Hühner, Die Goldene Eier Legen
Nicola Maria Vitola







Mirta B. Bono




HÃHNER, DIE GOLDENE EIER LEGEN


Romantische BetrÃ¼gereien, die das Herz brechen

und den Geldbeutel erleichtern



(Romance Scams)



Originaltitel: Galline dalle uova dâoro

Aus dem Italienischen von: Petra StÃ¶ber



UrheberrechteÂ© 2017 Mirta B. BonoErste Auflage: Juni 2017 StreetLib Write http://write.streetlib.com Deutsche Ausgabe Juli 2018 Ãbersetzer: Petra StÃ¶ber Herausgeber: Tektime - www.traduzionelibri.it Facebook: https://www.facebook.com/TruffeRomanticheTwitter: https://twitter.com/mirta_bono E-Mail: mirta.b.bono@gmail.com (mailto:mirta.b.bono@gmail.com)





Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers dÃ¼rfen keine Teile dieser VerÃ¶ffentlichung reproduziert, fotokopiert oder registriert, noch auf anderen Wegen vervielfÃ¤ltigt werden, weder mit mechanischer noch mit elektronischer Hilfe.



HÃ¼hner, die goldene Eier legen



FÃ¼r die Frauen, die sich zu wehren wissen

und fÃ¼r all diejenigen die es frÃ¼her oder spÃ¤ter noch lernen werden




Romantische BetrÃ¼gereien, die das Herz brechen


und den Geldbeutel erleichtern



Die hier erzÃ¤hlten Geschichten sind wahre Geschichten. Aus GrÃ¼nden der PrivatsphÃ¤re wurden einige Namen der Hauptpersonen geÃ¤ndert.



Der Titel "HÃ¼hner, die goldene Eier legen" wurde gewÃ¤hlt, um somit die Verachtung zu verdeutlichen, mit der die Scammer die weiblichen Emotionen manipulieren, um sie zu ihrem Vorteil auszunutzen.



Der Inhalt des Buches erhebt nicht den Anspruch, therapeutisch zu sein, sondern beabsichtigt, Frauen vor einer grausamen RealitÃ¤t der heutigen Zeit gegenÃ¼berzustellen, und es tut dies durch die ErzÃ¤hlung und Verbreitung der mÃ¶glichen Verteidigungsmittel, die ihnen helfen, ihre Herzen zu schÃ¼tzen, ihre Brieftaschen festzuhalten und ihr SelbstwertgefÃ¼hl wiederzugewinnen.




Romantischer Liebesschwindel


(Romance Scams)




AnnÃ¤herung im Netz




Ohne irgendjemand beleidigen zu wollen, aber wir armen Single-Frauen haben es doch alle schon einmal erlebt, dass uns eine Nachricht im Netz besonders angesprochen hat und wir darauf hereingefallen sind, die eine mehr, die andere weniger. Das Herz fÃ¤ngt wie verrÃ¼ckt an, fÃ¼r diesen so schÃ¶nen, galanten, leidenschaftlichen Mann zu schlagen, der auf uns aufmerksam geworden ist und von unserem Antlitz in der Fotografie verzaubert worden war, von unserer Geschichte erobert wurde oder von den wenigen bekannten Informationen, die selbst die ZurÃ¼ckhaltendsten im Facebook-Profil, Twitter oder andere soziale Netzwerken verÃ¶ffentlicht haben.

Man kann einfach nicht dagegen angehen, wir Frauen sind romantisch und "verfÃ¼gbar" ohne Gleichen. Das heiÃt, wir sind dazu bereit zu glauben, dass Amor uns doch noch erblickt hat, unsere intimsten LiebeswÃ¼nsche bemerkt hat und uns mit seinem Pfeil getroffen hat.

Es schien uns ein fabelhaftes Zeichen des Schicksals zu sein, dass sich so ein bemerkenswerter Mann in Marine- oder MilitÃ¤runiform sich fÃ¼r uns interessiert. Ein offener Blick, ein gewinnendes LÃ¤cheln, dunkle und tiefe Augen oder auch helle Augen, das spielt keine Rolle. Wenn man sich verliebt, ist auch die Farbe der Augen verÃ¤nderbar und entspricht auf jedem Fall dem Idealbild, das man in seinem inneren Auge vor sich hat. Erinnern Sie sich an Proust und die Augenfarbe der kleinen Gilberte Swann, die er als Kind kennen lernte? Er beschreibt sie als ein so glÃ¤nzendes Schwarz, dass sie ein helles blaues Licht abgeben, das so sehr strahlt, dass, wenn das kleine MÃ¤dchen keine so schwarzen Augen gehabt hÃ¤tte - schreibt Proust - er ihre himmelblauen Augen nicht besonders geliebt hÃ¤tte.



Es ist die Begegnung von Begehren und wahrer Erscheinung, die das Idealbild mit Merkmalen fÃ¼llt. Zwei Teile des Puzzlespiels, die sich ergÃ¤nzen. Welch Zufall! Welch GlÃ¼cksfall, denken wir, seit dem Beginn mit den wenigen freundlichen Phrasen des falschen amerikanischen Soldaten. Auch sein Alter ist genau das richtige fÃ¼r uns. Zwischen fÃ¼nfzig und sechzig, wie so viele alleinstehende Frauen, die verwitwet, oder geschieden sind, die vor dieser glÃ¼cklichen Begegnung alle Seiten wie Meetic,Lovoo, Badoo erfolglos ausprobiert haben, vielleicht weil der GegenÃ¼ber sich als 25 jÃ¼nger ausgab, oder weil sie nicht korrigierbare Macken hatten, die sie einst zur Trennung von vorherigen Ehefrauen, Verlobten und Geliebten gefÃ¼hrt hat. Als meine SchwÃ¤gerin mich einmal fragte, warum ich mir nicht einen neuen GefÃ¤hrten fÃ¼rs Leben suchen wÃ¼rde, sagte ich, dass es schwierig ist, die richtige Person zu finden, denn als Erwachsene sind wir anspruchsvoller; wir verzichten nicht so leicht auf unsere UnabhÃ¤ngigkeit, und auch weil die MÃ¤nner, die sich uns prÃ¤sentieren, doch schon von ihrer Frau verlassen wurden und das wahrscheinlich, weil sie einen Defekt haben.

"Defekt?" wiederholte meine SchwÃ¤gerin und begann darÃ¼ber zu lachen, indem sie wiederholte: "Ah, Defekt, Defekt... wie lustig!"

Das Gleiche kÃ¶nnte man doch auch Ã¼ber uns sagen, also was soll's? Auch wir Frauen der Dating-Sites, stellen in unser meetic-Profil das Foto ein, das nur wenige Jahre nach der Erstkommunion aufgenommen wurde, und dann gehen wir zur Verabredung in der Hoffnung, dass der UnglÃ¼ckliche nicht merkt, dass die Person, die er vor sich hat, die GroÃmutter des MÃ¤dchens auf dem Foto sein kÃ¶nnte. Und, was macht man also in solch einem Fall? Die HÃ¶flichsten bieten einen Kaffee an und verabschieden sich. Die anderen sagen dir direkt ins Gesicht: "Warum versteckst du dein Alter? Es kann nicht sein, dass du vierzig Jahre alt bist, du bist bestimmt sogar noch zwanzig Jahre Ã¤lter!"

"Und du bist angeblich erst 55?" kÃ¶nnten wir entgegnen und eine unverschÃ¤mt optimistische Antwort erhalten. "Ich bin 64, aber ich halte mich gut!"

Was kÃ¶nnen wir angesichts einer so groÃen Eitelkeit tun? Ich glaube, dass es am besten wÃ¤re, das ganze einfach zu vergessen. Oder aus purer Rache kÃ¶nnten wir unserem Freund hier raten, sich mindestens einen Spiegel zuzulegen.

Wie viele Freitagabende enden mit einem Streit oder manchmal mit einer ungehobelten Phrase desjenigen, der im Netz gar so aristokratisch erscheint, aber am Ende des Tages mehr mit dem Umgangston am Hafen vertraut zu sein scheint, aber nicht um die Segel zu setzen, sondern um sich als Dockarbeiter zu verdingen.

Das ist jedoch nichts Dramatisches. Ist die Sprache des aktuellen BÃ¶sewichts unangenehm? Dann sollte jeder seines Weges gehen. Ich kann ihn allerhÃ¶chstens bannen und damit Schluss mit lustig!

Der Bluff zahlt sich nicht aus. Nicht einmal eine Pizza, aus Freundschaft ist erlaubt, wenn man sich nach irrefÃ¼hrenden Informationen trifft. Das sind die Risiken der Social Media. Bis vor kurzem noch alles in allem moderate Risiken: eine Blamage, eine EnttÃ¤uschung, eine verpasste Einladung zum Essen. Aber sonst nichts Ernstes.




HonigsÃ¼Ãer Liebesschwindel


Es hat so Ã¼berhaupt nichts mit dem neuen Trend der virtuellen Online-Begegnungen zwischen romantischen Damen und BÃ¶sewichten zu tun, deren einziges Ziel ist, eine reife Frau zu tÃ¤uschen und sie um den mehr oder weniger groÃen Betrag ihrer Ersparnisse zu erleichtern, den man bei einer Person, die sich dem Pensionsalter nÃ¤hert, vermuten kÃ¶nnte. Kennen sie etwa die Geheimverstecke von Bargeld, das wir gewissenhaft im Safe, unter einer Fliese oder unter der Materasse verstecken? Sie wissen alles Ã¼ber uns! Und diese HurensÃ¶hne sind dabei auch noch durchaus geschickt. Sie haben ihre Techniken verfeinert, als ob sie wirklich die Gentlemen wÃ¤ren, die sie behaupten, zu sein. Sie zerlegen alle diese Verteidigungstheorien Ã¼ber den "defekten" Mann in Einzelteile, weil sie im Gegensatz zu uns, sich vom Exmann-Versager unserer Nachbarin, der mit uns flirtet, unterscheiden. Ihre (virtuellen) Highlights sind der Glanz der Uniform, ein rechtschaffener Beruf, ein einsamer Mann ohne jegliche Zuneigung, Abenteuer, Mut, eine finanziell positive Situation. Und weil man dann doch eins und eins zusammenzÃ¤hlt und sich einmal online erkundigt, was so ein US-amerikanischer Marineoffizier, ein australischer Pilot oder ein englischer Offizier eines Hochseeschiffes verdient.

