Treffen Mit Nibiru
Danilo Clementoni






Danilo Clementoni



Treffen mit Nibiru

Die Abenteuer von Azakis und Petri



Original-Titel: Incrocio con Nibiru

Ãbersetzt von: Susanne Tigano-MÃ¼ller









Dieses Buch entspringt der Phantasie. Die genannten Namen, Personen, Orte und Organisationen wurden vom Autor frei erfunden und sollen der ErzÃ¤hlung ihre Glaubhaftigkeit verleihen. Jede Ãbereinstimmung mit Tatsachen oder realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist ein Zufall.


TREFFEN MIT NIBIRU

Copyright Â© 2015 Danilo Clementoni



I. Ausgabe: Februar 2015

Selbst herausgegeben und gedruckt



Facebook: www.facebook.com/incrocioconnibiru

Blog: dclementoni.blogspot.it

E-Mail: d.clementoni@gmail.com



Alle Rechte sind vorbehalten. Kein Teil dieser VerÃ¶ffentlichung darf ohne vorherige schriftliche Zusage des Herausgebers irgendwie kopiert werden, einschlieÃlich des mechanischen und elektronischen Systems. Davon ausgenommen sind kurze Abschnitte fÃ¼r Rezensionen.


Dies ist der zweite Band der Serie

âDie Abenteuer von Azakis und Petriâ    Um dieses fesselnde Abenteuer genieÃen zu kÃ¶nnen, empfehle ich, zuerst den ersten Band zu lesen:    âTREFFEN MIT NIBIRUâ      (N.d.A.)


An meine Frau und meinen Sohn fÃ¼r Ihre Geduld und alle wertvollen VorschlÃ¤ge, die ich von ihnen bekommen habe, um mich und auch diesen Roman besser werden zu lassen.

Ein spezieller Dank geht an alle meine Freunde, die mir Mut zusprachen und mich angespornt haben, diese Arbeit zu beenden, was ich ohne sie vielleicht nie geschafft hÃ¤tte.

Ich mÃ¶chte mich bei meiner Ãbersetzerin Susanne Tigano-MÃ¼ller und meiner Lektorin Simone Zimmerschitt fÃ¼r die Arbeit an diesem Buch und fÃ¼r die Leidenschaft bedanken, die Sie bei der Vollendung dieser Ãbersetzung gezeigt haben.


Einleitung

Der zwÃ¶lfte Planet, Nibiru (der Durchgangsplanet), wie er von den Sumerern genannt wurde oder Marduk (dem KÃ¶nig der Himmel), wie er von den Babyloniern getauft wurde, ist in Wirklichkeit ein HimmelskÃ¶rper, der 3.600 Jahre benÃ¶tigt, um unsere Sonne zu umkreisen. Sein Orbit ist deutlich elliptisch, rÃ¼cklÃ¤ufig (er dreht sich in der entgegengesetzten Richtung aller anderer Planeten um die Sonne) und im Vergleich zur Ebene unseres Sonnensystems ist er sehr stark geneigt.

Jeder AnnÃ¤herungszyklus hat immer unglaubliche, interplanetare VerÃ¤nderungen in unserem Sonnensystem, den Orbits und der Zusammensetzung der Planeten des Sonnensystems verursacht. Und es war genau einer seiner tumulthaften Passagen, die den majestÃ¤tischen Planeten Tiamat, der sich zwischen Mars und Jupiter befindet, bei einem epischen Aufprall verwÃ¼stete. Seine Masse war neun Mal grÃ¶Ãer, als die aktuelle Masse der Erde, er war reich an Wasser und er wurde von elf Satelliten umkreist. Einer der sieben Monde im Orbit um Nibiru traf auf den gigantischen Tiamat und sprenge diesen in der HÃ¤lfte durch, wodurch die beiden ReststÃ¼cke dazu gezwungen waren, sich auf zwei unterschiedliche Orbits zu verschieben. Bei der nÃ¤chsten Passage (dem âzweiten Tagâ der Genesis), vervollstÃ¤ndigten die Satelliten von Nibiru das Werk, indem sie eine der beiden HÃ¤lften, die sich beim ersten Aufprall bildeten, komplett zerstÃ¶rten. Aus den TrÃ¼mmern, die durch die vielfachen ZusammenstÃ¶Ãe erzeugt wurden, entstand das, was wir heute als âAsteroidengÃ¼rtelâ oder âHauptgÃ¼rtelâ, wie er von den Sumerern genannt wurde, kennen. Zum Teil wurden die TrÃ¼mmer auch von den in der NÃ¤he liegenden Planeten integriert. Die meisten TrÃ¼mmerteile wurden von Jupiter aufgenommen, dessen Masse auf diese Weise deutlich anstieg.

Die Satelliten, die dieses Desaster verursachten, einschlieÃlich der Reste des ex-Tiamat, wurden zum grÃ¶Ãten Teil in externe Orbits âgeschleudertâ und bildeten das, was wir heute âKometenâ nennen. Der Teil, welcher der zweiten Passage entkam, positionierte sich jedoch in einem stabilen Orbit zwischen Mars und Venus hinter dem letzten Satelliten, der geblieben ist und aus ihm wurde das, was wir heute als Erde mit dem untrennbaren Wegbegleiter Mond kennen.

Die Narbe, die durch diesen kosmischen Aufprall verursacht wurde, der ca. vor 4 Milliarden Jahren erfolgte, ist zum Teil auch heute noch sichtbar. Der verschrammte Teil des Planeten ist zurzeit komplett vom Wasser bedeckt und wird heute als Pazifischer Ozean bezeichnet. Er besitzt etwa ein Drittel der ErdoberflÃ¤che und erstreckt sich auf mehr als 179 Millionen Quadratkilometern. Auf dieser immensen OberflÃ¤che hat sich praktisch kein Land erhoben und es existiert nur ein groÃer Graben, der sich auf Tiefen von mehr als 10 Kilometern ausweitet.

Zurzeit ist die Zusammensetzung von Nibiru derjenigen der Erde sehr Ã¤hnlich. Der Planet ist zu zwei Dritteln von Wasser bedeckt, wÃ¤hrend der Rest aus einem einzigen Kontinent besteht, der sich von Norden nach SÃ¼den Ã¼ber mehr als 100 Millionen Quadratkilometer erstreckt. Einige seiner Einwohner ziehen seit hunderttausenden von Jahren den Nutzen aus der zyklischen AnnÃ¤herung ihres Planeten an den unseren. Sie besuchten systematisch unseren Planeten und beeinflussten jedes Mal die Kultur, das Wissen, die Technologie und sogar die Evolution der menschlichen Rasse. Unsere Vorfahren gaben ihnen viele Namen, aber der Name, mit dem sie schon immer bezeichnet wurden, ist âGÃ¶tterâ.


Vorwort

Azakis und Petri, die beiden sympathischen und unzertrennlichen AuÃerirdischen, die Helden dieses Abenteuers, sind nach einem ihrer Jahre (3.600 Jahre unserer Zeitrechnung) auf die Erde zurÃ¼ckgekehrt. Ihr Auftrag war es, die wertvolle Ladung zu holen, die sie wegen einer Fehlfunktion ihres Transportsystems bei ihrem vorherigen Besuch zurÃ¼cklassen mussten. Dieses Mal haben sie jedoch eine komplett andere BevÃ¶lkerung auf der Erde vorgefunden, als diejenige, die sie zurÃ¼ckgelassen hatten. BrÃ¤uche, Wirtschaft, Kultur, Technologie, Kommunikationssysteme: all dies war entschieden anders als das, was sie bei ihrem letzten Besuch vorfanden.

Bei ihrer Ankunft trafen sie auf ein PÃ¤rchen Erdenbewohner: Frau Doktor Elisa Hunter und Colonel Jack Hudson, die sie begeistert empfangen haben und ihnen nach unzÃ¤hligen SchicksalsschlÃ¤gen geholfen haben, ihren Auftrag zu Ende zu bringen.

Das, was die beiden AuÃerirdischen jedoch niemals ihren neuen Freunden mitteilen wollten, war, dass sich ihr Planet Nibiru sehr schnell nÃ¤herte und dass er innerhalb von sieben Erdentagen den Orbit der Erde kreuzen wÃ¼rde. Nach den Berechnungen der Ãltesten, wÃ¼rde einer der sieben Satelliten den Planeten streifen und eine Reihe klimatischer Katastrophen auslÃ¶sen, die denen vergleichbar waren, die bei der vorherigen Passage eine der grÃ¶Ãten Katastrophen der Erdgeschichte ausgelÃ¶st hatten: Die Sintflut.



Im ersten Teil der ErzÃ¤hlung (TREFFEN MIT NIBIRU - Die Abenteuer von Azakis und Petri), haben wie alle vier in ihrem majestÃ¤tischen Sternenschiff Theos zurÃ¼ckgelassen und genau hier wird die ErzÃ¤hlung dieses neuen phantastischen Abenteuers fortgesetzt.


Sternenschiff Theos

In den letzten Stunden wurde Elisa von dermaÃen vielen Informationen Ã¼berschÃ¼ttet, dass sie sich jetzt wie ein kleines Kind fÃ¼hlte, das zu viele Kirschen gegessen hatte. Die beiden fremdartigen aber sympathischen Typen, die praktisch aus dem Nichts aufgetaucht waren, hatten in so wenig Zeit so viele âhistorischen Tatsachenâ Ã¼ber Bord geworfen, welche sie und der Rest der Menschheit praktisch als gegeben hingenommen hatten. Geschichtliche Ereignisse, wissenschaftliche Entdeckungen, Glauben, Kulte, Religionen und sogar die Evolution des Menschen selbst wurden komplett umgekrempelt. Die Nachricht, dass Lebewesen eines anderen Planeten schon seit Urzeiten so geschickt die Entwicklung der Menschheit manipuliert und gesteuert haben, hÃ¤tte auf die Menschheit eine Wirkung gehabt, wie die Erkenntnis, dass die Erde nicht flach, sondern rund ist.



Azakis und sein treuer Freund und AbenteuergefÃ¤hrte Petri standen unbeweglich in der Mitte der KommandobrÃ¼cke, wÃ¤hrend sie versuchten, Elisa mit ihren Blicken zu folgen, die mit den HÃ¤nden in den Hosentaschen nervÃ¶s durch den Raum streifte und unverstÃ¤ndliche Worte vor sich hinmurmelte.

Jack war dagegen praktisch auf seinem Sessel zusammengesunken und versuchte mit den HÃ¤nden den Kopf hoch zu halten, der ihm plÃ¶tzlich sehr schwer geworden schien. Und gerade er entschied sich, nach einigen unendlichen Minuten der Stille, die Situation in die Hand zu nehmen. Er stand mit einem Ruck auf und sagte zu den beiden AuÃerirdischen mit fester Stimme Â«Wenn ihr uns beide fÃ¼r Diese Aufgabe ausgewÃ¤hlt habt, gibt es sicher einen Grund dafÃ¼r. Ich kann euch nur sagen, dass wir euch nicht enttÃ¤uschen werden.Â» Dann schaute er gerade in die Augen von Azakis und fragte resolut Â«Kannst du uns mit diesem Teufelsding daÂ» und er wies auf das virtuelle Bild der Erde, das sich noch immer langsam in der Mitte des Raumes drehte Â«eine Simulation der AnnÃ¤herung eures Planeten zeigen?Â»

Â«Kein ProblemÂ» antwortete Azakis sofort. Mit seiner N^COM-Anlage suchte er alle Berechnungen, die die Ãltesten gemacht hatten und lieÃ eine graphische Darstellung vor ihnen erscheinen.

Â«Das ist NibiruÂ» sagte er und zeigte auf den grÃ¶Ãeren Planeten. Â«Und das hier sind die Satelliten, von denen wir gesprochen haben.Â»

Um den majestÃ¤tischen Planeten kreisten sieben, sehr viel kleinere HimmelskÃ¶rper mit unterschiedlichen AbstÃ¤nden und Geschwindigkeiten. Azakis nÃ¤herte den Zeigefinger auf den, dessen Orbit am entferntesten lag und vergrÃ¶Ãerte ihn, bis er fast so groÃ wie er war. Dann sagte er andachtsvoll Â«Meine Herrschaften, ich stelle euch Kodon vor, die groÃe Gesteinsmasse, die sich dazu entschieden hat, eurer geliebten Erde ein paar unangenehme Probleme zu bereiten.Â»

Â«Wir groÃ ist er denn?Â» fragte Elisa, wÃ¤hrend sie neugierig diesen knorrigen dunkelgrauen Globus beobachtete.

Â«Sagen wir, dass er von seinen Abmessungen her etwas kleiner als euer Mond ist, aber seine Masse betrÃ¤gt fast das Doppelte.Â» Azakis machte eine schnelle Geste mit der Hand und vor ihnen erschien das ganze Sonnensystem mit den Planeten, die sich langsam auf ihren Orbitalbahnen bewegten. Der Kurs jedes Planeten wurde durch dÃ¼nne Linien verschiedener Farben gekennzeichnet.

Â«DasÂ» fuhr Azakis fort und zeigte auf eine dunkelrote Linie Â«ist der Kurs, den Nibiru wÃ¤hrend seiner AnnÃ¤herungsphase an die Sonne zurÃ¼cklegt.Â» Dann beschleunigte er die Bewegung des Planeten, bis er sich der Erde nÃ¤herte und fÃ¼gte hinzu Â«Und das hier ist der Punkt, wo sich die beiden Orbitalbahnen kreuzen.Â»

Die beiden Menschen hÃ¶rten verwundert, aber sehr aufmerksam Azakis zu, der die Bedrohung schilderte die in wenigen Tagen ihr Leben und das aller anderen Bewohner des Planeten erschÃ¼ttern wÃ¼rde.

Â«In welchem Abstand von uns wird Nibiru vorbeifliegen?Â» fragte der Colonel ruhig.

Â«Wie ich schon gesagt habeÂ» antwortete Azakis Â«Nibiru wird euch nicht sehr stÃ¶ren. Es wird Kodon sein, der die Erde streift und ganz viele Probleme bereiten wird.Â» Er vergrÃ¶Ãerte das Bild noch etwas mehr und zeigte die Simulation des Satelliten in dem Moment, wo er den Punkt erreichen wÃ¼rde, der dem Orbit der Erde am nÃ¤chsten lag. Â«Dies wird der Moment der maximalen Anziehungskraft zwischen den beiden HimmelskÃ¶rpern sein. Kodon wird in einem Abstand von nur 200.000 Kilometern an eurem Planeten vorbeifliegen.Â»

Â«WowÂ» rief Elisa. Â«Das ist wirklich eine Kleinigkeit.Â»

Â«Das letzte Mal,Â» sagte Azakis Â«genau vor zwei Zyklen, flog er in einem Abstand von etwa 500.000 Kilometern vorbei und wir wissen hier alle, was er verursacht hat.Â»

Â«Tja, die berÃ¼hmte Sintflut.Â»

Jack stand mit gekreuzten HÃ¤nden hinter seinem RÃ¼cken, wippte auf seinen FÃ¼Ãen und lieÃ sich vor uns zurÃ¼ck schaukeln. PlÃ¶tzlich unterbrach er die momentane Stille mit einem sehr ernsten Tonfall Â«Ich bin sicher keiner der besten Experten auf diesem Gebiet, aber ich fÃ¼rchte, dass keine Technologie der Erde in der Lage sein wird, etwas gegen ein Geschehen dieser Art zu unternehmen.Â»

Â«Vielleicht kÃ¶nnten wir eines des Cruise-Missiles mit NuklearsprengkÃ¶pfen abschieÃenÂ» traute sich Elisa.

Â«Das passiert nur in Science-Fiction-FilmenÂ» sagte Jack lÃ¤chelnd. Â«Und dann, selbst wenn man es schaffen sollte, dass eine dieser TrÃ¤gerraketen Kodon erreicht, riskieren wir, den Satelliten in tausend StÃ¼cke zu reiÃen und somit einen tÃ¶dlichen Meteoritenschauer auszulÃ¶sen. Das wÃ¤re dann wirklich das Ende von Allem.Â»

Â«EntschuldigtÂ» sagte dann Elisa zu den beiden AuÃerirdischen. Â«Hattet ihr nicht vorhin gesagt, dass ihr im Tausch fÃ¼r unser âsehr wertvollenâ Plastiks helfen wollt, diese absurde Situation zu lÃ¶sen? Ich hoffe, ihr habt ein Paar gute Ideen, um uns zu helfen, ansonsten sind wir geliefert.Â»

Petri, der bis jetzt still abseitsgestanden hatte, lÃ¤chelte leicht und ging einen Schritt in Richtung der dreidimensionalen Darstellung, die sich in der Mitte der BrÃ¼cke befand. Mit einer schnellen Bewegung der rechten Hand lieÃ er eine Art silbrigen Kranz erscheinen. Er berÃ¼hrte ihn sie mit dem Zeigefinger und verschob ihn, bis er genau zwischen der Erde und Kodon lag und sagte dann Â«Das kÃ¶nnte die LÃ¶sung sein.Â»


Tell el-Mukayyar â Die Flucht

Im Laborzelt waren die beiden falschen Beduinen, die versucht hatten, den beiden AuÃerirdischen den âwertvollen Inhaltâ ihres Schiffes zu stehlen, geknebelt und fest an einem groÃen Benzintank gefesselt worden. Sie saÃen, mit dem RÃ¼cken am schweren MetallbehÃ¤lter, so auf dem Boden, dass jeder in eine andere Richtung schaute. AuÃerhalb des Zeltes stand ein Helfer der Frau Doktor Wache und schaute ab und zu ins Innere, um die Situation zu kontrollieren.

Der Magere, der wegen eines Schlags des Colonels sicher einige gebrochene Rippen hatte, hatte trotz der Schmerzen, durch die er fast nicht atmen konnte, nicht aufgehÃ¶rt, sich umzusehen, um etwas zu suchen, das fÃ¼r seine Befreiung nÃ¼tzlich sein kÃ¶nnte.

Aus einem kleinen Loch an der Wand drang schÃ¼chtern die Nachmittagssonne ins Innere des Zeltes und zeichnete in der heiÃen und staubigen Luft einen dÃ¼nnen Lichtstrahl. Dieses Lichtschwert zeichnete auf dem Boden eine kleine weiÃe Ellipse, die sich langsam in Richtung der Gefangenen bewegte. Der Magere verfolgte fast hypnotisiert den langsamen Verlauf dieses hellen Flecks, als ihn ein Aufleuchten in die RealitÃ¤t zurÃ¼ckbrachte. Halb im Sand vergraben, etwa einen Meter von ihm entfernt, reflektierte etwas metallisches das Sonnenlicht genau in Richtung seines rechten Auges. Er drehte leicht seinen Kopf, um sehen zu kÃ¶nnen, um was es sich handelte, konnte aber nichts erkennen. Er versuchte, sein Bein in diese Richtung auszustrecken, aber ein schrecklicher Schmerz an seiner Seite erinnerte ihn wieder an den Zustand seiner Rippen und er entschied sich, es nicht noch einmal zu versuchen. Er dachte, dass er es wahrscheinlich nicht schaffen wÃ¼rde und versuchte durch seinen Knebel zu flÃ¼stern Â«Hey, lebst du noch?Â»

Dem Dicken ging es nicht besser. Nachdem Petri ihn durch die Luft geschleudert hatte, hatte sich an seinem rechten Knie ein groÃes HÃ¤matom gebildet, er hatte eine groÃe Beule an der Stirn, die rechte Schulter tat ihm hÃ¶llisch weh und das rechte Handgelenk war dick wie ein Ball.

Â«Ich glaube schonÂ» antwortete er schwach durch seinen Knebel.

Â«Ein GlÃ¼ck. Ich rufe dich schon eine ganze Weile. Ich habe mir Sorgen gemacht.Â»

Â«Ich muss ohnmÃ¤chtig gewesen sein. Mein Kopf ist am Platzen.Â»

Â«Wir mÃ¼ssen unbedingt von hier abhauenÂ» sagte der Magere.

Â«Wie geht es dir denn? Nichts kaputt?Â»

Â«Ich fÃ¼rchte, dass ich ein Paar gebrochene Rippen habe, aber ich glaube, dass ich es schaffen kann.Â»

Â«Wie konnten wir uns nur dermaÃen Ã¼berraschen lassen?Â»

Â«Denk nicht mehr dran. Was passiert ist, ist passiert. Versuchen wir lieber, uns zu befreien. Schau mal da links von dir, dort wo der Sonnenstrahl auftrifft.Â»

Â«Ich sehe nichtsÂ» antwortete der Dicke.

