Für Immer und Einen Tag 
Sophie Love


Die Pension in Sunset Harbor #5
Sophie Loves Fähigkeit, bei ihren Lesern Magie zu bewirken, zeigt sich in ihrem höchst inspirierenden Ausdruck und den gedankenanregenden Beschreibungen…FÜR JETZT UND FÜR IMMER ist der perfekte Liebes- oder Strandroman, der sich von anderen abhebt: seine mitreißende Begeisterung und die wunderschönen Beschreibungen machen deutlich, wie komplex die Liebe und auch die Gedanken der Menschen sein können. Dieses Buch ist perfekt geeignet für Leser, die nach einem Liebesroman mit Tiefgang suchen. Midwest Book Review (Diane Donovan zu Für jetzt und für immer) FÜR IMMER UND EINEN TAG ist das fünfte Buch in der Romanreihe DIE PENSION IN SUNSET HARBOR, die mit dem Buch FÜR JETZT UND FÜR IMMER beginnt, welches Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung steht! Die fünfunddreißigjährige Emily Mitchell kündigte ihren Job und ließ sowohl ihre Wohnung als auch ihren Ex-Freund in New York City zurück, um in das verlassene Haus ihres Vaters an der Küste Maines zu fliehen, denn sie brauchte dringend eine Veränderung in ihrem Leben. Sie war fest entschlossen, es in eine Pension umzuwandeln. Sie hätte jedoch nie erwartet, dass ihre Beziehung zu dem Grundstückspfleger Daniel ihr Leben auf den Kopf stellen würde. In FÜR IMMER UND EINEN TAG trifft Emily nach zwanzig Jahren endlich ihren Vater – eine Woche vor ihrer Hochzeit. Ihr Wiedersehen verändert das Leben der beiden und liefert den Schlüssel zu den vielen Geheimnissen des Hauses und zu Emilys fehlenden Erinnerungen. Frühling ist endlich in Sunset Harbor eingezogen und da die Hochzeit schon in einer Woche stattfindet, laufen die Hochzeitsvorbereitungen auf Hochtouren, und Daniel überrascht mit einem Gespräch über die Flitterwochen. Werden Emily und Daniel ihre Traumhochzeit bekommen? Oder taucht jemand auf, der sie voneinander trennt?Währenddessen erreicht der Sorgerechtsstreit um Chantelle seinen Höhepunkt und der Memorial Day rückt immer näher, weshalb sie sich entscheiden müssen, was sie wegen Trevors Haus unternehmen wollen. Trotz all dem hat Emily noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Wird sie selbst jemals schwanger werden?FÜR IMMER UND EINEN TAG ist das fünfte Buch einer aufregenden Romanreihe, die Sie zum Lachen und Weinen bringen wird. Sie werden das Buch die ganze Nacht nicht aus der Hand legen können und sich noch einmal neu in die Romantik verlieben. Buch 6 ist jetzt auch verfügbar. Ein sehr gut geschriebener Roman, in dem es um die inneren Kämpfe geht, die eine Frau (Emily) durchstehen muss, um ihr wahres Ich zu finden. Der Autorin gelang die Ausarbeitung der Charaktere und die Beschreibung der Handlung wunderbar. Romantik ist zwar Teil der Geschichte, doch sie ist nicht erdrückend. Ein Lob an die Autorin für diesen wunderbaren Auftakt einer Reihe, die verspricht, äußerst unterhaltsam zu werden. Books and Movies Reviews, Roberto Mattos (zu Für jetzt und Für immer)







F Ü R I M M E R U N D E I N E N T A G



(DIE PENSION IN SUNSET HARBOR - Buch 5)



S O P H I E L O V E


Sophie Love



# 1 Bestsellerautorin Sophie Love ist die Autorin der Liebesroman Reihe DIE PENSION IN SUNSET HARBOR, die sieben Bücher umfasst (und fortgesetzt wird), und die mit FÜR JETZT UND FÜR IMMER (DIE PENSION IN SUNSET HARBOR - BUCH 1) beginnt.

Sophie Love ist auch die Autorin der Debüt-Liebesroman Reihe DIE LIEBES CHRONIKEN, die mit LIEBE WIE DIESE beginnt (DIE LIEBES CHRONIKEN – BUCH 1).

Sophie würde sich freuen, von Ihnen zu hören. Besuchen Sie deshalb bitte ihre Webseite www.sophieloveauthor.com (http://www.sophieloveauthor.com/), um ihr eine E-Mail zu schreiben, in den E-Mail-Verteiler aufgenommen zu werden, kostenlose E-Books sowie die neuesten Nachrichten zu erhalten und um mit ihr in Kontakt zu bleiben!






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BÜCHER VON SOPHIE LOVE



DIE PENSION IN SUNSET HARBOR

FÜR JETZT UND FÜR IMMER (Buch 1)

FÜR IMMER UND EWIG (Buch 2)

FÜR IMMER MIT DIR (Buch 3)

WENN ES DOCH NUR FÜR IMMER WÄRE (Buch 4)

FÜR IMMER UND EINEN TAG (Buch 5)

FÜR IMMER, PLUS EINS (Buch 6)

FÜR DICH, FÜR IMMER (Buch 7)



DIE LIEBES CHRONIKEN

DAS FESTIVAL DER LIEBE (BUCH #1)

ITALIENISCHE NÄCHTE (BUCH #2)

L'AMOUR IN PARIS (BUCH #3)


INHALTSVERZEICHNIS



KAPITEL EINS (#u9e7ee9e0-dcdf-4ad0-b178-dcf15762b006)

KAPITEL ZWEI (#ud98ea722-ef8c-5ef9-ab1a-e0f2985e334d)

KAPITEL DREI (#u6e9da7f1-c8ee-5612-8cdd-eeb58e28b8be)

KAPITEL VIER (#ub83379bc-2458-5f4b-b515-69337bf74f3c)

KAPITEL FÜNF (#u592805f1-f467-5704-a7f3-9f430d40b638)

KAPITEL SECHS (#litres_trial_promo)

KAPITEL SIEBEN (#litres_trial_promo)

KAPITEL ACHT (#litres_trial_promo)

KAPITEL NEUN (#litres_trial_promo)

KAPITEL ZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL ELF (#litres_trial_promo)

KAPITEL ZWÖLF (#litres_trial_promo)

KAPITEL DREIZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL VIERZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL FÜNFZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL SECHZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL SIEBZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL ACHTZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL NEUNZEHN (#litres_trial_promo)

KAPITEL ZWANZIG (#litres_trial_promo)

KAPITEL EINUNDZWANZIG (#litres_trial_promo)

KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG (#litres_trial_promo)

KAPITEL DREIUNDZWANZIG (#litres_trial_promo)

KAPITEL VIERUNDZWANZIG (#litres_trial_promo)

KAPITEL FÜNFUNDZWANZIG (#litres_trial_promo)

KAPITEL SECHSUNDZWANZIG (#litres_trial_promo)

KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG (#litres_trial_promo)

EPILOG (#litres_trial_promo)








KAPITEL EINS


“Papa?“, wiederholte Emily.

Sie starrte den Mann auf ihrer Verandatreppe an, einen Mann, den sie kaum wiedererkannte. Silbernes Haar, das einmal schwarz gewesen war. Der Schatten von Bartstoppeln an seinem Kinn. Falten und Furchen säumen sein Gesicht. Aber es gab keinen Zweifel. Es war ihr Vater.

Ihr versagten die Worte. Sie bekam keine Luft mehr.

Die Falten in Roys Augenwinkeln vertieften sich als er lächelte. &bdquo;Emily Jane“, antwortete er.

Da wusste Emily, dass sie es sich nicht einbildete. Er war echt. Es war ihr Vater.

Sie rannte so schnell sie konnte, die Stufen zur Veranda hinauf und warf sich in seine Arme. Sie hatte sich diesen Moment so oft vorgestellt und sich gefragt, wie sie sich verhalten würde, wenn er jemals zu ihr zurückkommen würde. In ihrer Vorstellung hatte sie sich cool verhalten, war distanziert und hatte über allem gestanden, indem sie ihn weder den Schmerz, den sein Verschwinden verursacht hatte, noch die Erleichterung die sie fühlte, weil sie wusste, dass er in Sicherheit war, sehen ließ. Aber natürlich war die Realität völlig anders. Anstatt sich zu distanzieren, schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und hielt ihn fest, als wäre sie wieder ein Kind.

Er war warm und kompakt. Sie konnte ihn schwer atmen spüren, jede Ausdehnung seiner Lungen verriet seine Gefühle. Ihre Tränen kamen fast sofort. Wie als Reaktion darauf spürte sie, wie seine eigenen Tränen ihre Wangen und ihren Nacken benetzten.

&bdquo;Du bist zurückgekommen“, schaffte es Emily zu sagen. Ihre Stimme brach, als sie sprach. Sie klang so jung und verletzlich, wie sie sich fühlte.

&bdquo;Das bin ich“, erwiderte Roy tief schluchzend. &bdquo;Es tut mir …“

Aber er unterbrach sich. Emily wusste instinktiv welches Wort fehlte, um diesen Satz zu beenden: &bdquo;leid“. Aber auch, dass ihr Vater noch nicht bereit war, mit dem Strom von Gefühlen fertig zu werden, den eine solche Äußerung entfesseln würde. Emily ging es genauso. Sie wollte noch nicht zu den schmerzhaften Erinnerungen zurückkehren. Sie wollte nur in diesem Augenblick verweilen. Sich daran erfreuen.

Sie hatte ihr Zeitgefühl verloren und wusste nicht wie lange ihr Vater und sie sich schon gegenseitig festhielten. Aber sie spürte eine plötzliche Veränderung in der Art, wie ihr Vater sie hielt, eine Anspannung seiner Muskeln, als ob ihm die Umarmung plötzlich unangenehm war. Sie löste sich von ihm und sah über ihre Schulter um zu sehen, was Roys Blick jetzt fixierte: Chantelle.

Sie stand in der offenen Tür der Pension und ihr Gesicht hatte einen verblüfften Ausdruck, während sie versuchte, die seltsame Szene die sich vor ihr abspielte zu begreifen. Emily konnte alle Fragen in ihren Augen lesen. Wer ist dieser Mann? Warum weint Emily? Warum ist er hier? Was geht hier vor?

&bdquo;Chantelle, Schatz“, sagte Emily und streckte eine Hand aus. &bdquo;Komm her.“

Emily empfand Chantelles Zögern als eine für sie untypische Schüchternheit.

&bdquo;Es gibt nichts, vor dem du Angst haben musst“, fügte Emily hinzu.

Chantelle kam ein paar Schritte auf Emily zu. &bdquo;Warum sieht er mich so an?“, fragte sie mit einem vernehmbaren Flüstern, das Roy deutlich hören konnte.

Emily sah ihren Vater an. Seine feuchten Augen waren weit aufgerissen vor Verwirrung. Er wischte sich die Feuchtigkeit von den Wimpern.

&bdquo;Du hast eine Tochter?“, stotterte er schließlich, seine Stimme war voller Emotionen.

&bdquo;Ja“, sagte Emily, griff nach Chantelle und zog das Mädchen an ihre Seite und in eine halbe Umarmung. &bdquo;Nun, sie ist Daniels Tochter. Aber ich ziehe sie auf wie ein eigenes Kind.“

Chantelle klammerte sich an Emily. &bdquo;Wird er mich wegbringen?“, fragte sie.

&bdquo;Oh nein, mein Schatz!“, rief Emily aus. &bdquo;Das ist mein Vater. Dein Opa.“ Sie wandte sich zu ihrem Vater um und sah ihn an. &bdquo;Opa Roy?“, schlug sie vor.

Er nickte sofort. Er schien von dem Kind verzaubert zu sein, und seine blassblauen Augen funkelten vor Faszination.

&bdquo;Sie sieht ihr so ​​ähnlich“, sagte er.

Emily verstand sofort, was er meinte. Dass Chantelle wie Charlotte aussah. Kein Wunder, dass er angenommen hatte, sie sei Emilys Kind. Emily hatte selbst manchmal Schwierigkeiten zu glauben, dass das nicht Charlottes genetische Merkmale waren, die in Chantelle zum Ausdruck kamen.

&bdquo;Das finde ich auch“, gestand sie.

&bdquo;Wie wer sehe ich aus?“, fragte Chantelle.

Emily hatte das Gefühl, dass diese Art von Fragen zu viel für das Kind war. Sie wollte augenblicklich das Thema beenden. Obwohl sie sich wie ein zitterndes Lamm fühlte, wusste sie, dass sie aufstehen und das Kommando übernehmen musste.

&bdquo;Wie jemand, den wir vor langer Zeit gekannt haben, das ist alles“, sagte sie. &bdquo;Komm schon, Opa Roy muss Papa kennen lernen.“

Chantelle wurde plötzlich eifrig. &bdquo;Ich werde ihn holen.“ Sie strahlte und rannte zurück nach drinnen.

Emily seufzte. Sie verstand, warum ihr Vater von Chantelle so geschockt gewesen war, aber ein Fremder, der sie so anstarrte - als wäre sie ein Geist - war das letzte, was das Kind brauchte.

&bdquo;Sie ist wirklich nicht dein biologisches Kind?“, fragte Roy in der Sekunde, in der das Kind verschwunden war.

Emily schüttelte den Kopf. &bdquo;Ich weiß, es ist verrückt. Sie ist genauso feinfühlig wie sie. Und freundlich. Lustig. Kreativ. Ich kann es kaum erwarten, dass du sie kennenlernst.“ Dann brach ihre Stimme als ihr plötzliche der bange Gedanken kam, dass Roy vielleicht nicht bleiben würde, dass dies nur eine kurze Stippvisite war. Vielleicht hätte sie gar nicht erfahren sollen, dass er hier gewesen war. Vielleicht war es sein Plan, sie zu meiden und nur kurz aufzutauchen und wieder zu verschwinden, bevor sie mitbekam, dass er zurück war. So wie bei seinen heimlichen Ausflügen in seinem heruntergekommenen Auto, das Trevor von seinem Spionagefenster aus gesehen hatte. Sie rieb sich unbeholfen hinter ihrem Ohr. &bdquo;Das heißt, wenn du Zeit hast.“

&bdquo;Ich habe Zeit.“ Roy nickte und das kleine Flattern eines Lächelns erschien auf seinen Lippen.

In diesem Moment kam Chantelle zurück und zog Daniel hinter sich her. Er blieb an der Tür stehen und sah Roy an.

&bdquo;Opa Roy?“, fragte er und hob die Augenbrauen, wobei er den Namen, den Chantelle so unschuldig an ihn weitergegeben hatte, deutlich wiederholte.

Emily sah den Blick, den die beiden austauschten und erinnerte sich daran, wie Daniel ihr von diesem Sommer erzählt hatte, als er ein Teenager gewesen war und einen Freund gebraucht hatte. Und wie Roy für ihn da gewesen war und ihm geholfen hatte, sein Leben wieder auf Kurs zu bringen. In diesem Moment wurde ihr bewusst, dass Roys sichere Rückkehr nach Sunset Harbor für Daniel genauso viel bedeutete wie für sie.

Roy bot Daniel seine Hand an, um sie zu schütteln. Aber zu Emilys Überraschung nahm Daniel die Hand und zog Roy in eine feste Umarmung. Sie spürte ein seltsames Ziehen in ihrer Brust, eine eigenartige Emotion, die irgendwo zwischen Freude und Trauer lag.

&bdquo;Ich denke du hast Daniel schon mal getroffen“, sagte Emily und ihre Stimme brach erneut.

&bdquo;Das habe ich“, antwortete Roy, als Daniel ihn aus seiner Umarmung entließ und ihn stattdessen an den Schultern fasste. Er schien von Gefühlen überwältigt zu sein, dabei, die feine Trennlinie zwischen Freudentränen und erleichterndem Lachen zu überschreiten.

&bdquo;Wir werden heiraten“, fügte Emily etwas verdutzt hinzu.

&bdquo;Ich weiß“, sagte Roy und grinste von einem Ohr zum anderen. &bdquo;Ich habe deine E-Mail gelesen. Ich freue mich so.“

&bdquo;Kommst du mit rein?“, fragte Daniel Roy leise.

&bdquo;Wenn ich darf“, antwortete Roy und klang besorgt, dass er nicht wieder in Emilys Leben aufgenommen werden würde.