Aber das Herz schlÃ¤gt hÃ¶her als alle Berechnungen und von ahnungslosen und romantisch vertrÃ¤umten Frauen wissen wir nicht, ob sie wirklich so anders sind als wir. Sie kommen nicht aus der westlichen Welt, aber sie Ã¼ben sich darin, so zu wirken, als ob sie es wÃ¤ren. Sie lernen die Verhaltensweisen, die einer Frau den Kopf verdrehen. Sie sehen viele Filme, lesen Liebesromane und HandbÃ¼cher Ã¼ber die Eroberung der Herzen. Sie lernen Phrasen, Komplimente, Aufmerksamkeiten, die das Herz einer Frau im mittleren Alter hÃ¶her schlagen lassen, trotz aller Skepsis und Intelligenz. Im Gegenteil. Aus einer statistischen Studie geht hervor, dass das Intelligenzniveau bei den betrogenen Frauen stets gehoben ist.





 Ganz egal ob Ghanaer, Nigerianer oder Malaien, die Scammer verwenden jedmÃ¶gliches Werkzeug, das die globalisierte Welt ihnen bietet, um mehr Ã¼ber Psychologie, TrÃ¤ume, Denkweisen einer westlichen Frau zu lernen. Und es ist gar nicht so ungewÃ¶hnlich, dass der nette Mann auf der anderen Seite der Welt selbst eine Frau ist. Wahrscheinlich jÃ¼nger als wir, aber ganz gewiss clever und geschickt. Ein Organisationsprofi fÃ¼r Romance Scams, die anspruchsvollen und lukrativen BetrÃ¼gereien mit der Liebe.




Geschichten von Frauen, die im Internet betrogen wurden


Ein Beispiel fÃ¼r SÃ¤tze, die bei Kontakten mit Frauen im Netz mit Kopieren/EinfÃ¼gen verwendet werden:



âIch vermisse dich so sehr, du bist das Wichtigste fÃ¼r mein Herz und meine Seele geworden. Du bist mein Tag, meine Nacht, mein Mond und meine Sonne. Du bist die einzige KÃ¶nigin in meinem Herzen. Ich vermisse dich so sehr, dass selbst die Tage traurig werden".




Melania


Was bringt eine Frau aus Rimini, die noch jung und attraktiv ist, dazu sich durch eine Liebesillusion zu einer Ãberweisung von 24 Tausend Euro auf das Konto eines Unbekannten verleiten zu lassen?

Melania


 ist 40 Jahre alt und lebt in einer der "offensten" StÃ¤dte Italiens, einem der berÃ¼hmtesten Ferienorte Europas; lebendige Kultur, wo sich Touristen, Kongressabgeordnete, GeschÃ¤ftsleute, KÃ¼nstlern aller Art und jeden Alters aufhalten. Gibt es in Rimini keine MÃ¶glichkeiten? Das wÃ¼rde ich nicht unbedingt sagen. Doch Melania findet ihre romantische Liebe im Netz; aber es ist ein honigsÃ¼Ãer Schwindel, ein kybernetischer Schadensfall, der sie zur PlÃ¼nderung ihrer Ersparnisse fÃ¼hrt und ihr einen Dorn in ihr Herz bohrt, der sie noch lange Zeit quÃ¤len wird.



Als Melania die Online-Nachricht von John von der US-Army liest, fragt sie sich nicht, warum sich der Mann in Uniform ausgerechnet an sie wendet. Ganz im Gegenteil, sie denkt: "Das ist die Macht von Facebook! Denn wann kÃ¶nnte ich jemals einen solchen Mann kennenlernen, wenn ich nicht hier im Netz?"

Sie ist keine naive Melania, sie ist vierzig Jahre alt, hat einen Diplom-Abschluss in Biologie, einen Job in einer Ã¶ffentlichen Einrichtung, einen Ex-Mann, der sie nicht mehr ertragen wollte und mit dessen Charakter sie nicht klar kam.

âIch habe dein Foto gesehen - schreibt John - und seit zwei Tagen wache ich nachts mit deinem Anblick vor meinen Augen auf. Mir gefÃ¤llt, was du in deinem Profil zeigst. Ich denke an dich, ich denke, dass du eine faszinierende Frau bist. Darf ich dir eine Freundschaftsanfrage schicken?â

âWarum nicht - denkt Melania â eine hÃ¶fliche Art und Weise von einem Mann mit bemerkenswerten QualitÃ¤ten, sich so zu prÃ¤sentierenâ.



Die Freundschaft beginnt ihren Lauf mit dem Senden von Nachrichten, erst tÃ¤glich, dann stÃ¼ndlich: morgens, mittags, abends.

âIch bin ein Soldat der US-Army, der seit vielen Jahren in Afghanistan Dienst leistet.â John erzÃ¤hlt ihr von seinem Tagesablauf, den Gefahren, denen er ausgesetzt ist, dem Bedauern darÃ¼ber, dass er sich eines schÃ¶nen Tages von seiner Frau scheiden lassen musste, weil sie ihn betrogen hatte (die Treulose). Er trÃ¤umt von einer traditionellen Familie, einer liebevollen Ehefrau, mit der er den Sonnenuntergang betrachten kann. Ein Leben voller Liebe, Leidenschaft, Werte und Respekt. Und Reisen und SpaÃ.

Seltsamerweise fragt John sie wenig Ã¼ber sich selbst zu erzÃ¤hlen. Es scheint ihm nicht wichtig zu sein, wer Melania wirklich ist, wie sie lebt, an was sie glaubt, welcher Religion sie angehÃ¶rt. In dieser Hinsicht ist der Amerikaner sehr offen. Und wenn Melania anfangs etwas erstaunt ist, gewÃ¶hnt sie sich im Lauf der Zeit daran. Ein auÃen stehender Betrachter hÃ¤tte sofort begriffen, dass John (der sogenannte) sich nicht um Melania kÃ¼mmert, aber sie tat es nicht. Sie fÃ¤ngt an, sich von seinen Phrasen blenden zu lassen und sein offenkundiges Desinteresse als Aufgeschlossenheit zu rechtfertigen. SchlieÃlich kann man von einem Amerikaner, einem Soldaten, der um die Welt gereist ist, nicht die eingeschrÃ¤nkte MentalitÃ¤t eines italienischen Liebhabers erwarten.

Melania hingegen ist er sehr daran interessiert, was er ihr zu sagen hat, die Worte, die er ihr schreibt:



âEs fÃ¤llt mir immer schwerer, Liebling, nachts in der Dunkelheit meines Zimmers einzuschlafen, ohne dich neben mir zu haben und an mein Herz drÃ¼cken zu kÃ¶nnen. Zu sehen, wie sich deine wunderbaren Augen schlieÃen und mit Lust auf zÃ¤rtliches Streicheln deiner weichen Haut antworten, und dir mit meinen KÃ¼ssen GlÃ¼ck und Ekstase zu schenken. Dieses GlÃ¼ck, das nur zwei Seelenverwandte erreichen, wenn das Schicksal sie zusammenbringtâ.



âWas machst du? Wie verbringst du deine Tage, lieber John? fragt Melania. Was erwartest du von einer Frau, damit du glÃ¼cklich bist?â und in der nÃ¤chsten Antwort schreibt er: âIch erwarte eine Frau wie dich! Ah, Melania, wunderbare Kreatur, wo bist du nur die ganze Zeit gewesen? Warum hast du mir nicht schon vorher GlÃ¼ck gebracht? Wo war der Duft deiner Haut? deines KÃ¶rpers, deines Bauches, die Farben des Paradieses, die ich in deinen Augen sehe. Wo war dein Mund, von dem ich stets trÃ¤ume, ihn zu kÃ¼ssen? Wann werde ich glÃ¼cklich und meine Sehnsucht gestillt sein? Ich kann nicht mehr. Darf ich dich Liebes nennen? Sag mir nicht, dass ich vorschnell bin, aber das ist mir noch nie passiert, dass ich so glÃ¼cklich mit einer Frau war. Ich leide, weil du so weit von mir entfernt bist, ich bin glÃ¼cklich, weil du in mein Leben eingetreten bist und ich spÃ¼re wie nah du mir bist. Du bist in meinem Herzen. Wir sind eine Einheit!â.



Versteht ihr, welche Leidenschaft der Soldat John zu vermitteln vermag?

Melania, die so weichgeklopft ist, senkt zunehmend ihre Abwehr und verringert damit die MÃ¶glichkeiten einer objektiven Beurteilung. Sie kÃ¼mmert sich nunmehr sehr wenig um ihre Arbeit, ihre Freundschaften, ihre Hobbys. Johns Botschaften, Johns Versprechungen, die Aussichten auf ein glÃ¼ckliches Zusammenleben, fÃ¼hren sie zu intensiven Tagen voller Neuheiten, voller GlÃ¼ck, Reisen in die Vereinigten Staaten, um seine Familie kennenzulernen, und warum nicht, nach Afghanistan um ihn zu besuchen.

Sie beginnt wie ein Teenager, der seine erste Liebe erlebt, zu fantasieren. Sie plant, ihn zu treffen, und beseitigt Hindernisse, die ihrem GlÃ¼ck im Wege stehen kÃ¶nnten, bevor sie Ã¼berhaupt entstehen. Um ihn in Afghanistan zu besuchen, kann sie sich vom Arbeitsplatz freistellen lassen.

Die BehÃ¶rde, bei der sie arbeitet, erlaubt diese Art von Beurlaubung. Sie sieht sich schon jetzt, im Tarnanzug wÃ¼ste und undurchdringliche Gebiete an Bord eines weiÃen Land Rovers durchqueren. Sie informiert sich, kauft BÃ¼cher, auch "Reise nach Kabul"





, wo sich eine neue Welt vor ihr auftut: die schneebedeckten Berge des Hindukuschs, das Kobaltblau des Himmels, die ockerfarbene Farbe der antiken verlassenen StÃ¤dte entlang der SeidenstraÃe, und der LÃ¤rm und die tausend Farben Kabuls.