Â«Da ist was halb vergraben. Scheint was aus Metall zu sein. Kommst du mit deinem Bein dran.Â»

Das plÃ¶tzliche GerÃ¤usch des sich Ã¶ffnenden ReiÃverschlusses am Zelt unterbrach den Versuch. Der wachhabende Helfer schaute ins Innere. Der Dicke tat so, als wÃ¤re er noch ohnmÃ¤chtig, wÃ¤hrend der Andere absolut unbeweglich blieb. Der Mann schaute sich die beiden an, kontrollierte nachlÃ¤ssig alle Werkzeuge, die im Inneren herumlagen, zog sich dann zufrieden wieder zurÃ¼ck und verschloss wieder den Eingang.

Die beiden blieben eine Weile unbeweglich sitzen und dann redete der Dicke wieder als Erster Â«Das war knapp.Â»

Â«Hast du es jetzt gesehen? Kommst du dran?Â»

Â«Ja, jetzt ja. Warte, ich versuchâs.Â»

Der fÃ¼llige falsche Beduine begann, seinen OberkÃ¶rper hin und her zu bewegen und zu versuchen, die Seile etwas zu lockern, die ihn blockierten, dann streckte er sein linkes Bein in Richtung des Gegenstandes so weit wie mÃ¶glich aus. Er kam gerade so heran. Mit dem Absatz begann er zu graben, bis er einen Teil freilegen konnte.

Â«Scheint eine Kelle zu sein.Â»

Â«Es muss eine Trowel Marshalltown sein. Es ist das beliebteste Werkzeug der ArchÃ¤ologen, um den Boden nach alten Scherben abzukratzen. Kannst du sie nehmen?Â»

Â«Ich komm nicht ran.Â»

Â«Wenn du aufhÃ¶ren wÃ¼rdest, dich mit all dem Dreck vollzustopfen, kÃ¶nntest du dich auch besser bewegen, du Dickwanst.Â»

Â«Was hat mein krÃ¤ftiger KÃ¶rperbau damit zu tun?Â»

Â«Beweg dich, du âkrÃ¤ftiger KÃ¶rperbauâ, versuch die Kelle zu holen, sonst werden die dir im Knast helfen, abzunehmen.Â»

Bilder von geschmacksneutralem und stinkendem Brei erschienen plÃ¶tzlich vor den Augen des Dicken. Diese schreckliche Vision entfesselte in ihm eine Kraft, von der er dachte, dass er sie nicht mehr gehabt hÃ¤tte. Er verbog so weit wie mÃ¶glich den RÃ¼cken. Ein Stich ging von seiner schmerzenden Schulter aus und erreichte sofort sein Hirn, aber er beachtete es nicht. Mit einer entschiedenen Bewegung der HÃ¼fte konnte er den Absatz Ã¼ber die Kelle hinaus ausstrecken und bog sein Bein dann so, dass er sie in seine Richtung werfen konnte.

Â«Ich habâs geschafftÂ» rief er hinter seinem Knebel.

Â«Halt doch die Klappe du Idiot? Was schreist du rum? Willst du, dass die beiden Rasenden reinkommen und uns nochmal verprÃ¼geln?Â»

Â«EntschuldigungÂ» antwortete betroffen der Dicke. Â«Ich habe es aber geschafft.Â»

Â«Hast du gesehen, dass du, wenn du dich anstrengst, auch was Gutes erreichen kannst? Sie mÃ¼sste scharf sein. Versuch diese verdammten Seile zu durchtrennen.Â»

Mit der guten Hand nahm der Dicke den Griff der Kelle und begann den schÃ¤rferen Teil an den Seilen hinter seinem RÃ¼cken zu reiben.

Â«Mal vorausgesetzt, dass wir uns befreien kÃ¶nnen,Â» sagte leise der Dicke Â«wie wollen wir es anstellen, hier zu verschwinden? Das Camp ist voller Leute und es ist noch hell. Ich hoffe, dass du einen Plan hast.Â»

Â«NatÃ¼rlich habe ich einen. Bin nicht ich das Genie unter uns beiden?Â» sagte der Magere stolz. Â«WÃ¤hrend du geschlafen hast, habe ich die Situation analysiert und ich glaube, einen Weg gefunden zu haben, um hier abzuhauen.Â»

Â«Ich bin ganz OhrÂ» antwortete der Andere und rieb weiter mit der Kelle am Seil.

Â«Der WÃ¤chter schaut etwa alle zehn Minuten hier rein und dieses Zelt liegt auf der Ostseite des Camps am Ã¤uÃersten Rand.Â»

Â« Ja und?Â»

Â«Warum habe ich nur dich als Partner fÃ¼r diese Arbeit ausgewÃ¤hlt? Du hast die Phantasie und Intelligenz einer AmÃ¶be und ich hoffe, dass die AmÃ¶ben bei diesem Vergleich nicht beleidigt sind.Â»

Â«Um die Wahrheit zu sagen,Â» antwortete der Dicke pikiert Â«habe ich dich ausgewÃ¤hlt. Wenn du dich erinnern kannst, wurde mir dieser Job anvertraut.Â»

Â«Konntest du dich befreien?Â» schnitt der Magere ab, da die Diskussion nicht den erwÃ¼nschten Verlauf nahm und da sein Kumpan auch noch im Recht war.

Â«Noch einen Moment. Ich glaube, dass es nachlÃ¤sst.Â»

Kurz danach riss das Seil, mit dem sie am Tank gefesselt waren, mit einem trockenen GerÃ¤usch und der Bauch des Dicken, der endlich von den Fesseln befreit war, nahm wieder seine normalen Dimensionen an.

Â«GeschafftÂ» sagte der Dicke zufrieden.

Â«Sehr gut. Jetzt mÃ¼ssen wir es aber so lange hochhalten, bis die Wache reinkommt. Es muss alles so aussehen wie vorher.Â»

Â«OK Kumpel. Ich tu wieder so, als wÃ¼rde ich schlafen.Â»

Die beiden mussten nicht lange warten. Einige Minuten danach kam auch der Helfer der Frau Doktor wieder zurÃ¼ck, um das Zelt zu inspizieren. Er machte seine Ã¼bliche oberflÃ¤chliche Kontrolle und da er nichts AuÃergewÃ¶hnliches bemerkte, schloss er den ReiÃverschluss, ging wieder in den Schatten der Veranda und zÃ¼ndete seine handgedrehte Zigarette an.

Â«JetztÂ» sagte der Magere. Â«Los geht's.Â»

Das Aufstehen war, auf Grund der Verletzungen der beiden, schwieriger als vorgesehen, aber nachdem sie einige dumpfe Schmerzlaute, begleitet von einigen FlÃ¼chen von sich gegeben hatten, standen sie sich gegenÃ¼ber.

Â«Gib mir die KelleÂ» befahl der Magere, wÃ¤hrend er sich den Knebel abnahm. Die Stricke an der rechten Seite verhinderten, dass er sich frei bewegen konnte, aber durch das Auflegen der offenen Hand konnte er den Schmerz etwas lindern. In wenigen Schritten erreichte er die Wand gegenÃ¼ber dem Eingang, kniete sich hin und schob langsam die Trowel Marshalltown hinein. Die scharfe Klinge der Kelle schnitt den weichen Stoff der nach Osten gerichteten Wand, wie Butter durch und erzeugte so einen etwa zehn Zentimeter groÃen Schnitt. Der Magere schaute mit dem rechten Auge fÃ¼r einige Momente durch den Schlitz. Wie vorhergesehen, war da niemand. Sie konnten nur, etwa hundert Meter entfernt, die Ruinen der antiken Stadt sehen, wo sie vorher den Jeep versteckt hatten, der ihnen als Fluchtfahrzeug mit der Beute dienen sollte.

Â«Alles freiÂ» sagte er, wÃ¤hrend er mit der Klinge der Kelle den Schlitz bis zum Boden verlÃ¤ngerte. Â«Gehen wirÂ» und zwÃ¤ngte sich kriechend durch die Ãffnung.

Â«HÃ¤ttest du das Loch nicht noch ein bisschen grÃ¶Ãer machen kÃ¶nnen?Â» meckerte der Dicke zwischen Schmerzlauten, wÃ¤hrend er versuchte, ebenfalls nach drauÃen zu gelangen.

Â«Beweg dich. Wir mÃ¼ssen jetzt so schnell wie mÃ¶glich von hier verschwinden.Â»

Â«Du sagst das so einfach. Ich kann gerade so laufen.Â»

Â«Komm jetzt, beeil dich und hÃ¶r auf zu jammern. Denk dran, dass uns, wenn wir hier nicht abhauen, keiner ein paar JÃ¤hrchen Knast ersparen wird.Â»

Das Wort âKnastâ verlieh dem Dicken immer zusÃ¤tzliche Kraft. Er sagte nichts und still leidend folgte er dem Kumpan, der geduckt in Richtung der Ruinen schlich.



Es war das DrÃ¶hnen eines weit entfernten Motors, das dem WÃ¤chter verdÃ¤chtig vorkam. Er schaute einen Moment auf seine fertig gerauchte Zigarette und schmiss sie mit einer schnellen Bewegung zu Boden. Er ging in das Zelt und konnte seinen Augen nicht glauben: die beiden Gefangenen waren nicht mehr da. Neben dem Kraftstofftank lag das Seil, etwas weiter weg die StoffstÃ¼cke, die als Knebel gedient hatten und an der RÃ¼ckwand des Zeltes ging ein groÃer Riss bis zum Boden.

Â«Hisham, LeuteÂ» schrie der Mann mit all seiner Kraft. Â«Die Gefangenen sind entkommen!Â»


Sternenschiff Theos â Die SuperflÃ¼ssigkeit

Das Abbild des Gegenstandes, den Petri in dem Freiraum zwischen Kodon und der Erde positioniert hatte, lieÃ beide Erdbewohner erstarren.

Â«Und was soll das sein?Â» fragte Elisa neugierig, wÃ¤hrend sie nÃ¤herkam, um es besser zu sehen.

Â«Wir haben ihm noch keinen offiziellen Namen gegeben.Â» Petri brachte das fremdartige Objekt wieder in den Vordergrund und sagte zu Elisa Â«Vielleicht kannst du einen aussuchen.Â»

Â«Wenn du mir wenigstens erklÃ¤ren wÃ¼rdest, was das ist, kann ich es versuchen.Â»

Â«Unsere Wissenschaftler arbeiten schon seit einiger Zeit an diesem Projekt.Â» Petri kreuzte die HÃ¤nde hinter seinem RÃ¼cken und begann langsam durch den Raum zu laufen. Â«Dieses GerÃ¤t ist das Ergebnis einer Reihe von Forschungen, die zum Teil auch Ã¼ber meine wissenschaftlichen Kompetenzen hinausgehen.Â»

Â«Und ich kann euch garantieren, dass sie sehr umfassend sindÂ» fÃ¼gte Azakis hinzu und schlug seinem Freund anerkennend auf die Schulter.

Â«Kurz gesagt, handelt es sich um ein Antigravitationssystem. Es basiert auf einem Prinzip, das man, wie ich schon sagte, noch erforscht, das ich aber in wenigen und einfachen Worten versuchen kann, zu erklÃ¤ren.Â»

Â«Ich glaube, das wÃ¤re besserÂ» kommentierte Elisa. Â«Vergesst nicht, dass wir einer Spezies angehÃ¶ren, die im Vergleich mit der euren als unterentwickelt bezeichnet werden kann.Â»

Petri nickte leicht. Dann nÃ¤herte er sich der dreidimensionalen Darstellung des fremdartigen Objekts und fuhr ruhig mit seiner ErklÃ¤rung fort. Â«Das, was du vorher als âKranzâ bezeichnet hast, ist geometrisch gesehen ein Torus. Der rohrfÃ¶rmige Ring ist hohl, wÃ¤hrend wir das, was wir einfach nur als âzentrales Lochâ bezeichnen kÃ¶nnen, das Propulsions-und Kontrollsystem ist.Â»

Â«Bis hier ist alles klarÂ» sagte Elisa aufgeregt.

Â«Sehr gut. Jetzt erklÃ¤re ich euch das Funktionsprinzip des Systems.Â» Petri drehte die Darstellung des Torus und zeigte den internen Bereich, Â«Der Ring wird mit einem Gas, normalerweise einem Heliumisotop, gefÃ¼llt, das, wenn es auf eine Temperatur im Bereich des absoluten Nullpunkts abgekÃ¼hlt wird, seinen Zustand Ã¤ndert und sich in eine FlÃ¼ssigkeit mit sehr speziellen Eigenschaften verwandelt. Praktisch gesehen wird die ViskositÃ¤t fast annulliert und sie kann flieÃen, ohne eine Reibung zu erzeugen. Diese Eigenschaft nennen wir âSuperflÃ¼ssigâ.Â»

Â«Jetzt bin ich etwas verwirrtÂ» sagte Elisa traurig.

Â«Einfacher ausgedrÃ¼ckt: dieses Gas kann im flÃ¼ssigen Zustand, der von der Ringstruktur entsprechend stimuliert wird, ohne Probleme in deren Inneren mit einer Geschwindigkeit flieÃen, die fast der Lichtgeschwindigkeit entspricht und so fÃ¼r eine praktisch unendliche Zeit beizubehalten.Â»

Â«UnglaublichÂ» konnte Jack nur sagen, der keine Silbe der ErklÃ¤rung verpasst hatte.

Â«OK die, jetzt glaube ich, dass ich es verstanden habeÂ» fÃ¼gte Elisa hinzu. Â«Aber wie soll dieses Ding den Auswirkungen der Anziehungskraft zwischen den beiden Planeten entgegenwirken?Â»

Â«Hier wird es komplizierterÂ» antwortete Petri. Â«Sagen wir, die Rotation der SuperflÃ¼ssigkeit mit der Geschwindigkeit, die fast der Lichtgeschwindigkeit entspricht, erzeugt eine KrÃ¼mmung des Raum-Zeit-Kontinuums darum herum, wodurch der Gravitation entgegengewirkt wird.Â»

Â«UnfassbarÂ» sagte Elisa. Â«Mein alter Physikprofessor dreht sich sicher in seinem Grab um.Â»

Â«Und nicht nur er, meine LiebeÂ» fÃ¼gte der Colonel hinzu. Â«Wenn ich es richtig verstanden habe, was uns diese beiden Herren hier zu erklÃ¤ren versuchen, reden wir hier davon einige Theorien und Konzepte Ã¼ber Bord zu werfen, die unsere Wissenschaftler versucht haben ihr ganzes Leben lang zu analysieren und zu erforschen. Das Prinzip der Antigravitation wurde mehr als einmal theoretisiert, aber nie konnte es jemand richtig beweisen. Vor unsÂ» und er zeigte auf das fremdartige Objekt Â«haben wir endlich den Beweis dafÃ¼r, dass es wirklich mÃ¶glich ist.Â»

Â«Ich wÃ¤re da etwas vorsichtigerÂ» sagte Azakis, wodurch er die Erregung des Colonels etwas abkÃ¼hlte. Â«Ich muss euch informieren, dass diese Technik nie in dieser GrÃ¶Ãenordnung angewandt wurde, das heiÃt, dass wir es vor zwei Zyklen probiert haben, aber es hat nicht gerade so geklappt wie wir erhofft hatten. AuÃerdem kÃ¶nnten Dinge passieren, die nicht vorauszusehen sind und...Â»

Â«Du bist der Ã¼bliche PessimistÂ» unterbrach Petri seinen GefÃ¤hrten. Â«Der Mechanismus wurde mehr als einmal demonstriert. Auch unser Sternenschiff nutzt einen Teil dieses Prinzips fÃ¼r die Propulsion. Versuchen wir, etwas optimistischer zu sein.Â»

Â«Auch, weil es nicht so aussieht, als ob wir viele Alternativen haben oder tÃ¤usche ich mich?Â» fragte Elisa verbittert.

Â«Leider nicht, wie es aussiehtÂ» sagte Petri entmutigt, wÃ¤hrend er leicht seinen Kopf senkte. Â«Das Einzige, was ich wirklich befÃ¼rchte ist, dass wir es mit unserem Torus auf Grund der verringerten Dimensionen nicht schaffen werden, alle Auswirkungen der Gravitation komplett aufzunehmen und dass ein Teil der Anziehungskraft trotzdem seine Auswirkungen haben wird.Â»

Â«Du sagst, dass dieses Ding trotzdem nicht ausreichen wird, um eine Katastrophe zu verhindern?Â» fragte Elisa und nÃ¤herte sich drohend dem AuÃerirdischen.

Â«Vielleicht nicht ganzÂ» antwortete Petri und ging einen kleinen Schritt zurÃ¼ck. Â«Nach meinen Berechnungen wÃ¼rde ich sagen, dass etwa zehn Prozent der FÃ¤lle entgehen kÃ¶nnten.Â»

Â«Also kÃ¶nnte alles umsonst gewesen sein?Â»

Â«Auf keinen FallÂ» antwortete Petri. Â«Wir reduzieren die Auswirkungen um neunzig Prozent. Wir mÃ¼ssen uns dann noch um wenig kÃ¼mmern.Â»

Â«Wir werden es âNewarkâ nennenÂ» sagte Elisa zufrieden. Â«Lasst uns beginnen. Sieben Tage sind schnell um.Â»



Luftwaffenbasis - Camp Adder - Der Ausbruch

Die beiden komischen Typen, die noch immer als Beduinen verkleidet waren, hatten gerade ihren Unterschlupf in der Stadt erreicht, als ein intermittierender Ton vom Laptop, der noch eingeschaltet auf dem Tisch im Wohnzimmer lag, kam und ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.

Â«Wer zum Teufel ist das jetzt?Â» fragte der Magere, der sich gestÃ¶rt fÃ¼hlte.

Der Dicke ging hinkend zum Computer, gab ein kompliziertes Passwort ein und sagte Â«Eine Mitteilung von der Basis.Â»

Â«Sie werden das Ergebnis der Mission wissen wollen.Â»

Â«Gib mir eine Sekunde zum EntschlÃ¼sseln.Â»

Auf dem Bildschirm erschien zuerst eine Reihe von unverstÃ¤ndlichen Buchstaben und dann, nach der Eingabe einer Codekombination, erschien die Mitteilung langsam auf dem Bildschirm.



Der General wurde gefangen genommen und zur Luftwaffenbasis Camp Adder gebracht. Sofortige Rettungsaktion erforderlich.



Â«So ein MistÂ» rief der Dicke. Â«Sie haben es schon erfahren.Â»

Â«Wie haben die das gemacht?Â»

Â«Nun, sicher haben sie direktere KanÃ¤le, als wir. Denen entgeht wirklich gar nichts.Â»

Â«Und wie sollen wir das ihrer Meinung nach anstellen?Â»

Â«Was weiÃ ich. Hier steht nur, dass wir ihn befreien sollen.Â»

Â«In unserem jetzigen Zustand? Das sieht gar nicht gut aus.Â»

Der groÃe magere Typ zog einen Stuhl unter dem Tisch hervor, drehte ihn um neunzig Grad und setzte sich mit einer Reihe von Schmerzenslauten hin. Â«Das hat uns gerade noch gefehlt.Â»

Er stÃ¼tzte den Ellenbogen auf dem glatten Tisch ab und schaute aus dem Fenster. Er bemerkte, dass die Scheiben schmutzig waren und dass die rechte auf der ganzen LÃ¤nge einen Riss aufwies.

PlÃ¶tzlich hob er die Augen zu seinem GefÃ¤hrten, lÃ¤chelte sadistisch und sagte Â«Ich habe eine Idee.Â»

Â«Das habe ich geahnt. Ich kenne diesen Blick.Â»

Â«Hol den Erste-Hilfe-Koffer und lass mich die Beule an deinem Kopf sehen.Â»

Â«Ehrlich gesagt mache ich mir mehr Sorgen um mein armes Handgelenk. Hoffentlich ist es nicht gebrochen.Â»

Â«Mach dir keine Sorgen, ich bring das in Ordnung. Als Kind wollte ich Tierarzt werden.Â»



Nach weniger als einer Stunde und nach Einnahme einer groÃen Dosis Schmerzmitteln und verschiedenen Salben, waren die beiden Kumpels wieder fast wie neu.

Nachdem der Magere sich im Spiegel an der Wand neben dem Eingang betrachtet hatte, sagte er zufrieden Â«Jetzt kÃ¶nnen wir weitermachen.Â» und ging in das Schlafzimmer. Kurz darauf kam er mit zwei, perfekt gebÃ¼gelten, amerikanischen MilitÃ¤runiformen zurÃ¼ck.

