Ein Klagelied für die Prinzessin Morgan Rice Ein Thron für Schwestern #4 Morgan Rices Vorstellungskraft ist grenzenlos. In einer weiteren Reihe, die genauso unterhaltsam wie die vorherige scheint, erzählt uns EIN THRON FÜ SCHWESTERN die Geschichte von zwei Schwestern (Sophia und Kate), Waisen die darum kämpfen in der grausamen und anstregenden Welt des Waisenhauses zu überleben. Ein sofortiger Erfolg. Ich kann es kaum erwarten den zweiten und dritten Band zu lesen! Books and Movie Reviews (Roberto Mattos) Von #1 Bestseller Morgan Rice stammt eine unvergessliche neue Fantasyreihe. In EIN KLAGELIED FÜR DIE PRINZESSIN (Ein Thron für Schwestern – Buch vier), kämpft Sophia 17 um ihr Leben und versucht sich von einer Wunde die ihr von Lady D’Angelica zugefügt wurde zu erholen. Werden die neuen Kräfte ihrer Schwester Kate ausreichend sein, um sie zurück ins Leben zu holen?Das Schiff segelt mit den Schwestern zum entfernten und exotischen Land ihres Onkels, ihre letzte Hoffnung und die letzte bekannte Verbindung zu ihren Eltern. Dennoch ist die Reise heimtückisch und selbst wenn sie ihn finden, wissen die Schwestern nicht, ob ihr Empfang warm oder feindlich sein würde. Kate verpflichtet sich der Hexe und findet sich selbst in einer immer verzweifelteren Situation – bis sie einen Hexenmeister findet, der vielleicht das Geheimnis ihrer Freiheit bereithält. Sebastian kehrt zum Hof zurück, todunglücklich und verzweifelt ohne zu wissen, ob Sophia noch am Leben ist. Als seine Mutter ihn zwingt Lady D’Angelica zu heiraten, weiß er das es Zeit ist alles zu riskieren. EIN KLAGELIED FÜR DIE PRINZESSIN (Ein Thron für Schwestern – Buch Vier) ist das vierte Buch einer überwältigenden neuen Fantasiereihe, voll von Liebe, gebrochenem Herzen, Tragödie, Abenteuer, Magie, Schwertern, Hexen, Drachen, Schicksal und nervenaufreibende Spannung. Ein fesselndes Buch, gefüllt mit Charakteren die Sie faszinieren werden und eine Welt, die Sie niemals vergessen werden. Buch #5 in der Reihe wird bald veröffentlicht werden. starker Auftakt zu einer Reihe die eine Kombination aus lebhaften Protagonisten und herausfordernden Umständen hervorbringen wird, um nicht nur junge Erwachsene, sondern auch erwachsene Fantasy-Fans, die epische Geschichten von mächtigen Freundschaften und Gegnern suchen, gründlich zu fesseln. Midwest Book Review (Diane Donovan) EIN KLAGELIED FÜR PRINZEN (EIN THRON FÜR SCHWESTERN -- BUCH 4) MORGAN RICE Morgan Rice Morgan Rice ist #1 Bestseller und der Bestseller Author von USA Today der epischen Fantasy-Reihe DER RING DER ZAUBEREI, die aus siebzehn Büchern besteht; von der #1 Bestseller Reihe DER WEG DER VAMPIRE, die aus zwölf Büchern besteht; der #1 Bestseller Reihe DIE TRILOGIE DES ÜBERLEBENS, ein postapokalyptischer Thriller, der aus drei Büchern besteht, die epische Fantasie Reihe VON KÖNIGEN UND ZAUBERERN, die aus sechs Büchern besteht; der epischen Fantasie Reihe FÜR RUHM UND KRONE, die aus 8 Büchern besteht; und die neue epische Fantasie Reihe EIN TRHON FÜR SCHWESTERN. Morgans Bücher sind in Audio und Druckausgabe und in 25 Sprachen übersetzt erhältlich. Morgan hört gerne von Ihnen, schauen Sie also gerne einmal bei www.morganricebooks.com (http://www.morganricebooks.com) vorbei und melden Sie sich für die Mailingliste an. Erhalten Sie ein kostenloses Buch, kostenlose Werbegeschenke, laden Sie sich eine kostenlose App herunter, erhalten Sie die neusten exklusiven Nachrichten, verbinden Sie sich bei Facebook und Twitter und bleiben Sie in Kontakt! Entscheiden Sie sich für Morgan Rice “Wenn Sie glauben, dass es keinen Grund gibt, nach dem Ende der SORCERER’s SERIEN weiterzuleben, dann liegen sie falsch. In AUFSTIEG DES DRACHEN bietet Morgan Rice etwas, was eine weitere brilliante Reihe zu werden verspricht, sie zieht uns in eine Fantasie voll von Trolls und Drachen, mit Mut, Ehre, Werten, Magie und Glauben an das Schicksal. Morgan hat es wieder einmal geschafft eine starke Reihe an Charakteren zu erstellen, die uns auf jeder Seite begeistern … Empfohlen für die dauerhafte Bücherei von allen Lesern, die gut geschriebene Fantasy lieben.” --Bücher und Filme Bewertung Roberto Mattos “Eine aktionsgeladene Fantasy die sicher die Fans von Morgen Rices vorherigen Novellen erfreuen wird, zusammen mit den Fans von Büchern wie THE INHERITANCE CYCLE von Christopher Paolini … Fans von junger Erwachsener Fiktion werden dieses neueste Werk von Rice verehren und noch mehr haben wollen.” --The Wanderer, Ein Literatur Journal (in Bezug auf Rise of the Dragons) “Eine inspirierte Fantasie, die die Elemente von Mystery und Intrigien in seine Hauptgeschichte bringt. A Quest of Heroes geht vor allem um Mut und darüber einen Sinn im Leben zu erkennen, der zu Wachstum, Reife und Exzellenz führt … Für diejenigen die gehaltreiche Fantasie Abenteuer suchen, die Protagonisten, Mittel und Aktionen bieten ein kräftiges Set an Zusammentreffen, die sich gut auf Thors Evolution von einem verträumten Kind in einen jungen Erwachsenen konzentriert, mit unmöglichen Überlebenschancen …Nur der Anfang von dem, was verspricht eine epische, junge Erwachsenereihe zu werden.” --Midwest Book Review (D. Donovan, E-Book Bewerter) “THE SORCERERS RING hat alle Zutaten für einen sofortigen Erfolg: Handlung, Gegenanschläge, Mystery, tapfere Ritter und blühende Beziehungen reichlich versehen mit gebrochenen Herzen, Enttäuschung und Betrug. Das unterhält Sie für Stunden und befriedigt alle Altersstufen. Empfohlen für die Bücherei von allen Fantasy Lesern.” --Bücher und Film Bewertungen, Robert Mattos “In diesem aktionsgeladenen ersten Buch in der epischen Fantasie Sorcerers Ring Reihe (im Moment 14 Bücher), stellt Rice seinen Lesern die 14-jährige Thorgrin “Thor” Mc Leod vor, dessen Traum es ist, die Silver Legion, der Elite Ritter beizutreten, die dem König dienen … Rice’s Schrifstil ist solide und die Voraussetzung faszinierend.” --Publishers Weekly Bücher von Morgan Rice DER WEG DES STAHLS EHRE WEM EHRE GEBÜHRT (Buch 1) EIN THRON FÜR SCHWESTERN EIN THRON FÜR SCHWESTERN (Buch #1) EIN GERICHT FÜR DIEBE (Buch #2) EIN LIED FÜR WAISEN(Buch #3) EIN KLAGELIED FÜR DIE PRINZESSIN (Buch #4) EIN JUWEL FÜR KÖNIGE (Buch #5) FÜR RUHM UND KRONE SLAVIN, KRIEGERIN, KÖNIGIN (Buch 1) SCHURKIN, GEFANGENE, PRINZESSIN (Buch 2) RITTER, THRONFOLGER, PRINZ (Buch 3) REBELL, SCHACHFIGUR, KÖNIG (Buch 4) SOLDAT, BRUDER, ZAUBERER (Buch 5) HELD, VERRÄTER, TOCHTER (Buch 6) HERRSCHER, RIVALE, VERBANNTE (Buch 7) SIEGER, BESIEGTER, SOHN (Buch 8) VON KÖNIGEN UND ZAUBERERN DER AUFSTAND DER DRACHEN (Buch 1) DER AUFSTAND DER TAPFEREN (Buch 2) DAS GEWICHT DER EHRE (Buch 3) DIE SCHMIEDE DES MUTS (Buch 4) EIN REICH DER SCHATTEN (Buch 5) DIE NACHT DER VERWEGENEN (Buch 6) DER RING DER ZAUBEREI QUESTE DER HELDEN (Buch 1) MARSCH DER KÖNIGE (Buch 2) FESTMAHL DER DRACHEN (Buch 3) KAMPF DER EHRE (Buch 4) SCHWUR DES RUHMS (Buch 5) ANGRIFF DER TAPFERKEIT (Buch 6) RITUS DER SCHWERTER (Buch 7) GEWÄHR DER WAFFEN (Buch 8) HIMMEL DER ZAUBER (Buch 9) MEER DER SCHILDE (Buch 10) REGENTSCHAFT DES STAHLS (Buch 11) LAND DES FEUERS (Buch 12) DIE HERRSCHAFT DER KÖNIGINNEN (Buch 13) DER EID DER BRÜDER (Buch 14) DER TRAUM DER STERBLICHEN (Buch 15) DAS TOURNIER DER RITTER (Buch 16) DAS GESCHENK DER SCHLACHT (Buch 17) DIE TRILOGIE DES ÜBERLEBENS ARENA EINS: DIE SKLAVENTREIBER (Buch 1) ARENA ZWEI (Buch 2) ARENA DREI (Buch 3) GEFALLENE VAMPIRE VOR DEM MORGENGRAUEN (Buch 1) DER WEG DER VAMPIRE GEWANDELT (Buch 1) VERGÖTTERT (Buch 2) VERRATEN (Buch 3) BESTIMMT (Buch 4) BEGEHRT (Buch 5) VERMÄHLT (Buch 6) GELOBT (Buch 7) GEFUNDEN (Buch 8) ERWECKT (Buch 9) ERSEHNT (Buch 10) BERUFEN (Buch 11) BESESSEN (Buch 12) Wussten Sie, dass ich mehrere Reihen geschrieben habe? 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Dieses eBook darf nicht weiterverkauft oder an andere Personen weitergegeben werden. Wenn Sie dieses Buch für eine andere Person freigeben möchten, erwerben Sie bitte für jeden Empfänger eine zusätzliche Kopie. Wenn Sie dieses Buch lesen und es nicht gekauft haben oder es nicht für Ihre Verwendung erworben wurde, geben Sie es bitte zurück und kaufen Sie Ihre eigene Kopie. Danke, dass Sie die harte Arbeit dieses Autors respektieren. Dieses Buch ist reine Fiktion. Namen, Charaktere, Geschäfte, Organisationen, Orte, Ereignisse und Ereignisse sind entweder das Produkt der Fantasie des Autors oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen lebenden oder toten Personen ist völlig zufällig. INHALTE KAPITEL EINS (#ufa492034-3516-50e4-a675-cc712ccbd09d) KAPITEL ZWEI (#u09ecd3d7-0b66-5a35-b97a-08304779f320) KAPITEL DREI (#uc2c76b1c-120e-57c7-a67c-99216608f764) KAPITEL VIER (#ua9983f61-1c45-5166-ac5c-be99839057fe) KAPITEL FÜNF (#u7598dbaa-0925-5c21-a162-af8ef8784dad) KAPITEL SECHS (#u2809e477-ce39-5201-9971-a6c6a58d877e) KAPITEL SIEBEN (#u5d559ace-cedc-55ec-bdef-c3a0919d46bd) KAPITEL ACHT (#litres_trial_promo) KAPITEL ZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL ZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL ELF (#litres_trial_promo) KAPITEL ZWÖLF (#litres_trial_promo) KAPITEL DREIZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL VIERZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL FÜNFZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL SECHZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL SIEBZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL ACHTZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL NEUNZEHN (#litres_trial_promo) KAPITEL ZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL EINUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL DREIUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL VIERUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL FÜNFUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL SECHSUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL ACHTUNDZWANZIG (#litres_trial_promo) KAPITEL DREISSIG (#litres_trial_promo) KAPITEL EINUNDDREIßIG (#litres_trial_promo) KAPITEL EINS Kate rannte zum Hafen, von dem Finnael ihr erzählt hatte, sie bewegte sich schneller als jemand anderes sich je hätte bewegen können, und betete die ganze Zeit, dass sie rechtzeitig kommen würde. Das Bild ihrer Schwester wie sie so farblos und tot dalag, jagte sie, drückte sie nach vorne mit all der Geschwindigkeit, die ihre Macht ihr geben konnte. Sophia konnte nicht tot sein. Sie konnte nicht. Kate konnte die königlichen Soldaten unten im Dorf sehen, die sich jetzt um ihren Anführer sammelten. Zu einer anderen Zeit hätte Kate angehalten und sie bekämpft, einfach für den Schaden, den die Witwe ihrem Leben zugefügt hatte. Jetzt war jedoch keine Zeit dafür. Sie rannte zu den Booten und versuchte das zu finden, auf dem Sophia sich in ihrer Vision befunden hatte. Sie sah es vor sich, ein Zweimaster mit einem Seepferdchen als Bug. Sie rannte darauf zu, hüpfte so nah wie es ging an die Reling und landete sanft auf dem Deck des Schiffs. Sie konnte sehen, wie die Matrosen sie anstarrten, einige griffen nach ihren Waffen. Wenn sie ihrer Schwester irgendeinen Schaden zugefügt hatten, würde sie zumindest einen von ihnen töten. „Wo ist meine Schwester?“, fragte sie herausfordernd und die Wörter waren deutlich zu vernehmen. Vielleicht erkannten sie die Ähnlichkeit, auch wenn Kate kleiner und muskulöser als Sophia und ihr Haar wie das eines Jungen kurz geschnitten war. Sie zeigten stumm auf die Kabine am Heck. Als sie nach vorne stürmte, sah Kate einen großen, schütter werdenden, bärtigen Mann, der sich zurück auf seine Füße kämpfte. “Was ist hier los?”, fragte sie. „Schnell, ich glaube, meine Schwester ist in Gefahr.