Und zu dem Ganzen, ihr fantastischer Soldat John.

Was kann ihr falscher Geliebter an dieser Stelle von ihr verlangen? Vielleicht so ziemlich alles.....

Die Fakten lehren uns, dass Melania allen Anfragen zustimmt. Ihre Verstrickung ist mittlerweile so komplett, dass keinerlei Anzeichen auf einen mÃ¶glichen Betrug sie aus dem Zauber erwachen lÃ¤sst. Sie ist in den (virtuellen) HÃ¤nden von John, der sie bittet, fÃ¼r den Traum, den er ihr gegeben hat, mit (echten) MÃ¼nzen zu bezahlen.

âIch habe dir gegeben, was du wolltest!â wird er ihr spÃ¤ter sagen, als er aufgedeckt wird.




Aber schauen wir mal, wie die Geschichte weitergeht


WÃ¤hrend sie ihre Reise nach Kabul plant, beginnt er, seine Reise nach Italien zu organisieren. Er mÃ¶chte Rimini kennenlernen, in ihren glÃ¼cklichen Flitterwochen gemeinsam mit ihr im Meer baden, Rom und Venedig sehen.

Melania lenkt seine Projekte exotischer Exkursionen auf kulturelle Entdeckungen in den Vatikanischen Museen und romantische Winkel in den venezianischen StraÃen um. Was solls! Amerika und Asien kÃ¶nnen warten, das Wichtigste ist, den geliebten John in der NÃ¤he zu haben!

Tatsache ist, dass der Amerikaner anfÃ¤ngt, sehr begeistert von der Idee ist, nach Italien zu reisen und hier leben zu kÃ¶nnen, um mit seiner geliebten Melania ein neues Leben im Bel Paese zu beginnen; mit ihr zusammen sein, sich lieben, glÃ¼cklich sein, eine Familie grÃ¼nden. Er ist so von dieser Lebensperspektive zu zweit hingerissen, dass sein nÃ¤chster Schritt von groÃer Bedeutung sein wird: der Abschied aus der amerikanischen Armee. Den Dienst quittieren, sich definitiv verabschieden.



âAber bist du dir wirklich sicher? fragt sie - Diese Entscheidung, die du da triffst, ist endgÃ¼ltig. Wirst du es auch nicht bereuen?â

Melania ist ein wenig beunruhigt, aber sie fÃ¼hlt sich von der Tatsache, dass ein solcher Mann seine LebensplÃ¤ne fÃ¼r sie durcheinanderbringt, sehr geschmeichelt.

âOb ich es bereuen werde?â, sagt John. âIch soll es bereuen ein Leben mit einer bezaubernden Frau in einem wunderbaren Land wie Italien zu wollen? Ich wÃ¼rde es tausend Mal bitterlich bereuen, wenn ich diesen Schritt nicht machen wÃ¼rde. Sofort. Und ich bin ausgelaugt und mÃ¼de, diese trockene Erde unter meinen MilitÃ¤rstiefeln widert mich an. Ich habe genug von diesem Krieg, von all dem Blut!

Ich mÃ¶chte blauen Himmel sehen, das tÃ¼rkisblaue Meer Italiens, deine haselnussbraunen Augen mit diesem goldenen Schimmer, meine geliebte Melania!â.




Die Bitte um Geld


An diesem Punkt angelangt, wÃ¤rt Ihr, die diese Zeilen lest, aus diesem Traum mit offenen Augen erwacht, wenn John Euch um Geld gebeten hÃ¤tte? Melania wacht nicht auf; Aber betrachten wir ihren Wortwechsel im Chat:

âIch habe einen Antrag auf endgÃ¼ltige Freistellung gestellt. Sie haben mir gesagt, dass sie ihn akzeptieren werden, aber nur unter bestimmten Bedingungen.â

âWelche Bedingungen?â

âSie wollen, dass ich eine Summe zahle. Eine Art Konventionalstrafe.â

âWie viel?â

âDas, was 24 Tausend Euro in Dollar entspricht.â

âUnd du hast die doch, oder nicht?â

âIn den Vereinigten Staaten habe ich in Wertpapiere investiert, die BetrÃ¤ge sind fest angelegt. Hier habe ich den Betrag, den sie verlangen, nicht.â

Melania bedauert diese Bitte. Es gehÃ¶rt sich nicht fÃ¼r einen Mann, seine Frau um Geld zu bitten. Sie ist daran nicht gewohnt, denn ihr Ex-Mann hat in ihrer Erinnerung viele Fehler, aber nicht den, dass er nicht immer fÃ¼r die Familie gesorgt hÃ¤tte.

Es hat ihr nie an irgendwas gefehlt, wÃ¤hrend sie mit ihrem ersten Ehemann zusammenlebte.

Eine klitzekleine Alarmglocke lÃ¤utet in ihrem Gehirn, ganz schwach hÃ¶rbar, aber das Herz ist jedem mÃ¶glichen Zweifel gegenÃ¼ber blind. Und das auch, weil er ihn gekonnt wegwischt.

âIch weiÃ nicht, ob ich diesen Betrag zusammenbekommeâ, sagt Melania, wÃ¤hrend sie bereits ihre Vorsicht bedauert, denn sie hat Geld auf der hohen Kante, einen Betrag, der den von John geforderten sogar Ã¼bersteigt.



âTu es nicht, wenn du Probleme hast, meine Liebe. Ich fÃ¼hle mich als Versager, wenn ich dich darum bitte. Das ist nicht richtig. Auf meinen Konten in den USA habe ich genug fÃ¼r uns beide. Es ist immer der Mann, der fÃ¼r seine Frau sorgen muss! Vergiss, was ich dir gesagt habe. Wir werden eine andere LÃ¶sung finden. Ich bleibe hier und verschiebe unser Zusammentreffen bis ich freigestellt werde, so in einem Jahr.â

âEin Jahr?â Melania ist fassungslos Ã¼ber die Aussicht, ein weiteres Jahr darauf zu warten, dass John sie endlich in seine Arme nimmt. Nein, so lange kann sie nicht warten. Auch, weil er beharrlich Ã¼berschwÃ¤ngliche SÃ¤tze voller Leidenschaft schreibt. Er erklÃ¤rt ihr, wie sehr er sie liebt, wie einsam er sich in seinem Bett fÃ¼hlt, wenn er sein kaltes Kissen umarmt; jede Nacht trÃ¤umt er davon, sie zu kÃ¼ssen und mit ihr zu schlafen, wÃ¤hrend seine Seele am nÃ¤chsten Morgen traurig und einsam ist.

Dann bricht Melania zusammen. Sie greift auf ihre Ersparnisse zurÃ¼ck und machte eine Ãberweisung mit Western Union. John kassiert und verschwindet. Die groÃe Liebe endet von heute auf morgen.

John existiert eigentlich gar nicht. Melanias GesprÃ¤chspartner ist ein 23-jÃ¤hriger Nigerianer. Er ist Teil einer Bande von Gaunern, die sich nach jedem romantischen Scam die Beute teilen


.



Melanie wendet sich an die Polizei, die ihr erzÃ¤hlt, dass sie die dritte Frau in Rimini ist, die innerhalb weniger Monate ausgeraubt wurde. Aber das trÃ¶stet sie nicht. Wann immer mÃ¶glich, beleidigt sie den sogenannten John (immer online), nennt ihn Dieb, BetrÃ¼ger. Er antwortet, dass er ihr das gegeben hat, wonach sie gesucht hatte, und schlÃ¤gt vor, dass sie zu ihm nach Nigeria kommt, dann kÃ¶nnten sie ja âein bisschen SpaÃ miteinander habenâ. Melania nennt ihn âeine Bestieâ und bricht den Kontakt endgÃ¼ltig mit ihm ab.



Ein Traum kÃ¶nnte nicht schlimmer enden. Arme Melania. Es tut ihr um das Geld leid, aber noch mehr leidet sie darunter, dass sie in eine Falle getappt ist, die ihr im Nachhinein so offensichtlich erscheint. âIch bin ja so dumm!â, sagt sie sich jeden Morgen, wenn sie in den Spiegel schaut.

Sie ging in Therapie, weil sie nicht mehr wusste, was tun. Sie lÃ¶schte ihr Facebook-Profil. Der Psychologe hat ihr vorgeschlagen, den Computer zu meiden und sich wieder ihren schÃ¶nen Fahrradtouren zu widmen, wie sie es als junges MÃ¤dchen tat, sich bei einer Umweltorganisation, einem Kunstverein oder was auch immer ihr gefÃ¤llt, zu engagieren, um die virtuelle Welt zu verlassen und reale Menschen kennenzulernen.




Luciana


Als Luciana die Freundschaftsanfrage auf Facebook liest, denkt sie voll Neugier âEin Franzose? Gar nicht so Ã¼bel!â

Der Mann sagt ihr sofort, dass er verwitwet ist, ebenso wie Luciana, und dass er sie am nÃ¤chsten Abend im Chat treffen mÃ¶chte.

Sie ist Witwe, er ist Witwer. Beide 50 Jahre alt mit Kindern. Und damit beginnen ihre tÃ¤glichen Treffen online. Eine Verabredung, die der Frau sehr gefÃ¤llt, bei der sie sich in Vincent (so lÃ¤sst sich der angebliche franzÃ¶sische Witwer nennen) verliebt.

Nach den ErzÃ¤hlungen Lucianas wird ihr allabendliches Treffen bald zu einem angenehmen unverzichtbaren Ritual. Er schreibt immer sehr hÃ¶fliche Nachrichten, schickt KÃ¼sse und Herzen, und sendet ihr einige Fotos mit oder ohne seine Kinder. Luciana macht das Gleiche, wÃ¤hrend sie diese jugendhafte Liebe durchlebt.



