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Die Geschichte von Kalif Storch





I


Der Kalif Chasid zu Bagdad sa? einmal an einem sch?nen Nachmittag behaglich auf seinem Sofa. Er hatte ein wenig geschlafen, denn es war ein hei?er Tag, und sah nun nach seinem Schl?fchen recht heiter aus. Er rauchte eine lange Pfeife aus Rosenholz, trank hier und da ein wenig Kaffee, den ihm ein Sklave einschenkte, und strich sich allemal vergn?gt den Bart, wenn es ihm geschmeckt hatte. Kurz um, man sah dem Kalifen an, da? es ihm recht wohl war.

Um diese Stunde konnte man gar gut mit ihm reden, weil er da immer recht mild und leutselig war, deswegen besuchte ihn auch sein Gro?wesir Mansor alle Tage um diese Zeit. An diesem Nachmittage nun kam er auch, sah aber sehr nachdenklich aus, ganz gegen seine Gewohnheit. Der Kalif tat die Pfeife ein wenig aus dem Mund und sprach:

Warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht, Gro?wesir?

Der Gro?wesir schlug seine Arme kreuzweis ?ber die Brust, verneigte sich vor seinem Herrn und antwortete: Herr, ob ich ein nachdenkliches Gesicht mache, wei? ich nicht, aber da drunten am Schlo? steht ein Kr?mer, der hat so sch?ne Sachen, da? es mich ?rgert, nicht viel ?berfl?ssiges Geld zu haben.

Der Kalif, der seinem Gro?wesir schon lange gerne eine Freude gemacht h?tte, schickte seinen schwarzen Sklaven hinunter, um den Kr?mer heraufzuholen. Bald kam der Sklave mit dem Kr?mer zur?ck. Dieser war ein kleiner, dicker Mann, schwarzbraun im Gesicht und in zerlumptem Anzug. Er trug einen Kasten, in welchem er allerhand Waren hatte: Perlen und Ringe, reichbeschlagene Pistolen, Becher und K?mme. Der Kalif und sein Wesir musterten alles durch, und der Kalif kaufte endlich f?r sich und Mansor sch?ne Pistolen, f?r die Frau des Wesirs aber einen Kamm. Als der Kr?mer seinen Kasten schon wieder zumachen wollte, sah der Kalif eine kleine Schublade und fragte, ob da auch noch Waren seien.

Der Kr?mer zog die Schublade heraus und zeigte darin eine Dose mit schw?rzlichem Pulver und ein Papier mit sonderbarer Schrift, die weder der Kalif noch Mansor lesen konnte. Ich bekam einmal diese zwei St?cke von einem Kaufmann, der sie in Mekka auf der Stra?e fand, sagte der Kr?mer. Ich wei? nicht, was sie enthalten, uch stehen sie um geringen Preis zu Dienst, ich kann doch nichts damit anfangen.

Der Kalif, der in seiner Bibliothek gerne alte Manuskripte hatte, wenn er sie auch nicht lesen konnte, kaufte Schrift und Dose und entlie? den Kr?mer. Der Kalif aber dachte, er m?chte gerne wissen, was die Schrift enthalte, und fragte den Wesir, ob er keinen kenne, der es entziffern k?nnte.

Gn?digster Herr und Gebieter, antwortete dieser, an der gro?en Moschee wohnt ein Mann, er hei?t Selim, der Gelehrte, der versteht alle Sprachen. La? ihn kommen, vielleicht kennt er diese geheimnisvollen Z?ge.

Der Gelehrte Selim war bald herbeigeholt.

Selim, sprach zu ihm der Kalif, Selim, man sagt, du seiest sehr gelehrt, guck einmal ein wenig in diese Schrift, ob du sie lesen kannst. Kannst du sie lesen, so bekommst du ein neues Festkleid von mir, kannst du es nicht, so bekommst du zw?lf Backenstreiche und f?nfundzwanzig auf die Fu?sohlen, weil man dich dann umsonst Selim, den Gelehrten, nennt.

Selim verneigte sich und sprach: Dein Wille geschehe, oh Herr!.

Lange betrachtete er die Schrift, pl?tzlich aber rief er aus: Das ist Lateinisch, oh Herr, oder ich la? mich h?ngen.

Sag, was drin steht, befahl der Kalif, wenn es Lateinisch ist.

Selim fing an zu ?bersetzen: Mensch, der du dieses findest, preise Allah f?r seine Gnade. Wer von dem Pulver in dieser Dose schnupft und dazu spricht:utabor, der kann sich in jedes Tier verwandeln, und versteht auch die Sprache der Tiere. Will er wieder in seine menschliche Gestalt zur?ckkehren, so neige er sich dreimal gen Osten und spreche jenes Wort. Aber h?te dich! Wenn du verwandelt bist, darfst du nicht lachen, sonst verschwindet das Zauberwort g?nzlich aus deinem Ged?chtnis, und du bleibst ein Tier.

Als Selim, der Gelehrte, also gelesen hatte, war der Kalif ?ber die Ma?en vergn?gt. Er lie? den Gelehrten schw?ren, niemandem etwas von dem Geheimnis zu sagen, schenkte ihm ein sch?nes Kleid und entlie? ihn.

Zu seinem Gro?wesir aber sagte er: Das hei? ich gut einkaufen, Mansor! Wie freue ich mich darauf, ein Tier zu sein. Morgen fr?h kommst du zu mir, wir gehen dann miteinander aufs Feld, schnupfen etwas Weniges aus meiner Dose und belauschen dann, was in der Luft und im Wasser, im Wald und auf dem Feld gesprochen wird!




II


Kaum hatte am anderen Morgen der Kalif Chasid gefr?hst?ckt und sich angekleidet, als schon der Gro?wesir erschien, ihn, wie befohlen, auf dem Spaziergang zu begleiten. Der Kalif steckte die Dose mit dem Zauberpulver in den G?rtel, und nachdem er seinem Gefolge befohlen, zur?ckzubleiben, machte er sich mit dem Gro?wesir ganz alleine auf den Weg. Sie gingen zuerst durch die weiten G?rten des Kalifen, sp?hten aber vergebens nach etwas Lebendigem, um ihr Kunstst?ck zu probieren. Der Wesir schlug endlich vor, weiter hinaus an einen Teich zu gehen, wo er schon oft viele Tiere, namentlich St?rche, gesehen habe, die durch ihr gravit?tisches Wesen und ihr Geklapper immer seine Aufmerksamkeit erregt hatten.

Der Kalif billigte den Vorschlag seines Wesirs und ging mit ihm dem Teich zu. Als sie dort angekommen waren, sahen sie einen Storch ernsthaft auf und ab gehen, Fr?sche suchend und hier und da etwas vor sich hinklappernd. Zugleich sahen sie auch weit oben in der Luft einen anderen Storch dieser Gegend zuschweben.

Ich wette meinen Bart, gn?digster Herr, sagte er Gro?wesir, wenn nicht diese zwei Langf??ler ein sch?nes Gespr?ch miteinander f?hren werden. Wie w?re es, wenn wir St?rche w?rden?.

Wohl gesprochen!, antwortete der Kalif. Aber vorher wollen wir noch einmal betrachten, wie man wieder Mensch wird. Richtig! Dreimal gen Osten geneigt undMutaborgesagt, so bin ich wieder Kalif und du Wesir. Aber nur um Himmels willen nicht gelacht, sonst sind wir verloren!.

W?hrend der Kalif also sprach, sah er den anderen Storch ?ber ihrem Haupte schweben und langsam sich zur Erde lassen. Schnell zog er die Dose aus dem G?rtel, nahm eine gute Prise, bot sie dem Gro?wesir dar, der gleichfalls schnupfte, und beide riefen:Mutabor!.

Da schrumpften ihre Beine ein und wurden d?nn und rot, die sch?nen gelben Pantoffeln des Kalifen und seines Begleiters wurden unf?rmliche Storchf??e, die Arme wurden zu Fl?geln, der Hals fuhr aus den Achseln und wurd eine Elle lang, der Bart war verschwunden, und den K?rper bedeckten weiche Federn.

Ihr habt einen h?bschen Schnabel, Herr Gro?wesir, sprach nach langem Erstaunen der Kalif. Beim Bart des Propheten, so etwas habe ich in meinem Leben nicht gesehen.

Danke untert?nigst, erwiderte der Gro?wesir, indem er sich b?ckte, aber wenn ich es wagen darf, m?chte ich behaupten, Eure Hoheit sehen als Storch beinahe noch h?bscher aus, denn als Kalif. Aber kommt, wenn es Euch gef?llig ist, da? wir unsere Kameraden dort belauschen und erfahren, ob wir wirklich Storchisch k?nnen? .

Indem war der andere Storch auf der Erde angekommen. Er putzte sich mit dem Schnabel seine F??e, legte seine Federn zurecht und ging auf den ersten Storch zu. Die beiden neuen St?rche aber beeilten sich in ihre N?he zu kommen, und vernahmen zu ihrem Erstaunen folgendes Gespr?ch:

Guten Morgen, Frau Langbein, so fr?h schon auf der Wiese?.

Sch?nen Dank, liebe Klapperschnabel! Ich habe mir nur ein kleines Fr?hst?ck geholt. Ist Euch vielleicht ein Viertelchen Eidechs gef?llig oder ein Froschschenkelein?.

Danke gehorsamst, habe heute gar keinen Appetit. Ich komme auch wegen etwas ganz anderem auf die Wiese. Ich soll heute vor den G?sten meines Vaters tanzen, und da will ich mich im Stillen ein wenig ?ben.

Zugleich schritt die junge St?rchin in wunderlichen Bewegungen durch das Feld. Der Kalif und Mansor sahen ihr verwundert nach. ls sie aber in malerischer Stellung auf einem Fu? stand und mit den Fl?geln anmutig dazu wedelte, da konnten sich die beiden nicht mehr halten. Ein unaufhaltsames Gel?chter brach aus ihren Schn?beln hervor, von dem sie sich erst nach langer Zeit erholten.

Der Kalif fa?te sich zuerst wieder: Das war einmal ein Spa?, rief er, der nicht mit Gold zu bezahlen ist. Schade, da? die Tiere durch unser Gel?chter sich haben verscheuchen lassen, sonst h?tten sie gewi? auch noch gesungen!.

Aber jetzt fiel es dem Gro?wesir ein, da? das Lachen w?hrend der Verwandlung verboten war. Er teilte seine Angst deswegen dem Kalifen mit.

Potz Mekka und Medina! Das w?re ein schlechter Spa?, wenn ich ein Storch bleiben m??te! Besinne dich doch auf das dumme Wort, ich bring es nicht heraus.

Dreimal gen Osten m?ssen wir uns b?cken und dazu sprechen:Mu  Mu  Mu .

Sie stellten sich gegen Osten und b?ckten sich in einem fort, da? ihre Schn?bel beinahe die Erde ber?hrten, aber, o Jammer! Das Zauberwort war ihnen entfallen, und so oft sich auch der Kalif b?ckte, so sehnlich auch sein WesirMu  Mu dazu rief, jede Erinnerung daran war verschwunden, und der arme Chasid und sein Wesir waren und blieben St?rche.




