte Shinbe immer gemocht, denn aus der kleinen Gruppe war er der BeschÃ¼tzer, mit dem es am lustigsten war, wenn er da war. Und er brachte sie immer zum Lachen, auch wenn er es nicht einmal versuchte. Aber er war nicht der Mann, der sich mit nur einer Frau begnÃ¼gen wÃ¼rde. Offensichtlich hatte er Probleme. Aber in letzter Zeit hatte sie begonnen, ihn in einem neuen Licht zu sehen.

Kyoko warf sich im Schlaf hin und her. Es war einfach nicht fair. Sie liebte Toya aus tiefstem Herzen, aber nur selten bekam sie von ihm auch nur einen Schein dieser GefÃ¼hle zurÃ¼ck. Nun, Shinbe, auf der anderen Seite, war eine andere Geschichte. So wie Toya sie fÃ¼r jede Kleinigkeit anschrie, versuchte Shinbe immer, dafÃ¼r zu sorgen, dass sie sich besser fÃ¼hlte.

Es war beinahe so, als wÃ¼rde, je schlimmer Toya sich benahm, Shinbe umso netter werden, aber er tat so, als wÃ¤re es nichts als eine Freundschaft. Manchmal wunderte sie sich Ã¼ber ihn und das war es wohl gewesen, was zu den TrÃ¤umen gefÃ¼hrt hatte, die sie von ihm hatte. Bis zur letzten Nacht waren die TrÃ¤ume innerhalb gesunder Grenzen geblieben. Der Traum der letzten Nacht war vÃ¶llig auÃer Kontrolle gewesen.

Sie wusste, dass Toya sie auf seine eigene Art und Weise liebte und wahrscheinlich sogar fÃ¼r sie sterben wÃ¼rde, aber er weigerte sich, seine wahren GefÃ¼hle zu zeigen. Sie kannte ihn nur, wie er so leicht bÃ¶se wurde, und sie herumzukommandieren war einfach seine Art, die Tatsache zu verbergen, dass er um sie besorgt war. Manchmal verbarg er seine GefÃ¼hle so gut, dass sie es ihm beinahe glaubte. Und doch ertappte sie sich dabei, wie sie die beiden MÃ¤nner verglich. Sie war immer in Shinbes und Toyas NÃ¤he und beide BeschÃ¼tzer hatten ihre guten und schlechten Seiten.

Wenn sie davon trÃ¤umte, wie Toya sie kÃ¼sste, dann war es immer weich und sÃ¼Ã und wurde nur manchmal hitzig. Bei Shinbe war das anders. In jenen TrÃ¤umen kÃ¼sste er sie an unvorstellbaren PlÃ¤tzen und tat Dinge mit ihrem KÃ¶rper, von denen sie nie gedacht hatte, dass sie sich so gut anfÃ¼hlen konnten.

Sie seufzte im Schlaf. Aber es waren nur TrÃ¤umeâ¦ Kyoko rollte sich zu einem Ball zusammen und zitterte bei den Gedanken an den Traum der letzten Nacht. Wie ihr KÃ¶rper unter dem seinen erbebt war, als er sie lustvoll geliebt hatteâ¦ sie wimmerte bei der Erinnerung daran. Wenn sie so von Shinbe trÃ¤umte, hatte sie beinahe das GefÃ¼hl, als wÃ¼rde sie Toya betrÃ¼gen.

'Nein!', sagte sie ihren Gedanken. 'Mit Toya hatte ich nie eine Beziehung. Also habe ich keinen Freund und solange es nur in meinen Gedanken ist, kann ich alles denken, was ich willâ¦ auch in meinen TrÃ¤umen.'

Der Traum war so anregend gewesen, dass sie, als sie erwachte, beinahe das GefÃ¼hl hatte, dass sie zerschmelzen wÃ¼rde. Als sie ihn da gegen die Wand gelehnt sitzen sah, als ob nichts passiert wÃ¤re, das alleine bestÃ¤tigte ihr, dass es nur ein Traum gewesen war. Was ging nur in ihrem Kopf vor? Sie musste sich beherrschen. Shinbe wÃ¼rde nie ein unerfahrenes, kleines MÃ¤dchen wie sie lieben. Er war offensichtlich ein Mann von Welt, der wahrscheinlich mehr MÃ¤dchen in einer Nacht erobert hatte, als sie an beiden HÃ¤nden abzÃ¤hlen kÃ¶nnte. Sie drÃ¼ckte ihre Augenlider fest aufeinander und weigerte sich, etwas Anderes zu denken.

Shinbe war entspannt und ruhig in die HÃ¼tte zurÃ¼ck gekommenâ¦ bis sein Blick auf ihre schlafende Gestalt fiel. Sein ganzer KÃ¶rper erstarrte und er stand da und beobachtete sie einfach mehrere Minuten lang. Er sah, wie sie zitterte, wie sie dort auf der dÃ¼nnen Matte lag. Wieso hatte sie die Decke nicht mehr, die er in der Nacht Ã¼ber sie gebreitet hatte? Er sah hinÃ¼ber, dorthin, wo sie die Decke weggeschoben hatte, als sie sich mit Toya angelegt hatte.

Er kroch leise zu ihr hinÃ¼ber und legte die Decke wieder Ã¼ber sie und blieb an ihrer Seite, wÃ¤hrend sie weiter in einem unruhigen Schlaf lag. 'Wieso musste er diese GefÃ¼hle haben?' Er seufzte, als er sich hinsetzte, sich gegen die Wand lehnte, sie beobachtete. Er kannte die Antwort darauf. 'Shinbe, der Junge, von dem jeder meinte, dass er ein Frauenheld war, hatte sich in ein MÃ¤dchen aus einer anderen Zeit verliebt.'

Er starrte sie an, Verlangen in seinen Augen, dann presste er seine Lippen aufeinander. Sie wÃ¼rde ihn umbringen, wenn sie merkte, dass es nicht nur ein Traum gewesen war. Toya wÃ¼rde ihn auch umbringen. Konnte er fÃ¼r so ein Verbrechen zweimal sterben?

Shinbe lieÃ seine Schultern sacken und seufzte wieder: 'Jaâ¦ wegen Toya.' Kyoko war verliebt in seinen temperamentvollen Bruder. Er konnte SchuldgefÃ¼hle durch sein RÃ¼ckenmark aufsteigen fÃ¼hlen. 'Wieso musste sie sich ausgerechnet in den verlieben, der sie nie gut behandeln wÃ¼rde?' Er wÃ¼rde sie mit allem, was er hatte, lieben. Und wenn er auch einen kleinen Fluch auf sich hatte. Das sollte es nicht zu schlimm machen. SchlieÃlich hatte Kyoko ihnen von ihrem GroÃvater und seinem Glauben an FlÃ¼che und DÃ¤monen erzÃ¤hlt. 'Verdammt sei Toya.'

Kyoko murmelte in ihrem Schlaf. Er sah hoch und erkannte, dass sie sich umgedreht hatte, und ihm nun den RÃ¼cken zuwandte. Die Decke, die er um sie gelegt hatte, war weggerutscht. Das kurze T-Shirt, das sie trug, war hoch gerutscht und hatte ihr wertvollstes StÃ¼ck offen gelegt. Ein Zittern rannte durch seinen KÃ¶rper. 'Soâ¦ verdammt verfÃ¼hrerisch.'

Seine Hand streckte sich aus und streichelte das weiÃe Textil, das den Anblick weiter stÃ¶rte. Er biss die ZÃ¤hne zusammen und zog seine Hand zurÃ¼ck, ehe seine Finger sie berÃ¼hrten. 'Ah, so nahe. Aber das ist auch der Tod, und ich mÃ¶chte noch ein wenig lÃ¤nger leben.' Ein schnaubendes Lachen entkam ihm, als er seine HÃ¤nde in seinen Mantel steckte. Er musste ab sofort besser aufpassen, was er tat, oder sein Leben kÃ¶nnte ein wenig frÃ¼her als geplant enden.

Er wÃ¼rde ihr sofort die Wahrheit erzÃ¤hlen, wenn sie nicht in seinen Bruder verliebt wÃ¤re. Er wusste, dass er mit seinen GefÃ¼hlen nicht alleine war. Sie war die Priesterin der BeschÃ¼tzer und sie beschÃ¼tzten sie mit ihrem Leben. Alle der BrÃ¼der liebten sie sehr, jeder auf seine eigene Art. Aber Toya war anders. Toya mochte niemanden. Shinbe hatte es gesehen. Toya liebte Kyoko aus ganzem Herzen, auch wenn er es nicht zugeben konnte.

Shinbe schloss seine Augen als er fÃ¼hlte, wie sie zu brennen begannen. Er hatte kein Recht, Kyoko zu lieben, oder auch nicht sonst irgendjemanden. Er hatte die FÃ¤higkeit sie alle in einer Schlacht zu retten. Alles, was er tun musste, war, den Zeitzauber anzuwenden und er konnte eine Leere erzeugen, die alles in ihrem Weg aufsaugte. Es war seine grÃ¶Ãte Macht und sein grÃ¶Ãter Feind. Jedes Mal wenn er den gefÃ¤hrlichen Zauber anwendete, konnte er fÃ¼hlen, dass er stÃ¤rker wurde.

Jeder hatte ihn davor gewarnt und ihm nahe gelegt, ihn nicht zu verwenden auÃer wenn er keine andere Wahl hatte, weil er eines Tages so stark werden wÃ¼rde und er ihn nicht mehr kontrollieren kÃ¶nnen wÃ¼rde, sodass er ihn selbst aufsaugte. Der Zauber war ein Geschenk seines Onkels gewesenâ¦ desselben Onkels, der der Feind war. Zuerst hatte er gedacht, es war ein groÃartiges Geschenk, aber nun erkannte er, dass es gar kein Geschenk war. Es war ein Fluch. Einer, den er verwenden wÃ¼rde, um denjenigen zu zerstÃ¶ren, der ihm ihn gegeben hatteâ¦ selbst wenn er sein eigenes Leben dabei verlieren wÃ¼rde.

Shinbe gÃ¤hnte. Er hatte die ganze Nacht beinahe nicht schlafen kÃ¶nnen, weder bevor, noch nachdem Kyoko zurÃ¼ckgekommen war. Er hatte den grÃ¶Ãten Teil des Abends damit verbracht, Toyas Fluchen zuzuhÃ¶ren, weil sie nicht vor der Dunkelheit durch das Herz der Zeit zurÃ¼ckgekehrt war, wie sie versprochen hatte.

Zuerst hatte Shinbe befÃ¼rchtet, dass sie immer noch sauer auf Toya war, als sie nicht zurÃ¼ckgekommen war. Sie hatte Toya angeschrien ehe sie gegangen war, weil er versucht hatte, sie davon abzuhalten, in ihre Zeit zurÃ¼ck zu gehen. Toya hatte sich ihr sogar in den Weg gestellt, vor den Jungfernschrein. Letztendlich hatte sie jenen Zauber so oft angewandt, dass Shinbe nicht mehr mitgezÃ¤hlt hatte. Aber sie hatte versprochen, am nÃ¤chsten Tag vor Einbruch der Dunkelheit zurÃ¼ck zu kommen.

Shinbe grinste als er sich daran erinnerte, wie Toya sich gegen den Zauber zu wehren versucht hatte, wobei er die ganze Zeit fluchte und alles MÃ¶gliche versprach, was er Kyoko antun wollte, wenn er sich wieder bewegen konnte.

Sein Blick glitt wieder hinÃ¼ber Ã¼ber Kyokos Gestalt. Deshalb fand er sie so unwiderstehlich. Sie konnte in einem Moment wÃ¼tend auf Toya sein und im nÃ¤chsten Moment liebte sie ihn wieder. Sie war nicht nachtragend, egal wie sehr er sie verletzte.

Als Toya sie zum ersten Mal getroffen hatte, hatte er versucht sie umzubringen. Nun hatte sich alles geÃ¤ndert und jeder wusste, dass Toya sie innig liebte und sogar fÃ¼r sie sterben wÃ¼rde. Und doch tat er so, als kÃ¶nne er sie nicht ausstehen und verletzte oft ihre GefÃ¼hle. Das war einfach Toyas Art, sein Herz zu verstecken.

Shinbe legte seine Finger auf seine Augenbrauen in dem Versuch, seine Gedanken zu beruhigen. Er fÃ¼hlte sich ehrlich schlecht wegen Toya und wollte eigentlich nichts Schlechtes Ã¼ber ihn denken. Es war nur, dass er eine Chance bei Kyoko hatte und diese ignorierte.

Er wÃ¤re fÃ¼r eine solche Chance gestorben. Er wÃ¼rde sie wie eine KÃ¶nigin behandeln, wenn sie es nur zulassen wÃ¼rde. Deshalb hatte er letzte Nacht die Kontrolle verloren. Die Wahrheit war, bei ihm war letzte Nacht einfach eine Sicherung durchgebrannt. Jetzt, nach dieser Nachtâ¦ Shinbe drÃ¼ckte seine Augenlider fest zusammen. Vielleicht war sie mit Toya doch besser dran, nach dem wie er ihre Unschuld betrogen hatte.

Shinbe zuckte zusammen, als Kyoko sich wieder im Schlaf bewegte und noch mehr von ihrem Oberschenkel entblÃ¶Ãte. Er starrte auf ihre cremig weiÃe Haut, seine HÃ¤nde zuckten in seinem Mantel. 'Wieso musste sie so schÃ¶ne Haut haben?' Er fÃ¼hlte, wie er selbst schlÃ¤friger wurde, als er Kyokos unruhigem DÃ¶sen zusah, und krabbelte langsam am Boden, wobei er nie die Augen von ihrem Hinterkopf lieÃ. Er wusste, wenn er ihr nÃ¤her kommen wÃ¼rde, wÃ¼rde sie aufwachen, sich umdrehen und ihn schlagen.

So weit, so gut. Er beugte sich Ã¼ber ihre stille Gestalt und sah auf ihr Gesicht hinunter. Shinbe grinste. Sie roch immer noch nach Alkohol.

'Hat mich letzte Nacht auch nicht gestÃ¶rt', grinste er.

Eine einzelne nussbraune StrÃ¤hne klebte an ihrer Schulter. Er streckte seine Hand aus und strich sie sanft zur Seite, seufzte leicht bevor er sich hinter ihr hinlegte und sein Gesicht in ihre seidigen Locken kuschelte. Er wagte es nicht, ihr nÃ¤her zu kommen, aus Angst vor dem Tode, aber wÃ¤hrend sie schlief konnte er ihr wenigstens ein wenig Geborgenheit bieten. Redete er sich selbst ein.

Wenn sie aufwachte und ihn dort fand, wÃ¼rde er ihr einfach erzÃ¤hlen, wie mÃ¼de er gewesen war und dass das der einzige Platz zum Liegen warâ¦ wo er sie im Auge behalten konnte. Er wÃ¼rde gerne einen Klaps dafÃ¼r hinnehmen. Das wÃ¤re es allemal wert, nur um fÃ¼r ein paar Stunden neben ihr zu liegen und sich auszuruhen. Er war zu erschÃ¶pft um sich um die Konsequenzen Sorgen zu machen, als seine Augen langsam zufielen. Er war genau dort, wo er sein wollte, und zum Teufel mit den Konsequenzen.

Kyoko wimmerte schlÃ¤frig und drehte sich um, zu der WÃ¤rme neben ihr. Sie zog ihre HÃ¤nde zu ihrem Kinn hoch und vergrub es darin. Als sie ihren Kopf nach vor beugte und er gegen etwas Festes stieÃ, seufzte sie und entschied, dass sie wohl wieder trÃ¤umte. Um die Theorie auszutesten legte sie eine ihrer HÃ¤nde gegen die WÃ¤rme.

Ja, sehr fest. In ihrem Traum kuschelte sie sich nÃ¤her daran und in ihrem Traum legte sich die WÃ¤rme um ihre HÃ¼fte. Sie roch Jasmintee und einem holzigen, erdigen Geruch.

'Wieso geht er mir nicht mehr aus dem Kopf? Er roch so gut.'

Sie erinnerte sich an das erste Mal, dass er sie in ihren Armen gehalten hatte. Er hatte gemeint, dass er sie rettete. Sie lÃ¤chelte in ihrem Schlaf. Er war so stark und seine Sorge um ihr Wohlsein war richtig sÃ¼Ã, auch wenn seine GrÃ¼nde nicht ganz legitim waren. Damals hatte sie zum ersten Mal bemerkt, wie er roch.

Sie zitterte bei der Erinnerung und das warme Objekt um ihre HÃ¼fte verfestigte sich. Sie schlang langsam einen Arm um die WÃ¤rme und erstarrte, als sie das eindeutige Rascheln von Stoff hÃ¶rte.

'Was? Rascheln von Stoff? Raschelten TrÃ¤ume wie Kleider?'

Kyoko war plÃ¶tzlich hellwach. Langsam Ã¶ffnete sie ein Auge halb um verwirrt auf den blau-grauen Mantel zu sehen, mit dem ihre HÃ¤nde verwoben waren. Und sieâ¦ schoss hoch wie eine Rakete, wobei sie seinen Arm mit einem Plumpsen aus dem Weg schlug. Und er, erâ¦ stÃ¶hnte und drehte sich auf seinen RÃ¼cken.

Kyoko war panisch, sah sich in der ganzen HÃ¼tte um. Niemand sonst war hier, und dies war eindeutig kein Traum. Shinbe schlief auf ihrer Matte. Sie musste denken. Was passierte? Sie starrte ihn an und war plÃ¶tzlich wie versteinert.

'Es war nur ein Traum gewesen, nicht wahr? ReiÃ dich zusammen, Kyoko.' Sie dachte panisch nach. 'Wo war Toya? Suki? Kamui? Kaen? Wo waren sie alle hingegangen?'

Sie fuhr fast aus ihrer Haut als Shinbe in seinem Schlaf stÃ¶hnte und seine HÃ¤nde in seinen Mantel zog. Als sie aufgesprungen war, hatte sie die Decke mit sich gerissen. Kyoko blinzelte und errÃ¶tete dann vor SchuldgefÃ¼hlen. 'Ihm war kalt.' Ihr war nun auch kalt, jetzt, wo sie stand. Sie erinnerte sich daran, wie sie das GefÃ¼hl hatte, zu erfrieren, wÃ¤hrend sie versucht hatte einzuschlafen.

Hatte er sich deshalb neben sie gelegt? Um sie zu wÃ¤rmen? Ihr Gesicht wurde noch rÃ¶ter. 'Ooh, das war so sÃ¼Ã.' Sie schÃ¼ttelte ihren Kopf von einer Seite zur anderen. 'Nein, nein, nein! Was denke ich nur? Nicht sÃ¼Ã, nicht sÃ¼Ã', sie seufzte, lÃ¤chelte ihm freundlich zu. 'Ich gebe auf.'

Langsam und vorsichtig bÃ¼ckte sie sich hinunter, nahm die Decke und erstarrte, als er sich plÃ¶tzlich im Schlaf bewegte. Sie blieb stehen und wartete, ob er aufwachen wÃ¼rde. Tat er nicht. Also warf sie schnell die Decke Ã¼ber seinen schlafenden KÃ¶rper, nahm ihre Tasche und floh zur TÃ¼r.

Shinbe Ã¶ffnete ein Auge als er ihren RÃ¼ckzug beobachtete. Als sie auÃer Sichtweite war, lachte er innerlich. 'Wieder mal GlÃ¼ck gehabt.' Dann runzelte er die Stirn und fragte sich, wieso er keinen Handabdruck auf seiner Wange hatteâ¦ oder einen zersplitterten SchÃ¤del. Er stand langsam auf und zÃ¤hlte bis zehn, dann folgte er Kyoko um zu sehen, wo sie hingegangen war.

Als sie drauÃen war, lehnte sich Kyoko an einen nahen Baum und erkannte, dass sie besser im Bett bleiben hÃ¤tte sollen. Ihr Herz raste und ihr gesamter KÃ¶rper schmerzte. Sie bÃ¼ckte sich hinunter und massierte ihre Beine. Sie erinnerte sich daran, dass sie gestern Nacht mit Tasuki getanzt hatte, nachdem sie die verdorbenen FrÃ¼chte gegessen hatte, aber es fÃ¼hlte sich eher an, als wÃ¤re sie von einem Lastwagen Ã¼berfahren worden. Ein langes Bad in den heiÃen Quellen wÃ¼rde die MuskelkrÃ¤mpfe beruhigen.