&bdquo;Natürlich“, rief Emily aus. Sie umklammerte fest seine Hand und versuchte ihm damit zu zeigen, dass alles in Ordnung war, dass er hier willkommen war und akzeptiert wurde, dass seine Rückkehr zu ihr ein freudiges Ereignis war.

Roys Gesicht schien erleichtert zu sein. Er entspannte sich sichtlich, als wäre eine Last von ihm genommen, um die er sich Sorgen gemacht hatte.

Als sie zur Tür gingen, wurde Emily plötzlich bewusst, dass das Haus, das ihr Vater vor über zwanzig Jahren aufgegeben hatte, keine Ähnlichkeit mit seiner früheren Erscheinung mehr hatte. Sie hatte alles übernommen, alles verändert und hatte es von einem Familienheim in eine Pension verwandelt. Ob er darüber verärgert sein würde?

&bdquo;Wir haben ein paar Renovierungsarbeiten gemacht“, sagte sie schnell.

&bdquo;Emily Jane“, antwortete ihr Vater mit freundlicher, fester Stimme. &bdquo;Ich weiß, dass du hier lebst und das Haus jetzt eine Pension ist. Das ist gut. Das freut mich für dich.“

Sie nickte, war aber immer noch besorgt, ihn hereinzulassen. Chantelle ging voran, und einer nach dem anderen gingen sie in die Empfangshalle. Roy bildete das Schlusslicht, sein Gang war langsamer und steifer, als es Emily in Erinnerung hatte.

Er blieb in der Halle stehen und sah sich mit vor Erstaunen und Ehrfurcht aufgerissenem Mund um. Als er die Empfangstheke sah, weiteten sich seine Augen.

&bdquo;Ist das …“

&bdquo;Dieselbe, die du an Rico verkauft hast?“, sagte Emily. &bdquo;Ja.“

Die Pension war ursprünglich ein Gästehaus gewesen, bevor es die Besitzer verlassen hatten. Roys Geschichte mit dem Haus spiegelte sich gegenteilig in ihrer wider. Er hatte gewollt, dass dieser Ort ein Zuhause für die Familie und ein Zufluchtsort für den Sommerurlaub war. Emily hatte es wieder in ein Gästehaus verwandelt, in ein Geschäft.

&bdquo;Ich kann nicht glauben, dass er sie all die Jahre behalten hat“, sagte Roy überrascht und sah immer noch auf die Theke. Dann sah er zurück zu Emily. &bdquo;Erinnerst du dich an den Tag, an dem ich sie ihm verkauft habe?“

Emily schüttelte stumm den Kopf.

&bdquo;Du hast nachdrücklich darauf bestanden, dass ich sie nicht verkaufen sollte“, sagte er mit einem Kichern. &bdquo;Du hattest eine Barbie in jede Schublade gelegt und gesagt, es wäre ein Krankenhaus für deine Puppen.“

&bdquo;Ich glaube, ich erinnere mich“, antwortete Emily und fühlte sich etwas melancholisch.

&bdquo;Rico war sehr nett“, fügte Roy hinzu. &bdquo;Er hat dir geholfen, deine &bdquo;Patienten“ an einen anderen Ort zu &bdquo;transferieren“. Ich glaube, du hast den Schrank unter der Spüle gewählt.“ Auch er wurde etwas wehmütig und lenkte seine Aufmerksamkeit weg von der Rezeption und wieder hin zu den Renovierungsarbeiten. &bdquo;Das ist wirklich unglaublich. Du hast einen tollen Job gemacht.“

Der stolze Klang in seiner Stimme ließ Emilys Herz erzittern. Dieser Moment war so viel mehr, als sie sich hätte erhoffen können. Es war perfekt.

&bdquo;Soll ich dich rumführen?“

Roy nickte. Emily führte ihn zuerst in die Küche. Von dort hörten sie die Hunde, die in der Waschküche bellten.

&bdquo;Ich weiß nicht, was ich zuerst kommentieren soll“, rief Roy und sah sich in der komplett restaurierten Küche mit den original Retro-Geräten und Dekorationen, die noch von ihm stammten, um. &bdquo;Die erstaunliche Renovierung oder die Tatsache, dass du Haustiere hast!“

&bdquo;Das ist Mogsy und ihr Welpe Rain“, verkündete Chantelle, öffnete die Tür der Waschküche und erlaubte den beiden, hereinzukommen.

Sie eilten zu Roy, schnüffelten an ihm und versuchten, seine Wangen zu lecken. Roy lachte, was die feinen Linien um sein Gesicht deutlicher hervortreten lies und kraulte die beiden hinter den Ohren.

&bdquo;Wir lassen sie normalerweise nicht durch die Küche rennen“, erklärte Emily. &bdquo;Aber da es ein besonderer Anlass ist …“

Ihre Stimme brach, als die schmerzvolle Melancholie, die sie zuvor gefühlt hatte, zurückkehrte. Mit ihrem Vater zusammen zu sein, sollte nicht &bdquo;besonders“ sein. Es war von ihm zu etwas Besonderem gemacht worden, als er gegangen war.

Aus seiner kauernden Haltung sah er zu ihr auf, sein Blick war voller Bedauern.

Plötzlich verspürte Emily einen Anflug von Wut. Ein Teil ihres tief vergrabenen Schmerzes begann an die Oberfläche zu kommen.

&bdquo;Lass uns ins Esszimmer gehen“, sagte sie hastig und weil sie nicht wollte, dass es hochkam.

Sie gingen in den Raum mit dem großen Eichentisch. Roy bemerkte sofort, dass der schwere Gardinenvorhang, der einst über der Tür des Ballsaals hing, nicht mehr da war.

&bdquo;Du hast den Ballsaal gefunden“, sagte er.

Etwas an dem Kommentar irritierte Emily. Dies war kein Versteckspiel. Sie fühlte die Hitze in ihre Wangen kriechen.

&bdquo;Gefunden. Restauriert. Und bald werde ich darin heiraten“, sagte sie, als sie den Gang mit den niedrigen Decken entlanggingen und in den riesigen Ballsaal traten.

Sie konnte die Schnippigkeit in ihrer Stimme hören und atmete tief durch, um sich zu beruhigen.

&bdquo;Nun, er sieht wunderschön aus“, sagte Roy, der entweder ihre wachsende Wut nicht wahrnahm oder noch nicht bereit war, sich damit zu konfrontieren. &bdquo;Ich bin überrascht, dass die Glasmalerei nach all der Zeit so gut aussieht.“

&bdquo;Daniels Freund George hat sie restauriert“, erklärte Emily.

&bdquo;George“, sagte Roy und hob die Augenbrauen. &bdquo;Ich erinnere mich an ihn, als er so groß war.“ Er deutete mit seiner Hand auf seine Taille, um die Körpergröße eines Kindes anzuzeigen.

Dann fiel Emily ein, dass Sunset Harbour mehr die Stadt ihres Vaters war als die ihre, dass er Leute hier besser kannte als sie, dass er in den Jahren, die er hier gelebt hatte, mehr Wurzeln geschlagen hatte, als sie es für sich erhoffen konnte. Eine neue Welle von Eifersucht drang in die komplexe Mischung von Gefühlen ein, die sie bereits in Schach zu halten versuchte. Sie gab sich wirklich Mühe, einen neutralen Gesichtsausdruck zu bewahren.

Als nächstes gingen sie nach oben und Emily zeigte Roy das Hauptschlafzimmer. Das Zimmer, das einmal seins und Patricias gewesen war und dann vermutlich seins und Antonias, wenn sie ihn besucht hatte, bevor es ihres und Daniels wurde.

&bdquo;Das ist fantastisch“, rief Roy aus. &bdquo;Die Farben sind so frisch.“

Früher war es mehr in dunklen Farben gehalten, die karmesinroten und marineblauen Farben, mit denen sie die Gästezimmer dekoriert hatte. Das klare Weiß und das Pastellblau entsprachen mehr dem Geschmack ihrer Mutter. Als sie sich im Zimmer umsah wurde Emily zum ersten Mal bewusst, dass ihr Stil eine perfekte Mischung aus beidem war. Roys Vorliebe für Antiquitäten - in dem riesigen Bett, dem Schminktisch, dem Ottoman - und Patricias Reinheit in den hellen Farben. Emily fühlte sich, als würde sie das Zimmer mit neuen Augen sehen.

&bdquo;Mein Zimmer ist nebenan“, sagte Chantelle.

Emily war dankbar für die Ablenkung. Sie führte Roy aus dem Raum und in Chantelles Zimmer, wo er die entzückenden Möbel im Tierthema bestaunte, die Emily für sie gekauft hatte. Chantelle schwebte durch den Raum und zeigte stolz ihr Bücherregal, ihren Kleiderschrank voller Kleidern, ihren Haufen Plüschtiere und die Wand mit ihren Kunstwerken.

&bdquo;Chantelle, du hast ein sehr schönes Zimmer“, sagte Roy freundlich und erinnerte Emily an die sanfte Art, in der er mit Kindern umging, an die Sanftheit, mit der er mit ihr gesprochen hatte, als er noch in ihrem Leben war.

Chantelle strahlte vor Stolz.

&bdquo;Du hast ihr also nicht das Zimmer gegeben, das du und Charlotte geteilt habt?“, fragte er. &bdquo;Das Spielzimmer mit dem Mezzanin?“

Emily spürte einen kleinen Schmerz in ihrer Brust, als sie hörte, wie er sich auf ihr Kinderzimmer bezog. Er hatte es nach Charlottes Tod abgeschlossen und Emily gezwungen, das Zimmer zu wechseln. Mittlerweile verstand Emily, dass dies das erste Anzeichen war, dass ihr Vater Charlottes Tod nicht verarbeitet hatte und dass ihr Sterben der Auslöser für ihn gewesen war, sie zu verlassen.

&bdquo;Das ist die Hochzeitssuite“, erklärte Daniel und übernahm, während Emily stumm blieb. &bdquo;Das Mezzanin ist ein großes Verkaufsargument. Außerdem wollten wir Chantelle in unserer Nähe haben.“

Die Emotionen wurden zu viel für Emily. Sie hatte keine Ahnung gehabt, dass es möglich war, gleichzeitig so viele widersprüchliche, komplexe Dinge zu fühlen. Plötzlich ahnte sie, dass sich ihre Wut am Ende dieses Rundgangs, wenn sie sich von Angesicht zu Angesicht im Wohnzimmer gegenübersaßen, explosionsartig auf ihren Vater ergießen würde.

Plötzlich spürte sie die Hand ihres Vaters auf ihrem Arm, Halt gebend und beruhigend. Sie schaute in seine blauen Augen, sah die Trauer und das Bedauern in ihnen, vermischt mit äußerster Erleichterung. Er sagte ihr schweigend, dass es in Ordnung sei, er verstand ihre Wut. Sie musste sie nicht verstecken.

Sie schlenderten durch den Rest des Stockwerks und blickten in ein paar der Gästezimmer, so dass Roy einen Eindruck von der Einrichtung bekommen konnte. Er stoppte kurz neben der Tür zu seinem Büro. Als er das letzte Mal da drin gewesen war, war er zwei Jahrzehnte jünger. Seine Haare waren schwarz statt grau, sein Körper schlanker und agiler ohne den leichten Bauch, der jetzt über seinem Hosenbund saß.

&bdquo;Es ist noch genauso“, antwortete Emily. &bdquo;Ich habe es nicht verändert.“

Er nickte, sagte aber kein Wort. Sie fragte sich, ob er über die unzähligen Dokumente nachdachte, die er in seinem Schreibtisch eingeschlossen und die sie nun gelesen hatte. Die Briefe und Geheimnisse, die sie von ihm gefunden hatte. Emily wusste, dass es unmöglich war zu wissen, was Roy dachte. Der Mann war ihr jetzt genauso ein Rätsel wie er es immer gewesen war.

Sie gingen in den dritten Stock, und Roy blieb eine Weile neben der Treppe zum Dachausguck stehen. Erinnerte er sich an diesen Silvesterabend, fragte sich Emily. Den einen, an dem er ihr gesagt hatte, sie solle keine Angst haben, ihre Augen öffnen und sich das Feuerwerk ansehen? Oder hatte er all diese Erlebnisse vergessen, wie sie es einmal getan hatte?

Chantelle hüpfte herum und zeigte ihm alle unbewohnten Gästezimmer. Sie schien aufgeregt, ihn hier zu haben, und so stolz, ihm ihr Zuhause zeigen zu können. Emily wünschte, sie könnte sich so leicht fühlen, wie es das Kind konnte, aber in ihrem Kopf ging so viel vor sich, dass sie völlig mit Pein erfüllt war.

&bdquo;Ich bin wirklich erstaunt über die Arbeit, die du hier geleistet hast“, sagte Roy. &bdquo;Es kann nicht leicht gewesen sein, alle Gästezimmer mit einem Bad auszustatten.“

&bdquo;Das war es auch nicht“, antwortete Emily. &bdquo;Wir hatten nur ungefähr vierundzwanzig Stunden, um es zu machen. Das ist eine lange Geschichte.“

&bdquo;Ich habe Zeit.“ Roy lächelte.

Emily wusste nicht, wie sie darauf reagieren sollte. Zeit war nichts, was sie als selbstverständlich in Bezug auf ihn ansah. Sie konnte seinen Gefühlen nicht vertrauen.

&bdquo;Lass uns ins Wohnzimmer gehen“, sagte sie förmlich. &bdquo;Möchtest du etwas trinken?“ Als ihr aufging, dass sie gerade einem Alkoholiker einen Drink angeboten hatte, fügte sie schnell hinzu: &bdquo;Kaffee.“

Mit jedem Schritt die Treppe hinunter fühlte Emily ihren Ärger stärker werden. Sie hasste das Gefühl. Sie wollte, dass dieses Wiedersehen etwas Freudiges war. Aber wie sollte das möglich sein, wenn sie all diesen Groll in sich trug? Ihr Vater musste von dem Schmerz erfahren, den er ihr bereitet hatte.

Sie erreichten das Erdgeschoss. Daniel ging in die Küche um Kaffee zu machen, während Chantelle Roy ins Wohnzimmer führte. Er keuchte auf als in den renovierten Raum kam und sah, wie Emily neue Stile und alte Stile gemischt hatte, so wie sie moderne Kunst und Kandinsky-Glaswaren kombiniert hatte.

&bdquo;Ist das mein altes Klavier?“, fragte er

Emily nickte. &bdquo;Ich habe es restaurieren lassen. Der Typ der das gemacht hat, Owen, spielt manchmal hier. Er wird sogar auf unserer Hochzeit spielen.“

Zum ersten Mal fühlte Emily ein Gefühl des Triumphes. Da er nicht lange in Sunset Harbor gelebt hatte, war Owen niemand, den ihr Vater länger oder besser kannte als sie. Es gab Menschen hier, die völlig unbefangen waren, die nicht von der Unannehmlichkeit dieser gemeinsamen Vergangenheit befleckt waren.

&bdquo;Owen hilft mir beim Singen“, sagte Chantelle.

&bdquo;Oh, du singst?“, antwortete Roy. &bdquo;Kann ich ein bisschen davon hören?“

&bdquo;Vielleicht später“, warf Emily ein. &bdquo;Chantelle hat mir versprochen, dass sie heute alle ihre Spielsachen aufräumt.“

&bdquo;Kann ich es nicht später machen?“, jammerte Chantelle.

Sie wollte eindeutig mehr Zeit mit Opa Roy verbringen und Emily konnte es ihr nicht verdenken. An der Oberfläche war er wie ein sanfter Riese, wie ein großer Kuschelbär. Aber Emily konnte nicht länger wegen Chantelle ein vorgetäuschtes Lächeln aufsetzten. Es war Zeit für sie und ihren Vater, wie Erwachsene miteinander zu reden.

Emily schüttelte den Kopf. &bdquo;Warum machst du es nicht jetzt, dann hast du den ganzen Tag Zeit mit Opa Roy zu spielen, okay?“

Chantelle gab nach und ging aus den Raum, wobei sie bei jedem Schritt aufstampfte.