“ „Ihre Schwester ist Sophia?“, fragte der Mann. Er sah immer noch verwirrt aus, von dem was ihn niedergestreckt hatte. „Da war ein Mann… er hat mich geschlagen. Ihre Schwester ist in der Kabine.“ Kate zögerte nicht. Sie ging zur Kabine und trat die Tür auf, so hart, dass sie aufsplitterte. Innen …. Sie sah eine Waldkatze in einer Ecke sitzen, groß und mit grauem Fell, die sanft knurrte. Sie sah Sebastian, der mit einem Schwert in seiner Hand dort kniete, nass vor Blut bis fast zu den Handgelenken. Er heulte mit Tränen, aber das bedeutete nichts. Ein Mann konnte vor Reue weinen oder vor Schuld, genauso einfach wie alles andere. Auf dem Boden neben ihm, sah Kate Sophia, die dort lag, ihr Fleisch so grau wie alles, was Kate in ihrer Vision gesehen hatte. Blut floss auf den Boden neben ihr und sie hatte eine Wunde in ihrer Brust, die nur von einer Waffe stammen konnte. „Sie ist tot, Kate“, sagte Sebastian und sah zu ihr herüber. „Sie ist tot.“ „Du bist tot“, bellte Kate. Sie hatte Sebastian schon einmal gesagt, dass sie es ihm nicht vergeben würde, wenn er Sophia wehtäte. Das jedoch ging über alles hinaus, was er je vorher getan hatte. Er hatte versucht ihre Schwester zu ermorden. Wut durchfuhr Kate und sie stürmte nach vorne. Sie schlug Sebastian und stieß ihn von ihrer Schwester weg. Er rollte sich hoch, das Messer noch in seiner Hand. „Kate, ich will dir nicht wehtun.“ „So wie du meiner Schwester wehgetan hast?“ Kate schlug ihm in den Magen und griff dann nach seinem Arm, drehte ihn, bis das Messer auf den Boden fiel. Er schaffte es sich freizukämpfen, ehe sie ihm die Glieder brechen konnte, aber Kate war noch nicht fertig. „Kate, ich habe das nicht getan, Ich –“ “Lügner!” Sie rannte nach vorne, griff ihn und schubste ihn zurück durch die Tür mit so viel Geschwindigkeit, wie die Stärke des Brunnens ihr gegeben hatte. Sie trat hinaus in das Sonnenlicht mit ihm, dann schaffte sie es Sebastians Beine zu greifen und hob ihn hoch. Sie warf ihn über die Seite des Schiffes, um ihn in Richtung der Docks zu stürzen. Er landete mit dem Kopf zuerst und sank in Bewusstlosigkeit. Kate wollte ihm nachspringen. Sie wollte ihn töten. Es gab aber keine Zeit. Sie musste zurück zu Sophia. “Wenn er aufwacht”, sagte Kate zu dem Kapitän. “Töten Sie ihn.” “Das würde ich tun”, sagte der Mann, “aber ich muss das Schiff fahren.” Kate sah, wie er auf die königlichen Soldaten zeigte, die vom Schiff gingen, und sich mit grimmiger Entschlossenheit in ihre Richtung bewegten. „Tun Sie, was Sie tun können“, sagte Kate. „Ich muss meiner Schwester helfen.“ Sie rannte zurück in die Kabine. Sophia sah immer noch viel zu leblos aus, immer noch zu viel Blut. Kate konnte ihre Brust sich weder heben noch senken sehen. Nur das schwache Flackern an Gedanken sagte Kate, dass noch Leben darin war. Kate kniete sich neben ihr, versuchte sich zu sammeln, versuchte sich zu erinnern, was Finnael der Hexenmeister ihr beigebracht hatte. Er hatte eine Pflanze wieder zum üppigen grünen Leben erweckt, aber Sophia war keine Pflanze, sie war Kates Schwester. Kate griff nach der Stelle in ihr, wo sie die Energie um die Dinge sehen konnte, wo sie einen sanften goldenen Schimmer sehen konnte, der schon fast nicht mehr da war und um Sophia schwebte. Sie konnte die Energie jetzt fühlen und Kate konnte sich erinnern, wie es sich angefühlt hatte, die Energie aus einer Pflanze zu ziehen, aber Energie wegzunehmen war nicht das, was sie hier tun musste. Sie suchte nach anderen Energiequellen, suchte die Macht, die sie brauchte, um das zu tun. Sie sank hinein, versuchte alle Energiequellen zu finden, die es gab. Dann konnte Kate es spüren; konnte es trotz der Grenze des Zimmers spüren, jenseits der engen Grenzen, die ihr eigenes Fleisch bestimmten. Sie fühlte es, die sofortige Verbindung war so riesig, so überwältigend, dass Kate nicht glaubte, dass sie daran festhalten konnte. Es war zu viel, aber es bedeutete Sophia zu retten. Kate musste einen Weg finden, das zu tun. Sie griff nach der Macht um sie herum… … und fand sich selbst das ganze Königreich fühlend, jedes Leben, jeden Hinweis auf Macht. Kate konnte die Pflanzen und die Tiere spüren, die Menschen und die Dinge, die ältere, noch merkwürdige Macht darstellten. Kate konnte es spüren und sie wusste, welche Energie das war: es war Leben, es war Magie. Sie nahm die Macht so vorsichtig, wie sie konnte, in Fragmenten von Hunderten von Orten. Kate fühlte ein Stück von braunem Gras in den Wahlbezirken, ein paar Blätter fielen von den Bäumen in den Abhängen von Monthys. Sie nahm nur das geringste Bisschen von jedem Ort, sie wollte nicht mehr Schaden als nötig anrichten. Dennoch fühlte es sich an, als wenn sie versuchte die Flut aufzuhalten. Kate schrie vor Bemühung alles darin einzuschließen, aber sie hielt es. Sie musste. Kate drückte es in Sophia, versuchte alles zu regulieren, versuchte es zu erzwingen, was sie wollte. Mit der Pflanze war es einfach nur ein Fall von hinzugefügter Energie, aber würde es hier helfen? Kate hoffte es, denn sie war sich nicht sicher, ob sie genug über heilende Wunden wusste, um irgendwas anderes zu tun. Sie gab Sophia Energie, die sie von der Welt geliehen hatte, die dünne goldene Linie ihres Lebens und versuchte diese irgendwie weiter auszubauen. Langsam, so langsam das es schon fast unmerklich passierte, sah Kate, wie die Wunde sich schloss. Sie machte weiter, bis das Fleisch fast perfekt war, aber es gab immer noch mehr zu tun. Es war nicht ausreichend einen perfekt aussehenden Körper zu haben. Sie drückte weitere Energie in ihre Schwester und hoffte nur, dass es ausreichend sein würde. Endlich sah sie Sophias Brust sich wieder heben und senken. Ihre Schwester atmete selbstständig und zum ersten Mal hatte sie das Gefühl, dass sie nicht sterben würde. Erleichterung überkam sie bei dem Gedanken. Sophia wachte dennoch nicht auf, ihre Augen waren immer noch geschlossen, egal wie viel Energie Kate benutzte. Kate war sich nicht sicher, ob sie die Kraft noch länger anhalten konnte. Sie ließ sie los und fiel zurück aufs Deck vor lauter Erschöpfung, als wenn sie gerade ein Dutzend Meilen gerannt wäre. Erst dann hörte sie die Rufe eines Kampfes hinter der Kabine. Kate zwang sich auf die Beine und das war nicht einfach. Selbst wenn die Energie Sophia wiederzubeleben nicht von ihr gekommen war, sie zu übertragen hatte seine Auswirkungen. Kate schaffte es sich hinzustellen, zog ihr Schwert und schaffte es zur Tür. Dahinter kämpften sich Soldaten in königlichen Uniformen ihren Weg auf das Schiff, während Matrosen darum kämpften, sie zurückzudrängen. Sie sah, wie der Kapitän nach vorne drängte und einen Mann mit einem langen Messer niederstach, während andere Matrosen einen Mann mit einer Hippe zurück an die Reling schubsten. Sie sah auch einen Matrosen, der von dem Schwert eines anderen Soldaten getötet wurde und ein weiterer, der zurückfiel, als Pistolenschüsse fielen. Kate stolperte nach vorne, schaffte es mit einem Stoß nach vorne, der einen Soldaten an der Achsel traf, aber sie schaffte es kaum einen Schlag abzuwehren, der von dem Ende einer Muskete kam. Sie stolperte und der Mann stand über ihr, drehte die Waffe um, um abzudrücken. Dann hörte Kate ein Brüllen und die Waldkatze sprang an ihr vorbei und warf den Mann um, ihre Zähne zerrissen seine Kehle. Das Biest knurrte und sprang einen weiteren Mann an und jetzt zögerten die Soldaten und zogen sich zurück. Kate konnte nur knien und zusehen, weil sie zu erschöpft war, um mehr zu tun. Als sie einen der Soldaten mit einer Pistole auf die Katze zielen sah, zog sie ein Schwert und warf es hinüber. Die Waffe fiel herunter und er fiel vom Boot. Kate sah die Katze über die Seite und auf das Hafengelände springen und eine Sekunde später, hörte sie einen Schrei, als die Katze wieder zuschlug. “Schafft das Boot aufs Meer!” schrie sie. “Wir werden sterben, wenn wir hierbleiben!” Die Matrosen eilten davon und Kate zwang sich wieder aufzustehen und versuchte die Lücke zu füllen. Einige kämpften und sie waren wie Verteidiger an einer Brüstung, die die kauernden Feinde zurückstießen. Die Waldkatze schnappte und knurrte, sprang diejenigen an, die versuchten an Bord zu kommen, kratzte mit ihren Krallen und vergrub sich mit ihren nadelscharfen Zähnen. Kate wusste nicht, wann ihre Schwester so einen Freund aufgetrieben hatte, aber es war auf jeden Fall treu – und tödlich. Wenn sie noch ihre ganze Kraft hätte, hätte sie die Soldaten vielleicht selbst übernommen, hätte sich unter ihnen bewegt und sie getötet. Im Moment konnte sie kaum die Energie aufbringen, sie niederzustechen. Die Matrosen drückten sich an Kate vorbei, als wenn sie versuchten, sie vor den Kämpfen zu beschützen. Kate wollte einfach nur, dass sie sich darauf konzentrierten, das Schiff aus dem Hafen zu bekommen. Langsam begann das Schiff sich zu bewegen. Die Matrosen nutzen Paddel und lange Stangen, um es vorwärts zu bekommen und Kate fühlte die Bewegung an Deck unter ihren Bemühungen. Ein Soldat sprang auf das Schiff und fiel zwischen das Boot und die Hafenanlage. Unten sah Kate die Waldkatze immer noch knurren und töten, eingeklemmt von den Soldaten. Kate nahm an, ihre Schwester würde nicht wollen, dass ihr Freund hier zurückgelassen wurde und auf jeden Fall hatte die Waldkatze sie gerettet. Sie konnte sie nicht einfach zurücklassen. “Du musst an Bord kommen”, schrie sie und erkannte dann die Dummheit, dass sie erwartete, dass die Waldkatze das verstand. Stattdessen nahm sie die restliche Kraft, die ihr noch blieb, und hüllte es in das Bild des Bootes, das aus dem Hafen fuhr und in den Drang an Bord zu kommen und warf es auf die Kreatur. Es drehte seinen Kopf und schnüffelte einmal in die Luft und sprang dann auf das Boot. Kate sah, wie sich die Muskeln spannten und wie es sprang. Seine Krallen bohrten sich in das Holz des Schiffes, als es sich auf die Seite zog und dann setzte es sich auf die Reling und drückte seinen Kopf gegen Kates Hand und schnurrte. Kate stolperte, fühlte die Festigkeit des Mastes an ihrem Rücken. Sie rutschte fast bis zum Deck hinunter und saß dort, weil sie nicht mehr die Kraft hatte zu stehen. Aber das machte nichts mehr. Sie waren bereits ein ganzes Stück weg vom Hafen und nur ein paar verstreute Schüsse zeigten noch die Anwesenheit ihrer Angreifer da unten. Sie hatten es geschafft. Sie waren sicher und Sophia war am Leben. Zumindest im Moment. KAPITEL ZWEI Sebastian wachte mit Schmerzen auf. Kompletter Schmerz. Er schien ihn zu umgeben, pochte durch ihn durch und absorbierte jeden Teil seines Wesens. Er konnte den pulsierenden Schmerz in seinem Schädel fühlen, auf den er gefallen war, aber da war noch ein anderer sich wiederholender Schmerz, an seinen Rippen, als wenn jemand ihn wach treten würde. Er schaute hoch und sah Rupert auf ihn schauen von dem einzigen Winkel aus, in dem sein Bruder nicht wie das goldene Ideal eines Prinzen aussah. Sein Ausdruck passte auf jeden Fall nicht zu dem Ideal, er sah aus, als hätte er freudig seine Kehle durchgeschnitten, wenn er jemand anders gewesen wäre. Sebastian stöhnte vor Schmerz, er fühlte sich, als wenn seine Rippen unter dem Schlag gebrochen worden waren. “Wach auf, du nutzloser Idiot!”, keifte Rupert. Sebastian konnte die Wut und den Frust dort hören. “Ich bin wach”, sagte Sebastian. Sogar er konnte hören, dass die Wörter alles andere als klar waren. Mehr Schmerz durchfuhr ihn, zusammen mit einer Art nebliger Verwirrung, die sich anfühlte, als wenn ihm jemand mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen hätte. Nein nicht mit einem Hammer; mit der ganzen Welt. “Was ist passiert?” “Du wurdest von einem Mädchen vom Boot geworfen, das ist passiert”, antwortete Rupert. Sebastian fühlte die Schroffheit des Griffs seines Bruders, als dieser ihn wieder auf die Füße stellte. Als Rupert ihn losließ, schwankte Sebastian und fiel beinahe erneut, aber schaffte es, sich rechtzeitig zu fangen. Keiner der Soldaten um ihn herum half ihm, aber sie waren ja auch Ruperts Männer und wahrscheinlich hatten sie wenig Liebe für Sebastian übrig, nach seiner Flucht vor ihnen. “Jetzt sag du mir, was passiert ist”, forderte Rupert. “Ich habe dieses Dorf von vorne nach hinten durchsucht und am Ende sagten sie mir, dass das das Boot war, das deine Liebste genommen hat. “Er ließ es wie ein Fluch hören. “Das du heruntergeworfen wurdest, von einem Mädchen dass aussah wie sie –“ “Ihre Schwester Kate”, sagte Sebastian und erinnerte sich daran, mit welcher Geschwindigkeit Kate ihn aus der Kabine geholt hatte, die Wut die sie auf ihn hatte. Sie hatte ihn töten wollen. Sie hatte gedacht, dass er … Dann erinnerte er sich und das Bild war ausreichend ihn anhalten zu lassen, er stand da in blanker Unempfänglichkeit, sogar als Rupert entschied, dass es gut wäre, ihn zu schlagen. Der Schmerz davon fühlte sich wie eine weitere Last an, die zu dem Berg dazu kam. Sogar die Prellungen die Kate ihm zugefügt hatte, fühlten sich wie nichts an, im Vergleich zu der Trauer, die sich öffnete und ihn in dem Moment überkam. “Ich habe gefragt, was ist mit dem Mädchen passiert, die versucht hat dich zur Hochzeit zu tricksen?”, fragte Rupert fordernd. “War sie da? Ist sie mit dem Rest entkommen?” “Sie ist tot!”, keifte Sebastian ohne nachzudenken. “Ist es das, was du hören willst, Rupert? Sophia ist tot!” Es fühlte sich an, als wenn er erneut auf sie herunterschaute, ihre Blässe und die Leblosigkeit auf dem Kabinenboden sah, das Blut, das sich um sie herum gesammelt hatte, die Wunde in ihrer Brust die ihr ein Dolch zugefügt hatte, so schmal und scharf, dass es auch eine Nadel hätte sein können. Er konnte sich daran erinnern, wie still Sophia gewesen war, kein Anzeichen einer Bewegung, die ihr Atmen anzeigte, kein Lufthauch an seinem Ohr, als er es überprüft hatte. Er hatte sogar den Dolch herausgezogen, in der dummen, instinktiven Hoffnung, dass das die Dinge besser machen würde, obwohl er wusste, dass die Wunden nicht so einfach ungeschehen gemacht werden konnten. Alles was es gebracht hatte, war, dass die Blutlache größer geworden war, seine Hände bedeckte und es Kate überzeugt hatte, dass er ihre Schwester getötet hatte. Es war ein Wunder, wenn man es so sah, dass sie ihn nur von Bord geworfen hatte, und ihn nicht in Stücke geschnitten hatte. “Immerhin hast du das richtige getan und sie getötet”, sagte Rupert. “Es könnte sogar Mutter dabei helfen, dir für dein Weglaufen zu verzeihen. Du darfst nicht vergessen, dass du nur der Lückenbusser Bruder bist, Sebastian. Der mit den Aufgaben. Du kannst es dir nicht leisten, Mutter so aufzuregen.” Sebastian fühlte Ekel in dem Moment. Ekel, dass sein Bruder überhaupt dachte, dass er Sophia jemals wehtun würde. Ekel, dass er die Welt überhaupt so sah. Ekel, dass er sogar noch mit jemandem verwandt war, der die Welt nur als sein Spielplatz sah, wo jeder andere auf einem niedrigeren Level war, und die Rolle spielen mussten, die ihm zugedacht war. “Ich habe Sophia nicht getötet”, sagte Sebastian. “Wie kannst du glauben, dass ich jemals so etwas tun könnte?” Rupert schaute ihn mit offensichtlicher Überraschung an, ehe sich sein Ausdruck in Enttäuschung änderte. “Und ich dachte, dass du endlich Rückgrat hast”, sagte er. “Das du endlich entschieden hast, der pflichterfüllte Prinz zu sein, der du vorgibst zu sein und diese Hure endlich loswirst. Ich hätte wissen müssen, dass du völlig nutzlos bist.” Sebastian warf sich auf seinen Bruder. Er krachte in Rupert und beide fielen auf die Holzbretter am Hafen. Sebastian gewann die Oberhand und griff nach seinem Bruder und schlug ihn. “Rede nicht so über Sophia! Reicht es dir nicht, dass sie weg ist?” Rupert widersetzte sich und wandte sich unter ihm, kam für einen Moment hoch und schlug ihn. Das taumelnde Momentum des Kampfes ging weiter und Sebastian fühlte die Kante des Hafens für einen Moment an seinem Rücken ehe er und Rupert ins Wasser fielen. Das Wasser schloss sich über ihnen, während sie kämpften, ihre Hände umschlangen den Hals des anderen fast instinktiv. Sebastian war das egal. Er hatte nichts mehr, wofür er leben konnte, nicht wenn Sophia nicht mehr da war. Vielleicht würde er so kalt und tot wie sie enden, aber es gab eine Chance, dass sie wieder vereint wären, in dem was auch immer nach dem Tod wartete. Er konnte fühlen, wie Rupert ihn trat, aber Sebastian bemerkte den kleinen zusätzlichen Schmerz kaum. Plötzlich spürte er Hände, die nach ihm griffen und ihn aus dem Wasser zogen. Er hätte wissen müssen, dass Ruperts Männer eingreifen würden, um ihren Prinzen zu retten. Sie zogen Sebastian und Rupert an ihren Armen und ihrer Kleidung aus dem Wasser und aufs trockene Ufer und hielten sie hoch, während das kalte Wasser durch sie hindurchfuhr. “Lasst mich los”, forderte Rupert. “Haltet ihn fest.” Sebastian fühlte, wie sich die Hände unter seinen Armen verfestigten und ihn an Ort und Stelle festhielten. Sein Bruder schlug ihn erneut hart in den Magen, sodass Sebastian vorne hinüber gefallen wäre, wenn die Soldaten ihn nicht festgehalten hätten. Er sah den Moment, als sein Bruder ein Messer zog, dieses war kurvig und kantenscharf: ein Jägermesser, ein Enthäutungsmesser. Er fühlte die Schärfe an der Kante, als Rupert es in sein Gesicht drückte. “Glaubst du, du kannst mich angreifen? Ich bin durch das ganze Königreich geritten, wegen dir. Mir ist kalt, ich bin nass und meine Kleidung ist ruiniert. Vielleicht sollte dein Gesicht auch ruiniert werden.” Sebastian fühlte, wie sich unter dem Druck der Kante eine Blutperle bildete. Zu seiner Überraschung trat einer der Soldaten nach vorne. “Ihre Hoheit”, sagte er und die Verteidigung in seinem Ton war offensichtlich. “Ich nehme an, die Witwe würde nicht wollen, dass wir zulassen, dass einer ihrer Söhne verletzt wird.” Sebastian fühlte Rupert gefährlich still werden und für einen Moment dachte er, dass er es trotzdem tun würde. Stattdessen zog er das Messer weg und seine Wut glitt zurück hinter die Maske der Höflichkeit, die sie normalerweise verschleierte. “Ja, Sie haben recht Soldat. Ich möchte nicht, dass Mutter wütend darüber wird, dass ich … mir einen Fehltritt geleistet habe.” Es war so ein freundlicher Begriff, den er nutze, wenn man bedachte, dass er eben erst Sebastians Gesicht in Stücke schneiden wollte. Die Tatsache, dass er sich so schnell verändern konnte, bestätigte fast alles, was Sebastian über ihn gehört hatte. Er hatte immer versucht die Geschichten zu ignorieren, aber jetzt war es, als wenn er den echten Rupert hier gesehen hatte und eher, als er den Gärtner am verlassen Haus gequält hatte. “Ich will, dass Mutter ihren Ärger ganz für dich aufhebt, kleiner Bruder”, sagte Rupert. Er schlug Sebastian dieses Mal nicht, sondern schlug nur eine Hand auf seine Schulter in brüderlicher Manier, die zweifellos nur gespielt war. “Einfach so wegzurennen, mit ihren Soldaten zu kämpfen. Einen von ihn zu töten.” Fast zu schnell, um einzugreifen, drehte Rupert sich um und stieß den Soldaten der Einspruch erhoben hatte durch die Kehle. Der Mann fiel, umklammerte die Wunde, sein Ausdruck des Schocks glich fast denen um sie herum. “Lasst uns eins klarstellen”, sagte Rupert in einem gefährlichen Ton. “Ich bin der Kronprinz und wir sind noch weit entfernt von der Adligen Versammlung und mit seinen Regeln und seinen Versuchen, seine Besseren einzudämmen. Hier werde ich nicht infrage gestellt. Ist das verstanden worden?” Wenn es jemand anderes gewesen wäre, wäre derjenige schnell von den anderen Soldaten getötet worden. Stattdessen murmelten die Männer im Chor Zustimmungen, jeder schien zu wissen, dass wenn er einen Prinzen von Geblüt töten würde, er derjenige wäre, der verantwortlich für das Wiederaufkommen der Bürgerkriege wäre. “Keine Sorge”, sagte Rupert und wischte sein Messer ab. “Ich habe nur Witze über dein Gesicht gemacht. Ich werde nicht einmal verraten, dass du diesen Mann getötet hast. Er ist gestorben, als er beim Schiff gekämpft hat. Jetzt dank mir!” “Danke”, sagte Sebastian in flachem Ton, aber nur weil er annahm, dass es der beste Weg war, weitere Gewalttätigkeiten zu vermeiden. “Außerdem glaube ich, wird Mutter einem Märchen über deine Nutzlosigkeit mehr glauben, als eine von deinen Morden”, sagte Rupert. “Der Sohn, der weggelaufen ist, kam nicht rechzeitig, hat seine Liebste verloren und wurde von einem Mädchen geschlagen.” Sebastian hätte sich wieder auf ihn geworfen, aber die Soldaten hielten ihn immer noch fest, als wenn sie genau das erwarten würden. Vielleicht machten sie es auf eine Art auch zu seinem eigenen Schutz. “Ja”, sagte Rupert, “du machst viel besser eine tragische Figur als eine des Hasses. Du siehst im Moment zu sehr nach Trauer aus.” Sebastian wusste, dass sein Bruder niemals die Wahrheit verstehen würde. Er würde nie den reinen Schmerz verstehen, der sich durch sein Herz wandte, noch schlimmer als jeder Schmerz von seinen Prellungen. Er würde niemals die Trauer verstehen, die man spürte, wenn man jemanden Geliebten verlor, denn Sebastian war sich jetzt sicher, dass Rupert niemand anderen liebte außer sich selbst. Sebastian hatte Sophia geliebt und erst jetzt, wo sie weg war, begann er zu verstehen, wie sehr, einfach indem er sah, wie viel dieser Welt in dem Moment seitdem er sie so leblos und still gesehen hatte, weggebrochen war. Sie war wunderschön sogar in ihrem Tod. Er fühlte sich wie ein wankendes Ding aus einer der alten Geschichten, leer bis auf die Schale aus Fleisch, die seine Trauer umgab. Der einzige Grund, warum er nicht weinte war, weil er sich zu hohl dafür fühlte. Naja das und weil er seinem Bruder nicht die Zufriedenheit geben wollte, ihn in Schmerz zu sehen. Im Moment hätte er es sogar begrüßt, wenn Rupert ihn getötet hätte, denn zumindest hätte das ein Ende des unendlichen Schmerzes der begann sich in ihm auszubreiten bedeutet. “Es ist Zeit nach Hause zu kommen”, sagte Rupert. „Du kannst dort bleiben, während ich alles unserer Mutter erzähle. Sie hat mich geschickt, um dich zurückzuholen und das werde ich tun. Ich werde dich auf dem Pferd festbinden, wenn ich muss.“ „Das musst du nicht“, sagte Sebastian. „Ich werde gehen.“ Er sagte es ruhig, aber dennoch war es genug, um ein triumphierendes Lächeln auf das Gesicht seines Bruders zu zaubern. Rupert dachte, dass er gewonnen hatte. In Wahrheit jedoch war es Sebastian einfach egal. Es machte nichts mehr. Er wartete darauf, dass einer der Soldaten ihm ein Pferd brachte, stieg auf und trieb es mit wunden Gliedern vorwärts. Er würde nach Ashton gehen und er würde was auch immer für ein Prinz sein, den seine Familie haben wollte. Nichts davon würde einen Unterschied machen. Nichts machte einen Unterschied, jetzt wo Sophia tot war. KAPITEL DREI Cora war mehr als dankbar, als der Boden wieder gleichmäßig wurde. Es schien, als wenn sie und Emeline ewig gelaufen wären, obwohl ihre Freundin sich nichts von der Belastung anmerken ließ. „Wie kannst du einfach nur so gehen, als wenn du nicht müde bist?“, fragte Cora, als Emeline weiter vorwärtsdrängte. „Ist das so eine Art Magie?