Noch einmal notierte sie sich in Gedanken, dass sie nie wieder Obst auf einer Party essen wollte. Dann kam ihr ein Gedanke. Toya wÃ¼rde Shinbes Geruch an ihren Kleidern bemerken. Ahh! Das Allerletzte, was sie wollte, war, Shinbe in Schwierigkeiten zu bringen, wenn er nichts getan hatte. Sie stolperte von der HÃ¼tte weg, stÃ¶hnte Ã¼ber den Kater, der sie noch immer schwÃ¤chte, aber war fest entschlossen, nicht nur ihre Schmerzen weg zu waschen, sondern auch ihre Kleider zu sÃ¤ubern.

*****

Toya knurrte in den Tiefen seiner Kehle als er Ã¼ber das Dorf blickte, zu dem sie gekommen waren. Er fletschte seine ZÃ¤hne, wissend, dass sie zu spÃ¤t waren. Das Dorf lag in TrÃ¼mmern. Es schien, dass, egal was sie in letzter Zeit machten, sie immer einen Schritt hinter Hyakuhei und seinen DÃ¤monen waren. Er runzelte die Stirn als er das Dorf nach Ãberlebenden absuchte.

âEin Teil des Talismans muss hier gewesen sein, sonst hÃ¤tten sie sich nicht die MÃ¼he gemacht, das ganze Dorf zu zerstÃ¶ren.â Toyas goldene Augen verdunkelten sich vor Sorge.

âWir mÃ¼ssen ihnen helfenâ, sagte Suki leise, als sie mit Kamui an ihrer Seite das Dorf betrat. Sie bÃ¼ckte sich hinunter um nach einem weinenden Kind zu sehen, das dort vÃ¶llig verloren saÃ.

Einen Moment lang verschloss Toya seine Augen vor der mittlerweile bekannten Szenerie, wÃ¤hrend sein Blut zu kochen begann. Er wusste, dass Hyakuhei beinahe alle Teile des Talismans in seinem Besitz hatte und dass es ihm egal war, wen er verletzte, um den Rest zu bekommen. SchlieÃlich hatte Hyakuhei selbst seinen eigenen Bruder ermordet. Nun versuchten die BeschÃ¼tzer, Kyoko vor demselben MÃ¶rder zu beschÃ¼tzen.

Wenn Hyakuhei es schaffte, alle Teile des Kristalls zu versammeln, wÃ¼rde er in Kyokos Welt einbrechen kÃ¶nnen und viele DÃ¤monen mit sich mitnehmen. Das durften sie nicht zulassen. Er fÃ¼hlte, wie ein kalter Schauer Ã¼ber seinen RÃ¼cken lief und wusste, dass etwas nicht in Ordnung war.

'Kyoko.' Das Wort hallte durch seinen Kopf wie eine Warnung.

âIhr beide bleibt hier und helft. Ich muss nach Kyoko sehen, jetzt!â, schrie Toya und stÃ¼rmte in die Richtung weg, aus der sie gekommen waren. Er wusste, dass etwas nicht in Ordnung warâ¦ er fÃ¼hlte es deutlich in seiner eigenen Seele. Er hÃ¤tte sie nie ohne seinen Schutz zurÃ¼cklassen sollen, nicht wenn Hyakuheis DÃ¤monen-Ausgeburten so nahe waren. Er konnte die Angst, die andere HÃ¤lfte seines Herzens zu verlieren, nicht abschÃ¼tteln.

âIch werde nicht zulassen, dass er dich anfasstâ, schwor Toya in seinem Wettrennen, Kyoko zu erreichen, bevor die Gefahr dort ankam.



Kapitel 3 "Kuss der Eifersucht"



Kyoko machte sich auf den Weg zu der heiÃen Quelle. Sie war mÃ¼de, alles schmerzte und sie konnte es kaum erwarten, sich einfach in das dampfende Wasser zu setzen und zu entspannen. Sie stolperte Ã¼ber einen Stein und fragte sich, ob sie Wochen brauchen wÃ¼rde, eher sie ihr Gleichgewicht wiederfand, nur weil sie sich einmal betrunken hatte.

âVerdammtâ¦ Mann, jetzt klinge ich schon wie Toyaâ, sagte sie zu sich selbst und kicherte.

Shinbe folgte leise, wobei er ab und zu hinter einem Baum hervorspÃ¤hte. Er musste ein Lachen unterdrÃ¼cken, das ihm entkommen wollte, als er ihr Kommentar darÃ¼ber hÃ¶rte, dass sie wie Toya klang. Es war beruhigend herauszufinden, dass er nicht der einzige der Gruppe war, der ganze Unterhaltungen mit sich selbst hielt. Wenn er verrÃ¼ckt war, dann wÃ¼rden sie ein ausgezeichnetes Paar abgeben. Er blieb einige Zeit zurÃ¼ck um ihr ein wenig mehr Vorsprung zu verschaffen.

Als sie endlich zu der abgelegenen heiÃen Quelle kam, kramte Kyoko in ihrer Tasche. Mit allen Utensilien, die sie brauchte, am Wasserrand aufgereiht, zog sie sich schnell aus und begab ihren schmerzenden KÃ¶rper in das dampfende Wasser. âMmmm, das fÃ¼hlt sich gut an.â Sie schloss ihre Augen und rieb ihre Beine in dem Versuch, die verhÃ¤rteten Muskeln etwas zu lockern. Als sie sich schlieÃlich besser fÃ¼hlte, legte sie sich zurÃ¼ck in das Wasser und entspannte sich endlich.

Shinbe lehnte an einem Baum als er die Faszination ihres tÃ¤glichen Rituals verfolgte. Sie war so anmutig, so reinâ¦ plÃ¶tzlich fÃ¼hlte er sich wieder schuldig fÃ¼r seine Taten. Er drehte der Szene den RÃ¼cken zu und legte eine Hand auf sein Herz, wo der Schmerz sich ansammelte.

Er sollte nicht hier seinâ¦ er war kein braver Mann. Sie wÃ¼rde ihn hassen, wenn sie herausfand, was er mit ihr getan hatte. Er verzog das Gesicht, als das Gewicht in seiner Brust plÃ¶tzlich so viel schwerer wurde. Aber doch konnte er dem Drang, sich umzudrehen und sie gierig anzusehen, nicht unterdrÃ¼cken. Er seufzte sehnsÃ¼chtig, als er zusah, wie sie in das Wasser sank.

âDies ist so viel besser als die kleine Badewanne zu Hause in der modernen Weltâ, durchbrach Kyokos Stimme die Stille, als sie sich umsah. Es war eigentlich mehr wie ein versteckter Swimming Pool. Der Ort war so friedlich und so abgelegen. BÃ¤ume und kleines GebÃ¼sch umgaben die heiÃe Quelle und sorgten fÃ¼r vÃ¶llige PrivatsphÃ¤re. 'Der Steinsims auf der anderen Seite wÃ¤re schÃ¶n um sich zu sonnen', dachte sie zusammenhanglos und lÃ¤chelte. Sie summte zufrieden wÃ¤hrend sie sich an der WasseroberflÃ¤che treiben lieÃ.

Nachdem sie sich ein paar Minuten entspannt hatte, beschloss sie, dass sie sich besser noch schnell waschen sollte. Sie knetete Shampoo in ihr Haar und tauchte dann unter um es auszuwaschen. Prustend kam sie hoch, nur um dann noch mehr Zeug in ihr Haar zu schmieren und dasselbe wieder zu tun. Dann, ehe sie wieder heraus kam, nahm sie sich die Zeit um ihre Kleider sauber zu schrubben und hoffte, dass die Sonne sie schnell trocknen wÃ¼rde.

Shinbe schlich sich nÃ¤her und sah aus der Deckung eines Busches aus drei Metern Entfernung aufmerksam zu. Er lieÃ die Kurven ihres KÃ¶rpers auf sich wirken. Bei den GÃ¶ttern, war sie schÃ¶nâ¦ wie eine GÃ¶ttin die aus der Quelle stieg. Sie wickelte ein Handtuch um ihre Brust, ehe sie ein anderes um ihr Haar wand und dann langsam ihren KÃ¶rper abtrocknete.

Er hatte sie schon oft im Geheimen beobachtet, als sie badete, aber hatte nie die MÃ¶glichkeit gehabt, lange genug zu bleiben um diesen Teil zu genieÃen. Normalerweise suchte ihn jemand bevor sie ihr Bad beendete. Er seufzte, als sie langsam mit dem Tuch Ã¼ber ihre langen Beine rieb. Er merkte, wie er vor Schmerzen die ZÃ¤hne zusammenbiss, als er zusah, wie sie die kleinen KleidungsstÃ¼cke anzog, die ihre wertvollsten KÃ¶rperteile bedeckten. Er konnte sich kaum davor zurÃ¼ckhalten, die paar Schritte zu machen, die sie in seine Reichweite bringen wÃ¼rden.

Ein knackendes GerÃ¤usch kam plÃ¶tzlich von der anderen Seite der heiÃen Quellen. Shinbe hÃ¶rte es, und Kyoko hatte es auch gehÃ¶rt, denn sie stand erstarrt auf ihrem Platz. Beide lauschten sie angestrengt auf weitere GerÃ¤usche. Ein weiterer Zweig brach, aber dieses Mal kam das GerÃ¤usch aus einem Busch nÃ¤her bei Kyoko. Erschrocken sah er wie Kyoko geradewegs auf den Busch zu ging, ihr Handtuch wie ein Schild vor sich hielt und rief.

âIn Ordnung, Shinbe! Ich weiÃ, dass du es bist! Komm herausâ¦ damit ich dich schlagen kann!â Kyoko wartete und starrte den Busch genervt an. Shinbe war fÃ¼r sein Spannen bekannt. VerÃ¤rgert hob sie eine Augenbraue, er war der einzige in der NÃ¤he, alsoâ¦ Der Busch wackelte leicht. âIch weiÃ, dass du da bist, und wenn Toya herausfindet, dass du mir nachspioniert hast, dann wird er dich wahrscheinlich umbringen. Ãbrigens bin ich mir sicher, dass auch Suki kein Problem damit hÃ¤tte, dir ein paar SchlÃ¤ge zu verpassen.â

Das GebÃ¼sch bewegte sich wieder und ein langes, spitzes Bein kam aus dem GeÃ¤st.

âWas zumâ¦!â Kyoko drehte sich um und rannte weg gerade als ein sehr groÃer dÃ¤monischer Skorpion hinter der Vegetation hervor koch. Sie rannte auf ihre Kleider zu, wo sie ihren Bogen zurÃ¼ckgelassen hatte.

âKyoko! Runter!â Shinbe kam aus den BÃ¼schen auf der anderen Seite gerannt, einen groÃen Ast in der Hand erhoben wie einen Speer. Er warf ihn auf den DÃ¤mon. Der rotÃ¤ugige Skorpion sah ihn kommen und wehrte mit der Bewegung eines Beines die spitze Waffe ab und schleuderte sie weg. Der Ast landete vor Kyokos FÃ¼Ãen, gerade als sie sich hinunter bÃ¼ckte, um ihren Bogen aufzuheben. Ihr Gesicht verzog sich, als ihr klar wurde, wie knapp sie beinahe getroffen wurde.

Shinbe rannte auf sie zu und bÃ¼ckte sich, um den Ast wieder aufzuheben. Er zwinkerte Kyoko zu, als er sie angrinste. âNun, Kyoko, ich denke, du bist ein wenig under-dressed um einen DÃ¤mon umzubringen.â Sein Grinsen wurde noch breiter, als er ihren Gesichtsausdruck sah. Dann verwandelte sich der Gesichtsausdruck in den reinsten Horror.

Mit dem GefÃ¼hl eines Unheil verkÃ¼ndenden Schauers auf seinem RÃ¼cken drehte sich Shinbe herum, wobei er seinen improvisierten Speer wild schwang, als der Skorpion ihn ansprang. Er konnte ein haariges Bein treffen, aber ein anderes stach ihn in die Seite und schleuderte ihn von Kyoko weg. Shinbes Blut gefror als der tÃ¶dliche Skorpion auf die Priesterin zu krabbelte.

Er wusste, dass die von DÃ¤monen besessene Kreatur die Macht in ihr fÃ¼hlen konnte. Mit dem Wissen, dass er etwas tun musste, und schnell, verwendete er seine telekinetischen KrÃ¤fte um einen mittelgroÃen Stein hochzuheben und schleuderte ihn so fest er konnte. Er grinste, als er den Skorpion am Kopf traf.

Der DÃ¤mon kreischte und drehte sich ruckartig herum um den verwundeten BeschÃ¼tzer bÃ¶se anzustarren. Shinbe lag am Boden und bemÃ¼hte sich, wieder auf die Beine zu kommen, als der DÃ¤mon wieder auf ihn losging. Er rollte sich gerade noch rechtzeitig zur Seite, um mit dem spitzen Ende des Astes nach oben zu zielen, als der DÃ¤mon auf ihn sprang. Shinbes violette Augen glÃ¼hten als er einen Zauberspruch flÃ¼sterte um den harten Panzer des Monsters weicher zu machen.

Kyoko schrie panisch Shinbes Namen, als sie zusah, wie der DÃ¤mon auf ihm landete. Alles schien so schnell zu passieren, dass sie nicht einmal Zeit hatte, zu blinzeln. In einer Sekunde sprang der DÃ¤mon auf ihn und in der nÃ¤chsten ragte das Ende desselben Astes aus seinem RÃ¼cken wÃ¤hrend schwarzes Blut zu Boden tropfte. Sie beobachtete, wie der besessene Skorpion zuckte ehe er erschlaffte und schwer auf Shinbe fiel.

âShinbe!â, schrie Kyoko panisch. Sie rannte auf ihn zu und sah, wie das Blut sich mit erschreckender Geschwindigkeit in der Erde um ihn sammelte. In Gedanken krÃ¼mmte sie sich zusammen und hoffte, dass nichts von dem Blut von ihrem BeschÃ¼tzer kam, aber es war schwer zu sagen mit der riesigen Ausgeburt der HÃ¶lle, die alles auÃer einer Seite von Shinbes Gesicht bedeckte. Seine Augen waren geschlossen und einen Moment lang hÃ¶rte ihr Herz auf zu schlagen, als eine Angst sie durchfuhr.

Shinbe konnte es fÃ¼hlen, Kyoko war immer noch halb verrÃ¼ckt vor Angst, und was auch immer es war, das diese GefÃ¼hle in ihr hervorrief, er musste es zerstÃ¶ren. Mit einem Zucken um den Schmerz zu besiegen, Ã¶ffnete er seine Augen und sah, wie sie auf ihn herunter starrte, bleich wie ein Geist. Sein Herz hÃ¤mmerte schwer als er erkannte, dass sie um ihn Angst hatte. Er konnte WÃ¤rme in seinen Adern fÃ¼hlen, als ihre Angst verblasste, als sie sah, dass er am Leben war.

Shinbe sprach mit einer krÃ¤chzenden Stimme: âKyoko, bitte. Hilf mirâ¦ ihn weg zu schaffen.â Er versuchte, sich unter der Kreatur aufzurichten, aber seine Arme waren zwischen seinem KÃ¶rper und den Ãberresten des DÃ¤mons gefangen. Selbst besessen sollte der geistlose DÃ¤mon nicht so viel wiegen, wie er wog und hÃ¤tte sich nicht so sehr wehren sollen. Seine Augen zogen sich zu Schlitzen zusammen als er ein BruchstÃ¼ck des Kristalls so nahe bei ihm fÃ¼hlte. âKyoko, er nÃ¤hrt sich von der Macht eines Talismansâ¦ finde ihn.â

Kyoko hÃ¶rte einen Moment lang damit auf, die gigantische Kreatur anzuschieben und versuchte, ihre Macht darauf zu konzentrieren, ihren KÃ¶rper zu durchsuchen. Als der SchÃ¼tzende Herzkristall zersplittert und die BruchstÃ¼cke auf die Welt der DÃ¤monen herunter geregnet waren, waren DÃ¤monen aller GrÃ¶Ãen in einen Rausch verfallen und hatten sich auf die Suche nach den mÃ¤chtigen Scherben gemacht. Dies musste irgendwann einmal ein kleiner Skorpion gewesen seinâ¦ bis er das GlÃ¼ck gehabt hatte, von einem DÃ¤mon besessen zu werden, und dann eines der fehlenden BruchstÃ¼cke zu finden, was ihm einen mÃ¤chtigen Machtschub erteilte.

âDa!â, rief sie, als sie ein kleines, elektrisch blaues Leuchten an seinem Nacken wahrnahm. Den WÃ¼rgreiz unterdrÃ¼ckend schaute Kyoko in das noch immer offene Maul. Mit verzogenem Gesicht langte sie hinein und ergriff den Kristall. Dann beobachtete sie, wie die GrÃ¶Ãe des Skorpions automatisch schrumpfte. Schnell drÃ¼ckte sie ihn weit genug zur Seite, sodass Shinbe ihn endlich abwerfen konnte, ehe er noch weiter schrumpfte und schlieÃlich nur mehr handtellergroÃ war.

Kyoko sah auf ihn hinunter, sein langes, dunkelblaues Haar verdeckte sein Gesicht aber aus seinen Bewegungen erkannte sie, dass er versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Ihr Blick wanderte Ã¼ber seinen KÃ¶rper auf der Suche nach Wunden. Seine Seite blutete stark, wo der DÃ¤mon ihn schwer mit seinem spitzen Bein getroffen hatte. Hektisch sah sie sich nach etwas um, mit dem sie die Blutung stoppen kÃ¶nnte. Dann rannte sie zu ihrem Handtuch, um es gegen die Wunde pressen zu kÃ¶nnen.

Shinbe setzte sich auf und schenkte dem kleinen toten Insekt einen angewiderten Blick. Die Hand in seiner Seite drehte er den Kopf um seine Aufmerksamkeit wieder Kyoko zu widmen, zuzusehen, wie sie nach dem Handtuch rannte, das sie in ihrer Eile weggeworfen hatte. Sein Blick glitt Ã¼ber ihren KÃ¶rper wobei er seine Schmerzen vÃ¶llig vergaÃ.

'Sie hat vergessen, dass sie noch nackt ist', dachte er. 'Nun, ich werde sie nicht daran erinnern.' Er versuchte, einen unverdÃ¤chtigen Gesichtsausdruck zu behalten, als sie mit ihrem Handtuch zurÃ¼ckkam.

Kyoko setzte sich neben Shinbe, zog an seinem Mantel um die Wunde zu sehen. âShinbe, meinst du, du kannst das ausziehen? Ich muss sehen, wo das ganze Blut herkommt.â

Ihre Stimme war noch immer atemlos und weich in seinen Ohren, sie klang fast verfÃ¼hrerisch. Er war so verblÃ¼fft darÃ¼ber, wie besorgt sie wirklich war, dass er vergaÃ, darÃ¼ber zu fantasieren, wie sie ihn bat, sich auszuziehen.

Shinbe zog seinen weiten Mantel aus und Ã¶ffnete die KnÃ¶pfe seines eisblauen Hemds darunter. Es fiel von seinen Schultern und glitt an seinen Armen hinunter sodass es dann wie eine PfÃ¼tze um ihn lag. Seine Brust und seine starken Bauchmuskeln wurden entblÃ¶Ãt, ebenso wie die tiefe Wunde an seiner HÃ¼fte. Er griff nach unten und zog diese Seite seiner Hose ein paar Zentimeter nach unten, damit sie besser sehen konnte, aber behielt seinen Arm Ã¼ber seinem Schoss um die Indizien seiner Erektion zu verstecken.

Kyoko schluckte als sie versuchte, sich auf die Wunde zu konzentrieren und nicht das, was sie umgab. Mit einer Hand stÃ¼tzte sie sich an seiner nackten Haut ab und drÃ¼ckte den weiÃen Stoff fest auf die Wunde und sah zu, wie er sich rot verfÃ¤rbte. Sie fÃ¼hlte, wie seine Muskeln unter ihrer Hand zusammen zuckten, was ein heiÃes GefÃ¼hl durch ihren Arm schickte. Ihre Ã¼berraschten, smaragdgrÃ¼nen Augen suchten schnell seinen violetten Blick.