âEs kommt mir vor, als ob ich die lang vergessenen Empfindungen meiner Jugend wieder aufleben lassen wÃ¼rde. Er schickte mir Phrasen voller Liebe, die ich nicht einmal in BÃ¼chern gelesen hatte. Am Ende hatte ich vollkommen meinen Verstand verloren, so dass ich mich nicht mehr von meinem Handy oder Computer loslÃ¶sen


 konnte."




Abfahrt in die ElfenbeinkÃ¼ste


Wir dÃ¼rfen nicht auÃer Acht lassen, dass die ElfenbeinkÃ¼ste, Senegal, Ghana fast immer etwas mit diesen falschen Liebesgeschichten zu tun haben, denn die Schwindler leben genau in diesen LÃ¤ndern und dort lassen sie sich das Geld hinschicken. Der gute Vincent weist Luciana darauf hin, dass er bald eine GeschÃ¤ftsreise in Sachen Kunsthandel in die ElfenbeinkÃ¼ste machen wird. Aber das ist fÃ¼r die Frau eine gute Nachricht. Nachdem er seine Afrikareise, bei der er Masken mit Holzintarsien kaufen wird, beendet hat, wird er nach Frankreich zurÃ¼ckkehren, aber nicht ohne vorher einen Zwischenstopp in Italien eingelegt zu haben, um seine wunderschÃ¶ne Liebste in Rimini in den Arm zu nehmen.

Was fÃ¼r eine Freude! Der Traum wird wahr. Luciana fÃ¤ngt an, sich das Treffen am Flughafen in ihrer Fantasie vorzustellen. Sie mit einem Schild in der Hand, auf das sie in groÃen Buchstaben ' VINCENT' schreiben wÃ¼rde. Er, schÃ¶n und elegant, mit dem Koffer mit dem Abflugsaufkleber Abidjan, Sonnenbrille; vielleicht ein kleines Souvenir fÃ¼r sie und ihr Kind.

Luciana hÃ¤lt es nicht mehr aus und organisiert im Detail die BegrÃ¼Ãung von Vincent. âSoll ich ein Banner am Eingang des Hauses anbringen? Vielleicht besser nicht, das ist banal.â

Sie mÃ¶chte nicht, dass es aussieht, als ob sie sich zu sehr in die Sache hineinsteigerte und ihn so behandelte, als ober er der einzige Mann auf der Welt sei. Besser an konkretere Dinge denken, wie ein ganz spezielles Abendessen, eines ihrer persÃ¶nlichen SpezialitÃ¤ten: Safran-Lasagne, Heidelbeerkuchen und einen guten italienischen Wein. Es sollte ganz einfach sein, aber dennoch perfekt fÃ¼r die BegrÃ¼Ãung desjenigen, der ihrem Leben neuen Schwung geben wird. Luciana kann es nicht mehr erwarten, ihn in ihre Armen zu schlieÃen. Sie fÃ¤ngt wieder an Gymnastik zu machen und zum Mittagessen isst sie Salat und Mozzarella. Sie mÃ¶chte in der Zeit bis sie Vincent treffen wird, noch zwei, drei Kilo abnehmen.

Luciana wird immer schÃ¶ner und das bemerken auch ihre Freunde. Ihre Augen funkeln wenn sie ihre Geschichte erzÃ¤hlt, von dem GlÃ¼ck einen solch besonderen Mann auf Facebook getroffen zu haben. Manche Freundin lÃ¤sst schon auch mal fallen: âSei vorsichtig mit den sozialen Netzwerken! Da ist nicht alles Gold was glÃ¤nzt!â Aber Luciana hÃ¶rt ihr kaum zu. Sie erwartet derartige Warnungen, aber sie lÃ¤sst sie auÃer Acht. Ihr GlÃ¼ck liegt darin, dass sie den Mann ihres Lebens getroffen hat und da hat das Gerede ihrer Freundinnen kein Platz.

Aber einen Tag erreicht sie eine schlechte Nachricht, die ihrer GlÃ¼ckseligkeit, ihrer vom Schicksal AuserwÃ¤hltsein einen herben DÃ¤mpfer verpasst. Vincent sendet ihr eine Nachricht von der ElfenbeinkÃ¼ste und bittet um Hilfe. Er ist verzweifelt. Man hatte seine Aktentasche gestohlen, mit GeldbÃ¶rse und Kreditkarte, Handy und alles Geld, das er mitgebracht hatte. Die RÃ¤uber haben ihn auÃerdem auch noch mit dem Auto verfolgt und bei der Flucht hat er ein 8 Jahre altes Kind angefahren, das nun schwerverletzt im Krankenhaus liegt. Vincent droht jetzt eine GefÃ¤ngnisstrafe, wenn er nicht sofort 2500 Euro fÃ¼r die medizinische Behandlung bezahlt.




Das Bewusstsein von Luciana beginnt sich zu lichten


Viele Frauen hÃ¤tten bezahlt, so wie in vielen anderen Romance Scams, aber bei Luciana beginnt eine kleine Alarmglocke zu lÃ¤uten und sie stellt tausend Fragen: sie mÃ¶chte ein Foto des verletzten Kindes, seine Daten, Kontaktinformationen und Bankdaten des Krankenhauses, dem sie das Geld Ã¼berweisen soll.

Vincent ist Ã¼ber das Misstrauen ein bisschen beleidigt. Er sagt es ihr. Dann, mit viel Geduld erklÃ¤rt er ihr, dass das Krankenhaus keine Ãberweisungen aus Europa akzeptiert. Der einzige Weg, zu zahlen ist eine Ãberweisung mit Money transfert.

Der Nebel im Gehirn von Luciana lÃ¶st sich auf und sie schreibt eine E-Mail an die Botschaft in Abidjan, in der sie um Auskunft Ã¼ber den sogenannten Vincent bitten, sie schickt sein FB-Profil und das wenige, was sie sonst noch von ihm weiÃ. Sie findet heraus, dass der Mann ein polizeibekannter BetrÃ¼ger und Teil einer Gruppe ist, die auf romantische BetrÃ¼gereien spezialisiert ist.




Alarmglocke


Luciana beginnt die Informationen in ihrem Besitz zusammenzureimen. Der angebliche Vincent gibt sich als Franzose aus, denn in der ElfenbeinkÃ¼ste, ist FranzÃ¶sisch als ehemalige Kolonie noch Amtssprache. Er hat Abidjan nie verlassen, aber er hat so getan als ob er dort hingereist wÃ¤re, um in der Heimat die GeldÃ¼berweisung zu erhalten.

Luciana schickt ihm das Geld nicht, denn sie ist so klug, den Betrug rechtzeitig zu bemerken. Es war die Bitte um Geld, die ihren inneren Alarm auslÃ¶ste. Intuition und Vernunft gewinnen Ã¼ber GefÃ¼hle und der BetrÃ¼ger verliert das Spiel, das er so mÃ¼hsam gespielt hatte.

Jede Frau, jeder Mensch sollte - bei einer Anfrage nach Geld - aus dem durch die Liebe vernebelten Bewusstsein auftauchen. Es sollte eine automatische Reaktion auslÃ¶sen: Geld = Erwachen!

Dann ein herzliches "Leck mich" an den skrupellosen RÃ¤uber. Aber es ist nicht einfach, einen Traum aufzugeben. Nachdem Luciana Anzeige erstattet hat, weint sie tagelang. Sie sagt, sie hÃ¤tte sich wie eine arme NÃ¤rrin gefÃ¼hlt, wie eine Idiotin:



âEr hat diese psychische Gewalt verwendet - erklÃ¤rt Luciana in einem Interview - um mich buchstÃ¤blich in die Knie zu zwingen. Er machte sich sogar Sorgen um mich und fragte, ob ich gut geschlafen hÃ¤tte, ob ich gegessen hÃ¤tte und wie mein Arbeitstag war! Es ist offensichtlich, dass, wenn ich bei klarem Verstand gewesen wÃ¤re, es fÃ¼r unmÃ¶glich gehalten hÃ¤tte, dass ein so netter und hÃ¶flicher Mann sich in jemand wie mich verliebt, die weder hÃ¼bsch noch jung ist; aber leider, macht, wie man so schÃ¶nt sagt, Liebe blindâ


.




Mary


Die Geschichte von Mary wird von ihrem Sohn Lucien erzÃ¤hlt. Eine schlimme Geschichte, aber mit Happy End, wenn man das so nennen kann, wenn man sein eigenes Geld wieder beschafft.

Mary feierte gerade ihren 59. Geburtstag, als sie von einem amerikanischen Seemann kontaktiert wird, der ihr GlÃ¼ckwÃ¼nsche und eine Freundschaftsanfrage schickt. Der Mann sagte, sein sei Name Michael Miller und er wÃ¤re 53 Jahre alt.

Sie lebt seit zehn Jahren in Italien. Sie ist FranzÃ¶sin, die mit einem italienischen Journalisten verheiratet war und von dem sie geschieden ist. Sie hat aus dieser Ehe einen Sohn, Lucien, der als Mathematiklehrer an einem Gymnasium in Rom arbeitet, wo sowohl er als auch seine Mutter lebt.

Die AnnÃ¤herung Michaels findet an ihrem Geburtstag statt. Er schickt ihr eine Freundschaftsanfrage, sie akzeptiert sie. Er schickt ihr einen groÃen StrauÃ roter Rosen (ein Foto) mit GlÃ¼ckwÃ¼nschen in englischer Sprache.

âWie hast du deinen Geburtstag verbracht?" fragt sie Michael am nÃ¤chsten Tag in einem Italienisch voll von grammatischen Fehlern.

âGut! Ich war mit meinen Freunden zum Essen und wir hatten einen schÃ¶nen Abend.â

âDo you have a lot of friends? Who do you like? I'm jealous.â

âSprichst du FranzÃ¶sisch? fragt ihn Mary - ich kann nur ein bisschen Englisch."

âAvez vous beaucoup d'amis? Qui aimez-vous? Je suis jalouxâ, wiederholt er und gibt zu, dass er den Satz mit Google Ã¼bersetzt hat, und setzt die Unterhaltung mit Kopieren-EinfÃ¼gen von Online-Ãbersetzungen fort.