“ Emeline schaute zurück. „Das ist keine Magie, es ist einfach nur … Ich habe fast mein ganzes Leben auf Ashtons Straßen verbracht. Wenn du zeigst, dass du schwach bist, dann finden Menschen immer einen Weg, dich auszunutzen.“ Cora versuchte sich das vorzustellen, irgendwo zu leben, wo es die Change von Gewalt gab, sobald irgendjemand Schwäche zeigte. Sie erkannte, dass sie sich das nicht vorstellen musste. „In dem Palast waren es Rupert und seine Kumpane“, sagte sie, „oder die adligen Mädchen, die dachten, sie können dich ausnutzen, nur weil sie wütend auf etwas anderes sind.“ Sie sah Emeline ihren Kopf auf die Seite legen. „Ich hatte gedacht, dass es besser im Palast gewesen wäre“, sagte sie. „Zumindest musst du so keinen Banden oder Sklavenjägern ausweichen. Du musst deine Nächte nicht zusammengekauert in Kohlekellern verbringen, sodass niemand dich finden kann.“ „Weil ich bereits verpflichtet war“, wies Cora sie darauf hin. „Ich hatte nicht einmal ein Bett im Palast. Sie haben angenommen, dass ich schon irgendwo eine Ecke finden würde, wo ich schlafen kann. Das oder dass irgendein Adliger mich in seinem Bett haben wollte.“ Zu Coras Überraschung legte Emeline ihre Arme um sie, um sie zu umarmen. Wenn es eins gab, das Cora auf der Straße gelernt hatte, dann das Emeline normalerweise keine demonstrative Person war. „Ich hab einmal ein paar Adlige in der Stadt getroffen“, sagte Emeline. „Ich dachte, dass sie schlauer und besser wären, als eine der Banden, bis ich näher gekommen bin. Dann habe ich gesehen, wie einer von denen einen Mann bewusstlos geschlagen hat. Einfach nur weil er es konnte. Sie waren genauso. Es schien merkwürdig, sich darüber näher zukommen, wie schwer ihre Leben gewesen waren, aber Cora fühlte sich Emeline näher, als am Anfang. Es war nicht nur, dass sie beide in ihrem Leben viel durchgemacht hatten. Sie waren jetzt lange zusammen gereist und es gab immer noch die Aussicht auf viele Meilen vor ihnen. „Stonehome wird da sein“, sagte Cora und versuchte sich selbst und auch Emeline zu überzeugen. „Das wird es“, sagte Emeline. „Sophia hat es gesehen.“ Es fühlte sich merkwürdig an, so viel Vertrauen in Sophias Kräfte zu legen, aber die Wahrheit war, dass Cora ihr wirklich absolut vertraute. Sie würde ihr Leben den Dingen anvertrauen, die Sophia gesehen hatte und es gab niemanden, mit dem sie lieber reisen würde, als Emeline. Sie gingen weiter, und als sie nach Westen gingen, begannen sie mehr Flüsse zu sehen in Geflechten, die sich wie Kapillaren verbanden und zu größeren Arterien wurden. Schon bald schien es mehr Wasser als Land zu geben, sodass sogar die Felder dazwischen schon halb durchflutete Dinge waren. Menschen ernteten im Matsch, und der drohte sich jeden Moment in Sumpf zu verwandeln. Der Regen schien konstant zu bleiben, und obwohl Cora und Emeline sich gelegentlich vor dem Schlimmsten schützten, gingen sie dennoch die meiste Zeit weiter. „Schau“, sagte Emeline und zeigte auf das Flussufer. Alles, was Cora zuerst sehen konnte, war das Schilf, das daneben wuchs, hier und da von den Bewegungen von kleinen Tieren unterbrochen. Dann sah sie das Coracle, dass wie eine gepanzerte Kreatur am Ufer lag. „Oh nein“, sagte Cora und riet was Emeline vorhatte. Emeline legte ihr eine Hand auf den Arm. „Es ist okay. Ich kenne mich mit Booten aus. Komm, du wirst das genießen.” Sie ging voran zu dem Coracle und Cora blieb nichts anders übrig, als ihr zu folgen und still zu hoffen, dass es keine Paddel geben würde. Es gab aber Paddel und das schien alles zu sein, was Emeline brauchte. Schnell saß sie im Coracle und Cora konnte sich entweder neben sie setzen oder alleine am Ufer zurückbleiben. Cora musste jedoch zugeben, dass es schneller ging, als zu laufen. Sie glitten den Fluss hinunter wie ein Kieselstein, der von einer riesigen Hand geworfen wurde. Es war entspannend, wie auf dem Wagen. Noch entspannender, weil sie die Hälfte der Zeit mit dem Wagen damit verbracht hatten, auszusteigen und ihn Berge hochzuschieben und aus dem Matsch zu ziehen. Emeline schien das rudern ebenfalls zu genießen, sie navigierte durch die Veränderungen im Fluss, als es von rauem zum sanften Wasser und wieder zurückging. Cora sah den Moment, als das Wasser sich veränderte und sie sah Emelines Ausdruck sich in derselben Sekunde verändern. “Da … da ist etwas”, sagte Emeline. „Etwas Mächtiges.“ Was haben wir hier? Fragte eine Stimme und ertönte in Coras Gedanken. Zwei frische junge Dinger. Kommt näher meine Schätze. Kommt näher. Vorne sah Cora … naja, sie war nicht sicher, was sie sah. Zuerst schien es wie eine Frau die aus Wasser gemacht war, aber ein anschließendes Flimmern von Licht, schien wie ein Pferd. Der Drang dort hin zu gehen, war überwältigend. Es fühlte sich an, als wenn da vorne Sicherheit wäre. Nein, es war mehr als das; es fühlte sich an, als wenn zu Hause dort auf sie wartete. Das zu Hause, das sie sich immer gewünscht hatte, mit Wärme, einer Familie, Sicherheit … So ist gut. Kommt zu mir. Ich kann euch alles geben, was ihr wollt. Ihr werdet nie wieder alleine sein. Cora wollte das Boot weiter nach vorne drängen. Sie wollte tauchen, um bei der Kreatur zu sein, die so viel versprach. Sie stand schon halb auf, bereit das zu tun. „Warte!“ schrie Emeline. “Es ist ein Trick Cora!” Cora fühlte, wie sich etwas um ihre Gedanken legte, eine Wand, die zwischen ihr und den Versprechungen der Sicherheit stand. Sie konnte Emeline sich anspannen fühlen und wusste, dass es das andere Mädchen war, die das tat, sie blockierte die Macht, drückte sie mit ihren eigenen Talenten nieder. Nein, komm zu mir, drängte das Ding, aber es war ein entferntes Echo von dem, was es vorher gewesen war. Cora schaute es an, sie schaute jetzt wirklich darauf. Sie sah das Wasser dort wirbeln; sah die Strömungen darum, die jeden sofort ertränken würden, der so dumm war dort hindurchzufahren. Sie erinnerte sich an alte Geschichten von Flussgeistern, Kelpies, die Art von gefährlicher Magie, die die Welt gegen sich hatte. Sie sah das Wasser sich neben dem Boot verändern und erkannte erst jetzt, was passierte, als die Strömungen es nach vorne drückten. „Emeline!“ schrie sie. „Es zieht uns hinein!“ Emeline blieb still, zitterte vor Bemühungen, als sie darum kämpfte, die Kreatur davon abzuhalten, sie beide zu überwältigen. Das hieß, es lag nun an Cora. Sie griff nach den Paddeln, zielte auf das Ufer und paddelte mit aller Kraft, die sie hatte. Zuerst schien nichts zu passieren. Die Strömung war zu stark, das Ziehen des Kelpies ebenfalls. Cora erkannte diese Gedanken, als das was sie waren und schob sie beiseite. Sie musste nicht gegen den Strom paddeln, nur an die Seite. Sie zog damit durchs Wasser, drängte das Boot mit reiner Willenskraft weiter. Langsam begann es vom Kurs abzukommen und bewegte sich näher an das Ufer während Cora paddelte. „Beeil dich“, sagte Emeline neben ihr. „Ich weiß nicht, wie lange ich das noch so aufrecht halten kann.“ Cora machte weiter und das Boot bewegte sich nur Zentimeter, so wie es sich anfühlte, aber es bewegte sich. Es kam näher und näher und endlich dachte Cora, dass sie das Schilf erreichen würden. Sie griff danach, schaffte es eine Handvoll davon zu erwischen und nutzte es, um ihr kleines Boot näher ans Ufer zu ziehen. Sie drängte das Boot aufs Ufer, sprang heraus und griff nach Emelines Arm. Sie zog ihre Freundin auf die Flussbank, sah, wie das Boot von der Strömung hinabgezogen wurde. Cora sah das Kelpie vor Wut brüllen, das kleine Boot zerbrechen und es in Kleinteile zerlegen. Als sie auf dem trockenen Land waren, fühlte Cora den Druck auf ihren Geist nachlassen, während Emeline keuchte und mit eigener Kraft aufstand. Es schien, dass der Kelpie sie außerhalb des Wassers nicht erreichen konnte. Es brüllte wieder, tauchte unter und verschwand aus dem Blickfeld. „Ich glaube, wir sind sicher“, sagte Cora. Sie sah Emeline nicken. “Ich glaube … vielleicht sollten wir für eine Weile vom Wasser fernbleiben.” Sie hörte sich so erschöpft an, dass Cora ihr vom Ufer weghalf. Es dauerte eine Weile, bis sie den Weg fanden, aber als sie ihn gefunden hatten, schien es nur natürlich ihm zu folgen. Sie gingen weiter die Straße entlang und jetzt gab es mehr Menschen als im Norden. Cora sah die Fischer vom Flussufer kommen, Bauer mit Körben voll von Ware. Sie sah Menschen, die jetzt von überall her kamen, mit jeder Menge Kleidung oder Herden von Tieren. Ein Mann hütete sogar eine Schar Enten, die vor ihm herrannten, wie Schafe es bei einem Schäfer getan hätten. „Hier muss es einen Wandermarkt geben“, stellte Emeline fest. „Wir sollten gehen“, sagte Cora. „Sie sagen uns vielleicht den Weg nach Stonehome.“ „Oder sie töten uns wie Hexen in dem Moment in dem wir fragen“, wies Emeline darauf hin. Dennoch gingen sie weiter, gingen auf dem Pfad mit den anderen, bis sie den Markt vorne sahen. Er lag auf einer kleinen Insel inmitten des Flusses, die Route von einem Dutzend Punkte aus erreichbar. Auf der Insel sah Cora Stände und Auktionsplätze für alles von Waren bis Viehbestand. Sie war einfach dankbar, dass niemand heute versuchte eine der Leibeigenen zu verkaufen. Sie und Emeline gingen auf die Insel zu, wateten durch eine der Furten, um sie zu erreichen. Sie hielten ihre Köpfe gesenkt, versuchten sich so gut wie möglich der Menge anzupassen, besonders als Cora die maskierte Person einer Priesterin sah, die durch die Menge lief und ihre Segen verteilte. Cora fand sich selbst zu einem Ort hingezogen, wo Schauspieler den Tanz von St. Cuthbert aufführten, obwohl es nicht die ernste Version war, die manchmal im Palast aufgeführt worden war. Diese Version zeigte viel mehr derben Humor und Ausreden für Schwertkämpfe, die Kompanie kannte offensichtlich ihr Publikum. Als sie fertig waren, verbeugten sie sich und die Menschen begannen Namen von Spielen und Sketchen zu rufen, in der Hoffnung, dass ihr Lieblingsstück aufgeführt wurde. „Ich weiß immer noch nicht, wie wir jemanden finden können, der den Weg nach Stonehome kennt“, sagte Emeline. „Zumindest nicht ohne das wir uns selbst vor den Priestern zu erkennen geben.“ Cora hatte darüber ebenfalls nachgedacht. Sie hatte eine Idee. „Du wirst doch sehen, wenn die Menschen darüber nachdenken oder?“, fragte sie. „Vielleicht“, erwiderte Emeline. “Dann bringen wir sie dazu, daran zu denken”, sagte Cora. Sie drehte sich zu den Spielern. „Was ist mit The Stone Keepers Daughter?“, rief sie und hoffte, dass die Menge jeden Blick auf sie versperren würde. Zu ihrer Überraschung funktionierte es. Vielleicht weil es ein mutiges, sogar gefährliches Schauspiel war, das man fordern konnte; die Geschichte, in der die Tochter eines Steinmetz sich als Hexe herausstellte und ein zu Hause weit weg von denen gefunden hatte, die sie jagten. Es war die Art von Spiel, für das man verhaftet werden konnte, wenn man es an dem falschen Ort aufführte. Sie hatten es hier aufgeführt, in all seiner Pracht, maskierte Personen, die die Priester darstellten, die nach den jungen Männern suchten, die den Frauenteil spielten aus Angst vor Pech. Die ganze Zeit schaute Cora Emeline erwartungsvoll an. „Denken Sie an Stonehome?”, fragte sie. „Ja, aber das heißt nicht … warte“, sagte Emeline und drehte ihren Kopf. „Siehst du denn Mann dort, der Wolle verkauft? Er denkt an die Zeit, als er einmal dort gehandelt hat. Die Frau … ihre Schwester ist dort hingegangen.“ „Hast du also wieder eine Richtung?“, fragte Cora. Sie sah Emeline nicken. „Ich glaube, wir können es finden.