Er bemerkte, wie ihre Wangen errÃ¶teten als ihre Blicke sich trafen und wunderte sich darÃ¼ber, wÃ¤hrend er fÃ¼hlte, wie sein eigenes Fleisch heiÃ wurde, dort, wo ihre Hand ihn berÃ¼hrte. âKyoko, ist alles in Ordnung?â Er sah zu wie sie schwach nickte, als sie wieder auf das Handtuch hinunter sah und es vorsichtig weg zog um zu sehen, ob die Blutung aufgehÃ¶rt hatte. Als sie sah, dass das der Fall war, ging sie um den Lappen zu waschen, damit sie den Rest des Blutes wegwischen konnte.

Shinbe sah hinunter und dachte innerlich: 'Kein Wunder, dass es aufgehÃ¶rt hat, zu bluten, das ganze Blut strÃ¶mte zu einem anderen Ziel.' Er seufzte, wischte den Gedanken schnell weg als sie zurÃ¼ckkam und sich Ã¼ber ihn beugte, was ihm einen weiteren Anblick ihrer nur in BÃ¼stenhalter gekleideten BrÃ¼ste ermÃ¶glichte. Seine dunkler werdenden, violetten Augen richteten sich schnell wieder auf ihr Gesicht. Er wusste, sie musste sich anziehen wenn er seine WÃ¼rde behalten sollte.

Kyoko wischte langsam das Blut von seiner Haut und bemÃ¼hte sich dabei, sehr, sehr vorsichtig zu sein, als sie ihn hÃ¶rte, wie er ihren Namen mit angespannter, heiserer Stimme sagte. Sie hielt in ihrer Arbeit inne und hob ihren Blick zu seinem Gesicht. Aber so wie sie gerade Ã¼ber ihm lehnte, fand sie nun ihr Gesicht nur wenige Zentimeter von dem seinen entfernt. Seine Augen glÃ¼hten beinahe und er erschien ihr in diesem Moment so herausragend. Ihre Aufmerksamkeit senkte sich langsam auf seine Lippen, wÃ¤hrend keiner von beiden ein Wort sagte.

Shinbe sah, wie sich ihre Lippen Ã¶ffneten und sein KÃ¶rper bewegte sich ohne sein Zutun als er die Entfernung zwischen ihnen Ã¼berbrÃ¼ckte. Er streifte seine Lippen Ã¼ber ihre in einem federleichten Kuss, der nur die Ruhe vor dem Sturm warâ¦ sein Atem war heiÃ auf ihrer Wange. Dann Ã¼berwÃ¤ltigte ihn ein drÃ¶hnender rot-schwarzer Schatten als der Schmerz von der Wunde, die seine BeschÃ¼tzermÃ¤chte gerade zu heilen begonnen hatten, ihn durchfuhr.

Shinbe wurde von einem sehr wÃ¼tenden Toya nach hinten gerissen und zu Boden geschmettert. Toya stand Ã¼ber ihm, einen seiner Zwillingsdolche direkt auf seine Kehle zielend.

âWas zur HÃ¶lle bildest du dir ein, Kyoko zu kÃ¼ssen, du Drecksau?â, schrie Toya und zitterte vor Wut. Der Anblick von Shinbe, wie er Kyoko kÃ¼sste, war fÃ¼r immer in seine Netzhaut eingebrannt. âIch lasse sie in deiner Obhut zurÃ¼ck und du belÃ¤stigst sie?â, brÃ¼llte er tobend.

Shinbes Augen verdunkelten sich zu einem tiefen Violett.

Kyoko zwÃ¤ngte sich zwischen sie, ihr RÃ¼cken Shinbe zugewandt, als wÃ¼rde sie ihn beschÃ¼tzen. Mit einem bitterbÃ¶sen Blick auf Toya sagte sie barsch: âWage es nicht!â Sie breitete ihre HÃ¤nde aus wie einen Schild. âEs ist nicht so, wie du glaubst, Toya.â

Toya senkte seinen Dolch mit einem Fauchen: âOh ja, und wieso zur HÃ¶lle bist du dann nackt?â Seine silbernen Augen richteten sich auf ihre nackte Haut um den Punkt zu unterstreichen.

Kyokos Welt stÃ¼rzte Ã¼ber ihr zusammen und sie wusste einfach, dass die GÃ¶tter sie auslachten, wÃ¤hrend sie an Ort und Stelle zu Stein erstarrte. PlÃ¶tzlich fÃ¼hlte sie den Wind auf ihrer nackten Haut und sie fÃ¼hlte, wie Toyas Augen ihre Haut ebenso schnell erwÃ¤rmten. Sie lieÃ ihre HÃ¤nde an ihren Seiten fallen und suchte mit ihrem Blick ihre Kleider, erkannte, dass sie mittlerweile trocken waren und auf einem Stein nicht weit entfernt lagen.

Ihr Blick schoss wieder auf Toya als sie zischte: âIch wurde angegriffen und Shinbe hat mir das Leben gerettet. Ich half ihm weil er verletzt wurde, als er mich beschÃ¼tzte, klar? Ich habe ihn gekÃ¼sst, na und? Es war ein DankeschÃ¶n!â Sie versuchte, sich von den beiden zu entfernen um ihre Kleider zu holen, aber Ã¼berlegte es sich wieder anders, als Toya den Dolch wieder auf Shinbes Kehle richtete.

âDu hast einen Kuss von ihr verlangt als Dank dafÃ¼r, dass du sie gerettet hast? Du verdammter Perversling!â, knurrte Toya und war nun sogar noch wÃ¼tender auf den BeschÃ¼tzer. Dann, mit einer schnellen Bewegung, ergriff er Kyokos Arm und riss sie hinter sich, auÃerhalb des Blickfeldes seines Bruders.

Shinbes Augen blitzten wÃ¼tend auf, als er sah, wie Toya Kyoko behandelte. âLeg die Waffe weg, Toya.â Shinbes Worte waren eiskalt als er aufstand und seine Hosen abwischte, seine Brust immer noch nackt. Als der grÃ¶Ãere der beiden sah er drohend auf Toya hinunter, bereit, ihn anzugreifen. Immerhinâ¦ niemand hatte ihn je einen Feigling genannt.

Kyoko eilte wieder zurÃ¼ck und drÃ¤ngte sich wieder zwischen die BrÃ¼der. Ihre Brust streifte unabsichtlich an Toyas Rippen, zur gleichen Zeit wie ihr RÃ¼cken Shinbes heiÃe Haut berÃ¼hrte, da sie beide gerade einen drohenden Schritt aufeinander zu machten. Ihre Augenbrauen begannen zu zucken.

âIch habe ihn gekÃ¼sst. Er hat es nicht verlangt. Jetzt geht beide weg, damit ich mich anziehen kann.â Sie sah hoch und suchte Toyas silbernen Blick und mit weicherer Stimme sagte sie beinahe flehend: âEs ist so schon schlimm genug, du brauchst es nicht noch schlimmer zu machen.â

Sie fÃ¼hlte wie Shinbe sich zurÃ¼ckzog und ohne sich umzudrehen wusste sie, dass er sich anzog. Sie konnte das Rascheln von Stoff hÃ¶ren, als er mit wÃ¼tenden Bewegungen in sein Hemd fuhr. Sie wusste, dass sie sich besser nicht umdrehen sollte und so klebten ihre Augen auf Toya um zu sehen, ob er noch weitere Anzeichen zeigte, Shinbe verletzen zu wollen. Sie seufzte beinahe vor Erleichterung als sie Shinbes Schritte hÃ¶rte, die sich von der Quelle entfernten.

Toya achtete nicht auf Shinbe und seinen RÃ¼ckzug. Im Moment starrte er immer noch verwirrt in Kyokos Augen. 'Sie hatte Shinbe gekÃ¼sst? Wieso?' Sie streckte eine Hand nach seinem Arm aus, aber er drehte sich schnell um und ging einen Schritt von ihr weg, kehrte ihr den RÃ¼cken zu.

âZieh dich an, aber ich werde dich nicht wieder alleine lassen. Ich bleibe, bis du fertig bist zu gehen.â In seiner Stimme konnte man immer noch Zorn ausmachen.

Kyoko schnaubte und ging schnell zu ihren Kleidern, beeilte sich, sie anzuziehen. Als sie endlich wieder bekleidet war, drehte sie sich wieder um und sah seinen unbeugsamen RÃ¼cken, woraufhin sie einfach an ihm vorbei spazierte. Sie wollte zurÃ¼ck zur HÃ¼tte gehen, aber er ergriff sie am Arm und drehte sie herum, sodass sie ihn ansah.

Toya wollte nur wissen, wieso. Wieso wÃ¼rde sie Shinbe so kÃ¼ssen? Sein dunkles Haar fiel in sein Gesicht und verdeckte seine goldenen Augen vor ihrem Blick. âWieso hast du ihn gekÃ¼sst?â, flÃ¼sterte er. Sein Haar bewegte sich leicht in der sanften Brise, sodass seine silbernen StrÃ¤hnen attraktiv glÃ¤nzten.

Kyoko runzelte die Stirn und wusste nicht, wie sie antworten sollte. In Wirklichkeit hatte sie es vielleicht einfach getan, weil sie das wollte, aber das konnte sie ihm nicht sagen.

Sie seufzte: âIch habe nicht nachgedacht, alsoâ¦ ich weiÃ wirklich nicht wieso.â Sie senkte ihren Blick. Das war jedenfalls die Wahrheit.

Toya fÃ¼hlte, wie bei dieser Antwort Angst in sein Herz kroch. Mit einem Ruck hob er den Kopf wieder und sah ihr direkt ins Gesicht, hielt ihren Blick fest. âKyoko, du hast nie versucht, mich zu kÃ¼ssenâ¦ soâ, knurrte er, ohne nachzudenken.

Kyokos Augen blitzten ihn an dafÃ¼r, dass er sie so bloÃ stellte und sie rief: âDu benimmst dich nie so als wÃ¼rdest du das wollen! AuÃerdem habe ich keinen Freund, also kann ich kÃ¼ssen, wen ich will, nicht wahr?â Sie riss ihren Arm aus seinem Griff los, ignorierte sein Knurren Ã¼ber ihre Antwort und marschierte an ihm vorbei, fragte sich, wieso es ihm plÃ¶tzlich etwas ausmachte.

Kyoko starrte bÃ¶se zu Boden als sie Richtung HÃ¼tte ging. Toya machte sie richtig wÃ¼tend. Wie konnte er es wagen, darÃ¼ber wÃ¼tend zu werden, dass sie Shinbe kÃ¼sste? Was ging ihn das eigentlich an? Sie war ihm doch egal. Er liebte niemanden, also was kÃ¼mmerte es ihn, wen sie kÃ¼sste? Sie riss die TÃ¼r der HÃ¼tte auf und lieÃ sich auf ihren Schlafsack fallen, tief in Gedanken versunken.

Toya stampfte nach ihr herein. âSieh zu, dass ich dich nie wieder sehe, wie du Shinbe kÃ¼sst!â, knurrte er, wÃ¤hrend er sich ihr gegenÃ¼ber an die andere Wand der HÃ¼tte setzte.

Kyoko schenkte ihm einen wÃ¼tenden Blick als ihr richtig klar wurde, was er gerade gesagt hatte, oder besser gesagt: befohlen. 'Wie kann er es wagen?' Ihre smaragdgrÃ¼nen Augen begannen Funken zu sprÃ¼hen.

âIch werde kÃ¼ssen, wen ich will, wann ich will!â Damit stand Kyoko Ã¤rgerlich auf, rollte ihren Schlafsack zusammen, nahm ihren Rucksack und steuerte auf die TÃ¼r zu.

Toya sprang mit einem angeschlagenen Gesichtsausdruck auf um ihr zu folgen. âWo glaubst du, dass du hingehst, verdammt?â Er hatte sie nicht so wÃ¼tend machen wollen, dass sie wegging. Ihm gefiel nur die Tatsache nicht, dass Shinbe sie auch nur angefasst hatte.

Kyoko blieb stehen, die Hand im TÃ¼rstock, den RÃ¼cken ihm zugewandt. âToyaâ, sie drehte sich halb, hob ihre Hand in seine Richtung und dann, mit einem bÃ¶sen Grinsen, schickte sie den ZÃ¤hmungszauber in seine Richtung, wissend, wie sehr er ihn hasste. âHalt's Maul!â

Toya schlug mit einer langen Reihe von FlÃ¼chen am Boden auf. Kyoko stampfte zur TÃ¼r hinaus, an Shinbe vorbei und machte sich auf den Weg zum Jungfernschrein, mit dem Ziel, nach Hause zu gehen.

Shinbe stand mit dem RÃ¼cken zur HÃ¼tte, ein leises Grinsen auf seinem Gesicht. Er hatte gehÃ¶rt, was Kyoko gesagt hatte, und sein Grinsen war noch breiter geworden, als er hÃ¶rte, wie Toya zu Boden ging. Kyoko hatte ihn gar nicht gesehen, als sie herausgekommen war, also folgte er ihr, als sie durch den Wald marschierte.



Kapitel 4 "Geh nicht"



Als sie in den Garten des Herzens der Zeit kam, setzte sich Kyoko langsam ins Gras vor der Jungfernstatue und sah hoch in das Gesicht der Jungfer. Sie konzentrierte sich auf das Gesicht, von dem sie wusste, dass es ihr Spiegelbild war. Das Bild gehÃ¶rte zu ihrer VorgÃ¤ngerin zu deren Ehren die Statue angefertigt worden war. HÃ¤tten sie gleichzeitig gelebt, sie hÃ¤tten Zwillinge sein kÃ¶nnen.

Kyoko verdrÃ¤ngte den Gedanken aus ihrem Kopf und erinnerte sich daran, weshalb sie nun Ã¼berhaupt hier im Gras saÃ. Ihre Gedanken begannen, miteinander zu streiten als wÃ¤re sie nicht einmal da um zuzuhÃ¶ren.

'Toya ist so ein Idiot!' Sie war eben erst zurÃ¼ckgekommen, und 'alles, was er machte, war, sie anzuschreien'. Manchmalâ¦ 'hasse ich ihn richtigâ¦ gut, das war vielleicht gelogen.' Kyoko seufzte: 'Ich kann mich nicht selbst anlÃ¼gen. Ich liebe Toya und wenn niemand in der NÃ¤he ist, um es zu sehenâ¦ beweist er oft, dass er auch mich liebt.' Kyoko zog ihre Augenbrauen gedankenverloren zusammen. âAber dann zerstÃ¶rt er alles wieder.â

Sie wÃ¼rde nach Hause gehen und vielleicht nie mehr zurÃ¼ckkommen. Sie sprang auf, mit dem festen Vorhaben, ihre HÃ¤nde in die HÃ¤nde der Jungfer zu legen, wissend, dass sie sie nach Hause bringen wÃ¼rde.

'Aber dann wÃ¼rdest du Shinbe nie mehr sehen.' Ihre Augen wurden groÃ und ihre Gedanken schrien: 'Du hast doch GefÃ¼hle fÃ¼r ihn!'â¦ 'Das ist bescheuert', entgegnete sie sich selbst, 'ich habe nur die GefÃ¼hle, die aus dem Traum mit ihm Ã¼brig geblieben sind, das bedeutet doch nichts.' Sie entfernte sich wieder von der Statue, senkte ihre Hand zÃ¶gerlich und setzte sich wieder hin, den RÃ¼cken an den kalten Stein gelehnt.

'Aber was ist, wenn er auch GefÃ¼hle fÃ¼r dich hat? WÃ¤re der Kuss weiter gegangen, hÃ¤tte er dich zurÃ¼ck gekÃ¼sst?' 'Wer hatte noch einmal wen gekÃ¼sst?' 'Aber er ist ein SchÃ¼rzenjÃ¤gerâ¦ er wÃ¼rde jede Frau kÃ¼ssen.' 'Und er hat dich gegen Toya verteidigt.' 'Nur weil er sich bedroht fÃ¼hlte, auÃerdem ist Shinbe einfach so.' Eine tiefe Stimme lieÃ sie aus ihrem Gedanken-Chaos hochschrecken.

âKyokoâ, rief Shinbes heisere Stimme sie. Kyokos Kopf hob sich ruckartig und sie errÃ¶tete als hÃ¤tte er ihre Gedanken gelesen.

âÃh, halloâ, sagte sie und schaute weg in der Hoffnung, dass er die SchamesrÃ¶te nicht sehen wÃ¼rde.

âGehst du nach Hause?â Er machte ein paar langsame Schritte wÃ¤hrend er sprach. âIch kann es dir nicht wirklich Ã¼bel nehmen nach dem, wie Toya dich behandelt hat.â Shinbe kniete sich vor sie hin und streckte seine Hand aus um ihr hoch zu helfen. Sie ergriff die angebotene Hand und stand auf, klopfte sich den Staub von ihrem Rock.










âManchmal halte ich es einfach nicht in seiner Gegenwart aus, Shinbeâ¦ ichâ¦ es tut mir wirklich leid, all die Probleme, die ich dir bereitet habe.â Sie machte einen Schritt auf den Schrein zu.

Shinbe wollte nicht, dass Kyoko ging, aber er wusste, dass er sie nicht aufhalten kÃ¶nnen wÃ¼rde, wenn sie sich entschieden hatte. Er wusste sehr gut, wie sehr sie es hasste, wenn Toya von ihr verlangte, dass sie bleiben sollte und er wollte nicht, dass sie ihm aus dem gleichen Grund grollte. Aber in Wahrheit fÃ¼hlte er wie Toyaâ¦ er wollte nicht, dass sie ging.

Seine wahren GefÃ¼hle verbergend versuchte er, sie aufzumuntern. âEs ist in Ordnung, Kyoko. Du kannst mir jederzeit Probleme besorgenâ, grinste er und tat so, als wÃ¼rde er langsam die Hand nach ihr ausstrecken.

Kyoko Ã¼bersah die Hand nicht, die sich langsam auf sie zu bewegte. Sie kicherte und warf ihm ein LÃ¤cheln zu. Dann war sie weg.

Shinbe stand da und starrte auf die Statue als sein LÃ¤cheln verblasste. Er wollte ihr sagen, dass sie nicht gehen sollte. Er hatte nicht vorgehabt, sie zu begrapschenâ¦ naja, vielleicht ein wenig. Er hatte es getan, damit sie beruhigt gehen konnte, wissend, dass sich zwischen ihnen nichts verÃ¤ndert hatte. Er hatte fÃ¼hlen kÃ¶nnen, dass sie bÃ¶se war, und er wollte sie lÃ¤cheln sehen, oder zumindest andere GefÃ¼hle zeigen als Wut und Trauer. Sein Plan hatte besser funktioniert als erwartet, als sie ihn angelacht hatte.

Shinbes unruhiger violetter Blick riss sich von dem Jungfernschrein los. Er hasste die FÃ¤higkeit des Zeitportals, sie von ihm weg zu nehmen und wÃ¼nschte sich, dass er ihr in ihre Welt folgen kÃ¶nnteâ¦ nur einmal. Seine Augen wurden attraktiv dunkler, dann verengten sie sich bei dem eifersÃ¼chtigen Gedanken, dass Toya ihr durch das Herz der Zeit folgen konnte. Wieso hatte das Zeitportal den silbernen BeschÃ¼tzer gewÃ¤hlt, und nur ihn? Es war einfach nicht fair. Toya war nicht ihr einziger BeschÃ¼tzer.

*****

Als Kyoko wieder auf der anderen Seite des Jungfernschreins angekommen war, legte sie sich im Schutz des Schreinhauses hin und bettete ihren Kopf auf ihren Rucksack, schloss ihre Augen. Sie wollte gerade einfach niemanden sehen.

Gedanken von Shinbe, der mit ihr schlief, schlichen sich wieder in ihren Kopf. Wieso musste sie so von ihm trÃ¤umen? Dadurch wÃ¼nschte sie nurâ¦ 'Was denke ich da?', fragte sie sich selbst. Sie musste aufhÃ¶ren, daran zu denken.