III


Traurig wandelten die Verzauberten durch die Felder, sie wu?ten gar nicht, was sie in ihrem Elend anfangen sollten. Aus ihrer Storchenhaut konnten sie nicht heraus, in die Stadt zur?ck konnten sie auch nicht, um sich zu erkennen zu geben, denn wer h?tte einem Storch geglaubt, da? er der Kalif sei, und wenn man es auch geglaubt h?tte, w?rden die Einwohner von Bagdad einen Storch zum Kalif gewollt haben?

So schlichen sie mehrere Tage umher und ern?hrten sich k?mmerlich von Feldfr?chten, die sie aber wegen ihrer langen Schn?bel nicht gut verspeisen konnten. Auf Eidechsen und Fr?sche hatten sie ?brigens keinen Appetit, denn sie bef?rchteten, mit solchen Leckerbissen sich den Magen zu verderben. Ihr einziges Vergn?gen in dieser traurigen Lage war, da? sie fliegen konnten, und so flogen sie oft auf die D?cher von Bagdad, um zu sehen, was darin vorging.

In den ersten Tagen bemerkten sie gro?e Unruhe und Trauer in den Stra?en. ber ungef?hr am vierten Tag nach ihrer Verzauberung sa?en sie auf dem Palast des Kalifen, da sahen sie unten in der Stra?e einen pr?chtigen Aufzug. Trommeln und Pfeifen ert?nten, ein Mann in einem goldbestickten Scharlachmantel sa? auf einem geschm?ckten Pferd, umgeben von gl?nzenden Dienern.

Halb Bagdad sprang ihm nach, und alle schrien: Heil Mizra, dem Herrscher von Bagdad!.

Da sahen die beiden St?rche auf dem Dache des Palastes einander an, und der Kalif Chasid sprach:

Ahnst du jetzt, warum ich verzaubert bin, Gro?wesir? Dieser Mizra ist der Sohn meines Todfeindes, des m?chtigen Zauberers Kaschnur, der mir in einer b?sen Stunde Rache schwur. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf! Komm mit mir, du treuer Gef?hrte meines Elends, wir wollen zum Grabe des Propheten Mohamed wandern, vielleicht, da? an heiliger St?tte der Zauber gel?st wird.

Sie erhoben sich vom Dach des Palastes und flogen der Gegend von Medina zu.

Mit dem Fliegen wollte es aber nicht gar gut gehen, denn die beiden St?rche hatten noch wenig ?bung.

Oh Herr, ?chzte nach ein paar Stunden der Gro?wesir, ich halte es, mit Eurer Erlaubnis, nicht mehr lange aus, Ihr fliegt gar zu schnell! Auch ist es schon Abend, und wir t?ten wohl, ein Unterkommen f?r die Nacht zu suchen.

Chasid gab der Bitte seines Dieners Geh?r; und da er unten im Tale eine Ruine erblickte, die ein Obdach zu gew?hren schien, so flogen sie dahin. Der Ort, wo sie sich f?r diese Nacht niedergelassen hatten, schien ehemals ein Schlo? gewesen zu sein. Sch?ne S?ulen ragten unter den Tr?mmern hervor, mehrere Gem?cher, die noch ziemlich erhalten waren, zeugten von der ehemaligen Pracht des Hauses. Chasid und sein Begleiter gingen durch die G?nge umher, um sich ein trockenes Pl?tzchen zu suchen.

Pl?tzlich blieb der Storch Mansor stehen. Herr und Gebieter, fl?sterte er leise, wenn es nur nicht t?richt f?r einen Gro?wesir, noch mehr aber f?r einen Storch w?re, sich vor Gespenstern zu f?rchten! Mir ist ganz unheimlich zumute, denn hier neben hat es ganz vernehmlich geseufzt und gest?hnt.

Der Kalif blieb nun auch stehen und h?rte ganz deutlich ein leises Weinen, das eher einem Menschen als einem Tiere anzugeh?ren schien.

Voll Erwartung wollte er der Gegend zugehen, woher die Klaget?ne kamen. Der Wesir aber packte ihn mit dem Schnabel am Fl?gel und bat ihn flehentlich, sich nicht in neue, unbekannte Gefahren zu st?rzen. Doch vergebens! Der Kalif, dem auch unter dem Storchenfl?gel ein tapferes Herz schlug, ri? sich mit Verlust einiger Federn los und eilte in einen finsteren Gang. Bald war er an einer T?r angelangt, die nur angelehnt schien, und woraus er deutliche Seufzer mit ein wenig Geheul vernahm. Er stie? mit dem Schnabel die T?re auf, blieb aber ?berrascht auf der Schwelle stehen. In dem verfallenen Gemach, das nur durch ein kleines Gitterfenster sp?rlich erleuchtet war, sah er eine gro?e Nachteule am Boden sitzen. Dicke Tr?nen rollten ihr aus den gro?en, runden Augen, und mit heiserer Stimme stie? sie ihre Klagen zu dem krummen Schnabel heraus. Als sie aber den Kalifen und seinen Wesir, der indes auch herbeigeschlichen war, erblickte, erhob sie ein lautes Freudengeschrei. Zierlich wischte sie mit dem braungefleckten Fl?gel die Tr?nen aus dem Auge, und zu dem gr??ten Erstaunen der beiden rief sie in gutem menschlichem Arabisch:

Willkommen, ihr St?rche! Ihr seid mir ein gutes Zeichen meiner Errettung, denn durch St?rche werde mir ein gro?es Gl?ck kommen, ist mir einst prophezeit worden!.

Als sich der Kalif von seinem Erstaunen erholt hatte, b?ckte er sich mit seinem langen Hals, brachte seine d?nnen F??e in eine zierliche Stellung, und sprach: Nachteule! Deinen Worten nach darf ich glauben, eine Leidensgef?hrtin in dir zu sehen. Aber ach! Deine Hoffnung, da? durch uns deine Rettung kommen werde, ist vergeblich. Du wirst unsere Hilflosigkeit selbst erkennen, wenn du unsere Geschichte h?rst.

Die Nachteule bat ihn zu erz?hlen, was der Kalif sogleich tat.




IV


Als der Kalif der Eule seine Geschichte vorgetragen hatte, dankte sie ihm und sagte:

Vernimm auch meine Geschichte und h?re, wie ich nicht weniger ungl?cklich bin als du. Mein Vater ist der K?nig von Indien, ich, seine einzige ungl?ckliche Tochter, hei?e Lusa. Jener Zauberer Kaschnur, der euch verzauberte, hat auch mich ins Ungl?ck gest?rzt. Er kam eines Tages zu meinem Vater und begehrte mich zur Frau f?r seinen Sohn Mizra. Mein Vater aber, der ein hitziger Mann ist, lie? ihn die Treppe hinunterwerfen. Der Elende wu?te sich unter einer anderen Gestalt wieder in meine N?he zu schleichen, und als ich einst in meinem Garten Erfrischungen zu mir nehmen wollte, brachte er mir, als Sklave verkleidet, einen Trank bei, der mich in diese abscheuliche Gestalt verwandelte. Vor Schrecken ohnm?chtig, brachte er mich hierher und rief mir mit schrecklicher Stimme in die Ohren:

Da sollst du bleiben, h??lich, selbst von den Tieren verachtet, bis an dein Ende, oder bis einer aus freiem Willen dich, selbst in dieser schrecklichen Gestalt, zur Gattin begehrt. So r?che ich mich an dir und deinem stolzen Vater.

Seitdem sind viele Monate verflossen. Einsam und traurig lebe ich als Einsiedlerin in diesem Gem?uer, verabscheut von der Welt, selbst den Tieren ein Greuel. Die sch?ne Natur ist vor mir verschlossen, denn ich bin blind am Tage, und nur, wenn der Mond sein bleiches Licht ?ber dies Gem?uer ausgie?t, f?llt der verh?llende Schleier von meinem Auge.

Die Eule hatte geendet und wischte sich mit dem Fl?gel wieder die Augen aus, denn die Erz?hlung ihrer Leiden hatte ihr Tr?nen entlockt.

Der Kalif war bei der Erz?hlung der Prinzessin in tiefes Nachdenken versunken.

Wenn mich nicht alles t?uscht, sprach er, so findet zwischen unserem Ungl?ck ein geheimer Zusammenhang statt, aber wo finde ich den Schl?ssel zu diesem R?tsel?.

Die Eule antwortete ihm: Oh Herr! Auch mir ahnt dies, denn es ist mir einst in meiner fr?hesten Jugend von einer weisen Frau prophezeit worden, da? ein Storch mir ein gro?es Gl?ck bringen werde, und ich w??te vielleicht, wie wir uns retten k?nnten.

Der Kalif war sehr erstaunt und fragte, auf welchem Wege sie meine.

Der Zauberer, der uns beide ungl?cklich gemacht hat, sagte sie, kommt jeden Monat einmal in diese Ruinen. Nicht weit von diesem Gemach ist ein Saal. Dort pflegt er dann mit vielen Genossen zu schmausen. Schon oft habe ich sie dort belauscht. Sie erz?hlen dann einander ihre sch?ndlichen Werke, vielleicht, da? er dann das Zauberwort, das ihr vergessen habt, ausspricht.

Oh, teuerste Prinzessin, rief der Kalif, sag an, wann kommt er, und wo ist der Saal?.

Die Eule schwieg einen Augenblick und sprach dann:

Nehmt es nicht ung?tig, aber nur untereinerBedingung kann ich Euern Wunsch erf?llen.

Sprich aus! Sprich aus!, schrie Chasid. Befiehl, es ist mir jede recht.

N?mlich, ich m?chte auch gern zugleich frei sein. Dies kann aber nur geschehen, wenn einer von euch mir seine Hand reicht.

Die St?rche schienen ?ber den Antrag etwas betroffen zu sein, und der Kalif winkte seinem Diener, ein wenig mit ihm hinauszugehen.

Gro?wesir, sprach vor der T?re der Kalif, das ist kein gutter Handel, aber Ihr k?nntet sie schon nehmen.

Oh weh, antwortete dieser, meine Frau wird mir die Augen auskratzen, wenn ich nach Hause komme. Auch bin ich ein alter Mann, und Ihr seid noch jung und unverheiratet und k?nnt eher einer jungen, sch?nen Prinzessin die Hand reichen.

Das ist es eben, seufzte der Kalif, indem er traurig die Fl?gel h?ngen lie?, wer sagt dir denn, da? sie jung und sch?n ist? Das hei?t eine Katze im Sack kaufen!.

Sie redeten einander gegenseitig noch lange zu, endlich aber, als der Kalif sah, da? sein Wesir lieber Storch bleiben als die Eule heiraten wollte, entschlo? er sich, die Bedingung lieber selbst zu erf?llen. Die Eule war hocherfreut. Sie gestand ihnen, da? sie zu keiner besseren Zeit h?tten kommen k?nnen, weil wahrscheinlich in dieser Nacht die Zauberer sich versammeln w?rden.

Sie verlie? mit den St?rchen das Gemach, um sie in jenen Saal zu f?hren. Sie gingen lange in einem finsteren Gang hin, endlich strahlte ihnen aus einer halbverfallenen Mauer ein heller Schein entgegen.