Â«Wo hast du die denn her?Â» fragte der Dicke verwundert.

Â«Sie sind Teil einer Notausstattung, die ich mitgenommen habe. Man weiÃ ja nie.Â»

Â«Du bist komplett verrÃ¼cktÂ» kommentierte der Dicke und schÃ¼ttelte den Kopf. Â«Und was sollen wir damit anfangen?Â»

Â«Hier der PlanÂ» sagte der Magere zufrieden, wÃ¤hrend er die Uniform in GrÃ¶Ãe XXL zum Dicken warf. Â«Du wird General Richard Wright sein, der Verantwortliche einer absolut geheimen Einheit, von deren Existenz niemand etwas weiÃ.Â»

Â«NatÃ¼rlich, sie ist absolut geheim. Und du?Â»

Â«Ich bin deine rechte Hand. Colonel Oliver Morris, zu ihren Diensten, Sir.Â»

Â«Also bin ich dein Vorgesetzter. Das gefÃ¤llt mir.Â»

Â«GewÃ¶hn dich bloÃ nicht dran, ok?Â» sagte der Magere mit erhobenem Zeigefinger. Â«Das hier sind unsere Dokumente und die entsprechenden Ausweise.Â»

Â«Klasse. Die sehen ja echt aus.Â»

Â«Und das ist noch nicht alles, mein AlterÂ» und er zeigte ihm einen Briefkopf, der direkt vom Colonel Jack Hudson unterzeichnet war. Â«Dies ist der offizielle Befehl fÃ¼r die Herausgabe des Gefangenen, um ihn an einen âsichererenâ Ort zu bringen.Â»

Â«Wo hast du das denn her?Â»

Â«Habe ich mir ausgedruckt, als du gestern unter der Dusche warst. Hast du gedacht, dass nur du ein Genie am Computer bist?Â»

Â«Ich bin verblÃ¼fft. Das ist sogar besser als das Original.Â»

Â«Wir dringen in die MilitÃ¤rbasis ein und lassen uns den General Ã¼bergeben. Wenn sie EinwÃ¤nde haben, kÃ¶nnen wir ihnen immer noch sagen, dass sie doch bitte den Colonel anrufen sollen. Ich glaube nicht, dass er im All Empfang hatÂ» und beide brachen in ein tosendes GelÃ¤chter aus.



Nach etwa einer Stunde, wÃ¤hrend die Sonne schon hinter einer DÃ¼ne verschwunden war, hielt ein MilitÃ¤rjeep mit einem Colonel und einem General an der Zufahrtsschranke der Luftwaffenbasis Imam Ali oder Camp Adder, wie sie von den Amerikanern wÃ¤hrend des Irakkriegs umbenannt wurde, an. Aus dem gepanzerten WachhÃ¤uschen traten zwei, bis an die ZÃ¤hne bewaffnete MilitÃ¤rs heraus, die mit schnellen Schritten zum Fahrzeug kamen. Weitere zwei, die etwas weiter wegblieben, hielten die Insassen im Visier.

Â«Guten Abend ColonelÂ» sagte der am nÃ¤chsten stehende Soldat nach dem MilitÃ¤rgruÃ. Â«Kann ich bitte ihre Dokumente und die des Generals sehen?Â»

Der groÃe, magere Colonel, der auf dem Fahrersitz saÃ, sagte kein Wort. Er zog einen gelben Umschlag aus der Innentasche seiner Jacke und Ã¼berreichte sie ihm. Der Soldat las eine Weile und richtete seine Taschenlampe ein Paar mal auf das Gesicht der beiden aus. Der General bemerkte den SchweiÃtropfen, der unter seiner Beule an der Stirn langsam zur Nase hinunter tropfte, um dann auf dem dritten Knopf seiner Jacke zu landen, die durch den enormen Bauch darunter bis zum Platzen gespannt war.

Â«Colonel Morris und General WhiteÂ» sagte der Soldat und richtete wieder seine Taschenlampe auf das Gesicht des Colonels aus.

Â«Wright, General Wright!Â» antwortete genervt der magere Colonel. Â«Was ist los Sergeant, kÃ¶nnen sie nicht lesen?Â»

Der Sergeant, der absichtlich den Namen des Generals falsch ausgesprochen hatte, lÃ¤chelte leicht und sagte Â«Ich lasse sie begleiten. Folgt den MÃ¤nnernÂ» und mit einer Geste befahl er den beiden Soldaten, sie zum GefÃ¤ngnis zu begleiten.

Der Colonel fuhr langsam mit dem Jeep an. Er war noch nicht einmal zehn Meter gefahren als er in seinem RÃ¼cken rufen hÃ¶rte Â«Sir, halten sie an!Â»

Den beiden Insassen des Fahrzeuges gefror das Blut in den Adern. Sie blieben einige lange Augenblicke unbeweglich, bis die Stimme sagte Â«Sie haben ihre Unterlagen vergessen.Â»

Der fÃ¼llige General atmete so erleichtert auf, dass all die KnÃ¶pfe seiner Uniform beinahe absprangen.

Â«Danke SergeantÂ» sagte der Magere und streckte seine Hand zum Soldaten aus. Â«Ich werde schneller alt als ich dachte.Â»

Sie fuhren wieder mit dem Jeep los und folgten den beiden Soldaten, die sie mit strammem Schritt schnell zum Eingang eines niedrigen und heruntergekommen aussehenden GebÃ¤udes brachten. Der jÃ¼ngere Soldat klopfte an die TÃ¼r und trat ein, ohne auf eine Antwort zu warten. Kurz danach erschien ein groÃer farbiger und komplett glatzkÃ¶pfiger Mann mit dem Rang eines Sergeanten und hartem Gesichtsausdruck auf der Schwelle und salutierte. Â«Herr General, Colonel. Treten sie bitte ein.Â»

Die beiden Offiziere beantworteten den GruÃ, betraten den Raum und versuchten dabei, ihre Schmerzen, die sich langsam wieder bemerkbar machten, zu unterdrÃ¼cken.

Â«SergeantÂ» sagte der Magere streng. Â«Wir haben hier den schriftlichen Befehl von Colonel Hudson, der uns befÃ¤higt, General Campbell abzuholenÂ» und er Ã¼bergab den gelben Umschlag.

Der groÃe Sergeant Ã¶ffnete ihn und las eine Weile den Inhalt des Schreibens. Dann fixierte er mit seinen dunklen und eindringlichen Augen die des Colonels und sagte Â«Das muss ich Ã¼berprÃ¼fen.Â»

Â«Machen sie dasÂ» antwortete der Offizier mit aller Ruhe.

Der groÃe Mann zog aus einer Schublade des Schreibtisches ein anderes Blatt und verglich es aufmerksam mit dem das er in der Hand hielt. Dann schaute er nochmals zum Colonel und sagte, ohne irgendeine Emotion zu zeigen Â«Die Unterschrift stimmt Ã¼berein. Sie haben nichts dagegen, wenn ich ihn anrufe?Â»

Â«Das ist ihr Pflicht. Bitte beeilen sie sich aber. Wir haben schon zu viel Zeit verlorenÂ» antwortete der magere Colonel und tat so, als wÃ¼rde er die Geduld verlieren.

Keinesfalls eingeschÃ¼chtert steckte der Sergeant seine Hand in die Tasche der Uniform und zog sein Handy heraus. Er wÃ¤hlte eine Nummer und wartete.

Die beiden Offiziere hielten die Luft an, bis der Soldat, nachdem er eine Taste des GerÃ¤ts gedrÃ¼ckt hatte, lakonisch sagte Â«Nicht erreichbar.Â»

Â«Also Sergeant, wollen wir uns beeilen?Â» sagte der Offizier mit einem strengeren Ton als vorher. Â«Wir kÃ¶nnen hier nicht die ganze Nacht verbringen.Â»

Â«Hol den GeneralÂ» befahl der groÃe Sergeant einem der Soldaten, die die beiden Offiziere begleitet hatten.



Nach einigen Minuten erschein ein komplett glatzkÃ¶pfiger Mann mit Schnurrbart, grauen Augenbrauen und verschlagenen Augen auf der TÃ¼rschwelle im RÃ¼cken des Sergeanten. Er trug eine Uniform mit den Graden eines Generals, aber auf der rechten Schulter fehlte einer der vier Sterne. Er war gefesselt und hinter ihm hielt ihn ein Soldat im Visier.

Als er die beiden sah, triumphierte der General fÃ¼r einen Augenblick, aber da er ihren Plan vermutete, blieb er still und machte das traurigste Gesicht, das ihm mÃ¶glich war.

Â«Danke SoldatÂ» sagte der Colonel, wÃ¤hrend er seine Beretta M9 aus dem Halfter zog. Â«Jetzt nehmen wir diesen Schweinehund in Empfang.Â»



Sternenschiff Theos â Der Plan

Â«Ist es nicht aufregend, dass wir beide die Erde retten werden, mein Schatz?Â» sagte Elisa, wÃ¤hrend sie den Colonel bei der Hand nahm und mit den verliebten Augen eines KÃ¤tzchens ansah.

Â«âMein Schatzâ? Meinst du nicht, dass du etwas zu schnell bist?Â» antwortete Jack verlegen.

Elisa reagierte enttÃ¤uscht und erst als der Colonel sie sanft anlÃ¤chelte und ihr die Wange streichelte, hatte sie verstanden, dass er sie auf den Arm genommen hatte. Â«Gemeiner Hund. Mach nie wieder so einen Scherz mit mir, sonst zeig ichâs dirÂ» und schlug mit beiden HÃ¤nden auf seine Brust.

Â«Ganz ruhigÂ» flÃ¼sterte Jack ihr zu, wÃ¤hrend er sie sanft an sich drÃ¼ckte. Â«Ok, es war ein dummes Spiel. Ich machâs nicht nochmal.Â»

Diese plÃ¶tzliche Umarmung hatte auf Elisa eine beruhigende und entspannende Wirkung. Sie spÃ¼rte, wie all die Spannung, die sich bis jetzt angesammelt hatte, wie Schnee in der Sonne dahinschmolz. Nach all dem, was in den letzten Stunden passiert war, hatte sie genau dies gebraucht. Sie entschied sich, sich in seinen Armen zu verlieren, schloss langsam die Augen, legte ihren Kopf auf seine muskulÃ¶se Brust und lieÃ sich komplett fallen.



In der Zwischenzeit hatte sich Azakis in die zu enge Kabine des H^COM begeben und wartete, dass auf dem holographischen Visor die Antwort auf seine Kommunikationsanfrage ankam.

Von der Mitte des Bildschirms gingen eine Reihe mehrfarbiger Wellen aus und erzeugten einen Ã¤hnlichen Effekt wie ein Stein, der in das ruhige Wasser eines Teichs geworfen wird. PlÃ¶tzlich verschwanden die Wellen langsam und auf dem Bild erschien das ausgezehrte und durch die Jahre gezeichnete Gesicht seines vorgesetzten Ãltesten.

Â«AzakisÂ» der Mann lÃ¤chelte leicht, wÃ¤hrend er langsam die knochige Hand zum GruÃ hob. Â«Was kann dieser arme Alte fÃ¼r dich tun?Â»

Â«Wir haben den beiden Erdbewohnern die Wahrheit gesagt.Â»

Â«Das war sehr gewagtÂ» kommentierte der Ãlteste, und rieb sich das Kinn zwischen Zeigefinger und Daumen. Â«Wie haben sie es aufgenommen?Â»

Â«Sagen wir, dass sie nach der zu erwartenden anfÃ¤nglichen Verwunderung ganz gut reagiert haben.Â» Azakis machte eine kurze Pause und sagte dann mit sehr viel ernsterer Miene Â«Wir haben ihnen vorgeschlagen, den SuperflÃ¼ssigkeits-Torus zu benutzen.Â»

Â«Den Torus?Â» rief sein GesprÃ¤chspartner, der so ruckartig aufstand, dass ein Knabe neidisch hÃ¤tte werden kÃ¶nnen. Â«Er wurde doch noch gar nicht komplett getestet. Du erinnerst dich doch daran, was das letzte Mal passiert ist oder nicht? Mit dem GerÃ¤t kÃ¶nnten wir eine unkontrollierbare Gravitations-Fluktuation erzeugen und dann besteht auch noch das Risiko, dass sogar ein Mini-Schwarzes Loch entsteht.Â»

Â«Ich weiÃ, ich weiÃÂ» antwortete Azakis unterdrÃ¼ckt. Â«Ich glaube aber, dass wir keine Alternativen haben. Wenn wir dieses Mal keine drastischen Mittel anwenden, kÃ¶nnte der Vorbeiflug des Kodon fÃ¼r die Erdbewohner fatal sein.Â»

Â«Wie sieht dein Plan aus?Â»

Â«Die Ãberkreuzung der Orbits der beiden Planeten erfolgt in etwa sieben Tagen. Du mÃ¼sstest den Torus vorbereiten lassen und mindestens einen Tag vorher hierherbringen lassen.Â»

Â«Das ist nicht viel Zeit und das weiÃt du.Â»

Â«Du musst mir etwas Spielraum fÃ¼r die Positionierung, die Konfiguration und die Aktivierung lassen.Â»

Â«Ich habe ein schlechtes VorgefÃ¼hlÂ» sagte der Ãlteste wÃ¤hrend er mit einer Hand durch das spÃ¤rliche Haar strich.

Â«Petri ist bei mir. Es wird alles gut gehen.Â»

Â«Ihr seid zwei fÃ¤hige Jungs und ich habe keine Zweifel, aber bitte geht sehr vorsichtig vor. Das GerÃ¤t kÃ¶nnte sich in eine tÃ¶dliche Waffe verwandeln.Â»

Â«Tu alles, damit wir es rechtzeitig bekommen und um den Rest kÃ¼mmern wir uns. Mach dir keine Sorgen.Â»

Â«In Ordnung. Ich kontaktiere dich, sobald alles bereit ist. Viel GlÃ¼ck.Â»

Das Gesicht des Vorgesetzten verschwand vom Bildschirm, der wieder dieselben mehrfarbigen Wellen zeigte, wie vorher.

Azakis erhob sich langsam aus dem unbequemen Sessel und stand eine Weile mit auf der engen Konsole aufgestÃ¼tzten HÃ¤nden. Tausend Gedanken gingen durch seinen Kopf und wÃ¤hrend ein leichter Schauer Ã¼ber seinen RÃ¼cken lief, hatte er das GefÃ¼hl, als ob sie sich eine Menge Probleme aufhalsen wÃ¼rden.



Â«ZakÂ» sagte sein AbenteuergefÃ¤hrte frÃ¶hlich, als er ihn aus der H^COM-Kabine kommen sah. Â«Was hat der Alte gesagt?Â»

Azakis streckte sich ein bisschen und sagte dann ruhig Â«Er hat uns sein OK gegeben. Wenn alles nach Plan lÃ¤uft, haben wir den Torus, oder besser Newark, am Tag vor der Ãberschneidung.Â»

Â«Hoffentlich schaffen wir es. Es wird nicht einfach sein, das Ding in so kurzer Zeit zu programmieren.Â»

Â«Ãber was machst du dir Gedanken, mein Freund?Â» antwortete leicht lachend Azakis Â«Im schlimmsten Fall Ã¶ffnen wir eine Raum-Zeit-Verzerrung, die die Erde, Kodon, Nibiru und alle anderen Satelliten auf einmal in sich aufsaugt.Â»

Die beiden Erdbewohner, die etwas abseitsstanden und keine Silbe des GesprÃ¤chs verpasst hatten, standen wie versteinert da.

Â«Was sagst du da?Â» konnte Elisa nur zischen, wÃ¤hrend sie ihn fassungslos anschaute. Â«Raum-Zeit-Verzerrung? Aufsaugen? Willst du damit sagen, dass wenn dieser Plan fehlschlÃ¤gt, wir die AuslÃ¶ser der ZerstÃ¶rung von unserem und eurem Planeten sein werden?Â»

Â«Nun, ein minimales Risiko bestehtÂ» kommentierte Azakis ruhig.

Â«Ein âminimales Risikoâ? Und das sagst du uns so, mit einem so ruhigen und friedlichen Gesichtsausdruck? Du musst verrÃ¼ckt sein und wir noch mehr als du.Â»

Â«Beruhige dich SchatzÂ» griff Jack ein, packte sie bei den Schultern und schaute ihr gerade in die Augen. Â«Sie sind sehr viel fÃ¤higer und vorbereiteter als wir und wenn sie sich entschieden haben, diesen Weg zu gehen, kÃ¶nnen wir nur beistimmen und ihnen all unsere Hilfe anbieten.Â»

Elisa atmete tief und lange ein und sagte dann Â«Ich muss mich setzen. Das ist zu viel heute. Wenn es so weitergeht, sterbe ich noch.Â»

Jack nahm sie unter den Arm und brachte sie zum nÃ¤chsten Sessel. Elisa lieÃ sich mit einem leichten Seufzer darauf fallen.

Â«Vielleicht haben wir den Sauerstoffgehalt zu sehr verringertÂ» flÃ¼sterte Azakis seinem GefÃ¤hrten zu.

Â«Ich habe versucht, ihn fÃ¼r uns alle so gut wie mÃ¶glich anzupassen, damit wir diese unbequemen AtemgerÃ¤te nicht tragen mÃ¼ssen.Â»

Â«Ich weiÃ mein Freund, aber ich fÃ¼rchte, dass sie sehr darunter leiden.Â»

Â«Ok, ich versuche, das Gemisch zu verÃ¤ndern. Wir kÃ¶nnen uns leichter anpassen.Â»

Dem Colonel schien dies jedoch nichts auszumachen und er war fit wie nie. Entscheidungen treffen und Risiken eingehen waren sein tÃ¤gliches Brot und in solchen Situationen fÃ¼hlte er sich absolut wohl. Â«GutÂ» rief er, wÃ¤hrend er sich genau unter das dreidimensionale Bild von Newark positionierte, das noch immer majestÃ¤tisch in der Mitte des Raumes schwebte. Â«Das Ding kann uns also alle retten oder an den Rand der absoluten ZerstÃ¶rung bringen.Â»

Â«Analyse abgekÃ¼rzt, aber effizientÂ» kommentierte Azakis.

Â«An diesem PunktÂ» sagte der Colonel ernst und mit tiefer Stimme Â«glaube ich, dass der Moment gekommen ist, den Rest des Planeten Ã¼ber die bevorstehende Katastrophe zu informieren.Â»

Â«Und wie willst du das machen?Â» fragte Elisa von ihrem Sessel aus. Â«Nehmen wir das Telefon, rufen den PrÃ¤sidenten der Vereinigten Staaten an und sagen dann: âGuten Tag PrÃ¤sident. Wir sind hier mit zwei AuÃerirdischen zusammen, die uns gesagt haben, dass in wenigen Tagen ein Planet kommt, der uns alle von der BildflÃ¤che fegt?âÂ»

Â«Das mindeste, was uns passieren kann, ist, dass er das GesprÃ¤ch ortet, uns holen lÃ¤sst und in die KlapsmÃ¼hle stecktÂ» antwortete Jack lachend.

Â«Habt ihr denn kein globales Kommunikationssystem wie unser Netz?Â» fragte Petri den Colonel neugierig.

Â«Netz? Was meinst du damit?Â»

Â«Es handelt sich um ein globales Kommunikationssystem, welches das Wissen auf planetarer Ebene speichern und verbreiten kann. Wir haben alle auf verschiedenen Ebenen mit einem neuralen System N^COM Zugang, das und bei der Geburt direkt ins Gehirn eingepflanzt wird.Â»

Â«WowÂ» sagte Elisa verwundert und sagte dann Â«In Wirklichkeit haben auch wir ein System dieser Art. Wir nennen es Internet, aber wir haben sicher nicht euren Stand erreicht.Â»

Â«WÃ¤re es nicht mÃ¶glich, euer âInternetâ zu benutzen, um eine Mitteilung an den ganzen Planeten zu schicken?Â» fragte Petri neugierig.