Shinbe und Suki mochten einander eindeutig, auch wenn sie es nicht zugeben wÃ¼rden. AuÃerdem machte er mit allen Frauen rum. Shinbe war einfach so.

Kyoko stand langsam auf und verlieÃ das SchreinhÃ¤uschen, das die Jungfernstatue schÃ¼tzte. 'Ich werde einfach in mein Zimmer gehen und lernen. Ja, dann werde ich morgen auf die Uni gehen und alles wird gut sein. Vielleicht werde ich sogar meine Freunde anrufen und kurz mit ihnen ausgehen.' Kyoko blieb ruckartig stehen und verdrehte die Augen als sie laut dachte: âNeue Regel: keine FrÃ¼chte essen bei meinen Freunden.â

*****

Toya kÃ¤mpfte noch immer gegen seine Eifersucht an, als er langsam zu dem Schrein ging. Er hatte fest vor, Kyoko zu folgen und die Sache auszubÃ¼geln. Er konnte den Gedanken nicht aushalten, dass sie sauer auf ihn war.

Seine Sinne klingelten und er wusste, dass er nicht alleine war. Er sah hoch und erkannte Shinbe, der an eines der FelstrÃ¼mmer gelehnt saÃ, die von dem vergessenen Schloss, das hier gestanden hatte, Ã¼brig waren. Seine HÃ¤nde waren ordentlich in seinem Mantel versteckt und sein Stab lag Ã¼ber seinem SchoÃ. Er hatte seinen Kopf zurÃ¼ckgelehnt und seine Augen waren geschlossen als wÃ¼rde er schlafen.

âWach auf, du dummer Lustmolch!â, schrie Toya ihn an, jetzt noch wÃ¼tender als davor.

Shinbe Ã¶ffnete ein verschlafenes Auge und schloss es dann wieder. âWas willst du, Toya?â

Toya kochte: âWas will ich? Ich will wissen, wozu zum Teufel, du hier sitzt?â

Shinbe Ã¶ffnete seine Augen und hob fragend eine Augenbraue in Richtung seines Bruders: âDarf ich mich nicht ausruhen?â

Toya starrte ihn bÃ¶se an: âSeit wann kommst du zum Herzen der Zeit um zu ruhen?â

Shinbe stand langsam auf und machte sich bereit, nur fÃ¼r den Fall. Er wusste, dass Toya ein ganzes StÃ¼ck stÃ¤rker war. Aber er wusste auch, dass er nicht so schwach war, wie Toya meinte. Ihre KrÃ¤fte waren einfach unterschiedlich.

âIch kam um mich von Kyoko zu verabschieden. So wie du sie behandelt hast, kÃ¶nnen wir froh sein, wenn sie je wieder zurÃ¼ckkommt. Was geht in deinem Erbsenhirn eigentlich vor sich?â Shinbes ruhige Stimme konnte die Erregung, die er versteckt hielt, nicht ganz verbergen.

Toya knurrte leise, wissend dass Shinbe recht hatte. Vielleicht, nur vielleicht, hatte er Ã¼berreagiert, aber dennoch, er hatte gesehen, wie sie sich gekÃ¼sst hatten. Kyoko hatte den wollÃ¼stigen BeschÃ¼tzer gekÃ¼sst. Die Szene spielte sich noch einmal vor Toyas innerem Auge ab und seine Seele schrie: 'Nein, es war Shinbe, der Kyoko gekÃ¼sst hatte, nicht umgekehrt.'

Er drehte Shinbe den RÃ¼cken zu: âIch weiÃ nicht, was du vorhast, BeschÃ¼tzer, aber wenn du Kyoko je wieder auch nur anfasstâ¦ werde ich dich umbringen.â Damit flog Toya durch die Luft davon und lieÃ nur eine einzelne silberne Feder zurÃ¼ck, die im Wind flatterte.

Shinbe seufzte und setzte sich wieder, lehnte sich an den Stein, als er Kamuis spielerisches Lachen aus der Ferne hÃ¶rte. Wenig spÃ¤ter kamen Sennin, Kamui und Suki auf die Lichtung, in den HÃ¤nden KÃ¶rbe mit KrÃ¤utern und GemÃ¼se, die der alte Mann gesammelt hatte.

'Sie mÃ¼ssen ihn auf dem Weg zurÃ¼ck zur HÃ¼tte getroffen haben', Ã¼berlegte Shinbe.

Sennin war der alte Mann, dem die HÃ¼tte gehÃ¶rte, in der sie lebten, wenn sie in der NÃ¤he des Schreins waren. Sennin hatte Suki und ihren Bruder ganz alleine aufgezogen, nachdem seine Frau, deren Mutter von den DÃ¤monen getÃ¶tet worden war, als diese das Dorf angriffen. Suki war zu klein gewesen um sich an ihre Mutter zu erinnern, aber sie war zum besten menschlichen DÃ¤monenjÃ¤ger im ganzen Reich geworden.

FÃ¼r das Dorf war Sennin ein Medizinmann, aber die BeschÃ¼tzer kannten die Wahrheit. Er war ein Meister der ZaubersprÃ¼che und wusste viel mehr als die meisten Menschen in ihrer Welt. Shinbe lÃ¤chelte traurig als er zusah, wie der alte Mann auf ihn zu ging.

âWieso siehst so bedrÃ¼ckt aus, Shinbe?â, fragte Sennin, als er nahe genug war. Er zog die Augen zusammen um ihn mit seinen alternden Augen besser sehen zu kÃ¶nnen. Der violette BeschÃ¼tzer hatte sich in letzter Zeit ein wenig merkwÃ¼rdig benommenâ¦ und das wollte etwas heiÃen denn seiner Meinung nach waren alle BeschÃ¼tzer von Natur aus merkwÃ¼rdig.

Shinbe stand auf, als die Gruppe sich nÃ¤herte, als hÃ¤tte er auf sie gewartet und nicht gerade beinahe mit Toya gekÃ¤mpft.

Suki sah hinter ihn auf den Jungfernschrein: âIst Kyoko schon wieder nach Hause gegangen?â

Shinbe starrte sie ausdruckslos an, ehe er antwortete: âJa, ja, ist sie.â

Kamui hÃ¶rte auf, den Korb nach etwas zu Essen zu durchsuchen und sah Shinbe aufmerksam an wobei sein LÃ¤cheln verschwand und sich in Sorge verwandelte. âWieso ist sie gegangen?â Dann, als wÃ¤re ihm plÃ¶tzlich ein Gedanke gekommen, fragte er mit zusammengezogenen Augenbrauen: âWas hat Toya dieses Mal getan?â

Shinbe streckte seine Hand aus und legte sie beruhigend auf Kamuis Schulter. Er wusste, Kamui hasste es genauso wie er, wenn Kyoko zurÃ¼ck in ihre Zeit ging. âEs ist in Ordnung, Kamui. Sie wird bald zurÃ¼ckkommen.â Oder zumindest hoffte er das. Innerlich stÃ¶hnte er.

Suki sah beunruhigt aus. Kyoko war irgendwann in der Nacht zurÃ¼ckgekommen. Sie hatte noch nicht einmal die MÃ¶glichkeit gehabt, mit ihr zu sprechen, abgesehen von ein paar Minuten am Morgen. âAlso musste sie ihn wieder zÃ¤hmen?â

Shinbe warf der Frau einen kurzen Blick zu und grinste: âIch fÃ¼rchte ja. Toya ist nicht in sehr guter Laune.â

âDas kann ich mir vorstellen. WeiÃt worÃ¼ber sie dieses Mal gestritten haben?â Sennin sah ihn angestrengt an als er seinen Korb in die andere Hand wechselte und sich auf den Weg zur HÃ¼tte machte. Suki folgte mit Kamui, der wieder in den Korb griff um sich einen Happen zu stibitzen. Shinbe folgte den anderen und Ã¼berlegte, wie er auf die Frage antworten sollte.

âMeint Toya, dass er einen Grund braucht, um sie anzuschreien?â Shinbe zuckte seine Schultern, als wÃ¼sste er von nichts, wÃ¤hrend er hoffte, dass niemand seine Schuld fÃ¼hlen konnte.

Toya saÃ in einem Baum neben Sennins HÃ¼tte und lauschte ihren GesprÃ¤chen, als die Gruppe sich nÃ¤herte. Er hÃ¶rte Shinbes Kommentar und wollte ihn zu Brei schlagen. Aber als er darÃ¼ber nachdachte, entschied er, dass es wohl das Beste war, wenn er ihnen nicht erzÃ¤hlte, was er gesehen hatte. Seine Augen glÃ¼hten mit silbernen Funken als er an den Kuss dachte. Mit dem Entschluss, es im Moment zurÃ¼ck zu halten, lehnte sich Toya im Baum zurÃ¼ck und schloss seine Augen, tÃ¤uschte vor, zu schlafen.

âBist wach Toya?â, rief Sennin zu ihm hoch.

Toya ignorierte den alten Mann weiterhin. Es war nicht so als schuldete er ihm etwas.

Sennin wartete kurz, aber wollte seine Bemerkung dann trotzdem an den Mann bringen. âHast es dieses Mal echt gut hinbekommen. Konntest nicht warten bis sie ein wenig lÃ¤nger zurÃ¼ck war?â

Toya lehnte sich nach vorne und starrte Sennin bÃ¶se an. âHalt's Maul, du alter Mann. Du weiÃt nicht einmal, worÃ¼ber du sprichst.â Er sprang hinunter und ging weg in den Wald.

Shinbe seufzte erleichtert. Er hatte Angst gehabt, dass Toya ihnen von dem unschuldigen Kuss erzÃ¤hlen wÃ¼rde, und er es erklÃ¤ren mÃ¼sste. 'Dachte ich gerade unschuldig?', fragte er sich selbst und fÃ¼hlte, wie etwas Schweres sich in seinem Magen ausbreitete. Wenn er so unschuldig war, wieso konnte er dann nicht aufhÃ¶ren, daran zu denken, wie weich ihre Lippen sich angefÃ¼hlt hatten, als sie seine berÃ¼hrten? Mit diesem Gedanken stÃ¶hnte er und ging in die HÃ¼tte.

Kaen, ein VerbÃ¼ndeter der BeschÃ¼tzer, besser bekannt auch als Feuerkobold, erschien mit einem Grinsen vor Kamui. Er half oft, Kamui zu trainieren und hielt im Kampf immer ein Auge auf ihm. Es half, dass Kaen seine menschliche Form in einen Drachen verwandeln konnteâ¦ das machte das Training viel intensiver. Sie absolvierten einen Trainingskampf vor der HÃ¼tte wÃ¤hrend Sennin und Suki sich Blicke zuwarfen.

Suki zuckte die Schultern als sie in die HÃ¼tte kamen. Shinbe lag auf einer Matte, auf seine Ellbogen aufgestÃ¼tzt, seinen RÃ¼cken ihnen zugewandt. Sie beobachteten ihn, niemand sagte ein Wort Ã¼ber seine deprimierte Laune. Suki entfachte ein Feuer zum Kochen, wÃ¤hrend Sennin das Essen fÃ¼r das Abendmahl vorbereitete. Beide sahen zu Shinbe hinÃ¼ber als er seufzte.

*****

Toya blieb den ganzen Tag weg von der HÃ¼tte bis die Sonne sich tief Ã¼ber den Horizont senkte. Er nÃ¤herte sich leise, als er hÃ¶rte wie Sennin und Suki sich leise unterhielten. Sein ausgezeichnetes BeschÃ¼tzergehÃ¶r erlaubte ihm, jedes FlÃ¼stern von ihren Lippen zu hÃ¶ren.

âMeinst du, er ist krank, Sennin?â, fragte Suki besorgt als sie auf Shinbe starrte, der immer noch auf seiner Decke lag, tief im Schlaf.

âUi, er hat keinen Bissen gegessenâ, antwortete der alte Mann wÃ¤hrend er die EssensschÃ¼sseln wusch.

âIch hoffe wirklich, dass er sich nichts eingefangen hat. Ohne Kyokos Hilfe werden wir ihn morgen wirklich brauchen, wenn wir nach dem fehlenden Talisman suchen wollen.â Suki sah unglÃ¼cklich aus, als sie ihre Schlafmatte ausrollte.

âUi, ich werde ihm einen KrÃ¤utertee machen, wenn er aufwacht.â Sennin dachte nicht, dass der BeschÃ¼tzer krank war, da sie so eine starke ImmunitÃ¤t gegen menschliche Krankheiten hatten. Die Wahrheit warâ¦ er hatte nie davon gehÃ¶rt, dass einer von ihnen krank gewesen wÃ¤re. Es musste etwas viel TiefgrÃ¼ndigeres sein.

Seine alten, braunen Augen wurden schÃ¤rfer als er an den fehlenden Talisman dachte. Seit der SchÃ¼tzende Herzkristall zersplittert war, waren die kleinen BruchstÃ¼ck-Talismane Ã¼berall aufgetaucht, und meist in den falschen HÃ¤nden. Jeder schwache DÃ¤mon, der einen Talisman hatte, wurde stark und sehr gefÃ¤hrlich. Hyakuheis bÃ¶se Armee schien jeden Tag zu wachsen. In letzter Zeit hatte er gefÃ¼hlt, wie das BÃ¶se sich nÃ¤herte.

Toya stand drauÃen vor der HÃ¼tte und fragte sich, ob er hineingehen sollte oder nicht, als er seinen Namen hÃ¶rte.

âIch frage mich, worÃ¼ber sich Toya so aufgeregt hat, dass Kyoko nach Hause gehen wollteâ, sagte Suki und unterdrÃ¼ckte ein GÃ¤hnen.

Sennin nickte: âMen sollte meinen, dass er mittlerweile seine Lektion gelernt hat. Wir brauchen sie ebenso sehr wie die BeschÃ¼tzer.â

Suki setzte sich auf ihre Matte und wischte etwas eingebildeten Schmutz weg. âNun, er brauchte nicht lange, um sie zornig zu machen. Ich wette, er hat etwas darÃ¼ber gesagt, dass sie nach Alkohol roch.â Sie drehte sich um, um Kamui bÃ¶se anzustarren, als sie unterdrÃ¼cktes Lachen von ihm kommen hÃ¶rte.

Sie hob einen Kamm auf, den Kyoko ihr geschenkt hatte und warf ihn in seine Richtung. Er traf ihn am Kopf. âIch dachte, du schlÃ¤fst!â

Sennin lachte Ã¼ber die beiden, als er zur TÃ¼r ging. âGute Nacht Sukiâ¦ Kamui.â

Toya stand vor der HÃ¼tte. Er hatte vergessen, dass Kyoko nach Alkohol gerochen hatte. Also brauchte er ihnen nicht zu sagen, was wirklich passiert war, obwohl es schÃ¶n wÃ¤re, Shinbe Probleme mit Suki zu bereiten. Er grinste. Sie wÃ¤re so wÃ¼tend auf ihn, dass sie ihn ins nÃ¤chste Jahrhundert schlagen wÃ¼rde.

Als er in den Baum hoch sprang, lachte Toya Ã¼ber den Gedanken, wie Suki Shinbe schlagen wÃ¼rde, wissend, dass sein Bruder keinen Finger heben wÃ¼rde, um sie aufzuhalten.



Kapitel 5 "GefÃ¤hrliche Eifersucht"



Kyoko fÃ¼hlte sich miserabel. Alles, woran sie denken konnte, waren Shinbe und Toya und dieser dumme Kuss. Sie lag unter der weichen Decke, hellwach, und fragte sich, wie es kam, dass sie Ã¼berhaupt von einem der beiden gekÃ¼sst werden wollte. Einer war Shinbe, der lÃ¼sterne BeschÃ¼tzer, der mit jeder Frau flirtete, die ihm Ã¼ber den Weg lief. Er hatte wohl schon mehr Frauen gehabt, als sie an beiden HÃ¤nden abzÃ¤hlen kÃ¶nnte, und doch machte sie schon allein der Gedanke an den Kuss schwindlig.

Der andere war Toya, der sie fÃ¼r jede Kleinigkeit anschrie und immer versuchte, jede einzelne ihrer Bewegungen zu beherrschen. Doch manchmal konnte er so sÃ¼Ã sein. Beide konnten sie das. Sie lieÃ ihren Kopf auf ihr Kissen fallen und seufzte. Es war merkwÃ¼rdig, dass sie normal immer nur an Toya gedacht hatte, bevor sie einschlief, aber schon seit einiger Zeit jetzt, hatten sich die Gedanken immer mehr auf Shinbe konzentriert. Shinbeâ¦ Sie versank im Schlaf und trÃ¤umte wieder von ihm.

*****

Shinbe erwachte mitten in der Nacht, in SchweiÃ gebadet. Ein weiterer Traum. Er winselte als er aufstand. Wieso musste er immer noch an sie denken? Sie brachte ihn um den Verstand. Er sah sich um, um sicher zu gehen, dass Suki und Kamui noch schliefen. Er schlich durch die HÃ¼tte wie ein Geist und ging noch drauÃen, atmete tief ein und sah hoch in den Himmel. Da bemerkte er Toya, der von den unteren Ãsten des Baumes genau vor der HÃ¼tte auf ihn herunter starrte.

âWas?â Shinbe wollte sich nicht schon wieder mit ihm anlegen, aber die Art wie Toya ihn anstarrte brachte ihn einfach aus der Ruhe.

Toya roch die Luft und knurrte, als er Shinbes Erregung fÃ¼hlte. âWas machst du, BeschÃ¼tzer?â

Shinbe lieÃ seinen Kopf sinken und legte seine Finger an seine SchlÃ¤fen als hÃ¤tte er Kopfschmerzen, obwohl das fÃ¼r einen Unsterblichen unmÃ¶glich war. âIch mache einen Mitternachtsspaziergang, nicht dass es dich was angeht.â

Toya knurrte wieder und sprang herunter von seiner Warte Ã¼ber Sennins HÃ¼tte. Er umkreiste Shinbe als wÃ¼rde er seine Beute begutachten. âNatÃ¼rlich tust du das.â Toya umkreiste ihn weiter.

Shinbe beobachtete ihn aus dem Augenwinkel mit einem gelangweilten Gesichtsausdruck aber innerlich gewappnet fÃ¼r einen Angriff von Toya. âIch weiÃ nicht, was du sagen willst, Toya. Aber wenn es dir nichts ausmacht, ich brauche dich wirklich nicht, um meine Hand zu halten.â

Toya blieb stehen und stellte sich genau vor Shinbe, so schnell, dass er den Luftzug spÃ¼rte. âHalte dich von Kyoko fern, hÃ¶rst du? Wenn ich auch nur eine Sekunde lang meine, dass du sie berÃ¼hrt hastâ¦â Mit einer schnellen Bewegung schÃ¼ttelte er einen seiner Zwillingsdolche aus seinem Ãrmel in seine Hand, wÃ¤hrend er den anderen BeschÃ¼tzer drohend anstarrte. âWerde ich es mir nicht zweimal Ã¼berlegen, ehe ich dich tÃ¶te, Bruder oder nicht.â

Shinbe konnte Toyas Plumpheit nicht ausstehen. âJa, ich verstehe. Also, wenn ich jetzt darf.â

Toya machte einen Schritt zur Seite und lieÃ Shinbe vorbei. 'Ich traue diesem BeschÃ¼tzer nicht', dachte Toya innerlich.

Shinbe ging in den Wald. Es war ihm egal, wo er hinging. Er wollte einfach nur so weit wie mÃ¶glich von Toyas wissenden Augen weg sein. Ja, er wusste, dass Toya ihn umbringen wÃ¼rde, wenn er herausfand, was er getan hatte, aber zumindest wÃ¼rde er als glÃ¼cklicher Mann sterben. Er seufzte und sah hinauf zum Sternenhimmel. âAch, Kyoko. Wieso musstest du gehen? Verdammter Toya.â Er schwang seinen Stab vor sich und knurrte. âVerdammt seist du.â

Shinbe ging weiter, ohne eigentlich zum Schrein gehen zu wollen, aber das war es, wo er letztendlich dennoch ankam. Er stand am Rand der Lichtung, wissend, dass er nicht dort sein sollte. Toya folgte ihm wahrscheinlich. Er sah sich nervÃ¶s um und suchte nach einem Anzeichen von seinem temperamentvollen Bruder. Als er ihn nirgendwo fÃ¼hlen konnte, bewegte er sich langsam auf die Jungfernstatue zu.