Als sie dort angelangt waren, riet ihnen die Eule, sich ganz ruhig zu verhalten. Sie konnten von der L?cke, an welcher sie standen, einen gro?en Saal ?bersehen. Er war ringsum mit S?ulen geschm?ckt und prachtvoll verziert. Viele farbige Lampen ersetzten das Licht des Tages. In der Mitte des Saales stand ein runder Tisch, mit vielen und ausgesuchten Speisen besetzt. Rings um den Tisch zog sich ein Sofa, auf welchem acht M?nner sa?en. In einem dieser M?nner erkannten die St?rche jenen Kr?mer wieder, der ihnen das Zauberpulver verkauft hatte. Sein Nebensitzer forderte ihn auf, ihnen seine neuesten Taten zu erz?hlen. Er erz?hlte unter anderen auch die Geschichte des Kalifen und seines Wesirs.

Was f?r ein Wort hast du ihnen denn aufgegeben?, fragte ihn ein anderer Zauberer.

Ein recht schweres lateinisches, es hei?tMutabor.




V


Als die St?rche an der Mauerl?cke dieses h?rten, kamen sie vor Freude beinahe au?er sich. Sie liefen auf ihren langen F??en so schnell dem Tore der Ruine zu, da? die Eule kaum folgen konnte. Dort sprach der Kalif ger?hrt zu der Eule:

Retterin meines Lebens und des Lebens meines Freundes, nimm zum ewigen Dank f?r das, was du an uns getan hst, mich zum Gemahl an!.

Dann aber wandte er sich nach Osten. Dreimal b?ckten die St?rche ihre langen H?lse der Sonne entgegen, die soeben hinter dem Gebirge heraufstieg. Mutabor!, riefen sie. Im Nu waren sie verwandelt, und in der hohen Freude des neugeschenkten Lebens lagen Herr und Diener lachend und weinend einander in den Armen. Wer beschreibt aber ihr Erstaunen, als sie sich umsahen? Eine sch?ne Dame, herrlich geschm?ckt, stand vor ihnen. L?chelnd gab sie dem Kalifen die Hand.

Erkennt Ihr Eure Nachteule nicht mehr?, sagte sie.

Sie war es. Der Kalif war von ihrer Sch?nheit und Anmut entz?ckt.

Die drei zogen nun miteinander auf Bagdad zu.

Der Kalif fand in seinen Kleidern nicht nur die Dose mit Zauberpulver, sondern auch seinen Geldbeutel. Er kaufte daher im n?chsten Dorfe, was zu ihrer Reise n?tig war, und so kamen sie bald an die Tore von Bagdad. Dort aber erregte die Ankunft des Kalifen gro?es Erstaunen. Man hatte ihn f?r tot ausgegeben, und das Volk war daher hocherfreut, seinen geliebten Herrscher wiederzuhaben.

Um so mehr aber entbrannte ihr Ha? gegen den Betr?ger Mizra. Sie zogen in den Palast und nahmen den alten Zauberer und seinen Sohn gefangen. Den Alten schickte der Kalif in dasselbe Gemach der Ruine, das die Prinzessin als Eule bewohnt hatte, und lie? ihn dort aufh?ngen. Dem Sohn aber, welcher nichts von den K?nsten des Vaters verstand, lie? der Kalif die Wahl, ob er sterben oder schnupfen wolle. Als er das letztere w?hlte, bot ihm der Gro?wesir die Dose. Eine t?chtige Prise, und das Zauberwort des Kalifen verwandelte ihn in einen Storch. Der Kalif lie? ihn in einen eisernen K?fig sperren und in seinem Garten aufstellen.

Lange und vergn?gt lebte Kalif Chasid mit seiner Frau, der Prinzessin. Seine vergn?gtesten Stunden waren immer die, wenn ihn der Gro?wesir nachmittags besuchte. Da sprachen sie dann oft von ihrem Storchabenteuer, und wenn der Kalif recht heiter war, lie? er sich herab, den Gro?wesir nachzuahmen, wie er als Storch aussah. Er stieg dann ernsthaft, mit steifen F??en im Zimmer auf und ab, klapperte, wedelte mit den Armen wie mit Fl?geln und zeigte, wie jener sich vergeblich nach Osten geneigt undMu  Mu Mu dazu gerufen habe. F?r die Frau Kalifin und ihre Kinder war diese Vorstellung allemal eine gro?e Freude. Wenn aber der Kalif gar zu lange klapperte und nickte undMu  Mu Mu schrie, dann drohte ihm l?chelnd der Wesir: r wolle das, was vor der T?re der PrinzessinNachteuleverhandelt worden sei, derFrau Kalifinmitteilen.




   





I


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IV


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Die Geschichte von dem Gespensterschiff


Mein Vater hatte einen kleinen Laden in Balsora. Er war weder arm noch reich und einer von jenen Leuten, die nicht gerne etwas wagen, aus Furcht, das Wenige zu verlieren, das sie haben. Er erzog mich schlicht und recht und brachte es bald so weit, da? ich ihm an die Hand gehen konnte. Gerade als ich achtzehn Jahre alt war, als er die erste gr??ere Spekulation machte, starb er, wahrscheinlich aus Gram, tausend Goldst?cke dem Meere anvertraut zu haben.

Ich mu?te ihn bald nachher wegen seines Todes gl?cklich preisen, denn wenige Wochen hernach lief die Nachricht ein, da? das Schiff, dem mein Vater seine G?ter mitgegeben hatte, versunken sei. Meinen jugendlichen Mut konnte aber dieser Unfall nicht beugen. Ich machte alles vollends zu Geld, was mein Vater hinterlassen hatte, und zog aus, um in der Fremde mein Gl?ck zu versuchen, nur von einem alten Diener meines Vaters begleitet.

Im Hafen von Balsora schifften wir uns mit g?nstigem Winde ein. Das Schiff, auf dem ich mich eingemietet hatte, war nach Indien bestimmt. Wir waren schon f?nfzehn Tage auf der gew?hnlichen Stra?e gefahren, als uns der Kapit?n einen Sturm verk?ndete. Er machte ein bedenkliches Gesicht, denn es schien, er kenne in dieser Gegend das Fahrwasser nicht genug, um einem Sturm mit Ruhe begegnen zu k?nnen. Er lie? alle Segel einziehen, und wir trieben ganz langsam hin.

Die Nacht war angebrochen, war hell und kalt, und der Kapit?n glaubte schon, sich in den Anzeichen des Sturmes get?uscht zu haben. Auf einmal schwebte ein Schiff, das wir vorher nicht gesehen hatten, dicht an dem unsrigen vorbei. Wildes Jauchzen und Geschrei erscholl aus dem Verdeck her?ber, wor?ber ich mich zu dieser angstvollen Stunde, vor einem Sturm, nicht wenig wunderte. Aber der Kapit?n an meiner Seite wurde bla? wie der Tod.

Mein Schiff ist verloren, rief er, dort segelt der Tod!.

Ehe ich ihn noch ?ber diesen sonderbaren Ausruf befragen konnte, st?rzten schon heulend und schreiend die Matrosen herein.

Habt ihr ihn gesehen?, schrien sie. Jetzt ists mit uns vorbei!.

Der Kapit?n aber lie? Trostspr?che aus dem Koran vorlesen und setzte sich selbst ans Steuerruder. Aber vergebens! Zusehends brauste der Sturm auf, und ehe eine Stunde verging, krachte das Schiff auf ein Riff und blieb sitzen. Die Boote wurden ausgesetzt, und kaum hatten sich die letzten Matrosen gerettet, so versank das Schiff vor unseren Augen. Und als ein Bettler fuhr ich in die See hinaus. Aber der Jammer hatte noch kein Ende. F?rchterlicher tobte der Sturm, das Boot war nicht mehr zu steuern. Ich hatte meinen alten Diener fest umschlungen, und wir versprachen uns, nie voneinander zu weichen.

Endlich brach der Tag an. Aber mit dem ersten Anblick der Morgenr?te fa?te der Wind das Boot, in welchem wir sa?en, und st?rzte es um. Ich habe keinen meiner Schiffsleute mehr gesehen. Der Sturz hatte mich bet?ubt, und als ich aufwachte, befand ich mich in den Armen meines alten treuen Dieners, der sich auf das umgeschlagene Boot gerettet und mich nachgezogen hatte.

Der Sturm hatte sich gelegt. Von unserem Schiff war nichts mehr zu sehen, wohl aber entdeckten wir nicht weit von uns ein anderes Schiff, auf das die Wellen uns hintrieben. Als wir n?her hinzukamen, erkannte ich das Schiff als dasselbe, das in der Nacht an uns vorbeifuhr und welches den Kapit?n so sehr in Schrecken gesetzt hatte. Ich empfand ein sonderbares Grauen vor diesem Schiffe. Die ?u?erung des Kapit?ns, die sich so furchtbar best?tigt hatte, das ?de Aussehen des Schiffes, auf dem sich, so nahe wir auch herankamen, so laut wir schrien, niemand zeigte, erschreckten mich. Doch es war unser einziges Rettungsmittel. Darum priesen wir den Propheten, der uns so wundervoll erhalten hatte.

Am Vorderteil des Schiffes hing ein langes Tau herab. Mit H?nden und F??en ruderten wir darauf zu, um es zu erfassen. Endlich gl?ckte es. Noch einmal erhob ich meine Stimme, aber immer blieb es still auf dem Schiff. Da klimmten wir an dem Tau hinauf, ich als der J?ngste voran. Aber Entsetzen! Welches Schauspiel stellte sich meinem Auge dar, als ich das Verdeck betrat! Der Boden war mit Blut ger?tet, zwanzig bis drei?ig Leichname in t?rkischen Kleidern lagen auf dem Boden, am mittleren Mastbaum stand ein Mann, reich gekleidet, den S?bel in der Hand, aber das Gesicht war bla? und verzerrt, durch die Stirn ging ein gro?er Nagel, der ihn an den Mastbaum heftete, auch er war tot.

Schrecken fesselte meine Schritte, ich wagte kaum zu atmen. Endlich war auch mein Begleiter heraufgekommen. Auch ihn ?berraschte der Anblick des Verdecks, das gar nichts Lebendiges, sondern nur so viele schreckliche Tote zeigte. Wir wagten es endlich, nachdem wir in der Seelenangst zum Propheten gefleht hatten, weiter vorzuschreiten. Bei jedem Schritte sahen wir uns um, ob nicht etwas Neues, noch Schrecklicheres sich darbiete. Aber alles blieb, wie es war, weit und breit nichts Lebendiges, als wir und das Weltmeer. Nicht einmal laut zu sprechen wagten wir, aus Furcht, der tote, am Mast angespie?te Kapitano, m?chte seine starren Augen nach uns hindrehen, oder einer der Get?teten m?chte seinen Kopf umwenden.

Endlich waren wir bis an eine Treppe gekommen, die in den Schiffsraum f?hrte. Unwillk?rlich machten wir dort halt und sahen einander an, denn keiner wagte es recht, seine Gedanken zu ?u?ern.

Oh Herr, sprach mein treuer Diener, hier ist etwas Schreckliches geschehen. Doch wenn auch das Schiff da unten voll M?rder steckt, so will ich mich ihnen doch lieber auf Gnade und Ungnade ergeben, als l?ngere Zeit unter diesen Toten zu verweilen.