“ Es war keine große Hoffnung, aber es war etwas. Stonehome lag immer noch vor ihnen und damit die Aussicht auf Sicherheit. KAPITEL VIER Von oben wirkte die Invasion wie der Schwung eines Flügels, der das Land umfasste, das er berührte. Der Krähenmeister genoss das und er war wahrscheinlich der Einzige, der in der Lage war das zu bewundern, die Krähen gaben ihm einen perfekten Blick, während seine Schiffe in den Hafen fuhren. „Vielleicht gibt es noch andere Beobachter“, sagte er zu sich selbst. „Vielleicht wird die Kreatur dieser Insel sehen, was für sie kommt.“ „Was meinen Sie, Sir?“, fragte ein junger Offizier. Er war hell und blond, seine Uniform glänzte von der Bemühung des Polierens. „Nichts um dass Sie sich Sorgen machen müssen. Bereiten Sie sich auf das Anlegen vor.“ Der junge Mann eilte davon mit der Art von Elan in seinen Bewegungen, der sich nach Handlung zu sehnen schien. Vielleicht dachte er, er wäre unverletzlich, weil er für die neue Armee kämpfte. „Sie sind alle Essen für die Krähen“, sagte der Krähenmeiste. Heute jedoch nicht, denn er hatte seine Landeplätze mit Sorgfalt gewählt. Es gab Teile auf dem Kontinent hinter dem Knifewater, wo Menschen auf Krähen schossen, schon fast als eine Selbstverständlichkeit, aber hier mussten sie diese Angewohnheit noch lernen. Seine Kreaturen waren ausgeschwärmt, zeigten ihm die Stellen, wo die Verteidiger Kannonen und Barrikaden als Vorbereitung für eine Invasion aufgestellt hatten, wo sich Männer versteckten und befestigte Dörfer. Sie hatten ein Netzwerk der Verteidigung erschaffen, die eine eindringende Kraft ganz schlucken können, aber der Krähenmeister konnte die Löcher darin sehen. „Los“, befahl er und die Trompeten plärrten, die Geräusche wurden über die Wellen getragen. Landungsboote sanken und eine Welle von Männern wurde mit ihnen in die Bucht geschwemmt. Das meiste passierte still, denn ein Spieler gab nicht die Platzierung seiner Figuren auf dem Spielbrett bekannt. Sie strömten aus, brachten Kannnonen und Zubehör mit und bewegten sich schnell. Jetzt begann die Gewalt, auf genau die Art, wie er es geplant hatte, Männer krochen um die Hinterhalte der Feinde, um von hinten auf sie herabzusteigen, Waffen stampften auf die versteckten Knoten von Feinden, die ihn aufhalten wollten. Von dieser Entfernung sollte es unmöglich sein, die Schreie der Sterbenden zu hören oder sogar das Musketenfeuer, aber seine Krähen übertrugen alles. Er sah ein Dutzend Fronten auf einmal, die Gewalt erblühte zu einem facettenreichen Chaos, so wie immer in den Momenten, nachdem ein Konflikt begonnen hatte. Er sah seine Männer einen Strand hochgehen, in einem Knoten von Bauern, Schwerter schwingend. Er sah Reiter herunterfallen, während um sie herum eine Kompanie kämpfte, um ihren Landekopf gegen eine mit landwirtschaftlichen Werkzeugen bewaffnete Miliz zu verteidigen. Er sah beide Schlachtpunkte und hart umkämpften Mut, obwohl es schwer war, die beiden auseinander zu halten. Durch die Augen seiner Krähen sah er eine Gruppe Kavalleristen, die sich ein kleines Stück landeinwärts versammelten, ihre Brustplatten glänzten in der Sonne. Sie waren genug, sodass sie möglicherweise ein Loch in sein so sorgfältig koordiniertes Netz an Anlegepunkten machen würden und obwohl der Krähenmeister zweifelte, dass sie die richtige Stelle zum Zuschlagen kannten, konnte er das Risiko nicht eingehen. Er erweiterte seine Konzentration, nutzte seine Krähen, um einen geeigneten Offizier in der Nähe zu finden. Zu seiner Belustigung fand er den jungen Mann, der so eifrig vorhin gewesen war. Er konzentrierte sich vor Bemühung eines dieser Biester seine Worte weiterzutragen, noch weiter als einfach durch ihre Augen zu schauen. „Da ist eine Kavallerie nördlich von Ihnen“, sagte er und hörte das Krächzen der Krähenstimme, als sie die Worte wiederholte. „Kreist zum Kamm westlich und nehmt sie, wenn sie auf dem Weg zu euch sind.“ Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern schickte stattdessen die Krähe in die Luft, er sah von oben zu, als die Männer seinen Befehlen folgten. Das war sein Talent: die Fähigkeit mehr zu sehen, seine Reichweite weiter als jeder normale Mann auszubreiten. Viele Kommandanten fanden sich inmitten des Krieges wieder oder wie gelähmt von Boten, die sich nicht schnell genug bewegen konnten. Er konnte die Armee mit einer Leichtigkeit regieren, so wie ein Kind dünne Soldaten, um einen Tisch schieben konnte. Unter seinem kreisenden Vogel sah er die Kavallerie hereinbrechen, jeden Zoll eine elegante Armee aus der Legende suchend. Er hörte das Geschrei der Musketen, die sie zu Fall brachten, sah dann die wartenden Soldaten in sie hineinschnellen und ihre Bilderbuchladung schnell in ein Ding aus Blut und Tod, Schmerz und plötzlicher Qual verwandeln. Der Krähenmeister sah einem Mann nach dem anderen fallen, inklusive dem jungen Offizier, der von einem Schwert durch die Kehle gestochen wurde. „Alles Futter für die Krähen“, sagte er. Es machte nichts, der kleine Krieg war gewonnen. Er konnte einen schwierigen Kampf an den Dünen sehen, die in Richtung eines kleinen Dorfes führten. Einer seiner Kommandanten war nicht schnell genug dabei gewesen seine Befehle auszuführen, was bedeutete, dass die Verteidiger sich eingegraben hatten, den Weg zu ihrem Dorf sogar gegen die größere Kraft hielten. Der Krähenmeister streckte sich, dann kletterte in ein Landungsboot. „Ans Ufer“, sagte er. Die Männer bei ihm machten ihre Arbeit mit einer Geschwindigkeit, die von langer Praxis kam. Der Krähenmaster schaute dem Fortschritt des Kampfes zu, als er näher kam, hörte die Schreie der Sterbenden, sah wie seine Armee eine Gruppe nach der anderen von Möchte-Gern-Verteidigern überwältigte. Es war offensichtlich, dass die Witwe die Verteidigung ihres Königreiches befohlen hatte, aber offensichtlich nicht gut genug. Sie erreichten das Ufer und der Krähenmeister schritt durch den Krieg, als wenn er einen Spaziergang machte. Die Männer um ihn herum hielten sich zurück, hoben die Musketen, als sie nach Bedrohungen suchten, aber er lief aufrecht. Er wusste, wo seine Feinde waren. Alle seine Feinde. Er konnte bereits die Kraft dieses Landes und die Bewegungen fühlen, als einer der gefährlicheren Dinge dort auf seine Ankunft reagierte. Lasse sie fühlen, dass er kommt. Lasse sie Angst davor haben, was kommt. Ein kleiner Knoten von feindlichen Soldaten sprang aus einem Versteck hinter einem umgedrehten Boot und er konnte nicht mehr denken, nur handeln. Er zog ein langes Duellierschwert und eine Pistole in einer sanften Bewegung heraus, feuerte in das Gesicht von einem der Verteidiger, dann einen anderen. Er wich einem Angriff von der Seite aus, schlug mit tödlicher Gewalt zurück und ging weiter. Die Dünen lagen vor ihm und das Dorf dahinter. Jetzt konnte der Krähenmeister die Gewalt hören, ohne seine Kreaturen dafür zu nutzen. Er konnte das Klingen der Schwerter auf Schwerter mit eigenen Ohren hören, das Krachen der Musketen und Pistolen die erklangen, als er sich näherte. Er konnte Männer miteinander kämpfen sehen, seine Krähen ließen ihn die Stellen aussuchen, wo Verteidiger knieten oder lagen, ihre Waffen auf alles trainiert, was sich näherte. Er stand inmitten von all dem und ermutigte sie auf ihn zu schießen. „Sie haben eine Chance zu leben“, sagte er. “Ich brauche diesen Strand und ich bin bereit sie dafür mit ihren Leben und den ihrer Familien zu bezahlen. Nehmt die Arme runter und geht. Noch besser kommt in meine Armee. Macht all das und ihr werdet überleben. Kämpft weiter und ich werde sehen, dass eure Häuser dem Erdboden gleich gemacht werden.“ Er stand dort und wartete auf eine Antwort. Er bekam sie, als ein Schuss fiel, der Schmerz und Einschlag davon traf ihn so hart, dass er stolperte und auf ein Knie fiel. Im Moment gab es so viele Tote um ihn herum, um ihn so einfach aufzuhalten. Die Krähen würden heute gut gefüttert werden und ihre Macht würde alles heilen, das ihn nicht gänzlich tötete. Er drückte Macht in die Wunde und schloss sie, während er aufstand. „So soll es sein“, sagte er und stürmte vorwärts. Gewöhnlicherweise machte er das nicht. Es war eine dumme Art des Kämpfens; eine alte Art, die nichts mit gut organisierten Armeen oder wirkungsvollen Taktiken zu tun hatte. Er bewegte sich mit all der Geschwindigkeit, die seine Macht ihm gegeben hatte, er wich aus und rannte, während die Entfernung immer kleiner wurde. Er tötete den ersten Mann, ohne anzuhalten, stach sein Schwert tief hinein und riss es heraus. Er trat den Nächsten auf den Boden, dann fertigte er ihn mit einem Schlag seines Schwertes ab. Er fing die Muskete des Mannes mit einer Hand auf und feuerte, die Sicht seiner Krähen sagte ihm, wo er hinzielen musste. Er drängte weiter in eine Ansammlung von Männern, die hinter einer Barrikade von Sand steckten. Gegen das langsame Vorrücken seiner Streitkräfte hätte es reichen können, sie aufzuhalten und Zeit für weitere Männer zu schaffen. Gegen seine wilde Ladung machte es keinen Unterschied. Der Krähenmeister sprang über die Sandmauer und sprang inmitten seiner Feinde und schnitt in jede Richtung. Seine Männer würden ihm folgen, auch wenn er keine Konzentration hatte, um durch die Augen der Krähen nach ihnen zu schauen. Er war zu sehr damit beschäftigt, Schwertschläge und Axtschläge zu parieren, und schlug mit bösartiger Effizienz zurück. Jetzt waren seine Männer da, kamen über die Sandbarrikade wie eine hereinbrechende Flut. Sie starben, als sie das taten, aber jetzt machte das nichts mehr, solange sie mit ihrem Anführer da waren. Darauf zählte der Krähenmeister. Sie zeigten überraschende Treue für Männer, die nicht mehr als Krähenfutter für ihn waren. Mit ihrer Anzahl hinter ihm waren die ersten Verteidiger schnell gefallen und der Krähenmeister ließ seine Männer in Richtung des Dorfes gehen. „Geht“, sagte er. „Schlachtet sie für ihre Missachtung.“ Er sah der Ankunft ein paar Minuten lang zu, aber es schien keine weiteren größeren Hauptdrosselpunkte zu geben. Er hatte sich seine Stelle gut ausgesucht. Als der Krähenmeister das Dorf erreichte, standen Teile davon bereits in Flammen. Seine Männer liefen durch die Straßen, metzelten alle Bewohner nieder, die sie fanden. Der Krähenmeister sah jemanden, der eine junge Frau aus dem Dorf hinter sich herzog, ihre Angst entsprach nur dem offensichtlichen Genuss des Soldaten. „Was machen Sie da?“, fragte er, als er näherkam. Der Mann starrte ihn schockiert an. „Ich …. Ich habe sie gesehen, mein Lord und ich dachte –“ „Sie dachten, Sie behalten sie“, beendete der Krähenmeister den Satz für ihn. „Naja, Sie macht einen guten Preis am richtigen Ort.“ Der Soldat wagte ein Lächeln, das darauf abzielte, ihn zu einer Verschwörung hinzureißen. „Ich verstehe“, sagte er. „Ich habe das nicht angeordnet. Oder?” “Mein Lord –“ begann der Soldat, aber der Krähenmeister hob bereits eine Pistole. Er feuerte von so nah, dass die Figur des anderen Mannes bei dem Einschlag davon verschwand. Die junge Frau neben ihm schien zu schockiert, um überhaupt zu schreien, als ihr Angreifer fiel. „Es ist wichtig, dass meine Männer lernen nach meinen Befehlen zu handeln“, sagte der Krähenmeister zu der Frau. „Es gibt Orte, wo ich Gefangene erlaube und andere, wo wir übereingekommen sind, dass niemand außer denen mit Talent zu schaden kommen sollte. Es ist wichtig, dass Disziplin aufrecht erhalten wird.