âAlso, wenn du Google benutzt, dann wÃ¤hle gleich die italienische Sprache - drÃ¤ngt ihn Mary - weil in FranzÃ¶sisch ich automatisch alle Fehler korrigiere.â

âHast du viele Freunde? Wer gefÃ¤llt dir? Ich bin eifersÃ¼chtig.â

âSei nicht albern!â

âIch denke nur an dich. Vor einem Monat habe ich dein Bild gesehen, aber ich bin schÃ¼chtern und erst an deinem Geburtstag fand ich den Mut, dich anzusprechen!â

âWirklich?â fragt ihn Mary geschmeichelt. âUnd was gefÃ¤llt dir an mir? Ich bin eine normale Frau.Â»

âNormal? Say normal is false. Normal entspricht nicht der Wahrheit. Du bist schÃ¶n.â

âWie alt bist du, hast du gesagt?â

â53 Jahre, und du?â

âIch bin gerade 59 geworden, ich bin Ã¤lter als du. Ihr MÃ¤nner seid immer auf der Suche nach jungen MÃ¤dchen. Was findest du an einer reifen Person so anziehend?â

âAuf deinem Foto sehe ich eine elegante Frau, you're a beautiful woman. Mary darf niemals schlecht Ã¼ber Mary denken. Schau dich mit den Augen der Liebe an, so wie ich dich anschaue, und du wirst sehen wie schÃ¶n du bist!â

âLiebe? Du hast es ganz schÃ¶n eilig!â

âYes, ich habe es eilig, aber ich folge meinem Herzen, das es noch eiliger hat als ich!â



Eine Woche nach ihrem Geburtstag hat Maria das GefÃ¼hl, Michael schon seit langer Zeit zu kennen. Er meldet sich jeden Tag zur gleichen Stunde bei ihr, und bedrÃ¤ngt sie mit seinen AntrÃ¤gen, seine Liebe zu erwidern. Er sagt schÃ¶ne SÃ¤tze, wenn auch in seinem ungelenken Italienisch, gesteht, dass er noch nie solche Ã¼berwÃ¤ltigende GefÃ¼hle erlebt hÃ¤tte. Er hatte andere Beziehungen gehabt, die aber unbedeutend waren, weil er immer geglaubt hatte, dass er fÃ¼r eine aufrichtige Beziehung einen Seelenverwandten finden mÃ¼sste. Er glaubt, dass Gott eine vollkommene Liebe fÃ¼r jedes Lebewesen auf der Erde geschaffen hat, und er hatte das GlÃ¼ck, sie zu finden und seinen Traum zu erfÃ¼llen.

Zusammenleben, heiraten, vereint miteinander in einem einzigen KÃ¶rper; das ist das menschliche GlÃ¼ck. Es gibt nichts SchÃ¶neres!

Mary ist berauscht von seinen Worten, von der Aufmerksamkeit Michaels, der sie mit Bilder von schÃ¶nen Landschaften bei Sonnenuntergang, Blumen, meist roten Rosen, mit der Aufschrift "Je t'aime,â oder "Je t'aime beaucoupâ, oder als Alternative auch "I love you" Ã¼berflutet.

Seltsamerweise sendet er keine Fotos von sich in anderen Posen oder in Situationen des tÃ¤glichen Lebens. Mary hat von Michael nur zwei Bilder, eine Nahaufnahme und ein GanzkÃ¶rperfoto. Auf beiden Fotos ist er, ein gut aussehender Mann mit hoher Stirn, stolzem Blick, und einem angedeuteten LÃ¤cheln in Uniform zu sehen. Ein bisschen zu wenig zum Verlieben. Doch Maria ist so von den Phrasen, Versprechungen, Anspielungen auf ein perfektes sentimentales und sexuelles GlÃ¼ck eingenommen, dass sie nicht weiter fragt. Den Traum die bessere HÃ¤lfte zu finden, ist das, was sie will. Sie glaubt daran. Sie will nichts anderes. Michaels Worte sind ihre tÃ¤gliche Dosis an Unterhaltung, eine erzÃ¤hlte und virtuelle Intuition, ein Vorgeschmack der realen Begegnung, die bald stattfinden wird. Michael will es, Maria will es, besonders nach Nachrichten wie diese:



âDarling, ich vermisse dich so sehr, du bist fÃ¼r meine Seele, fÃ¼r mein Herz unerlÃ¤sslich geworden. Du bist der Tag und die Nacht.

FÃ¼r mich bist du die Sonne und der Mond. Du bist meine KÃ¶nigin. Ich vermisse dich so sehr, dass die Tage, die mich von dir trennen, zu lang und grausam sind. Oh, wie wÃ¼rde ich gerne das Band durchschneiden, das uns vor unserem Treffen trennt! Liebe mich Mary! Mach mich glÃ¼cklich und steh unserem GlÃ¼ck nicht im Wege!".




Bald ist es soweit, aber zuerst fahre ich nach Abidjan!


Die ZufÃ¤lle des Lebens sind seltsam, denn auch Marys Geschichte fÃ¼hrt in die ElfenbeinkÃ¼ste. Und es ist kein Zufall, Abidjan ist genau der Ort, wo Michael ein GeschÃ¤ft abschlieÃen muss. Er beabsichtigt, aus der Marine auszutreten, und plant, mit seiner Abfindung eine Import-Export-Firma fÃ¼r Diamanten ins Leben zu rufen.

In der ElfenbeinkÃ¼ste werden pro Jahr Diamanten im Wert von einer Million Karat abgebaut! Dann wird Michael, der eine erfolgreiche geschÃ¤ftliche Zukunft plant, einen Bergbaudirektor besuchen, der ihm die zu exportierenden Edelsteinmengen, die Einkaufspreise und die Verkaufspreise auf den europÃ¤ischen MÃ¤rkten darlegt.

Die Aussicht auf enorme Profite ist gut, so gut, dass der Seemann all seine Ersparnisse zusammengekratzt hat um den Vorschuss zu zahlen, der nÃ¶tig ist, um die ExportaktivitÃ¤ten nach Europa zu beginnen. Er hat eine Menge Geld angespart, da er mehr als achttausend Dollar im Monat verdient. Und die vertragsgemÃ¤Ãe Zahlung wird er dem Direktor mit der AblÃ¶sezahlung beim Austritt aus dem MilitÃ¤rdienst geben.

Aber Vorsicht! Der aufregendste Teil des Projekts, erzÃ¤hlt Michael, ist, dass seine Reise nach Europa in Italien beginnen wird, in Rom, wo er Maria in seine Arme schlieÃen wird und mit ihr die Zukunft planen wird, um sich den Traum einer glÃ¼cklichen Beziehung zu erfÃ¼llen und - warum nicht - auch eine Hochzeit ist nicht auszuschlieÃen.



Nach einer weiteren Woche im Chat, mit Michaels gewohnter liebevoller Aufmerksamkeit, kommt der ersehnte Moment der Abreise an die ElfenbeinkÃ¼ste.

Der Mann meldet sich bei ihr sofort nach seiner Ankunft in Abidjan und sagt ihr, dass die Reise gut verlaufen sei. Am nÃ¤chsten Tag treffen sie sich erneut online.

Danach vergehen drei lange Tage ohne Nachricht von Michael. Mary ist besorgt, sie weiÃ nicht, worauf dieses Schweigen zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist. Sie ist verÃ¤ngstigt. Dann erhÃ¤lt sie endlich einen Anruf von der ElfenbeinkÃ¼ste. Die Kontaktperson ist ein Klinikarzt, der ihr mitteilt, dass es Michael schlecht gehe. Sie haben ihn nach einem Angriff von drei Kriminellen ins Krankenhaus eingeliefert. Er musste sich einer Milzoperation unterziehen. Michael selbst hatte den Arzt angefleht, sie zu kontaktieren, denn vor der OP, dachte er (der sehr schwer verletzte arme Mann) an die sich um Angst verzehrende Mary, und bat ihn darum, seine Frau zu informieren.

Der Arzt ist in seinem GesprÃ¤ch mit Mary ziemlich ausschweifend (es scheint fast so, als ob er wenig zu tun hÃ¤tte) und beendet seinen Anruf mit der Nachricht, dass Michael sie wahrscheinlich am nÃ¤chsten Tag selbst anrufen kann.

Mary, die sehr besorgt ist, sendet ihm Botschaften, allerdings erfolglos. Am nÃ¤chsten Tag sieht sie ihn dann auf einem Foto, das per Smartphone geschickt wurde. Sein Gesicht ist geschwollen, er sieht aus, als ob er starke Schmerzen hÃ¤tte. Der Eingriff war gut verlaufen, erklÃ¤rt er, er spricht langsam und unter Schmerzen. Sie haben ihm die Milz entfernt. Er wird sich ausruhen mÃ¼ssen, bis er geheilt ist.

Er sagt ihr, dass die Angreifer ihm 90.000 US-Dollar geraubt haben. Er hat nichts mehr, bis er seine Abfindung bekommen wird. Er hat nicht einmal das Geld, um die Klinik zu bezahlen. AuÃerdem hat er den Vertrag mit dem Minenbetreiber unterzeichnet und muss einen Scheck als Sicherheit Ã¼bergeben. Er wÃ¼rde um nichts in der Welt sie um Hilfe bitten wollen, aber er ist verzweifelt!

Mary versteht nicht, warum er mit so viel Geld unterwegs war und fragt ihn. Michael erklÃ¤rt, dass er dabei war, das Geld in der Bank in Abidjan zu hinterlegen, um den Scheck von 50 Tausend Dollar fÃ¼r den Vorschuss des Vertrages Ã¼ber die Diamantenlieferung zu decken. Er erklÃ¤rt ihr seine Situation und wird von Gewissensbissen gequÃ¤lt, weil er weiÃ, dass es nicht normal ist, sich an sie zu wenden. Er wÃ¼rde lieber sterben, aber er ist besorgt! Er muss eine LÃ¶sung finden, denn wenn der Scheckbetrag nicht gedeckt ist, platzt das GeschÃ¤ft und er muss dazu auch noch eine Strafe zahlen.