Ich dachte wie er. Wir fa?ten uns ein Herz und stiegen voll Erwartung hinunter. Totenstille war aber auch hier, und nur unsere Schritte hallten auf der Treppe. Wir standen an der T?re der Kaj?te. Ich legte mein Ohr an die T?re und lauschte, es war nichts zu h?ren. Ich machte auf. Das Gemach bot einen unordentlichen Anblick dar. Kleider, Waffen und andere Ger?te lagen untereinander. Nichts in Ordnung. Die Mannschaft, oder wenigstens der Kapitano, mu?te vor kurzem gezecht haben, denn es lag alles noch umher. Wir gingen weiter von Raum zu Raum, von Gemach zu Gemach, ?berall fanden wir herrliche Vorr?te in Seide, Perlen, Zucker usw. Ich war vor Freude ?ber diesen Anblick au?er mir, denn da niemand auf dem Schiff war, glaubte ich, alles mir zueignen zu d?rfen. Ibrahim aber machte mich aufmerksam darauf, da? wir wahrscheinlich noch sehr weit vom Lande entfernt seien, wohin wir allein und ohne menschliche Hilfe nicht kommen k?nnten.

Wir labten uns an den Speisen und Getr?nken, die wir in reichem Ma? vorfanden, und stiegen endlich wieder aufs Verdeck. Aber hier schauderte uns immer die Haut bei dem schrecklichen Anblick der Leichen. Wir beschlossen, uns davon zu befreien, und sie ?ber Bord zu werfen, aber wie schauerlich war uns zumut, als wir fanden, da? sich keiner aus seiner Lage bewegen lie?. Wie festgebannt lagen sie am Boden, und man h?tte den Boden des Verdecks ausheben m?ssen, um sie zu entfernen, und dazu gebrach es uns an Werkzeugen. Auch der Kapitano lie? sich nicht von seinem Mast losmachen. Nicht einmal seinen S?bel konnten wir der starren Hand entwinden.

Wir brachten den Tag in trauriger Betrachtung unserer Lage zu, und als es Nacht zu werden anfing, erlaubte ich dem alten Ibrahim, sich schlafen zu legen. Ich selbst aber wollte auf dem Verdeck wachen, um nach Rettung auszusp?hen. Als aber der Mond heraufkam, und ich nach den Gestirnen berechnete, da? es wohl um die elfte Stunde sei, ?berfiel mich ein so unwiderstehlicher Schlaf, da? ich unwillk?rlich hinter ein Fa?, das auf dem Verdeck stand, zur?ckfiel. Doch war es mehr Bet?ubung als Schlaf, denn ich h?rte deutlich die See an der Seite des Schiffes anschlagen, und die Segel vom Winde knarren und pfeifen. Auf einmal glaubte ich Stimmen und M?nnertritte auf dem Verdeck zu h?ren . Ich wollte mich aufrichten, um danach zu schauen. Aber eine unsichtbare Gewalt hielt meine Glieder gefesselt, nicht einmal die Augen konnte ich aufschlagen. Aber immer deutlicher wurden die Stimmen, es war mir, als wenn ein fr?hliches Schiffsvolk auf dem Verdeck sich umhertriebe. Mitunter glaubte ich, die kr?ftige Stimme eines Befehlenden zu h?ren, auch h?rte ich Taue und Segel deutlich auf- und abziehen. Nach und nach aber schwanden mir die Sinne, ich verfiel in einen tiefen Schlaf, in dem ich nur noch ein Ger?usch von Waffen zu h?ren glaubte, und erwachte erst, als die Sonne schon hoch stand und mir aufs Gesicht brannte.

Verwundert schaute ich mich um. Sturm, Schiff, die Toten und was ich in dieser Nacht geh?rt hatte, kam mir wie ein Traum vor, aber als ich aufblickte, fand ich alles wie gestern. Unbeweglich lagen die Toten, unbeweglich war der Kapitano an den Mastbaum geheftet. Ich lachte ?ber meinen Traum und stand auf, um meinen Alten zu suchen.

Dieser sa? ganz nachdenklich in der Kaj?te.

Oh Herr!, rief er aus, als ich zu ihm hineintrat, ich wollte lieber im tiefsten Grund des Meeres liegen, als in diesem verhexten Schiff noch eine Nacht zubringen.

Ich fragte ihn nach der Ursache seines Kummers, und er antwortete mir:

Als ich einige Stunden geschlafen hatte, wachte ich auf und vernahm, wie man ?ber meinem Haupt hin und her lief. Ich dachte zuerst, Ihr w?ret es, aber es waren wenigstens zwanzig, die oben umherliefen, auch h?rte ich rufen und schreien. Endlich kamen schwere Tritte die Treppe herab. Da wu?te ich nichts mehr von mir, nur hier und da kehrte auf einige Augenblicke meine Besinnung zur?ck, und da sah ich dann denselben Mann, der oben am Mast angenagelt ist, an jenem Tisch dort sitzen, singend und trinkend, aber der, der in einem roten Scharlachkleid nicht weit von ihm am Boden liegt, sa? neben ihm und half ihm trinken.

So erzh?lte mir mein alter Diener.

Ihr k?nnt mir es glauben, meine Freunde, da? mir gar nicht wohl zumute war, denn es war keine T?uschung, ich hatte ja auch die Toten gar wohl geh?rt. In solcher Gesellschaft zu schiffen, war mir greulich. Mein Ibrahim aber versank wieder in tiefes Nachdenken.

Jetzt hab ichs!, rief er endlich aus.

s fiel ihm n?mlich ein Spr?chlein ein, das ihn sein Gro?vater, ein erfahrener, weitgereister Mann, gelehrt hatte und das gegen jeden Geister- und Zauberspuk helfen sollte. uch behauptete er, jenen unnat?rlichen Schlaf, der uns befiel, in der n?chsten Nacht verhindern zu k?nnen, wenn wir n?mlich recht eifrig Spr?che aus dem Koran beteten.

Der Vorschlag des alten Mannes gefiel mir wohl. In banger Erwartung sahen wir die Nacht herankommen. Neben der Kaj?te war ein kleines K?mmerchen, dorthin beschlossen wir uns zur?ckzuziehen. Wir bohrten mehrere L?cher in die T?re, hinl?nglich gro?, um durch sie die ganze Kaj?te zu ?berschauen, dann verschlossen wir die T?re, so gut es ging, von innen, und Ibrahim schrieb den Namen des Propheten in alle vier Ecken. So erwarteten wir die Schrecken der Nacht. Es mochte wieder ungef?hr elf Uhr sein, als es mich gewaltig zu schl?fern anfing. Mein Gef?hrte riet mir daher, einige Spr?che des Korans zu beten, was mir auch half. Mit einem Male schien es oben lebhaft zu werden. Die Taue knarrten, Schritte gingen ?ber das Verdeck, und mehrere Stimmen waren deutlich zu unterscheiden. Mehrere Minuten hatten wir so in gespannter Erwartung gesessen, da h?rten wir jemand die Treppe der Kaj?te herabkommen. Als dies der Alte h?rte, fing er an, den Spruch, den ihn sein Gro?vater gegen Spuk und Zauberei gelehrt hatte, herzusagen:

		Kommt ihr herab aus der Luft,
		Steigt ihr aus tiefem Meer,
		Schlieft ihr in dunkler Gruft,
		Stammt ihr vom Feuer her:
		Allah ist euer Herr und Meister,
		ihm sind gehorsam alle Geister.

Ich mu? gestehen, ich glaubte gar nicht recht an diesen Spruch, und mir stieg das Haar zu Berg, als die T?r aufflog. Herein trat jener gro?e, stattliche Mann, den ich am Mastbaum angenagelt gesehen hatte. Der Nagel ging ihm auch jetzt mitten durchs Hirn, das Schwert aber hatte er in die Scheide gesteckt. Hinter ihm trat noch ein anderer herein, weniger kostbar gekleidet, auch ihn hatte ich oben liegen sehen. Der Kapitano, denn dies war er unverkennbar, hatte ein bleiches Gesicht, einen gro?en, schwarzen Bart, wildrollende Augen, mit denen er sich im ganzen Gemach umsah. Ich konnte ihn ganz deutlich sehen, als er an unserer T?re vor?berging. Er aber schien gar nicht auf die T?re zu achten, die uns verbarg.

Beide setzten sich an den Tisch, der in der Mitte der Kaj?te stand, und sprachen laut und fast schreiend miteinander in einer unbekannten Sprache. Sie wurden immer lauter und eifriger, bis endlich der Kapitano mit geballter Faust auf den Tisch hineinschlug, da? das Zimmer dr?hnte. Mit wildem Gel?chter sprang der andere auf und winkte dem Kapitano, ihm zu folgen. Dieser stand auf, ri? seinen S?bel aus der Scheide, und beide verlie?en das Gemach.

Wir atmeten freier, als sie weg waren, aber unsere Angst hatte noch lange kein Ende. Immer lauter und lauter wurd es auf dem Verdeck. Man h?rte eilends hin und her laufen und schreien, lachen und heulen. Endlich ging ein wahrhaft h?llischer L?rm los, so da? wir glaubten, das Verdeck mit allen Segeln komme zu uns herab, Waffengeklirr und Geschrei  auf einmal aber tiefe Stille. Als wir es nach vielen Stunden wagten hinaufzugehen, trafen wir alles wie sonst, nicht einer lag anders als fr?her. Alle waren steif wie Holz.

So waren wir mehrere Tage auf dem Schiffe. s ging immer nach Osten, wohin zu, nach meiner Berechnung, Land liegen mu?te. ber wenn es auch bei Tag viele Meilen zur?ckgelegt hatte, bei Nacht schien es immer wieder zur?ckzukehren, denn wir befanden uns immer wieder am n?mlichen Fleck, wenn die Sonne aufging. Wir konnten uns dies nicht anders erkl?ren, als da? die Toten jede Nacht mit vollem Winde zur?cksegelten. Um nun dies zu verh?ten, zogen wir, ehe es Nacht wurde, alle Segel ein und wandten dasselbe Mittel an, wie bei der T?re in der Kaj?te. Wir schrieben den Namen des Propheten auf Pergament und auch das Spr?chlein des Gro?vaters dazu, und banden es um die eingezogenen Segel. ?ngstlich warteten wir in unserem K?mmerchen den Erfolg ab. Der Spuk schien diesmal noch ?rger zu toben, aber siehe, am anderen Morgen waren die Segel noch aufgerollt, wie wir sie verlassen hatten. Wir spannten den Tag ?ber nur so viele Segel auf, als n?tig waren, das Schiff sanft fortzutreiben, und so legten wir in f?nf Tagen eine gute Strecke zur?ck.

Endlich, am Morgen des sechsten Tages, entdeckten wir in geringer Ferne Land, und wir dankten Allah und seinem Propheten f?r unsere wunderbare Rettung. Diesen Tag und die folgende Nacht trieben wir an einer K?ste hin, und am siebenten Morgen glaubten wir in geringer Entfernung eine Stadt zu entdecken. Wir lie?en mit vieler M?he einen Anker in die See, der alsobald Grund fa?te, setzten ein kleines Boot, das auf dem Verdeck stand, aus, und ruderten mit aller Macht der Stadt zu. Nach einer halben Stunde liefen wir in einen Flu? ein, der sich in die See ergo?, und stiegen ans Ufer.