“ Die Frau schaute hoffnungsvoll, als wenn sie dachte, dass dies alles irgendein Fehler wäre, trotz der Plünderungen der anderen im Dorf. Sie dachte das so lange, bis der Krähenmeister sein Schwert durch ihr Herz stieß, der Stoß war sicher und sauber, wahrscheinlich sogar schmerzlos. “In diesem Fall habe ich deinen Männern eine Wahl gegeben und sie haben sie getroffen”, sagte er, als sie sich an die Waffe klammerte. Er zog sie heraus und sie fiel auf den Boden. „Es ist eine Wahl, vor die ich auch den Rest dieses Königreichs stellen werde. Vielleicht werden sie klüger wählen.“ Er schaute sich um, als das Schlachten weiterging, und fühlte weder Freude noch Unzufriedenheit, einfach nur eine Zufriedenheit bei der erfüllten Aufgabe. Ein Schritt zumindest, denn immerhin war das nicht mehr als die Übernahme eines Dorfes. Es würde noch viel mehr kommen. KAPITEL FÜNF Die Witwe Königin Mary vom Haus von Flamberg saß in der großen Kammer der Adligen Versammlung und versuchte nicht zu gelangweilt von ihrem Thron auf die Dinge zuschauen, während die vermeintlichen Repräsentativen ihres Volks redeten und redeten. Normalerweise wäre das egal gewesen. Die Witwe hatte schon vor langer Zeit die Kunst gelernt, unbewegt und majestätisch auszusehen, während die großen Fraktionen dort stritten. In der Regel ließ sie die Populisten und Traditionalisten sich auslaugen, ehe sie selbst sprach. Heute aber dauerte das länger als gewöhnlich, was hieß, dass die immer präsente Anspannung in ihrer Lunge wuchs. Wenn sie hier mit nicht bald durch wäre, würden diese Narren das Geheimnis sehen, an dem sie so lange gearbeitet hatte, es zu verstecken. Aber es gab keine Eile. Der Krieg war da, was hieß, dass jeder seine Chance zu reden haben wollte. Noch schlimmer mehr als einige von ihnen wollten Antworten, die sie nicht hatte. "Ich möchte nur meine ehrenwerten Freunde fragen, ob die Tatsache, dass Feinde an unserer Küste gelandet sind, auf eine umfassendere Regierungspolitik hindeutet, die militärischen Fähigkeiten unserer Nation zu vernachlässigen“, fragte Lord Hawes von Briarmarsh. „Der ehrenwerte Lord ist sich der Gründe bewusst, dass diese Versammlung sich vor der Idee einer zentralisierten Armee in Acht genommen hat“, antwortete Lord Branston von Upper Vereford. Sie plapperten weiter und wiederholten alte politische Schlachten, während mehr wörtliche näherkamen. “Wenn ich die Situation erklären könnte, damit diese Versammlung mir nicht vorwirft, meine Pflicht zu vernachlässigen“, sagte General Sir Guise Burborough. „Die Kräfte der neuen Armee sind an unserer südöstlichen Küste gelandet, haben vieles der Abwehr überrannt, die wir dort aufgestellt haben, um der Möglichkeit vorzubeugen. Sie sind so schnell vorgegangen, haben die Verteidiger, die versucht haben, sie aufzuhalten überwältigt und haben die Dörfer als Folge davon verbrannt. Es gibt bereits zahlreiche Flüchtlinge, die zu glauben scheinen, dass wir sie mit Unterkünften versorgen sollen.“ Es war amüsant, dachte die Witwe, dass der Mann der Menschen dazu brachte, um ihr Leben zu rennen, sich wie unerwünschte Verwandtschaft anhörte, die zu lange blieb. „Was ist mit den Vorkehrungen um Ashton?“, forderte Graham Marquis of the Shale. „Ich nehme an, sie gehen dort hin? Können wir die Mauern versiegeln?“ Das war die Antwort eines Mannes, der nichts über Kannnonen wusste, dachte die Witwe. Sie hätte vielleicht laut gelacht, wenn sie den Atem dafür gehabt hatte. So wie es war, war alles, was sie tun konnte ihren ungerührten Ausdruck zu erhalten. “Sind sie”, antwortete der General. „Ehe der Monat um ist, müssen wir uns vielleicht auf eine Belagerung einstellen und gegen diese Möglichkeit werden bereits Erdarbeiten errichtet.“ „Sollen wir überlegen die Menschen auf dem Armee Weg zu evakuieren?“, fragte Lord Neresford. „Sollten wir den Menschen in Ashton raten nach Norden zu fliehen, um dem Kampf zu entgehen? Sollte unsere Königin nicht wenigsten über ihren Rückzug in ihre Ländereien nachdenken?“ Es war lustig, die Witwe hätte nie gedacht, dass er sich für ihr Wohlbefinden interessiert. Er war immer so schnell dabei gewesen, sich gegen jeden Vorschlag, den sie machte aufzulehnen. Sie entschied, dass es jetzt Zeit zum Sprechen war, während sie es noch konnte. Sie stand auf und der Raum wurde still. Auch wenn die Adligen für ihre Versammlung kämpften, hörten sie ihr immer noch zu. “Eine Evakuierung würde eine Panik hervorrufen”, sagte sie. „Es würde Plünderungen auf den Straßen geben und starke Männer, die vielleicht ansonsten ihre Häuser verteidigen würden, würden fliehen. Ich werde hier auch stehen. Das ist mein zu Hause und man wird nicht sehen, dass ich vor einem Pöbel Feinde davonlaufen werde.“ „Weit vom Pöbel entfernt, Ihre Majestät“, wies Lord Neresford darauf hin, als wenn die Berater der Witwe ihr nicht die genaue Ausbreitung der einmarschierenden Armee mitgeteilt hätten. Vielleicht hatte er einfach angenommen, dass sie als eine Frau nicht genug Wissen über den Krieg hätte, um das zu verstehen. „Obwohl ich mir sicher bin, dass die ganze Versammlung gespannt ist, Ihre Pläne der Verteidigung zu hören.“ Die Witwe starrte zu ihm herunter, obwohl es schwer war, wenn ihre Lungen sich anfühlten, als wenn sie jeden Moment einen Hustenanfall bekommen würde. „Wie die ehrenswerten Lords wissen“, begann sie, „habe ich mich bewusst zu sehr der Rolle in den Armeen des Königreichs entzogen. Ich will nicht, dass Sie sich alle unbehaglich fühlen, indem ich Ihnen jetzt Befehle erteile.“ „Ich bin mir sicher, wir können das dieses Mal vergeben“, sagte der Lord, als wenn er die Macht hätte, zu vergeben oder sie zu verurteilen. „Was ist Ihre Lösung, Ihre Majestät?“ Die Witwe zuckte zusammen. „Ich dachte, wir fangen mit einer Hochzeit an.“ Sie stand da, wartete bis die Aufruhr sich legte, die verschiedenen Fraktionen innerhalb der Versammlung schrien sich gegenseitig an. Die Royalisten unterstützen sie, die Antimonarchisten jammerten über die Geldverschwendung. Die Mitglieder der Armee nahmen an, dass sie sie ignorierte, während diejenigen ein wenig weiter weg vom Königreich wissen wollten, was das für ihre Menschen bedeuten würde. Die Witwe sagte nichts, bis sie sicher war, dass sie ihre Aufmerksamkeit hatte. “Hört euch selbst zu, blubbernd wie ängstlich Kinder”, sagt sie. „Haben eure Lehrer und eure Gouvernanten euch nicht die Geschichte unserer Nation erzählt? Wie oft wollten ausländische Feinde euer Land beanspruchen, eifersüchtig auf ihre Schönheit und ihren Wohlstand? Soll ich es euch auflisten?“ Soll ich euch von den Scheiterm der Havvers Warfleet erzählen, die Invasion der sieben Prinzen? Sogar in unseren Bürgerkriegen wurden die Feinde die ohne kamen immer zurückghalten. Es hat tausend Jahre gedauert, seitdem man dieses Land erobert hat und jetzt habt ihr Panik, weil ein paar Feinde die erste Reihe unserer Verteidigung überrannt haben.“ Sie sah sich im Raum um und beschämte sie wie Kinder. „Ich kann unseren Menschen nicht viel geben. Ich kann nicht ohne eure Unterstützung regieren und das zu Recht. Sie wollte nicht, dass sie jetzt hier über ihre Macht diskutierten. „Ich kann ihnen Hoffnung geben, deswegen hab ich heute diese Versammlung einberufen, ich möchte gerne ein Ereignis bekannt geben, die Hoffnung für die Zukunft bietet. Ich möchte gerne die bevorstehende Hochzeit meines Sohnes Sebastian mit Lady d’Anglica Markgräfin von Sowerd bekannt geben. Möchte einer von Ihnen dieser Angelegenheit widersprechen?“ Das wollten sie nicht, obwohl sie annahm, dass es wohl davon kam, dass sie so von der Ansage überwältigt waren. Der Witwe war das egal. Sie ging aus der Kammer, entschied, dass ihre eigenen Vorbereitungen viel wichtiger waren, als welche Geschäfte auch immer, die in ihre Abwesenheit geschlossen wurden. Es gab noch so viel zu tun. Sie musste sichergehen, dass die Danses Tochter unter Kontrolle war, sie musste die Hochzeit vorbereiten – Der Husten überraschte sie plötzlich, auch wenn sie es schon während ihrer Rede erwartet hatte. Als ihr Taschentuch mit Blut befleckt war, wusste die Witwe, dass sie es heute übertrieben hatte. Das und die Dinge entwickelten sich schneller, als es ihr gefiel. Sie würde die Dinge hier beenden. Sie würde das Königreich für ihre Söhne sichern, gegen alle Bedrohungen von innen und von außen. Sie würde ihre Linie weiterwachsen sehen. Sie würde sehen, wie die Bedrohungen beseitigt wurden. Aber vorher gab es noch jemanden, den sie sehen musste. *** “Sebastian, es tut mir so leid”, sagte Angelica und hielt dann mit einem Stirnrunzeln inne. Das war nicht richtig. Zu eifrig, zu fröhlich. Sie musste es noch einmal versuchen. “Sebastian, es tut mir so leid.” Besser, aber nicht so richtig. Sie übte weiter, während sie auf den Korridoren des Palastes entlanglief, wissend, dass wenn die Zeit gekommen war, das im Ernst zu sagen, es perfekt sein musste. Sie musste Sebastian zu verstehen geben, dass sie seinen Schmerz fühlte, denn die Art von Sympathie war der erste Schritt, wenn es darum ging, sein Herz zu erobern. Es wäre einfacher gewesen, wenn sie alles außer Freude bei dem Gedanken daran verspüren könnte, dass Sophia weg war. Nur die Erinnerung des Messers, das in sie glitt, brachte ein Lächeln, das sie nicht vor Sebastian zeigen konnte, wenn er zurückkam. Das würde nicht mehr lange dauern. Angelica war zwar schneller gewesen, in dem sie schnell geritten war, aber sie hatte keine Zweifel, dass Rupert, Sebastian und der Rest schon bald kommen würden. Sie musste bereit sein, wenn sie kamen, denn es gab keinen Sinn darin Sophia zu beseitigen, wenn sie nicht den Vorteil aus der Lücke, die sie hinterlassen hatte, ziehen konnte. Im Moment aber war Sebastian nicht das Familienmitglied, um das sie sich Sorgen machen musste. Sie stand vor den Türen der Witwe, atmete tief ein, während die Wachmänner sie beobachteten. Als die Türen still aufgingen, setzte Angelica ihr breitestes Lächeln auf und ging hinein. „Erinnere dich daran, dass du getan hast, was sie wollte“, sagte Angelica zu sich selbst. Die Witwe wartete auf sie, saß auf einem bequemen Stuhl und trank irgendeinen Kräutertee. Angelica erinnerte sich dieses Mal an ihren tiefen Knicks und es schien, dass Sebastians Mutter nicht in der Stimmung war, Spielchen zu spielen. “Bitte stehe auf Angelica”, sagte sie in einem Ton, der überraschend mild war. Dennoch machte es Sinn, dass sie zufrieden sein würde. Angelica hatte alles getan, was erforderlich war. „Setz dich“, sagte die alte Frau und zeigte auf eine Stelle neben ihr. Es war besser als vor ihr zu knien, obwohl so herumkommandiert zu werden immer noch wie ein kleines Stück Sand gegen Angelicas Seele war. „Also erzähle mir von deiner Reise nach Monthys.” „Es ist erledigt“, sagte Angelica. “Sophia ist tot.” “Bist du sicher?”, fragte die Witwe. „Hast du ihren Körper überprüft?“ Angelica zuckte bei der Frage zusammen. War nichts gut genug für diese alte Frau? „Ich musste vorher fliehen, aber ich habe sie mit einem Stilett durchstoßen, das mit dem giftigsten Gift bestrichen war, das ich hatte“, antwortete sie. „Niemand hätte überleben können.“ „Gut“, sagte die Witwe. „Ich hoffe, du hast recht. Meine Spione sagen, dass ihre Schwester aufgetaucht ist?” Angelica fühlte, wie ihre Augen sich dabei leicht weiteten. Sie wusste, dass Rupert noch nicht zurück war, woher konnte die Witwe so schnell davon gehört haben? Vielleicht hatte sie einen Vogel vorausgeschickt. „Ist sie“, sagte sie. “Sie ist mit der Leiche ihrer Schwester davon gesegelt auf einem Boot nach Ishjemme. „Auf der Fahrt zu Lars Skyddar, ohne Zweifel“, murmelte die Witwe. Es war ein weiterer kleiner Schock für Angelica. Wie konnten Bauernleute wie Sophia und ihre Schwester jemanden wie den Herrscher von Ishjemme kennen? „Ich habe getan, was Sie wollten“, sagte Angelica. Selbst für sie klang das verteidigend. „Erwartest du Lohn?