Der Rest der Geschichte, wie ihr euch vorstellen kÃ¶nnt, ist leider, wie die arme Mary zugunsten des BÃ¶sewichts verarmt, ein BÃ¶sewicht, der nicht Michael heiÃt, sondern ein junger Afrikaner und Mitglied einer Bande ist, die sich auf "Honigbetrug" spezialisiert hat.




Die Geschichte aus der Sicht von Lucien


âMeine Mutter hatte Michael in der ElfenbeinkÃ¼ste mehrere Ãberweisungen aus verschiedenen GrÃ¼nden geschickt. Es begann mit 50 Tausend Dollar mit Western Union und Money Gram, weil der Mann, in den sie sich verliebt hatte, ihr nach den ernsten Verletzungen und Angriffen leid tat. Sie hat alle ihre Ersparnisse aufgebraucht, um ihm zu helfen, nicht zuletzt, weil er ihr zusagte, dass er den Kredit zurÃ¼ckzahlen wÃ¼rde, sobald er sich erholt hatte.

Wenn die Lieferungen fÃ¼r den Verkauf von Diamanten beginnen wÃ¼rden, wÃ¼rde er persÃ¶nlich nach Rom kommen, um ihr den Scheck zu bringen und ihre gemeinsame Zukunft beginnen. Aber der Mann hatte in dieser traurigen Situation viele finanzielle Verpflichtungen. Die Kosten fÃ¼r die Klinik, die Rehabilitation, die Hotelkosten und die zweite Tranche des Unternehmens fÃ¼r den Import/Export sind bekannt.

âMeine Mutter", sagt Lucien, âverkaufte sogar ihre Wohnung, um den stÃ¤ndigen Forderungen des Mannes nachzukommen, der sie mit falschen, dringenden und zwingenden Rechtfertigungen Ã¼berzeugte. Als ihr klar wurde, dass sie betrogen wurde, fiel sie in eine Depression. Traurig und ohne weitere finanzielle Mittel quÃ¤lte sie sich jeden Tag, weil sie eine dumme Frau war, die den Betrug hÃ¤tte bemerken und Rat suchen sollen. Das hatte sie nie getan.

Ich habe meine Mutter zur Therapie geschickt, um sie von diesem moralischen Tiefschlag zu befreien. Aber in ihrem Altern heilen solche Wunden nur schwer...".




Die glÃ¼ckliche FÃ¼gung der Quittungen der Ãberweisungen


Mary hat glÃ¼cklicherweise die Quittungen von Western Union und Money Gram aufgehoben. AuÃerdem hatte sie auch den Kontakt mit ihrem BetrÃ¼ger aufrechterhalten, wÃ¤hrend ihr Sohn Lucien Informationen bei seinen Journalistenfreunden suchte, und eine Interpol-Niederlassung mit einem Ermittler in die Sache verwickeln konnte der die Bandenmitglieder verhaften lieÃ.

Nachdem das AuÃenministerium der ElfenbeinkÃ¼ste die Beweise fÃ¼r die Ã¼berwiesenen BetrÃ¤ge erhalten hatte, unternahm es Schritte, um das Geld zurÃ¼ckzuzahlen.

Aber Marys Schmerz darÃ¼ber, dass sie so sehr gekrÃ¤nkt wurde, wird noch lange andauern. Ab und zu wacht sie nachts auf, weil sie davon trÃ¤umt, dass ihr jemand eine Tasche voller Diamanten stiehlt. Sie ruft um Hilfe und sieht einen Mann in Marineuniform, der sie auslacht.

FÃ¼r Mary jedes Aufwachen ist mit Schmerzen verbunden und sie denkt an Michael zurÃ¼ck. Sie hat ihn so vor Augen, wie auf dem Foto, das sie sich so oft angesehen hatte. Sie kann es fast nicht glauben, dass Michael nicht existiert; dass die LiebesschwÃ¼re nur kopierte Phrasen von irgendwelchen romantischen Texten waren, oder einfach so erfunden waren, um sie in eine sentimentale Falle zu locken.

Der Computer in ihrem Haus ist jetzt ein GerÃ¤t, das immer ausgeschaltet ist und das sie nicht einmal abstauben kann, ohne sich unwohl zu fÃ¼hlen. Das Internet ist ein Ort des Todes und des Leidens. Sie wÃ¼rden aus keinem Grund in der Welt auf die Seite eines Socials gehen wollen.




Silvia


Die Protagonistin dieser Geschichte mÃ¶chte ihre IdentitÃ¤t nicht preisgeben. Sie ist eine junge Frau von 32 Jahren, die im FrÃ¼hjahr 2016 eine Freundschaftsanfrage von einem 40-jÃ¤hrigen Franzosen erhÃ¤lt, ein schÃ¶ner Mann, der sich Henry Dupont nennt. Sie nennen wir Silvia:



"Er schickt mir sofort eine Nachricht Ã¼ber Messenger - erzÃ¤hlt Silvia - und sagt mir, dass ich sein Typ sein und dass er sich in mich verliebt habe. Er schickt mir Herzchen und KÃ¼sse und schreibt honigsÃ¼Ãe Schmeicheleien. Ich fÃ¼hle mich ein wenig unwohl, weil es mir scheint, dass seine Leidenschaft Ã¼bertrieben ist, wenn man bedenkt, dass ich ihn kaum kenne. Ich kenne ihn nicht, ich habe ihn nur in einem Bild gesehen, das, obwohl es schÃ¶n ist, fÃ¼r mich nicht viel Ã¼ber die Person aussagt.

FÃ¼r ein paar Tage lasse ich das Ganze laufen. Ich mÃ¶chte nicht von ungewÃ¼nschten Zuneigungsbezeugungen in meiner PrivatsphÃ¤re gestÃ¶rt werden.

Henry kontaktiert mich immer wieder, ich antworte aus Anstand. Ich lese seine liebevollen SÃ¤tze und denke, dass ich mich Gianni gegenÃ¼ber vielleicht nicht korrekt verhalte; Gianni ist mein LebensgefÃ¤hrte, mit dem ich in letzter Zeit nicht sehr gut auskomme. Wir streiten Ã¼ber Kleinigkeiten und gehen nur noch selten aus.



Jeden Abend erscheint Henry online, spricht mit Silvia und erzÃ¤hlt ihr von seinem Leben. Er sagt ihr, dass er Witwer mit zwei Kindern sei, einem Jungen und einem MÃ¤dchen. Dann berÃ¼hrt er das sehr traurige Thema des Todes seiner Frau, der bereits einige Jahre zurÃ¼ckliegt. Er erzÃ¤hlt ihr von seiner Einsamkeit, mit zwei kleinen Kindern, die ohne ihre Mutter aufwachsen. Er schickt ihre rÃ¼hrenden Fotos der Kleinen zusammen mit ihrem Papa (trauriger und trostloser Mann!). Silvia teilt ihm korrekterweise mit, dass sie bereits einen LebensgefÃ¤hrten hat und sich nicht fÃ¼r andere Geschichten interessiere, vor allem nicht mit Leuten, die sie nicht direkt kennt. Aber Henry gibt nicht auf und schickt ihr Bilder mit Blumen, pulsierende Herzen, liebevolle Kuscheltiere und zÃ¤rtliche Phrasen.

Silvia ist vorsichtig das kann man ihren Worten entnehmen. Sie ist sicher keine Frau, die es gewohnt ist, leichtfertig Entscheidungen zu treffen. Wenn sie das tÃ¤te, wÃ¼rde sie sich ihrem LebensgefÃ¤hrten gegenÃ¼ber schuldig fÃ¼hlen, denn obwohl sie gerade eine Krise durchleben, ist sie sich bewusst, dass er es nicht verdient hat, abserviert zu werden.

Der Widerstand der Frau gegen Henry ist wirksam, aber dennoch steigert sich das geheime Interesse ihrerseits tÃ¤glich. SchlieÃlich ist es schon ungewÃ¶hnlich, dass man Mittelpunkt von so viel Aufmerksamkeit und Zuneigung ist. Da kann man sich nur geschmeichelt fÃ¼hlen.



An einem Abend schreibt ihr Henry, dass er am nÃ¤chsten Tag in die ElfenbeinkÃ¼ste fliegen wÃ¼rde, wo seine Familie ein Immobilienunternehmen hat. Silvia wÃ¼nscht ihm eine gute Reise.

Zwei Tage lang hÃ¶rt sie nichts von ihm. Dann fÃ¤ngt er wieder an, ihr zu schreiben, um etwas Zeit mit ihr im Chat zu verbringen. Er sagt ihr, dass diese Momente die einzigen heiteren seines Tages sind. Seine Umgebung, in der er sich befindet, tut ihm nicht gut. TatsÃ¤chlich geht er abends nicht aus, trifft niemanden und traut vor allem niemandem, denn der Ort, an dem er sich befindet, ist gefÃ¤hrlich. Auf den StraÃen trifft man Frauen von Ã¼belstem Ruf, RÃ¤uber und Diebe.

Eines Abends erzÃ¤hlt er ihr, dass er mit seiner Tochter gechattet hat. Sie schickte ihm einen Kuss mit groÃen Buchstaben: "SMACK!â. Silvia wird weich und lÃ¤chelt. Sie sagt ihm, dass es schÃ¶n ist, Kinder zu haben, die so liebevoll sind.




Nach Rosen und Blumen warten wir nun auf das Unheil


Die Kontakte zwischen Henry und Silvia werden fÃ¼r etwa zehn Tage unterbrochen. Sie sucht nicht nach ihm. Alles in allem ist sie, abgesehen von den schmeichelhaften LiebeserklÃ¤rungen, nicht sehr an ihm interessiert. Oder zumindest ist sie nicht so sehr an ihm interessiert, um ihn zu suchen oder sich Ã¼ber seine Abwesenheit Sorgen zu machen.