Er stand vor der Statue und sah auf das Bildnis von Kyoko in der Vergangenheit, trÃ¤umte vor sich hin und hÃ¶rte nicht die Schritte, die sich von hinten nÃ¤herten.

âWas zum Teufel meinst du, was du hier tust, BeschÃ¼tzer?â, rief Toya leise von hinten. Er erschreckte Shinbe so sehr, dass dieser sein Gleichgewicht verlor und beinahe in die Arme der Jungfer gefallen wÃ¤re, hÃ¤tte Toya ihn nicht am Arm ergriffen.

âToya, du musst wirklich aufhÃ¶ren, dich so an Leute heranzuschleichenâ, sagte Shinbe mit einem Knurren, als er Toyas Hand abschÃ¼ttelte.

âIch habe dir gesagt, du sollst dich von Kyoko fern halten. Ich weiÃ nicht, was in deinem Kopf vor sich geht, aber wenn ich dir den Verstand hinein prÃ¼geln muss, dann werde ich das.â Toyas Augen funkelten zornig als er nur daran dachte, dass sein Bruder GefÃ¼hle fÃ¼r Kyoko haben kÃ¶nnte. Nicht in diesem Leben, nicht, wenn er etwas dagegen tun konnte.

Shinbe hatte genug von Toyas Drohungen. Er entgegnete bissig: âWas zur HÃ¶lle!â Er schwang seinen Stab in Toyas Richtung, der sich mit einem Sprung in Sicherheit brachte. âDu hattest eine Million Chancen mit Kyoko aber du willst sie nie sehen. Nun willst du ihr sagen, mit wem sie sein darf? Wen sie kÃ¼ssen darf?â Er lachte, aber es klang wÃ¼tend. âDas wird nicht passieren, Toya. Du verlierst.â Shinbe schÃ¼ttelte seinen Kopf und hielt seinen Stab ruhig, bereit fÃ¼r den bevorstehenden Wutanfall. Er wusste, wozu Toya fÃ¤hig war, aber er hatte es satt, immer nachzugeben.

Toya starrte Shinbe erschrocken an. Er konnte sich nicht bewegen. Er wusste, er konnte seine Zwillingsdolche nicht verwendenâ¦ wenn er das tÃ¤te, wÃ¼rde er seinen Bruder umbringen. Seine Augen bluteten in geschmolzenem Silber, als er seinen Blick auf seinen Bruder richtete. âWas hast du gerade gesagt? Willst du mir sagen, dass 'du' Kyoko willst?â Toya knurrte, als er hinzufÃ¼gte: âDu bist nichts als ein lÃ¼sterner BeschÃ¼tzer. Kyoko wÃ¼rde dich nie wollen!â Er machte einen Schritt auf Shinbe zu.

Shinbe duckte sich unter Toyas Arm aber blieb stehen. âMeinst du, sie wird dich immer noch wollen, wenn alles, was du tust, ist, sie zu kontrollieren und so zu tun, als wÃ¤ren dir ihre GefÃ¼hle vÃ¶llig egal?â Er duckte sich unter einem weiteren von Toyas Angriffen durch und lachte. âDu wirst langsamâ¦â Seine Stimme wurde dÃ¼sterer: âOder habe ich einen Nerv getroffen?â

Toya stand da und starrte Shinbe an. Wieso er die Zwillingsdolche nicht rief, das wusste er nicht. Aber er wollte unbedingt Shinbes Blut flieÃen sehen. Er brauchte die Messer dafÃ¼r nicht. âDu hast kein Recht, darÃ¼ber zu reden, was ich tue.â Toyas Stimme war tÃ¶dlich als er seinen Kopf senkte, seine StrÃ¤hnen verdeckten den roten Ton, der sich zu dem Silber mischte, das sich in seinen Augen breit gemacht hatte.

Shinbe hob eine Augenbraue. âHa, also habe ich einen Nerv getroffen. Wie interessant. Der silberne BeschÃ¼tzer hat GefÃ¼hleâ¦ fÃ¼r seine Priesterin. Aber du hast kein Recht, Kyoko zu sagen, wen sie kÃ¼ssen darf. Immerhin, wie sie sagte, hat sie keinen Freund. Also so wie ich das sehe, darf jeder sein GlÃ¼ck bei ihr versuchen.â Shinbe zuckte die Schultern und drehte sich um, um zum Schrein zu sehen.

Toya wartete einen Moment, ehe er Shinbe ansprang. âVerdammt, dreh mir nicht den RÃ¼cken zu!â Er traf Shinbe hart, sodass er stolperte und sein Stab Ã¼ber die Lichtung flog.

Shinbe rollte sich schnell weg und stand dann sofort wieder auf, um Toya wieder zu begegnen. Sein langes, dunkelblaues Haar bewegte sich im Wind und seine violetten Augen glÃ¼hten gefÃ¤hrlich. Beide BeschÃ¼tzer waren einen Moment lang still, als sie einander wÃ¼tend gegenÃ¼ber standen. Das Gras um sie und um die Jungfernstatue glitzerte mit einer unbemerkten Aura, die der Feind hinterlassen hatte.

Unbewaffnet und im Nachteil hob Shinbe seine HÃ¤nde vor sich, die FlÃ¤chen nach oben, und rief seine BeschÃ¼tzerkrÃ¤fte. Die Felsbrocken um sie herum begannen, sich vom Boden zu heben, in dem sie so lange gefangen gewesen waren. Er wusste, dass er nicht die Zeit haben wÃ¼rde, den Zauber zu Ende zu bringen, als Toya ihn wieder angriff. Er versuchte, auszuweichen, aber fÃ¼hlte, wie seine Beine nachgaben, als er auf der Jungfernstatue auftraf.

Die schweren Steine fielen wieder zurÃ¼ck zu Boden, als Toya in ihn stÃ¼rzte und ihn an der Kehle ergriff. Shinbe ergriff Toyas Hemd als sie beide in einen See aus warmem, blauem Nebel stolperten.

Anstatt mit einem Krachen aufzukommen, wie Shinbe erwartet hatte, fÃ¼hlte er sich in ein weiches, blaues Licht eingewickelt. Sein erster Gedanke war, dass er gestorben sein musste, denn Toya hatte ihn gewÃ¼rgt, gerade als sie fielen. Als sie aus der Zeitlupe ausbrachen, verschwand der geheimnisvolle Nebel und sie landetenâ¦ hart. Toyas HÃ¤nde waren immer noch an seiner Kehle.

Als seine Sinne wieder zurÃ¼ckkamen, griff Shinbe hoch zwischen Toyas Arme und konnte die HÃ¤nde des BeschÃ¼tzers von seiner Kehle drÃ¼cken.

Toya landete auf seinem RÃ¼cken, als Shinbe ihn wegstieÃ. Dabei erkannte er, wo sie waren. âWas zumâ¦?â Toya starrte hoch in die Dunkelheit und sah das Dach Ã¼ber seinem Kopf. Sie waren in Kyokos Zeit gesprungen? Shinbe war in Kyokos verdammter Zeit? âNein!â Toya knurrte laut als er sich von dem Holzboden hoch drÃ¼ckte und Shinbe sehr bÃ¶se anstarrte. Keiner der BeschÃ¼tzer war jemals durch das Herz der Zeit gekommen, auÃer ihm. Er war der einzige BeschÃ¼tzer, der hier sein durfte. Eifersucht brachte Toyas Blut zum Kochen.

âJetzt werde ich dich wirklich umbringen!â Toya ging wieder auf Shinbe los und verpasste ihm einen harten Schlag gegen die SchlÃ¤fe.

Aber Shinbe war nicht so schwach, wie er aussah. Er schÃ¼ttelte seinen Kopf und streckte ein Bein aus, lieÃ sich schnell fallen und trat Toya in die Seite und brachte ihn zum Stolpern.

Toya knurrte als er seitlich gegen die Schreinwand krachte.

Shinbe lehnte sich gegen die Holzwand und rang nach Luft. Sein Mantel war an manchen Stellen zerrissen und sein Kopf drÃ¶hnte von Toyas Schlag. Er sah zu Toya hinÃ¼ber, dem kein Schaden anzumerken warâ¦ sein einziger Ausdruck war stinkwÃ¼tend.

Toya ging in die Hocke und schrie: âDu darfst hier nicht sein!â Er schoss auf Shinbe zu, aber krachte mit einem harten Schlag gegen die Wand, als Shinbe in letzter Sekunde in Deckung ging.

Toya war wohl stÃ¤rker, aber Shinbe war schneller. Als er sich duckte, drehte sich Shinbe um und schoss einen Lebensenergiestrahl ab, der einen Gott verletzt hÃ¤tte.

Toya wurde zurÃ¼ckgeworfen, aber durch seinen Zorn konnte er sonst nichts fÃ¼hlen. Er wischte das Blut von seiner Lippe als er Shinbe mit Quecksilberaugen anstarrte. Er musste sich beruhigen, aber noch als der Gedanke in seinem Kopf auftauchte, wurde er von der Raserei verdrÃ¤ngt. Er wollte Shinbe verletzen, schwer. Er sah wie Shinbe sich nach vorne beugte, seine HÃ¤nde auf seinen Beinen abstÃ¼tzte und schwer nach Luft rang. Er ergriff diese Chance um Shinbe am Mantel zu nehmen und aus der TÃ¼r des Schreinhauses zu werfen.

BeschÃ¼tzer konnte man nicht umbringenâ¦ wenigstens in der Theorieâ¦ es war eine LÃ¼ge. Hyakuhei hatte ihren Vater umgebracht und niemand war unsterblich. Shinbe schlitterte Ã¼ber den Kies, ehe er zum Halten kam und dann aufstand wÃ¤hrend er Blut und Dreck aus seinen Augen wischte.

*****

Kyoko lag im Bett und fragte sich, was sie aus dem Schlaf gerissen hatte. Sie konnte SchlÃ¤ge und erstickte Schreie hÃ¶ren, also nahm sie an, dass Opa noch so spÃ¤t auf war und fern sah. Sie fuhr beinahe aus der Haut vor Schreck, als Tama in ihr Zimmer stÃ¼rmte.

âKyoko!â, Tama zeigte auf das Fenster. âJemâ¦ jemand kÃ¤mpft inâ¦ imâ¦ im Gartenâ, er brachte die Worte kaum heraus, als Kyoko zum Fenster rannte und hinaussah. Sie konnte nicht wirklich etwas sehen, denn offenbar war der Lichtmast, der am Rand des Gartens gestanden hatte, weg.

Tama stand neben ihr und starrte hinaus in den Garten, gerade als ein Blitz aus Rot und Schwarz nÃ¤her am Haus auftauchte, wo er durch das Licht der HaustÃ¼r beleuchtet wurde.

Er zeigte hinunter: âEs, es istâ¦â

âToya!â, schrie Kyoko als sie fÃ¼hlte, wie Panik sie ergriff. Mit wem kÃ¤mpfte erâ¦ einem DÃ¤monâ¦ in ihrer Welt? Sie sah zu als er plÃ¶tzlich in die Luft gehoben wurde und rÃ¼ckwÃ¤rts in den groÃen Baum geschleudert wurde, auf den sie als Kind immer geklettert war. Das Problem warâ¦ sie sah nichts, das ihn geworfen hatte, es sei denn er kÃ¤mpfte mit einem Geist.

âTama, geh und wecke Opa auf. Ich muss Toya helfen.â Sie griff schnell nach ihrem Bogen und rannte zur TÃ¼r hinaus wÃ¤hrend Tama im Schock zurÃ¼ckblieb.

Sie rannte barfuÃ in den Garten, einen Gedankenpfeil schon im Bogen angelegt. Als sie versuchte, ihr Ziel auszumachen erschrak sie, als sie erkannte, dass da nicht ein BeschÃ¼tzer war, sondern zwei. Das lieÃ sie mitten im Schritt ruckartig anhalten.

âShinbeâ, flÃ¼sterte Kyoko als sie zusah, wie er gegen die AuÃenwand des Schreinhauses krachte. Sie hatte beinahe das GefÃ¼hl, dass sie den StoÃ genauso fÃ¼hlen konnte wie er, nur dass er bei ihr eine tiefe Delle in ihrem Herzen hinterlieÃ. Aus dem Augenwinkel nahm sie eine Bewegung von der Seite wahr und richtete ihre grÃ¼nen Augen dorthin. Es war Toya, und er war gerade dabei, Shinbe noch einmal anzugreifen.

Sie warf ihren Bogen weg und hob ihre Hand um den ZÃ¤hmungszauber anzuwenden, der nur an dem silbernen BeschÃ¼tzer funktionierte.

âToya! Nein!â, schrie Kyoko.

Toya war gerade mitten im Sprung als er plÃ¶tzlich wie ein Ziegelhaufen abstÃ¼rzte, sein Gesicht im harten Boden vergraben.

Kyoko rannte zu Shinbe und rutschte in ihrer Eile auf dem Gras aus. Sie fiel neben ihm auf die Knie, ihre Lippen Ã¶ffneten sich, wissend, dass es schlecht um ihn stand. âShinbe, alles in Ordnung?â

Shinbe Ã¶ffnete mÃ¼hsam ein Auge und schielte hinÃ¼ber zu Toya. âDas muss wehtun.â Er versuchte zu grinsen, aber wurde bewusstlos, ehe er es zuwege brachte.

Toya sah aus seiner ungemÃ¼tlichen Position zu Kyoko hoch und knurrte darÃ¼ber, wie ihre Lippe zitterte. Wie konnte sie es wagen, sich auf die Seite des Lustmolches zu stellen, nach dem, was Shinbe gesagt hatte?

Kyoko wandte sich ihm zu, TrÃ¤nen in den Augen. âWas hast du getan?â

Er hatte keine MÃ¶glichkeit zu antworten als ihr Bruder und GroÃvater in den Garten gerannt kamen. GroÃvater mit seinen DÃ¤monenzaubern in der Hand, bereit alles zu zerstÃ¶ren, was es wagte, seine Enkelin zu verletzen.

Kyoko begann zu schluchzen und wusste nicht, was sie tun sollte. âHelft mir, Shinbe ins Haus zu bringen.â

Tama und GroÃvater stellten keine Fragen sondern hoben Shinbe hoch um ihn ins Haus zu tragen. Opa sah Toya nur aus zusammengezogenen Augen an wÃ¤hrend Tama ihn Ã¼berhaupt keines Blickes wÃ¼rdigte. Sie gingen weg und lieÃen Toya am Boden liegend zurÃ¼ck.

Toya machte sich nicht die MÃ¼he, sich zu bewegen. Er wusste, dass Kyoko so wÃ¼tend war, dass sie wahrscheinlich diesen verdammten Zauber wieder und wieder anwenden wÃ¼rde, wenn er es wagen sollte, das Haus zu betreten. Es war nicht fair. Verstand sie nicht, dass er sie nur beschÃ¼tzte?

Das Licht des Mondes wurde von den silbernen StrÃ¤hnen in seinem dunklen Haar reflektiert als er sich mit schwerem Herzen umdrehte. Er drÃ¼ckte sich vom Boden hoch und ging zurÃ¼ck durch das Herz der Zeit.

*****

Als die Sonne Ã¼ber dem Jungfernschrein aufging war Toya noch immer dort und ging auf und ab wÃ¤hrend er sich fragte, was zur HÃ¶lle passiert war. Wie konnte Shinbe plÃ¶tzlich durch das Herz der Zeit? Es war einfach nicht erlaubt. Die Frage ging ihm wieder und wieder durch den Kopf und machte ihn verrÃ¼ckt.

Suki kam mit Kamui und Kaen auf die Lichtung, auf der Suche nach Toya und Shinbe. Sie sah Toya und winkte ihm.

'Verdammt, gerade was ich jetzt brauche', fluchte Toya innerlich als er zusah, wie Suki nÃ¤her kam. Sie blieb stehen und starrte ihn einen langen Moment an, ehe sie sprach und der besorgte Blick in ihren Augen traf ihn unvorbereitet.

âToya, ist alles in Ordnung? Was ist passiert?â Sie streckte eine Hand nach seinem Gesicht aus und er zuckte zusammen. Sie starrte auf die sich heilenden Wunden, die sein Gesicht schmÃ¼ckten und das trockene Blut auf seinen Kleidern und HÃ¤nden. Sie sah wieder auf seine HÃ¤nde. Toya lieÃ Blut nie auf diese Art an seinen Fingern trocknen. Was ging hier vor?

âToya, wessen Blut ist das?â Als er nicht antwortete, sondern das Gesicht von ihr wegdrehte, sah sie sich nach Shinbe um, denn sie wusste, er wÃ¼rde ihr erzÃ¤hlen, was los war. Nachdem sie ihn nicht sah, wurden ihre Augen groÃ und Panik war in ihrer Stimme hÃ¶rbar: âWo ist Shinbe?â

Kamui war mit Kaen am Rand der Lichtung gestanden, als er Toyas Aufregung fÃ¼hlte und die Entfernung zwischen ihnen schnell Ã¼berbrÃ¼ckte. Er hatte die Frage gehÃ¶rt und er betete, dass er sich bei der Antwort tÃ¤uschte. In der Hoffnung, die beiden zu beruhigen, versuchte er, einen Scherz zu machen, indem er fragte: âToya, erzÃ¤hl mir nicht, dass du Shinbe umgebracht hast?â

Toya fletschte die ZÃ¤hne: âIch habe niemanden umgebracht, du kleiner Zwerg, also halt's Maul!â Er drehte sich von den anderen weg und sah hinunter auf seine blutigen FingernÃ¤gelâ¦ er hatte sie noch nicht einmal bemerkt.

'Habe ich?', fragte Toya sich selbst. Dieser letzte Schlag, den er Shinbe verpasst hatte, musste doch einen ernsten Schaden angerichtet haben. Er erinnerte sich daran, wie sich seine Klauen in das Fleisch an Shinbes Seite gegraben hatten, als er ihn in den Baum geworfen hatte. Toya wusste, dass seine Klauen tÃ¶dlich sein konnten, wenn sie im Kampf lÃ¤nger wurdenâ¦ nicht nur fÃ¼r DÃ¤monen, sondern fÃ¼r alle Unsterblichen, auch BeschÃ¼tzer.

Er hÃ¤tte nicht mit seinem Bruder kÃ¤mpfen sollen, aber er war so rasend gewesen vor Wut, dass er sich nicht zurÃ¼ckhalten hatte kÃ¶nnen. Wieso hatte er seine Beherrschung so verloren, wenn er doch wusste, dass dann die Gefahr bestand, dass sein DÃ¤monenblut wieder an die OberflÃ¤che kam? Er hatte normalerweise mehr Kontrolle Ã¼ber sich selbst. Verdammt. Wenn Kyoko nicht im rechten Moment herausgekommen wÃ¤re, wusste er nicht, was er ihm angetan hÃ¤tte. Er hatte noch nie mit Shinbe gekÃ¤mpftâ¦ was zur HÃ¶lle ging hier vor sich?

Das panische GefÃ¼hl Ã¼berkam ihn wieder als er die Augen von Suki und Kamui in seinem RÃ¼cken fÃ¼hlte. Shinbe war sein Bruderâ¦ ein BeschÃ¼tzer. Was hatte er getan? Ohne sie anzusehen ballte Toya seine HÃ¤nde zu FÃ¤usten und rief plÃ¶tzlich: âIch habe nichts getan!â Damit rannte er Ã¼ber die Lichtung davon in den Wald, er musste alleine sein.

Kaen und Kamui sahen einander an und teilten dasselbe Unheil verkÃ¼ndende GefÃ¼hl.

*****

Kyoko saÃ an ihrem Schreibtisch, Nadel und Faden in der Hand. Sie hatte beschlossen, Shinbes Mantel zu flicken, nachdem er an einigen Stellen zerrissen war. Sie musste sich selbst beschÃ¤ftigen, denn nachdem Toya weg war und Shinbe bewusstlosâ¦ konnte sie niemanden fragen, was zum Teufel geschehen war. Sie hatte das GefÃ¼hl, dass es ihre Schuld war, dass sie kÃ¤mpften.