&bdquo;Du hast die Flüsterkneipe geöffnet“, bemerkte Roy und blickte auf die prächtig renovierte Bar. Er schien beeindruckt zu sein von der Art und Weise, wie Emily den Zeitgeist der Einrichtung auf die gleiche Weise erhalten hatte wie er, eine Hommage an vergangene Zeiten. &bdquo;Weißt du, es ist noch genauso, wie es ursprünglich war.“

Sie nickte. &bdquo;Das habe ich mir gedacht. Bis auf die Schnapsflaschen.“

Ohne Chantelle als Puffer zwischen sich, stieg sie Anspannung zwischen ihnen. Emily deutete auf das Sofa.

&bdquo;Möchtest du dich hinsetzen?“

Roy nickte und setzte sich hin. Sein Gesicht war blass geworden, als ob er spürte, dass der Moment der Abrechnung kurz bevorstand.

Aber bevor Emily eine Chance dazu hatte, erschien Daniel mit einem Tablett, auf dem die Kaffeekanne, Sahne, Zucker und die Tassen standen. Er stellte es auf den Couchtisch. Stille breitete sich aus, als er die Getränke einschenkte.

Roy räusperte sich. &bdquo;Emily Jane, wenn du Fragen hast, kannst du sie mir stellen.“

Emilys Fähigkeit, höflich und herzlich zu bleiben, verlor sich. &bdquo;Warum hast du mich verlassen?“, platzte sie heraus.

Daniels Kopf fuhr überrascht hoch. Seine Augen waren so groß wie Untertassen. Er hatte wahrscheinlich nicht bemerkt, dass Emilys Freude, Roy zurück zu haben, auch ihren Ärger aufgebracht hatte und dass sie ihre Gefühle während der gesamten Hausführung zurückgehalten hatte. Er stand auf.

&bdquo;Ich sollte euch beiden etwas Zeit geben“, sagte er höflich.

Emily richtete ihre Augen auf ihn. Er sah so peinlich berührt aus, als wäre er plötzlich in eine private Angelegenheit reingeplatzt. Emily fühlte sich ein wenig schuldig, dass sie die Unterhaltung in seiner Gegenwart so schnell unangenehm werden ließ, ohne ihm die Chance zu geben, sich höflicher zurück zu ziehen.

&bdquo;Danke“, sagte sie, als er aus dem Raum eilte.

Sie wandte ihren Blick wieder ihrem Vater zu. Roy schien von ihrem offensichtlichen Schmerz verletzt zu sein, aber er atmete ruhig und sah sie mit sanften Augen an.

&bdquo;Ich war gebrochen, Emily Jane“, begann er. &bdquo;Nach dem Verlust von Charlotte war ich ein gebrochener Mann. Ich trank. Ich hatte Affären. Ich habe meine Freunde in New York City verprellt, bis ich es nicht mehr ertragen konnte, dort zu sein. Deine Mutter und ich haben uns getrennt, obwohl das lange gebraucht hatte. Ich bin hierhergekommen, um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.“

&bdquo;Du hast es nicht gemacht“, erwiderte Emily heftig. &bdquo;Du bist weggelaufen. Du hast mich verlassen.“

Sie spürte Tränen in ihren Augen aufsteigen. Die ihres Vaters wurden ebenfalls rot und verhangen. Er sah verschämt in seinen Schoß.

&bdquo;Ich habe die Dinge einfach ignoriert“, sagte er traurig. &bdquo;Ich dachte, ich könnte so tun, als wäre alles in Ordnung. Selbst noch Jahre später nach Charlottes Tod, habe ich keine Gefühle zugelassen. Ich bin nie in den Raum gegangen, den ihr euch geteilt habt, und ich habe dich in ein anderes Zimmer gesteckt, daran erinnerst du dich sicherlich.“

Emily nickte. Sie erinnerte sich lebhaft daran, wie ihr Vater ihr den Zugang zu Teilen des Hauses versperrte und ihr während ihrer Sommerbesuche den Zugang zu bestimmten Bereiche verboten hatte - den Dachausguck, den dritten Stock, die Garagen, sein Arbeitszimmer, den Keller -, bis sie fast vergessen hatte, dass sie jemals existierten hatten oder was sie enthielten. Sie erinnerte sich an sein zunehmend unberechenbares Verhalten, seine Besessenheit, Antiquitäten zu sammeln, die ihr weniger als Hobby und eher als ein Zwang erschienen war, und sein Hortungsverhalten. Aber darüber hinaus erinnerte sie sich auch an den schwindenden Kontakt, die Phase bis sie fünfzehn wurde und in der sie immer weniger Zeit mit ihm in Maine verbrachte. Und an den einen Sommer, indem er nicht aufgetaucht war, um sie abzuholen. Seitdem hatte sie ihn nicht mehr gesehen.

Emily wollte Verständnis für die Handlungen ihres Vaters aufbringen. Aber obwohl ein Teil von ihr verstand, dass er ein gebrochener Mann war, der eines Tages zerbrochen war, konnte die Qualen, die seine Handlungen verursacht hatten, damit nicht erklärt werden.

&bdquo;Warum hast du dich nicht einmal verabschiedet?“, fragte Emily, während ihr die Tränen in Strömen über die Wangen liefen. &bdquo;Wie konntest du einfach so gehen?“

Auch Roy schien von Emotionen überwältigt zu werden. Emily bemerkte, dass seine Hände zitterten. Auch seine Lippen zitterten, als er sprach. &bdquo;Es tut mir so leid! Diese Entscheidung hat mich seitdem immer verfolgt.“

&bdquo;Dich verfolgt?“ Emily weinte. &bdquo;Ich wusste nicht, ob du tot oder lebendig bist! Du hast mich mit dieser Unwissenheit zurückgelassen. Hast du eine Ahnung, was das mit einer Person anstellt? Mein ganzes Leben hat wegen dir stillgestanden! Nur, weil du zu feige warst, auf Wiedersehen zu sagen!“

Roy empfand ihre Worte wie wiederholte Schläge ins Gesicht. Sein Gesichtsausdruck war schmerzerfüllt, als wären es wirklich körperliche Schläge, die sie auf ihn losließ.

&bdquo;Es war unentschuldbar“, sagte er mit kaum mehr als einem Flüstern. &bdquo;Also werde ich nicht versuchen, es zu entschuldigen.“

Emily spürte, wie wild ihr Herz in ihrer Brust raste. Sie war so wütend, dass sie nicht mehr klarsehen konnte. All diese Jahre der Emotionen überfluteten sie mit der Kraft eines Tsunami.

&bdquo;Hast du überhaupt darüber nachgedacht, wie sehr es mich verletzen würde?“ Sie weinte und ihre Stimme schwoll in Tonhöhe und Lautstärke noch mehr.

Roy schien vor Angst gelähmt zu sein, sein ganzer Körper war angespannt, sein Gesicht vor Reue verzerrt. Emily war froh, ihn so zu sehen. Sie wollte, dass es ihm genauso weh tat wie ihr.

&bdquo;Zuerst nicht“, gestand er. &bdquo;Weil ich nicht ganz bei Sinnen war. Ich konnte an nichts und niemanden außer mich selbst denken, an meinen eigenen Schmerz. Ich dachte, du wärst ohne mich besser dran.“

Dann brach er zusammen. Schluchzer durchfuhren seinen Körper, bis er von Emotionen überwältig zitterte. Ihn so zu sehen war wie ein Stich ins Herz. Emily wollte ihren Vater nicht vor ihren Augen brechen und zerbröseln sehen, aber er musste es wissen. Es würde keine Zukunft geben, keine Wiedergutmachung, ohne dass alles ausgesprochen wurde.

&bdquo;Also dachtest du, dass du mir einen Gefallen tun würdest, wenn du mich verlässt?“, schnappte Emily und verschränkte schützend die Arme vor ihrer Brust. &bdquo;Weißt du wie mies das ist?“

Roy weinte bitterlich in seine Hände. &bdquo;Ja. Ich war damals so durch den Wind und das Durcheinander in meinem Kopf hielt sehr lange an. Als ich realisierte, welchen Schaden ich angerichtet hatte, war zu viel Zeit vergangen. Ich wusste nicht, wie ich wieder dahin zurück gelangen konnte, wie es einmal war, wie ich den Schmerz ungeschehen machen konnte.“

&bdquo;Du hast es nicht einmal versucht“, beschuldigte Emily ihn.

&bdquo;Ich habe es versucht“, sagte Roy, und das Flehen in seinem Tonfall ärgerte Emily noch mehr. &bdquo;So oft. Ich kam mehrmals zum Haus zurück, aber jedes Mal überwältigte mich die Schuld an dem, was ich getan hatte. Es gab zu viele Erinnerungen. Zu viele Geister.“

&bdquo;Sag das nicht“, blaffte Emily, und in Gedanken stellte sie sich sofort Charlotte vor, die als Geist das Haus heimsuchte. &bdquo;Wag es nicht.“

&bdquo;Es tut mir leid“, wiederholte Roy keuchend vor Schmerz.

Er sah auf seinen Schoß, indem seine alten Hände zitterten.

Auf dem Tisch vor ihnen wurden der unangerührte Kaffee in den Tassen kalt.

Emily atmete tief durch. Sie wusste, dass ihr Vater Depressionen gehabt hatte - sie hatte die Medikamentenverschreibung in seinem Hab und Gut gefunden - und dass er nicht er selbst war, dass die Trauer ihn dazu brachte, sich auf unverzeihliche Weise zu benehmen. Sie sollte ihm dafür keine Vorwürfe machen, und doch konnte sie nicht anders. Er hatte sie so sehr enttäuscht. Sie mit ihrer Trauer allein gelassen. Mit ihrer Mutter. In Emilys Herzen gab es so viel Wut, selbst wenn sie wusste, dass Schuldvorwürfe hier keinen Platz hatten.

&bdquo;Was kann ich tun, um es wieder gut zu machen, Emily Jane?“, fragte Roy, seine Hände wie zum Gebet gefaltet. &bdquo;Wie kann ich anfangen, den Schaden zu heilen, den ich verursacht habe?“

&bdquo;Warum fängst du nicht damit an, die Lücken zu füllen“, antwortete Emily. &bdquo;Erzählst mir, was passiert ist? Wo du hingegangen bist. Was du all die Jahre gemacht hast?“

Roy blinzelte, als wäre er von Emilys Art der Befragung überrascht worden.

&bdquo;Es war die Ungewissheit, die mich umgebracht hat“, erklärte Emily traurig. &bdquo;Wenn ich nur gewusst hätte, dass du irgendwo in Sicherheit bist, hätte ich damit umgehen können. Du hast keine Ahnung, wie viele Szenarien ich mir ausgemalt habe, wie viele verschiedene Leben ich mir vorgestellt habe. Ich konnte jahrelang nicht gut schlafen. Es war so, als würde mein Verstand nicht aufhören, immer weitere Optionen heraufzubeschwören, bis er die richtige gefunden hatte, obwohl das gar nicht möglich war. Es war eine unmögliche, sinnlose Aufgabe, aber ich konnte nicht aufhören. Damit könntest du mir also helfen. Fange damit an, mir die Wahrheit zu sagen, indem du mir erzählst, was ich all die Jahre nicht wusste. Wo warst du?“

Roys Tränen versiegten schließlich. Er schniefte und tupfte sich mit dem Ärmel die Augen ab. Dann räusperte er sich.

&bdquo;Ich habe meine Zeit zwischen Griechenland und England aufgeteilt. Ich habe mir in Falmouth, Cornwall, an der englischen Küste ein Zuhause geschaffen. Es ist ein schöner Ort, Klippen und eine wunderschöne Landschaft. Dort gibt es eine fantastische Künstlerszene.“

Wie passend, dachte Emily und erinnerte sich an seine Obsession mit Tonis Kunstwerken, an die Art, wie er eines ihrer Leuchtturm-Gemälde in dem Zuhause in New York City, das er mit Patricia geteilt hatte, aufgehängt hatte, und wie ärgerlich sich Emily gefühlt hatte, als sie bemerkte, wie unverschämt er gewesen war, wie respektlos.

&bdquo;Wie hast du dir das leisten können?“, konfrontierte ihn Emily. &bdquo;Die Polizei sagte, auf deinen Bankkonten hätten keine Aktivitäten stattgefunden. Das war einer der Gründe, warum ich dachte, du wärst tot.“

Bei dem Wort zuckte Roy zusammen. Emily konnte sehen, wie schlecht er sich fühlte, als er mit dem Schmerz konfrontiert wurde, den er ihr bereitet hatte. Aber er musste das hören. Und sie musste es sagen. Nur so konnten sie vorwärtskommen.

&bdquo;Ich habe keine meiner Antiquitäten verkauft, wenn du das meinst“, begann er. &bdquo;Ich habe das alles für dich gelassen.“

&bdquo;Dafür soll ich dir vermutlich dankbar sein?“, fragte Emily bitter. &bdquo;Es ist nicht so, als könnte ein Diamant die jahrelange Vernachlässigung wettmachen.“

Roy nickte traurig und ertrug die volle Wucht ihrer wütenden Worte. Emily begann zu akzeptieren, dass er seine Schuld anerkannte, dass er nicht länger versuchte, seine Handlungen zu rechtfertigen, sondern stattdessen auf den Schmerz zu hören, den er ihr verursacht hatte.

&bdquo;Du hast Recht“, sagte er leise. &bdquo;Ich wollte damit nicht unterstellen, dass es möglich ist.“

Emily spannte ihren Kiefer an. &bdquo;Nun, dann mach weiter“, sagte sie. &bdquo;Sag mir, was passiert ist, nachdem du gegangen bist. Wie du dich über Wasser gehalten hast.“

&bdquo;Zuerst habe ich von einem Tag zum anderen gelebt“, erklärte Roy. &bdquo;Ich habe mit allem Möglichen Geld verdient. Mit sonderbare Jobs. Auto- und Fahrradreparaturen. Basteln. Ich habe mich darauf spezialisiert, Uhren herzustellen und zu reparieren. Das mache ich auch jetzt noch. Ich bin ein Uhrmacher. Ich mache kunstvoll verzierte Uhren mit versteckten Schlüsseln und Geheimfächern.“

&bdquo;Natürlich tust du das“, sagte Emily bitter.

Der Ausdruck der Scham kehrte in Roys Gesicht zurück.

&bdquo;Was ist mit Liebe?“, fragte Emily. &bdquo;Hast du dich jemals ganz auf jemanden eingelassen?“

&bdquo;Ich lebe alleine“, antwortete Roy traurig. &bdquo;Das habe ich, seit ich gegangen bin. Ich wollte niemandem mehr Schmerzen zufügen. Ich konnte es nicht ertragen, in der Nähe von Menschen zu sein.“

Zum ersten Mal begann Emily, Mitgefühl für ihren Vater zu empfinden, stellte ihn sich einsam vor, wie ein Einsiedler lebend. Sie fühlte sich, als hätte sie so viel Schmerz freigesetzt, wie sie gebraucht hatte, dass sie ihm genug vorgeworfen hatte, um endlich seine Geschichte hören zu können. Eine befreiende Welle durchfuhr sie.

&bdquo;Deshalb verwende ich keine moderne Technologie“, fuhr Roy fort. &bdquo;In der Stadt gibt es eine Telefonzelle, mit der ich meine seltenen Anrufe tätigen kann. Das lokale Postamt lässt mich wissen, ob jemand auf meine Uhrmacheranzeige geantwortet hat. Wenn ich mich stark genug fühle, gehe ich in die örtliche Bibliothek und überprüfe meine E-Mails, um zu sehen, ob du mir geschrieben hast.“

Emily hielt inne und runzelte die Stirn. Das war überraschend für sie. &bdquo;Das machst du?“

Roy nickte. &bdquo;Ich habe Hinweise für dich hinterlassen, Emily Jane. Jedes Mal, wenn ich zum Haus zurückkehrte, habe ich eine andere Krume für dich zurückgelassen. Die E-Mail-Adresse war der größte Schritt, den ich gemacht habe. Ich wusste, sobald du sie gefunden hast, würde sie eine direkte Verbindung von dir zu mir ermöglichen. Aber die Erwartung, das Warten, es war unerträglich. Also habe ich mich auf ein paar Mal pro Jahr beschränkt. Als ich deine E-Mail bekommen habe, bin ich direkt hierher geflogen.“

Emily begriff, dass dies der Grund für die zusätzlichen Monate der Qual war, durch die sie gegangen war nachdem sie erfahren hatte, dass er noch am Leben war und nachdem sie ihn kontaktiert hatte. Er hatte sie nicht ignoriert oder war ihr aus dem Weg gegangen, er hatte ihre E-Mail einfach nicht gesehen.