Â«Nun, das ist nicht so einfachÂ» sagte Elisa. Â«Wir kÃ¶nnen Informationen in das System eingeben, Mitteilungen an Personengruppen schicken, vielleicht auch einen Film drehen und diesen dann so weit wie mÃ¶glich verbreiten, aber uns wÃ¼rde niemand glauben und sicher wÃ¼rde er nicht alle erreichen.Â» Sie Ã¼berlegte einige Sekunden und fÃ¼gte dann hinzu Â«Ich glaube, das einzige geeignete System ist noch immer unser altes und geliebtes Fernsehen.Â»

Â«Fernsehen?Â» fragte Azakis. Dann sagte er zu Petri Â«Ist das vielleicht das System, das wir benutzt haben, um die Bilder und Filme zu empfangen, die wir bei der Herfahrt gesehen haben?Â»

Â«Ich glaube ja, ZakÂ» und er begann eine Reihe von Befehlen an der Zentralkonsole einzugeben. Nach wenigen Sekunden erschienen auf dem gigantischen Bildschirm einige Sequenzen, die sie vorher gespeichert hatten. Â«Redet ihr hiervon?Â»

Viele Filme aller Art erschienen in schneller Reihenfolge: Werbespots, Nachrichten, FuÃballspiele und sogar ein alter schwarz-weiÃ Film mit Humphrey Bogart.

Â«Das ist ja CasablancaÂ» sagte Elisa Ã¼berrascht. Â«Wo habt ihr das alles denn her?Â»

Â«Eure Ãbertragungen werden auch im All ausgestrahltÂ» antwortete Petri ruhig. Â«Wir mussten etwas an unserem Empfangssystem arbeiten und am Ende haben wir das empfangen.Â»

Â«Und dank dessenÂ» fÃ¼gte Azakis hinzu Â«konnten wir auch eure Sprache lernen.Â»

Â«Und auch einige andere, die wirklich viel komplizierter sindÂ» kommentierte Petri traurig. Â«Ich bin fast verrÃ¼ckt geworden mit alle den Zeichnungen.Â»

Â«Auf jeden FallÂ» griff der Colonel ein Â«ist es genau das, von dem wir gesprochen haben, aber ich glaube, dass das auch nicht die beste LÃ¶sung ist.Â»

Â«Entschuldige JackÂ» griff Elisa ein. Â«Glaubt du nicht, dass wir vor allem zuerst deine Vorgesetzten vom ELSAD informieren sollten? Wenn ich es richtig verstanden habe, steht an der Spitze dieser Organisation der PrÃ¤sident der Vereinigten Staaten oder nicht?Â»

Â«Und woher weiÃt du diese Dinge?Â» wendete der Colonel verblÃ¼fft ein.

Â«Nun, ich habe auch meine QuellenÂ» sagte Elisa und schob verfÃ¼hrerisch eine HaarstrÃ¤hne zur Seite, die an ihrer rechten Wange herunterhing.

Â«Machen das die Frauen bei euch auch so?Â» fragte Jack die beiden AuÃerirdischen, die die Szene verblÃ¼fft beobachtet hatten.

Â«Die Frauen sind im ganzen Universum gleich, mein LieberÂ» antwortete Azakis lÃ¤chelnd.

Â«TjaÂ» fuhr der Colonel nach dem riskanten Scherz fort Â«ich glaube, du hast wirklich Recht. Wir brauchen eine seriÃ¶se und glaubhafte Einrichtung, um eine solch schwerwiegende und Ã¼berwÃ¤ltigende Nachricht zu verÃ¶ffentlichen. Ich mache mir etwas Sorgen wegen externer Eindringlinge, die auch General Campbell und die beiden Typen, die uns angegriffen haben, engagiert haben. Ehrlich gesagt ist der General mein direkter Vorgesetzter, aber es scheint so, als wÃ¤re er korrupt und ein VerrÃ¤ter.Â»

Â«Also sieht es so aus, als ob wir das TelefongesprÃ¤ch, von dem wir vorher geredet haben, wirklich machen mÃ¼ssen?Â» sagte Elisa.

Â«So absurd es scheint, aber vielleicht ist das wirklich die einzige LÃ¶sung.Â»


New York â Insel von Manhattan

In einem luxuriÃ¶sen BÃ¼ro im neununddreiÃigsten Stock des beeindruckenden Wolkenkratzers zwischen der 5th Avenue und der 59th Street in Manhattan in New York, stand ein eleganter, gepflegter und nicht sehr groÃer Mann vor einem der fÃ¼nf groÃen Fenster, die ihn von der AuÃenwelt trennten. Er trug einen dunkelgrauen, sicher italienischen Anzug, eine auffÃ¤llige rote Krawatte und hatte glatte, graumelierte Haare, die nach hinten gekÃ¤mmt waren. Seine schwarzen und tiefgrÃ¼ndigen Augen schauten durch das Fenster in Richtung des wundervollen Central Park, der praktisch zu seinen FÃ¼Ãen begann und sich Ã¼ber vier Kilometer LÃ¤nge und achthundert Meter Breite erstreckte. Er war eine wertvolle grÃ¼ne Insel, Sauerstoffquelle und Freizeitort fÃ¼r die fast zwei Millionen Einwohner der Insel.



Â«Herr Senator, sie erlauben?Â» sagte ein glatzkÃ¶pfiger Mann mit ausdrucklosem Gesicht, wÃ¤hrend er schÃ¼chtern an die elegante EingangstÃ¼r aus dunkel lackiertem Holz klopfte. Daneben trug ein vergoldetes Schild in schwarzer SchrÃ¤gschrift die Aufschrift âSenator Jonathan Prestonâ.

Â«Was ist?Â» antwortete der Mann, ohne sich umzudrehen.

Â«Eine verschlÃ¼sselte VideoÃ¼bertragung wartet auf sie.Â»

Â«Ok, ich nehme sie hier an. SchlieÃen sie die TÃ¼r, wenn sie gehen.Â»



Der Mann ging langsam zu seinem eleganten dunklen Schreibtisch und setzte sich auf einen weichen, schwarzen Ledersessel. Mit einer automatisch rÃ¼ckte er den Knoten seiner Krawatte zurecht, steckte den OhrhÃ¶rer in sein rechtes Ohr und drÃ¼ckte eine graue Taste unter der ArbeitsflÃ¤che. Ein groÃer, halbdurchsichtiger Monitor sank mit einem leichten FlÃ¼stern von der Decke herab, bis er sanft auf der ArbeitsflÃ¤che des Schreibtischs abgestellt war. Der Mann berÃ¼hrte den Bildschirm und vor ihm erschien das Gesicht von General Campbell.

Â«General, ich sehe mit Freude, dass sie sich nicht mehr im heimatlichen GefÃ¤ngnis befinden.Â»

Â«Senator, wie geht es ihnen? Ich wollte ihnen vor allem fÃ¼r die schnelle und effiziente Befreiungsaktion danken.Â»

Â«Ich denke, dass dies den beiden Personen in ihrem RÃ¼cken zu verdanken ist.Â»

Der General drehte sich instinktiv um und sah den Dicken mit seinem Kumpel, die versuchten, sich von der Webcam aufnehmen zu lassen, wie es Ã¼blicherweise das Publikum machte, das normalerweise hinter einem Journalisten stand, der eine Live-Ãbertragung abgab. Er schÃ¼ttelte leicht die Schultern und sagte dann Â«Sie sind sicher keine FÃ¼chse, aber fÃ¼r bestimmte Arbeiten sind sie wirklich zu gebrauchen.Â»

Â«Gut. Jetzt sagen sie mir alles. Ihr Bericht hÃ¤tte vor mehr als zwÃ¶lf Stunden hier sein mÃ¼ssen.Â»

Â«Sagen wir, dass ich in letzter Zeit etwas âbeschÃ¤ftigtâ warÂ» antwortete der General ironisch. Â«Ich kann ihnen jedoch bestÃ¤tigen, dass ihre Vermutung Ã¼ber die Arbeit von Doktor Hunter richtig war und dass ich dank ihrer Entdeckung persÃ¶nlich bei einem Vorfall dabei sein konnte, der untertrieben unglaublich war.Â»

Der General machte eine kleine Pause, um die Neugier seines GesprÃ¤chspartners noch zu schÃ¼ren und fÃ¼gte dann hinzu Â«Senator, ich weiÃ nicht, wie das geschehen konnte, aber der Fund des berÃ¼hmten âGefÃ¤Ães mit wertvollem Inhaltâ unserer Frau Doktor, muss auf irgendeine Weise ein System aktiviert haben, das auf unseren Planeten nichts weniger als...Â» Er verstummte mit dem Wissen, dass der Satz, den er jetzt sagen wÃ¼rde, etwas Schwierig zu verdauen war, atmete tief ein und sagte dann ohne weiteres ZÃ¶gern Â«ein auÃerirdisches Sternenschiff zu uns geholt hat.Â»

Der Offizier versuchte seinen Blick geradeaus auf den Bildschirm zu richten, um ein Zeichen der VerblÃ¼ffung auf dem Gesicht des Senators zu finden, der aber mit keiner Wimper zuckte. Er stÃ¼tzte nur seinen Ellenbogen auf seinen Schreibtisch und rieb sein Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger und begann dann, es leicht zu zwicken. Dies fÃ¼r einige Sekunden und dann sagte er einfach nur Â«Sie sind also zurÃ¼ckgekommen.Â»

Der General konnte es nicht verhindern, seine Augen Ã¼berrascht zu weiten.

Preston wusste schon alles Ã¼ber die AuÃerirdischen... Wie war das mÃ¶glich?

Der Senator erhob sich langsam von seinem bequemen Sessel, verschrÃ¤nkte die HÃ¤nde hinter dem RÃ¼cken und begann im Kreis um den Schreibtisch zu laufen. Der General und die Mitarbeiter in seinem RÃ¼cken trauten sich nicht, noch etwas zu sagen. Sie schauten sich nur mit zweifelnden Blicken an und warteten geduldig.

PlÃ¶tzlich kehrte Preston zu seinem Schreibtisch zurÃ¼ck, stÃ¼tzte beide HÃ¤nde auf und schaute geradeaus in die Augen des Generals Â«Ihr hattet eine Drohne bei euch. Sagt mir, dass ihr einen Film des Sternenschiffes aufnehmen konntet.Â»

Der General drehte sich auf der verzweifelten Suche nach einer positiven Antwort zu den beiden um, die hinter ihm standen. Der Magere zeigte ein LÃ¤cheln, nahm das Wort an sich und sagte mit vor Stolz geblÃ¤hter Brust Â«NatÃ¼rlich Senator, auch mehr als einen. Ich schicke sie ihnen sofort.Â»

Ohne RÃ¼cksicht zu nehmen, schob er den General zur Seite und spielte, nachdem er die Tastatur vor sich betÃ¤tigt hatte, in einem Fenster auf dem Bildschirm des Senators die Aufnahmen ab, die sie im Camp von Dr. Hunter gemacht hatten.

Preston stÃ¼tzte beide Ellenbogen auf dem Schreibtisch ab, legte das Kinn in seine HÃ¤nde, die zur Faust geballt waren und nÃ¤herte sich so weit wie mÃ¶glich dem Monitor, um keines der Bilder zu verpassen, die vor ihm abgespielt wurden. Zuerst die Nachtaufnahmen des SteinbehÃ¤lters, der im Boden vergraben war und dann die der mysteriÃ¶sen schwarzen SphÃ¤re im Inneren und den Transport derselben in das Laborzelt. Dann Ã¤nderte sich das Szenario. Es war heller Tag. Augenscheinlich auf vier rÃ¶tlichen Lichtstrahlen abgesetzt, die von den vier Ecken eines imaginÃ¤ren Quadrats auf dem Boden ausgingen, zeichnete sich deutlich eine silbrige ringfÃ¶rmige Struktur ab. Alles schien eine Art Pyramidenstumpf zu sein, der verblÃ¼ffend dem Ziqqurat von Ur Ã¤hnelte, den man majestÃ¤tisch im Hintergrund sehen konnte.

Der Senator konnte seine Augen nicht vom Bildschirm abwenden. Als er die beiden AuÃerirdischen sah, die ein menschliches Aussehen hatten, aber sehr viel grÃ¶Ãer und krÃ¤ftiger gebaut waren als der Durchschnitt, die durch die Ãffnung der silberfarbenen Struktur heraustraten und mit breiten Beinen auf die Plattform stiegen, die wohl fÃ¼r den Ausstieg gedacht war, konnte er nur ein Raunen von sich geben und merkte, wie ihm das Herz bis zum Hals stieg.

Der Traum, den er seit seinem Leben verfolgte, hatte sich bewahrheitet. All seine Studien, seine Forschungen und vor allem sein Kapital, das er in dieses Projekt gesteckt hatte, hatten endlich die erhofften Ergebnisse erreicht. Die Beiden auf dem Bildschirm waren wirklich AuÃerirdische, die an Bord ihres supermodernen Sternenschiffes durch den interplanetaren Raum geflogen waren, um wieder auf die Erde zurÃ¼ckzukehren. Jetzt konnte er diejenigen, die ihn immer kritisiert hatten, ins Gesicht sagen, dass seine Berechnungen absolut korrekt waren. Der mysteriÃ¶se zwÃ¶lfte Planet des Sonnensystems existierte wirklich. Sein Orbit kreuzte nach 3.600 Jahre wieder den der Erde und er hatte zwei der Bewohner vor sich, die den âVorbeiflugâ des Planeten nutzten, um uns wieder zu besuchen und erneut unsere Kultur und unsere Leben zu beeinflussen. Es war schon wer weiÃ wie oft in den tausenden von Jahren passiert und jetzt wiederholte sich die Geschichte. Diesmal war aber auch er da und er hÃ¤tte sich diese phantastische Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen.

Â«Sehr gute ArbeitÂ» sagte der Senator zu den Dreien, die ihn erwartungsvoll durch den Bildschirm anschauten. Dann, nachdem er eine komplette Drehung mit dem Sessel gemacht hatte, auf dem er saÃ, fÃ¼gte er hinzu Â«Die Tatsache, dass Sie entdeckt wurden, General, wird die Dinge etwas komplizierter gestalten. Wir werden nicht mehr die MÃ¶glichkeit haben, ein autoritÃ¤res âOhrâ bei der ELSAD zu haben, aber das interessiert uns jetzt auch nicht mehr.Â»

Â«Was meinen Sie damit, Senator?Â»

Â«Jetzt ist es nicht mehr unser Ziel zu erfahren, ob die Annahmen von Dr. Hunter richtig sind oder nicht. Ebenfalls ist auch der Besitz des âwertvollen Inhaltsâ nicht mehr wichtig.Â»

Â«Das auch, weil er alles auÃer wertvoll istÂ» flÃ¼sterte der Dicke.

Â«Wir kÃ¶nnen jetzt direkt die Phase zwei angehenÂ» sagte der Senator und tat so, als hÃ¤tte er die Anmerkung nicht gehÃ¶rt. Â«Vor uns haben wir eine unglaublich moderne Technologie und sie wurde uns auch noch auf einem Silbertablett serviert. Alles was wir tun mÃ¼ssen, ist sie zu nehmen, bevor jemand anderes uns zuvorkommt.Â»

Â«Bitte erlauben Sie, SenatorÂ» antwortete der General schÃ¼chtern. Â«Meine beiden Helfer konnten schon am eigenen Leib erfahren, dass die beiden sympathischen AuÃerirdischen nicht so sehr fÃ¼r eine Zusammenarbeit bereit zu sein scheinen.Â»

Â«Sie kÃ¶nnen ruhig sagen, dass die uns verprÃ¼gelt habenÂ» fÃ¼gte der Dicke hinzu, wÃ¤hrend er sich das Knie massierte.

Â«Ich kann mir schon vorstellen, wie sie es versucht habenÂ» antwortete der Senator mit einem leichten LÃ¤cheln. Â«Habt ihr euch schon gefragt, warum sie das VerhÃ¤ltnis zu Dr. Hunter und Colonel Hudson so liebevoll gepflegt haben?Â»

Â«Ehrlich gesagt, kam uns das schon etwas komisch vorÂ» antwortete der General. Â«Sie haben sich ihnen gegenÃ¼ber verhalten, als ob sie sich seit Ewigkeiten kennen wÃ¼rden.Â»

Â«Ich glaube einfach nur, dass sie viel hÃ¶flicher und freundlicher waren, als Ihr.Â»

Â«Tja, es war nicht gerade so, dass wir mit Samthandschuhen an die Sache rangegangen sind.Â»

Â«Was passiert ist, ist eben passiertÂ» sagte der Senator. Â«Konzentriert euch jetzt lieber auf eure nÃ¤chste Mission. Ihr beide findet den Colonel und seine Freundin. Ich mÃ¶chte, dass ihr sie keinen Moment aus den Augen verliert. Ihr habt die Mittel und das Kapital zur VerfÃ¼gung. Ich werde aber dieses Mal keine Fehler mehr dulden.Â»

Â«Wer sagt ihm jetzt, dass die beiden gerade eine Runde um die Erde ziehen?Â» flÃ¼sterte der Dicke dem Mageren ins Ohr, bevor er einen Schmerzenslaut von sich gab, der ihm durch einen Tritt auf die linke Pobacke entfuhr, den ihm sein Kumpan verpasst hatte.

Â«Sie General werden mich am Flughafen abholen.Â»

Â«Sie kommen persÃ¶nlich her?Â» sagte der MilitÃ¤r Ã¼berrascht.

Â«Ich werde mir dieses Ereignis auf gar keinen Fall entgehen lassen. Wenn das ihre Landungsbasis ist, werden sie dorthin zurÃ¼ckkehren mÃ¼ssen, aber diesmal werden wir ein Empfangskomitee vorbereiten. Ich gebe ihnen dann unterwegs die Anweisungen. Ich wÃ¼nsche Ihnen allen viel ErfolgÂ» und beendete das GesprÃ¤ch.

Der Senator beobachtete noch einige Momente nach der Ãbertragung den Bildschirm, der jetzt eine Reihe spektakulÃ¤rer Bilder der WÃ¼ste Arizonas zeigte, die langsam aufeinander folgten. Dann, als ob er plÃ¶tzlich geweckt worden wÃ¤re, stand er auf, drÃ¼ckte die Taste des Kommunikators auf seinem Schreibtisch und befahl trocken in das integrierte Telefon Â«Bereiten Sie mein Flugzeug vor und rufen Sie meinen Chauffeur.

Ich mÃ¶chte spÃ¤testens in einer Stunde in der Luft sein.Â»


Sternenschiff Theos â Das Geschenk

Â«Wir mÃ¼ssen wieder runterÂ» sagte Colonel Hudson zu den beiden AuÃerirdischen. Â«Ich muss einige TelefongesprÃ¤che fÃ¼hren und ich glaube, dass das von hier aus nicht mÃ¶glich ist.Â»

Â«Da wÃ¤re ich mir nicht so sicherÂ» antwortete Azakis verschmitzt. Â«Wenn unser guter Petri mal richtig loslegt, kann er Dinge tun, die du dir nicht einmal vorstellen kannstÂ» und schlug seinem Freund anerkennend auf die Schulter.

Â«Nur mit der RuheÂ» antwortete Petri und fuchtelte mit den HÃ¤nden in der Luft herum. Â«Bitte definiert mit das Konzept âTelefongesprÃ¤châ.Â»

Etwas verwundert Ã¼ber die augenscheinlich banale Frage, drehte sich Jack zu Elisa um, die die Schultern hob und dann ganz unschuldig auf die Tasche des Colonels zeigte und sagte Â«Zeig ihm dein Handy, oder nicht?Â»

Mit einer schnellen Geste zog Jack sein Smartphone aus der Tasche. Es war schon ein Ã¤lteres Touch-Screen-Modell. Es hatte ihm noch nie gefallen, der absurden Tendenz zu folgen, immer das neueste Modell haben zu mÃ¼ssen. Er zog es vor, in seinen HÃ¤nden ein Instrument zu halten, das er gut kannte, ohne jedes Mal einen Haufen Zeit damit zu verlieren, alle neuen Funktionen lernen zu mÃ¼ssen.

Â«Ich bin kein TechnikerÂ» sagte Jack, wÃ¤hrend er es dem AuÃerirdischen zeigte Â«aber mit diesem Ding kÃ¶nnen wir mit einer anderen Person sprechen, die ein Ã¤hnliches GerÃ¤t besitzt, indem wir einfach nur ihre Nummer mit der Tastatur eingeben.Â»

Petri nahm das Telefon und untersuchte es aufmerksam. Â«Das muss ein Eins zu Eins Ãbertragungssystem sein, das unseren tragbaren Kommunikatoren Ã¤hnelt.Â»

Â«Mit dem einzigen Unterschied,Â» fÃ¼gte Elisa hinzu Â«dass es uns jedes Mal, wenn wir es benutzen, einen Haufen Geld aus der Tasche zieht.Â»

An die begrenzten Sprachkenntnisse denkend, die ihm nicht erlaubten, alle Kommentare voll zu verstehen, entschied sich Petri, die letzte Bemerkung zu vernachlÃ¤ssigen und analysierte weiterhin das Objekt in seinen HÃ¤nden. Â«Ich werde etwas Zeit brauchen, um zu kapieren, wie es funktioniert.Â»

Â«Lass dir ruhig ZeitÂ» kommentierte Elisa entmutigt. Â«Da kommt ja auch kein Planet auf uns zu.Â»

Petri schaute sie verblÃ¼fft an, da er auch diese Bemerkung nicht verstanden hatte und entschied sich, nichts mehr hinzuzufÃ¼gen. Er hob nur die Schultern, ging in das interne Transfertmodul, indem er dann nach wenigen Sekunden verschwand.