Am Stadttor erkundigten wir uns, wie die Stadt hei?e, und erfuhren, da? es eine indische Stadt sei, nicht weit von der Gegend, wohin ich zuerst zu schiffen willens war. Wir begaben uns in eine Karawanserei und erfrischten uns von unserer abenteuerlichen Reise. Ich forschte daselbst auch nach einem weisen und verst?ndigen Manne, indem ich dem Wirt zu verstehen gab, da? ich einen solchen haben m?chte, der sich ein wenig auf Zauberei verstehe. Er f?hrte mich in eine abgelegene Stra?e, an ein unscheinbares Haus, pochte an, und man lie? mich eintreten mit der Weisung, ich solle nur nach Muley fragen.

In dem Hause kam mir ein altes M?nnlein mit grauem Bart und langer Nase entgegen und fragte nach meinem Begehr. Ich sagte ihm, ich suche den weisen Muley, und er antwortete mir, er sei es selbst. Ich fragte ihn nun um Rat, was ich mit den Toten machen solle, und wie ich es angreifen m?sse, um sie aus dem Schiff zu bringen. Er antwortete mir, die Leute des Schiffes seien wahrscheinlich wegen irgendeines Frevels auf das Meer verzaubert. Er glaube, der Zauber werde sich l?sen, wenn man sie ans Land bringe. Dies k?nne aber nicht geschehen, als wenn man die Bretter, auf denen sie liegen, losmache.

Mir geh?re, von Gott und Rechts wegen, das Schiff samt allen G?tern, weil ich es gleichsam gefunden habe, doch solle ich alles sehr geheimhalten, und ihm ein kleines Geschenk von meinem ?berflu? machen. Er wolle daf?r mit seinen Sklaven mir behilflich sein, die Toten wegzuschaffen. Ich versprach, ihn reichlich zu belohnen, und wir machten uns mit f?nf Sklaven, die mit S?gen und Beilen versehen waren, auf den Weg. Unterwegs konnte der Zauberer Muley unseren gl?cklichen Einfall, die Segel mit den Spr?chen des Korans zu umwinden, nicht genug loben. Er sagte, es sei dies das einzige Mittel gewesen, uns zu retten.

Es war noch ziemlich fr?h am Tage, als wir beim Schiff ankamen. Wir machten uns alle sogleich ans Werk, und in einer Stunde lagen schon vier in dem Nachen. Einige der Sklaven mu?ten sie an Land rudern, um sie dort zu verscharren. Sie erz?hlten, als sie zur?ckkamen, die Toten h?tten ihnen die M?he des Begrabens erspart, indem sie, sowie man sie auf die Erde gelegt habe, in Staub zerfallen seien. Wir fuhren fort, die Toten abzus?gen, und bis vor Abend waren alle an Land gebracht.

Es war endlich keiner mehr an Bord als der, welcher am Mast angenagelt war. Umsonst suchten wir den Nagel aus dem Holze zu ziehen, keine Gewalt vermochte ihn auch nur ein Haarbreit zu verr?cken. Ich wu?te nicht, was anzufangen war. Man konnte doch nicht den Mastbaum abhauen, um ihn ans Land zu f?hren. Doch aus dieser Verlegenheit half Muley. Er lie? schnell einen Sklaven an Land rudern, um einen Topf mit Erde zu bringen. Als dieser herbeigeholt war, sprach der Zauberer geheimnisvolle Worte dar?ber aus, und sch?ttete die Erde auf das Haupt des Toten. Sogleich schlug dieser die Augen auf, holte tief Atem, und die Wunde des Nagels in seiner Stirne fing an zu bluten. Wir zogen den Nagel jetzt leicht heraus, und der Verwundete fiel einem Sklaven in die Arme.

Wer hat mich hierhergef?hrt?, sprach er, nachdem er sich ein wenig erholt zu haben schien.

Muley zeigte auf mich, und ich trat zu ihm.

Dank dir, unbekannter Fremdling, du hast mich von langen Qualen errettet. Seit f?nfzig Jahren schifft mein Leib durch diese Wogen, und mein Geist war verdammt, jede Nacht in ihn zur?ckzukehren. Aber jetzt hat mein Haupt die Erde ber?hrt, und ich kann vers?hnt zu meinen V?tern gehen.

Ich bat ihn, uns doch zu sagen, wie er zu diesem schrecklichen Zustand gekommen sei, und er sprach:

Vor f?nfzig Jahren war ich ein m?chtiger, angesehener Mann und wohnte in Algier. Die Sucht nach Gewinn trieb mich, ein Schiff auszur?sten und Seeraub zu treiben. Ich hatte dieses Gesch?ft schon einige Zeit fortgef?hrt, da nahm ich einmal auf Zante einen Derwisch an Bord, der umsonst reisen wollte. Ich und meine Gesellen waren rohe Leute und achteten nicht auf die Heiligkeit des Mannes. Vielmehr trieb ich mein Gesp?tt mit ihm. Als er aber einst in heiligem Eifer mir meinen s?ndigen Lebenswandel verwiesen hatte, ?bermannte mich nachts in meiner Kaj?te, als ich mit meinem Steuermann viel getrunken hatte, der Zorn.

W?tend ?ber das, was mir ein Derwisch gesagt hatte, und was ich mir von keinem Sultan h?tte sagen lassen, st?rzte ich aufs Verdeck und stie? ihm meinen Dolch in die Brust. Sterbend verw?nschte er mich und meine Mannschaft, nicht sterben und nicht leben zu k?nnen, bis wir unser Haupt auf die Erde legten. Der Derwisch starb, und wir warfen ihn in die See und verlachten seine Drohungen, aber noch in derselben Nacht erf?llten sich seine Worte. Ein Teil meiner Mannschaft emp?rte sich gegen mich. Mit f?rchterlicher Wut wurde gestritten, bis meine Anh?nger unterlagen, und ich an den Mast genagelt wurde. Aber auch die Emp?rer erlagen ihren Wunden, und bald war mein Schiff nur ein gro?es Grab. Auch mir brachen die Augen, mein Atem hielt an, und ich meinte zu sterben. Aber es war nur eine Erstarrung, die mich gefesselt hielt. In der n?chsten Nacht, zur n?mlichen Stunde, da wir den Derwisch in die See geworfen hatten , erwachten ich und alle meine Genossen. Das Leben war zur?ckgekehrt, aber wir konnten nichts tun und sprechen, als was wir in jener Nacht gesprochen und getan hatten. So segeln wir seit f?nfzig Jahren, k?nnen nicht leben, nicht sterben, denn wie konnten wir das Land erreichen? Mit toller Freude segelten wir allemal mit vollen Segeln in den Sturm, weil wir hofften, endlich an einer Klippe zu zerschellen, und das m?de Haupt auf dem Grund des Meeres zur Ruhe zu legen. Es ist uns nicht gelungen. Jetzt aber werde ich sterben. Noch einmal meinen Dank, unbekannter Retter, wenn Sch?tze dich lohnen k?nnen, so nimm mein Schiff als Zeichen meiner Dankbarkeit.

Der Kapitano lie? sein Haupt sinken, als er so gesprochen hatte, und verschied. Sogleich zerfiel er auch, wie seine Gef?hrten, in Staub. Wir sammelten diesen in ein K?stchen und begruben ihn an Land, aus der Stadt nahm ich aber Arbeiter, die mir mein Schiff in guten Zustand setzten.

Nachdem ich die Waren, die ich an Bord hatte, gegen andere mit gro?em Gewinn eingetauscht hatte, mietete ich Matrosen, beschenkte meinen Freund Muley reichlich und schiffte mich nach meinem Vaterlande ein. Ich machte aber einen Umweg, indem ich an vielen Inseln und L?ndern landete und meine Waren zu Markt brachte. Der Prophet segnete mein Unternehmen. Nach dreiviertel Jahren lief ich, noch einmal so reich, als mich der sterbende Kapit?n gemacht hatte, in Balsora ein. Meine Mitb?rger waren erstaunt ?ber meine Reicht?mer und mein Gl?ck, und glaubten nicht anders, als da? ich das Diamantental des ber?hmten Reisenden Sindbad gefunden habe. Ich lie? sie in ihrem Glauben. Von nun an aber mu?ten die jungen Leute von Balsora, wenn sie kaum achtzehn Jahre alt waren, in die Welt hinaus, um, gleich mir, ihr Gl?ck zu machen. Ich aber lebte ruhig und in Frieden, und alle f?nf Jahre mache ich eine Reise nach Mekka, um dem Herrn an heiliger St?tte f?r seinen Segen zu danken, und f?r den Kapitano und seine Leute zu bitten, da? er sie in sein Paradies aufnehme.




   


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Die Geschichte von dem kleinen Muck


In Nicea, meiner lieben Vaterstadt, wohnte ein Mann, den man den kleinen Muck hie?. Ich kann mir ihn, ob ich gleich damals noch sehr jung war, noch recht wohl denken, besonders weil ich einmal von meinem Vater wegen seiner halbtot gepr?gelt wurde. Der kleine Muck n?mlich war schon ein alter Geselle, als ich ihn kannte. Doch war er nur drei bis vier Schuh hoch, dabei hatte er eine sonderbare Gestalt, denn sein Leib, so klein und zierlich er war, mu?te einen Kopf tragen, viel gr??er und dicker als der Kopf anderer Leute. r wohnte ganz allein in einem gro?en Haus und kochte sich sogar selbst, auch h?tte man in der Stadt nicht gewu?t, ob er lebe oder gestorben sei, denn er ging nur alle vier Wochen einmal aus, wenn nicht um die Mittagsstunde ein m?chtiger Dampf aus dem Hause aufgestiegen w?re. Doch sah man ihn oft abends auf seinem Dache auf und ab gehen, von der Stra?e aus glaubte man aber, nur sein gro?er Kopf allein laufe auf dem Dache umher.

Ich und meine Kameraden waren b?se Buben, die jedermann gerne neckten und belachten, daher war es uns allemal ein Festtag, wenn der kleine Muck ausging. Wir versammelten uns an dem bestimmten Tage vor seinem Haus und warteten, bis er herauskam. Wenn dann die T?re aufging und zuerst der gro?e Kopf mit dem noch gr??eren Turban herausguckte, wenn das ?brige K?rperlein nachfolgte, angetan mit einem abgeschabten M?ntelein, weiten Beinkleidern und einem breiten G?rtel, an welchem ein langer Dolch hing, so lang, da? man nicht wu?te, ob Muck an dem Dolch, oder der Dolch an Muck stak, wenn er so heraustrat, da ert?nte die Luft von unserem Freudengeschrei.

Wir warfen unsere M?tzen in die H?he und tanzten wie toll um ihn her. Der kleine Muck aber gr??te uns mit ernsthaftem Kopfnicken und ging mit langsamen Schritten die Stra?e hinab. Wir Knaben liefen hinter ihm her und schrien immer: Kleiner Muck, kleiner Muck!. Auch hatten wir ein lustiges Verslein, das wir ihm zu Ehren, hier und da sangen, es hie?:

		Kleiner Muck, kleiner Muck,
		Wohnst in einem gro?en Haus,
		Gehst nur all vier Wochen aus,
		Bist ein braver, kleiner Zwerg,
		Hast ein K?pflein wie ein Berg,
		Schau dich einmal um und guck,
		Lauf und fang uns, kleiner Muck!