&bdquo;Ist das wahr?“, fragte sie mit angespannter Stimme, während Tränen ihre Augen füllten. &bdquo;Bist du wirklich sofort hierhergekommen, als du gesehen hast, dass ich dir geschrieben hatte?“

&bdquo;Ja“, antwortete Roy. Seine Stimme war kaum ein Flüstern und wieder liefen ihm Tränen übers Gesicht. &bdquo;Ich habe gehofft und gewünscht und geträumt, dass du in Kontakt trittst. Ich dachte mir, dass du eines Tages zu diesem Ort zurückkehren würdest, wenn du bereit bist. Aber ich wusste auch, dass du wütend auf mich sein würdest. Ich wollte, dass du die Entscheidung triffst. Ich wollte, dass du diejenige bist, die mit mir Kontakt aufnimmt, weil ich nicht in dein Leben eindringen wollte. Wenn du dich nicht gemeldet hättest, wäre ich davon ausgegangen, dass es das Beste wäre, es zu akzeptieren.“

&bdquo;Oh, Papa“, keuchte Emily.

Endlich löste sich etwas in Emily. Da war etwas an diesem letzten, finalen, herzzerreißenden Eingeständnis ihres Vaters, was sie die ganze Zeit über hatte wissen wollen. Dass er darauf gewartet hatte, dass sie den ersten Schritt machte. Er hatte sie nicht gemieden oder sich vor ihr versteckt, er hatte Krümel für sie fallen lassen und darauf vertraut, dass sie, sobald sie alle Teile zusammengefügt hatte, ihre eigene Entscheidung darüber treffen würde, ob sie ihm vergeben konnte und er wieder Teil ihres Lebens sein durfte.

Sie stand auf, eilte zur gegenüberliegenden Couch und schlang die Arme um seinen Hals. Sie weinte an seiner Schulter und tiefe Schluchzer entrangen sich ihrem Körper. Roy klammerte sich an sie und zitterte ebenfalls, während der Kummer aus ihm strömte.

&bdquo;Es tut mir so leid“, sagte er mit erstickter Stimme, die von ihren Haaren gedämpft wurde. &bdquo;Es tut mir so leid.“

So blieben sie lange Zeit, hielten einander, vergossen jede Träne, die es brauchte, und quälten auch noch den letzten Tropfen Schmerz heraus. Endlich hörte das Weinen auf. Alles wurde still.

&bdquo;Hast du noch mehr Fragen?“, sagte Roy schließlich leise. &bdquo;Ich werde dir keine Geheimnisse mehr vorenthalten. Ich werde nichts verbergen.“

Ihre Emotionen hatten Emily völlig erschöpft. Die Brust ihres Vaters hob und senkte sich mit jedem tiefen Atemzug, den er nahm. Sie war so müde, dass sie sich fühlte, als könnte sie hier und jetzt in seinen Armen einschlafen. Aber zur gleichen Zeit hatte sie immer noch eine Million Fragen in ihrem Kopf, aber eine war dringender als alle anderen.

&bdquo;Die Nacht, als Charlotte starb ...“, begann sie. &bdquo;Mama hat ein paar Sachen erwähnt, aber sie hat mir nur eine Seite der Geschichte erzählt. Was ist passiert?“

Roys Arme strafften sich um sie. Emily wusste, dass es schwer für ihn war, sich an diese Nacht zu erinnern, aber sie wollte verzweifelt die Wahrheit wissen oder zumindest seine Version davon. Vielleicht wäre sie in der Lage, die drei Versionen - Patricias, Roys und ihre eigene - zusammen zu puzzeln und etwas zu schaffen, das Sinn ergab.

&bdquo;Ich habe euch für Thanksgiving und Weihnachten mitgenommen“, begann Roy. &bdquo;Es lief nicht gut mit deiner Mutter, also blieb sie zu Hause. Aber dann habt ihr beide die Grippe bekommen.“

&bdquo;Ich glaube, ich erinnere mich“, sagte Emily. Sie erinnerte sich an dieses Fieber in ihrer Kindheit. &bdquo;Tonis Hund, Persephone, war da. Ich bin in der Halle zusammengebrochen.“

Roy nickte, aber er sah verlegen aus. Emily wusste warum. Das war ein Wendepunkt in seiner Affäre mit Toni gewesen, der Punkt, an dem er so unverschämt gewesen war, dass sich das Leben seiner Geliebten und seiner Kinder kreuzte.

&bdquo;Erinnerst du dich, dass deine Mutter unangemeldet auftauchte?“, fragte Roy.

Emily schüttelte den Kopf.

&bdquo;Sie wollte da sein und sich um euch beide kümmern, weil ihr so ​​krank wart.“

&bdquo;Das hört sich nicht nach Mama an“, sagte Emily.

Roy lachte. &bdquo;Nein, tut es nicht. Vielleicht war es eine Entschuldigung. Sie vermutete die Affäre und es war ihre Art, unangekündigt aufzutauchen und mich auf frischer Tat zu ertappen.“

Emily gab ein unterdrücktes Nicken von sich. Das war mehr der Stil ihrer Mutter.

&bdquo;Ihr müsst die Auseinandersetzung irgendwie mitbekommen haben. Ich war mir sicher, dass wir laut genug geschrien haben, dass wir noch am Hafen zu hören waren.“ Er zuckte mit den Schultern. &bdquo;Ich weiß nicht, ob das Charlotte aufgeweckt hat. Sie war von der Medizin, die sie genommen hatte, ziemlich groggy. Ihr beide wart es. Aber sie ist aufgewacht und ich nehme an, sie war verwirrt, als sie nach uns suchte, oder sie fühlte sich nur unwohl wegen der Wirkung der Medikamente. Sie gelangte in das Nebengebäude mit dem Pool. Ich nehme an, du kennst den Rest.“

Das tat Emily. Aber was sie nicht gewusst hatte, war, wie klein ihre Rolle bei dem Drama war. Es war nicht ihre Schuld, nicht wach geworden zu sein, als Charlotte aufwachte, und ihre Schwester nicht davon abgehalten zu haben, umherzuwandern. Es war auch nicht ihre Schuld, so enthusiastisch über den neuen Pool gesprochen zu haben und so in ihrer Schwester die Begeisterung angefeuert zu haben, den Pool zu sehen. Sie war krank, verwirrt, vielleicht sogar erschrocken über die lautstarke Auseinandersetzung ihrer Eltern. Nichts davon war ihre Schuld gewesen. Kein kleines bisschen.

Emily fühlte sich plötzlich befreit. Ein Gewicht, das sie nicht einmal bemerkt hatte, fiel von ihren Schultern. Sie hatte sich an Charlottes Tod festgeklammert, selbst nachdem ihre Mutter ihr erklärt hatte, dass es nicht ihre Schuld gewesen war. Jetzt hatte sie das Gefühl, als hätte ihr Vater ihr erlaubt, diese Schuld loszulassen.

Sie kuschelte sich an ihn und spürte, wie sich Frieden auf ihre Seele legte.

In diesem Moment wurde die Stille durch das leise Klopfen an der Tür unterbrochen. Daniel spähte herum.

&bdquo;Daniel, komm rein“, sagte Emily und winkte ihm zu. Sie wollte ihn jetzt hier haben, nachdem ihr Vater und sie alles auf den Tisch gebracht hatten. Sie brauchte seine Unterstützung.

Er kam und setzte sich auf die Kante der Couch ihnen gegenüber. Emily wischte sich die Tränen von den Wimpern, aber sie klammerte sich weiter an ihren Vater, zusammengerollt wie ein Kind neben ihm auf der Couch.

&bdquo;Braucht irgendjemand etwas?“, fragte Daniel sanft. &bdquo;Ein Taschentuch? Einen starken Drink?“

Es war genau das, was der Moment brauchte, um all die Schwere aufzulösen. Emily gluckste ein Lachen. Sie fühlte Roys grollendes Lachen in seinem Bauch.

&bdquo;Ich könnte einen Drink gebrauchen“, sagte sie.

&bdquo;Könnte ich auch“, antwortete Roy. &bdquo;Ist die Bar bestückt?“

Daniel ging voraus. &bdquo;Ist sie, also kommt schon. Es ist so fantastisch da drin. Ich werde uns Drinks machen.“

Emily zögerte. &bdquo;Papa, ist das eine gute Idee?“, fragte sie.

&bdquo;Warum sollte es das nicht sein?“, antwortete Roy verwirrt.

Emily senkte die Stimme. &bdquo;Wegen deines Alkoholproblems.“

Roy sah erstaunt aus. &bdquo;Was für ein Alkoholproblem?“ Dann wurde sein Gesicht bleich. &bdquo;Hat Patricia dir gesagt, dass ich Alkoholiker bin?“

&bdquo;Du warst ein Alkoholiker“, erwiderte Emily. &bdquo;Ich erinnere mich, dass du getrunken hast. Ständig.“

&bdquo;Ich habe viel getrunken“, gab Roy zu. &bdquo;Wir beide, deine Mutter und ich. Das ist einer der Gründe, warum unsere Beziehung so unberechenbar war. Aber ich war kein Alkoholiker.“

&bdquo;Was ist mit den Eierlikören zum Frühstück an Weihnachten?“ fragte sie, sich daran erinnernd, wie gereizt ihr Vater gewesen war, als sie sein Getränk umgestoßen hatte.

&bdquo;Es war einfach nur Weihnachten!“, rief Roy aus.

Ein weiteres Stück von Emilys Vergangenheit richtete sich neu aus. Sie war auf Patricias bittere, verzerrte Version der Ereignisse hereingefallen, hatte ihnen erlaubt, ihre eigenen Erinnerungen an ihren Vater zu ersetzen. Sie spürte eine Welle der Wut auf ihre Mutter in sich aufsteigen, weil sie Roy zum Bösewicht ihrer traumatischsten Erfahrung gemacht hatte.

Sie gingen in die Flüsterkneipe und setzten sich an die Bar. Daniel fing an, die Cocktails zuzubereiten.

&bdquo;Wir haben abends einen Barkeeper, um das zu machen“, erklärte er Roy. &bdquo;Alec. Er ist fantastisch. Besser als ich jedenfalls.“

Er schenkte ihnen eine Margarita ein. Roy nahm einen Schluck.

&bdquo;Das schmeckt fantastisch“, sagte er. Dann, ein wenig schüchtern, fügte er hinzu: &bdquo;Ich muss schon sagen, aus dir ist ein feiner junger Gentleman geworden.“

Emily spürte, wie ihr Herz hüpfte. Sie lächelte, war stolz darauf und fühlte sich, als wäre alles so wie es sein sollte.

&bdquo;Dafür habe ich dir zu danken“, antwortete Daniel schüchtern und sah Roy nicht wirklich in die Augen. &bdquo;Dafür, mich an die Sachen herangeführt zu haben, die mir wichtig waren. Angeln. Segeln.“

&bdquo;Segelst du noch?“, fragte Roy.

&bdquo;Ich habe ein Boot im Hafen. Dank Emily ist es restauriert. Wir nehmen es für Ausflüge mit der Familie. Chantelle liebt es auch. Sie ist großartig im Angeln.“

&bdquo;Ich segle auch noch viel“, sagte Roy. &bdquo;Wenn ich nicht an einer Uhr arbeite, verbringe ich meine Zeit auf dem Boot. Oder im Garten.“

&bdquo;Erinnerst du dich an diesen Tag, an dem du mir beigebracht hast, wie man Gemüse anbaut?“, fragte Daniel.

&bdquo;Natürlich“, antwortete Roy. Er lächelte und schwelgte in Erinnerungen. &bdquo;Ich habe noch nie gesehen, dass ein so schmuddeliger Punk von einem Kind so hart mit einer Schaufel arbeitet.“

Daniel lachte. &bdquo;Ich war wissbegierig“, sagte er. &bdquo;Und wollte die Gelegenheit zu nutzen. Auch wenn es äußerlich so aussah, als hasste ich die Welt.“

Emily fand es seltsam, sie Witzeln und Lachen zu sehen. Zwischen ihnen gab es wesentlich weniger Verletzungen. Es war mehr wie eine Kameradschaft. Daniel war diesem Mann, der ihm eine Chance gegeben hatte als er sie brauchte, für immer dankbar. Auch, wenn genau dieser Mann ebenfalls aus seinem Leben verschwunden war. Vielleicht war es nur die Überraschung für Emily, zu erkennen, wie nahe sie sich einmal gewesen waren. Denn sie wusste auch, dass der Sommer, den sie zusammen verbracht hatten, ein Sommer gewesen war, den sie und ihr Vater getrennt voneinander verbracht hatten.

Ihr Handy summte und sie sah einen Text von Amy über ihre geplante Ankunft am Nachmittag. Amy und Jayne hatten dringende Geschäftssachen zu erledigen und machten deshalb einen Zwischenstopp, wodurch sie später als geplant ankommen würden. Emily realisierte schuldbewusst, dass sie völlig vergessen hatte, dass sie unterwegs waren. Sie war so mit ihrem Vater beschäftigt gewesen, dass ihr alles andere entfallen war.

Sie schrieb schnell zurück und wandte sich dann wieder ihrem Vater und Daniel zu. Sie lachten wieder fröhlich.

&bdquo;Ich bin so froh, dass das Boot gehalten hat“, rief Daniel aus. &bdquo;Wer hätte gedacht, dass sich das Wetter so verändern würde? Ein Sturm mitten im Sommer.“

&bdquo;Es war ein unglücklicher Zeitpunkt“, antwortete Roy. &bdquo;Wenn man bedenkt, dass es deine erste Bootsfahrt war.“

&bdquo;Nun, ich hatte den besten Lehrer, also hatte ich keine schlimme Angst.“ Er lächelte, seine Augen weit in Erinnerung. &bdquo;Danke, dass du mich mit Booten, Wasser und Segeln bekannt gemacht hast. Ich kann mir mein Leben ohne das alles nicht mehr vorstellen.“

Emily beobachtete, wie Roy Daniel anlächelte. Jetzt, da ihr Zorn verflogen war, fühlte sie ein überwältigendes Gefühl von Frieden, von Aufrichtigkeit. So hätte es immer gewesen sein sollen. Ihr Vater hängt mit ihrem Verlobten zusammen, jeder genießt die Gesellschaft des anderen und freut sich darauf, bald Teil derselben Familie zu werden.

Es mag ein bisschen spät gekommen sein, aber sie würde alles tun, was sie könnte, um es zu genießen.



*



Im Laufe des Abends machte Daniel noch eine Ladung Cocktails. Er stellte ein Glas vor Emily ab, gerade als ihr Telefon bei einem eingehenden Anruf summte.

&bdquo;Es ist Amy“, erklärte sie. &bdquo;Ich geh besser ran.“

&bdquo;Amy? Die von der High-School?“, fragte Roy und hob eine Augenbraue.

Emily nickte. &bdquo;Wir sind immer noch Freunde“, informierte sie ihn. &bdquo;Sie ist eine meiner Brautjungfer. Sie hilft eine Menge bei den vielen Hochzeitsvorbereitungen.“

Emily eilte aus der Flüsterkneipe und nahm den Anruf entgegen.

&bdquo;Em, es tut uns so leid“, begann Amy. &bdquo;Der Anruf hat ewig gedauert und jetzt sind wir beide zu erschöpft, um Auto zu fahren. Wir müssen über Nacht hierbleiben. Bitte hass uns nicht.“

&bdquo;Das werde ich nicht“, versicherte Emily ihr, insgeheim erleichtert, dass ihre Freundinnen die Wiedervereinigung mit ihrem Vater nicht unterbrechen würden.

&bdquo;Wir werden Morgen ganz früh losfahren“, fügte Amy hinzu.

&bdquo;Ehrlich, Amy, es ist in Ordnung“, sagte Emily. &bdquo;Hier ist sowieso gerade ziemlich viel los.“

&bdquo;Was ist los? Etwas wegen der Hochzeit? Daniel? Sheila?“ Sie klang besorgt.

&bdquo;Das ist es nicht“, erklärte Emily. Dann atmete sie tief durch. &bdquo;Amy, mein Vater ist hier.“

Es folgte eine lange Stille. &bdquo;Was? Wie? Bist du okay?“

Emily wusste nicht, wie sie das beantworten sollte, und sie wollte jetzt wirklich nicht allzu sehr darauf eingehen. Sie hatte es noch nicht ganz verarbeitet. Sie brauchte Zeit, um ihre Gefühle zu entwirren und alles zu verstehen.