Â«Also, vorausgesetzt, dass wir dein Handy von hier aus zum Laufen bringen, wie willst du vorgehen?Â» fragte Elisa, wÃ¤hrend sie verzweifelt versuchte, sich von der SchwÃ¤che wegen des Sauerstoffmangels und den tausend Emotionen der letzten Stunden zu erholen.

Â«Anfangs habe ich daran gedacht, Senator Preston zu kontaktieren, den direkten Vorgesetzten von General Campbell. Da ich aber dieser Person nicht unbedingt vertraue, habe ich mich jedoch entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen, um Kontakt mit dem PrÃ¤sidenten aufzunehmen.Â»

Â«Glaubst du, dass er auch darin verwickelt ist?Â»

Â«Die beiden Gauner haben mit nicht die Wahrheit gesagt. Es gingen GerÃ¼chte um, dass Preston sogar mit wenig vertrauenswÃ¼rdigen Waffenherstellern zu tun hat. Ich kann ihm einfach nicht trauen.Â»

Â«Also?Â»

Â«Also werde ich mich direkt an Admiral Benjamin Wilson wenden. Er war viele Jahre lang die rechte Hand des PrÃ¤sidenten und auch ein sehr guter Freund meines Vaters.Â»

Â«War?Â»

Â«Leider hat mein Vater uns vor fast zwei Jahren verlassen.Â»

Â«Das tut mir leid...Â» flÃ¼sterte Elisa und streichelte sanft seinen linken Arm.

Â«Wilson hat mit auf den Knien geschaukelt, als ich noch ein Kind war. Er ist einer der wenigen Menschen, denen ich blind vertraue.Â»

Â«Ich weiÃ nicht, was ich sagen soll. Auch wenn du ein sehr gutes VerhÃ¤ltnis zu ihm hast, wird es schwierig sein, dass er so eine Nachricht am Telefon schluckt.Â»

Â«Ich kÃ¶nnte ihm auch einige Fotos seiner Stadt von hier oben ausschicken.Â»

Â«Mit unseren KurzstreckensensorenÂ» bemerkte Azakis, der bis jetzt Abseits gestanden war Â«kÃ¶nnen wir ihm sogar sagen, mit welcher Frequenz sein Herz schlÃ¤gt.Â»

Â«Keine Scherze bitteÂ» rief Elisa, indem sie ihre Aussage mit einer Geste unterstrich.

Â«Glaubst du mir nicht? Dann schau her.Â»

Azakis lieÃ mit dem O^COM auf dem Bildschirm das Luftbild des Basislagers von Elisa erscheinen. In wenigen Sekunden vergrÃ¶Ãerte er das Bild, bis man das Laborzelt sehen konnte.

Â«Das was ihr hier seht...Â»

Â«Ist mein ZeltÂ» sagte Elisa, bevor Azakis den Satz beenden konnte.

Â«Genau. Jetzt schaut her.Â»

PlÃ¶tzlich war es, als ob das Zeltdach verschwunden wÃ¤re und man sah genau alle GegenstÃ¤nde im Inneren des Zeltes.

Â«Mein Schreibtisch, meine BÃ¼cher... unglaublich.Â»

Â«Wenn sich jemand im Inneren aufhalten wÃ¼rde, kÃ¶nnte ich euch auch die WÃ¤rme seines Blutkreislaufs zeigen und somit auch seinen Puls berechnen.Â»

Zufrieden mit der ErklÃ¤rung, die er ihnen gegeben hatte, begann der AuÃerirdische stolz durch das Zimmer zu gehen.

PlÃ¶tzlich hatte der Colonel, der sich von seiner VerblÃ¼ffung noch nicht richtig erholt hatte, eine Eingebung und sagte zweifelnd Â«Wie âwenn jemand da wÃ¤reâ? Es muss jemand da sein. Wo zum Teufel sind die beiden Gefangenen?Â»

Elisa nÃ¤herte sich dem Bildschirm, um besser sehen zu kÃ¶nnen. Â«Vielleicht haben sie sie woanders hingebracht. KÃ¶nnen wir den Rest des Camps auch sehen?Â»

Â«Kein Problem.Â»

In wenigen Sekunden zeigte Azakis eine Ãbersicht des Camps. Die Sensoren suchten Ã¼berall, aber von den beiden keine Spur.

Â«Sie mÃ¼ssen abgehauen seinÂ» sagte der Colonel lakonisch. Â«Das heiÃt, dass sie uns sicher bald wieder am Hals hÃ¤ngen. Zum GlÃ¼ck wurde der General von meinen MÃ¤nnern in Sicherheit gebracht. Die drei zusammen wÃ¤ren in der Lage wieder etwas Teuflisches auszuhecken.Â»

Â«Macht nichtsÂ» sagte Elisa. Â«Wir haben jetzt grÃ¶Ãere Probleme, um die wir uns kÃ¼mmern mÃ¼ssen.Â»

Er hatte den Satz noch nicht beendet, als sich die TÃ¼r des internen Kommunikationsmoduls Nummer drei Ã¶ffnete. Eine attraktive Frau verlieÃ mit weichen und sinnlichen Schritten das Modul. Sie hatte eine Art durchsichtige Schale in der Hand, auf der sich verschiedene farbige BehÃ¤lter befanden.

Â«Ladies and GentlemanÂ» sagte Azakis pompÃ¶s, wobei er

sein allerbestes LÃ¤cheln aufsetzte. Â«Ich stelle ihnen den faszinierendsten Kursoffizier der ganzen Galaxie vor.Â»

Jack, dem der Kiefer wegen der Ãberraschung heruntergefallen war, konnte nur ein Einfaches âGuten Tagâ stottern bevor er einen Ellenbogen genau zwischen der zehnten und elften Rippe auf der rechten Seite verspÃ¼rte.

Â«Willkommen an BordÂ» sagte sie in einem unsicheren Englisch. Â«Ich denke ihr habt Hunger. Ich habe euch etwas zu Essen gebracht.Â»

Â«Danke, sehr freundlichÂ» antwortete Elisa zickig, wÃ¤hrend ihr Blick ihren Mann wie ein Blitz traf.

Die Frau gab keine weiteren Kommentare ab. Sie stellte die Schale auf eine Unterlage links von ihnen, lieÃ ihr Gesicht mit einem glÃ¤nzenden LÃ¤cheln leuchten und verschwand nach wenigen Sekunden wieder im selben Modul, aus dem sie gekommen war.



Â«HÃ¼bsch oder nicht?Â» kommentierte Azakis und schaute dabei den Colonel an.

Â«HÃ¼bsch? Wer? Von was redest du?Â» antwortete Jack in der Erinnerung des vorher erhaltenen Schlags schnell.

Azakis brach in GelÃ¤chter aus und bat die beiden dann, sich zu setzen.

Â«Was ist das denn fÃ¼r ein Zeug?Â» murmelte Elisa wenig elegant und roch an den verschiedenen Speisen.

Â«NebirleberÂ» listete der AuÃerirdische auf Â« Hanukrippchen und gekochte Hermeswurzeln mit einem, sagen wir âenergiespendendenâ GetrÃ¤nk.Â»

Â«Im Restaurant Masgouf war das ganz andersÂ» kommentierte Elisa lakonisch. Â«Ich habe aber Hunger wie ein Wolf und ich denke, dass ich etwas davon probieren werde.Â»

Sie nahm ein StÃ¼ck Rippe mit den HÃ¤nden und begann es bis zum Knochen abzuknabbern. Â«Dieses Zeug wird uns hoffentlich keine Magenprobleme ohne Ende bereiten, oder Zak? Probiere du auch, Schatz. Der Geschmack ist am Anfang ungewohnt, aber wirklich nicht schlecht.Â»

Der Colonel, der Elisa erschrocken ansah, wÃ¤hrend die haltlos die fremdartigen Speisen verschlang, die auf der Schale lagen, raunte nur Â«Nein, nein danke. Ich habe keinen Hunger.Â»

Seine Aufmerksamkeit wurde jedoch von der Fremdartigkeit der Schale und der BehÃ¤lter, die als Teller dienten, abgelenkt. Er nahm einen leuchtend roten BehÃ¤lter und versuchte, die Konsistenz zu erspÃ¼ren. Er war fremdartig und wirklich kalt. KÃ¤lter als er hÃ¤tte sein dÃ¼rfen und trotzdem waren die darin enthaltenen Speisen kochend heiÃ. Mit der Fingerspitze fuhr er Ã¼ber die gesamte OberflÃ¤che. Er war unglaublich glatt. Sie schien weder aus Metall, noch aus Kunststoff zu sein. Andererseits, wie hÃ¤tte es auch aus Kunststoff sein kÃ¶nnen? Sie benutzten diesen Stoff fÃ¼r andere Dinge. Das einzig komische war, dass er trotz der Perfektion der OberflÃ¤chenbearbeitung, keine Spiegelungen aufwies. Das Licht wurde von dem mysteriÃ¶sen Material verschlungen. Er nÃ¤herte sein Ohr an die glatte OberflÃ¤che und begann, mit dem KnÃ¶chel des Mittelfingers, leicht auf die OberflÃ¤che zu klopfen. Unglaublicher Weise gab der BehÃ¤lter keinen Ton von sich. Es war, als ob man an einen groÃen Wattebausch klopfen wÃ¼rde.

Â«Aus was fÃ¼r einem Material sind denn diese GegenstÃ¤nde?Â» fragte er Ã¤uÃerst neugierig. Â«Und der SpeisenbehÃ¤lter? Er scheint aus demselben Material zu sein.Â»

Ãberrascht wegen der komischen Frage nÃ¤herte sich Azakis der Schale. Er nahm einen anderen, blassgrÃ¼nen BehÃ¤lter und hob ihn auf AugenhÃ¶he an.

Â«In Wirklichkeit, ist das kein echtes âMaterialâ.Â»

Â«Wie meinst du das? Was mÃ¶chtest du damit sagen?Â»

Â«Was benutzt ihr, um GegenstÃ¤nde, Speisen, FlÃ¼ssigkeiten oder Substanzen aufzubewahren?Â»

Â«Nun, normalerweise benutzen wir Pappschachteln oder Holz, um Materialien zu transportieren. Um Speisen zu reichen, benutzen wir MetalltÃ¶pfe, Keramikteller und GlÃ¤ser. Zum Transportieren oder Aufbewahren von Lebensmitteln und FlÃ¼ssigkeiten benutzen wir normalerweise KunststoffbehÃ¤lter verschiedenster Formen.Â»

Â«Kunststoff? Reden wir vom selben Kunststoff, an dem wir interessiert sind?Â» fragte Azakis verblÃ¼fft.

Â«Genau dasÂ» antwortete der Colonel. Â«In Wirklichkeit ist Kunststoff zu einem der grÃ¶Ãten Umweltprobleme unseres Planeten geworden. Ihr selbst habt ja gesagt, dass ihr Ã¼berall Unmengen gefunden habt.Â» Er machte eine kurze Pause und fÃ¼gte hinzu Â«Das ist auch der Grund, warum euer Angebot, es zu nehmen, uns so sehr interessiert. Wir wÃ¼rden so eine LÃ¶sung fÃ¼r ein enormes Problem gefunden haben.Â»

Â«Wenn ich es also richtig verstanden habe, benutzt ihr Kunststoff als BehÃ¤lter und dann werft ihr es ohne Umschweife einfach weg, wodurch jeder Winkel eures Planeten verschmutzt wird?Â»

Â«GenausoÂ» antwortete Jack immer verlegener.

Â«Das ist ja verrÃ¼ckt, absolut absurd. Ihr vergiftet euch mit euren eigenen HÃ¤nden.Â»

Â«Naja, wenn du noch den Smog unserer Fortbewegungsmittel, unserer Fabriken und der Energieerzeugung hinzuzÃ¤hlst, konnten wir sogar schon schlimmeres anstellen. Wobei wir noch nicht von den radioaktiven AbfÃ¤llen reden, Ã¼ber die wir nicht einmal wissen, wie man sie am besten entsorgen kann.Â»

Â«Ihr seid verantwortungslose Irre. Ihr zerstÃ¶rt den schÃ¶nsten Planeten des ganzen Sonnensystems. Aber leider tragen wir auch einen Teil der Schuld.Â»

Â«Wieso eure?Â»

Â«Naja, wir haben eure DNA vor hunderten von Jahren verÃ¤ndert. Wir haben euch eine hÃ¶here Intelligenz verliehen, als allen anderen Lebewesen der Erde und wie habt ihr sie genutzt?Â»

Â«Wir haben sie benutzt, um den Planeten in den Ruin zu treiben.Â» Jack sprach mit gesenktem Kopf, wie ein SchÃ¼ler, der von der Lehrerin getadelt wurde, weil er seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Â«Jetzt seid ihr aber zurÃ¼ckgekehrt. Ich hoffe wirklich, dass ihr uns dabei helfen kÃ¶nnt, die von uns verursachten SchÃ¤den zu beheben.Â»

Â«Ich glaube nicht, dass das so einfach istÂ» sagte Azakis immer verstimmter. Â«Dank der Analyse, die Petri Ã¼ber den Zustand eurer Ozeane gemacht hat, konnten wir ermitteln, dass ihr Fischbestand seit dem letzten Mal, als wir hier waren, mehr als achtzig Prozent zurÃ¼ckgegangen ist. Wie konnte das passieren?Â»

Jack wÃ¤re am liebsten im Boden versunken, wenn er es gekonnt hÃ¤tte. Â«Es gibt keine EntschuldigungenÂ» konnte er nur leise sagen. Â«Wir sind eine Horde hochmÃ¼tiger, arroganter, prahlerischer und geist-und hirnloser Lebewesen.Â»



Elisa, die sich ruhig alle VorwÃ¼rfe von Azakis angehÃ¶rt hatte, schluckte das letzte StÃ¼ck Nebirleber herunter, wischte sich den Mund mit dem HandrÃ¼cken ab und sagte dann Â«Wir sind aber wirklich nicht alle so, weiÃt du?Â»

Der AuÃerirdische schaute sie Ã¼berrascht an, aber sie fuhr fort Â«Es sind die sogenannten âMÃ¤chtigenâ, die uns an diesen Punkt gebracht haben. Die meisten der normalen Menschen kÃ¤mpft jeden Tag fÃ¼r den Umweltschutz und alle Lebensformen auf unserem geliebten Planeten. Es ist einfach, aus einer Entfernung von Millionen von Kilometern und nach tausenden von Jahren wieder her zu kommen und uns VorwÃ¼rfe zu machen. Ihr habt uns vielleicht die Intelligenz verliehen, aber ihr habt uns nicht einmal eine Art Handbuch zurÃ¼ckgelassen, wie wir sie nutzen sollen!Â»

Jack schaute sie an und wusste, dass er sein Herz komplett an diese Frau verloren hatte.

Azakis stand mit offenem Mund da. Er hatte solch eine Reaktion sicher nicht erwartet. Elisa dagegen, fuhr ungerÃ¼hrt fort Â«Wenn ihr uns wirklich helfen wollt, mÃ¼sst ihr uns so schnell wie mÃ¶glich all eure technologischen, medizinischen und wissenschaftlichen Kenntnisse zur VerfÃ¼gung stellen, da ihr sicher nicht lange auf diesem schrecklichen Planeten bleiben werdet.Â»

Â«Ok, ok. Reg dich doch nicht so aufÂ» versuchte Azakis sie zu beruhigen. Â«Ich denke doch, dass wir uns euch ohne zu ZÃ¶gern zur VerfÃ¼gung gestellt haben, um euch zu helfen, oder etwa nicht?Â»

Â«Ja, du hast Recht. Entschuldige. Ihr hÃ¤ttet ja auch euren Kunststoff nehmen kÃ¶nnen und wieder dahin zurÃ¼ckkehren, von wo ihr gekommen seid ohne Hallo zu sagen und stattdessen seid ihr hier und riskiert euer Leben zusammen mit uns.Â»

Elisa bereute den Ausbruch, dem sie freien Lauf gelassen hatte. Also sagte sie frÃ¶hlich, um alles etwas herunter zu spielen Â«Das Essen war aber wirklich lecker.Â» Dann nÃ¤herte sie sich dem AuÃerirdischen und schaute ihn von unten nach oben an Â«Verzeih mir, ich hÃ¤tte das nicht sagen sollen.Â»

Â«Kein Problem, ich kann das verstehen und um dir zu beweisen, dass ich dir nicht bÃ¶se bin, schenke ich dir dies.Â»

Elisa streckte die offene Hand aus und Azakis lieÃ ein winziges dunkles Objekt in ihre Hand fallen.

Â«Danke, aber was ist das?Â» fragte sie neugierig.

Â«Es ist die LÃ¶sung eurer Probleme mit dem Kunststoff.Â»


Nasiriya â Das Abendessen

Nachdem der Senator das GesprÃ¤ch so plÃ¶tzlich abgebrochen hatte, schauten die drei noch eine Weile auf den Bildschirm, der abstrakte mehrfarbige Zeichnungen zeigte, die ineinander Ã¼bergingen.

Â«Und was machen wir jetzt?Â» unterbrach der groÃe Magere und unterbrach diese Art kollektive Hypnose.

Â«Ich hÃ¤tte da eine IdeeÂ» antwortete der Dicke. Â«Es ist schon eine Weile her, dass wir was gegessen haben und ich sehe Ã¼berall nur noch Hamburger.Â»

Â«Und wo glaubst du, dass wir jetzt einen Hamburger finden?Â»

Â«Ich weiÃ es nicht. Ich weiÃ nur, dass ich ohnmÃ¤chtig werde, wenn ich nicht sofort etwas zwischen die ZÃ¤hne bekomme.Â»

Â«Du Armer, jetzt wird er ohnmÃ¤chtigÂ» kommentierte der Magere mit Kinderstimme. Dann Ã¤nderte sich sein Ton Â«Mit all dem Vorrat, der um deine Rippen liegt, kÃ¶nntest du einen Monat fasten.Â»

Â«Ok, hÃ¶rt jetzt mit dem BlÃ¶dsinn aufÂ» sagte der General trocken. Â«Wir mÃ¼ssen einen Plan ausarbeiten.Â»

Â«Ich kann aber mit leerem Magen nicht richtig denkenÂ» sagte enttÃ¤uscht der Dicke.

Â«Also gutÂ» rief Campbell und hob die HÃ¤nde als Zeichen der Aufgabe. Â«Gehen wir was essen. Den Plan arbeiten wir am Tisch aus. Wir haben ja noch Zeit, bevor der Senator hier ankommt.Â»

Â«Das ist ein Wort, GeneralÂ» rief der Dicke zufrieden. Â«Ich kenne da ein ganz gutes Lokal, wo sie einen phantastischen Hammeleintopf mit Kartoffeln, Karotten und Erbsen mit Currysauce machen.Â»

Â«Ich muss sagen, dass ich durch diese detaillierte Beschreibung auch etwas Hunger bekommen habeÂ» sagte der Magere und rieb sich die HÃ¤nde.

Â«Also gut, ihr habt mich Ã¼berzeugtÂ» fÃ¼gte der General hinzu und erhob sich von seinem Stuhl. Â«Gehen wir, aber ohne dass wir uns erwischen lassen. Auch wenn ich sicher bin, dass sie es noch nicht entdeckt haben, bin ich auf jeden Fall ein FlÃ¼chtiger.Â»

Â«Wir beide doch auch, oder nicht?Â» antwortete der Magere. Â«Wir sind aus dem Camp geflÃ¼chtet und die suchen uns bestimmt Ã¼berall. Am besten ist es, wenn wir uns deswegen nicht verrÃ¼ckt machen.Â»



Nach wenigen Minuten fuhr ein dunkler Wagen mit den drei verdÃ¤chtigen Personen lÃ¤ngs der halbleeren StraÃen durch die Stadt und hinterlieÃ eine feine Staubwolke.