So hatten wir schon oft unsere Kurzweil getrieben, und zu meiner Schande mu? ich es gestehen, ich triebs am ?rgsten, denn ich zupfte ihn oft am M?ntelein, und einmal trat ich ihm auch von hinten auf die gro?en Pantoffeln, da? er hinfiel. Dies kam mir nun h?chst l?cherlich vor, aber das Lachen verging mir, als ich den kleinen Muck auf meines Vaters Haus zugehen sah. Er ging richtig hinein und blieb einige Zeit dort. Ich versteckte mich an der Haust?re und sah den Muck wieder herauskommen, von meinem Vater begleitet, der ihn ehrerbietig an der Hand hielt, und an der T?re mit vielen B?cklingen sich von ihm verabschiedete. Mir war gar nicht wohl zumute. Ich blieb daher lange in meinem Versteck, endlich aber trieb mich der Hunger, den ich ?rger f?rchtete als Schl?ge, heraus, und dem?tig und mit gesenktem Kopf trat ich vor meinen Vater.

Du hast, wie ich h?re, den guten Muck beschimpft?, sprach er in sehr ernstem Tone. Ich will dir die Geschichte dieses Muck erz?hlen, und du wirst ihn gewi? nicht mehr auslachen, vor- und nachher aber bekommst du dasGew?hnliche.

Das Gew?hnliche aber waren f?nfundzwanzig Hiebe, die er nur allzu richtig aufzuz?hlen pflegte. Er nahm daher sein langes Pfeifenrohr, schraubte die Bernsteinmundspitze ab, und bearbeitete mich ?rger als je zuvor.

Als die F?nfundzwanzig voll waren, befahl er mir, aufzumerken, und erz?hlte mir von demkleinen Muck.

Der Vater des kleinen Muck, der eigentlichMuckrahhei?t, war ein angesehener, aber armer Mann hier in Nicea. Er lebte beinahe so einsiedlerisch wie jetzt sein Sohn. Diesen konnte er nicht wohl leiden, weil er sich seiner Zwerggestalt sch?mte, und lie? ihn daher auch in Unwissenheit aufwachsen. Der kleine Muck war noch in seinem sechzehnten Jahr ein lustiges Kind, und der Vater, ein ernster Mann, tadelte ihn immer, da? er, der schon l?ngstdie Kinderschuhe zertretenhaben sollte, noch so dumm und l?ppisch sei.

Der Alte tat aber einmal einen b?sen Fall, an welchem er auch starb, und den kleinen Muck arm und unwissend zur?cklie?. Die harten Verwandten, denen der Verstorbene mehr schuldig war, als er bezahlen konnte, jagten den armen Kleinen aus dem Hause und rieten ihm, in die Welt hinauszugehen und sein Gl?ck zu suchen. Der kleine Muck antwortete, er sei schon reisefertig, bat sich aber nur noch den Anzug seines Vaters aus, und dieser wurde ihm auch bewilligt. Sein Vater war ein gro?er, starker Mann gewesen, daher pa?ten die Kleider nicht. Muck aber wu?te bald Rat. r schnitt ab, was zu lang war, und zog dann die Kleider an. Er schien aber vergessen zu haben, da? er auch in der Weite davon schneiden m?sse, daher sein sonderbarer Aufzug, wie er noch heute zu sehen ist. Der gro?e Turban, der breite G?rtel, die weiten Hosen, das blaue M?ntelein, alles dies sind Erbst?cke seines Vaters, die er seitdem tr?gt. Den langen Damaszenerdolch seines Vaters aber steckte er in den G?rtel, ergriff ein St?cklein und wanderte zum Tor hinaus.

Fr?hlich wanderte er den ganzen Tag, denn er war ja ausgezogen, um sein Gl?ck zu suchen. Wenn er eine Scherbe auf der Erde im Sonnenschein gl?nzen sah, so steckte er sie gewi? zu sich, im Glauben, da? sie sich in den sch?nsten Diamanten verwandeln werde. Sah er in der Ferne die Kuppel einer Moschee wie Feuer strahlen, sah er einen See wie einen Spiegel blinken, so eilte er voll Freude darauf zu, denn er dachte, in einem Zauberland angekommen zu sein. Aber ach! Jene Trugbilder verschwanden in der N?he, und nur allzubald erinnerten ihn seine M?digkeit und sein vor Hunger knurrender Magen, da? er noch im Lande der Sterblichen sich befinde. So war er zwei Tage gereist, unter Hunger und Kummer, und verzweifelte sein Gl?ck zu finden. Die Fr?chte des Feldes waren seine einzige Nahrung, die harte Erde sein Nachtlager.

Am Morgen des dritten Tages erblickte er von einer Anh?he eine gro?e Stadt. Hell leuchtete der Halbmond auf ihren Zinnen, bunte Fahnen schimmerten auf den D?chern, und schienen den kleinen Muck zu sich herzuwinken. ?berrascht stand er stille und betrachtete Stadt und Gegend. Ja, dort wird Klein-Muck sein Gl?ck finden, sprach er zu sich und machte trotz seiner M?digkeit einen Luftsprung, dort oder nirgends. Er raffte alle seine Kr?fte zusammen und schritt auf die Stadt zu. Aber obgleich sie ganz nahe schien, konnte er sie doch erst gegen Mittag erreichen, denn seine kleinen Glieder versagten ihm beinahe g?nzlich ihren Dienst, und er mu?te sich oft in den Schatten einer Palme setzen, um auszuruhen.

Endlich war er an dem Tor der Stadt angelangt. Er legte sein M?ntelein zurecht, band den Turban sch?ner um, zog den G?rtel noch breiter an und steckte den langen Dolch schiefer. Dann wischte er den Staub von den Schuhen, ergriff sein St?cklein und ging mutig zum Tor hinein.

Er hatte schon einige Stra?en durchwandert, aber nirgends ?ffnete sich ihm die T?re, nirgends rief man, wie er sich vorgestellt hatte: Kleiner Muck, komm herein, i?, trink, und la? deine F??lein ausruhen!.

Er schaute gerade auch wieder recht sehns?chtig zu einem gro?en, sch?nen Haus hinauf; da ?ffnete sich ein Fenster, eine alte Frau schaute heraus und rief mit singender Stimme:

		Herbei, herbei!
		Gekocht ist der Brei,
		Den Tisch lie? ich decken,
		Drum lasst es euch schmecken.

		Ihr Nachbarn herbei,
		Gekocht ist der Brei.

Die T?re des Hauses ?ffnete sich, und Muck sah viele Hunde und Katzen hineingehen. Er stand einige Augenblicke in Zweifel, ob er der Einladung folgen sollte. ndlich aber fa?te er sich ein Herz und ging ins Haus. Vor ihm her gingen ein paar junge K?tzlein, und er beschlo?, ihnen zu folgen, weil sie vielleicht die K?che besser w??ten als er.

Als Muck die Treppe hinaufgestiegen war, begegnete er jener alten Frau, die zum Fenster herausgeschaut hatte. Sie sah ihn m?rrisch an und fragte nach seinem Begehr.

Du hast ja jedermann zu deinem Brei eingeladen, antwortete der kleine Muck, und weil ich so gar hungrig bin, bin ich auch gekommen.

Die Alte lachte und sprach:

Woher kommst du denn, wunderlicher Gesell? Die ganze Stadt wei?, da? ich f?r niemand koche, als f?r meine lieben Katzen, und hier und da lade ich ihnen Gesellschaft aus der Nachbarschaft ein, wie du siehst.

Der kleine Muck erz?hlte der alten Frau, wie es ihm nach seines Vaters Tod so hart ergangen sei, und bat sie, ihn heute mit ihren Katzen speisen zu lassen. Die Frau, welcher die treuherzige Erz?hlung des Kleinen wohl gefiel, erlaubte ihm, ihr Gast zu sein, und gab ihm reichlich zu essen und zu trinken. Als er ges?ttigt und gest?rkt war, betrachtete ihn die Frau lange und sagte dann:

Kleiner Muck, bleibe bei mir in meinem Dienste! Du hast geringe M?he und sollst gut gehalten sein.

Der kleine Muck, dem der Katzenbrei geschmeckt hatte, willigte ein und wurde also der Bedienstete der Frau Ahavzi. Er hatte einen leichten, aber sonderbaren Dienst. Frau Ahavzi hatte n?mlich zwei Kater und vier Katzen, diesen mu?te der kleine Muck alle Morgen den Pelz k?mmen und mit k?stlichen Salben einreiben. Wenn die Frau ausging, mu?te er auf die Katzen Achtung geben, wenn sie a?en, mu?te er ihnen die Sch?sseln vorlegen, und nachts mu?te er sie auf seidene Polster legen und sie mit samtenen Decken einh?llen. Auch waren noch einige kleine Hunde im Haus, die er bedienen mu?te, doch wurden mit diesen nicht so viele Umst?nde gemacht, wie mit den Katzen, welche Frau Ahavzi wie ihre eigenen Kinder hielt.

?brigens f?hrte Muck ein so einsames Leben, wie in seines Vaters aus, denn au?er der Frau sah er den ganzen Tag nur Hunde und Katzen. Eine Zeitlang ging es dem kleinen Muck ganz gut. r hatte immer zu essen und wenig zu arbeiten, und die alte Frau schien recht zufrieden mit ihm zu sein, aber nach und nach wurden die Katzen unartig. Wenn die Alte ausgegangen war, sprangen sie wie besessen in den Zimmern umher, warfen alles durcheinander und zerbrachen manches sch?ne Geschirr, das ihnen im Weg stand. Wenn sie aber die Frau die Treppe heraufkommen h?rten, verkrochen sie sich auf ihre Polster, und wedelten ihr mit den Schw?nzen entgegen, ls b nichts geschehen w?re. Die Frau Ahavzi geriet dann in Zorn, wenn sie ihre Zimmer so verw?stet sah, und schob alles auf Muck, er mochte seine Unschuld beteuern, wie er wollte, sie glaubte ihren Katzen, die so unschuldig aussahen, mehr als ihrem Diener.

Der kleine Muck war sehr traurig, da? er also auch hier sein Gl?ck nicht gefunden hatte, und beschlo? bei sich, den Dienst der Frau Ahavzi zu verlassen. Da er aber auf seiner ersten Reise erfahren hatte, wie schlecht man ohne Geld lebt, so beschlo? er, den Lohn, den ihm seine Gebieterin immer versprochen, aber nie gegeben hatte, sich auf irgendeine Art zu verschaffen. Es befand sich in dem Hause der Frau Ahavzi ein Zimmer, das immer verschlossen war, und dessen Inneres er nie gesehen hatte. Doch hatte er die Frau oft darin rumoren geh?rt, und er h?tte oft f?r sein Leben gern gewu?t, was sie dort versteckt habe. Als er nun an sein Reisegeld dachte, fiel ihm ein, da? dort die Sch?tze der Frau versteckt sein k?nnten. Aber immer war die T?r fest verschlossen, und er konnte daher den Sch?tzen nie beikommen.