âEs war doch nur ein dummer Kussâ, murmelte sie beschÃ¤mt.

Nachdem ihr GroÃvater Shinbes Kleider ausgezogen hatte, hatte sie sie genommen und das Blut herausgewaschen, wÃ¤hrend Tama seinem GroÃvater half, die Wunden zu versorgen, die schon zu heilen begonnen hatten. Wenn Shinbe nicht ein BeschÃ¼tzer gewesen wÃ¤re und den zusÃ¤tzlichen Vorteil hÃ¤tte, dass er schnell heilte, wÃ¤re er innerhalb von Minuten verblutet. Als sie auf einen der Risse in dem Stoff blickte, stellte sie sich Toyas Klauen dort vor, und zitterte.

Er sah ziemlich schlecht aus, aber der Schlag, den sein Kopf abbekommen hatte, war das Schlimmste. Ihr GroÃvater sagte, dass er davon wohl eine Weile schlafen wÃ¼rde. Er hatte sie auch darÃ¼ber informiert, dass, wenn zwei BeschÃ¼tzer miteinander kÃ¤mpfen, es ein wenig gefÃ¤hrlicher war, als wenn zwei Menschen sich miteinander anlegten. Opa und seine Legendenâ¦ sie brauchte keine Legende um zu wissen, dass dies schlecht aussah. Sie hoffte nur, dass Shinbe keinen Gehirnschaden davontragen wÃ¼rde. Dass er so lange bewusstlos war, war kein gutes Zeichen. Sie betete, dass er bald aufwachen und ihr sagen wÃ¼rde, dass alles in Ordnung war.

Kyoko hatte an seiner Seite gesessen, seit ihr GroÃvater ihn verbunden und sorgfÃ¤ltig im Bett zugedeckt hatte. Sie hatte nicht geschlafen, seit es passiert war, aus Angst, dass er aufwachen wÃ¼rde, ohne, dass sie es merkte.

Shinbe Ã¶ffnete langsam seine Augen in der schwachen Beleuchtung des Raums. Wo war er? Er starrte verwirrt hinauf zu der weiÃen Decke. Sein Kopf, oh Mann, tat er weh. Er versuchte, sich im Zimmer umzusehen, aber das tat auch weh. Alles war rosa. Wo war er?

âAutsch!â Kyoko stach sich selbst mit der Nadel und nahm den Finger in ihren Mund und lutschte ihn. Sie hatte sich halb in ihrem Stuhl umgedreht und Shinbe sah sie, das Licht der Tischlampe erleuchtete ihr Gesicht.

âIch muss im Himmel seinâ, flÃ¼sterte Shinbe mit trockenen Lippen. Er sah zu, wie Kyokos Augen groÃ wurden und sie sich langsam umdrehte, um ihn anzusehen. Er versuchte zu lÃ¤cheln, aber sein Kopf schmerzte zu sehr und so schloss er wieder seine Augen.

Kyoko warf beinahe den Stuhl um, als sie versuchte, so schnell wie mÃ¶glich an seine Seite zu gelangen. âShinbe, nein, bitte, schlaf noch nicht wiederâ bettelte sie mit zitternder Stimme. Sie war den TrÃ¤nen sehr nahe. Shinbe Ã¶ffnete seine Augen als er Salz in der Luft roch. Weinte sie? Er versuchte sich aufzusetzen, aber der schreckliche Schmerz, der seinen Kopf durchzuckte, hielt ihn zurÃ¼ck.

Kyoko legte ihre Hand auf seine Schulter: âVersuche nicht, dich aufzusetzen. Du wurdest sehr schwer verletzt.â Sie strich mit ihrem HandrÃ¼cken Ã¼ber ihre feuchte Wange und lÃ¤chelte als er seine Augen wieder Ã¶ffnete.

âMeinst du?â Er versuchte zu lÃ¤cheln, aber sein Kopf fÃ¼hlte sich irgendwie nicht richtig an. Er hob eine Hand zu seinem Hinterkopf und strich darÃ¼ber. 'Hm, groÃe Beule', er sah Kyoko fragend an.

Kyoko konnte sich nicht zurÃ¼ckhalten: âDu Vollidiot, du hÃ¤ttest dich beinahe umbringen lassen.â Sie brach in TrÃ¤nen aus und hob ihre HÃ¤nde vor ihr Gesicht als sie schluchzte.

Shinbe streckte seine Hand aus und strich mit einem Finger Ã¼ber ihre Wange. âEs tut mir leid, Kyoko. Ich hoffe nur, dass Toya so schlecht aussieht, wie ich mich fÃ¼hle.â

Kyoko nahm die HÃ¤nde von ihrem Gesicht und starrte ihn an. âKeine Ahnung.â Sie drehte sich von ihm weg und ging hinÃ¼ber zu ihrem Tisch. Dort nahm sie einen Wasserkrug und goss etwas davon in ein Glas. PlÃ¶tzlich war sie wÃ¼tend auf alle beide. Sie sollten doch gemeinsam den Talisman suchen und nicht miteinander kÃ¤mpfen.

âDu weiÃt es nicht?â Shinbe versuchte, eine Augenbraue zu heben, aber erkannte, dass es nichts in seinem KÃ¶rper gab, was nicht schmerzte. Er entschied, dass, das nÃ¤chste Mal, wenn er mit Toya kÃ¤mpfte, er mehr machen wÃ¼rde, als nur sich zu verteidigenâ¦ nÃ¤chstes Mal wÃ¼rde er auch angreifen.

Kyoko kam wieder zum Bett zurÃ¼ck und half ihm, etwas Wasser zu schlÃ¼rfen. Sie lÃ¤chelte auf ihn hinunter, ein Funkeln in ihren Augen. âIch habe Toya nicht gesehen, seit ich den ZÃ¤hmungszauber auf ihn geworfen habe, drÃ¼ben beim Schreinhaus.â Irgendwie wusste sie, dass das Shinbe aufmuntern wÃ¼rde.

Er versuchte zu lachen, aber musste dann husten. âZÃ¤hmungszauber?â Mit einer Hand auf seiner verbundenen Brust stÃ¶hnte er: âBitte bring mich nicht zum Lachen. Das tut weh.â

Kyokos Gesichtsausdruck wurde schmerzlich. âEs tut mir so leid, Shinbe. Wir konnten dich nicht zu einem Menschenarzt bringen ohneâ¦ nun ja, du weiÃt schon. GroÃvater hat versucht, dich so gut wie mÃ¶glich zu verbinden, und die meisten der sichtbaren Wunden sind geheilt.â

Shinbe blinzelte sie an, anstatt zu versuchen, zu nicken. âIch verstehe. Danke, dass du fÃ¼r mich gesorgt hast.â Die Neugier Ã¼bermannte ihn: âAber du bist nicht gegangen um Toya zu sehen?â

Kyoko stand auf und drehte ihm den RÃ¼cken zu. âNein, ich war hier bei dir, wartete, dass du aufwachst.â Sie ging zurÃ¼ck zu ihrem Schreibtisch und nahm eine Dose mit Aspirin aber stellte sie zurÃ¼ck, wissend, dass es einem BeschÃ¼tzer nicht helfen wÃ¼rde. âWorÃ¼ber habt ihr beide gekÃ¤mpft?â, flÃ¼sterte sie, sie wollte die Antwort gar nicht hÃ¶ren. Sie hob die Dose wieder hoch und dachte, es konnte ja nichts schaden.

âWie lange habe ich geschlafen?â, flÃ¼sterte Shinbe in dem Versuch, den Schmerz so gering wie mÃ¶glich zu halten. Er hatte ihre Frage gehÃ¶rt, aberâ¦ das blieb besser zwischen ihm und Toya.

Sie drehte sich um und kam wieder zu ihm zurÃ¼ck. âMehrere Stunden.â Kyoko hob das Aspirin zu seinen Lippen und hielt ihm das Glas Wasser hin. âHier, nimm das.â

Er tat wie ihm geheiÃen und dachte: 'Sie war die ganze Nacht bei mir?' Er schloss seine Augen und dachte darÃ¼ber nach. Dann fÃ¼hlte er ihre kÃ¼hle Hand auf seiner Stirn und sah sie wieder an.

Kyoko lÃ¤chelte. âIch kann nicht glauben, dass du hier bistâ¦ auf meiner Seite des Herzens der Zeit.â Sie zuckte die Schultern, als wÃ¤re es egal, aber das war es nicht. âNun, jetzt, wo ich weiÃ, dass du wieder gesund wirst, denke ich, ich sollte gehen und den anderen sagen, dass du mal eine Weile nicht zurÃ¼ckkommst. Schlaf du jetzt, und ich werde hier sein, wenn du aufwachst.â

Shinbe starrte sie sprachlos an. Sein Blick streifte wieder durch den Raum und er erkannte plÃ¶tzlich, was ihm eigentlich entgangen war. Er war in ihrer Welt! Er musste sich seinen Kopf wirklich hart angestoÃen haben, dass ihm das nicht gleich aufgefallen war.

Warte. Er richtete seine violetten Augen wieder auf sie. Was redete sie da: 'er sollte nicht mit ihr zurÃ¼ck gehen?' Was, wenn Toya sie nicht mehr zurÃ¼ckkommen lieÃ? Was, wenn ihr etwas passierte? Er sollte mit ihnen nach dem Talisman suchen. Er sollte dort sein und sie vor Hyakuhei beschÃ¼tzen.

Shinbe versuchte, sich aufzusetzen und ihr das zu sagen, aber der Schmerz, der durch sein Gehirn schoss, war zu viel und er fiel mit einem StÃ¶hnen wieder zurÃ¼ck auf das Bett.










Kyoko blieb mitten im Schritt stehen und drehte sich mit einem bittenden Blick zu ihm um. âBitte, Shinbe. Versuche nicht aufzustehen. Wir wissen nicht, ob du innerlich geheilt bist, und ich wÃ¼rde nicht wollen, dass du verblutest, wÃ¤hrend ich weg binâ, sagte sie fast scherzend, aber er hatte noch Schmerzen und das bedeutete, dass er Schaden anrichten konnte, wenn er nicht ruhig hielt.

âKyoko, ich kann nicht hier bleiben. Ich weiÃ noch nicht einmal, wo hier ist.â Panik begann in ihm hochzusteigen bei dem Gedanken, dass sie ihn verlassen wÃ¼rde. Sie musste seine Angst gefÃ¼hlt haben, denn sie sprach leise, als sie die TÃ¼r Ã¶ffnete, um zu gehen.

âMach dir keine Sorgen, Shinbe. Ich werde GroÃvater schicken, damit er dir Gesellschaft leistet.â Sie schloss die TÃ¼r, ehe er Zeit hatte, zu widersprechen.



Kapitel 6 "MissverstÃ¤ndnisse"



Nachdem sie ihren GroÃvater gefunden hatte, und ihm gesagt hatte, dass Shinbe wach war, nahm Kyoko ihren Rucksack und fÃ¼llte ihn mit allen Dingen, von denen sie wusste, dass ihre Freunde sie mÃ¶gen wÃ¼rden. Sie packte Trockenfleisch fÃ¼r Toya, Schokoriegel fÃ¼r Kamui und natÃ¼rlich ihre Lieblingskaugummis fÃ¼r alle.

Dann packte sie auch noch einige Flaschen Limonade und Mandeln mit SchokoladenÃ¼berzug fÃ¼r Suki und Sennin. Kyoko grinste, sie fÃ¼hlte sich viel besser, jetzt, wo sie wusste, dass es Shinbe bald wieder gut gehen wÃ¼rde. Dennochâ¦ sie wÃ¼rde ein ernstes GesprÃ¤ch mit Toya fÃ¼hren mÃ¼ssen, darÃ¼ber, dass er mit seinem eigenen Bruder gekÃ¤mpft, und ihn beinahe getÃ¶tet hatte. Sie fragte sich im Stillen, wie Shinbe durch das Herz der Zeit gelangen hatte kÃ¶nnen. Der Schrein wÃ¼rde ihn nicht ohne Grund passieren lassen.

âWahrscheinlich damit ich den Kampf unterbrechen konnteâ, murmelte Kyoko zu sich selbst.

Sie packte dann auch noch die Ã¼bliche AusrÃ¼stung, die sie ihnen normal brachte, wie Verbandszeug und Aspirin. Als sie sich in der KÃ¼che umsah, fragte sie sich, ob sie noch ein letztes Mal nach Shinbe sehen sollte, aber entschied sich dann dagegen. Es war so schon schwer genug, ihn zurÃ¼ckzulassen. Sie konnte noch immer den bittenden Ausdruck in seinen violetten Augen sehen, als wÃ¼rde er sie bitten, nicht zu gehen, aber sie wÃ¼rde nur fÃ¼r ein paar Stunden weg sein. GroÃvater und Tama wÃ¼rden sich inzwischen um ihn kÃ¼mmern. Sie schloss ihren Rucksack und machte sich auf den Weg zum Schreinhaus.

*****

Die kleine Gruppe hatte die letzten Stunden damit verbracht, Shinbe zu suchen. Sie konnten nicht einmal seine Spur riechen, also hatten sie keine Ahnung, wo sie suchen mussten. Sie konnten nur das Schlimmste befÃ¼rchten, auch wenn sie keine Anzeichen fÃ¼r irgendeinen Kampf fanden. Es machte sie buchstÃ¤blich verrÃ¼ckt vor Sorge. Um alles noch schlimmer zu machen, war auch Toya nicht mehr zu der HÃ¼tte zurÃ¼ckgekommen, sodass sie denken mussten, dass er vielleicht an dem Verschwinden beteiligt war.

Als er mehrere Stunden lang nicht zurÃ¼ckgekommen war, war Suki sicher, dass es so war. Und nachdem auch Kyoko noch weg war, erschien es alles nur noch schlimmer. âIch schwÃ¶re, wenn Toya jemals zurÃ¼ckkommt, werde ich ihn persÃ¶nlich umbringenâ, schluchzte Suki in ihre HÃ¤nde, wÃ¤hrend Sennin sie sanft festhielt.

Kamui saÃ still neben ihr als Gedanken von Shinbe, der irgendwo tot lag, durch seine Gedanken blitzten. Aber er wÃ¼rde es wissen, wenn Shinbe gestorben wÃ¤reâ¦ nicht wahr? Er und Kaen hatten gewusst, dass es etwas gab, was nicht ausgesprochen wurde, sobald sie die Lichtung betreten hattenâ¦ etwas mit den Schwingungen in der Gegend stank nach Wut und etwas Anderem, das er nicht wirklich benennen konnte.

Ein weiteres Anzeichen war, dass die Steine um die Jungfernstatue ausgegraben worden waren. 'Und wo war Kyoko?' Dieser Gedanke brachte Kamui dazu, sich zu fragen, was genau passiert warâ¦ war auch Kyoko verletzt? Sie war noch nicht zurÃ¼ckgekommen und er begann sich Sorgen zu machen. Er seufzte, wissend, dass Kaen noch immer drauÃen war und suchte.

âHallo, jemand zu Hause?â, fragte Kyoko mit frÃ¶hlicher Stimme, als sie die TÃ¼r der HÃ¼tte Ã¶ffnete. Sie sah sofort, wie gequÃ¤lt Suki aussah. Sie warf ihren Rucksack an der TÃ¼r ab und rannte zu Suki. âWas ist los? Was ist passiert?â Sie ging neben ihrer Freundin in die Hocke, denn Suki weinte nieâ¦ sie war viel zu stark fÃ¼r so mÃ¤dchenhafte Dinge.

Suki schniefte und wischte sich mit dem HandrÃ¼cken Ã¼ber die Augen. Ihre Lippen Ã¶ffneten sich und sie versuchte zu sprechen: âOh, Kyoko.â Sie drehte sich wieder von ihr weg, unfÃ¤hig ihrer Freundin von ihren Ãngsten zu erzÃ¤hlen.

Sennin legte seine Hand auf Kyokos Schulter, sah auf seine Tochter und sprach dann mit einer leisen Stimme: âKyoko, kann ich drauÃen mit dir sprechen?â

Kyoko sah von Sennin zu Suki und stand dann langsam auf. 'Etwas Schreckliches muss passiert sein', Ã¼berlegte Kyoko besorgt. 'War Toya etwas passiert, oder hatten sie Neuigkeiten Ã¼ber das Verschwinden von Sukis Bruder Hikaru gehÃ¶rt?' Ein sehr, sehr schlechtes GefÃ¼hl kroch Ã¼ber ihren RÃ¼cken.

Sie folgte Sennin nach drauÃen. âWas ist es Sennin? Was ist passiert?â Kyoko kam es gar nicht in den Sinn, dass sie sich um Shinbe Sorgen machen kÃ¶nnten. Sie dachte, dass Toya ihnen erzÃ¤hlt haben wÃ¼rde, wo sie ihn finden konnten.

Sennin drehte Kyoko den RÃ¼cken zu, wissend, dass er nun mit noch einer Herzschmerz-Szene zu tun bekommen wÃ¼rde. Es war zu viel fÃ¼r ihn. Es wÃ¼rde Kyokos Herz brechen, wenn sie herausfand, dass Toya vielleicht Shinbe umgebracht hatte. Er beschloss, ihr einfach ihre Ãngste zu erzÃ¤hlen.

âKyoko, wir glauben, dass Toya vielleicht Shinbe verletzt hatâ¦ und wir kÃ¶nnen keinen der beiden finden.â Seine Stimme klang noch Ã¤lter als normal und war voller Trauer und etwas angeschlagen. Er wartete auf das schmerzvolle Kreischen, das gleich von seiner jungen Freundin kommen musste. Als es nicht kam, drehte er sich um, gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Kyoko zurÃ¼ck in die HÃ¼tte ging.

Kyoko setzte sich neben Suki auf den Boden und nahm ihre Freundin in die Arme. âSuki, es ist gut. Shinbe geht es gut.â Sie streichelte das Haar ihrer Freundin. âIrgendwieâ¦ ist er mit Toya auf die andere Seite des Herzens der Zeit gekommen. Er ist verletzt, aber es wird alles wieder gut.â

Suki hÃ¶rte einen Moment auf zu atmen, dann atmete sie scharf ein und riss sich los, starrte Kyoko an wÃ¤hrend sie mit der Hand Ã¼ber ihre Augen fuhr. âShinbeâ¦ ist nicht tot?â Sie starrte Kyoko weiterhin an.

Kyoko runzelte die Stirn. âNein, er hat viele Verletzungen, aber er ist nicht tot. Ich bin zurÃ¼ckgekommen um euch zu sagen, dass er sich erholt.â Sie fragte sich im Stillen, wieso Toya ihnen nicht gesagt hatte, was passiert war.

Kamui hÃ¶rte Kyokos Worte und wunderte sich darÃ¼ber. Nun wusste er, wieso er Shinbe nicht spÃ¼ren konnteâ¦ er war nicht einmal in dieser Welt. Er verlieÃ die HÃ¼tte um Kaen zu suchen und ihm zu sagen, dass er die Suche einstellen konnte. Er wÃ¼nschte sich, dass seine anderen BrÃ¼der, Kotaro und Kyou irgendwie auftauchen und ihm helfen wÃ¼rden, das wieder in Ordnung zu bringen, was auch immer los war. Seine Gedanken wanderten wieder zurÃ¼ck zu Kyoko.

âSo lange sie nur einander verletzen und nicht sieâ, flÃ¼sterte Kamui, aber der Knoten in seiner Brust wollte sich nicht auflÃ¶sen. Wenn er mussteâ¦ wÃ¼rde er sie ganz alleine beschÃ¼tzen.

Suki stand auf. âEr, er war die ganze Nacht bei dir, Kyoko? Wir, wir sahen Toya mit Blut an seinen HÃ¤nden.â Sie erzitterte und hielt inne. Wut staute sich in ihr auf, auf Kyoko gerichtet, weil sie es geheim gehalten hatte.

Kyoko stand auf. âWo ist Toya Ã¼berhaupt? Wenn ich ihn in die HÃ¤nde bekomme, werde ichâ¦â Suki schnitt ihr den Satz ab.