Â«Wir sind da, hier ist esÂ» rief der Dicke, der auf dem RÃ¼cksitz saÃ. Â«Es ist schon etwas spÃ¤t, aber ich kenne den Besitzer. Es wird keine Probleme geben.Â»

Der magere Typ am Steuer suchte einen versteckten Platz, wo er das Auto parken konnte. Er fuhr um den Block und dann unter ein baufÃ¤lliges Dach einer verlassenen HÃ¼tte. Er stieg schnell aus dem Wagen aus und beobachtete misstrauisch sein Umfeld. Da war niemand.

Er ging um den Wagen herum und Ã¶ffnete dem Beifahrer die TÃ¼r Â«Alles ruhig, General. Wir kÃ¶nnen gehen.Â»

Der Dicke stieg ebenfalls aus dem Wagen und ging schnell zum Haupteingang des Lokals. Er wollte den TÃ¼rgriff drehen, aber nichts. Die TÃ¼r war verschlossen, aber das Licht brannte noch. Also versuchte er durch das Fenster zu sehen, aber ein dicker Vorhang verhinderte, dass er etwas erkennen konnte. Ohne Zeit zu verlieren, klopfte er dann energisch an und hÃ¶rte nicht auf, bis er einen Mann mit schwarzen lockigen Haaren sah, der hinter dem Vorhang hervorlugte.

Â«Wer zum Teufel...Â» hatte er mit irritiertem Ton begonnen, aber als er seinen fÃ¼lligen Freund erkannte, beendete er den Satz nicht und Ã¶ffnete die TÃ¼r.

Â«Ah, du bist es. Was machst du hier um diese Zeit? Und wer sind die Herren?Â»

Â«Hey, alter Gauner, wie geht's? Das sind zwei meiner Freunde und wir haben wirklich Hunger.Â»

Â«Das Lokal ist aber geschlossen, ich habe schon die KÃ¼che geputzt und wollte gerade gehen.Â»

Â«Denkst du, dass dieser andere Freund hier besser Ã¼berzeugen kann als ichÂ» und er wedelte mit einem Hundertdollarschein vor seiner Nase.

Â«Nun, ehrlich gesagt... Er weiÃ wie es gehtÂ» antwortete der Mann, nahm dem Dicken schnell den Geldschein aus der Hand und steckte ihn in seine Hemdtasche. Â«Bitte, kommt nur hereinÂ» fÃ¼gte er hinzu, wÃ¤hrend er die TÃ¼r weit Ã¶ffnete und eine leichte Verbeugung andeutete. Nachdem sich die drei kurz noch einmal versicherten, dass sie nicht beobachtet wurden, gingen sie nacheinander in das kleine Restaurant.



Das Lokal bestand aus zwei RÃ¤umen und schien nicht sehr gepflegt zu sein. Der Boden bestand aus rauen dunklen Steinen. Im grÃ¶Ãeren Raum waren drei niedrige runde Tische, von denen einer auf einem verblassten Teppich stand, von ebenfalls sehr verbrauchten Kissen umgeben. Im anderen Raum hatten die MÃ¶bel einen westlicheren Stil und er schien auch âintimerâ zu sein. GroÃe VorhÃ¤nge in warmen Farben bedeckten die Wand. Die Beleuchtung war gedÃ¤mpft und das Ambiente war sehr viel angenehmer. Zwei kleine Tische waren schon gedeckt und bereit fÃ¼r die Kunden am nÃ¤chsten Tag. Auf jedem befand sich eine dunkelgrÃ¼ne Tischdecke mit verschiedenen Stickereien, Servietten in derselben Farbe, Unterteller aus heller Keramik mit Silberrand, Gabeln links, LÃ¶ffel und Messer rechts und in der Mitte eine lange dunkelgelbe Kerze, die von einem Kerzenhalter aus schwarzem Stein gehalten wurde.



Â«KÃ¶nnen wir dort hingehen?Â» fragte der dicke Typ, wÃ¤hrend er mit der rechten Hand auf den kleinen Raum zeigte.

Ohne zu antworten, lief der gelockte Mann zum Raum, stellte die beiden Tische zueinander, rÃ¼ckte die StÃ¼hle zurecht und sagte, nachdem er eine Verbeugung und eine Geste gemacht hatte Â«Bitte sehr meine Herren, so wird es gemÃ¼tlicher sein.Â»

Die drei setzten sich an den Tisch und der Dicke sagte Â«Bitte bereite uns deine SpezialitÃ¤t zu und bring uns schon mal drei Bier.Â» Dann, ohne ihm die MÃ¶glichkeit fÃ¼r eine Antwort zu geben, fÃ¼gte er hinzu Â«Mach keinen Mist. Ich weiÃ, dass du irgendwo verschiedene Kassetten versteckt hast.Â»



Der General wartete, bis der Besitzer des Lokals in der KÃ¼che verschwunden war und begann die Konversation von vorher zu kommentieren. Â«Der Senator ist skrupellos. Wir mÃ¼ssen sehr vorsichtig bei ihm sein. Wenn etwas schiefgeht, wÃ¼rde er keine Sekunde zÃ¶gern, jemanden zu beauftragen, uns um die Ecke zu bringen.Â»

Â«Na KlasseÂ» antwortete der Dicke. Â«Es sieht so aus, als ob uns alle irrsinnig lieben wÃ¼rden, oder?Â»

Â«Versuchen wir, unsere Arbeit so gut wie mÃ¶glich zu machen und uns wird nichts passierenÂ» kommentierte der Magere, der bis jetzt geschwiegen hatte. Â«Ich kenne diese Leute sehr gut. Wenn wir keine Probleme machen und alles tun, was und befohlen wird, geht alles glatt und jeder wird seine verdiente Belohnung bekommen.Â»

Â«Ja, und eine Kugel in die StirnÂ» kommentierte der Dicke unterdrÃ¼ckt.

Â«Komm, sei nicht immer so pessimistisch. Bis jetzt ist doch immer alles gut gegangen oder nicht?Â»

Â«Ja, bis jetzt.Â»



In der Zwischenzeit sprach der Lokalbesitzer leise auf Arabisch am Telefon Â«Ich sag's dir doch, er ist es.Â»

Â«Das scheint mir unglaublich zu sein, dass er zu dir ohne Begleitschutz gekommen ist.Â»

Â«Er ist mit zwei weiteren Typen gekommen. Einen kenne ich sehr gut und ich bin mir sicher, dass er irgendeiner komischen Organisation angehÃ¶rt, die irgendwie mit ihm zu tun hat.Â»

Â«Kannst du ein Foto machen und es mir schicken? Ich will hier kein HÃ¶llenfeuer entfachen und dann merken, dass es eine Verwechslung gewesen ist.Â»

Â«OK, ich schau, was ich machen kann. Gib mir einige Minuten.Â»

Der Mann beendete das GesprÃ¤ch, aktivierte den Fotoapparat seines Handys, steckte es so in die Hemdtasche, dass das Objektiv leicht herauslugte und nahm ein Tablett aus Aluminium, auf das er drei groÃe GlÃ¤ser stellte. Er Ã¶ffnete drei Bierflaschen und stellte sie neben die GlÃ¤ser. Er hob das Tablett mit der rechten Hand an, atmete tief ein und ging zum Tisch seiner drei GÃ¤ste.

Â«Ich hoffe, dass sie diese Marke mÃ¶genÂ» sagte er, wÃ¤hrend er die GetrÃ¤nke servierte. Â«Leider haben wir nicht viel Auswahl. Die Gesetze in Bezug auf alkoholische GetrÃ¤nke sind hier sehr streng.Â»

Â«Ja, ja, mach dir keine SorgenÂ» sagte der Dicke, nahm eine Flasche und fÃ¼llte sein Glas mit Schaum.

Der Mann positionierte sich dann sehr unauffÃ¤llig vor dem General, nahm das Glas, neigte es leicht und schenkte geschickt fast die halbe Flasche in das Glas ein. Dasselbe machte er beim mageren Typ und sagte Â«So geht das. Muss euch Amerikanern ein armer Iraker beibringen wie man ein Bier einschenkt?Â»

Die drei GÃ¤ste brachen in GelÃ¤chter aus und sie hoben die GlÃ¤ser und prosteten sich zu, wobei sie die GlÃ¤ser aneinander klirren lieÃen.

Der Besitzer, der sich wieder verbeugte, zog sich wieder in die KÃ¼che zurÃ¼ck. Sobald er die Schwelle Ã¼bertreten und sich Ã¼berzeugt hatte, dass niemand zu ihm hersah, kontrollierte er sein Handy, um die Aufnahme zu Ã¼berprÃ¼fen. Die Bilder zitterten etwas, aber das Gesicht von General Campbell war gut zu sehen. Er schickte den Film an die Nummer, die er vorher angerufen hatte und wartete geduldig. Es verging keine Minute, als eine leichte Vibration des Telefons ein ankommendes GesprÃ¤ch meldete.

Â«Er ist esÂ» sagte die Stimme am anderen Ende. Â«SpÃ¤testens in einer Stunde sind wir dort. Lass sie auf keinen Fall gehen.Â»

Â«Sie sind gerade erst angekommen und haben noch nicht mit dem Essen angefangen. Ihr habt alle Zeit der WeltÂ» und er legte auf.


Sternenschiff Theos â Der Admiral

Elisa beobachtete noch immer das fremdartige Objekt, das Azakis in ihr Hand hatte fallen lassen, als sich die TÃ¼r des internen Kommunikationsmoduls sechs Ã¶ffnete. Petri trat, das Handy des Colonels in der Hand, mit einer zufriedenen Miene heraus.

Â«Ich hab's geschafftÂ» rief er Â«oder wenigstens hoffe ich das.Â» Er nÃ¤herte sich schnell den dreien, die in der Mitte der KommandobrÃ¼cke standen Â«Es ist ein sehr antiquiertes System, aber ich glaube, dass ich das Funktionsprinzip gefunden habe. Ich habe mich an einen von den Satelliten gekoppelt, die mit einem niedrigeren Orbit als unserem um den Planeten kreisen und ich glaube, dass es jetzt mÃ¶glich ist, zu âtelefonierenâ.Â»

Â«Du bist klasse mein FreundÂ» rief Azakis. Â«Ich habe nicht daran gezweifelt, dass du es schaffst.Â»

Â«Bevor wir uns zu frÃ¼h freuen, kontrollieren wir lieber, ob es wirklich funktioniertÂ» sagte Jack, und nahm dem AuÃerirdischen das Handy aus der Hand. Der Colonel schaute sich den Bildschirm an und sagte verwundert Â«Unglaublich, drei Signalbalken.Â»

Â«Versuch esÂ» sagte Elisa ganz aufgeregt.

Jack durchsuchte schnell seine Kontakte und fand die Nummer von Admiral Wilson. Bevor er wÃ¤hlte, kamen ihm jedoch Zweifel und er fragte Â«Ob er jetzt vielleicht in Washington ist?Â»

Â«Es mÃ¼sste jedenfalls zwei Uhr dreiÃig am Nachmittag seinÂ» antwortete Elisa, nachdem sie auf ihre Armbanduhr geschaut hatte.

Â«Ok, dann versuch ich es.Â» Jack atmete tief ein und drÃ¼ckte die Taste âENTERâ. Das Telefon klingelte. Unglaublich...

Er wartete geduldig und erst nach dem siebten Rufton antwortete eine tiefe Stimme Â«Admiral Benjamin Wilson, wer ist da?Â»

Â«Admiral. Ich bin Colonel Jack Hudson. HÃ¶ren sie mich?Â»

Â«NatÃ¼rlich mein Sohn, klar und deutlich. Es ist schÃ¶n deine Stimme nach so langer Zeit wieder zu hÃ¶ren. Ist alles in Ordnung?Â»

Â«Admiral... Ja, ja Danke...Â» Jack war verlegen und wusste wirklich nicht, wo er anfangen sollte. Â«Ich stÃ¶re sie wegen einer sehr dringenden und wirklich unglaublichen Angelegenheit.Â»

Â«Mein Gott Junge, lass mich nicht vor Neugier platzen. Was zum Teufel ist denn los?Â»

Â«Nun, das ist nicht einfach zu erklÃ¤ren. Sie vertrauen mir, richtig?Â»

Â«NatÃ¼rlich, was fÃ¼r eine Frage.Â»

Â«Das, was ich ihnen jetzt sagen werde, kÃ¶nnte ihnen absurd vorkommen, aber ich kann ihnen versichern, dass es die absolute Wahrheit ist.Â»

Â«Jack, wenn du mir jetzt nicht sofort sagst, was los ist, kÃ¶nnte mein armes altes Herz aufhÃ¶ren zu schlagen.Â»

Â«Ok.Â» Der Colonel machte eine kleine Pause und sagte dann in einem Zug Â«Ich befinde mich in diesem Moment im Orbit um die Erde. Ich bin auf einem auÃerirdischen Sternenschiff und habe schreckliche Neuigkeiten, die ich direkt dem PrÃ¤sidenten der Vereinigten Staaten mitteilen muss. Sie sind die einzige Person, der ich vertraue und die mich mit ihm in Kontakt bringen kann. Ich schwÃ¶re ihnen auf das Grab meines Vaters, dass dies kein Scherz ist.Â»

Es vergingen unendliche Sekunden, in denen kein Ton aus dem Lautsprecher des Telefons kam. Einen Moment dachte Jack, dass der Admiral vielleicht einen Schlag bekommen hÃ¤tte. Dann sagte die rauchige Stimme am anderen Ende Â«Und du rufst mich jetzt wirklich von da oben aus an? Und wie zum Teufel geht das?Â»

Wilson ist eine unglaubliche Person. Statt sich Ã¼ber die AuÃerirdischen zu sorgen, fragt er sich, wie ich das Telefon von hier aus benutzen kann... Phantastisch...



Â«Mit ihrer Technologie konnte ich eine Art Verbindung mit einem Telekommunikationssatelliten herstellen. Ich kann ihnen nicht mehr sagen.Â»

Â«AuÃerirdische. Von wo kommen die denn? Und was wÃ¤re diese imminente Katastrophe? Und warum sollen die gerade dich mitgenommen haben?Â»

Â«Admiral, das ist eine lange Geschichte und ich hoffe wirklich, dass ich noch die Zeit habe, sie ihnen zu erzÃ¤hlen, aber jetzt ist es das wichtigste, dass sie mich so schnell wie mÃ¶glich mit dem PrÃ¤sidenten in Kontakt bringen.Â»

Â«Mein Junge, ich vertraue dir blind, aber damit der PrÃ¤sident mir so eine Story abnimmt, benÃ¶tige ich schon etwas mehr als ein einfaches Telefonat.Â»

Â«Das dachte ich mir und das scheint mir auch plausibel zu seinÂ» fuhr Jack fort. Â«Und wenn ich ihnen sagen wÃ¼rde, dass sie gerade jetzt auf einem dunkelbraunen Sessel sitzen und eine Kopie der New York Times auf ihren Knien liegt, wÃ¤ren dann meine Behauptungen glaubhafter?Â» Petri hatte die Koordinaten des Admirals mit Hilfe des Telefonsignals finden kÃ¶nnen, die Theos direkt Ã¼ber der Stadt positioniert, die Kurzstreckensensoren aktiviert und direkt auf die Emissionsquelle ausgerichtet.

Â«Zum Teufel noch malÂ» rief der Admiral und stand ruckartig auf, wobei die Zeitung auf den Boden fiel. Â«Wie konntest du das nur wissen? Hier kann es keine versteckten Kameras geben. Mein BÃ¼ro wird jeden Tag kontrolliert und in Ordnung gebracht.Â»

Â«Nun, das womit ich sie ansehe ist nicht wirklich eine âTelekameraâ. Sagen wir, dass es ein absolut unglaubliches Sichtsystem ist. Wir befinden und 50.000 Kilometer von der Erde entfernt und ich kÃ¶nnte ihre Zeitung von hier aus ohne Probleme lesen. Ich kÃ¶nnte ihnen sogar mitteilen, in welchem Rhythmus ihr Herz gerade schlÃ¤gt.Â»

Â«Du machst Scherze, oder?Â»

Jack schaute zu Petri hinÃ¼ber, der sofort den Ansichtsmodus Ã¤nderte.

Der Admiral erschien jetzt wie eine rÃ¶tliche Statur mit verschiedenen Farbabstufungen von gelb bis dunkelgrau. Oben rechts auf dem Bildschirm erschienen einige Nummern. Jack las sie und sagte Â«Ihr Herz schlÃ¤gt mit einem Puls von achtundneunzig pro Minute und ihr Blutdruck liegt bei 135/90 mmHg.Â»

Â«Ja, ich weiÃ, ist ein bisschen hoch. Ich nehme auch Medikamente, um ihn unter Kontrolle zu halten, aber es klappt nicht. Das Alter, weiÃt du...Â» Dann Ã¼berlegte er einen Moment und sagte Â«Das ist ja alles absolut unglaublich und verblÃ¼ffend. Glaubst du, dass du dasselbe auch mit dem PrÃ¤sidenten machen kannst?Â»

Â«Ich denke schonÂ» antwortete Jack uns suchte die BestÃ¤tigung mit einem Blick zu Petri, der nur leicht nickte.

Â«Kannst du mir wenigstens andeuten, was uns passieren wird? Da sie von wer weiÃ woher gekommen sind, um es uns mitzuteilen, muss es sich ja um einen wirklich verdammt ernsten Vorfall handeln.Â»

Â«Ok, ich denke, dass es richtig ist, dass sie es erfahren.Â»

Elisa ermutigte ihn mit Gesten und komischen Grimassen, fortzufahren.

Â«Ihr Planet nÃ¤hert sich sehr schnell dem unseren. Einer seiner Satelliten, Kodon genauer gesagt, wird in weniger als sieben Tagen an uns vorbeikommen und eine Reihe von katastrophalen Auswirkungen auf unseren Planeten haben. Sogar unser Orbit und der des Mondes kÃ¶nnen beeintrÃ¤chtigt werden. Auf unserem Planeten kÃ¶nnen Tsunamis die LÃ¤nder Ã¼berfluten und das Wasser kÃ¶nnte Millionen und aber Millionen Menschen einfach wegfegen. Alles zusammengefasst, eine Katastrophe.Â»

Der Admiral war sprachlos. Er lieÃ sich schwer auf seinen braunen Sessel fallen und konnte nur noch flÃ¼stern Â«Das hat gerade noch gefehlt.Â»

Â«Ehrlich gesagt, sind unsere Freunde hier bereit, uns ein System zur VerfÃ¼gung zu stellen, das die meisten der verheerenden Auswirkungen begrenzen kann, aber es ist ein sehr gefÃ¤hrliches und noch nie getestetes Verfahren. AuÃerdem, auch wenn alles gut gehen sollte, werden wir die Auswirkungen nicht unbeschadet Ã¼berstehen. Ein Teil des planetaren Einflusses kann, auch wenn nur gering, nicht verhindert werden. Daher mÃ¼ssen wir uns vorbereiten, um die SchÃ¤den und Verluste auf ein Minimum zu begrenzen.Â»

Â«Mein JungeÂ» antwortete der Admiral klÃ¤glich. Â«Ich glaube, dass der PrÃ¤sident sofort alles erfahren muss, was du mir erzÃ¤hlt hast. Ich hoffe nur, fÃ¼r dich und mich, dass dies kein Scherz ist, weil keiner von uns beiden davonkommen wÃ¼rde, auch wenn ich tief in meinem Herzen hoffe, dass es einer ist. Vielleicht bin ich auch nur auf meinem Sessel eingeschlafen und werde in KÃ¼rze aufwachen und merken, dass dies nichts weiter als ein schrecklicher Albtraum ist.Â»

Â«Das wÃ¤re mir auch liebe, Admiral. Leider ist dies aber kein schlechter Traum, sondern die nackte und grausame Wahrheit. Ich vertraue Ihnen, dass sie diese Nachricht dem PrÃ¤sidenten Ã¼bermitteln.Â»

Â«Ok. Lass mir nur etwas Zeit, um den richtigen Weg zu finden. Wie kann ich dich erreichen?Â»

Â«Ich denke, dass es genÃ¼gt, wenn sie mich unter dieser Nummer anrufen.Â» sagte Jack, wÃ¤hrend er Petri ansah, der etwas unsicher die Schultern hochzog. Â«Es mÃ¼sste funktionierenÂ» fuhr Jack fort. Â«Wenn ich jedoch bis in einer Stunde nichts von ihnen hÃ¶re, rufe ich sie an, ok?Â»

Â«In Ordnung. Bis spÃ¤ter.Â»

Â«Ich danke ihnen unendlichÂ» antwortete der Colonel und beendete das GesprÃ¤ch. Er blieb einige Sekunden absolut unbeweglich und sein Blick ging ins Leere. Dann sagte er ruhig zu den Dreien, die auf sein Kommentar warteten Â«Er wird uns helfen.Â»

Â«Hoffentlich klappt allesÂ» antwortete Elisa etwas skeptisch. Â«Ich denke, dass es nicht einfach sein wird, den PrÃ¤sidenten zu Ã¼berzeugen, dass dies kein Scherz ist.Â»

Â«Nur er kÃ¶nnte eine Aufgabe wie diese meistern. Geben wir ihm etwas Zeit.Â» Dann sagte er zu Petri Â«versuche mit deinen âSensorenâ oder anderen MÃ¶glichkeiten, die du benutzen mÃ¶chtest, ein richtig gutes Spektakel hinzukriegen. Wir werden sie mit etwas wirklich AuÃergewÃ¶hnlichem, bei dem alle staunen werden, Ã¼berzeugen mÃ¼ssen.Â»

Â«Das mache ichÂ» antwortete Petri mit einem sardonischen LÃ¤cheln. Â«Die Spezialeffekte fehlen uns ganz sicher nicht.Â»

Â«Wenn du willst, kann ich dir die genaue Position des WeiÃen Hauses, der offiziellen Residenz des PrÃ¤sidenten der Vereinigten Staaten und des Pentagons geben, dem Hauptquartier des Verteidigungsministeriums.Â»

Â«AlsoÂ» sagte Elisa und nÃ¤herte sich Azakis Â«in der Zeit, in der ihr beiden euch damit vergnÃ¼gt, die Armen auf der Erde zu erschrecken, wÃ¤re es wirklich nett, wenn du mir erklÃ¤ren wÃ¼rdest, was dieses fremdartige Objekt ist, das du mir vorher gegeben hast.Â»

Â«Wie ich sagte, glaube ich, dass es die LÃ¶sung fÃ¼r all eure Abfallprobleme sein kÃ¶nnte.Â»

Â«Du wirst mir jetzt aber nicht sagen, dass es genÃ¼gt, es einzuschalten um den ganzen KunststoffmÃ¼ll aufzulÃ¶sen, oder?Â»

Â«Leider habe wir so etwas noch nicht erfunden, aber dies kÃ¶nnte euch helfen, den Kunststoff zu ersetzen.Â»

Â«Ich bin ganz OhrÂ» und Ã¼bergab es ihm.