“, fragte die Witwe. „Vielleicht eine Belohnung? Ein netter Titel, den du noch zu deiner Sammlung hinzufügen kannst, vielleicht?“ Angelica gefiel es nicht, dass jemand so mit ihr sprach. Sie hatte alles getan, was die Witwe gefordert hatte. Sophia war tot und Sebastian würde bald zu Hause sein, bereit, sie zu akzeptieren. „Ich habe gerade deine Hochzeit bei der Vereinigung der Adligen bekannt gegeben“, sagte die Witwe. „Ich glaube, das meinen Sohn zu heiraten, genug Belohnung ist.“ “Mehr als genug”, sagte Angelica. „Wird Sebastian es dieses Mal akzeptieren?“ Die Witwe kam näher und Angelica musste sich zwicken, um nicht zurückzuzucken, als die alte Frau ihre Wange tätschelte. „Ich bin mir sicher, dass ich dir gesagt habe, dass das dein Job ist. Lenke ihn ab. Verführe ihn. Geh auf die Knie vor ihm und bettele, wenn es sein muss. Meine Boten sagen, dass er in Trauer und auf dem Weg nach Hause ist. Dein Job wird es sein, ihn all das vergessen zu lassen. Nicht mein Job, deiner. Mache einen guten Job Angelica.“ Die Witwe zuckte zusammen. “Und jetzt raus. Ich habe Dinge zu tun. Ich muss sichergehen, dass du Sophia wirklich erledigt hast, ein für alle Mal.” Die Entlassung war so abrupt, dass es schon unhöflich war. Bei jedem andere wäre das genug um eine Strafe zu rechtfertigen. Bei der Witwe gab es nichts, das Angelica tun konnte und das machte es nur noch schlimmer. Dennoch würde sie das tun, was die alte Frau forderte. Sie würde Sebastian ihrs machen, sobald er nach Hause kam. Sie würde bald nach der Hochzeit Königin sein und diese Erhebung wäre mehr als ausreichend als Belohnung. In der Zwischenzeit nagte die Unsicherheit der Witwe über Sophia an ihr. Angelica hatte sie getötet, sie war sich sicher, aber … Aber es würde nicht schaden herauszufinden, was sie über Ereignisse in Ishjemme herausfinden konnte, nur um sicher zu sein. Sie hatte immerhin mindestens einen Freund dort. KAPITEL SECHS Sophia konnte das rhythmische Schaukeln des Schiffs irgendwo unter sich fühlen, aber das war weit weg, am Rande ihrer Wahrnehmung. Solange sie sich nicht konzentrierte, war es schwer sich daran zu erinnern, dass sie auf einem Schiff war. Sie konnte das einfach nicht finden, auch wenn es der letzte Ort war, an den sie sich erinnerte gewesen zu sein. Stattdessen schien sie an einem schemenhaften Ort zu sein, gefüllt mit Nebel, der sich bewegte und waberte, gebrochenes Licht fiel hindurch, sodass es eher wie ein Geist einer Sonne schien, als die Wirklichkeit. In dem Nebel hatte Sophia keine Ahnung, wo vorne war oder wohin sie gehen sollte. Dann hörte sie das Weinen eines Kindes, dass viel klarer durch den Nebel kam, als das Sonnenlicht. Etwas sagte ihr instinktiv, dass dieses Kind ihres war und dass sie es holen musste. Ohne zu zögern, ging Sophia auf den Nebel zu und rannte hindurch. „Ich komme“, versicherte sie ihrem Kind. „Ich werde dich finden.“ Es weinte weiter, aber jetzt hatte der Nebel das Geräusch verzerrt, und es schien aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen. Sophia nahm eine Richtung, drängte wieder vorwärts, aber es schien, dass jede Richtung die sie nahm, falsch war und sie nicht näher herankam. Der Nebel lichtete sich und Formen bildeten sich um sie herum, so perfekt wie Aufführungen auf der Bühne. Sophia sah sich selbst bei der Geburt schreien, ihre Schwester hielt ihre Hand, während sie ein Leben in die Welt brachte. Sie sah sich selbst mit dem Kind im Arm. Sie sah sich selbst tot mit einem Physiker der neben ihr stand. “Sie war nicht stark genug nach dem Angriff”, sagte er zu Kate. Das konnte nicht richtig sein. Es konnte nicht wahr sein, wenn die anderen Szenen wahr waren. Das konnte passieren. „Vielleicht ist nichts davon wahr. Vielleicht ist es nur Vorstellung. Oder vielleicht die Möglichkeiten und nichts ist entschieden.“ Sophia erkannte Angelicas Stimme sofort. Sie drehte sich um und sah die andere Frau mit einem blutigen Messer in der Hand dort stehen. „Du bist nicht hier“, sagte sie. „Du kannst nicht hier sein.“ „Aber dein Kind schon?“, entgegnete sie. Sie trat nach vorne und stach Sophia, der Schmerz durchfuhr sie wie Feuer. Sophia schrie … und sie war alleine, stand im Nebel. Irgendwo entfernt hörte sie ein Kind schreien, sie ging in die Richtung, weil sie instinktiv wusste, dass es ihr Kind war, ihre Tochter. Sie rannte, versuchte das Weinen einzuholen, obwohl sie das Gefühl hatte, dass sie das schon vorher getan hatte… Sie fand Szenen aus dem Leben eines Mädchens um sie herum. Ein Kind spielte, sicher und glücklich, Kate lachte zusammen mit ihm, weil sie beide ein gutes Versteck unter den Stufen gefunden hatten und Sophia sie nicht finden konnte. Ein Kind, das gerade noch rechtzeitig aus dem Schloss geholt wurde, Kate, die gegen ein Dutzend Männer kämpfte, sie ignorierte den Speer in ihrer Seite, sodass Sophia mit ihr laufen konnte. Dasselbe Kind alleine in einem leeren Zimmer, keine Eltern dort. „Was ist das?“, fragte Sophia. “Nur du würdest so etwas davon verlangen”, sagte Angelica, und trat wieder aus dem Nebel. „Du kannst nicht einmal einfach einen Traum haben, er muss voll mit Vorzeichen und Zeichen sein.“ Sie trat nach vorne und Sophia hob eine Hand, um zu versuchen sie aufzuhalten, aber das hieß nur, dass das Messer unter ihre Achsel stach, anstatt sauber durch ihre Brust. Sie stand in dem Nebel, ein Kind weinte um sie herum… “Nein”, sagte Sophia und schüttelte ihren Kopf. „Ich werde nicht weiter so herumlaufen. Das ist nicht echt.“ „Es ist echt genug, dass du hier bist“, sagte Angelica, ihre Stimme kam als Echo vom Nebel. „Wie fühlt es sich an, tot zu sein?“ “Ich bin nicht tot”, sagte Sophia. „Das kann nicht sein.“ Angelicas Lachen hallte wie das Weinen des Kindes zuvor. „Du kannst nicht tot sein? Weil du so besonders bist, Sophia? Weil die Welt dich so sehr braucht? Lass mich dich noch einmal daran erinnern.“ Sie trat aus dem Nebel und jetzt standen sie nicht mehr im Nebel, sondern in der Kabine des Bootes. Angelica trat nach vorne, der Hass auf ihrem Gesicht war so offensichtlich, als sie das Schwert erneut in Sophia stach. Sophia keuchte, fiel hin und fiel in Dunkelheit, als sie hörte, wie Sienne Angelica angriff. Dann war sie wieder im Nebel und stand dort, während er um sie herum schimmerte. „Ist das jetzt tot?“, fragte sie, wissend, dass Angelica zuhören würde. „Wenn ja, was machst du dann hier?“ “Vielleicht bin ich auch tot”, sagte Angelica. Sie trat wieder ins Blickfeld. „Vielleicht hasse ich dich so sehr, dass ich dir gefolgt bin. Oder vielleicht bin ich einfach alles, was du auf der Welt hasst.“ „Ich hasse dich nicht“, sagte Sophia. Sie hörte Angelica lachen. „Nein? Du hasst es nicht, dass ich in Sicherheit aufgewachsen bin, während du im Haus der Herrenlosen warst? Das jeder mich am Hof akzeptiert, während du fliehen musstest? Dass ich Sebastian ohne Probleme heiraten hätte können, während du weglaufen musstest?“ Sie trat wieder nach vorne, aber dieses Mal stach sie Sophia nicht. Sie ging an ihr vorbei und verschwand im Nebel. Der Nebel schien sich selbst wieder zusammenzusetzen, als Angelica hindurchging und Sophia wusste, dass dies hier jetzt nicht echt sein konnte, weil die echte Angelica nicht müde geworden wäre, sie schnell zu töten. Sophia folgte ihrem Schatten und versuchte einen Sinn in dem Ganzen zu sehen. „Lass mich dir ein paar Möglichkeiten zeigen“, sagte Angelica. „Ich glaube, das wird dir gefallen. Schon wie Angelica es sagte, ließ Sophia wissen, wie wenig ihr das gefallen würde. Dennoch folgte sie ihr in den Nebel, da sie nicht wusste, was sie sonst tun sollte. Angelica verschwand schnell aus dem Blickfeld, aber Sophia ging weiter. Jetzt stand sie inmitten des Zimmers, wo Sebastian saß, der offensichtlich versuchte, die Tränen die aus seinen Augen flossen zurückzuhalten. Angelica war bei ihm und kam näher. „Du musst deine Gefühle nicht verstecken“, sagte Angelica in einem Ton mit perfektem Mitgefühl. Sie legte ihre Arme um Sebastian und hielt ihn fest. „Es ist okay zu trauern, aber denke daran, dass die Lebenden für dich da sind.“ Sie sah Sophia direkt an, während sie Sebastian hielt und Sophia konnte den triumphierenden Blick dort sehen. Sophia ging wütend vorwärts, wollte Angelica von ihm wegziehen, aber ihre Hand konnte sie nicht einmal anfassen. Sie ging hindurch ohne Kontakt zu fassen und so starrte sie sie an, wie ein Geist. „Nein“, sagte Sophia. „Nein, das ist nicht echt.“ Sie reagierten nicht. Sie hätte auch gar nicht da sein brauchen. Das Bild änderte sich und jetzt stand Sophia inmitten einer Art von Hochzeit, von der sie selber nie zu träumen gewagt hätte. Es fand in einer Halle statt, dessen Dach den Himmel zu berühren schien, Adlige hatten sich in so einer großen Anzahl versammelt, dass sogar die Halle klein dagegen schien. Sebastian wartete am Altar zusammen mit einer Priesterin der maskierten Göttin, dessen Robe ihren hohen Rank gegenüber den anderen zeigte. Die Witwe war da, saß auf einem goldenen Thron, während sie ihrem Sohn zusah. Die Braut kam nach vorne, verschleiert und ganz in weiß gekleidet. Als die Priester den Schleier wegnahmen, um Angelicas Gesicht freizugeben, schrie Sophia. Sie fand sich selbst in den Kammern wieder, die sie aus ihrer Erinnerung kannte, die Ausstattung von Sebastians Sachen unverändert seit der Nacht, die sie mit ihm verbracht hatte, das Mondlicht viel auf die Bettlaken, direkt wie in ihren Erinnerungen aus ihrer gemeinsamen Zeit. Körper waren in diesen Bettlaken verschlungen einer in dem anderen. Sophia konnte ihr Gelächter und ihre Freude hören. Sie sah das Mondlicht auf Sebastians Gesicht fallen, erwischt ihn in einem Ausdruck purem Bedürfnis und Angelicas Gesicht, das nichts außer Triumph zeigte. Sophia drehte sich um und rannte. Sie rannte blind durch den Nebel und wollte nichts mehr sehen. Sie wollte hier nicht bleiben. Sie musste weg davon, aber sie konnte keinen Weg hinausfinden. Noch schlimmer, es schien, dass jede Richtung sie wieder zurück in die Richtung mit mehr Bildern führte und sogar die Bilder ihrer Tochter schmerzten, weil Sophia nicht wusste, welche echt und welche nur da waren, um ihr wehzutun. Sie musste einen Weg hinausfinden, aber sie konnte nicht gut genug sehen, um einen zu finden. Sophia stand dort und fühlte Panik in sich aufsteigen. Irgendwie wusste sie, dass Angelica ihr wieder folgte, sie durch den Nebel verfolgte, bereit ihr Schwert noch einmal in sie zu stechen. Dann sah Sophia Licht durch den Nebel glühen. Es wurde immer heller, erst war es nur etwas, das kaum seinen Weg durch die Dunkelheit schaffte, dann wurde es größer, etwas das den Nebel auf dieselbe Art wegbrannte, wie die Morgensonne den Morgentau. Das Licht brachte Wärme mit sich, brachte Leben in ihre Gliedmaße, die sich vorher bleiern angefühlt hatten. Es floss über Sophia und sie ließ die Macht in sich fließen, zusammen mit Bildern von Feldern und Flüssen, Bergen und Wäldern, ein ganzes Königreich war in der Berührung des Lichts enthalten. Sogar der Schmerz der Wunde in ihrer Seite schien von der Macht zu verschwinden. Instinktiv legte Sophia ihre Hand auf die Seite und fühlte nasses Blut darauf. Sie konnte die Wunde jetzt sogar sehen, aber sie schloss sich, das Fleisch setzte sich unter der Berührung der Energie wieder zusammen. Als der Nebel sich lichtete, konnte Sophia etwas in der Entfernung sehen. Es dauerte ein paar weitere Sekunden, ehe genug weggebrannt war und eine spiralförmige Treppe zum Vorschein kam, die in Richtung des Lichts führte, so weit, dass es unmöglich schien es zu erreichen. Irgendwie wusste Sophia, dass der einzige Weg aus diesem niemals Enden wollenden Albtraum war, das Licht zu erreichen. Sie machte sich auf in die Richtung der Leiter. „Glaubst du, du kannst gehen?