âEr war die ganze Zeit bei dir? Shinbe war bei dir in deiner Zeit?â Sukis Stimme enthielt einen anklagenden Ton und Kyoko war sprachlos. âDu hast so lange gewartet, ehe du kamst um es uns zu sagen. Meinst du nicht, dass wir um ihn besorgt waren?â

Kyoko schÃ¼ttelte den Kopf. âEs tut mir leid, Suki. Ich wollte ihn nicht alleine lassen, ehe ich wusste, dass erâ¦â Sie sah wie Sukis Gesicht rot wurde und zog sich zurÃ¼ck.

âSchon gut? Den ganzen Morgen haben wir ihn gesucht, hatten Angst, dass er tot war, oder irgendwo verletzt lag! Nun kommst du zurÃ¼ck, ganz frÃ¶hlich und erzÃ¤hlst mir, er ist bei dir!â Sie zeigte anklagend mit dem Finger auf ihre Freundin. âDu hÃ¤ttest frÃ¼her kommen sollen. Du hÃ¤ttestâ¦â Sie brach ab, als ein Schluchzen aus ihr ausbrach, aus Erleichterung darÃ¼ber, dass es Shinbe gut ging.

Kyoko legte einen Arm um die Frau um sie zu beruhigen. âEs tut mir leid, Suki. Ich habe nicht daran gedacht. Seine Verletzungen waren ziemlich schlimm. Ich hatte Angst, ihn alleine zu lassen, ehe er aufwachte. Ich hatte solche Angst, dass ich ihn verlieren wÃ¼rde.â

Suki riss sich von Kyoko los, ihr Zorn kochte wieder als sie Kyokos Worte hÃ¶rte. âDuâ¦ dachtest, du wÃ¼rdest ihn verlieren?â Sie starrte Kyoko an wÃ¤hrend sie ihre TrÃ¤nen weg blinzelte. âWorum haben sie Ã¼berhaupt gekÃ¤mpft, Kyoko? Um dich?â

Kyoko wurde durch die Frage Ã¼berrascht. Sie wusste nicht, wie sie antworten sollte. Sie konnte Suki nicht sagen, dass sie Shinbe gekÃ¼sst hatte, und dass Toya sie gesehen hatte. Das hier war Suki, ihre Freundin, die insgeheim in Shinbe verliebt war. SchuldgefÃ¼hle Ã¼bermannten sie. Betrog sie ihre Freundin? Sie sah hinunter auf den Holzboden, den sie plÃ¶tzlich sehr interessant fand.

Sie war nicht in Shinbe verliebt, aber sieâ¦ 'Mann, was denke ich da?' Sie ballte ihre HÃ¤nde zu FÃ¤usten, wurde zornig auf sich selbst, weil sie so Ã¼ber Shinbe dachte, wo doch diejenige, die ihn wirklich liebte, genau vor ihr stand. Sie musste wissen, was Suki wirklich fÃ¼hlte.

âSuki, liebst du Shinbe?â, fragte sie schnell, nicht weil sie der Frage, weshalb die zwei BeschÃ¼tzer gekÃ¤mpft hatten, ausweichen wollte.

Suki wandte ihr den RÃ¼cken zu als ihre Wangen bei der Frage errÃ¶teten. Liebte sie ihn? Das wollte sie auch wissen. Ja, sie hatte GefÃ¼hle fÃ¼r ihn, aber Liebe, wie Kyoko meinte? Sie schÃ¼ttelte den Kopf. Sie wÃ¼rde nie einen Mann lieben. Und schon gar nicht Shinbe. Das kam einfach nicht in Frage. Vielleicht kÃ¶nnte sie ihn lieben, wenn sie Hyakuhei tatsÃ¤chlich tÃ¶ten und Shinbes Fluch auslÃ¶schen kÃ¶nnten. Aberâ¦ nein, sie konnte sich einfach nicht in ihn verlieben. Sie kÃ¶nnte noch mehr Herzschmerz nicht ertragen.

Verwirrt Ã¼ber ihre eigenen GefÃ¼hle drehte sie sich wieder zurÃ¼ck zu Kyoko. âDu weichst der Frage aus, Kyoko! Ich habe gefragt, ob sie um dich gekÃ¤mpft haben?â Nun war sie diejenige, die einer Frage auswich, aber es war eine, die sie wirklich nicht beantworten wollte, oder auch nur darÃ¼ber nachdenken.

Kyoko seufzte und zuckte die Schultern. âIch weiÃ es nicht. Hat Toya euch nicht erzÃ¤hlt, was passiert ist?â Sie sah zur TÃ¼r und fragte sich, wieso er nicht da war. âWo ist Toya Ã¼berhaupt? Geht es ihm gut?â Kyoko frÃ¶stelte plÃ¶tzlich als ihr klar wurde, dass Toyas Abwesenheit der Grund war, wieso sie nicht wussten, was passiert war.

Suki explodierte: âWas?!! Toya lief weg, nachdem wir ihn gefunden haben. Seine Klauen waren blutig, Kyoko! Er warâ¦â Suki wurde unterbrochen als Sennin in die HÃ¼tte kam.

âWillst aufhÃ¶ren zu brÃ¼llen, Suki?â Er setzte sich auf die Matte, nahm einen Ast und stocherte damit in dem Feuer vor ihm herum. âKyoko, komm, setz dich. Und erzÃ¤hl uns alles, was weiÃt.â

Kyoko sah zu Suki. Es gefiel ihr nicht, dass ihre Freundin sauer auf sie war. Wieso stritten sie plÃ¶tzlich alle miteinander? Sie hatten immer zusammen gehalten und einander verteidigtâ¦ etwas stimmte nicht. Sie setzte sich hin und begann, zu erzÃ¤hlen, was passiert war, von dem Moment bei der Quelle bis zu Shinbes Erscheinen in ihrer Zeit.

NatÃ¼rlich erzÃ¤hlte sie ihnen nichts von dem Kuss, nur dass Toya wÃ¼tend war, weil sie in ihrer UnterwÃ¤sche gewesen war.

âNun, das war eigentlich alles. Er ist schlieÃlich aufgewacht, gerade bevor ich hierher kam. Es geht ihm aber wirklich nicht gut.â Sie schÃ¼ttelte ihren Kopf und sah hinunter auf ihre HÃ¤nde. âGroÃvater sagt, dass es zumindest einige Tage dauern wird, bevor er wieder aufstehen und sich bewegen kann.â

Sukis Kopf hob sich ruckartig. âWas? Er kann nicht in deiner Zeit bleiben!â Sie senkte sofort wieder den Blick und fÃ¼hlte sich merkwÃ¼rdig. Woher kam diese Eifersucht plÃ¶tzlich?

Sennin legte eine Hand auf Sukis Arm. âBeruhige dich, wÃ¼rdest nicht wollen, dass er reist, wenn er noch verletzt ist.â

Suki seufzte: âAber es ist zu lang. Wir kÃ¶nnen auch hier fÃ¼r ihn sorgen.â Ihr gefiel die Tatsache nicht, dass die Gruppe zersplittert war.

Sennin kicherte: âUi, aber um ihn hierher zu bekommen, muss er durch das Herz der Zeit reisen. Der Stress, etwas zu tun, was nicht erlaubt ist, kÃ¶nnte zu viel fÃ¼r seine Verletzungen sein.â

Kyoko stand auf. âIch mÃ¶chte wirklich bleiben, aber ich bin nur gekommen um euch zu sagen, dass es ihm gut geht. Ich sollte wieder zurÃ¼ckgehen, ehe GroÃvater und Tama ihn verrÃ¼ckt machen.â Sie hob ihren Rucksack auf und lÃ¤chelte nervÃ¶s als Kamui zurÃ¼ck in die HÃ¼tte kam, wobei sich ihre Blicke trafen.

Kamui konnte sich nicht davon abhalten, Kyoko fest zu umarmen. Er fÃ¼hlte sich nun viel besser, jetzt, wo er wusste, dass Toya Shinbe nicht ernsthaft verletzt hatte. Als Kyoko nicht zurÃ¼ckgekommen war, hatte er schon das Schlimmste befÃ¼rchtet.

âIch behalte sie von dieser Seite in den Augen. Du geh und bring unseren Shinbe zurÃ¼ckâ, lÃ¤chelte er wobei Liebe in seinen vielfarbigen Augen tanzte. Er wollte, dass sie wusste, dass er nicht sauer auf sie war, so wie Suki.

Kyoko lÃ¤chelte zu ihm hoch als sie ihm eine Schachtel Schokolade gab. âAber iss sie nicht alle auf einmal. Ich will nicht, dass du Bauchschmerzen bekommst.â Sie strich mit ihrer Hand durch die seidigen, violetten StrÃ¤hnen in seinem Haar und umarmte ihn auch. Sie war dankbar dafÃ¼r, dass wenigstens einer von ihnen nicht sauer auf sie war. Kamui hatte schon immer das weichste Herz gehabt.

Sie flÃ¼sterte in sein Ohr, sodass Suki es nicht hÃ¶ren konnte: âWenn Toya zurÃ¼ckkommt, sag ihm, dass ich ihn sehen muss.â

Kamui nickte.

Suki saÃ mit dem RÃ¼cken zu Kyoko gewandt. âSag Shinbe, dass er sich besser beeilen sollte, mit gesund werden.â Sie schniefte und Kyoko fÃ¼hlte sich plÃ¶tzlich sehr schuldig. Sie lieÃ Kamui los und stellte all die Sachen, die sie fÃ¼r sie gebracht hatte, bei der TÃ¼r ab, da sie Suki in diesem Moment nicht noch einmal stÃ¶ren wollte. Sie wusste, sie wÃ¼rde die VorrÃ¤te und Leckereien spÃ¤ter finden. Sie verabschiedete sich und ging alleine zurÃ¼ck zum Schrein wÃ¤hrend sie sich fragte, wo Toya war.

*****

Auf der anderen Seite des Zeitportals lag Shinbe mit geschlossenen Augen im Bett und versuchte, GroÃvaters sinnloses Geplapper mit seinen eigenen Gedanken zu ertrÃ¤nken. 'Wann wÃ¼rde Kyoko zurÃ¼ckkommen und ihn retten?' in seinen Gedanken lachte er wie ein Geisteskranker. Ja, sie war die einzige, die ihn nun retten konnte.

Selbst mit seinen Verletzungen konnte er nicht aufhÃ¶ren, an sie zu denken. Dies musste die Bestrafung der GÃ¶tter fÃ¼r seine SÃ¼nden sein. Er war sich dessen sehr bewusst, dass er jetzt nicht mehr atmen wÃ¼rde, wenn Toya die ganze Wahrheit gekannt hÃ¤tte.

Die anderen, inklusive Toya, hatten immer angenommen, dass er Suki wollte, nur weil das genau das war, was er wollte, dass sie dachten. Suki wollte nichts von Liebe wissen und dadurch war sie gefahrlos gewesenâ¦ ohne es zu wissen, spielte sie eine groÃe Rolle in seiner LÃ¼ge. Er versank langsam wieder in Schlaf wÃ¤hrend Visionen von Kyoko in seinen Armen durch seine Gedanken blitzten.

*****

Mit gemischten GefÃ¼hlen ging Kyoko langsam zurÃ¼ck zum Jungfernschrein. Wieso war Toya weggelaufen? Und nun fÃ¼hlte sie sich egoistisch dafÃ¼r, dass sie die anderen so lange in Sorge alleine gelassen hatte. Es war nur, dass sie gedacht hatte, dass Toya ihnen erzÃ¤hlen wÃ¼rde, was passiert war. Diese ganze Sache geriet auÃer Kontrolle. Sie mussten immer noch die BruchstÃ¼cke des Talismans finden und Hyakuhei war irgendwo da drauÃen und plante wahrscheinlich ihr aller Ende. In diesem Moment schien die ganze Bande zu zersplittern.

Toya beobachtete Kyoko wie sie wieder zu dem Schrein zurÃ¼ckging. Er hatte ihre Ankunft gerochen und er hatte sie gesucht bis er herausgefunden hatte, dass Shinbe nicht bei ihr war. Also war der violette BeschÃ¼tzer noch in Kyokos Zeitâ¦ und nun sah es danach aus, als wÃ¼rde sie zu ihm zurÃ¼ckgehen.

Seit er zurÃ¼ckgekommen war, war Toya in einer HÃ¶hle nicht weit weg geblieben. Der Kampf mit Shinbe tat ihm nicht leid, aber er hatte ihn nicht so schwer verletzen wollen, wie er getan hatte. Aber wÃ¼rde Kyoko ihm glauben? Seine goldenen Augen beobachteten sie von den Spitzen der BÃ¤ume herab. Er wusste, er wÃ¼rde mit ihr sprechen mÃ¼ssen, ehe sie zu Shinbe zurÃ¼ckging.

Kyoko sah hoch und erkannte, dass sie schon beim Herzen der Zeit war. Sie war so in Gedanken verloren gewesen, dass sie gar nicht auf den Weg geachtet hatte. Sie seufzte, dann hob sie ihr Kinn ein paar Zentimeter an und sammelte ihren Mut, entschied, dass sie mit Shinbe sprechen wÃ¼rde mÃ¼ssen, wenn sie zurÃ¼ckkam.

Kyoko hielt im Schritt inne, als sie eine verschwommene Bewegung aus ihrem Augenwinkel sah. Bevor sie auch nur mit der Wimper zucken konnte, stand Toya zwischen ihr und dem Schrein. Er sah sie gespenstisch an, durch die HaarstrÃ¤hnen, die in sein Gesicht gefallen waren und seine Augen verdeckten. Sein Haar und seine Kleider flatterten noch von seiner schnellen Landung.

Wie kam es, dass er die merkwÃ¼rdigsten Dinge tun konnte, und ihr ganzer KÃ¶rper aufleuchtete als wÃ¤re eine elektrische Schockwelle durch sie gefahren? Die Handvoll Schmetterlinge, die durch ihren Magen tanzten, schienen in einen Paarungsrausch zu verfallen. Sie wusste nicht, was sie sagen oder tun sollte, versuchte noch immer seinen Gesichtsausdruck zu lesen. Sie konnte alle Arten von GefÃ¼hlen sehen, alles von Schuld bis Zornâ¦ sogar ein leises Anzeichen von Depression.

Als sie endlich ihre Stimme wiederfand, obwohl sie sogar in ihren eigenen Ohren verÃ¤ngstigt klang, sagte sie: âIchâ¦ Toy-ya?â Ihre Augen wurden groÃ als sein Gesicht sich ruckartig hob und sich ihre Blicke trafen. Kyoko wollte keinen Schritt zurÃ¼ck machen, aber sie tat es ohne zu denken. Als sie sah, dass sich seine Augen zusammen zogen, als er sah, wie sie vor ihm zurÃ¼ckwich, blieb sie stehen und sah ihn fest an. SchÃ¼chtern machte sie einen Schritt auf ihn zu um zu zeigen, dass sie keine Angst vor ihm hatte.

Toya beobachtete sie still, fÃ¼hlte die Angst in ihr. Als sie vor ihm zurÃ¼ckwich machte ihn das wÃ¼tend genug, sodass er tatsÃ¤chlich fÃ¼hlte, wie sein Blut zu kochen begann. Er wartete um zu sehen, was sie tun wÃ¼rde, und beruhigte sich wieder, als sie wieder nÃ¤her kam und die Entfernung, die sie zwischen sie gebracht hatte, wieder verringerte. Er wollte nicht, dass sie vor ihm Angst hatte.

âKyokoâ, seine Stimme war gleichmÃ¤Ãig und ernst, âdu weiÃt, dass ich dich nie verletzen wÃ¼rde.â Seine HÃ¤nde ballten sich zu FÃ¤usten an seinen Seiten. âIch weiÃ, dass du das weiÃt.â Seine Stimme war fordernd.

Kyoko biss sich auf die Unterlippe als sie die Anspannung in seiner Stimme hÃ¶rte. Ja, sie wusste, dass er sie nie absichtlich verletzen wÃ¼rdeâ¦ aber sie erinnerte sich auch daran, dass Hyakuhei etwas mit seinem Blut gemacht hatte, das ihn sehr gefÃ¤hrlich machte, wenn er wÃ¼tend wurde. Sie atmete ruhig ein und begann langsam auf ihn zu zu gehen. âWo warst du?â

Toya konnte Sorge in ihrer Stimme hÃ¶ren und seine Augen wurden groÃ als er sich darÃ¼ber wunderte. War sie um ihn besorgt gewesen? Er hatte gedacht, dass sie ihn nur noch hassen wÃ¼rde, nach dem, was er getan hatte. Er hatte sich selbst verrÃ¼ckt gemacht, als er nur daran gedacht hatte.

âWie geht esâ¦ Shinbe?â, er fletschte die ZÃ¤hne Ã¼ber den Namen.

Kyoko runzelte die Stirn. âEr Ã¼berlebt es. Aber es wird eine Weile dauern, ehe es ihm gut genug geht, um zurÃ¼ckzukommen. Ich hatte noch nicht einmal die Gelegenheit, ihn zu fragen, was passiert ist, also wieso erzÃ¤hlst du es mir nicht? Wieso hast duâ¦ das getan?â Ihre Stimme verstummte einen Moment, dann flÃ¼sterte sie: âSuki und die anderen dachten, dass er tot war.â Ihre Stimme wurde wieder ein paar Stufen lauter und beschuldigend: âDu hÃ¤ttest ihnen zumindest sagen kÃ¶nnen, wo er war.â

Sie sah hinter ihn auf den Jungfernschrein und wich seinem Blick aus. Die Rohheit seiner Augen war in diesem Moment zu viel fÃ¼r sie.

Toya war gleichzeitig heiÃ und kalt. Das GefÃ¼hl alleine war schon verstÃ¶rend. Alles, woran er denken konnte, war, dass sie ihn hassen wÃ¼rde, und das war die eine Sache, die er nicht ertragen wÃ¼rde. Und der Gedanke daran, dass sie alleine mit Shinbe in ihrer Zeit sein wÃ¼rde, war auch zu viel fÃ¼r ihn zu schlucken. Besonders nach dem, was sein Bruder gesagt hatte. Es war dasselbe als wÃ¼rde er sie bedrohen.

Kyoko beobachtete die Emotionen, die durch seine goldenen Augen jagten, die sich nun gedankenverloren verdunkelten. Er war tÃ¶dlich ruhig, was sie langsam beÃ¤ngstigte. Sie machte ein paar Schritte, als wollte sie an ihm vorbei zum Schrein gehen, aber er machte einen Schritt zur Seite und stellte sich ihr in den Weg und das verunsicherte sie nur noch mehr.

âSchau, wenn du nichts sagst, dann werde ich zurÃ¼ckgehen um nach dem Schaden zu sehen, den du bei deinem Bruder Shinbe angerichtet hastâ, rief sie.

Toya konnte nicht mehr. Im Handumdrehen hatte er sie, hielt sie gefangen in seinen Armen, alle seiner Instinkte sagten ihm, dass er sie nicht durch das Herz der Zeit gehen lassen durfteâ¦ zurÃ¼ck zu dem BeschÃ¼tzer, dem nicht zu trauen war.

âKyoko, warte.â Seine Stimme war immer noch etwas barsch und er versuchte, ruhiger zu werden, als er fÃ¼hlte, wie sie sich von ihm weg drÃ¼ckte. âKyoko, du weiÃt nicht, wieso wir gekÃ¤mpft haben. Du weiÃt nicht, was er gesagt hat. Du kannst ihm nicht vertrauen. Ich vertraue ihm nicht. Er hat sich verÃ¤ndert, und es gefÃ¤llt mir nicht.â

Kyoko fÃ¼hlte, wie sich seine Arme noch fester um sie schlossen und sie wusste, dass er es ernst meinte. Toya hatte sie nie belogenâ¦ aber es machte einfach keinen Sinn. Sie versuchte, sich in seinen Armen zurÃ¼ck zu lehnen, sodass sie seine Augen sehen konnte. âWas meinst du? Er ist derselbe wie immer.â

Toya knurrte tief in seiner Kehle. âNein, Kyoko, er versteckt es vor dir. Da geht etwas mit ihm vor und ich weiÃ nicht, was es ist, aber ich kann es fÃ¼hlen. Er versteckt etwas.â Toya hoffte, dass sie auf seine Worte hÃ¶ren wÃ¼rde, und nicht nur denken wÃ¼rde, dass er eine Ausrede erfand, weil er ihn verprÃ¼gelt hatte.