Henry meldet sich plÃ¶tzlich wieder und erzÃ¤hlt ihr, dass er kurz bevor er nach Hause kam ausgeraubt wurde. Ohne groÃes Drum Rum bitte er sie um Bargeld, weil er auf dem Trockenen sitzt. Er hat nichts mehr. Er erzÃ¤hlt ihr die Einzelheiten des bewaffneten Ãberfalls, wo er zwei Kriminellen zum Opfer gefallen war. Aus Angst, dass sie ihn tÃ¶ten, gab Henry ihnen alles, was er hatte: seine Brieftasche, seine Kreditkarte, seine goldene Uhr.

Silvia antwortete, dass es ihr Leid tut. Henry bittet sie instÃ¤ndig ihm Geld zu schicken. Sie hat kein Geld und sagt es ihm, aber Henry erklÃ¤rt weiterhin seine Schwierigkeiten. Er sagt, er hat nichts, nicht mal etwas zu essen. Silvia rÃ¤t ihm, sich an die Polizei zu wenden und eine Anzeige zu erstatten. Er antwortet, dass er dies bereits getan hat, aber immer noch ohne Mittel ist. Nur sie kann ihm helfen.

âNein", wiederholt Silvia. âIch habe kein Geld, um es irgendjemand zu geben. Ich komme kaum selbst Ã¼ber die Runden!"

âDu bist herzlos!" schimpft er, âIch brauche das Geld fÃ¼r meine Kinder!"

Dann beginnt sie Fragen zu stellen. Die allgemeinen Fragen, die jedem von uns in den Sinn kommen wÃ¼rden. Sie fragt ihn, wo seine Verwandten, die mit dem Immobilienunternehmen. Sie will, dass er ihr erklÃ¤rt, warum seine Kinder in der ElfenbeinkÃ¼ste und nicht in Frankreich sind.

Henry wird wÃ¼tend und sagt ihr, dass sie nichts von dem verstanden hat, was er ihr gesagt hatte. Er findet Ausreden fÃ¼r seine WidersprÃ¼che. Dann gibt er klein bei und bittet sie um einen niedrigeren Betrag. Eintausend Euro reichen aus. âSchicke, was du kannst! Ich werde dir jeden Cent zurÃ¼ckzahlen".

Silvia unterbricht den Kontakt. Verbittert stellt sie Nachforschungen an und entdeckt, dass er ein BetrÃ¼ger ist.

Sie war kurz davor, auf ihn hereinzufallen, aber in diesem Fall hatte sie immerhin eine gute Dosis Vernunft bewahrt. Sie lieÃ sich nicht verzaubern, ein wenig wegen ihres Charakters, ein wenig auch, weil dieser unbekannte Mann sie nie ganz Ã¼berzeugt hatte. Um genau zu sein, kÃ¶nnen wir sagen, dass der Honig von seiner Seite aus falsch war, von ihrer Seite hatte es ihn nie gegeben.




Daria


âEs ist auch mir passiert. Zwei Monate sehr zÃ¤rtlicher Briefe und sÃ¼Ãer Phrasen, die jede Frau gerne hÃ¶ren wÃ¼rde".



So beginnt Darias Geschichte, indem sie die Person, die sie betrogen hat, als dubiose Person bezeichnet. Sie sagt, dass sie dachte, dass diese Dinge alten Rentnern oder naiven, einsamen Frauen passieren, und verwendet abfÃ¤llige Worte, um diese Angelegenheit zu definieren, weil sie Verachtung fÃ¼r sich selbst empfindet. Sie fÃ¼hlt sich dumm und ohne Ausreden, eine arme und schwache Frau. Daria schreibt ihre Geschichte im Blog von Massimo Cappanera, einem klinischen Psychologen und Experte fÃ¼r Web-BetrÃ¼gereien, der Leute dazu einlÃ¤dt, von ihren Erfahrungen zu erzÃ¤hlen, um sicherzustellen, dass Leser gewarnt werden und nicht in die gleiche Falle geraten.







Ich schwebte zwei Monate lang auf Wolke sieben


Marcello sagt, er sei Italiener, als er sich an Daria ranmacht. Aber man versteht sofort an seiner Ausdrucksweise, dass dem nicht so ist. Sie weist ihn darauf hin, dass er nicht gut auf Italienisch schreibt und er rechtfertigt sich damit, dass er in Italien geboren wurde, seine Mutter aber Deutsche ist. Sein Vater ist gestorben. Als er noch ein Kind war, beschloss seine Mutter nach dem Tod des Ehemannes, nach GroÃbritannien zu ziehen, wo sie viele Jahre lebten.



Daria spricht viele Sprachen und sagt ihm, dass er eine auswÃ¤hlen soll: Spanisch, Englisch, Deutsch.

âIch bin Witwer und habe eine zwÃ¶lfjÃ¤hrige Tochter - erklÃ¤rt er - und reise viel fÃ¼r internationale GeschÃ¤fte. Ich nehme meine Tochter und das KindermÃ¤dchen mit auf die Reisen, weil ich das MÃ¤dchen nicht gerne allein lasse. Wir haben nur uns auf dieser Welt.â

An diesem Punkt beginnt Daria, MitgefÃ¼hl und VerstÃ¤ndnis fÃ¼r diesen Witwer zu nÃ¤hren, dem immer eine sÃ¼Ãe kleine Tochter folgt.

âMein Standort ist in Bristol - fÃ¤hrt Marcello fort - aber geschÃ¤ftlich muss ich um die ganze Welt reisen. Ich arbeite im Bereich der Ã¶ffentlichen Ausschreibungen und schlieÃe betrÃ¤chtliche VertrÃ¤ge ab".

âDas ist ein anspruchsvoller Job!", sagt Daria.

âJa, aber ich bin es gewohnt zu arbeiten, zu reisen. Ich bin mit dem GeschÃ¤ftsverlauf zufrieden. Das einzige, was in meinem Leben fehlt, ist eine Frau, die mir den Kopf verdreht. Jetzt bin ich glÃ¼cklich, weil ich sie gefunden habe, aber mein GlÃ¼ck wird erst komplett sein, wenn ich dich umarmen kann."

âWird dieser Tag bald kommen?"

âFrÃ¼her als du dir vorstellen kannst!" versichert ihr Marcello mit Nachdruck.

âWann?"

âIch hasse es Ã¼ber Zahlen zu sprechen, aber dir kann ich es sagen. Ich habe mich fÃ¼r den Vertrag von 7,5 Millionen statt der 12 Millionen entschieden, weil der von kÃ¼rzerer Dauer ist und wir uns so frÃ¼her sehen kÃ¶nnen. Ich freue mich darauf, dich zu treffen. Du bist so schÃ¶n, so liebenswert (der Mann beginnt ihre VorzÃ¼ge und seine GefÃ¼hle fÃ¼r sie aufzulisten). SÃ¼Ãe Daria, ich denke nur an dich!â

Marcello erklÃ¤rt ihr weiterhin die PlÃ¤ne fÃ¼r ihr Treffen, das nach seiner RÃ¼ckkehr von einer Schiffsreise nach Zypern stattfinden wird, wo er im Begriff ist, die AusrÃ¼stung zu kaufen, die zum Bau einer BrÃ¼cke benÃ¶tigt wird.



âEs verlÃ¤uft alles gut", sagt Daria, âauch wenn es in seinen Worten einige WidersprÃ¼che gibt, die ich aber nicht bemerke, weil mein Gehirn auf Standby steht".




Und hier sind die tollkÃ¼hnen Implikationen der Geschichte


Marcello spricht oft von der mystischen Dimension ihrer Begegnung, die sicherlich eine GottesfÃ¼gung ist. Es ist das Schicksal zweier Herzen, die sich Ã¤hnlich sind, die sich suchen um gemeinsam das GlÃ¼ck zu finden. Sie finden sich durch gÃ¶ttliche FÃ¼rsprache und lieben sich fÃ¼r den Rest ihres Lebens.

Dann ist ja alles in Ordnung! Aber auch hier kommt es - wie in einem schon bekannten Drehbuch - zu einer Katastrophe. Daria wird vor etwas Unerwartetem und UngewÃ¶hnlichem gewarnt. Marcello befindet sich im Hafen von Zypern, als Piraten ein Schiff angreifen, das vor ihrem abgefahren war. Der KapitÃ¤n wurde getÃ¶tet, wÃ¤hrend die SchÃ¼sse wie wahnsinnig durch die Luft fliegen, und unendlich viel Blut flieÃt. Die Piraten nehmen einige Geiseln. Marcello hat einen Koffer voller Bargeld und die wertvollen Dokumente seiner VertrÃ¤ge.

âMeine Liebe - sagt er - du weiÃt, dass ich ohne dich allein auf der Welt bin. Ich vertraue nur dir allein. Tu mir bitte einen groÃen Gefallen und bewahre das Paket, das ich verstecken konnte, bis zu meiner Ankunft in Italien auf."

âIn Ordnung," antwortet Daria.

âGib mir deine Adresse!" sagt Marcello.

Daria schickt ihm die Adresse und Telefonnummer. Er erklÃ¤rt ihr, dass er bereits achttausend Euro fÃ¼r den Transport bezahlt hat und dass sie nur einen kleinen Betrag fÃ¼r nationale Steuern zahlen muss, den das Unternehmen nicht vor Ankunft des Pakets am Bestimmungsort abschÃ¤tzen kann.