Eines Morgens, als die Frau Ahavzi ausgegangen war, zupfte ihn eines der Hundlein, welches von der Frau immer sehr stiefm?tterlich behandelt wurde, dessen Gunst er sich aber durch allerlei Liebesdienste in hohem Grade erworben hatte, an seinen weiten Beinkleidern und geb?rdete sich dabei, wie wenn Muck ihm folgen sollte. Muck, welcher gerne mit den Hunden spielte, folgte ihm, und siehe da, das Hundlein f?hrte ihn in die Schlafkammer der Frau Ahavzi vor eine kleine T?re, die er nie zuvor dort bemerkt hatte. Die T?re war halb offen. Das Hundlein ging hinein, und Muck folgte ihm, und wie freudig war er ?berrascht, als er sah, da? er sich in dem Gemach befand, das schon lange das Ziel seiner W?nsche war. Er sp?hte ?berall umher, ob er kein Geld finden k?nne, fand aber nichts. Nur alte Kleider und wunderlich geformte Geschirre standen umher. Eines dieser Geschirre zog seine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Es war von Kristall, und sch?ne Figuren waren darauf ausgeschnitten. Er hob es auf und drehte es nach allen Seiten. Aber, oh Schrecken! Er hatte nicht bemerkt, da? es einen Deckel hatte, der nur leicht darauf hingesetzt war. Der Deckel fiel herab und zerbrach in tausend St?cke.

Lange stand der kleine Muck vor Schrecken leblos. Jetzt war sein Schicksal entschieden, jetzt mu?te er entfliehen, sonst schlug ihn die Alte tot. Sogleich war auch seine Reise beschlossen, und nur noch einmal wollte er sich umschauen, ob er nichts von den Habseligkeiten der Frau Ahavzi zu seinem Marsch brauchen k?nnte. Da fielen ihm ein Paar m?chtig gro?e Pantoffeln ins Auge. Sie waren zwar nicht sch?n, aber seine eigenen konnten keine Reise mehr mitmachen, auch zogen ihn jene wegen ihrer Gr??e an, denn hatte er diese am Fu?, so mu?ten ihm hoffentlich alle Leute ansehen, da? er die Kinderschuhe vertreten habe. Er zog also schnell seine T?ffelein aus, und fuhr in die gro?en hinein. Ein Spazierst?cklein mit einem sch?n geschnittenen L?wenkopf schien ihm auch hier allzu m??ig in der Ecke zu stehen, er nahm es also mit und eilte zum Zimmer hinaus. Schnell ging er jetzt auf seine Kammer, zog sein M?ntelein an, setzte den v?terlichen Turban auf, steckte den Dolch in den G?rtel und lief, so schnell ihn seine F??e trugen, zum Haus und zur Stadt hinaus. Vor der Stadt lief er, aus Angst vor der Alten, immer weiter fort, bis er vor M?digkeit beinahe nicht mehr konnte. So schnell war er in seinem Leben nicht gegangen. J, es schien ihm, als k?nne er gar nicht aufh?ren zu rennen, denn eine unsichtbare Gewalt schien ihn fortzurei?en. Endlich bemerkte er, da? es mit den Pantoffeln eine eigene Bewandtnis haben m?sse, denn diese schossen immer fort und f?hrten ihn mit sich. Er versuchte auf allerlei Weise stillzustehen, aber es wollte nicht gelingen. Da rief er in der h?chsten Not, wie man den Pferden zuruft, sich selbst zu: Oh  oh, halt, oh!. Da hielten die Pantoffeln, und Muck warf sich ersch?pft auf die Erde nieder.Die Pantoffeln freuten ihn ungemein. So hatte er sich denn doch durch seine Verdienste etwas erworben, das ihm in der Welt auf seinem Weg das Gl?ck zu suchen, forthelfen konnte. Er schlief trotz seiner Freude vor Ersch?pfung ein, denn das K?rperlein des kleinen Muck, das einen so schweren Kopf zu tragen hatte, konnte nicht viel aushalten. Im Traum erschien ihm das Hundlein, welches ihm im Hause der Frau Ahavzi zu den Pantoffeln verholfen hatte, und sprach zu ihm:

Lieber Muck, du verstehst den Gebrauch der Pantoffeln noch nicht recht. Wisse, wenn du dich in ihnen dreimal auf dem Absatz herumdrehst, so kannst du hinfliegen, wohin du nur willst, und mit dem St?cklein kannst du Sch?tze finden, denn wo Gold vergraben ist, da wird es dreimal auf die Erde schlagen, bei Silber zweimal.

So tr?umte der kleine Muck. Als er aber aufwachte, dachte er ?ber den wunderbaren Traum nach und beschlo?, alsbald einen Versuch zu machen. Er zog die Pantoffeln an, lupfte einen Fu? und begann sich auf dem Absatz umzudrehen. Wer es aber jemals versucht hat, in einem ungeheuer weiten Pantoffel dieses Kunstst?ck dreimal hintereinander zu machen, der wird sich nicht wundern, wenn es dem kleinen Muck nicht gleich gl?ckte, besonders wenn man bedenkt, da? ihn sein schwerer Kopf bald auf diese, bald auf jene Seite hin?berzog.

Der arme Kleine fiel einigemal t?chtig auf die Nase, doch lie? er sich nicht abschrecken, den Versuch zu wiederholen, und endlich gl?ckte es. Wie ein Rad fuhr er auf seinem Absatz herum, w?nschte sich in die n?chste gro?e Stadt, und  die Pantoffeln ruderten hinauf in die L?fte, liefen mit Windeseile durch die Wolken, und ehe sich der kleine Muck noch besinnen konnte, wie ihm geschah, befand er sich schon auf einem gro?en Marktplatz, wo viele Buden aufgeschlagen waren und unz?hlige Menschen gesch?ftig hin und her liefen. Er ging unter den Leuten hin und her, hielt es aber f?r ratsamer, sich in eine einsamere Stra?e zu begeben, denn auf dem Markt trat ihm bald da einer auf die Pantoffeln, da? er beinahe umfiel, bald stie? er mit seinem weit hinausstehenden Dolch einen oder den anderen an, da? er mit M?he den Schl?gen entging.

Der kleine Muck bedachte nun ernstlich, was er wohl anfangen k?nnte, um sich ein St?ck Geld zu verdienen. Er hatte zwar ein St?cklein, das ihm verborgene Sch?tze anzeigte, aber wo sollte er gleich einen Platz finden, wo Gold oder Silber vergraben w?re? Auch h?tte er sich zur Not f?r Geld sehen lassen k?nnen, aber dazu war er doch zu stolz. Endlich fiel ihm die Schnelligkeit seiner F??e ein. Vielleicht, dachte er, k?nnen mir meine Pantoffeln Unterhalt gew?hren, und er beschlo?, sich als Schnelll?ufer zu verdingen. Da er aber hoffen durfte, da? der K?nig dieser Stadt solche Dienste am besten bezahle, so erfragte er den Palast. Unter dem Tor des Palastes stand eine Wache, die ihn fragte, was er hier zu suchen habe. Auf seine Antwort, da? er einen Dienst suche, wies man ihn zum Aufseher der Sklaven. Diesem trug er sein Anliegen vor und bat ihn, ihm einen Dienst unter den k?niglichen Boten zu besorgen.

Der Aufseher ma? ihn mit seinen Augen von Kopf bis zu den F??en und sprach:

Wie, mit deinen F??lein, die kaum so lang als eine Spanne sind, willst du k?niglicher Schnelll?ufer werden? Hebe dich weg, ich bin nicht dazu da, mit jedem Narren Kurzweil zu machen.

Der kleine Muck versicherte ihm aber, da? es ihm vollkommen ernst sei mit seinem Antrag, und da? er es mit dem Schnellsten auf eine Wette ankommen lassen wollte. Dem Aufseher kam die Sache gar l?cherlich vor. r befahl ihm, sich bis auf den Abend zu einem Wettlauf bereitzuhalten, f?hrte ihn in die K?che und sorgte daf?r, da? ihm geh?rig Speis und Trank gereicht wurde. r selbst aber begab sich zum K?nig und erz?hlte ihm vom kleinen Muck und seinem Anerbieten. Der K?nig war ein lustiger Herr, daher gefiel es ihm wohl, da? der Aufseher der Sklaven den kleinen Menschen zu einem Spa? behalten habe. r befahl ihm, auf einer gro?en Wiese hinter dem Schlo? Anstalten zu treffen, da? das Wettlaufen mit Bequemlichkeit von seinem ganzen Hofstaat k?nnte gesehen werden, und empfahl ihm nochmals gro?e Sorgfalt f?r den Zwerg zu haben. Der K?nig erz?hlte seinen Prinzen und Prinzessinnen, was sie diesen Abend f?r ein Schauspiel haben w?rden, diese erz?hlten es wieder ihren Dienern, und als der Abend herankam, war man in gespannter Erwartung, und alles, was F??e hatte, str?mte hinaus auf die Wiese, wo Ger?ste aufgeschlagen waren, um den gro?sprecherischen Zwerg laufen zu sehen.

Als der K?nig und seine S?hne und T?chter auf dem Ger?st Platz genommen hatten, trat der kleine Muck heraus auf die Wiese und machte vor den hohen Herrschaften eine ?beraus zierliche Verbeugung. Ein allgemeines Freudengeschrei ert?nte, als man des Kleinen ansichtig wurde. Eine solche Figur hatte man dort noch nie gesehen. Das K?rperlein mit dem m?chtigen Kopf, das M?ntelein und die weiten Beinkleider, der lange Dolch in dem breiten G?rtel, die kleinen F??lein in den weiten Pantoffeln  nein! Es war zu drollig anzusehen, als da? man nicht h?tte laut lachen sollen. Der kleine Muck lie? sich aber durch das Gel?chter nicht irremachen. Er stellte sich stolz, auf sein St?cklein gest?tzt, hin, und erwartete seinen Gegner. Der Aufseher der Sklaven hatte, nach Mucks eigenem Wunsche, den besten L?ufer ausgesucht. Dieser trat nun heraus, stellte sich neben den Kleinen, und beide harrten auf das Zeichen. Da winkte Prinzessin Amarza, wie es ausgemacht war, mit ihrem Schleier, und wie zwei Pfeile, auf dasselbe Ziel abgeschossen, flogen die beiden Wettl?ufer ?ber die Wiese hin.

Von Anfang hatte Mucks Gegner einen bedeutenden Vorsprung, aber dieser jagte ihm auf seinem Pantoffelfuhrwerk nach, holte ihn ein, ?berfing ihn und stand l?ngst am Ziele, als jener noch, nach Luft schnappend, daherlief. Verwunderung und Staunen fesselten einige Augenblicke die Zuschauer, als aber der K?nig zuerst in die H?nde klatschte, da jauchzte die Menge, und alle riefen:

Hoch lebe der kleine Muck, der Sieger im Wettlauf!.

Man hatte indes den kleinen Muck herbeigebracht. r warf sich vor dem K?nig nieder und sprach:

Gro?m?chtigster K?nig, ich habe dir hier nur eine kleine Probe meiner Kunst gegeben, wolle nur gestatten, da? man mir eine Stelle unter deinen L?ufern gebe!.

Der K?nig aber antwortete ihm:

Nein, du sollst mein Leibl?ufer werden, und immer um meine Person sein, lieber Muck, j?hrlich sollst du hundert Goldst?cke erhalten als Lohn, und an der Tafel meiner ersten Diener sollst du speisen.

So glaubte denn Muck, endlich das Gl?ck gefunden zu haben, das er so lange suchte, und war fr?hlich und wohlgemut in seinem Herzen. Auch erfreute er sich der besonderen Gnade des K?nigs, denn dieser gebrauchte ihn zu seinen schnellsten und geheimsten Sendungen, die er dann mit der gr??ten Genauigkeit und mit unbegreiflicher Schnelle besorgte.