Â«Dieses kleine Objekt ist nichts anderes als ein Minigenerator eines Kraftfeldes. Danke einer einfachen Programmierung kann es jede gewÃ¼nschte Form annehmen.Â»

Â«Das habe ich nicht verstanden.Â»

Â«Ich zeig es dir. Ãffne deine Hand.Â» Azakis nahm das kleine Rechteck sanft zwischen Daumen und Zeigefinger und legte es ihr auf die offene HandflÃ¤che. Es verging keine Sekunde, bis sich eine wunderschÃ¶ne Vase mit tausenden von Farben wie durch Magie in ihrer Hand formte.

Â«Was zum Teufel...Â» Elisa zog erschrocken und instinktiv ihre Hand zurÃ¼ck und lieÃ die Vase auf den Boden fallen, die unkontrolliert herum hopste, ohne zu zerbrechen und auch ohne irgendein GerÃ¤usch von sich zu geben.

Â«EntschuldigeÂ» konnte Elisa nur verlegen flÃ¼stern. Â«Das habe ich wirklich nicht erwartetÂ» und kniete sich hin, um die Vase aufzuheben.

Sie hob sie bis Ã¼ber den Kopf hoch und schaute sie sich aus allen Winkeln an. trotz der absolut glatten OberflÃ¤che, schien sich das Licht in keiner Weise darauf zu reflektieren. Bei der BerÃ¼hrung war sie etwas kÃ¤lter, als sie erwartet hÃ¤tte. Es schien keines der Materialien zu sein, die sie kannte.

Â«Dieses Ding ist absolut unglaublich. Wie hast du das gemacht?Â»

Â«Es ist sein VerdienstÂ» antwortete Azakis und deutete auf das kleine schwarze Objekt, das am Boden der Vase eingesetzt schien. Â«Es erzeugt ein Kraftfeld in der Form, die du siehst.Â»

Â«Kannst du es auch in der Form einer Flasche machen?Â»

Â«NatÃ¼rlichÂ» antwortete Azakis lÃ¤chelnd. Â«Schau her.Â» Er legte die Spitze des Zeigefingers auf das kleine Rechteck und die Vase verschwand. Er drÃ¼ckte es wieder, indem er den Daumen darauflegte und wie aus dem Nichts erschien eine elegante kobaltblaue Flasche mit einem langen und dÃ¼nnen Hals.

Elisa war erstaunt und benÃ¶tigte einen Moment, um wieder zu sich zu kommen. Dann sagte sie aufgeregt, ohne die Augen vom soeben entstandenen Objekt abzuwenden Â«Jack komm her, das musst du unbedingt sehen.Â»

Der Colonel, der Petri schon die Koordinaten der beiden Ziele gegeben hatte, drehte sich zu ihr um und nÃ¤herte sich mit ruhigem Schritt. Er betrachtete das Objekt, das Azakis in der Hand hielt zerstreut und sagte gelangweilt Â«Eine Flasche? Und was soll daran so interessant sein?Â»

Â«Ja, eine FlascheÂ» antwortete Elisa zickig. Â«Nur, dass sie bis vor wenigen Sekunden eine wunderschÃ¶ne farbige Vase war.Â»

Â«Du nimmst mich doch auf den Arm.Â»

Â«Zak, zeig es ihm.Â»

Der AuÃerirdische fÃ¼hrte denselben Vorgang wie vorher aus, aber diesmal erschien eine riesige pechschwarze SphÃ¤re.

Â«Oh MannÂ» rief Jack und machte einen Sprung zurÃ¼ck.

Â«Die solltet ihr doch kennen, oder?Â» sagte Azakis wÃ¤hrend er diesen Ball mit fast einem Meter Durchmesser umarmte.

Â«Ja, jaÂ» rief die ArchÃ¤ologin ganz erregt. Â«Sie ist identisch mit der, die im Camp in diesem mysteriÃ¶sen SteinbehÃ¤lter vergraben war.Â»

Â«Und es gab noch weitere drei,Â» fÃ¼gte der Colonel hinzu Â«die dann die Landebasis fÃ¼r das Schiff waren.Â»

Â«Genauso ist esÂ» bestÃ¤tigte Azakis. Â«Wir haben sie das letzte Mal hiergelassen und wir benÃ¶tigen sie als Bezugspunkt fÃ¼r die Abholung der Kunststoffladung.Â»

Â«WowÂ» sagte Elisa. Â«Jetzt verstehe ich es so langsam.Â»

Â«Entschuldige die dumme FrageÂ» sagte Jack zu dem AuÃerirdischen. Â«Wenn wir diese Dinger als BehÃ¤lter benutzen wollen, sagen wir fÃ¼r Wasser, mÃ¼ssten wir dann auch ein praktisches System zum Ãffnen und VerschlieÃen erfinden. Wie kann man das machen?Â»

Â«Einfach. Es reicht, ein anderes zu benutzen und diesem die Form eines Deckels annehmen zu lassen.Â»

Â«Wie dumm ich bin. Ich hatte nicht daran gedachtÂ» sagte Jack und schlug sich die Hand vor die Stirn.

Â«Wie nennt ihr diese sympathischen Dinger?Â» fragte Elisa neugierig.

Â«Auf unserem Planeten heiÃen sie ShaniÂ» antwortete Azakis wÃ¤hrend er die SphÃ¤re wieder verschwinden lieÃ und ihr das dunkle Rechteck zurÃ¼ckgab.

Â«Also ist das ein kleiner ShanÂ» sagte Elisa lachend, wÃ¤hrend die es zwischen den Fingern hielt und genau beobachtete. Â«Kann ich versuchen, etwas zu bauen?Â»

Â«Non, es ist nicht so einfach. Ich kann es, weil ich fÃ¼r seine Programmierung in Echtzeit meine N^COM-Anlage benutze. Also muss ich dir auch eine implantieren oder du nutzt...Â» Er unterbrach sich und begann in einer Schublade neben der Konsole zu kramen. Nach wenigen Sekunden zog er eine Art Helm hervor, der dem Ã¤hnelte, den sie fÃ¼r die Atmung benutzt hatten, gab ihn ihr und endete mit Â«Das hier.Â»

Â«Muss ich es auf dem Kopf tragen?Â» fragte Elisa verwirrt.

Â«NatÃ¼rlich.Â»

Â«Das Ding schmort mir aber nicht mein Hirn, oder?Â»

Azakis lachte. Er nahm sanft ihre HÃ¤nde und half ihr, den Helm korrekt aufzusetzen.

Â«Und jetzt?Â»

Â«Nehm das Shan zwischen die Finger und denke an irgendein Objekt. Mach dir keine Sorgen wegen der Dimensionen. Es ist so programmiert, dass es sich in nichts verwandelt, was grÃ¶Ãer als ein Kubikmeter ist.Â»

Elisa schloss die Augen und konzentrierte sich. Nach einigen Sekunden erschien ein phantastischer dreiarmiger Kerzenhalter aus Silber in ihren HÃ¤nden.

Â«Mein GottÂ» rief sie verblÃ¼fft. Â«Es ist absurd. Es ist unglaublich.Â» Elisa konnte ihre Emotionen nicht zurÃ¼ckhalten. Sie drehte das Objekt zwischen ihren HÃ¤nden und schaute sich jedes Detail genau an. Â«Er ist genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Das ist nicht mÃ¶glich, ich trÃ¤ume.Â»


Nasiriya â Der Hinterhalt

Zwei groÃe offene Jeeps kamen aus dem Norden der Stadt, hielten an der roten Ampel einer augenscheinlich Ã¶den Kreuzung an. In jedem Fahrzeug saÃen drei Personen. Sie warteten geduldig auf das grÃ¼ne Licht und fuhren dann noch zwanzig Meter langsam weiter, bis sie den Eingang einer alten, verlassenen Werkstatt erreichten.

Aus dem ersten Jeep sprang ein krÃ¤ftiger Typ aus, der mit einigen alten Schneidwerkzeugen bewaffnet war. Er ging misstrauisch zum Eingang und schnitt die verrosteten EisendrÃ¤hte durch, welche die groÃe TÃ¼r geschlossen hielten. Gleich hinter ihm kam ein weiterer Mann, der aus dem zweiten Jeep ausgestiegen war. Er war ebenfalls ein krÃ¤ftig gebauter Typ. Mit vereinten KrÃ¤ften versuchten sie, das alte Tor zu verschieben. Es kostete sie einige Kraft, bis sich das Paneel mit einem metallischen Quietschen Ã¶ffnete. Sie schoben das Tor zur Seite, bis der Eingang komplett offen war.

Die Fahrer der beiden Fahrzeuge die einer hinter dem anderen mit Motor im Leerlauf gewartet hatten, fuhren dann in die alte Werkstatt, wobei eine schwarze Rauchwolke aus dem Auspuff kam und stellten dann die Motoren ab.

Â«Gehen wirÂ» sagte der Typ, der der AnfÃ¼hrer zu schien, wÃ¤hrend er, gefolgt von den anderen, aus dem Jeep ausstieg. Die beiden, die am Eingang geblieben waren, gingen ebenfalls zu der Gruppe und dann gingen alles sechs vorsichtig bis zum Eingang des Restaurants.

Â«Ihre drei zum HintereingangÂ» befahl der AnfÃ¼hrer.

Alle Mitglieder des kleinen Sturmtrupps waren mit AK-47 Gewehren ausgestattet und bei einigen konnte man die typischen gekrÃ¼mmten Halfter der arabischen Janbiya-Messer erkennen. Es waren keine langen Griffe, aber die Klingen waren auf beiden Seiten geschÃ¤rft und waren ohne Zweifel tÃ¶dliche Waffen.



Der Besitzer des Restaurants, der wusste, dass jeden Moment seine GefÃ¤hrten ankommen wÃ¼rden, ging lief zwischen Gastraum und Hintereingang einher, von wo aus er nach drauÃen lugte um eventuelle verdÃ¤chtige Bewegungen zu erkennen. Seine NervositÃ¤t blieb jedoch vom General nicht unbeobachtet, der als alter Fuchs bemerkte, dass etwas nicht in Ordnung war. Unter dem Vorwand, die Bierflasche zu nehmen, nÃ¤herte er sich dem Ohr des dicken Typs und flÃ¼sterte Â«Meinst du nicht, dass dein Freund etwas zu nervÃ¶s ist?Â»

Â«Ehrlich gesagt, habe ich das auch schon gemerktÂ» antwortete der Dicke ebenfalls flÃ¼sternd.

Â«Seit wann kannst du ihn? Hoffentlich bereitet er uns keine schÃ¶ne Ãberraschung vor?Â»

Â«Das wÃ¼rde ich nicht sagen... er war immer in Ordnung.Â»

Â«Wird so sein,Â» sagte der General und stand schnell von seinem Stuhl auf Â«aber ich traue der Sache nicht. Am besten wir gehen hier so schnell wie mÃ¶glich weg.Â»

Die anderen zwei schauten sich einen Augenblick perplex an, standen dann ebenfalls auf und gingen dann schnell zum Besitzer.

Â«Danke fÃ¼r alles,Â» sagte der Dicke Â«aber wir mÃ¼ssen jetzt gehenÂ» und steckte ihm einen weiteren hundert Dollar Schein in die Hemdtasche.

Â«Ich habe euch doch noch gar nicht den Nachtisch serviertÂ» antwortete der kraushaarige Mann.

Â«Besser, ich bin in DiÃ¤tÂ» antwortete der Dicke und ging schnell zur TÃ¼r. Er schaute hinter dem Vorhang vor und da er nichts AuffÃ¤lliges sah, machte er den anderen beiden ein Zeichen, ihm zu folgen. Er war noch nicht einmal Ã¼ber die TÃ¼rschwelle hinaus, als er aus dem Augenwinkel die drei dunklen Gestalten sah, die von rechts kamen.

Â«BastardÂ» konnte er nur schreien bevor ihm der erste der drei in einem schlechten Englisch befahl, stehen zu bleiben. Als Antwort zog er eine BetÃ¤ubungsgranate vom GÃ¼rtel ab und schrie seinen GefÃ¤hrten zu Â«Flashbang!Â»

Die beiden schlossen sofort ihre Augen und hielten sich die Ohren zu. Ein blendender Blitz, gefolgt von einem lauten Knall unterbrach die Stille der Nacht. Die drei Angreifer, die durch den Schachzug des Dicken Ã¼berrascht wurden, waren einige Sekunden von der Explosion betÃ¤ubt und durch die Blindheit, die von der Granate verursacht wurde, konnten sie die drei Amerikaner nicht sehen, wÃ¤hrend diese, eines olympischen Hundertmeterlaufs wÃ¼rdig, in Richtung ihres Fahrzeuges rannten.

Â«FeuerÂ» schrie der AnfÃ¼hrer der Angreifer.

Ein Schwall aus den AK-47 ging in Richtung der FlÃ¼chtlinge, aber da der Flashbang-Effekt noch nicht verschwunden war, ging er weit Ã¼ber ihren KÃ¶pfen verloren.

Â«Nur weg hierÂ» schrie der Magere, wÃ¤hrend er mit seiner Beretta M9, die er aus seinem Halfter gezogen hatte, das Feuer erwiderte.

WÃ¤hrend der Dicke rannte, konnte er aus seiner Tasche die Fernbedienung ziehen und die HecktÃ¼r des Fahrzeuges Ã¶ffnen. Mit einem geschickten Sprung nahm er eines der M-16-Gewehre, die er immer mit sich fÃ¼hrte, und warf es dem General zu. Er selbst nahm sich ein Maschinengewehr FN P90 und begann in Richtung der Angreifer zu schieÃen.

Â«Komm wegÂ» schrie er dem Mageren zu, der mit geducktem Kopf direkt in Richtung FahrertÃ¼r rannte. WÃ¤hrend seine Freunde im Deckung gaben, stieg er in das Fahrzeug ein. Eine weitere Salve, die von hinten kam, schoss eine Reihe ungeordneter LÃ¶cher in die Blechwand der Baracke vor ihm.

In der Zwischenzeit kamen die drei Angreifer, die auf der RÃ¼ckseite durchgegangen waren, aus dem Haupteingang des Restaurants und schossen zusammen mit ihren GefÃ¤hrten. Deren Zielsicherheit war auf jeden Fall prÃ¤ziser. Ein Projektil traf den linken RÃ¼ckspiegel, der in tausend StÃ¼cke zersprang.

Â«So ein ScheiÃÂ» rief der magere Typ, der instinktiv seinen Kopf absenkte und versuchte, das Fahrzeug zu starten.

Â«Generale steigen sie einÂ» schrie der Dicke, wÃ¤hrend er eine weitere Salve in Richtung der Angreifer anschoss.

Mit der Geschicklichkeit eines Kindes warf sich Campbell auf den RÃ¼cksitz. WÃ¤hrend eine Kugel sein linkes Bein streifte und in der offenen TÃ¼r landete. Mit einer schnellen Bewegung hakte er den RÃ¼cksitz aus und erhielt Zugang zum Kofferraum. Er bemerkte sofort eine Reihe von Granaten, die aufgereiht hinter einem PolystyrolbehÃ¤lter lagen. Er dachte keine Sekunde nach, nahm eine davon und warf sie in Richtung der Angreifer, nachdem er den ZÃ¼nder gezogen hatte.

Â«GranateÂ» schrie er und legte sich flach auf den Sitz.

WÃ¤hrend eine erneute Salve aus den AK-47 die Heckscheibe und die rechte Heckleuchte zerstÃ¶rte, rollte die Handgranate genau in die Mitte der Angreifer. Diese bemerkten die drohende Gefahr und warfen sich so flach wie mÃ¶glich zu Boden. Die Granate explodierte mit einem ohrenbetÃ¤ubenden GerÃ¤usch und der helle Blitz Durchbrach die Dunkelheit der Nacht.

Der Dicke Typ nutzte den Ãberraschungsangriff des Generals, lief zur BeifahrertÃ¼r, stieg ein und schrie mit noch einem Bein drauÃen Â«Fahr los.Â»

Der Magere drÃ¼ckte das Gaspedal voll durch und das Fahrzeug fuhr mit einem enormen Reifenquietschen in Richtung des alten Tors der verlassenen Baracke. Die Masse und Geschwindigkeit des Fahrzeuges Ã¼berwanden sofort das verrostete Blech des Tors, das schwer nach innen fiel. Das Fahrzeug fuhr mit seinem waghalsigen Rennen fort, wobei es alles zerstÃ¶rte was in seinem Weg lag. Alte TongefÃ¤Ãe, alte Holzkisten, StÃ¼hle und sogar zwei alte Lampen wurden Ã¼berfahren und in die Luft geschleudert, wobei eine enorme Menge Sandstaub und TrÃ¼mmer in die Luft geschleudert wurden. Der Magere am Steuer versuchte so vielen GegenstÃ¤nden wie mÃ¶glich auszuweichen, indem er sein ganzes KÃ¶rpergewicht einsetzte, um das Lenkrad nach rechts und links zu steuern. Trotz aller Anstrengungen konnte er jedoch nicht der mittleren, halbfaulen HolzsÃ¤ule ausweichen, die das Dach stÃ¼tzte, die sofort nachgab. Die Baracke zitterte, ein Raunen und dann krachte sie buchstÃ¤blich in sich zusammen, als ob eine enorme Masse auf das Dach gefallen wÃ¤re. Alles passierte in dem Moment, als die drei aus der alten Werkstatt herausschossen, nachdem sie auch die RÃ¼ckwand durchbrochen hatten, worauf ein riesiger LÃ¤rm und eine enorme dunkle Staubwolke folgten. Das auÃer Kontrolle geratene Fahrzeug krachte in einen Abfallhaufen am StraÃenrand und blockierte dann.

Â«So ein MistÂ» rief der General, dessen Kopf mehrmals an die Armlehne der TÃ¼r geprallt war. Â«Wer hat dir beigebracht, so zu fahren?Â»

Als Antwort drÃ¼ckte der Magere wieder das Gaspedal voll durch und versuchte, sich einen Weg zwischen dem Unrat zu bahnen. Verschiedene farbige Lappen verfingen sich zwischen den RÃ¤dern und ein alter Fernseher hatte sich an der hinteren StoÃstange verfangen. Er musste ein gutes StÃ¼ck durch den Abfall fahre, bevor er endlich den StraÃenrand erreichte. Mit einem dumpfen Krachen fuhr er Ã¼ber den niedrigen BÃ¼rgersteig und die drei befanden sich auf der HauptstraÃe in Richtung Osten.