&bdquo;Mir geht's gut. Lasst uns darüber reden, wenn ihr hier seid.“

Amy klang nicht sehr überzeugt. &bdquo;Okay. Aber wenn du jemanden brauchst, mit dem du reden möchtest, rufst du mich sofort an. Wir sehen uns morgen.“

Emily beendete den Anruf und ging zurück zur Flüsterkneipe, zu dem fröhlichen Gelächter von Roy und Daniel. Alte Busenfreunde wieder vereint.

&bdquo;Okay“, sagte Roy und leerte den letzten Schluck aus seinem Glas. &bdquo;Ich denke, es ist wahrscheinlich an der Zeit, dass ich mich verabschiede. Sieht so aus, als hättest du Gäste zu versorgen.“

Emily geriet bei dem Gedanken, dass Roy gehen würde, in Panik. &bdquo;Ich habe Mitarbeiter, die sich um alles kümmern. Es ist in Ordnung für uns, Zeit miteinander zu verbringen. Du musst nicht gehen.“

Roy bemerkte ihren von Panik ergriffene Ausdruck. &bdquo;Ich meinte nur, dass es Zeit ist, ins Bett zu gehen. Schlafen?“

&bdquo;Du meinst du bleibst?“, sagte Emily überrascht. &bdquo;Hier?“

&bdquo;Wenn du Platz hast?“, sagte Roy kleinlaut. &bdquo;Ich wollte nicht anmaßend sein.“

&bdquo;Natürlich kannst du bleiben!“, rief Emily aus. &bdquo;Wie lange planst du hier zu sein?“

&bdquo;Bis zur Hochzeit, wenn das kein Problem ist. Ich könnte, wenn nötig, ein bisschen mit den Vorbereitungen helfen.“

Emily war verblüfft. Nicht nur war ihr Vater hier, sondern er hatte vor, über eine Woche hier zu bleiben! Es war wirklich ein Traum, der wahr wurde.

&bdquo;Das wäre wundervoll“, sagte sie.

Sie gingen nach oben und gaben Roy das Zimmer neben seinem Arbeitszimmer. Emily wusste, dass er irgendwann dort hinein gehen würde, wahrscheinlich alleine.

&bdquo;Ist dieses Zimmer in Ordnung für dich?“, fragte sie.

&bdquo;Oh, ja. Es ist sehr schön“, antwortete Roy. &bdquo;Und direkt neben meiner geheimen Treppe.“

Emily runzelte die Stirn. &bdquo;Deine was?“

&bdquo;Sag mir nicht, dass du sie nie gefunden hast“, sagte Roy. In seinem Auge blitzte ein Funken Unheil auf, eines, das den Streifen Wahnsinn offenbarte, dem er einmal verfallen gewesen war. Die Abwärtsspirale, die seine verspielte Natur für Schatzkarten in Geheimhaltung und verschlossenen Gewölbe mit versteckten Kombinationen verwandelt hatte.

&bdquo;Meinst du die Treppe zum Dachausguck?“, fragte Emily. &bdquo;Die habe ich gefunden. Aber sie ist im dritten Stock.“

Roy klatschte laut, als wäre er plötzlich entzückt. &bdquo;Du hast sie also nie gefunden! Die Personaltreppe.“

Emily schüttelte den Kopf. &bdquo;Aber ich habe die Pläne des ganzen Hauses gesehen. Deine Flüsterkneipe war der letzte versteckte Ort hier.“

&bdquo;Wenn es auf einem Plan drauf ist, ist es ja nicht verborgen!“, rief Roy aus.

&bdquo;Zeig sie uns“, sagte Daniel. Er schien aufgeregt zu sein, genauso wie er es gewesen war, als die Bar entdeckt worden war.

Roy führte sie in sein Arbeitszimmer. &bdquo;Hast du dich nicht gewundert, warum es einen Schornstein an dieser Wand gibt?“ Er klopfte daran und es klang hohl. &bdquo;Alle anderen Schornsteine sind an Außenwänden. Dieser hier ist innen liegend.“

&bdquo;Es ist mir nicht einmal in den Sinn gekommen“, sagte Emily.

&bdquo;Nun, es ist hier dahinter“, sagte Roy. &bdquo;Würde es dir etwas ausmachen, mir behilflich zu sein, Daniel?“

Daniel war bereitwillig. Sie entfernten, wie Emily jetzt sah, eine falsche Wand, die so tapeziert war wie der Rest des Zimmers. Und da war sie. Eine Treppe. Klar, nicht besonders schön anzusehen, aber es war ihre bloße Existenz, die sie erregte.

&bdquo;Ich kann es nicht glauben“, sagte Emily und trat ein. &bdquo;Hast du deshalb dieses Zimmer als dein Arbeitszimmer gewählt?“

&bdquo;Natürlich“, antwortete Roy. &bdquo;Die Treppe war eine Abkürzung für die Diener, um zu den Schlafräumen zu gelangen, ohne von den Leuten im Haus gesehen zu werden. Es geht einfach von hier in den Keller, wo die Diener damals geschlafen haben.“

&bdquo;Und das ist der einzige Weg dahin“, sagte Emily und erkannte jetzt, warum sie die Treppe nicht gefunden hatte. Im Keller befanden sich noch Räume, die für sie noch unentdeckt waren, und das Arbeitszimmer ihres Vaters war das Zimmer, das sie unverändert gelassen hatte.

Roy nickte. &bdquo;Überraschung!“

Emily lachte und schüttelte den Kopf. &bdquo;So viele Geheimnisse.“

Sie gingen aus dem Arbeitszimmer und Roy ging in sein Schlafzimmer. Emily ging, um die Tür hinter sich zu schließen, aber er streckte die Hand nach ihr aus und gab ihr einen Gute-Nacht-Kuss.

Emily blieb wie betäubt stehen. Ihr Vater hatte sie seit so viele Jahren nicht mehr geküsst, nicht einmal bevor er aus ihrem Leben gegangen war.

&bdquo;Gute Nacht, Papa“, sagte sie hastig.

Sie schloss die Tür und eilte in ihr Zimmer. Sobald sie sicher drinnen waren, nahm Daniel sie sofort fest in die Arme. Das war auch dringend nötig.

&bdquo;Wie fühlst du dich?“, fragte er leise und schaukelte sie sanft in seinen Armen.

&bdquo;Ich kann nicht glauben, dass er wirklich hier ist“, stammelte sie. &bdquo;Ich denke immer noch, das ist ein Traum.“

&bdquo;Worüber habt ihr geredet?“

&bdquo;Über alles. Ich meine, ich weiß, dass ich immer noch alles verarbeite, aber es war befreiend. Ich habe das Gefühl, wir können jetzt all den Schmerz hinter uns lassen und von vorne beginnen.“

&bdquo;Also sind das Freudentränen, die meine Schulter nass machen?“, scherzte Daniel.

Emily wich zurück und lachte über den dunklen Fleck auf Daniels Shirt. &bdquo;Ups, Entschuldigung“, sagte sie. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass sie geweint hatte.

Daniel küsste sie sanft. &bdquo;Es gibt nichts zu entschuldigen. Ich verstehe, dass das hart wird. Wenn du weinen oder lachen oder schreien musst, bin ich hier. Okay?“

Emily nickte, so dankbar, einen so wunderbaren Menschen in ihrem Leben zu haben. Und jetzt, da ihr Vater hier war, hatte sie das Gefühl, dass sich wirklich alles zusammenfügte. Endlich, nach so vielen Jahren, in denen sie ein unerfülltes Leben führte, hatte sie das Gefühl, dass sie nun endlich das verdiente Leben führen konnte.

Ihre Hochzeit war nur noch eine Woche entfernt. Und jetzt, zum ersten Mal, fühlte sie sich mit allen um sie herum, die sie liebte, wirklich bereit dafür.

Jetzt war es Zeit zu heiraten.




KAPITEL ZWEI


Am nächsten Morgen erwachte Emily früher als sonst und fühlte sich beschwingt. Sie hüpfte nach unten, um Frühstück zu machen. Sie kochte ein Festmahl aus Eiern, Toast, Speck und Pfannkuchen und summte die ganze Zeit fröhlich vor sich hin. Ein bisschen später kam auch Daniel mit Chantelle runter. Nach einer Weile schaute Emily schaute auf die Uhr und begann sich Sorgen zu machen, da ihr Vater noch nicht erschienen war.

&bdquo;Warum klopfst du nicht an seine Tür?“, schlug Daniel, der die Gründe für ihre verstohlenen Blicke erkannt hatte, vor.

&bdquo;Ich möchte ihn nicht stören“, antwortete Emily.

&bdquo;Ich kann das machen“, sagte Chantelle und sprang von der Frühstücksbar auf.

Emily schüttelte den Kopf. &bdquo;Nein, du isst. Ich werde gehen.“

Sie war sich nicht sicher, warum sie sich überhaupt Sorgen darum machte, ihren Vater zu stören. Vielleicht war es das nervende Gefühl in ihrem Hinterkopf, dass er nicht da sein würde, wenn sie klopfte, dass sich alles als Traum herausstellen würde.

Sie ging vorsichtig zu seinem Zimmer, räusperte sich und fühlte sich albern. Sie klopfte laut.

&bdquo;Papa, ich habe Frühstück gemacht. Bist du bereit runter zu kommen?“

Als sie keine Antwort bekam, spürte Emily erste Panik aufwallen. Aber sie redete sich selbst ein, dass alles okay sei. Roy könnte gut unter der Dusche sein und sie deshalb nicht hören.

Sie drückte den Türgriff runter und fand die Tür unverschlossen. Sie öffnete sie und spähte in sein Zimmer. Sein Bett war leer, aber aus der offenen Badezimmertür drang kein Geräusch fließendes Wasser, es gab kein Zeichen von Roy.

Emily konnte ihre Angst nicht länger unterdrücken. Plötzlich wurde sie davon überrollt. Hatte sie ihn letzte Nacht zu sehr gedrängt? Hatte sie es ihm unerträglich gemacht zu bleiben?

Sie eilte aus dem Zimmer in den Korridor und flog die Treppe hinunter in die Küche. Nur Chantelle, die immer noch an der Frühstücksbar saß und sie verwirrt anschaute, hielt sie davon ab, nach Daniel zu schreien. Stattdessen blieb sie stehen und schaffte es, sich zu sammeln.

&bdquo;Daniel, kannst du mir schnell helfen?“, sagte Emily und versuchte zu verhindern, dass ihr Fassade zusammenbrach.

Daniel sah auf und runzelte die Stirn. Offensichtlich konnte er durch ihr aufgesetztes Lächeln hindurchsehen. &bdquo;Wobei?“

&bdquo;Ähm ...“ Emily fuhr herum. &bdquo;Etwas Schweres zu heben.“

&bdquo;Was musst du heben?“, hakte Daniel nach.

Emily platzte das erste Wort heraus, das ihr einfiel. &bdquo;Toilettenpapierrollen.“

Chantelle kicherte. &bdquo;Schwere Toilettenpapierrollen?“

&bdquo;Daniel“, blaffte Emily. &bdquo;Bitte! Hilf mir einfach für einen Moment.“

Daniel seufzte und stand vom Tisch auf. Emily griff nach seinem Arm und zog ihn in den Korridor hinaus.

&bdquo;Es ist wegen Papa“, flüsterte sie. &bdquo;Er ist nicht in seinem Zimmer.“

Durch die Veränderung in Daniels Ausdruck wusste Emily, dass er endlich begriffen hatte, warum sie sich so seltsam benahm.

&bdquo;Er ist nicht gegangen“, beruhigte Daniel sie und rieb ihre Arme. &bdquo;Er ist wahrscheinlich auf dem Gelände unterwegs.“

&bdquo;Das weißt du nicht“, antwortete Emily. Sie gab ihrer Panik jetzt vollständig nach und war kurz davor, in Tränen auszubrechen.

&bdquo;Ich werde den Hof überprüfen“, sagte Daniel. &bdquo;Schau du im Haus nach.“

Emily nickte, froh, dass sie eine Anweisung erhalten hatte. Ihr eigener Verstand war von ihrer Angst blockiert.

Daniel eilte nach draußen, und Emily raste die Treppe hinunter, zwei Stufen auf einmal nehmend. Sie überprüfte jedes der offenen Gästezimmer, aber ohne Erfolg. Durch die Fenster im Treppenabsatz konnte sie Daniel auf dem Hof ​​ herumeilen sehen. Also hatte er auch kein Glück gehabt.

Dann hatte Emily einen Gedankenblitz. Sie rannte zum Ende des Korridors und riss die Tür zu Roys Arbeitszimmer auf.

Das Zimmer war dunkel, die Vorhänge waren zugezogen, aber die Schreibtischlampe brannte und erzeugte einen Spotlight-Effekt auf der Holzoberfläche. Hinter dem Schreibtisch zeichnete sich die unverwechselbare Silhouette von Roy Mitchell ab, der sich über etwas gebeugt hatte, an dem er herumbastelte.

Emily stieß einen großen Seufzer aus und lehnte ihre Schulter gegen den Türrahmen, so dass er sie stützen konnte, als die Spannung ihren Körper verließ.

&bdquo;Oh, guten Morgen“, sagte Roy ahnungslos, als er zu ihrem geräuschvollen Ausatmen aufschaute. &bdquo;Ich habe das gerade repariert.“ Er hielt eine Kuckucksuhr hoch, deren Hintertür offenstand. Er schloss sie sanft und der Kuckuck sprang aus dem Loch in der Vorderseite. Lächelnd legte er die Uhr zurück. &bdquo;So gut wie neu!“

Emilys Panik verschwand und wurde genauso schnell von einem Glücksgefühl ersetzt. Zu sehen, wie ihr Vater herumgebastelt hatte, schien so seltsam vertraut. Es war, als wäre er schon immer dort gewesen. Der Anblick erfüllte sie mit Freude.

&bdquo;Bist du bereit für ein Frühstück?“, fragte Emily.

Roy nickte und stand auf. Als sie zusammen nach unten gingen, klopfte Emily an das Fenster des Treppenhauses, wo sie Daniel durch den Garten hetzen sehen konnte. Er sah zu dem Geräusch auf und Emily zeigte ihm ein Daumen hoch. Sie beobachtete, wie er vor Erleichterung aufatmete.

Sie gingen in die Küche, wo Chantelle noch immer ihr Frühstück aß, ohne auf das Treiben zu achten.

&bdquo;Sieht so aus, als hättest du ein Festmahl aufgetischt“, sagte Roy und gluckste, als er sich neben Chantelle auf den Platz setzte.

&bdquo;Wie hast du geschlafen, Opa Roy?“, fragte Chantelle. Sie war am Abend zuvor beim Aufräumen ihres Zimmers eingeschlafen und sah ihn erst jetzt wieder.

Roy schenkte sich ein Glas Saft ein. &bdquo;Wunderbar, danke meine Liebe. Das Bett war genauso bequem wie das, in dem ich geschlafen hatte, als dies mein Haus war.“

Als sie seine Worte hörte, hatte Emily plötzlich Sorgen. Das Haus gehörte immer noch ihm. Sie hatte angenommen, dass er vermeintlich tot war, aber jetzt, wo das nicht mehr der Fall war, hatte er legal jedes Recht, es von ihr zurückzuholen.

Daniel kam herein, um dem Familienfrühstück beizuwohnen.

&bdquo;Frühmorgenspaziergang?“, fragte Roy ihn, als er sich setzte.

Daniel fing Emilys bittenden Blick auf. &bdquo;Nichts ist wie die frische Luft am Morgen“, sagte er mit einem Hauch von Sarkasmus, von dem Emily wusste, dass sie dafür verantwortlich war.

&bdquo;Opa Roy hat mir gerade erzählt, dass das mal sein Haus war“, informierte Chantelle Daniel.

&bdquo;Nun, das ist es eigentlich immer noch“, erklärte Emily. Sie sah besorgt zu ihrem Vater auf. &bdquo;Willst du es zurück?“

Roy fing an zu lachen. &bdquo;Meine Güte, nein! Ich bin überglücklich, dass du es hast, Schatz. Es ist ja nicht so, als würde ich zurück nach Sunset Harbour kommen.“

Emily hätte froh darüber sein sollen, bestätigt zu bekommen, dass ihr Vater nicht vorhatte, ihr das Haus wegzunehmen. Aber stattdessen empfand sie Traurigkeit bei seiner Bestätigung, dass er nur vorübergehend hier war. Sie war sich nicht sicher, was sie gedacht hatte, ob sie überhaupt so weit voraus gedacht hatte. Aber jetzt fühlte es sich sehr danach an, als ob er sie wieder verlassen würde.