Die Frau verbringt zwei verzweifelte und lange Tage, die Angst, die diese unerwartete Situation bei ihr verursacht, raubt ihr den Schlaf. Sie denkt an Marcellos Sicherheit. Sie hat Angst. Sie weiÃ nicht, was sie tun soll, wÃ¤hrend sie bis spÃ¤t in die Nacht wartet, als sie per E-Mail den Lieferschein des Transportunternehmens Turkiye Diplomatic Security Company erhÃ¤lt. Der Lieferschein ist voller Stempel und sieht sehr wichtig und offiziell aus. Es fehlt jedoch ein wesentliches Teil um die Auslieferung durchfÃ¼hren zu kÃ¶nnen. Damit die Sicherheitsbeamten des Unternehmens das Paket zu Daria nach Hause liefern kÃ¶nnen, sind 2500 Euro an nationale Steuern und Mehrwertsteuer zu entrichten. Der Betrag ist vor Lieferung per Bankgutschrift zu begleichen. Daria ist terrorisiert von der Last der Verantwortung, und weiÃ nicht, welche Entscheidung sie treffen soll. Sie ruft Marcello an, aber er antwortet nicht. Dann versucht sie, seine Firma anzurufen und auch dort antwortet niemand. Dann sucht sie das Unternehmen im Internet und findet es nicht. Und so zerreiÃt sie sich tatsÃ¤chlich vor Angst. Sie ist versucht, das Geld zu Ã¼berweisen, aber sie verfÃ¼gt nicht Ã¼ber eine ausreichende Summe. Sie denkt daran, ihre Schwester um Hilfe zu bitten. Sie geht zu ihr. âIch habe ein ernstes Problem", sagt sie aufgeregt, âIch brauche dringend 2500 Euro!"

âWas?"".

âJa, ich muss damit eine Sendung freistellen lassen!"

âSetz dich einen Moment und erklÃ¤r mir alles von Anfang an," sagt ihre Schwester bestimmend.

âNun, ich habe Marcello im Chat kennengelernt. Er ist ein GeschÃ¤ftsmann...".

Daria spricht mit ihrer Schwester und merkt, wÃ¤hrend sie diese unglaublichen Fakten erzÃ¤hlt, wie sich der Nebel in ihrem Gehirn lichtet.



âEs wurde mir von ganz alleine klar! WÃ¤hrend ich spreche und mir selbst zuhÃ¶re, kann ich meinen eigenen Worten nicht glauben.



Die Geschichte Darias endet an diesem Punkt. Mit ihrer Schwester, die ihr glÃ¼cklicherweise geholfen hat, die Augen zu Ã¶ffnen und die ihr in ihrem Kummer Trost gespendet hat.

Aber sie will ihre Geschichte so beenden:



âZum Abschluss sage ich euch, dass solche Dinge, so intelligent und wachsam wir auch sein mÃ¶gen, passieren kÃ¶nnen. Ein sehr wichtiger Punkt ist es, nicht alles fÃ¼r sich zu behalten. Wir betreten einen Tunnel, in dem die RealitÃ¤t leicht mit Fantasie verwechselt wird, wenn wir sie nicht mit jemandem teilen. Ich hoffe, ich habe Sie nicht mit dieser langen Geschichte gelangweilt, und ich hoffe auch, jemandem geholfen zu haben, wie Sie mir, danke".







Serena


Dies ist der Geschichte von Serena, frei entnommen aus dem Blog World Romance Scam


. Diese Website sammelt unzÃ¤hlige Zeugnisse derer, die ihre Erfahrung mitteilen wollen, um anderen Frauen zu helfen, bevor den GefÃ¼hlsbetrÃ¼gern ins Netz gehen, oder nach der EnttÃ¤uschung, die sie erlitten haben, um ihnen einen Weg aufzuzeigen, wie sie ihr SelbstwertgefÃ¼hl zurÃ¼ckgewinnen kÃ¶nnen:



"Ich heiÃe Serena und bin 31 Jahre alt, eines Tages lerne ich auf Facebook einen sehr netten und galanten Mann kennen, der mir eine Freundschaftsanfrage schickte. Ich wusste nichts von der Existenz von Fakes und deshalb vertraue ich ihm. Er ist gebildet, romantisch, aufmerksam; er sagt oft, dass er Gott dafÃ¼r dankt, dass er uns zusammengebracht hat. Ich finde nichts Schlechtes dabei und mache einfach weiter. Er erzÃ¤hlt mir, was er arbeitet; er befindet sich auf einem Ãltanker. Er ist Witwer mit einer Tochter. Ganz langsam vernarre ich mich in ihn und bitte ihn darum uns zu treffen. Er sagt, er kann im Moment nicht an Land gehen, wird dies aber so bald wie mÃ¶glich tun. 

Eines Tages schreibt er mir, dass das Schiff ein Leck hat und sie andocken mÃ¼ssen. Er sagt mir, dass sie Probleme mit der Versicherung haben, die die SchÃ¤den nicht deckt und alle riskieren ihre Arbeit zu verlieren. Er bittet mich darum, ihm zu helfen, indem ich ihm fÃ¼nftausend Euro schicke. Ich glaube ihm und tue es. Dann bittet er mich um mehr Geld fÃ¼r weitere Arbeiten auf dem Schiff. Er erklÃ¤rt, dass sie Geld sammeln und dass er weitere fÃ¼nftausend Euro braucht. Ich schicke sie ihm. Ich beginne fÃ¼r meine FinanzverhÃ¤ltnisse zu viel auszugeben und durch Zufall sehe ich eine Werbung des Vereins "World Romance Scam". Ich klammere mich daran. Ich schreibe. Dr. Ansaldi antwortet mir und bittet mich darum sie anzurufen. Seitdem steht sie mir bei. Sie hilft mir zu verstehen, in was fÃ¼r eine Sache ich hineingeraten bin, und sie sendet mir Fotos des BetrÃ¼gers, die mir beweisen, dass diese Person bereits andere Frauen Ã¼bers Ohr gehauen hat.

Ich folge blind den VorschlÃ¤gen der Ãrztin, die mich durch den Tunnel der RÃ¼ckkehr zur RealitÃ¤t begleitet. Ich blockiere den Kontakt mit ihm. Ich beantworte seine Anrufe nicht mehr; ich weine, ich schlafe nicht, ich bin krank, aber ich weiÃ, dass ich das Ã¼berwinden muss und die Ãrztin ist immer in meiner NÃ¤he. Am Ende verschwindet er und fÃ¼r mich endet ein Alptraum, der viel mehr Schaden hÃ¤tte anrichten kÃ¶nnen, wenn ich nicht "Worldromancescam.org" kennengelernt hÃ¤tte. Heute weiÃ ich, was Fake sind, und ich bin gefeit. Ich wollte, dass jeder weiÃ, dass man diese AbhÃ¤ngigkeiten heilen kann und ich bin der lebendige Beweis".




Die VerbÃ¤nde, die Medien, die Institutionen, die sich mit diesem Problem befassen, das heute weit Ã¼ber alle Erwartungen hinaus verbreitet ist


Der Verein World Romance Scam leistet gute Arbeit bei der Verbreitung und PrÃ¤vention. Auf der Website und auf der entsprechenden Facebook-Seite interagieren Frauen, die solche romantischen BetrÃ¼gereien durchlebt haben, und wollen Schutz und Hilfe bieten. Ihre PrÃ¤sentation auf der Homepage der Website ist die folgende:



âVereinigung gegen sentimentalen Betrug, Assistenz und Beratung fÃ¼r Opfer; Ermittlungen, Information, PrÃ¤vention;; Reporting gemÃ¤Ã dem Abkommen von Budapest, dem Budapest Cybercrime Act v. 23. April 2001 und allen nachfolgenden Versionenâ.



Betrachtet man die auf ihrer Facebook-Seite verÃ¶ffentlichten BeitrÃ¤ge, kann man eine unendliche Anzahl von Bildern sehen, die als Fakes aufgedeckt werden. In einem steht eine Warnung:

âDies ist eine weiteres Fake mit Fotos eines italienischen Modells und er nennt sich Jean Marck Venus.â

Die Antwort eines Mitglieds der Seite lautet: âMir hat er sich mit dem Namen Oliver Perret vorgestellt!"

Wenn man die Seite Ã¼berfliegt, findet man viele Personen, die von BetrÃ¼gern geklont wurden. Man findet das Foto eines hochdekorierten und nichts wissenden Marineoffiziers, mit einem interessanten und energischem Gesicht und dem fiktiven Namen Ken Scaparotti. Weiter unten ein Video mit der Warnung: âNeues Fake, er nennt sich Miguel Pazamini oder Jean Marc Riviet".

Der folgende Kommentar stammt von einer gewissen Martha: âDieser Typ hieÃ im April Sebastien Perrot!"



Die Seite sucht weiter nach der wahren IdentitÃ¤t der BetrÃ¼ger und zeigt die Fotos, die sich mit denen LÃ¼gengeschichten der listigen BetrÃ¼ger verbinden lassen. Es sind Bilder von vielen verschiedenen Typen, schÃ¶ne MÃ¤nner, weniger schÃ¶ne aber interessante, Sportler in moderner Kleidung, Offiziere in hoher Uniform, Lehrer und Ãrzte.

Bei genauerer Betrachtung der BeitrÃ¤ge findet man Fotos von Frauen, meist junge (auch diese ahnungslose Klone), die in den Socials mit falschen Profilen und wenig erfundenen Informationen eingesetzt werden, um - wie ein KÃ¶der auf hoher See - gewinnbringende romantische BetrÃ¼gereien zu aktivieren. Einziges Ziel: den im Netz gefundenen UnglÃ¼ckseligen so viel Geld wie mÃ¶glich abzuknÃ¶pfen.

Die Fotografien sind alle echt, aber von MÃ¤nnern und Frauen, die nicht ahnen, dass sie so wegen ihrer wahren ZÃ¼ge und einer gefÃ¤lschten persÃ¶nlichen Geschichte, die von BerufsbetrÃ¼gern mit Engagement interpretiert wird, geliebt werden.




Rossana


Auch Rossana enthÃ¼llt ihre Geschichte auf Cappaneras Blog. Sie schreibt, dass sie die Berichte anderer Frauen und die RatschlÃ¤ge im Web sehr nÃ¼tzlich findet


. Sie will darÃ¼ber sprechen, um den Lesern zu helfen, nicht in die Falle zu tappen:



âSeit kurzem habe ich angefangen Web-Marketing fÃ¼r mein GeschÃ¤ft zu betreiben und auf der Suche nach Kontakten und Freundschaften auf Facebook bin ich auf diesen Mann gestoÃen... Es ist zu beachten, dass ich die Freundschaftsanfrage mit vielen anderen geschickt habe. Nach einer Weile kontaktiert er mich Ã¼ber den Chat von Facebook".




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