Aber die ?brigen Diener des K?nigs waren ihm gar nicht zugetan, weil sie sich ungern durch einen Zwerg, der nichts verstand, als schnell zu laufen, in der Gunst ihres Herrn zur?ckgesetzt sahen. Sie veranstalteten daher manche Verschw?rung gegen ihn, um ihn zu st?rzen, aber alle schlugen fehl an dem gro?en Zutrauen, das der K?nig in seinen geheimen Oberleibl?ufer (denn zu dieser W?rde hatte er es in so kurzer Zeit gebracht) setzte.

Muck, dem diese Bewegungen gegen ihn nicht entgingen, sann nicht auf Rache, dazu hatte er ein zu gutes Herz. Nein, auf Mittel dachte er, sich bei seinen Feinden notwendig und beliebt zu machen. Da fiel ihm sein St?blein, das er in seinem Gl?ck au?er acht gelassen hatte, ein. Wenn er Sch?tze finde, dachte er, w?rden ihm die Herren schon geneigter werden. Er hatte schon oft geh?rt, da? der Vater des jetzigen K?nigs viele seiner Sch?tze vergraben habe, als der Feind anr?ckte. Man sagte auch, er sei dar?ber gestorben, ohne da? er sein Geheimnis habe seinem Sohn mitteilen k?nnen. Von nun an nahm Muck immer sein St?cklein mit, in der Hoffnung, einmal an einem Ort vor?berzugehen, wo das Geld des alten K?nigs vergraben sei.

Eines Abends f?hrte ihn der Zufall in einen entlegenen Teil des Schlo?gartens, den er wenig besuchte, und pl?tzlich f?hlte er das St?cklein in seiner Hand zucken, und dreimal schlug es gegen den Boden. Nun wu?te er schon, was dies zu bedeuten hatte. Er zog daher seinen Dolch heraus, machte Zeichen in die umstellenden B?ume und schlich sich wieder in das Schlo?. Dort verschaffte er sich einen Spaten und wartete die Nacht zu seinem Unternehmen ab.

Das Schatzgraben selbst machte ?brigens dem kleinen Muck mehr zu schaffen, als er geglaubt hatte. Seine Arme waren gar zu schwach, sein Spaten aber gro? und schwer, und er mochte wohl schon zwei Stunden gearbeitet haben, ehe er ein paar Fu? tief gegraben hatte. Endlich stie? er auf etwas Hartes, das wie Eisen klang. Er grub jetzt emsiger, und bald hatte er einen gro?en eisernen Deckel zutage gef?rdert. Er stieg selbst in die Grube hinab, um nachzusp?hen, was wohl der Deckel k?nnte bedeckt haben, und fand richtig einen gro?en Topf, mit Goldst?cken angef?llt. Aber seine schwachen Kr?fte reichten nicht hin, den Topf zu heben, daher steckte er in seine Beinkleider und seinen G?rtel, so viel er zu tragen vermochte, und auch sein M?ntelein f?llte er damit, bedeckte das ?brige wieder sorgf?ltig und lud es auf den R?cken. Aber wahrlich, wenn er die Pantoffeln nicht an den F??en gehabt h?tte, er w?re nicht vom Fleck gekommen, so zog ihn die Last des Goldes nieder. Doch unbemerkt kam er auf sein Zimmer und verwahrte dort sein Gold unter den Polstern seines Sofas.

Als der kleine Muck sich im Besitz so vielen Goldes sah, glaubte er, das Blatt werde sich jetzt wenden und er werde sich unter seinen Feinden am Hofe viele G?nner und warme Anh?nger erwerben. Aber schon daran konnte man erkennen, da? der gute Muck keine gar sorgf?ltige Erziehung genossen haben mu?te, sonst h?tte er sich wohl nicht einbilden k?nnen, durch Gold wahre Freunde zu gewinnen. Ach, da? er damals seine Pantoffeln geschmiert und sich mit seinem M?ntelein voll Gold aus dem Staub gemacht h?tte!

Das Gold, das der kleine Muck von jetzt an mit vollen H?nden austeilte, erweckte den Neid der ?brigen Hofbediensteten. Der K?chenmeister Ahuli sagte: Er ist ein Falschm?nzer. Der Sklavenaufseher Achmet sagte: Er hats dem K?nig abgeschwatzt. Archaz, der Schatzmeister, aber, sein ?rgster Feind, der selbst hier und da einen Griff in des K?nigs Kasse tun mochte, sagte geradezu: Er hats gestohlen. Um nun ihrer Sache gewi? zu sein, verabredeten sie sich, und der Obermundschenk Korchuz stellte sich eines Tages recht traurig und niedergeschlagen vor die Augen des K?nigs. Er machte seine traurigen Geb?rden so auffallend, da? ihn der K?nig fragte, was ihm fehle .

Ah, antwortete er, ich bin traurig, da? ich die Gnade meines Herrn verloren habe.

Was fabelst du, Freund Korchuz?, entgegnete ihm der K?nig. Seit wann h?tte ich die Sonne meiner Gnade nicht ?ber dich leuchten lassen?.

Der Obermundschenk antwortete ihm, da? er ja den geheimen Oberleibl?ufer mit Gold belade, seinen armen, treuen Dienern aber nichts gebe.

Der K?nig war sehr erstaunt ?ber diese Nachricht, lie? sich die Goldausteilungen des kleinen Muck erz?hlen, und die Verschworenen brachten ihm leicht den Verdacht bei, da? Muck auf irgendeine Art das Geld aus der Schatzkammer gestohlen habe. Sehr lieb war diese Wendung der Sache dem Schatzmeister, der ohnehin nicht gerne Rechnung ablegte. Der K?nig gab daher den Befehl, heimlich auf alle Schritte des kleinen Muck achtzugeben, um ihn womglich auf der Tat zu ertappen. Als nun in der Nacht, die auf diesen Ungl?ckstag folgte, der kleine Muck, da er durch seine Freigebigkeit seine Kasse sehr ersch?pft sah, den Spaten nahm und in den Schlo?garten schlich, um dort von seinem geheimen Schatze neuen Vorrat zu holen, folgten ihm von weitem die Wachen, von dem K?chenmeister Ahuli und Archaz, dem Schatzmeister, angef?hrt, und in dem Augenblick, da er das Gold aus dem Topf in sein M?ntelein legen wollte, fielen sie ?ber ihn her, banden ihn und f?hrten ihn sogleich vor den K?nig. Dieser, den ohnehin die Unterbrechung seines Schlafes m?rrisch gemacht hatte, empfing seinen armen Oberleibl?ufer sehr ungn?dig und stellte sogleich das Verh?r ?ber ihn an. Man hatte den Topf vollends aus der Erde gegraben und mit dem Spaten und mit dem M?ntelein voll Gold vor die F??e des K?nigs gesetzt. Der Schatzmeister sagte aus, da? er mit seinen Wachen den Muck ?berrascht habe, wie er diesen Topf mit Gold gerade in die Erde gegraben habe.

Der K?nig befragte hierauf den Angeklagten, ob es wahr sei, und woher er das Gold, das er vergraben, bekommen habe.

Der kleine Muck, im Gef?hl seiner Unschuld, sagte aus, da? er diesen Topf im Garten entdeckt habe, da? er ihn habe nicht ein-, sondern ausgraben wollen.

Alle Anwesenden lachten laut ?ber diese Entschuldigung, der K?nig aber, aufs h?chste erz?rnt ?ber die vermeintliche Frechheit des Kleinen, rief aus:

Wie, Elender! Du willst deinen K?nig so dumm und sch?ndlich bel?gen, nachdem du ihn bestohlen hast? Schatzmeister Archaz! Ich fordere dich auf, zu sagen, ob du diese Summe Goldes f?r die n?mliche erkennst, die in meinem Schatze fehlt.

Der Schatzmeister aber antwortete, er sei seiner Sache ganz gewi?, so viel und noch mehr fehle seit einiger Zeit von dem k?niglichen Schatz, und er k?nne einen Eid darauf ablegen, da? dies das Gestohlene sei.

Da befahl der K?nig, den kleinen Muck in enge Ketten zu legen, und in den Turm zu f?hren. Dem Schatzmeister aber ?bergab er das Gold, um es wieder in den Schatz zu tragen. Vergn?gt ?ber den gl?cklichen Ausgang der Sache, zog dieser ab, und z?hlte zu Haus die blinkenden Goldst?cke, aber das hat dieser schlechte Mann niemals angezeigt, da? unten in dem Topf ein Zettel lag, der sagte:

Der Feind hat mein Land ?berschwemmt, daher verberge ich hier einen Teil meiner Sch?tze. Wer es auch finden mag, den treffe der Fluch seines K?nigs, wenn er es nicht sogleich meinem Sohne ausliefert!

K?nig Sadi.

Der kleine Muck stellte in seinem Kerker traurige Betrachtungen an. r wu?te, da? auf Diebstahl an k?niglichen Sachen der Tod gesetzt war, und doch mochte er das Geheimnis mit dem St?bchen dem K?nig nicht verraten, weil er mit Recht f?rchtete, dieses und seiner Pantoffeln beraubt zu werden. Seine Pantoffeln konnten ihm leider auch keine Hilfe bringen, denn da er in engen Ketten an die Mauer geschlossen war, konnte er, so sehr er sich qu?lte, sich nicht auf dem Absatz umdrehen. Als ihm aber am anderen Tage sein Tod angek?ndigt wurde, da gedachte er doch, es sei besser, ohne das Zauberst?bchen zu leben, als mit ihm zu sterben, lie? den K?nig um geheimes Geh?r bitten, und entdeckte ihm das Geheimnis. Der K?nig ma? von Anfang an seinem Gest?ndnis keinen Glauben bei, aber der kleine Muck versprach eine Probe, wenn ihm der K?nig zugest?nde, da? er nicht get?tet werden solle. Der K?nig gab ihm sein Wort darauf und lie?, von Muck ungesehen, einiges Gold in die Erde graben, und befahl diesem, mit seinem St?bchen zu suchen. In wenigen Augenblicken hatte er es gefunden, denn das St?bchen schlug deutlich dreimal auf die Erde. Da merkte der K?nig, da? ihn sein Schatzmeister betrogen hatte, und sandte ihm, wie es im Morgenland gebr?uchlich ist,eine seidene Schnur, damit er sich selbst erdro?le. Zum kleinen Muck aber sprach er:

Ich habe dir zwar dein Leben versprochen, aber es scheint mir, als ob du nicht allein dieses Geheimnis mit dem St?bchen besitzest, darum bleibst du in ewiger Gefangenschaft, wenn du nicht gestehst, was f?r eine Bewandtnis es mit deinem Schnelllaufen hat.

Der kleine Muck, den die einzige Nacht im Turm alle Lust zu l?ngerer Gefangenschaft benommen hatte, bekannte, da? seine ganze Kunst in den Pantoffeln liege, doch lehrte er den K?nig nicht das Geheimnis von dem dreimaligen Umdrehen auf dem Absatz. Der K?nig schl?pfte selbst in die Pantoffeln, um die Probe zu machen, und jagte wie unsinnig im Garten umher. ft wollte er anhalten, aber er wu?te nicht, wie man die Pantoffeln zum Stehen brachte, und der kleine Muck, der diese kleine Rache sich nicht versagen konnte, lie? ihn laufen, bis er ohnm?chtig niederfiel.




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