Sie bearbeitete niedergeschlagen ihre Grapefruit und nahm einen bitteren Bissen.

&bdquo;Wie lange wirst du bei uns bleiben?“, fragte Chantelle fragte in der unschuldigen Art eines Kindes.

&bdquo;Nur bis nach der Hochzeit“, erklärte Roy mit sanfter Stimme, die er nur für Chantelle abzurufen schien. Eine Stimme, so erinnerte sich Emily, die er auch bei ihr benutzt hatte, als sie in diesem Alter war. &bdquo;Darum bin ich hier. Um bei den Vorbereitungen zu helfen.“ Er sah zu Emily auf. &bdquo;Gibt es etwas, bei dem ich dir helfen kann?“

Emily versuchte immer noch die Tatsache zu verdrängen, dass Roys Gastrolle in ihrem Leben nur kurz und flüchtig sein sollte und dass er kaum zurückkehrt, wieder gehen würde. Das Letzte, woran sie jetzt denken konnte, waren die Dinge, die organisiert werden mussten! Und außerdem war er ein wenig spät dran. Es war gerade mal noch eine Woche bis zur Hochzeit, also waren die meisten Dinge schon erledigt.

&bdquo;Du könntest Chantelle im Auge behalten, wenn ich von den Vorbereitungen auf Trab gehalten werde“, sagte Emily. &bdquo;Wenn es ihr nichts ausmacht?“

Chantelle grinste. &bdquo;Wir können Trevors Gewächshaus reparieren!“

Roy sah interessiert aus. &bdquo;Trevors Gewächshaus?“

&bdquo;Trevor Mann, unser Nachbar“, begann Emily. Dann versagte ihr die Stimme. Ihr Kummer über Trevors Tod war immer noch frisch. Sie war sich nicht ganz sicher, wie sie die Situation erklären sollte. &bdquo;Wir sind erst kürzlich Freunde geworden und dann ist er gestorben. Er hat mir in seinem Testament sein Haus hinterlassen.“

Roys Augenbrauen hoben sich. Emily konnte an seinem Gesichtsausdruck erkennen, dass seine eigene Beziehung zu Trevor nicht die beste gewesen war.

&bdquo;Trevor Mann hat dir sein Haus hinterlassen?“, fragte Roy überrascht.

Emily nickte. &bdquo;Ich weiß. Es war eine ungewönliche Freundschaft. Ich war am Ende für ihn da.“

&bdquo;Wie ist er gestorben?“, fragte Roy leise.

&bdquo;Vielleicht sollten wir das nicht bei Tisch besprechen“, unterbrach Daniel und sah zu Chantelle hinüber, die ziemlich blass geworden war.

Roy richtete seine volle Aufmerksamkeit auf Chantelle. Er ließ seine Stimme in seine beruhigende, väterliche Stimme fallen.

&bdquo;Ich würde gerne das Gewächshaus mit dir reparieren“, sagte er. &bdquo;Du könntest der Boss sein und mir sagen, was zu tun ist.“

Chantelles Gesicht hellte sich augenblicklich auf. Seit Trevors Tod hatte sie verzweifelt nach den Obstbäumen sehen wollen, aber Emily hatte sie immer zurückgehalten, immer noch nicht bereit, diese Wunde zu öffnen.

&bdquo;Kann ich es Opa Roy jetzt zeigen?“, fragte Chantelle und sah zuerst zu Daniel und dann zu Emily.

Daniel zeigte auf Emily und überließ ihr die Entscheidung. Sie hatte ihm so oft gesagt, dass sie noch nicht bereit war, das Haus zu betreten. Er hielt es für das Beste, sie die Entscheidung treffen zu lassen, anstatt Chantelle etwas zu versprechen, das sie nicht halten konnten.

&bdquo;Sicher, okay“, sagte Emily.

Sie zögerte ein wenig, in das Haus des Verstorbenen zu gehen, aber mit ihrem Vater und ihren Lieben an ihrer Seite würde es vielleicht nicht so schmerzhaft sein, wie sie befürchtete.



*



Emily holte tief Luft und drehte den Schlüssel in Trevors Tür. Sie schwang auf und die abgestandene Luft, die sich monatelang im Haus gesammelt hatte, strömte heraus. Der Flur lag im Dunkeln und Emily zitterte und war verunsichert.

Sie ging zuerst hinein und ging voran. Hinter ihr hielt Daniel Chantelles fest bei der Hand und beruhigte das kleine Mädchen.

Während sie den Korridor entlangging, erinnerte sich Emily bruchstückhaft an die Gespräche, die sie mit Trevor geführt hatte. Als sie den Anblick des Tisches wahrnahm, an dem sie gesessen und Tee getrunken hatten als ein Stück Putz von der Decke gefallen war, während ein Sturm das Haus durchschüttelte, überrannten sie die Erinnerungen. Dieser Ort war voller Erinnerungen an Trevor. Daran zu denken, eines Tages diesen Ort beräumen zu müssen, war überwältigend.

&bdquo;Zum Gewächshaus geht es hier entlang“, sagte Chantelle.

Emily trat zurück und erlaubte dem Mädchen, das Kommando zu übernehmen. Sie alle folgten ihr durch den Hinterausgang und durch die Glastür des Gewächshauses.

Obwohl Trevor es in seinen letzten Wochen genossen hatte, hier draußen zu sitzen, war das Gewächshaus in einem schrecklichen Zustand. Alle schauten sich um und erkannten die enorme Menge an Arbeit, die getan werden musste, um diesem Ort wieder seinen früheren Glanz zu verleihen.

Chantelle zog ihren Notizblock heraus und fing an, sich Notizen zu machen. &bdquo;Ich denke, wir brauchen einen Brunnen“, sagte sie. &bdquo;Und Bänke, damit wir im Sommer hier sitzen und lesen können. Eine Schaukel. Einen Platz, an dem Papa sein Gemüse anbauen kann. Und ein Blumengarten.“

&bdquo;Ich weiß alles darüber, welche Pflanzen in welchen Klimazonen wachsen“, erzählte Roy Chantelle. &bdquo;Ich kann dir helfen, die richtigen Sorten auszuwählen.“

Er nahm Chantelle sehr ernst, was Emily erfreute. Er trug sogar ihren Notizblock und den dazu passenden Stift mit der rosa Feder, mit denen er nun die benötigten Sachen aufschrieb.

&bdquo;An welches Farbschema hast du gedacht?“, fragte Roy sachlich.

&bdquo;Gelb und Pink“, sagte Chantelle. &bdquo;Oder Regenbogenfarben.“

&bdquo;Alles ausgezeichnete Möglichkeiten.“ Er schrieb ein paar Notizen in den Block. &bdquo;Wir werden neues Glas brauchen“, fügte er hinzu. &bdquo;Um sicherzustellen, dass dieser Ort wasserdicht ist und um ihn warm zu halten. Willst du einen Ausflug in den Baumarkt machen?“

Chantelle nickte aufgeregt. &bdquo;Dann können wir zu Raj gehen und die Samen für die Blumen holen.“

&bdquo;Sag mal, hast du deine eigenen Gartengeräte? Handschuhe? Eine Schürze?“

Chantelle schüttelte den Kopf.

&bdquo;Dann müssen wir all das auch einkaufen“, erklärte Roy. &bdquo;Jeder Gärtner braucht sein eigenes Outfit. Du würdest in einem grün-karierten ziemlich großartig aussehen.“

Chantelle grinste und Emily stellte fest, dass sie selbst genauso breit lächelte. Als sie sah, wie sich ihr Vater mit dem Kind durch das Gewächshaus verband, war das ein Moment, den sie für immer schätzen würde. Sie dankte Trevor im Stillen dafür, dass er ihr so ​​ein großzügiges Geschenk gemacht hatte, das nun einen so schönen Moment ermöglichte.

Daniel zerzauste Chantelles Haar. &bdquo;Komm schon! Ich werde dich und Opa Roy in die Stadt fahren.“

Sie gingen zurück in Trevors Garten, dann überquerten sie den Rasen in Richtung der Einfahrt, wo Daniels Pick-up geparkt war.

&bdquo;Kommst du auch mit, Emily?“, fragte Chantelle, als sie das Auto erreichten.

Emily öffnete die Hintertür und half ihr hinein. &bdquo;Ich kann nicht“, erklärte sie. &bdquo;Ich erwarte Gäste, Amy und Jayne. Du erinnerst dich bestimmt an sie.“

Chantelle verzog das Gesicht. Sie hatte Emilys Freunde in New York City nicht besonders gemocht, als sie das letzte Mal dort gewesen waren. Emily konnte es ihr nicht verdenken. Sie waren keine Kuscheltypen und nicht so ruhig wie Opa Roy.

Emily schloss die Tür und Daniel erweckte den Truck zum Leben.

&bdquo;Habt Spaß“, rief sie und winkte ihrer Familie zu, als der Truck aus der Einfahrt kroch.

Sie entsprachen vielleicht nicht dem konventionellen Bild einer Familie, aber sie gehörten zu ihr, und das war es, was Emily wichtig war.

Gerade als sie um die Ecke bogen und außer Sichtweite waren, sah Emily, wie Amys Wagen am anderen Ende erschien. Sie hatte plötzlich das seltsame Gefühl, dass, egal, wie verrückt sich die Dinge gestern angefühlt haben mögen, der Wahnsinn gerade erst begonnen hatte.




KAPITEL DREI


&bdquo;Entschuldigung, wir sind zu spät!“, rief Amy, als sie aus ihrem Auto stieg. &bdquo;Ich wollte die Fahrt wirklich an einem Tag erledigen, aber es gab ein Problem mit einem unserer japanischen Lieferanten und es hat ewig gedauert.“

&bdquo;Ein PR-Albtraum“, fügte Jayne hinzu und stieg aus der Beifahrerseite aus. &bdquo;Hinzu kam die Tatsache, dass wir in einem ekelhaften Motel am Straßenrand übernachten mussten.“

&bdquo;Ich bin einfach nur froh, dass ihr jetzt hier seid“, erwiderte Emily und umarmte sie beide.

Amy öffnete den Kofferraum und begann, Taschen auszuladen. Sie hatte viel Gepäck mitgebracht, bemerkte Emily.

&bdquo;Was ist das ganze Zeug?“, fragte Emily und hievte einen Koffer von der Rücksitzbank. Er wog eine Tonne.

&bdquo;Hochzeitsausstattung“, antwortete Amy. &bdquo;Farbproben für Farbschemata. Stoffe. Düfte. Alle möglichen Dinge.“

&bdquo;Aber das ist alles schon organisiert“, protestierte Emily.

Amy rollte mit den Augen. &bdquo;Du wirst deine Meinung noch andauernd ändern. Bis zur letzten Sekunde. Was für eine Freundin wäre ich, wenn ich nicht für alle Eventualitäten gewappnet wäre?“

Emily lachte. Sie glaubte nicht, dass sie ihre Meinung über irgendetwas ändern würde, aber sie vertraute Amy. Außerdem war ihre Freundin immer glücklicher, wenn sie ein Projekt hatte. So war sie bereits im Teenageralter zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau geworden.

&bdquo;Also, wo ist die Sahneschnitte?“, fragte Jayne.

&bdquo;Du meinst Daniel?“, antwortete Emily und zog eine ihrer Augenbraue hoch. &bdquo;Er ist mit Chantelle und meinem Vater in der Stadt. Sie kaufen ein paar Sachen, um das Gewächshaus zu reparieren.“

&bdquo;Dein Vater, hm“, sagte Jayne und schüttelte den Kopf mit etwas, was Emily von sich selbst als Unglaube kannte. &bdquo;Als Ames mir erzählte, konnte ich es nicht glauben. Damit hatte ich echt nicht gerechnet.“

Amy warf ihr einen vernichtenden Blick zu.

&bdquo;Was?“, sagte Jayne verteidigend. &bdquo;Ich bin eben davon ausgegangen, dass er tot ist.“

In diesem Moment erschien Lois, um ihnen mit ihrem Gepäck zu helfen. Sie zerrte zwei der Koffer hinter sich die Auffahrt entlang und die Verandatreppe hinauf.

&bdquo;Sie ist immer noch hier?“ Jayne fragte vernehmbar aus einem Mundwinkel. &bdquo;Ich dachte, du würdest sie feuern.“

Emily schüttelte den Kopf. &bdquo;Sprich etwas leiser“, zischte sie.

Sie gingen in die Pension und Lois checkte sie ein. &bdquo;Ich kann Ihnen Ihre Räume zeigen und einige Ihrer Koffer tragen“, sagte sie.

Amy sah beeindruckt aus. &bdquo;Wenigstens macht sie ihre Arbeit!“, flüsterte sie Emily zu, während Lois anfing, einige der Koffer nach oben zu schleppen.

Emily zuckte zusammen. Sie liebte ihre Freunde, aber sie konnten manchmal unsensibel und unhöflich sein.

&bdquo;Ich brauche eine Dusche“, sagte Jayne. &bdquo;Ich muss diesen Motelkeim von meinem Körper waschen!“

Als sie nach oben verschwunden waren, um sich einzurichten und sich frisch zu machen, hörte Emily die Glocke läuten. Sie konnte schon jetzt sagen, dass heute es ein hektischer Tag werden würde. Sie lief die Stufen hinunter und öffnete die Tür.

Eine junge Frau mit schwarzen Locken und einer Brille stand davor. Sie trug lange auffällige Ohrringe und viele Perlenketten, die über einem Schal mit Paisley-Muster hingen.

&bdquo;Hallo, ich bin Bryony“, sagte sie gut gelaunt und streckte eine Hand aus, die mit Ringen bedeckt war. &bdquo;Serenas Freundin von der Maine U. Ich bin hier, um das Marketing für deine Webseite zu machen.“ Sie grinste und zeigte eine Lücke zwischen ihren Zähnen.

&bdquo;Natürlich“, sagte Emily. &bdquo;Komm rein!“

Bryony wirbelte herein und brachte den Geruch von Weihrauch mit sich. Sie hatte einen Laptopkoffer über der Schulter.

&bdquo;Ist es okay, wenn ich mich in deinem Empfangszimmer breitmache?“, fragte sie und nickte zur Gäste-Lounge.

&bdquo;Natürlich. Brauchst du noch etwas?“, erwiderte Emily.

&bdquo;Das WLAN-Passwort“, antwortete Bryony. &bdquo;Oh, und ein Kaffee wäre großartig. Kaffee ist mein Lebenselixier.“

&bdquo;Da geht’s mir wie dir“, antwortete Emily.

Sie holte Bryony Kaffee, hatte aber keine große Chance, weiter mit ihr zu reden, denn es klingelte erneut. Sie öffnete die Tür.

Diesmal war es ein schlanker Mann in Lederhosen, der vor ihrer Haustür stand. Unter seinem Filzhut hatte er lange Haare, und seine Augen waren mit einer Sonnenbrille bedeckt. Sie wusste, dass einige von Daniels Freunden heute ankommen sollten, aber dieser Mann sah nicht so aus, wie sie es von einem Freund von Daniel erwarten würde.

&bdquo;Kann ich Ihnen helfen?“, fragte Emily.

&bdquo;Ich habe ein Zimmer gebucht“, sagte der Mann. Er schien ziemlich von sich überzeugt und triefte vor Selbstvertrauen.

Als Emily ihn nach drinnen führte und hinter die Rezeption ging, hörte sie ein Flüstern aus einem der Zimmer kommen. Sie sah hinter sich und sah Marnie, Vanessa und Tracey, die kichernd hinter der Küchentür hervorlugten.

Als Emily zurückkehrte, sah sie, dass der Mann seine Sonnenbrille abgenommen hatte, und zu ihrer Überraschung starrte sie auf ein sehr vertrautes Gesicht. Es war der berühmte Sänger Roman Westbrook.

&bdquo;Herr Westbrook?“, sagte Emily, während sie versuchte, ihre Fassung zu bewahren, aber gleichzeitig ausflippte. Zu denken, dass ihr kleines B & B Gastgeber für jemanden sein könnte, der so berühmt ist! Sie war wirklich weit gekommen!