“, fragte Angelica hinter Sophia. Sie drehte sich um und schaffte es kaum ihre Hände rechtzeitig zu senken, als Angelica mit dem Messer auf sie einstach. Sophia drückte sie instinktiv zurück, dann drehte sie sich um und rannte zu den Stufen. „Du kommst hier nie raus“, schrie Angelica und Sophia hörte Fußschritte die ihr folgten. Sophia rannte schneller. Sie wollte nicht wieder durchstochen werden und nicht nur, um den Schmerz davon zu vermeiden. Sie wusste nicht, was passieren würde, wenn sich dieser Ort wieder änderte oder wie lange die Öffnung noch da wäre. Sie konnte das Risiko nicht eingehen, also rannte sie zu den Treppen, drehte sich, als sie sie erreichte, um nach Angelica zu treten und zurückzuschlagen. Sophia blieb nicht, um mit ihr zu kämpfen, stattdessen rannte sie die Stufen hoch, nahm zwei gleichzeitig. Sie konnte Angelica ihr folgen hören, aber das war jetzt egal. Alles, was zählte war, zu entkommen. Sie ging weiter die Stufen hoch, die immer höher und höher gingen. Die Stufen gingen weiter und weiter. Sophia stieg weiter hoch, aber sie fühlte, wie sie müde wurde. Sie nahm nicht mehr zwei Stufen gleichzeitig und ein Blick über ihre Schulter sagte ihr, dass die Vision von Angelica, in welchem Albtraum auch immer dieser einer war, ihr immer noch folgte, mit einem grimmigen Gefühl der Unvermeidbarkeit. Sophias Instinkt war es weiterzusteigen, aber ein tieferer Teil von ihr begann zu glauben, dass das dumm war. Das war nicht die normale Welt, es hatte nicht dieselben Regeln oder dieselbe Logik. Dies war ein Ort, wo Gedanken und Magie mehr zählten, als die reine körperliche Fähigkeit weiter zu machen. Der Gedanke war genug, um Sophia anhalten zu lassen und tiefer in sich zu gehen. Sie suchte nach der Macht, die sie mit einem ganzen Land verbunden hatte. Sie drehte sich zu dem Bild von Angelica um und verstand jetzt. „Du bist nicht echt“, sagte sie. „ Du bist nicht hier.“ Sie schickte ein kraftvolles Flüstern und das Bild ihrer Möchtegern Mörderin verschwand. Sie konzentrierte sich und die spiralförmige Treppe verschwand, Sophia stand auf dem flachen Boden. Das Licht war jetzt nicht mehr hoch, sondern stattdessen nur ein oder zwei Schritte entfernt, bildete eine Tür, die sich auf eine Schiffskabine zu öffnen schien. Dieselbe Schiffskabine in der Sophia erstochen worden war. Sophia nahm einen tiefen Atemzug, trat hindurch und wachte auf. KAPITEL SIEBEN Kate saß auf dem Deck des Schiffes, während es durch Wasser flog, Erschöpfung hielt sie davon ab, mehr zu tun. Sogar mit der Zeit, die vergangen war, seitdem sie Sophias Wunde geheilt hatte, fühlte es sich an, als wenn sie sich von der Bemühung noch nicht ganz erholt hatte. Ab und zu schauten die Matrosen nach ihr, wenn sie an ihr vorbeigingen. Der Kapitän Borkar war besonders aufmerksam, kam andauernd vorbei und mit einer Hochachtung, die lustig gewesen wäre, wenn er nicht so ehrlich damit gewesen wäre. „Geht es Ihnen gut, meine Dame?“, fragte er zum gefühlten hundertsten Mal. „Brauchen Sie etwas?“ „Mir geht’s gut“, versicherte ihm Kate. „Und ich bin nicht irgendeine Lady. Ich bin einfach Kate. Warum nennen Sie mich dauernd so?“ “Das steht nicht in meiner Macht Ihnen das zu sagen … meine … Kate“, sagte der Kapitän. Es war nicht nur er. Alle Matrosen schienen mit einem Level an Hochachtung an ihr vorbeizulaufen, die schon an Unterwürfigkeit grenzte. Sie war daran nicht gewohnt. Ihr Leben hatte aus der Brutalität des Haus der Herrrenlosen bestanden, gefolgt von der Kameradschaft von Lord Cranston’s Männer. Und da war natürlich Will gewesen… Sie hoffte, dass Will sicher war. Als sie gegangen war, hatte sie nicht Auf Wiedersehen sagen können, denn Lord Cranston hätte sie niemals gehen lassen, wenn sie das getan hätte. Sie hätte alles darum gegeben, richtig Auf Wiedersehen zu sagen oder noch besser, Will mit mitzunehmen. Er hätte wahrscheinlich darüber gelacht, dass die Männer sich vor ihr verbeugten, wissend, wie sehr diese ungerechtfertigte Höflichkeit sie ärgern würde. Vielleicht war es etwas, das Sophia getan hatte. Immerhin hatte sie den Teil des adligen Mädchens vorher gespielt. Vielleicht würde sie alles erklären, wenn sie aufwachte. Wenn sie aufwachte. Nein Kate konnte nicht so denken. Sie musste hoffen, auch wenn jetzt zwei Tage vergangen waren, seit sie die Wunde an Sophias Seite geschlossen hatte. Kate ging durch die Kabine. Sophias Waldkatze hob ihren Kopf, als Kate eintrat, schaute beschützend von ihrem Platz von Sophias Fuß hoch, wie eine pelzige Decke. Zu Kates Überraschung hatte sich die Katze kaum von Sophias Seite bewegt, seit das Schiff losgefahren war. Sie ließ Kate seine Ohren kraulen, während sie sich auf die Seite des Bettes ihrer Schwester setzte. „Wir hoffen beide, dass sie aufwachen wird, oder?“, sagte sie. Sie setzte sich neben ihre Schwester und schaute ihr beim Schlafen zu. Sophia sah so friedlich aus, nicht mehr geschädigt von der Stiletto Wunde in ihrer Seite, nicht mehr grau mit der Farbe des Todes. Sie hätte schlafen können, außer dass sie schon so lange schlief, dass Kate begann sich Sorgen zu machen, ob sie vielleicht vor Durst oder Hunger sterben würde, ehe sie aufwachte. Dann sah Kate den schwachen Flacker von Sophias Augenliedern, die kleinste Bewegung ihrer Hand gegen ihr Bettlaken. Sie starrte ihre Schwester an und traute sich zu hoffen. Sophias Augen öffneten sich und sie starrte sie direkt an und Kate konnte nicht anders. Sie warf sich nach vorne, umarmte ihre Schwester und hielt sie fest. „Du bist am Leben. Sophia, du bist am Leben.“ “Ich bin am Leben”, versicherte Sophia ihr und hielt sich an Kate fest, als diese ihr half sich hinzusetzen. Sogar die Waldkatze schien glücklich darüber, kam nach vorne und leckte ihrer beiden Gesichter mit einer Zunge, wie die Raspel eines Hufschmieds. „Ruhig, Sienne“, sagte Sophia. „Mir geht’s gut.“ “Sienne”, fragte Kate. “Heißt sie so?” Sie sah Sophia nicken. „Ich habe sie auf der Straße nach Monthys gefunden. Es ist eine lange Geschichte. Kate nahm an, dass es viele Geschichte zu erzählen gab. Sie machte sich von Sophia los und wollte alles hören und Sophia fiel zurück aufs Bett. „Sophia!“ „Es ist in Ordnung“, sagte Sophia. „Mir geht’s gut. Das glaube ich zumindest. Ich bin nur müde. Ich könnte auch etwas zu trinken vertragen.” Kate reichte ihr einen Becher mit Wasser und sah zu, wie Sophia zügig trank. Sie rief nach den Matrosen und zu ihrer Überraschung kam Kapitän Borkar selbst angelaufen. „Was brauchen Sie meine Dame?“, fragte er und starrte Sophia an. Zu Kates Schock fiel er auf die Knie. „Ihre Hoheit, Sie sind wach. Wir haben uns alle so viel Sorgen gemacht. Sie müssen verhungert sein. Ich werde sofort etwas zu essen holen!” Er eilte davon und Kate konnte die Freude spüren, die dabei wie Rauch von ihm kam. Sie hatte dennoch eine weitere Sorge. „Ihre Hoheit?“, sagte sie und starrte Sophia an. „Die Matrosen haben mich schon merkwürdig behandelt, seitdem sie erkannt haben, dass ich deine Schwester bin, aber das? Du hast ihnen gesagt, dass du eine Königin bist?“ Es hörte sich wie ein gefährliches Spiel an, vorzugeben, royal zu sein. Spielte Sophia auf ihre Verlobung mit Sebastian an oder gab sie vor irgendeine ausländische Hoheit zu sein oder war es etwas anderes? „So ist es nicht“, sagte Sophia. „Ich gebe nichts vor.“ Sie nahm Kates Arm. „Kate, ich habe herausgefunden, wer unsere Eltern sind!“ Das war eine Sache, über die Sophia keine Witze machen würde. Kate starrte sie an, war kaum in der Lage die Verwicklungen zu glauben. Sie saß auf der Bettkante und wollte das alles verstehen. „Sag mal“, sagte sie und war nicht in der Lage ihren Schock zu vergeben. „Glaubst du wirklich … glaubst du wirklich, dass unsere Eltern irgendeine Art Könige waren?“ Sophia setzte sich auf. Als sie dabei kämpfte, half Kate ihr. “Unsere Eltern hießen Alfred und Christina Danse”, sagte Sophia. „Sie lebten, wir lebten auf einem Grundstück in Monthys. Unsere Familie war einmal König und Königinnen, ehe die Familie der Witwe sie vom Thron geholt hat. Die Person, die mir das erklärt hat, sagte sie hatten eine Art … Verbindung zum Land. Sie haben es nicht regiert; sie waren Teil davon.“ Kate erstarrte, als sie das hörte. Sie hatte diese Verbindung gefühlt. Sie hatte gefühlt, wie das Land sich vor ihr ausgebreitet hatte. Sie hatte nach der Macht darin gegriffen. So war sie in der Lage gewesen, Sophia zu heilen. „Und ist das echt?“, sagte sie. „Das ist nicht irgendeine Geschichte? Ich werde nicht verrückt?“ „Ich würde mir das nicht ausdenken“, versicherte Sophia ihr. „Das würde ich nicht tun, Kate.“ „Du hast gesagt, unsere Eltern waren diese Menschen“, sagte Kate. „Sind sie … sind sie tot?“ Sie gab sich Mühe den Schmerz in ihrer Stimme zu verstecken, der sie bei dem Gedanken durchfuhr. Sie konnte sich an das Feuer erinnern. Sie konnte sich daran erinnern gerannt zu sein. Sie konnte sich nicht erinnern, was mit ihren Eltern passiert war. “Ich weiß nicht”, sagte Sophia. „Niemand scheint zu wissen, was mit ihnen danach passiert ist. All das .. der Plan war zu unserem Onkel Lars Skyddar zu fahren, in der Hoffnung, dass er etwas weiß.“ „Lars Skyddar?“, Kate hatte den Namen gehört. Lord Cranston hatte von den Ländern von Ishjemme gesprochen, und wie sie es geschafft hatten, die Eindringlinge abzuhalten, in dem sie eine Kombination von schlauen Taktiken und die natürliche Abwehr ihrer eisigen Fjorde nutzen. „Er ist unser Onkel?“ Das war zu viel. Einfach so war Kate von keiner Familie außer ihrer Schwester in eine Familie geraten, die Könige und Königinnen hatte, die einmal dieses Land regiert hatten. Das war zu viel und zu schnell. Instinktiv griff Kate nach der Kette, die sie um ihren Hals trug. Sie nahm sie ab und schaute auf das Bild der Frau darin. Sie hatte jetzt einen Namen für diese Frau: Christina Danse. Ihre Mutter. Das machte sie zu Kate Danse. Kate lächelte. Ihr gefiel der Klang daran. Ihr gefiel der Gedanke einen Familiennamen zu haben, den sie kannte, anstatt einfach nur einer der Leibeigenen zu sein, markiert mit dem Tattoo auf ihrer Wade. „Was ist das?“, fragte Sophia und Kate bemerkte, dass sie nicht die Kette anschaute, sondern den Ring, den sie an dieselbe Kette gehängt hatte, damit sie ihn nicht verlor. Es gab keinen Zweifel, dass Sophia ihn wiedererkannte. Natürlich würde sie das, es war ihr Verlobungsring. „Wo hast du das her?“ Es machte keinen Sinn das jetzt zu leugnen. „Sebastian hat ihn mir gegeben, damit ich ihn dir gebe“, sagte sie. „Aber Sophia, du musst dich von von ihm fernhalten.“ „Ich liebe ihn“, sagte Sophia, „Und wenn er mich liebt –“ “Er hat dich erstochen”, sagte Kate und fühlte das Echo der Wut, die da gewesen war, als sie Sophia dort fast tot liegen sehen hatte. „Er hat versucht, dich zu töten!“ Sogar dann schüttelte Sophia ihren Kopf. „Er war es nicht.“ „Weil er so nicht ist?“, riet Kate. Es hörte sich an wie die Entschuldigung einer Bauersfrau, wenn ihr Mann betrunken war und sie schlug. „Weil er dich wirklich liebt?“ Конец ознакомительного фрагмента. Текст предоставлен ООО «ЛитРес». Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию (https://www.litres.ru/pages/biblio_book/?art=43695223) на ЛитРес. Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.