Â«Wer zum Teufel waren die?Â» fragte der Dicke, wÃ¤hrend er es sich auf dem Sitz bequem machte und versuchte, die TÃ¼r zu schlieÃen.

Â«Das mÃ¼sstest du deinen Freund, den Wirt fragenÂ» antwortete der Magere trocken.

Â«Wenn der mir zwischen die Finger kommt, lass ich ihn all sein Besteck, einschlieÃlich der Suppenkellen fressen.Â»

Â«Und was willst du jetzt tun, mein Freund? Du mÃ¼sstest doch jetzt kapiert haben, dass man hier niemandem vertrauen kann.Â» Und wÃ¤hrend er in eine kleine StraÃe nach rechts einbog, fÃ¼gte er hinzu Â«Wenigstens haben wir was zwischen die ZÃ¤hne bekommen.Â»

Das dunkle Fahrzeug fuhr in die Dunkelheit der Nacht, hinterlieÃ aber hinter sich die Spur einer nicht identifizierten FlÃ¼ssigkeit.



Sternenschiff Thos â Der PrÃ¤sident

Â«Woher nehmt ihr all die Energie, um ein solch leistungsfÃ¤higes Kraftfeld zu erzeugen?Â» fragte der Colonel neugierig, wÃ¤hrend er den soeben erzeugten Kerzenhalter beobachtete.

Â«Die Energie ist Ã¼berall, an jedem Ort des UniversumsÂ» antwortete Azakis. Â«Alles, aus dem es besteht ist aus Materie und Materie ist nichts anderes, als eine Form der Energie und umgekehrt. Sogar die Lebewesen sind nichts Anderes, als Energie-und Materiearten.Â»

Â«Wir sind aus derselben Substanz gemacht, wie die SterneÂ» flÃ¼sterte Elisa entrÃ¼ckt, da sie sich an ein altes Zitat von jemandem erinnerte, dessen Namen ihr im Moment nicht einfiel.

Â«DarÃ¼ber sind wir uns einig, aber von hier bis zur Nutzung auf diese Weise, ist es ein weiter WegÂ» sagte der Colonel.

Er wollte gerade nach weiteren ErklÃ¤rungen fragen, als er durch die Bluesmelodie seines Handys unterbrochen wurde.

Â«Wer wird das jetzt sein?Â» sagte er laut, wÃ¤hrend er den Namen des Anrufers las âCamp Adder â GefÃ¤ngnisâ.

Â«Colonel HudsonÂ» antwortete der trocken in das Mikrofon.

Â«Colonel, endlich.Â»

Jack erkannte sofort die Tiefe Stimme des farbigen Sergeanten, der ihm bei vielen AuftrÃ¤gen zur Seite gestanden war. Â«Sergeant, was ist los?Â»

Â«Ich suche sie schon seit Stunden. Wo sind sie denn?Â»

Â«Nun, sagen wir, ich âdrehe mich wie ein Brummkreiselâ. Was haben sie fÃ¼r ein Problem Sergeant?Â»

Â«Ich wollte sie informieren, dass ihre Anfrage fÃ¼r die Verlegung des Generals ohne Hindernisse ausgefÃ¼hrt wurde.Â»

Â«Anfrage zur Verlegung des Generals? Von was reden sie denn da Ã¼berhaupt?Â»

Â«Ich habe hier vor mir einen schriftlichen Befehl, den sie selbst unterschrieben haben, der den General Richard Wright und den Colonel Oliver Morris damit beauftragt, General Campbell abzuholen, um ihn an einen geheimen Ort zu bringen. Ich habe es Ã¼berprÃ¼ft und die Unterschrift ist wirklich ihre.Â»

Â«Ich habe niemals solch einen Befehl gegeben.Â» Der Colonel machte eine kurze Pause und sagte dann Â«Und wo ist der General jetzt?Â»

Â«Ich weiÃ es nicht, Sir. Die beiden Offiziere, von denen ich ihnen erzÃ¤hlt haben, haben ihn in ihre Obhut genommen.Â»

Â«Verdammt, er konnte entkommen.Â» Dann hatte er eine Eingebung und sagte Â«Sergeant, kÃ¶nnen sie mir die beiden Offiziere, die ihn abgeholt haben, beschreiben?Â»

Â«Sicher doch. Einer war groÃ und mager und der andere kleiner und Ã¼bergewichtig. Sie hatten...Â»

Â«Ok Sergeant, das reicht. Ich habe verstanden. Vielen Dank.Â»

Â«Ich hoffe, dass ich keinen Mist gebaut habe.Â»

Â«Machen sie sich darÃ¼ber keine Sorgen. Es war nicht ihre SchuldÂ» und er beendete das GesprÃ¤ch.

Â«Was ist passiert?Â» fragte Elisa besorgt.

Â«Die beiden Typen, die und angegriffen und die wir gefangen genommen haben, sind geflÃ¼chtet und konnten auch diesen Bastard General Campbell befreien.Â»

Â«Das tut mir leid, wirklich, aber ich wÃ¼rde mir da nicht mehr Sorgen machen als nÃ¶tig. Wir haben jetzt grÃ¶Ãere Probleme, um die wir uns kÃ¼mmern mÃ¼ssen oder nicht?Â»

Â«Du hast Recht.Â» Mit diesen Worten lieÃ er den Kerzenhalter los, zeigte ihn Azakis und fragte Â«Wo waren wir stehen geblieben?Â»

Â«Bei der Energiequelle.Â»

Â«Ah, ja richtig. Also wie funktioniert denn jetzt dieses Teil?Â»

Â«Es ist nicht ganz einfach, das zu erklÃ¤ren, aber wir kÃ¶nnen sagen, dass es die umliegende Energie aufnehmen kann und dieser die Form gibt, fÃ¼r die es programmiert wurde.Â»

Â«WowÂ» sagte Jack verblÃ¼fft. Â«Es ist nicht so, dass ich davon viel verstanden habe. Wichtig ist, dass es funktioniert und das sogar sehr gut. Glaubst du, dass diese Technologie auch auf der Erde repliziert werden kann?Â»

Â«NatÃ¼rlich. Ich sehe da keine Probleme. Ich werde Petri sagen, dass er euch zur gegebenen Zeit alle notwendigen Informationen Ã¼bermittelt.Â»

Â«Phantastisch. Ich denke da an die Gesichter unserer Wissenschaftler bei einer solchen VerÃ¶ffentlichung. Im Moment kÃ¶nnen wir nur mit fossilen oder nuklearen Brennstoffen, groÃe Energiemengen produzieren. Ich denke wirklich, dass euer Besuch viele Dinge auf unserem Planeten revolutionieren wird.Â»

Â«Wie dies schon immer der Fall warÂ» fÃ¼gte Azakis lÃ¤chelnd hinzu.

Â«Wenn ich mich richtig erinnereÂ» sagte Elisa Â«war es nicht ein Wissenschaftler mit dem Namen Nikola Tesla, der zwischen 1800 und 1900 lebte, der sich eine Energieform vorstellte, die den ganzen Kosmos durchdringt?Â»

Â«WowÂ» sagte Jack Ã¼berrascht. Â«Ich habe nicht gewusst, dass du so viel Ã¼ber das Thema weiÃt.Â»

Â«Es gibt viele Dinge, die du noch entdecken wirst, mein LieberÂ» und strich keck eine Hand durch ihr langes Haar.

Â«In WirklichkeitÂ» fuhr Jack fort Â«hat Tesla sogar noch sehr viel mehr getan. Abgesehen von der Verwirklichung einer Reihe von Erfindungen, die wir heute noch benutzen, theoretisierte er auch Ã¼ber die MÃ¶glichkeit das zu benutzen, was er als unerschÃ¶pfliche Energiequelle mit dem Begriff âÃtherâ bezeichnete. Diese Substanz, die im ganzen Universum vorkommen soll, kÃ¶nnte, wenn richtig stimuliert, Ã¼berall und jederzeit Energie liefern.Â» Erfreut Ã¼ber die Tatsache, dass seine Geliebte ihn mit steigender Bewunderung beobachtete, fuhr er stolz mit seiner ErklÃ¤rung fort. Â«Der Wissenschaftler sagte, nachdem er mit der Engstirnigkeit und Gier der damaligen MÃ¤chtigen zusammengestoÃen war, dass die Menschheit fÃ¼r einen derartigen Umbruch noch nicht bereit und vernachlÃ¤ssigte das Projekt und vernichtete alle Spuren davon. Erst heute, nach mehr als einhundert Jahren, haben unsere Wissenschaftler damit begonnen, das Vorhandensein einer âSubstanzâ anzunehmen, die wir âdunkle Materieâ nennen. Auch denken sie an eine Energieform, âdunkle Energieâ genannt, die mehr als 70% der Dichte des Universums ausmachen wÃ¼rde.Â»

Â«Ich bin beeindrucktÂ» sagte die ArchÃ¤ologin, wÃ¤hrend sie ihn verwundert anschaute. Â«Nicht einmal ich habe mit vorstellen kÃ¶nnen, dass du auf diesem Gebiet so informiert bist.Â»

Â«Es gibt noch viele Dinge, die du an mir noch entdecken musst, LiebesÂ» antwortete Jack mit derselben Bemerkung und derselben Geste, auch wenn seiner Haare deutlich zu kurz waren, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

Â«Vielleicht reden wir von derselben SacheÂ» bestÃ¤tigte Azakis zufrieden.

Â«Unbegrenzte Energie, die allen zur VerfÃ¼gung steht, Ã¼berall im Universum und sie kostet nichts... unglaublich.Â» Jack war noch ganz in Gedanken Ã¼ber all die MÃ¶glichkeiten und VerÃ¤nderungen durch diese neue Ã¼berwÃ¤ltigende ErlÃ¤uterung, als sich sein Handy mit demselben Klingelton wie vorher bemerkbar machte.

Â«Und wer ist das jetzt?Â» rief er etwas genervt. Dann las er den Namen des Anrufers und sein Gesicht erhellte sich. Â«Admiral, ich hÃ¤tte nicht gedacht, so schnell von ihnen zu hÃ¶ren.Â»

Â«Mein Junge, ich konnte Kontakt mit dem PrÃ¤sidenten aufnehmen und ihm die Situation schildern. Jetzt ist er hier, genau vor mir. Wenn du willst, gebe ich ihn dir.Â»

Â«NatÃ¼rlichÂ» antwortete er verlegen, wÃ¤hrend er mit weiten Gesten Petri das Handy zeigte. Es vergingen wenige Sekunden und eine ruhige und tiefe Stimme kam aus dem Telefon Â«Colonel Jack Hudson?Â»

Â«Ja Mr. PrÃ¤sident, das bin ich. Zu ihrem Befehl.Â» Beim Antworten konnte er es nicht vermeiden, automatisch die hab acht Stellung einzunehmen, wodurch er ein schÃ¼chternes LÃ¤cheln bei Elisa hervorrief.

Â«Colonel, nur der Respekt und das Vertrauen, das ich im Admiral Wilson hege, hat dieses GesprÃ¤ch ermÃ¶glicht. Das was mir gesagt wurde ist so absurd, dass es wirklich wahr sein kÃ¶nnte.Â»

Â«PrÃ¤sident, bitte lassen sie das am schnellsten verfÃ¼gbare Teleskop auf die Koordinate ausrichten, die ich ihnen schicke.Â»

Petri, der die Theos schon auf eine Parallele des Nordpols gebracht hatte, damit man sie von einem Ort der Erde aussehen konnte, der noch dunkel war, projizierte auf den gigantischen Bildschirm eine Reihe von Nummern. Jack gab diese sehr schnell in deinem Handy ein und schickte sie weiter. Â«Dies ist die aktuelle Position unseres Sternenschiffes. Ich glaube nicht, dass ihre Techniker Probleme haben werden, uns zu finden.Â»

Der PrÃ¤sident gestikulierte in Richtung seines grÃ¶Ãeren und robusten Assistenten, der mit ihm im Oval Office im WeiÃen Haus war. Er zeigte ihm die Nummern, die auf dem Handy erschienen waren und flÃ¼sterte ihm etwas ins Ohr. Der Mann, der einen schwarzen Anzug, ein reinweiÃes Hemd und eine graue Krawatte mit hellen Streifen trug, nÃ¤herte sein Handgelenk an den Mund und ordnete eine Reihe von trockenen Befehlen an.

Â«PrÃ¤sidentÂ» fuhr Jack fort. Â«Die Situation ist sehr ernst. Unser Planet riskiert eine unvorstellbare Katastrophe und wir kÃ¶nnten, mit Hilfe dieser Personen, die von so weit weg gekommen sind, etwas tun, um dies zu verhindern. Ich kann all ihre Zweifel gut verstehen, aber ich bin wirklich hier oben und kann das auch beweisen.Â»

Petri richtete die Kurzstreckensensoren auf die Koordinaten aus, die ihm der Colonel vorher gegeben hatte und auf dem Bildschirm der KommandobrÃ¼cke erschien die Ansicht des Oval Office von oben.

Â«Sir, in diesem Moment liegt ihre rechte Hand auf ihrem Schreibtisch, neben ihnen steht der Admiral und es befinden sich weitere zwei Personen im Raum.Â»

Der PrÃ¤sident schaute sich instinktiv um, als ob er den Eindringling finden wolle, der ihn ausspionierte. Er zÃ¶gerte einen Moment und sagte dann unsicher Â«Das ist doch absurd. Wie kÃ¶nnen sie das alles wissen?Â»

Â«Ich schaue sie einfach nur an.Â»

Â«Das ist hier aber absolut unmÃ¶glich. Nichts kann die Abschirmung dieses Raums durchdringen.Â»

Â«Nichts irdisches, PrÃ¤sidentÂ» korrigierte ihn Jack. Dann nÃ¤herte sich ihm Petri und flÃ¼sterte ihm etwas ins Ohr. Der Colonel weitete seine Augen und sagte dann fest ins Mikrofon Â«Ich glaube, dass auch dies hier nicht mit einer unserer Technologien mÃ¶glich wÃ¤re.Â»

Er konnte den Satz nicht beenden, als sich der antike Schreibtisch des XIX Jahrhunderts, der auf der Welt als âResolute Deskâ bekannt war, langsam begann, zu schweben. Der PrÃ¤sident machte einen Satz rÃ¼ckwÃ¤rts und schaute Ã¼berrascht in Richtung des Admirals, der diesen Blick mit einem genauso Ã¼berraschten Ausdruck zurÃ¼ckgab.

Â«Der Schreibtisch schwebt in der LuftÂ» rief er. Â«Es ist, als ob die Schwerkraft keine Auswirkungen mehr daran hat.Â»

Der andere Mann im Raum, der etwas kleiner als der vorherige aber genauso krÃ¤ftig war, zog instinktiv seine Pistole aus dem Halfter, das er unter der Achsel trug, um seinen Vorgesetzten zu beschÃ¼tzen. Er schaute schnell nach rechts und links, als ob er einen Geist finden wollte, aber er sah nichts VerdÃ¤chtiges.

Â«Steck sie wegÂ» sagte der PrÃ¤sident ruhig. Â«Ich glaube, es besteht keine Gefahr. Das ist das Werk unserer Freunde da oben.Â»

Alle schauten automatisch an die weiÃe Decke des Raumes, auÃer dem grÃ¶Ãeren Assistenten, der, nachdem er zwei Finger an das in-ear-GerÃ¤t im rechten Ohr gehalten hatte, in einem emotionslosen Ton sagte Â«Sir, wir haben die Bilder.Â» Er zog ein groÃes Tablet aus seiner Tasche, gab einige Befehle am Bildschirm ein, beobachtete diesen einige Sekunden und reichte es dann dem PrÃ¤sidenten. Der Mann, der von vielen als der mÃ¤chtigste Mann der Welt gesehen wurde, nahm es mit der linken Hand und begann, aufmerksam den Bildschirm zu betrachten. Admiral Wilson, der neugierig geworden war, zog die Lesebrille auf, nÃ¤herte sich und versuchte ebenfalls etwas zu sehen.

Das GerÃ¤t zeigte Aufnahmen, die Ã¼ber Satellit von einem nicht sehr leistungsstarken Teleskop kamen, das in einem geheimen Observatorium im SÃ¼den Finnlands installiert war. In diesem Gebiet war die Sonne schon seit einigen Stunden untergegangen und die Dunkelheit der Nacht hatte erlaubt, den angegebenen Punkt leicht zu erkennen.

Â«Geben sie mir noch einen Moment Colonel. Ich zeige gerade das Gebiet an, das den Koordinaten entspricht, die sie mir gegeben haben.Â»

Die Sicht war noch nicht richtig scharf, als plÃ¶tzlich, vor dem Schwarz des Raumes, das von tausenden Sternen gepunktet war, auf dem Bildschirm eine kleine silbrige SphÃ¤re erschien, die zur HÃ¤lfte vom Sonnenlicht beleuchtet wurde.

Nach einigen Sekunden Ã¤nderte sich das Bild. Die VergrÃ¶Ãerung war gestiegen. Jetzt belegte die SphÃ¤re fast den ganzen Bildschirm und man konnte die tausend Farbspiele vom violett bis zum dunkelblau bewundern die aussahen, als ob sie auf der silbernen OberflÃ¤che verschmelzen wÃ¼rden.

An Bord der Theos beobachteten die beiden Erdbewohner und die beiden AuÃerirdischen auf dem Bildschirm, was im Oval Office geschah. Petri, der mit den Bedienungen der Zentralkonsole arbeitete, hatte sogar das Tablet des PrÃ¤sidenten herangezoomt und die Anzeige darauf im Bild. Â«Sie beobachten unsÂ» sagte er. Dann, als er merkte, dass die Anzeige etwas seitlich ausgerichtet war, drehte er das Sternenschiff um ca. zwanzig Grad nach rechts und fÃ¼gte hinzu Â«Jetzt ist es perfekt. Was meint ihr, wenn wir ans Fenster gehen und ihnen zuwinken?Â»

Elisa und Jack schauten sich verwundert an, aber als sie sahen, dass Azakis zum groÃen elliptischen Fenster ging, folgten sie ihm ohne weiteres hinzuzufÃ¼gen. Die lehnten sich alle drei an den Rand und konnten nur die Augen vor Verwunderung weiten. Vor ihnen befand sich die Erde in all ihrem majestÃ¤tischen Glanz.

Â«Es ist wundervollÂ» konnte Elisa nur bezaubert flÃ¼stern.

Â«Und jetzt, grÃ¼ÃenÂ» sagte Petri frÃ¶hlich.



Das Bild auf dem Monitor im Oval Office verÃ¤nderte sich wieder. Jetzt hatten sie die maximale VergrÃ¶Ãerung erreicht.

Â«Colonel, mich trifft der Schlag...Â» sagte der PrÃ¤sident mit schwacher Stimme. Â«Ich kann sie sehen.Â» Dann drehte er sich zum Admiral um, dem vor VerblÃ¼ffung der Stift aus der Hand gefallen war und fÃ¼gte hinzu Â«Dies ist absolut unglaublich.Â»

Â«Ich hatte es ihnen doch gesagt, oder nicht?Â» antwortete Wilson mit zufriedener Miene.

Â«Die Dame links ist Dr. Elisa Hunter und rechts der Kommandant dieses Sternenschiffes, Herr Azakis.Â»

Beide machten eine Geste mit der Hand und der mÃ¤chtigste Mann der Erde konnte nur mit einem verlegenen Â«Angenehm...Â» antworten.

Zu dem Trio am Fenster gesellte sich jetzt auch Petri, der mit einem glÃ¤nzenden LÃ¤cheln ebenfalls grÃ¼Ãte.

Â«Und der, der jetzt gekommen istÂ» sagte Jack Â«ist seine rechte Hand, Herr Petri.Â»

Â«Ich weiÃ nicht, was ich sagen soll.Â»

Â«Wir mÃ¼ssen ihnen sehr viele Dinge mitteilen und ich fÃ¼rchte, dass wir so schnell wie mÃ¶glich ein Treffen organisieren mÃ¼ssen. Wir haben nicht mehr viel Zeit.Â»

Â«Nun, diese Sache hat sicherlich absolute PrioritÃ¤t. Lassen sie mich eine Sekunde nachdenken.Â» Der PrÃ¤sident legte sein Handy auf das Resolute Desk und verlieÃ den Raum. Nach wenigen Minuten kam er mit beruhigter Miene zurÃ¼ck, nahm das Telefon in die Hans und sagte Â«Colonel, sind sie noch dran?Â»




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