&bdquo;Sie können Roman zu mir sagen.“

Emily spürte, wie ein Blitz der Erregung sie durchfuhr.

&bdquo;Sie haben für zwei Wochen unser Cottage gebucht“, las sie laut vom Monitor ab. Sie sah, dass Serena die Buchung getätigt hatte und fragte sich, warum in aller Welt ihre Freundin die Informationen, dass ein berühmter Sängers bei ihr absteigen würde, nicht mit ihr geteilt hatte. Es war sehr unwahrscheinlich, dass Serena nicht wusste, wer Roman Westbrook war. Sie musste es geheim gehalten haben, um sie zu überraschen.

Emily drehte sich um und bemerkte, dass ihre Finger zitterten, als sie denn Schlüssel zum Cottage vom Brett nahm. Hinter der Küchentür erblickte sie Marnie, Vanessa und Tracey, die immer noch mit großen Augen und kichernd zusahen. Emily warf ihnen ein überraschtes und aufgeregtes Grinsen zu.

In diesem Moment erschien Lois am oberen Ende der Treppe, nachdem sie Amy und Jayne in ihre Räume gebracht hatte. Sie blieb auf der Treppe stehen, als sie Roman Westbrook im Flur stehen sah und ihre Augen wurden so groß wie Untertassen.

Emily kämpfte mit sich, um die Fassung zu bewahren, wandte sich an Roman und lächelte ein, wie sie hoffte, professionelles Gastgeber-Lächeln. &bdquo;Wenn Sie mir bitte folgen würden, ich werde Ihnen alles zeigen.“

Sie führte ihn durch den Korridor und durch den Haupteingang hinaus und drehte sich um, um nachzusehen, ob Lois noch auf der Treppe festgefroren war. Vanessa, Marnie und Tracey waren alle aus der Küche gekommen und hatten sich auf Zehenspitzen so dicht hinter ihnen hergeschlichen, wie sie es gewagt hatten, und kicherten wie ein Haufen Schulmädchen. Lois galoppierte die Treppe hinunter und gesellte sich zu ihnen, flüsterte aufgeregt hinter ihrer Hand.

Emily führte Roman den Weg entlang zum Kutschenhaus und ihr Herz flatterte jedes Mal, wenn sie sich erlaubte, darüber nachzudenken, mit wem sie gerade herumlief. Als sie die Tür erreicht hatte, öffnete sie diese in ihrer Aufregung ein wenig ungeschickt und bedeutete dann Roman, hereinzukommen.

&bdquo;Das passt“, sagte Roman und sah sich mit einem zufriedenen Nicken in dem Gäste-Apartment um.

Emily war aufgeregt, als sie begriff, dass ihr kleines Pension gut genug für einen Popstar wie Roman Westbrook war! Es war fast so, als würde sie träumen.

Sie zeigte ihm das Schlafzimmer und das Badezimmer, sowie einige der Annehmlichkeiten, die er während seines Aufenthalts zur Verfügung hatte, kniff sich dabei die ganze Zeit und dachte: Habe ich wirklich gerade Roman Westbrook den Waschtrockner / den Ofen / die Kaffeemaschine gezeigt? Passiert das gerade wirklich?

Als es an der Zeit war, ihm seinen Schlüssel zu geben und sich dabei ihre Finger streiften, hatte Emily so wackelige Knie wie ein Teenager. Es passierte nicht jeden Tag das man Haut-zu-Haut-Kontakt mit einem berühmten Popstar hatte!

&bdquo;Ich werde Sie sich jetzt in Ruhe einrichten lassen“, sagte Emily. &bdquo;Das große Haus ist immer offen für Gäste, also zögern Sie nicht herein zu kommen, wann immer Sie wollen. Wir haben eine Bar und Gäste-Lounge.“

Roman warf ihr eines seiner berühmten Lächeln zu.

Sie wirbelte aus dem Kutscherhaus, fühlte sich leicht, als würde sich in der Luft schweben und eilte zurück in die Pension, um die Freude an dem Erlebnis mit ihren Mitarbeitern zu teilen.

Als sie ins Pension zurückkam, fand sie die vier immer noch kichernd vor.

Lois war neben dem Computer. &bdquo;Serena hat ihn gebucht“, verkündete sie. &bdquo;Ich wette, sie hat kein Wort gesagt, weil sie uns überraschen wollte.“

&bdquo;Nun, das hat funktioniert“, lachte Marnie und gesellte sich zu Lois. Sie zeigte begeistert auf den Monitor. &bdquo;Oh mein Gott! Er ist für zwei Wochen hier!“

&bdquo;Das heißt, er wird während der Hochzeit hier sein!“, quietschte Lois.

Alle fingen vor Aufregung an zu jubeln und zu schreien.

&bdquo;Ich frage mich, warum er in der Stadt ist“, sagte Tracey.

&bdquo;Es kann kein Urlaub sein“, fügte Marnie hinzu. &bdquo;Er könnte überall auf der Welt Urlaub machen. Ich bezweifle, dass er dafür hierherkommen würde.“

&bdquo;Vielleicht nimmt er hier sein neues Album auf?“, vermutete Tracey.

&bdquo;In welchem ​​Aufnahmestudio?“, rief Vanessa aus.

&bdquo;Vielleicht dreht er ein Video!“, rief Lois und wurde noch aufgeregter. &bdquo;Und wir werden alle zu Komparsen!“

Die Glocke läutete noch einmal, aber die Mädchen waren so verloren in ihrer Unterhaltung, die sie nicht einmal zu hören schienen; Wenigstens nahm Emily das an, weil keiner von ihnen sich bewegte. Also war es an ihr, zur Tür zu gehen.

Zu dem Hintergrundgeräusch ihres schwatzenden weiblichen Personals öffnete sie die Tür und sah drei Männer auf der Stufe stehen. Stämmig. Tätowiert. Rau aussehend, in verblichenen Jeans und geflickten Lederjacken. Emily fragte sich, ob sie Teil von Roman Westwoods Gefolge waren. Sicherheitsleute oder so etwas. Sie sahen mit Sicherheit nicht so aus, als wären sie hier, um die malerische Stimmung am Meer zu genießen.

&bdquo;Kann ich Ihnen helfen?“, fragte sie.

&bdquo;Wir sind wegen Daniel da“, sagte einer von ihnen. &bdquo;Er heiratet eine Braut aus New York City!“

Sie begannen zu lachen.

&bdquo;Wir sind seine Freunde“, fügte einer hinzu. &bdquo;Seine Trauzeugen.“

Emily spürte, wie sich in ihr Blut aus dem Gesicht wich. Das waren Daniels Schulfreunde? Die, die sie ihn gedrängt hatte, einzuladen? Diejenigen, die in der Hochzeitsgesellschaft sein würden?

Sie öffnete den Mund, um ihnen zu sagen, dass sie reinkommen sollte, aber ihre Stimme versagte vollkommen. Alles, was sie schaffte, war ein schrilles Quietschen und ein schwaches Lächeln.




KAPITEL VIER


Emily stand immer noch da und starrte wie ein Fisch auf die tätowierten Männer, die bald zu ihrer Hochzeitsgesellschaft gehören würden, als Daniels Pick-up die Auffahrt hinaufrollte.

&bdquo;Das muss der Bräutigam sein!“, sagte einer der tätowierten Männer und drehte sich um.

Der Pick-up hielt an, und Daniel sprang mit einem federnden Schritt heraus, der Emily nicht vertraut war. Sie sah fassungslos zu, wie die drei Männer die Verandatreppe hinunterwalzten und Daniel takelten.

Sie sollten ihm besser keine blauen Flecken im Gesicht verpassen, dachte sie und zuckte bei dem heftigen Gerangel alter Freunde zusammen.

Schließlich tauchte Daniels Gesicht aus dem Knäul von Jeans und Leder wieder auf. Er hatte eine rosige Wange und grinste breit. Inzwischen hatte Roy die Beifahrertür geöffnet und war halb ausgestiegen. Zu Emilys Überraschung lächelte auch er.

&bdquo;Nun, sieh mal einer an, ihr drei seid ja erwachsen geworden.“, sagte Roy lachend.

&bdquo;Ist das Roy?“, fragte der erste Mann.

&bdquo;Na, was hab‘ ich dir gesagt?“, schrie der Zweite und schmetterte dem Dritten auf die Brust.

&bdquo;Es ist schon Jahrzehnte her“, argumentierte der Dritte. &bdquo;Wie soll ich mich da erinnern?“

&bdquo;Weil es der beste Urlaub war, den wir je hatten!“, rief der Erste aus.

Roy war nun ganz ausgestiegen und streckte die Hand aus. &bdquo;Stuart?“

Der Mann nickte. &bdquo;Ja. Und du erinnerst dich an Clyde und Evan?“ Er zeigte zuerst auf den Mann mit dem krausen, rötlichen Bart, dann auf den kleineren, übergewichtigen Mann.

&bdquo;Wie könnte ich dieses Wochenende vergessen, als Daniel euch zum Angeln eingeladen hat?“, antwortete Roy antwortete.

&bdquo;Das war großartig“, fügte Evan hinzu. &bdquo;Weißt du, ich glaube nicht, dass wir seit diesem Wochenende noch einmal alle zur gleichen Zeit am selben Ort waren.“

&bdquo;Also, ich nehme an, sie sind deine Trauzeugen?“, fragte Roy.

Stuart strahlte breit. &bdquo;Natürlich sind wir das. Es ist nur recht und billig, dass Daniels älteste Schulfreunde auf seiner Hochzeitsfeier sind.“

&bdquo;Selbst, wenn es über ein Jahrzehnt her ist, seit wir alle zusammen waren“, fügte Evan hinzu.

&bdquo;Habt ihr schon meine Tochter Emily kennengelernt?“, fragte Roy und zeigte auf Emily, die weiterhin ungläubig zusah. &bdquo;Ich hätte nie gedacht, dass Daniel eines Tages meine kleine Prinzessin heiraten würde!“

Jetzt waren die drei Freunde an der Reihe, schockiert auszusehen. Sie starrten Emily, die immer noch an der Türschwelle stand, mit offenen Mündern an. Aber statt sich für ihren Irrtum zu schämen, genossen sie es, wie Emily gerade klar wurde. Sie waren eindeutig die Typen von Männern, denen es Spaß machte, andere in Verlegenheit zu bringen. Sie zuckte innerlich zusammen.

&bdquo;Das ist deine bessere Hälfte?“, rief Clyde aus. &bdquo;Nun, warum hat sie das nicht gesagt?“

Er lachte und rannte die Verandatreppe zu Emily rauf. Als er sie erreichte, zog er sie in eine ungestüme Umarmung. Wie vorauszusehen war, roch er nach abgestandenem Schweiß.

Emily versuchte, ihre Fassung zu bewahren. Aber in ihrem Inneren machte sich Panik breit. Sie wollte Daniel nicht zu sehr nach seiner Wahl seiner Kumpel beurteilen, vor allem, wenn es sich um alte Schulfreunde handelte - Schulkinder neigten schließlich dazu, ihre Freunde willkürlich auszuwählen -, aber sie konnte sich die vier nicht zusammen vorstellen. Sie war vorher noch nie mit Daniels Bad-Boy-Vergangenheit in Berührung gekommen. Ein Blick auf den Jungen, der er einmal gewesen war und den Mann, zu dem er leicht hätte werden können, hätte er Maine nicht verlassen, um nach Tennessee zu gehen. Sie sollte wirklich dankbar dafür sein, dass er diese drei ausgewählt hatte, wenn die andere Option Sheilas Tennessee-Freunde waren.

In diesem Moment sprang Chantelle vom Truck herunter und warf einen flüchtigen Blick in Richtung der drei Männer. Sie war jedoch nicht verwirrt. Sie war an die verschiedensten Leute gewöhnt, die in die Pension kamen, und war in ihren früheren Jahren in Tennessee sicherlich auch auf Hillbilly-Typen gestoßen.

&bdquo;Opa Roy, können wir bitte im Gewächshaus anfangen?“, fragte sie.

&bdquo;Natürlich“, sagte Roy. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit Stuart, Clyde und Evan zu und fügte so höflich wie immer hinzu: &bdquo;Wenn ihr mich entschuldigen würdet.“

Roy und Chantelle fingen an, die ganzen Gerätschaften, die sie gekauft hatten, vom Pick-up zu entladen.

&bdquo;Lasst mich euch rumführen“, sagte Daniel zu seinen Freunden.

Er führte sie an Emily vorbei in das B&B.

Sie sah ihnen nach, immer noch verblüfft, und immer noch unfähig, Daniel mit diesen drei stämmigen Männern in Einklang zu bringen. Sie drehte sich um und sah Amy und Jayne die Treppe hinunterkommen.

Stuart pfiff den beiden Frauen nach und Emily verzog das Gesicht. Keiner ihrer Freundinnen war der Typ, der auf so etwas stand. Nicht einmal Jayne, die normalerweise männliche Aufmerksamkeit liebte. Entsetzt, dass das vielleicht nur der Anfang war, stürzte Emily herein, um im Voraus zu intervenieren.

&bdquo;Amy, Jayne“, rief sie. &bdquo;Gefallen euch eure Zimmer?“

Amy wendete ihre verengten Augen von Stuart ab und zu ihrer Freundin hin. &bdquo;Ja. Danke, Em. Aber wir müssen uns an die Arbeit machen. Es gibt jede Menge zu erledigen.“

&bdquo;Wirklich?“, stöhnte Emily. Sie fühlte sich, als ob alles, was sie in den letzten Wochen gemacht hatte, die Hochzeit zu planen. Könnte es wirklich noch viel mehr zu tun geben? Auf der anderen Seite war es wahrscheinlich eine gute Idee, die Pension zu verlassen. Je weniger Zeit sie mit Daniels Freunden verbrachte, desto besser. &bdquo;Okay“, akzeptierte sie. &bdquo;Lass uns von hier verschwinden.“

Sie schob ihre Freunde aus der Tür, bevor Daniel seine Freunde vorstellen konnte. Aus dem Augenwinkel sah sie seinen Gesichtsausdruck. Er schien genervt zu sein von ihrem Verhalten und von ihrer Unhöflichkeit, nicht alle miteinander bekannt zu machen. Aber sie konnte nicht anders. Wenn er sie irgendwie vorbereitet hätte, wäre es vielleicht anders gewesen. Zumindest hätte sie ihm sagen können, dass er sicherstellen sollte, dass sie ihren Freundinnen nicht hinterherpfiffen und sie hätte ihre Freundinnen vor diesem rüpelhaftem Verhalten warnen können. Aber wie immer hatte Daniel sie wegen einiger der unappetitlicheren Elemente seiner Vergangenheit im Dunkeln gelassen. Und wieder einmal nagten die leeren Stellen seiner Vergangenheit an ihr und ließen sie an der Grundlage, auf der ihre Beziehung stand, zweifeln.



*



Emily und ihre Freunde fuhren in die nächste Stadt, um in eine Parfümerie zu gehen, die Amy schon seit Jahren besuchen wollte.

&bdquo;Sie machen den Duft speziell für dich“, erklärte Amy während sie fuhr. &bdquo;Ein maßgeschneiderter Duft für eine einzigartige Frau.“

&bdquo;Klingt nach ...“ Emily hielt inne. Sie wollte &bdquo;überflüssigem Zeug“ sagen, stoppte sich aber in der letzten Sekunde. Stattdessen endete sie mit einem sanften und wenig Überzeugenden ... Spaß.“

&bdquo;Jeder macht das heutzutage“, fügte Jayne vom Rücksitz hinzu. "Es wäre einfach unkultiviert, es nicht zu machen.“

Mit sichtlicher Vorfreude parkte Amy den Wagen und lenkte Emily dann bei den Schultern in den Laden, wobei sie mit jedem Schritt hüpfte.

Die Dame an der Theke begrüßte sie mit einem warmen Lächeln. Emily war dankbar, als Amy die Führung übernahm. Sie hatte nicht viel Lust zu interagieren. Ihre Gedanken hingen immer noch bei Daniels Freunden.

&bdquo;Hier“, sagte Amy und schob einen duftenden Streifen unter Emilys Nase. &bdquo;Wonach riecht es? Blutorange.“

Emily runzelte die Nase. &bdquo;Ich denke nicht, dass das zu mir passt.“

&bdquo;Nein, vermutlich nicht“, sagte Amy. Sie senkte den Kopf und sah sich die anderen Geruchsoptionen an.