Kyoko runzelte die Stirn. Sie hatte kleine Dinge an Shinbe bemerkt. Aber fÃ¼r sie waren die VerÃ¤nderungen nicht schlecht gewesen, doch sie wusste, dass Toyas Instinkte sehr gut waren, also wÃ¼rde sie es nicht einfach verwerfen. Nur um sicher zu gehen, seufzte sie: âDu sagst das nicht alles nur wegen dem Kuss, nicht wahr?â Sie fÃ¼hlte, wie Toyas Brust gegen ihre pochte.

âDieser Kussâ, knurrte Toya und hob eine Hand um ihr Kinn zu ergreifen und ihr Gesicht dem seinen zuzuwenden. Es gab da eine Frage, die ihn innerlich auffraÃ. âKyoko, wieso wÃ¼rdest du ihn dafÃ¼r kÃ¼ssen, dass er dich rettet, aber mich nicht? Ich verstehe es nicht.â Seine Augen senkten sich auf ihre schmollenden Lippen und ehe sie ihn zurÃ¼ckweisen konnte, senkte er seine Lippen auf ihre, fÃ¼hlte zum ersten Mal ihre seidigen Lippen auf seinen.

Als sie bei dem plÃ¶tzlichen Angriff auf ihre GefÃ¼hle schreien wollte, vertiefte Toya den Kuss und suchte nach ihrer Reaktion. Er konnte hÃ¶ren, wie ihr Herzschlag sich beschleunigte und er konnte fÃ¼hlen, wie sich ihr KÃ¶rper erhitzte.

Kyoko bekam den Kuss, den sie immer haben wollte, aber irgendwo, weit hinten in ihrem Kopf konnte sie nicht verhindern, dass sie dachte, dass es nur aus vÃ¶lligen falschen GrÃ¼nden war. KÃ¼sste er sie, weil Shinbe es getan hatte? 'Nein, das ist falsch.' Sie drÃ¼ckte eine Hand gegen seine Brust auch aus anderen GrÃ¼nden als nur, dass sie zu Luft kommen musste.

âWarte Toyaâ, keuchte sie. âHÃ¶r auf, ich kann nicht denken.â

Toya grinste, lieÃ seine Arme lockerer, aber lieÃ sie nicht ganz frei. âDas ist ein gutes Zeichen, Kyoko.â Er hatte bei dem Kuss etwas gefÃ¼hlt und er fÃ¼hlte sich besser, weil er wusste, dass sie es auch gespÃ¼rt hatte. Vielleicht wÃ¼rde er sie doch nicht an Shinbe verlieren. Er erinnerte sich an die Drohung mit der Shinbe ihn geÃ¤rgert hatte.

âShinbe darfst du nicht ganz vertrauen. Mir wÃ¤re es lieber, wenn du hier bei mir bleibst und im Moment deine Familie fÃ¼r ihn sorgen lÃ¤sst.â Er hielt ihren Blick in einer stillen Bitte gefangen.

Kyoko runzelte die Stirn: âNein, ich muss zurÃ¼ckgehen. Er ist erst kurz bevor ich hierhergekommen bin um euch zu sagen, dass er in Ordnung ist, aufgewacht.â SchuldgefÃ¼hle machten sich in ihr breit. âAuÃerdem fÃ¼hle ich mich, als wÃ¤re es meine Schuld, dass ihr gekÃ¤mpft habt, also werde ich mich um ihn kÃ¼mmern, bis es ihm besser geht und dann bringe ich ihn zurÃ¼ck.â Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen: âUnd wir mÃ¼ssen zusammenhalten um den Rest des Talismans zu finden.â

Sie stach mit einem Finger in seine Brust und machte nun doch einen Schritt zurÃ¼ck, heraus aus seiner Umarmung, âDas bedeutet kein KÃ¤mpfen mehr, verstanden? Du hÃ¤ttest ihn beinahe umgebracht.â Ihre Augen suchten in den seinen nach der Wahrheit.

âDann komme ich mit dir zurÃ¼ckâ, sagte Toya angespannt, verschrÃ¤nkte seine Arme in seinen Ãrmeln und richtete sich zu seiner vollen GrÃ¶Ãe auf. âShinbe stinkt nach SchuldgefÃ¼hlen und ich weiÃ nicht wieso.â Insgeheim war er froh, dass sie noch keine Zeit alleine mit ihm verbracht hatte, angesichts dessen, dass er eben erst aufgewacht war. âIch vertraue ihm nicht alleine mit dir zu sein.â

Kyoko blinzelte: âEs kommt gar nicht in Frage, dass du im Moment auch nur in Shinbes NÃ¤he gehst. Er hat immer noch starke Schmerzen und du bist derjenige, der ihn so zugerichtet hat.â Sie wollte nicht gemein seinâ¦ sie wollte die beiden fÃ¼r jetzt einfach getrennt halten. âMachen wir einen Deal. Ich komme morgen zurÃ¼ck und erzÃ¤hle euch allen, wie es aussieht, wenn du versprichst, dass du zur Gruppe zurÃ¼ckgehst.â

Als sie sah, wie seine DickkÃ¶pfigkeit in seine Augen kroch, schaute sie kurz zu Boden und flÃ¼sterte schwerfÃ¤llig: âWir sind doch noch eine Gruppeâ¦ nicht wahr? Wir mÃ¼ssen immer noch den Talisman finden, bevor Hyakuhei es tut.â

Toyas Augen glitzerten gefÃ¤hrlich. âWenn er etwas tut, und ich bin nicht daâ¦ kann ich dich nicht beschÃ¼tzen, undâ, seine Stimme wurde ein paar Stufen lauter, âich bin dein BeschÃ¼tzer, nicht er!â

Kyokos Kopf kam bei seinen Worten ruckartig wieder hoch. Toya zeigte nicht oft sein Herz, aber in den seltenen Momenten, wo seine Abwehr unten war, konnte sie es so deutlich sehen.

Sie lÃ¤chelte und versuchte, ihn zu beruhigen: âSieh her, Shinbe ist viel zu schwach um etwas zu versuchen, also mach dir keine Sorgen. Ich werde morgen zurÃ¼ck sein.â Sie machte ein paar Schritte auf das Herz der Zeit zu und sah, wie er sich bewegte, um sie aufzuhalten.

âToya!â, rief sie, hob ihre Hand und sprach den ZÃ¤hmungszauber.

Mit weicher Stimme sagte Kyoko: âSchau, ich weiÃ, dass du Shinbe nicht vertraust, aber vertrau wenigstens mir. Ich werde morgen Abend zurÃ¼ckkommen. Alles wird gut werdenâ¦ du wirst sehen.â Damit berÃ¼hrte sie die Hand der Jungfer und verschwand. Sie konnte noch seine FlÃ¼che hÃ¶ren, als das Herz der Zeit sie auf die andere Seite brachte.

Kyoko runzelte gedankenverloren die Stirn als sie wieder im Schreinhaus war. Sie konnte noch den Schaden sehen, den der Kampf angerichtet hatte. Als sie sich umdrehte, legte sie einen Sperrzauber auf die HÃ¤nde der Jungfer als sie entschied, lieber auf Nummer sicher zu gehen.



Kapitel 7 "Fragen"



Kyoko machte sich auf den Weg zurÃ¼ck zu ihrem Haus, das nun schon im Dunklen lag, und fand Shinbe dort schlafend vor. Sie fragte sich im Stillen, ob sie ihm von ihrem Treffen mit Toya erzÃ¤hlen sollte. Sie setzte sich wieder an ihren Schreibtisch um die zerrissenen Kleider fertig zu flicken, aber die Gedanken an Toya machten sie langsam.

Er hatte sie Ã¼berrascht, als er sie kÃ¼sste. Sie hatte frÃ¼her davon getrÃ¤umt, wie sie einander kÃ¼sstenâ¦ sie hatte es sich gewÃ¼nscht. Sie musste zugeben, dass der Kuss genau so war, wie sie ihn sich immer vorgestellt hatteâ¦ es war der Zeitpunkt, der sie so verwirrte. Vielleicht wollte Toya sie einfach nur von ihrer Wut ablenken. Er hatte frÃ¼her nie versucht, sie zu kÃ¼ssen, also wieso sollte er es jetzt sonst tun?

Sie dachte an seine Lippen auf ihren und hob instinktiv ihre Finger zu ihrem Mund, weil sie sich darÃ¼ber wunderteâ¦ dann kam ihr ein anderer Kuss in Erinnerung. Als sie gemÃ¤chlich ihre Lippen an Shinbes gestreift hatte, war es gewesen, als wÃ¤re ein elektrischer Schlag durch sie gefahren. WÃ¤re Toya nicht in dem Moment aufgetauchtâ¦ hÃ¤tte sie gerne noch mehr mit dem Kuss herum experimentiert.

Sie schÃ¼ttelte ihren Kopf und biss sich auf die Lippe. Wo zum Teufel war dieser Gedanke hergekommen? Sie schielte hinÃ¼ber zu Shinbe. Wie konnte sie sich selbst je vergeben, dass sie die Ursache war, dass all dies passiert war? Sie hatte nicht gewollt, dass jemand verletzt wurde. Sie ging langsam hinÃ¼ber zum Bett und beobachtete ihn als sie sich auf die Kante setzte und mit einer Hand das dunkelblaue Haar aus seinem Gesicht strich. Wenigstens schlief er friedlich.

Ihr Blick strich Ã¼ber sein Gesicht und blieb an seinen Lippen hÃ¤ngen. In ihrem Traum waren sie so weich gewesen, das war der Grund gewesen, weshalb sie ihn kÃ¼ssen wollte, in dem Moment als Toya sie erwischte. Sie hatte nur wissen wollen, ob sie in Wirklichkeit ebenso weich waren, wie in ihrem Traumâ¦ und das waren sie.

Kyoko sah hinunter auf die Decke, die hinunter gerutscht war und seine Schultern und Brust entblÃ¶Ãte. Er hatte noch immer einen Bluterguss an einer Schulter und sie streckte unbewusst die Hand danach aus und strich mit einem Finger sanft darÃ¼ber. Shinbe stÃ¶hnte im Schlaf auf und sie zuckte zurÃ¼ck, zog ihre Hand weg und legte sie auf ihre Lippen. Schuldbewusst drehte sie sich um und schaute weg.

Shinbe Ã¶ffnete ein Auge, ein Grinsen lag auf seinen Lippen. Er hatte ihr Gewicht am Bettrand gefÃ¼hlt und so getan als wÃ¼rde er schlafen, aber insgeheim hatte er sie durch seine Wimpern beobachtet, hatte die GefÃ¼hle gesehen, die Ã¼ber ihr Gesicht spielten, als sie ihn beobachtete. Wie sehr sein KÃ¶rper auch schmerzte, er konnte nicht verhindern, dass er sich durch ihre Gegenwart erregt fÃ¼hlteâ¦ es war fÃ¼r ihn schon immer so gewesen. Er hoffte, dass sie nicht weiter nach unten sah, denn er war sicher, dass sich in den unteren Regionen ein Zelt gebildet hatte.

Als sie seine Schulter berÃ¼hrte, hatte er ungewollt gestÃ¶hnt. Sobald sie sich wegdrehte, hielt er den Atem an. Er lieÃ die Luft langsam wieder aus und seine Lippen Ã¶ffneten sich leicht als er seine Hand langsam in ihre Richtung schob. Bevor er etwas sagen konnte, stand sie auf und ihm entfuhr ein enttÃ¤uschtes Seufzen.

Kyoko drehte sich schnell wieder um und sah, wie er sie anstarrte, und auch seine ausgestreckte Hand entging ihr nicht. âShinbeâ¦ was machst du?â, sie starrte auf seine Hand und legte den Kopf neugierig zur Seite.

Shinbe versuchte, seine Hand wieder unter der Decke zu verstecken und stÃ¶hnte vor Schmerzen. Kyoko war sofort an seiner Seite und strich mit ihrer Hand Ã¼ber seinen Arm, im Versuch, seine Schmerzen zu lindern, nicht wissend, dass das nicht die Art Schmerz war, unter der er litt.

âBitte sei vorsichtig, Shinbe. Ich mÃ¶chte, dass du gesund wirst, und dir nicht noch mehr Schmerzen zufÃ¼gst.â Sie sah mit mitleidigem Blick auf ihn hinunter.

Er lÃ¤chelte zu ihr hoch und genoss jeden Moment ihrer ZÃ¤rtlichkeit. âEs ist schon gut, Kyoko. Mir geht es gut. Es geschieht mir recht fÃ¼r meine unverschÃ¤mten Gedanken.â Er versuchte zu lÃ¤cheln und sie runzelte die Stirn.

Er gab es einfach zu? In ihrem Kopf drehte sich alles, als sie sich wieder neben ihn auf das Bett setzte. Die Erinnerung daran, was Toya zu ihr auf der Lichtung gesagt hatte, suchte sie wieder heim.

âShinbe, wir mÃ¼ssen wirklich darÃ¼ber reden, worÃ¼ber du mit Toya gekÃ¤mpft hast. Er meint, dass du etwas versteckst, und er sagt, ich soll dir nicht trauen.â Sie fÃ¼hlte sich unbehaglich dabei, ihn das zu fragen, aber er war derjenige, der in ihrem Bett schliefâ¦ also hatte sie das GefÃ¼hl, dass sie das Recht hatte, wenigstens zu fragen. âVerschweigst duâ¦ etwas?â

Shinbes Gedanken wanderten zurÃ¼ck zu der Nacht wo Kyoko betrunken durch das Herz der Zeit gekommen war. In welches Dilemma hatte er sich da gebracht. Nicht nur wÃ¼rde Toya ihn umbringen, sondern Kyoko wÃ¼rde es wahrscheinlich zulassen.

Er seufzte und sah von ihr weg als seine Wangen rot anliefen. âNein, ich verschweige nichts.â

Kyoko sah ihn weiterhin genau an. Er wich ihrem Blick aus und sie war Ã¼berzeugt, dass er etwas vor ihr verschwieg. âDu weiÃt, dass wir Freunde sind, Shinbe. Du kannst mit mir Ã¼ber alles reden.â Sie lÃ¤chelte und streifte mit ihrer Hand die seine, wodurch er erzitterte. Sie zog die Decke hoch Ã¼ber seine Schultern, in der Meinung, dass ihm kalt war.

Er beobachtete sie, als sie weiterhin auf ihn hinunter starrte, ihre HÃ¤nde immer noch am Rand der Decke, so dass sie seine Schultern gerade noch berÃ¼hrten.

Er flÃ¼sterte ihren Namen mit heiserer Stimme: âKyoko.â

Sie schielte zu seinem Gesicht hoch und errÃ¶tete, als sie bemerkte, wo ihre HÃ¤nde waren. Sie drehte ihm den RÃ¼cken zu, weil sie fÃ¼hlte, wie ihre Wangen heiÃ wurden. Sie hatte auf seinen Hals gestarrt und an den Traum gedacht, fÃ¼hlte das Verlangen, sich hinunter zu beugen und ihn dort zu kÃ¼ssen.

âShinbe, erinnerst du dich, als ich zurÃ¼ckkamâ¦ nach der Party? Wo warst du, als ich durch das Zeitportal kam?â, fragte sie Ã¤ngstlich. Sie wollte nicht albern klingen, aber der Traum begann sie auf eine Art zu beeinflussen, die ihr Sorgen bereitete.

Shinbe wurde durch die Frage Ã¼berrascht. Erinnerte sie sich daran, was passiert war, und hatte sie nur nichts gesagt? Er starrte auf ihren RÃ¼cken. âKyoko, wieso fragst du? Ist etwas passiert?â

Kyoko errÃ¶tete. Sie stand auf und ging zum Fenster hinÃ¼ber um hinaus zu sehen. âNein, ich wollte nur wissen, wo du warst, als ich zurÃ¼ckkam.â Sie wandte sich wieder um, lÃ¤chelte, versteckte, was ihr am Herzen lag. âIch meine mich daran zu erinnern, dass du mir vom Schrein zu Sennins HÃ¼tte zurÃ¼ck geholfen hastâ, log sie. Sie konnte sich Ã¼berhaupt nicht daran erinnern, wie sie dorthin gelangt war.

Shinbe seufzte und schloss seine Augen. Er musste diese Information verdauen. Also erinnerte sie sich an etwasâ¦ woran erinnerte sie sich noch? Nun stieg Ãbelkeit aus seinem Magen hoch. Wenn sie sich daran erinnerte, dann erinnerte sie sich wahrscheinlich auch daran, was er getan hatte. Oder kam sie langsam auf den Verdacht, dass es vielleicht doch kein Traum gewesen war? Er musste von nun an vorsichtig sein.

Er wollte aufstehen und das Chaos, das er angerichtet hatte, wieder in Ordnung bringen, aber die Schmerzen in seinem Kopf waren langsam schlimmer geworden statt besser und in diesem Moment waren sie so stark, dass sie seine Sicht einschrÃ¤nkten. Er fÃ¼hlte, wie er weiter weg driftete, egal wie sehr er sich bemÃ¼hte, die Dunkelheit, die Ã¼ber ihn hereinbrach, zu bekÃ¤mpfen.

Kyoko sah wieder zu ihm zurÃ¼ck. Seine Augen waren geschlossen und sein Atem ging gleichmÃ¤Ãig. âEr ist eingeschlafenâ, flÃ¼sterte sie leise und seufzte. Keine Fragen mehr fÃ¼r heute, er brauchte Ruhe. Sie wandte sich wieder ihrem Schreibtisch zu und setzte sich hin, hob die Kleider auf, um ihre NÃ¤harbeiten zu beenden, aber ihre Augen brannten, weil sie so lange wach gewesen war. Sie legte ihren Kopf auf den Tisch, seinen langen Mantel noch immer auf ihrem SchoÃ in HÃ¤nden haltend, und schlief ein.

*****

Toya stand vor der Jungfernstatue und verfluchte Kyoko. Sie hatte das Herz der Zeit versperrt und er konnte den Zauber nicht brechen. Wieso zum Teufel hatte sie das getan? Sie musste vor diesem Lustmolch beschÃ¼tzt werden. Verstand sie das nicht?

âVerdammt, Kyoko!â rief er, als wÃ¼rde sie ihn von der anderen Seite hÃ¶ren kÃ¶nnen. Toya spannte sich an, als er eine PrÃ¤senz fÃ¼hlte und bereitete sich innerlich vor. Kyou? Was zum Teufel wollte er? Er wartete darauf, dass sein Bruder erschien.

Kyou stand am anderen Ende der Lichtung, seine Kleider wehten im Wind. WÃ¤hrend er eine lose StrÃ¤hne seines silbernen Haares hinter sein Ohr steckte, nÃ¤herte er sich Toya. âDu rufst die Priesterin?â

Toyas Hand bewegte sich, als einer seiner Zwillingsdolche durch seine Aufregung in Erscheinung trat. âJa, wieso fragst du?â Er hatte gerade keine Lust, sich von seinem Ã¤lteren Bruder demÃ¼tigen zu lassen.

Kyou sah an Toya vorbei auf den Schrein. âDarf ich mir nicht Sorgen um das Schicksal meines Bruders machen?â Sein Gesichtsausdruck war emotionslos wÃ¤hrend er weiterhin auf die Jungfernstatue starrte, als hÃ¤tte er einen Verdacht. Er roch altes Blut auf Toya und identifizierte es als Shinbes. Er roch auÃerdem Kyokos Geruch vermischt mit dem der BeschÃ¼tzer.

âSeit wann kÃ¼mmert es dich?â Toya ging einen Schritt auf Kyou zu.


Kyou roch an der Luft und richtete seine Augen fest auf Toya. âDu hast versagt, die Priesterin als deine Partnerin zu beanspruchen?â Seine Augen leuchteten mit einem Lachen, das er nicht heraus lieÃ. âWie dumm von dir, zuzulassen, dass unser Bruder versucht, sich das zu nehmen, was dir gehÃ¶rt.â




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