&bdquo;Du scheinst abgelenkt zu sein“, sagte Jayne zu Emily.

&bdquo;Entschuldigung“, antwortete Emily. &bdquo;Ich denke nur nach.“

&bdquo;Ich gehe davon aus, dass es sich nicht um Düfte handelt“, fragte Jayne. &bdquo;Komm schon, Em. Du weißt, dass du mir alles erzählen kannst.“

Emily schüttelte den Kopf. &bdquo;Ich will nicht darüber reden. Ich will nicht wie eine Zicke klingen.“

Jayne sah sie an. &bdquo;Ehrlich, du redest mit mir. Ich bin die Königin der Zicken. Ich bezweifle, dass irgendetwas, was du sagen würdest, in meinen Ohren auch nur annähernd zickig klingen würde.“

Genau in diesem Moment eilte Amy wieder zu ihnen und griff sich Emilys Armen. Sie tupfte etwas Parfüm auf ihr Handgelenk.

&bdquo;Riech daran!“, schrie sie vor Aufregung auf.

Emily roch daran. Der Duft war frisch und blumig. &bdquo;Das ist viel besser“, sagte sie.

Amy grinste. &bdquo;Okay. Ich habe es. Ich habe den perfekten Geruch, um das zu komplettieren.“ Sie eilte davon und beugte sich zu dem Mädchen hinter dem Tresen, während sie aufgeregt durch die Proben schnupperte.

&bdquo;Also?“, drängte Jayne Emily. Sie würde es offensichtlich nicht zulassen, dass sie das Thema fallen ließ.

Emily seufzte laut. &bdquo;Es sind nur diese Typen in der Pension.“

&bdquo;Die Wildschweine, die aussahen als hätten sie seit einer Woche nicht geduscht?“

&bdquo;Genau die“, antwortete Emily. Sie biss sich auf die Lippe. &bdquo;Nun, sie sind Daniels Freunde. Seine Trauzeugen.“

&bdquo;Oh mein Gott!“, schrie Jayne mit einem theatralischen Keuchen auf. &bdquo;Sie werden auf den Fotos sein?“

Emily spürte, wie ihre Wangen brannten. Jaynes entsetzte Antwort ließ sie sich noch schlechter fühlen.

&bdquo;Es ist einfach so, dass er diese Dinge über seine Vergangenheit von mir fern hält“, erklärte Emily. &bdquo;So wie ich mir in einer Million Jahren nie hätte vorstellen können, dass seine besten Freunde so sein würden.“

&bdquo;Ich auch nicht“, antwortete Jayne. &bdquo;Ich dachte, er hätte ein paar attraktive Holzfäller-Typen.“

Emily vergrub ihren Kopf in ihre Hände. &bdquo;Nun wünsche ich mir, dass ich ihn hätte seinen Chef fragen lassen“, antwortete sie düster. &bdquo;Ich würde jederzeit liebend gern verfärbte Malerhände diesen Drei vorziehen.“

Amy kam mit einem anderen Teststreifen herüber, einen konzentrierten Ausdruck auf dem Gesicht. Ohne etwas zu sagen packte sie Emilys Arm und tupfte den neuen Duft in ihr Handgelenk, oben auf dem ersten. Amy schnupperte. Runzelte die Stirn. Schnupperte noch einmal. Dann grinste sie.

&bdquo;Ich denke, ich habe es“, sagte sie.

Emily schniefte. &bdquo;Ja, das ist nett“, erwiderte sie mit matter Stimme.

&bdquo;Du magst es nicht?“, fragte Amy.

&bdquo;Das ist es nicht“, unterbrach Jayne. &bdquo;Emily hat heute die Trauzeugen getroffen.“

Amy hob eine Augenbraue. &bdquo;Oh, Daniels mysteriöse Freunde?“

Jayne packte Amy am Arm. &bdquo;Du wirst es nie erraten. Es waren diese drei Kerle im Foyer!“

Amys Augen weiteten sich. &bdquo;Die, die ich fast zur Hölle gewünscht hätte?“

&bdquo;Genau die.“

Dann sah Amy Emily an. &bdquo;Oh, Schatz. Das tut mir leid.“

Emily zuckte erneut zusammen. Daniels Freunde waren Trampel, aber sie zeichnete eine sehr unangenehme Seite von ihrem Charakter und denen ihre beiden Freundinnen. Sie wusste, dass sie kleinlich und voller Vorurteile waren. Aber sie konnte nicht anders.

&bdquo;Schau“, sagte Amy und übernahm die Verantwortung für die Situation, wie sie es oft tat. &bdquo;Warum beenden wir das hier nicht, jetzt da wir den Duft gefunden haben und fahren zurück zur Pension? Wir können ein paar Drinks nehmen und die Zungen aller Beteiligten lockern. Dann werden wir dem auf den Grund gehen. Alles herausfinden. Wer sie sind, was sie tun. Finden jedes schmutzige Detail heraus.“

&bdquo;Es sind die schmutzigen Details, wegen den ich mir Sorgen mache“, erwiderte Emily düster. &bdquo;Ich verstehe einfach nicht, wie Daniel der sein kann der er ist, mit dieser geheimnisvollen Vergangenheit und diesen seltsamen Freunden. Nichts davon passt zusammen. Es ist als ob nur der junge Daniel, der sein Leben zu Hause hasste, in der Schule sitzengeblieben und fast davongelaufen war, derjenige ist, der mit diesen dreien befreundet war. Dann ist da noch Tennessee Daniel, der ein Kind gezeugt und einen Kerl zu blutigem Brei geschlagen hat. Keiner von ihnen ist mein Daniel. Es macht mich einfach verrückt.“

Amy rieb sich die Schulter. &bdquo;Du bekommst nur kalte Füße. Das ist okay. Jeder hat eine Vergangenheit.“

&bdquo;Aber nicht jeder verbirgt sie wie Daniel.“

&bdquo;Es ist ihm nur peinlich“, sagte Jayne. &bdquo;Mir wäre es das, wenn das meine Freunde wären!“, gackerte sie.

Emily wollte ihre Freunde gern ihre Stimmung heben lassen, aber es funktionierte einfach nicht. Die Vorstellung, dass sie alle an einem Tisch saßen und sich mit Alkohol lockerten, schien ihr nicht zu gefallen. Aber das musste früher oder später passieren. Sie wollte es nur hinter sich bringen.

&bdquo;Okay, gut“, sagte Emily. &bdquo;Lass es uns einfach aus dem Weg schaffen.“

Amy bezahlte den Duft, tauschte Visitenkarten mit dem Mädchen hinter der Theke und sie verließen den Laden. Emilys Freunde hakten sie unter und unterstützten sie wie immer bei jedem Schritt ihrer Reise.

&bdquo;Ich weiß nicht, was ich ohne euch machen würde“, sagte Emily, als sie zusammen zu Amys Auto schlenderten.

&bdquo;Ich aber“, sagte Amy mit einem schelmischen Funkeln in ihren Augen. &bdquo;Du würdest viel schlechter riechen!“




KAPITEL FÜNF


Es war eine peinliche Mischung von Leuten, gelinde gesagt. Als sie die seltsame Anordnung von Gesichtern ansah, die um den Verandatisch saßen, war Emily nur erleichtert, dass ihr Vater und Chantelle nicht hier waren. Sie waren zu sehr mit ihrer Arbeit im Gewächshaus beschäftigt, um hier rumzusitzen.

Die Unterhaltung wirkte gestelzt. Selbst ein Krug Bier schien nicht zu helfen.

&bdquo;Wie habt ihr euch damals eigentlich alle kennengelernt?“, fragte Amy, die offenbar versuchte so freundlich wie möglich zu sein.

&bdquo;Ich bin Daniels ältester Freund“, sagte Stuart. &bdquo;Ich habe ihn während der Schulzeit getroffen. Damals, als er noch Dashiel hieß!“

&bdquo;Je weniger darüber gesprochen wird, umso besser, danke“, antwortete Daniel. Er hatte seinen Namen, der auch der Name seines Vaters war, in jungen Jahren geändert.

&bdquo;Ich bin der Gang in der Mittelschule beigetreten“, fügte Evan hinzu. &bdquo;Wir haben Clyde in der High-School aufgelesen.“

&bdquo;Wir haben von da an nur Unfug getrieben“, beendete Clyde. &bdquo;Dann gingen wir irgendwann getrennte Wege.“

&bdquo;Daniel war der einzige, der den Staat verlassen hat“, fügte Stuart hinzu. &bdquo;Vielleicht, um von uns wegzukommen.“ Er lachte.

Genau das fragte sich Emily. Vielleicht hatte Daniel einen Neuanfang von seiner Vergangenheit machen wollen, als er nach Tennessee gegangen war.

&bdquo;Es gibt nichts Besseres als eine Hochzeit, um alte Freunde wieder zusammen zu bringen“, sagte Clyde.

&bdquo;Und das Timing ist perfekt, Danny Boy“, sagte Stuart und packte Daniel grob um den Hals. &bdquo;Ich bin gerade erst auf Bewährung rausgekommen.“

Emily nahm einen großen Schluck ihres Drinks. Sie spürte, wie Amy und Jayne unbehaglich neben ihr hin und her rutschten.

&bdquo;Wofür hast du eingesessen?“, fragte Jayne.

Amy und Emily hätten sie schlagen wollen. Jayne versuchte offensichtlich nur, Konversation zu machen, und niemand, der mehr als eine Millisekunde vor dem Sprechen nachdachte, hätte die eine Frage gestellt, die allen im Kopf rumspuckte.

&bdquo;Nur Trunkenheit am Steuer“, sagte Stuart und zuckte mit den Schultern, als wäre es überhaupt nichts.

Emily wurde es heiß. Sie zerrte am Kragen ihres Hemdes.

&bdquo;Oh“, sagte Jayne und atmete erleichtert aus. &bdquo;Ich hatte befürchtet, dass du Mord oder so etwas sagen würdest.“

Clyde und Evan lachten laut. Emily trat Jayne scharf unter den Tisch.

&bdquo;In diesen Punkten haben sie ihn freigesprochen“, informierte Clyde Jayne.

Ihre Augen traten ungläubig hervor. &bdquo;Wirklich?“

Clyde und Evan lachten diesmal noch lauter.

&bdquo;Nein!“, rief Clyde. &bdquo;Aber du hättest dein Gesicht sehen sollen.“

Jayne war nicht die einzige, die das nicht witzig fand. Stuart selbst sah wütend aus.

&bdquo;Das sagt der Richtige, Clyde“, sagte er. &bdquo;Ich bin nicht der einzige hier an diesem Tisch, der im Knast war.“

Emily spürte, wie ihr ganzer Körper zusammensackte. Diese Jungs kamen als völlig instabil rüber. So viel dazu, dem Geheimnis dieser Typen auf den Grund gehen zu wollen; je mehr sie enthüllten, desto mehr wünschte sie sich, sie wüsste nichts davon.

&bdquo;Ihr kennt doch sicher ein paar lustige Geschichten über Daniel“, sagte Amy und versuchte die Situation zu beruhigen.

Daniel wurde knallrot. &bdquo;Oh Gott, nein, lasst das lieber blieben.“

Aber es war zu spät. Die Gesichter seiner Freunde hellten sich sofort auf.

&bdquo;Ich bin froh, dass du gefragt hast‘, sagte Stuart. &bdquo;Was würdet ihr Mädels gerne hören? Die Geschichte in der sich Daniel zum ersten Mal betrinkt und am Ende seine Hose zerreißt, als er über einen Maschendrahtzaun klettert, oder die, bei der er seine Jungfräulichkeit verliert?“

&bdquo;Weder noch“, sagte Emily kopfschüttelnd und spürte, wie die Panik sie erfasste.

Auch Daniel war versteinert bei der Aussicht, dass eine dieser beiden besonderen Geschichten ausgeplaudert werden sollte.

Stuart stieß Emily an. &bdquo;Erzähl mir nicht, dass ihr euch nicht schon all eure schmutzigen Geheimnisse erzählt habt?“

Emilys Verlegenheit wuchs immer mehr. Vielleicht lag es daran, dass ihre eigene Vergangenheit so schwierig und verworren war, dass sie Daniel nicht gezwungen hatte, mehr über seine eigene Vergangenheit zu erzählen, aber jetzt begann sie es zu bereuen. Was, wenn beide Geschichten so entsetzlich waren, dass sie sie dazu brachten, ihre Hochzeit abzusagen?

&bdquo;Da war dieses Mädchen, Astrid“, begann Stuart.

Daniel vergrub sein Gesicht in seinen Händen.

&bdquo;Ihre Augen trafen sich durch den Raum“, fuhr Stuart fort. &bdquo;Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie näherte sich. Daniel konnte sein Glück nicht fassen. Dann sagte sie die Worte, die sein Herz entbrannten. ‚Kann ich mir deinen Winkelmesser ausleihen?‘“

&bdquo;Warte“, sagte Emily stirnrunzelnd. &bdquo;Was?“

&bdquo;Es war im Mathematikunterricht!“, kam Stuarts Pointe. &bdquo;In der fünften Klasse.“

Daniel war hellrot geworden.

Jayne sah verwirrt aus. &bdquo;Ich dachte, das wäre die Geschichte, wie Daniel seine Jungfräulichkeit verloren hat?“

&bdquo;Ich komme noch zu diesem Teil“, sagte Stuart. &bdquo;Also ... Schnellvorlauf, wieviel? Fünf Jahre? Sechs Jahre? Daniel hat diese armselige Schwärmerei für Astrid all diese Jahre und hat schließlich den Mut gefunden, sie zum Tanzen einzuladen.“

&bdquo;Der Rest ist Geschichte“, sagte Clyde zwinkernd. &bdquo;Wie lange seid ihr am Ende zusammengeblieben? Vier Jahre?“

Daniel nickte angespannt. &bdquo;Viereinhalb ungefähr.“

Emily spürte, wie ein eiskalter Schauer ihren Köper durchlief. Daniel hatte den Namen Astrid nie erwähnt. Jetzt stellte sich heraus, dass sie seine erste Liebe gewesen war? Ein Mädchen, dass er jahrelang angeschmachtet hatte? Sie wollte sich nicht mit einem Teenager aus der Vergangenheit vergleichen, aber es klang, als hätte sie Daniel mehr bedeutet als eine durchschnittliche erste Liebe. Es klang, als wäre seine Beziehung zu Astrid bedeutend und wichtig gewesen. Aber er hatte sie überhaupt nicht erwähnt.

&bdquo;Ich nehme an, ihr zwei seid nicht in Verbindung geblieben?“, fragte Stuart.

Daniel schüttelte den Kopf.

&bdquo;Schade“, sagte Stuart. &bdquo;Sie war großartig. Ich dachte irgendwie, dass ihr beide irgendwann wieder zusammenkommen würdet.“

Emilys Gesicht musste blass geworden sein, denn sie spürte ein beruhigendes Drücken unter dem Tisch, das aus Amys Richtung kam.

&bdquo;Was ich jetzt wissen will“, sagte Clyde, &bdquo;ist, was ihr Damen für den Junggesellinnenabschied geplant habt?“

&bdquo;Es gibt keinen“, sagte Emily. &bdquo;Daniel und ich haben uns gegen geschlechtsspezifische Partys entschieden.“

&bdquo;Oh“, sagte Clyde und sah Daniel an. &bdquo;Erwischt.“

Emily runzelte die Stirn. &bdquo;Was?“

Daniel sah schuldbewusst aus. &bdquo;Ich hatte noch keine Chance, es dir zu sagen“, sagte er. &bdquo;Die Jungs haben beschlossen, eine überraschende Junggesellenparty für mich zu schmeißen. Wir fahren übers Wochenende weg.“

Emily konnte nicht einmal mehr sprechen. Sie konnte nur noch blinzeln.

&bdquo;Wir machen einen Roadtrip“, sagte Clyde. &bdquo;Wir besuchen die besten Strip-Lokale, die Maine zu bieten hat.“

Emily konnte sehen, wie Amy neben ihr die Hände zu wütenden Fäusten ballte und spürte, wie ihr Gesicht alle Farbe verlor. In ihrer peripheren Sicht konnte sie Daniels besorgten Gesichtsausdruck sehen.




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